100 Jahre Grundschule – Steinmeier: “Es geht noch immer darum, mehr Chancengerechtigkeit zu verwirklichen”

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FRANKFURT/MAIN. Vor 100 Jahren wurde die Grundschule erfunden. Erstmals saßen alle Schichten gemeinsam in einer Schulbank. Damals wie heute war die Grundschule «eine Schule der Demokratie», sagt der Bundespräsident in einer Feierstunde. Maresi Lassek, die Bundesvorsitzende des Grundschulverbands, bringt die aktuellen Herausforderungen, vor denen die Grundschule stehen, zur Sprache.

Würdigte die Arbeit der Grundschulen in Deutschland: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Foto: Bundespräsidialamt

Gemeinsames Lernen in der Grundschule ist für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unerlässlich für den Zusammenhalt der Gesellschaft. «Hier werden die Weichen gestellt für die Zukunft unserer Demokratie», sagte Steinmeier am Freitag in der Frankfurter Paulskirche. Anlass war ein Doppeljubiläum: Seit 100 Jahren gibt es Grundschulen in Deutschland, seit 50 Jahren den Grundschulverband. Die Grundschule zähle «zu den großen demokratischen Errungenschaften des Jahres 1919», sagte Steinmeier. «Demokratie lernen, das waren damals die großen Ziele, die bis heute aktuell geblieben sind.»

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Grundschulen gleichen früh aus, was in manchen Elternhäusern nicht gelingt

Grundschulen seien «ein Ort, an dem das Miteinander ganz verschiedener Menschen Tag für Tag gelingt», sagte Steinmeier. Auch hundert Jahre nach der Gründung der Grundschule gehe es in Deutschland «noch immer darum, mehr Chancengerechtigkeit zu verwirklichen». Das könne nur gelingen, «wenn wir schon früh ausgleichen, was in manchen Elternhäusern nicht vermittelt wird. Wir dürfen nicht zulassen, dass schon in den Vor- und Grundschuljahren Klassenunterschiede entstehen oder sich verfestigen.»

Die Bundesvorsitzende des Grundschulverbands, Maresi Lassek, forderte eine längere Grundschulzeit, kleinere Klassen, mehr Geld und gleiche Bedingungen in allen Bundesländern. Nur vier Jahre gemeinsames Lernen reichten nicht aus: «Die Potenziale besonders von Kindern, die unter schwierigen Lebensbedingungen aufwachsen, können sich in unserem Schulsystem nicht ausreichend entfalten.»

Lassek: Grundschulen sind finanziell zu schlecht ausgestattet

Grundschulen seien im Vergleich zu anderen Schulformen finanziell zu schlecht ausgestattet. Die Finanzierung von Bildung müsse vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Dann wäre es möglich, wenigstens in den ersten Jahrgängen kleinere Klassen zu bilden. «Skandalös» findet Lassek, dass Kinder nicht in allen Bundesländern vergleichbare Bedingungen vorfänden. Sie forderte bundesländerübergreifend schnelle und effektive Maßnahmen gegen Lehrermangel. Es sei an der Zeit, über eine gleichwertige Bezahlung von Lehrkräften zu diskutieren.

«Schule muss ein Ort sein, an dem Kinder demokratisches Miteinander erleben und demokratisch handeln lernen, sagte Lassek – in einer «Dialogrunde» mit Kindern, Lehrern und Eltern wurde klar, dass das nicht immer gelingt. Eine Abiturientin und Mitorganisatorin von «Fridays for Future» nannte die Arbeit in der Schülervertretung «extrem frustrierend», sie habe nicht das Gefühl, viel bewegen zu können. Ein Elternvertreter sprach von einem «erheblichen Demokratieproblem»: Eltern, die sich in der Schule engagierten, bildeten nicht die gesamte Gesellschaft ab. Es müssten dafür auch Menschen gewonnen werden, «die nicht mir der Schule per Du sind». dpa

Wörtlich aus den Reden

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte laut Redemanuskript:

„Ich finde, es ist ein Verdienst der führenden Bildungspolitiker der Weimarer Koalition, dass sie damals um Kompromisse rangen und die gemeinsame Grundschule durchsetzen konnten, allen Widerständen zum Trotz.

