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Beleidigungen und Drohungen gegen Lehrer häufen sich: Wie Rechtsextreme immer öfter Schulen terrorisieren

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BERLIN. Im Zusammenhang mit dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke rückt die Internet-Hetze durch Rechtsradikale zunehmend in den Fokus. Auch immer mehr Schulen sind davon betroffen: Bürgerschaftliches Engagement von Lehrern und Schülern, ob nun für eine offene und demokratische Gesellschaft oder für mehr Klimaschutz, wird mit hundertfachen Beschimpfungen und Drohungen bedacht. Nicht selten geht es dabei auch um Mord oder Vergewaltigung.

Rechtsradikale machen immer öfter Schulen zur Zielscheibe (Teilnehmer einer Demonstration in Düsseldorf 2014). Foto: Die Grünen / flickr (CC BY-SA 2.0)

Geplant war eine kleine Aktion, um Grundschüler für den Klimaschutz zu sensibilisieren. Heraus kam eine Kampagne von Rechtsaußen. Die Schulleiterin beschrieb den Ton der vielen Mails, die sie erreichten, als „asozial“. Regelrechte Hass-Mails seien dabei gewesen, bis hin zur Gewaltandrohung, so berichtet die „Rheinische Post“. Wörtlich habe es geheißen „Man sollte Sie umbringen, bevor Sie so einen Scheiß mit den Kindern machen“. Eine andere Person schickte eine anonyme Postkarte an die Schule: Von „links-grüner Gehirnwäsche schon an Grundschulen“ war dort die Rede.

Der Anlass: Die Düsseldorfer Grundschule hatte sich am städtischen Programm „Mit Energie gewinnen“ beteiligt. Dabei sollte die Hälfte des Geldes, das sie durch Umweltschutz- und Energiesparmaßnahmen einspart, an die Schule zurückfließen. Ein paar freie Mittel für einen guten Zweck? Grund genug für die Schule, sich mit einem „Warmer-Pulli-Tag“ zu beteiligen, an dem – nach Ankündigung – die Heizungen im Schulgebäude heruntergedreht werden sollten.

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Adresse der Schule und Foto der Schulleiterin veröffentlicht

Die rechtsextreme Plattform „PI-news“ schürte die Empörung ihrer Klientel. Sie schrieb: „Nach der unter großem Medienhype für die Klimalüge instrumentalisierten jungen Autistin Greta Thunberg aus Schweden, sollen nun auch deutsche Grundschulkinder gefälligst durch persönliches und körperliches Engagement die linksgrüne Klimahysterie unterstützen.“ Unter dem Beitrag wurde die Adresse der Schule – samt Namen, E-Mail-Adresse und Foto der Schulleiterin veröffentlicht. Zynischer Zusatz: „Wir bitten Sie bei Schreiben an die Kontaktadresse, trotz aller Kontroversen in der Sache, um eine höfliche und sachlich faire Ausdrucksweise.“

Was die Leser unter „höflicher und sachlich fairer Ausdrucksweise verstehen“, wird in den Kommentaren unter dem Text deutlich. Dort heißt es (Fehler in den Originalen):

Die Masche hat Methode. Das Sammeln und Veröffentlichen persönlicher Informationen, auch Doxing genannt, ist ein beliebtes Mittel der Einschüchterung durch Rechtsextreme – mit zunehmend realen Folgen.

Wie der Blog „Belltower“ der Amadeu Antonio Stiftung berichtet, erschien auf „PI-News“ auch ein Artikel zum mittlerweile ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke, in dem er als „Volksverräter“ bezeichnet wurde. In den unmoderierten Kommentarspalten wurde dem Bericht zufolge Lübckes Privatadresse veröffentlicht, teilweise „sogar mit indirekten Aufforderungen“. Wegen Volksverhetzung, Verbreitung von falschen Informationen oder wegen der massiven Verstöße gegen das Urheberrecht (wie etwa der Veröffentlichung des Fotos der Düsseldorfer Schulleiterin) könne man PI-News jedoch nicht belangen. „Denn, wer derzeit für den Blog verantwortlich ist, ist nicht bekannt. Es gibt kein Impressum, die meisten Autor*innen verwenden Pseudonyme. Der Server steht in den USA. Auch über die Finanzierung des Blogs ist wenig bekannt“, heißt es.

Hetzkampagnen gegen Schulen häufen sich

So häufen sich in jüngster Zeit die Berichte über Hetzkampagnen von Rechtsradikalen gegen Schulen.

Der Netzaktivist Hannes Ley, der für sein Engagement für eine bessere Diskussionskultur in den sozialen Medien mit dem Online Grimme Award ausgezeichnet wurde und immer wieder vor Schülern auftritt, hat das Geschehen rund um das Lüneburger Gymnasium verfolgt. Verantwortlich für die Hetzkampagne seien im Wesentlichen drei Gruppierungen gewesen: Rechtsaußen der AfD, Identitäre Bewegung und „Reconquista Germanica“, Ley zufolge eine „militärisch straffe Organisation“.

Die Aktion sei geplant gewesen – und organisiert, sagt Ley: „Sie sprechen sich in geschlossenen Gruppen ab und gehen gegen Bürgermeister, Politiker und inzwischen auch gegen Schulen vor.“ News4teachers

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Immer mehr Lehrer machen gegen die AfD-„Meldeportale“ mobil: „Wir stellen uns entschieden gegen Rassismus und Extremismus jeder Art“

 

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