Umfrage: Fast jeder Dritte fände bundeseinheitlichen Ferientermin besser

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BERLIN. Sieben verschiedene Starttermine für die Sommerferien in Deutschland – muss das sein? Nicht unbedingt, findet jeder dritte Bundesbürger. Ab diesem Wochenende sind für eine Woche in ganz Deutschland Schulferien.

Knapp jeder dritte Bundesbürger fände es besser, wenn es – im Gegensatz zur bisherigen Regelung – gemeinsame Sommerferien für ganz Deutschland gäbe. Einen einheitlichen Ferientermin für alle 16 Bundesländer fänden sie «sehr gut» oder «gut», sagten 30 Prozent der Befragten bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Eine Mehrheit von 53 Prozent ist gegen einen Einheitstermin, die übrigen Befragten äußerten keine Meinung.

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Für die verschiedenen Ferientermine soll insgesamt ein Zeitraum von 90 Tagen weitmöglichst ausgeschöpft werden, hat die KMK beschlossen. Damit soll nicht zuletzt die Bettenauslastung verbessert werden. Foto: Lars Goldenbogen / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Ab diesem Wochenende haben alle Schüler in Deutschland Sommerferien. In diesem Jahr gibt es in Deutschland sieben verschiedene Starttermine für die großen Ferien. Als letzte Bundesländer starten Bayern und Baden-Württemberg in die schulfreie Zeit. Für die Kinder und Jugendlichen in Berlin und Brandenburg geht es indes bereits in die letzte Ferienwoche, Ferienbeginn war hier am 20. Juni.

Einen landesweit einheitlichen Ferientermin haben etwa die Nachbarn in Frankreich: In diesem Jahr haben dort alle Schüler vom 7. Juli bis zum 1. September frei. Die deutschen Kultusminister hatten dagegen 1964 mit dem «Hamburger Abkommen» beschlossen, dass der Start der großen Ferien rotiert. Gestaffelt nach Bundesländern hat jeder Schüler im Sommer mindestens sechs Wochen lang am Stück frei. Hintergrund der Rotation: Es soll vermieden werden, dass die Bevölkerung zur gleichen Zeit den Urlaub antritt – um Verkehr und Nachfrage nach Unterkünften zu entlasten.

Die 16 Bundesländer sind in fünf Gruppen aufgeteilt. So haben zum Beispiel Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland immer gleichzeitig Sommerferien. Baden-Württemberg und Bayern sind zeitlich immer als letzte dran. Der Grund dafür laut Kultusministerkonferenz: Die Schüler in diesen Ländern sind am längsten in den Pfingstferien.

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres plädierte dafür, die Sommerferien in den Bundesländern weniger zeitlich zu strecken. «Ich werde mich in der Kultusministerkonferenz dafür einsetzen, dass die Sommerferien in Berlin und anderswo erst im Juli beginnen», sagte die SPD-Politikerin. Dies reduziert aus ihrer Sicht Belastungen für Schüler und Lehrer. Hintergrund: Durch die jährlich wechselnden Ferientermine kann es vorkommen, dass ein Schuljahr kürzer ausfällt. Für «unrealistisch» hält Scheeres einheitliche Ferientermine wie in Frankreich.

Mit den in Bayern und Baden-Württemberg begonnen Ferien, hat sich der sich der Reiseverkehr auch auf andere Bundesländer ausgewirkt. Besonders eng wurde es auf der A5, die Ost- und Nordsee-Urlauber gerne nutzen. Der Frankfurter Flughafen hatte sich auf einen Ansturm von mehr als 700 000 Passagieren vorbereitet.

Auch bei der Fahrt in den Süden gibt es einiges zu beachten: Die Urlauber müssen sich in Tirol und Salzburg wieder darauf einstellen, dass sie die Autobahn an diversen Abfahrten nicht verlassen dürfen. Ein Umfahren der Staus auf Ausweichrouten will die österreichische Polizei erneut verhindern. Das Verbot gilt von Samstag 7 Uhr morgens bis Sonntag 19 Uhr. Am ersten Wochenende der Ende Juni erstmals umgesetzten Maßnahme waren 1000 Urlauber von der Polizei wieder auf die Autobahn zurückgeschickt worden. Zwischenzeitlich war die Zahl der Zurückweisungen deutlich gesunken.