Denn nun kamen, zumindest in den vier untersten Klassen, plötzlich Kinder aus den verschiedensten Elternhäusern zusammen. Kinder, die vorher oft nichts miteinander zu tun gehabt hatten. Und ich könnte mir vorstellen, dass das, was wir heute gern Heterogenität nennen, für die Lehrer auch damals eine Herausforderung war. Die Grundschule der Weimarer Republik wurde jedenfalls zu einer anderen Schule, in der auch neue Unterrichtsformen ausprobiert wurden.

Viele Demokraten knüpften damals große Hoffnungen an diese Schulreform. Sie wollten den Zusammenhalt in der tief gespaltenen Gesellschaft stärken, Fundamente für ein demokratisches Miteinander legen. Und sie wollten mehr Gerechtigkeit im Bildungswesen schaffen. Auch nach der Grundschule sollte die Schullaufbahn von “”Anlage und Neigung”” abhängen, nicht von der Herkunft oder dem Bekenntnis der Eltern. “”Freie Bahn jedem Tüchtigen””, das war so ein Slogan, der heute ein bisschen oldschool klingt, damals aber – im Kampf gegen Standesprivilegien – revolutionär war.

Die Grundschule für alle war damals der Versuch, jedem einzelnen Kind, aber auch der jungen deutschen Demokratie den Weg in eine erfolgreiche Zukunft zu ebnen. Sie zählt zu den großen demokratischen Errungenschaften des Jahres 1919; sie steht für den Aufbruch in eine gerechtere Gesellschaft, genauso wie das Frauenwahlrecht oder die Mitbestimmung durch Betriebsräte.

(…)

Das große Versprechen der Weimarer Verfassung, eine für alle gemeinsame Grundschule zu schaffen, ist heute an vielen Orten in unserem Einwanderungsland erfüllt. Wie an keiner anderen staatlichen Institution kommen hier Kinder unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion, Kinder aus unterschiedlichen sozialen Schichten, Kinder mit und ohne Behinderung, zusammen, um miteinander und voneinander zu lernen.

Die allermeisten Grundschulen in unserem Land sind seit vielen Jahren ein Ort, an dem das Miteinander ganz verschiedener Menschen Tag für Tag gelingt. Sie erleben das täglich, und ich habe es bei meinen vielen Schulbesuchen zwischen Flensburg, Greifswald und Berchtesgaden erlebt.

Und die Grundschulen leisten dabei unglaublich viel. Sechs- bis Zehnjährige mit den unterschiedlichsten Startvoraussetzungen lernen hier Lesen, Schreiben und Rechnen – das ist die Hauptsache und oft schwierig genug. Aber sie lernen hier eben auch, mit kultureller und individueller Vielfalt umzugehen, einander zuzuhören und Konflikte zu lösen. Sie lernen sich zu artikulieren, zu argumentieren, digitale Technik zu beherrschen, Verantwortung für sich und für andere zu übernehmen.

An den Grundschulen in unserem Land werden die Grundlagen gelegt für die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Und hier werden die Weichen gestellt für die Zukunft unserer Demokratie. Was an den Grundschulen geschieht, das geht uns alle an – als Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Großeltern, aber auch als Bürgerinnen und Bürger.“

Die Bundesvorsitzende des Grundschulverbands, Maresi Lassek, sagte in ihrer Rede laut Manuskript:

„Unser Anspruch ist eine allseitige Bildung, bei der es selbstverständlich – aber nicht nur – um Kulturtechniken geht, und  um die Gesamtentwicklung des Kindes. Kinder brauchen musisch-kulturelle Angebote genauso wie  Erfahrungen und Gelegenheiten zur Kommunikation, das Bewähren im sozialen Miteinander, die Chance zu lernen sich zu organisieren und Verantwortung zu übernehmen und – nicht zuletzt – bei Entscheidungen mitzubestimmen.

Maresi Lassek, die Bundesvorsitzende des Grundschulverbands. Foto: Grundschulverband

Auf den Anfang kommt es an: Die Grundschule ist das Fundament des Schulsystems. Die Grundschulen sind nicht nur im Vergleich der Schulstufen schlecht ausgestattet, sondern auch im internationalen Vergleich mit wirtschaftlich ähnlich aufgestellten Ländern. Der Grundschulverband fordert seit Jahren, die Bildungsfinanzierung vom Kopf auf die Füße zu stellen. Ein wichtiger Schritt wäre, zumindest in den ersten Jahrgängen kleinere Klassen zu bilden.

Der Lehrermangel und der Mangel an pädagogischen Fachkräften treffen besonders deutlich Schulstandorte, an denen Herausforderungen ohnehin kumulieren. Alle Grundschulen brauchen eine qualitätsvolle Personalausstattung. (…) Diskutiert wird endlich eine gleichwertige Bezahlung von Lehrkräften.  Um Benachteiligungen nicht zu verschärfen und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht weiter zu gefährden, braucht es schneller und bundesländerübergreifend effektive Maßnahmen, um auf den aktuellen Lehrermangel zu reagieren. Zusammenarbeit ist gefragt von Bund, Ländern, Kommunen und Verbänden.“  (…)

Für die Umsetzung von inklusivem Unterricht in Schulen fehlt es nicht an didaktischem Repertoire, es mangelt an Gesamtkonzepten und der Ausstattung. Die staatliche Verpflichtung zur Inklusion im Bildungsbereich wird bei weitem noch nicht erfüllt.

(…)

Schule wird als sozialer Raum der Begegnung und Auseinandersetzung mit vielfältigen Erfahrungen und  Sichtweisen  immer wichtiger. Und – Schule muss ein Ort sein, an dem Kinder demokratisches Miteinander erleben und demokratisch handeln lernen.

Längst selbstverständlich sind in vielen Grundschulen Schülergremien wie Klassenrat und  Kinderparlament, Streitschlichterkonzepte und die gemeinsame Erarbeitung von Regeln. Das genügt aber nicht. Kinder müssen auch ihre individuellen Lernwege mitbestimmen können. Ihnen müssen Lernschritte transparent und Ziele verständlich gemacht werden. Partizipation und demokratisches Lernen verändern das Leistungskonzept der Schule.

Solch ein Konzept ist anspruchsvoll und fordert eine pädagogische Leistungskultur, die Lernfreude und Leistungszuversicht zu entwickeln hilft, die die Rückmeldungen der Kinder zu ihren Lernprozessen ernst nimmt und die Eltern einbezieht.

(…)

Happy birthday! Die Grundschule feiert heute ihren 100. Geburtstag – eine erfolgreiche Institution mit einem großen Problem

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20 KOMMENTARE

  1. Es ist richtig, was Steinmeier sagt: “Was an den Grundschulen geschieht, das geht uns alle an – als Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Großeltern, aber auch als Bürgerinnen und Bürger.“ Warum passiert dann so wenig? Warum lassen wir alle solche Missstände zu?

    • Das ist sehr einfach zu beantworten: Weil die meisten von uns jene Parteien wählen, die uns permanent mehr netto vom Brutto versprechen und dass sie Steuerüberschüsse an uns ausschütten wollen. Das ist keine gemeinwohlorientierte Politik, sondern eine alleinwohlorientierte!

      Wenn der Staat weniger einnimmt und auch wenn er weniger einbehält, hat er weniger zum Ausgeben. Das ist doch klar. Wir müssen das also mehr selbst bezahlen (Gebühren u.dgl.), was die Reichen begünstigt, die ihre Kinder dann eben an vermeintlich bessere Privatschulen schicken – die oft nur besser ausgestattet sind, weil sie ihre Lehrer und Erzieher schlechter bezahlen (und deshalb u.U. gar nicht die besten Lehrer und Erzieher bei sich beschäftigt haben).

      Es führt dann eben auch zu Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand, wie wir sie in den letzten Jahrzehnten erleben durften im gesamten öffentlichen Raum und Dienst. Überall mangelt es an Personal, überall wachsen die Wartezeiten, überall steigen die Gebühren. Dann kostet der Eintritt ins Museum eben 15 Euro. Gut für die Gutverdiener, schlecht für alle anderen. Überall wird eingespart und sei es auf Umwegen (Streichen von Anrechnungsstunden, Erhöhung von Klassenfrequenzen, Erhöhung des Stundensolls, Einschränkung von Teilzeit und Verweigerung von Frühpensionierung). Gerade wir als Lehrer merken es doch an der eigenen Haut. Wir verdienen mehr und mehr, um uns ruhig zu stellen, aber besser geht es uns damit auch nicht, denn die Probleme, die uns belasten, bleiben. (In Berlin, wo die Gehälter bislang am meisten stiegen, stieg auch die Teilzeitbeschäftigung in den letzten Jahren von 24 auf knapp 30%. Man “entlastet” sich eben selbst. Aber eigentlich sollte damit doch der Lehrermangel behoben werden?!)