Die Experten des Verkehrsclubs ÖAMTC erwarteten auf den Nord-Süd-Verbindungen lange Staus. Das gelte für die Tauernautobahn zwischen Salzburg und Villach, für den Karawankentunnel und natürlich für die Inntalautobahn zum Brenner. Schon am vergangenen Wochenende hätten sich die Urlauber darüber hinaus bis zu zwei Stunden an der Grenze zwischen Slowenien und Kroatien bei Macelj gedulden müssen. In Südtirol erwies sich die Mautstelle Sterzing (A22) als Nadelöhr im Reiseverkehr.

Wegen des Klimas weniger zu fliegen: Diese Überlegung betrifft übrigens die Mehrheit der Deutschen nach eigenen Angaben kaum. Fast zwei Drittel (63 Prozent) fliegen «nie» oder «fast gar nicht», ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des ARD «Morgenmagazins». Mehr als jeder Vierte (29 Prozent) steigt ein- bis zweimal jährlich ins Flugzeug. Von denen, die mindestens einmal im Jahr ins Flugzeug steigen, glaubt fast jeder Vierte (23 Prozent), dass er in Zukunft weniger fliegen wird. Fast zwei Drittel (64 Prozent) von ihnen sind der Auffassung, dass sie nichts an ihrem Verhalten ändern werden. (dpa)

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4 KOMMENTARE

  1. Ich fände bundeseinheitliche Ferientermine auch besser, allerdings nicht bei so kurzen Zeiten wie jetzt, denn dann stauen sich ja in dieser kurzen Zeit die Urlaubswünsche aller Eltern mit schulpflichtigen Kindern. Dann müssten auch die Ferienzeiten verändert werden: 8 Wochen Sommerferien und mindestens 2 Wochen Winterferien.

    Die anderen Ferien müssten entsprechend gekürzt werden.

    Und Schulhorte und Kindergärten dürften keine Schließzeiten haben!

  2. Gesprochen wird dabei immer über den Ferienkorridor, der vom ersten Tag früher Sommerferien bis zum letzten Tag später Sommerferien reicht.
    2014 war er besonders gering, daraufhin gab es Diskussionen, auch weil die KMK die Ferien für die Jahre 2018-2024 festlegen sollte.

    Die anderen Ferientermine legt das Bundesland selbst fest. Für den Zeitraum 2018 bis 2024 wurden die Sommerferien am 12.06.2014 durch die KMK gesetzt. Im Anschluss können alle Länder ihre anderen freien Zeiten terminieren. Damit könnten BY und BW ihre Pfingstferien ausfallen lassen oder verschieben, wenn sie frühe Ferien hätten, so wie andere Länder das auch gestalten und in den letzten Jahren bei diesen Ferien besondere Regelungen finden: Hessen hat längere Weihnachtsferien, andere Länder geben nun Winterferien oder rund um Himmelfahrt und Pfingsten freie Tage. Die Ferientage bleiben dabei gleich, sie liegen nur anders.

    Gefordert wurde für die Sommerferien ein Korridor von 90 Tagen, sodass die ersten bereits Mitte Juni Ferien hätten.
    Ausgeschöpft wurden im Durchschnitt fast 85 Tage. Das ist der Tourismusbranche zu wenig, wie sie anschließend vorrechnete: https://www.tvsh.de/tourismuspolitik/tourismuspolitik-des-landes/sommerferienregelung-2018-2024/

    Um heiße Räume in den Schulen oder die Organisation von Unterricht im rotierenden System geht es bei diesen Überlegungen überhaupt nicht.

    • Über die Schüler oder die Bildung geht es doch schon lange nicht mehr. Es geht um wirtschaftliche Interessen und das Sparen von Kosten.

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