      Wir SELBST lassen es also zu, um zu deiner Frage zurückzukehren, weil wir selbst davon profitieren und glauben/hoffen/nicht sehen, dass wir an anderer Stelle womöglich doppelt und dreifach draufzahlen bzw. einen Nachteil haben. Wir hoffen, es trifft dann nicht uns, sondern die anderen und wir versuchen uns selbst mit immer “besseren Gehältern” vor den Auswirkungen (Kostensteigerungen) zu schützen. Wir wollen so viel verdienen wie möglich, so wenige Steuern wie möglich zahlen und alles vom Staat erstattet bekommen. Deshalb!

      Daran wird die Sozialgemeinschaft zugrunde gehen!

      • Die Sozialgemeinschaft wird auch zugrunde gehen, wenn der Staat, z.B. Berlin, das Steuergeld allzu großzügig für Umverteilung und Sozialgeschenke ausgibt. Diese Seite der Medaille kommt mir bei Ihnen meist zu kurz. Wenn ich nicht irre, heißen Sie in der Regel alles gut, was vom Staat kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
        “Und dass kostenlose Hort-, Kita- und Essensangebote kein Mehr an Bildung bringen, dürfte jedem Sozialdemokraten, Grünen und Linken in der Koalition klar sein.”
        https://schulforum-berlin.de

  2. Und dann ist das auch noch so, dass Grundschullehrer viel Geld aus eigener Tasche investieren um dem Bildungsauftrag einigermaßen gerecht zu werden. Das fängt bei der Klassenzimmergestaltung an und hört bei den vielen Zusatzmaterialien, die man für die individuelle Förderung braucht, auf. Die meisten Sachaufwandsträger können und wollen das gar nicht bezahlen, was wir an Zusatzmaterialien brauchen. Zudem haben sich die Verlage darauf eingestellt, Lehrer mit den angebotenden Materialien anzusprechen, es gibt spezielle Verlage, die sich darauf eingerichtet haben. Die wenigsten Lehrer, die auf Verlagsausstellungen gehen, kaufen im Auftrag der Schule ein, sondern bezahlen das alles aus ihrer eigenen Tasche. Wir kaufen teilweise unsere zusätzliche Klassenzimmereinrichtung in Form von Regalen und anderen Ordnungssystemen selbst. Grundschullehrer sind darin die Weltmeister. Viele sagen auch: Lieber mache ich einen guten Unterricht, kaufe das Material dazu, bevor ich einen schlechten Unterricht mache. Das tut vielen finanziell weh. Man muss nur einmal in die Grundschulblogs reinschauen, dann weiß man, wovon ich schreibe.
    Das alles spart dem Staat Geld. Aber: Das wollen die (Grundschul)lehrer nicht. Sie wollen eine anständige Ausstattung, die der Arbeitgeber und stellvertretend dafür der Sachaufwandsträger bezahlt.

    • Das gilt für alle Lehrer. @ysnp vielleicht mal den Kopf aus der Filterblase stecken. Sie tun immer so, als wären die Grundschullehrer, die einzigen mit Problemen. Ich kann Ihnen gerne meine Ausgabenliste aus diesem Jahr zukommen lassen. Wie viel Sie bereit sind privat zu investieren, hängt von Ihnen selbst ab und nicht von der Schulform. Es gibt Lehrer, die investieren 0€, während andere Lehrer jährlich einen drei- bis vierstelligen Betrag ausgeben.

    • Ach herrje, immer diese Übertreibungen und Wehklagereien. Ich dachte, wir Ossis sind die “Jammerlappen”??? Sie schreiben “teilweise”, wo Sie da von Regalen u.a. sprechen. Das kommt wohl eher selten vor und dann “einmal für immer”. Und das trifft auf das Meiste zu. Man schafft sich das einmal für immer an. Wie vieles habe ich mir in all den Lehrerjahren gekauft und nie benutzt, weil ich es doch nicht brauchte oder einfach nicht schaffte zu gebrauchen. Das soll natürlich auch alles der Staat bezahlen, also der Steuerzahler (der aber immer weniger Steuern zahlen will). Überhaupt soll der Staat alles bezahlen, möglichst keine Steuern eintreiben und allen Maximallöhne und -gehälter verschaffen.

      Das Nötige stellt in der Regel der Staat. Das gilt doch für die meisten Fächer! Vielleicht nicht in Sport, Musik und Kunst. (Aber unsere Kunstlehrer holen sich ihre Auslagen über die Klassenkasse wieder rein. Die spendieren da eher nichts.) Bei uns bekommt auch jeder das Lehrbuch umsonst. Kreide, Tafellappen, Wassereimer auch … Ja, unsere Kugelschreiber kaufen wir uns selbst und die Schreibblöcke für die Vorbereitungen auch und womöglich noch das eine oder andere Nachschlagewerk. Aber sind nicht gerade Lehrer Weltmeister im Sammeln von Quittungen für die Lohnsteuererklärung? Und muss wirklich immer alles der Staat finanzieren, was man einfach nur haben will?!

      Ja, manchmal lässt die Finanzierung auch zu wünschen übrig. Das betrifft (bei uns) die Toiletten, aber vor allem die Reinigung im ganzen Haus. Naja, da nimmt man eben den Billigsten. Warum denn? Weil der Staat ja sparen muss, weil die Leute ja möglichst wenig Steuern zahlen wollen. Also nehmen die auch die billigste Reinigungsfirma und die reinigt dann eben auch nicht so gut und eben nur einmal wöchentlich, wo vielleicht mehrmals nötig wäre.

      Wer den Staat arm macht, muss sich doch nicht wundern, wenn es überall mangelt. Wer alles erstattet haben und immer mehr Gehalt haben will, muss auch sagen, wo das herkommen oder wo das eingespart werden soll. Hartz IV kürzen? Oder das Kindergeld? Oder die Subventionen für den öffentlichen Nahverkehr? Oder doch den Soli behalten bzw. erhöhen, damit das alles finanziert werden kann?

    • @FElixa:
      Sie können gerne für andere Schularten ergänzen, was Sie getan haben. Ich sehe es jetzt aus Grundschullehrersicht. In Zusatzmaterialien investieren alle Lehrer, davon gehe ich einmal aus. Ebenso, ob jemand sich ein digitales “Ergänzungsset” kauft (z.B. einen Bluetoothlautsprecher). Ich gehe davon aus, dass die Fachräume vom Schulträger mit dem Grundlegenden ausgestattet sind und Lehrerhandbücher zu den Schulbüchern zur Verfügung gestellt werden.
      Bei uns sehe ich zusätzlich Ausgaben für die vielen Differenzierungsmaterialien für alle, da wir Schüler jeglicher Coleur haben und höhere Ausgaben für die Klassenzimmergestaltung. Da Grundschüler auch viel haptisches Material und Material zur Anschauung brauchen, können wir froh sein, wenn das der Schulträger finanziert. Ohne größere persönliche Geldausgaben schafft man es in der Grundschule nicht bzw. ist viele sehr unbefriedigend, es sei denn man hat einen sehr großzügigen Schulaufwandsträger. Es ist teilweise so, dass es an Grundlegendem fehlt, das man zwangsläufig aus eigener Tasche bezahlt. Das betrifft nicht alle Grundschulen, aber viele.

      • “Bei uns sehe ich zusätzlich Ausgaben für die vielen Differenzierungsmaterialien für alle, da wir Schüler jeglicher Coleur haben und höhere Ausgaben für die Klassenzimmergestaltung.”

        Und Lehrkräfte anderer Schulformen etwas nicht?

        “Da Grundschüler auch viel haptisches Material und Material zur Anschauung brauchen, können wir froh sein, wenn das der Schulträger finanziert. Ohne größere persönliche Geldausgaben schafft man es in der Grundschule nicht bzw. ist viele sehr unbefriedigend, es sei denn man hat einen sehr großzügigen Schulaufwandsträger. Es ist teilweise so, dass es an Grundlegendem fehlt, das man zwangsläufig aus eigener Tasche bezahlt. Das betrifft nicht alle Grundschulen, aber viele.”

        Und Lehrkräfte anderer Schulformen etwa nicht?

        Vielleicht einfach mal mit Lehrkräften anderer Schulen reden, über den Tellerrand schauen, dann stellt man schnell fest, dass die Rahmenbedingungen für alle gleich schlecht sind. Welch Überraschung…

        • Also, wenn ich in die örtlichen weiterführenden Schulen hineinschaue, kann ich nicht viel entdecken, was die Klassenzimmergestaltung betrifft. Vielleicht maximal etwas in der Mittelschule. Das würde mich schon überraschen, wenn Realschule und Gymnasiallehrkräfte etwas in die Klassenzimmergestaltung investieren, was ich auch nicht unbedingt in dem Maß wie es an der Grundschule geboten ist, von den Sekundarstufen erwarte.
          Je älter die Schüler, desto weniger haptisches Material braucht man doch? Das sagt schon die Entwicklungspsychologie. Oder müssen Sie alle Stufen nach Piaget durchmachen? In der Grundschule braucht man viel mehr an Anschauungsmaterial. Z.B. habe ich für Englisch für alle neuen Wörter die Flashcards und die Handpuppe gekauft, die die Schule nicht zur Verfügung stellt.
          Ich habe in der Hauptschule unterrichtet. Alles, was man außer Kopiervorlagen und kleineres Zusatzmaterial dort brauchte, also Lehrmittel, hatte man zur Verfügung, ansonsten konnte man sich auch einmal in der Theorie helfen.

    • @Mückenfuß:
      Ich habe alles, was ich mir angeschafft habe, auch gebraucht. Also Augen auf beim Kauf!
      Natürlich muss man keine Kreide und keinen Schwamm kaufen. Der Musiksaal ist auch bestückt und die Materialien für Kunst bezahlen die Eltern selbst, das ist ja auch Verbrauchsmaterial, was man umlegen kann.
      Um das geht es doch gar nicht! Es geht um alles, was man als Differenzierungsmaterial im Klassenzimmer anbietet und z.B. um diverses Anschauungsmaterial, Organisationshelfer wie Karteikästen, Ablagen, Regale, Lernspiele, laminierte Spiele und Karten usw. In meinem Klassenzimmer stehen drei Regale und ein weiteres Regalsystem, die mir der Schulträger nicht finanziert, Sanduhren, Timer, Magnetsymbole für die Tafel, bestimmte Lernspiele, Würfelkoffer usw., Trennwände, von mir gekaufte Bücher für die Leseeecke, einige Dinge vom Verlag timetex. Ich könnte die Liste noch ziemlich erweitern, nur dass Sie einmal eine Vorstellung haben, in welcher Richtung die privaten Ausgaben in der Grundschule gehen. Zusätzliche Kopiervorlagen kaufen wohl alle Lehrer (also verschiedene Schularten).

  3. Der Grundschulverband ist nicht die stellvertretende Interessensvertretung der Grundschullehrer, obwohl er sich in den Kultusministerien als eine derartige Institution anbietet.
    Es ist ein eingetragener privater Lobbyverein, der vorwiegend die Interessen reformschulisch orientierter Lehrer und Professoren vertritt und einnimmt , und der sich in seiner Methodik an Selbstalphabetisierungsmethoden mit Anlauttabellen und Schreiben wie Hören orientiert.
    Es wird in den propagierten Methoden wenig Bezug auf die Forschungsergebnisse der wissenschaftlich arbeitenden Grundlagenfächer der Psychologie und der medizinischen Hirnforschung genommen.
    Deren Erkenntnisse werden ignoriert ausgeblendet, abgewertet, ein wissenschaftliches Arbeiten durch kleinere Feldübungen oder Umsetzung der Methodik als generalisierter Ernstfall für alle über die Kultusministerkonferenz implementiert.

    • Es muss alles auf den Prüfstand wissenschaftlicher Erkenntnis, was sich dort in der Grundschulpädagogik in Unkenntnis wissenschaftlicher Ergebnisse psychologischer und neuromedizinischer Forschung durchsetzen konnte und diese unsäglichen Leistungsabfälle im Lese- und Schrifterwerb mit bewirkte, sich verstärkend auf diese auswirkte und als vorherrschende Methodik sich durchsetzen konnte.

  4. Es ist das überfordernde und selbst organisierte Alphabetisieren in Anlehnung an die Methodik des 16.Jahrhunderts der Schüler aus den Grundschulen zu verbannen.
    Noch immer werden diese bebilderten Anlaut-Tabellen im Bereich des Anfangsunterrichts der ersten beiden Grundschuljahre in NRW und anderswo als Mittel des selbstständigen Schrifterwerbs flächendeckend als ein Mittel eingesetzt.
    Das durften wir Eltern auch wieder im neuen ersten Grundschuljahr erfahren und erleben.
    Und entsprechend sind die Lehrmaterialien auch strukturiert und konzipiert.
    Dabei werden die Bilder beim selbstständigen Erlernen der Phonem/Graphem- Lautbeziehung immer gleich mitgelernt und synaptisch intrazerebral verschaltet und durch Wiederholungen verfestigt, was daran sichtbar wird, dass diese Kinder den Buchstaben B/b mit einem Ball und das A/a mit einem Affen etc. assoziieren.
    Und somit werden diese Bilder beim Lesen intrazerebral immer wieder aktiviert, bzw. diese müssen vom Gehirn beim Lesevorgang später wieder beim Erlesen unterdrückt werden.
    Auch erfolgt eine Überbetonung der Langvokale bei den Risikokindern.
    Kinder mit auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen können die Kurzvokale erst gar nicht heraushören, geschweige denn den Unterschied zwischen den Lautbeziehungen von m/n, p/b, d/t, g/k, und z/s heraushören, beziehungsweise diese Verbindungen zwischen Laut und Schrift sich selbstständig erarbeiten.
    Sie sind also ständig in einer Situation der Überforderung befindlich und dieser Pädagogik ausgeliefert.
    Eine ähnliche Situation bietet sich Kindern mit einem fremdsprachigen Migrationshintergrund, sowie Kindern mit einer dialektgefärbten Sprache, denen es unmöglich ist, sich die Schrift und das Lesen in dieser Weise mit bebilderten Anlaut-Tabellen selbstständig zu erschließen.
    Da hängt es dann sehr stark vom Elternhaus und der sozialen Herkunft ab, ob man als Kind die Chance erhält, das Lesen und Schreiben in einer automatisierten Form zu erlernen, um die Grundlagen für ein später zu beförderndes selbstständiges und erforschendes Lernen sich sukzessive aneignen zu können und dieses auf dem Boden einer Automatisierung umzusetzen.
    Ohne den Erwerb dieser Grundlagen rückt das Ziel des selbstständig denkenden und schreibenden Staatsbürgers in weite Ferne.
    Seit 2000 ging es mit der flächendeckenden Einführung der Methoden des Spracherfahrungsansatzes mit den Lese- und Schreibleistungen der Schüler steil ab.
    Vorgeschoben als Grund wird immer wieder eine viel beschworene Zunahme der Heterogenität der Schülerschaft, die von den Protagonisten dieser Methoden auch noch befördert und herbeigewünscht wird. Lernen in möglichst heterogenen Kleingruppen nach den Methoden des völkisch-nationalen Rassisten Peter Petersen werden als Methode und Idee vom selbst organisierten Lernen in Kleingruppen propagiert, und diese sollen demnächst direkt als Versuch ohne eine Gegenkontrolle praktiziert werden.
    Es geht also weiter mit dem Experimentieren an Schülern ohne eine wissenschaftliche Grundlage.

  5. Steinmeier sagt: “Auch hundert Jahre nach der Gründung der Grundschule gehe es in Deutschland «noch immer darum, mehr Chancengerechtigkeit zu verwirklichen».”
    Es wird auch in tausend Jahren noch um diese Frage gehen, wenn “Chancengerechtigkeit” illusorisch und ideologisch verstanden wird.
    In der Lebenswirklichkeit ist allein schon die Wahrnehmung und Ausnutzung gebotener Chancen höchst unterschiedlich. Wenn einer mehr aus Chancen machen kann oder will als der andere, hat es beim anderen dann an Chancengerechtigkeit gefehlt?

  6. An den Beiträgen der Kommentatoren sieht man, warum die Grundschule nach 100 Jahren einen so bedeutenden Fürsprecher wie Herrn Steinmeier benötigt:
    Die Grundschule richtet sich an alle SuS aus allen Gesellschaftsschichten, aus allen Familien, mit allen Begabungen, aber auch Beeinträchtigungen. Diese nicht zu unterstützen, bedeutet auch, die Demokratie zu gefährden.

    Wenn schon Sekundarstufenlehrkäfte und Ärzte diese Arbeit nicht wahrnehmen noch wahrhaben wollen, wie soll dies dann dem Rest der Gesellschaft gelingen?

    • “Die Grundschule richtet sich an alle SuS aus allen Gesellschaftsschichten …”
      Im Prinzip gilt das, aber immerhin gibt es auch private Grundschulen. Und die stören natürlich doch das traute Bild. Da gibt’s versteckte Segregation, z.B. durch konfessionelle Privatschulen und natürlich durch die (bildungsorientierten oder auch bildungsfernen) Wohnbezirke. An Grundschulen mit über 90 % Migrantenanteil dachte man vor 100 Jahren sicher nicht.
      Aber das bedeutet natürlich keineswegs, dass es der Grundschule möglich ist, eine Art von Ausgleich zu erzeugen hinsichtlich der Defizite (die es ja nun mal schon bei der Einschulung gibt) an dem, was heute “Kompetenzen” heißt. Bemerkenswert dazu ist der folgende Satz aus der Berlin-Studie von Bildungsforschern (da geht es eigentlich um die Wirkung der vorherigen Einführung des zweigliedrigen Schulsystems nach einer 6-jährigen Grundschule):
      “An der Situation der 15-Jährigen mit besonders schlechten Leistungen in Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften und Englisch (auch “Risikoschüler” genannt) hat sich bisher ebenfalls wenig geändert. Die Gruppe setzte sich weiterhin vorwiegend aus Jugendlichen aus zugewanderten, bildungsfernen und sozial schwachen Familien zusammen. Der erhebliche Leistungsrückstand dieser SuS ist zum großen Teil das Ergebnis einer bereits in der Grundschule (!) kritischen (!) Schulkarriere.”
      Wer’s nicht glaubt: Das steht auf Seite 8 der 10-seitigen Zusammenfassung von 2017, anzuklicken über:
      https://www.dipf.de/de/forschung/aktuelle-projekte/berlin-studie
      Daraus schließe ich, dass auch das (noch) längere gemeinsame Lernen daran kaum etwas ändern würde, weil das Problem ja “zum großen Teil” schon in der Grundschule (in Berlin 6-jährig) entsteht und nicht aus dem Übergang auf die weiterführenden Schulen resultiert. Aber hatte man die “Risikoschüler” nicht doch gelegentlich der Hauptschule angelastet und gemeint, mit deren Abschaffung würde sich dieser Punkt bessern? Die Berlin-Studie hat das nicht bestätigt.

      • “Daraus schließe ich, dass auch das (noch) längere gemeinsame Lernen daran kaum etwas ändern würde, weil das Problem ja “zum großen Teil” schon in der Grundschule (in Berlin 6-jährig) entsteht und nicht aus dem Übergang auf die weiterführenden Schulen resultiert. Aber hatte man die “Risikoschüler” nicht doch gelegentlich der Hauptschule angelastet und gemeint, mit deren Abschaffung würde sich dieser Punkt bessern? Die Berlin-Studie hat das nicht bestätigt.”
        Sie verschweigen allerdings, dass es nach der Umstrukturierung nach wie vor Schulen gibt, “die gehäuft von Schülerinnen und Schüler mit ungünstigen Lernvoraussetzungen und weniger lernförderlichen Hintergrundmerkmalen besucht werden. Dabei handelt es sich oft um besonders schwach nachgefragte Schulen ohne eigene gymnasiale Oberstufe. An diesen Schulen besteht die Gefahr, dass kritische Lern- und Entwicklungsmilieus entstehen.” (Zusammenfassung Berlin-Studie, S. 8).
        Durch die weiterhin bestehende soziale Entmischung hat sich gegenüber den Hauptschulen nicht viel geändert.

        Entgegen Ihrer Schlussfolgerung, dass “(noch) längeres gemeinsames Lernen daran kaum etwas ändern würde” kommt die Berlin-Studie u.a. zu folgendem Fazit (S. 9) :
        “Die vorliegenden Befunde der BERLIN-Studie machen deutlich, dass mit der Neuordnung des nichtgymnasialen Schulbestands zwar bereits erste Teilerfolge erzielt werden konnten, eine erfolgreiche Schulstrukturreform jedoch noch keinen verbesserten – fördernden und fordernden – Unterricht und ebenso wenig die optimale Gestaltung und Nutzung des Ganztagsbetriebs garantiert. Sie schafft aber strukturell günstige Voraussetzungen, um den Reformprozess fortzusetzen, der auf die Optimierung der pädagogischen Arbeit und einen Chancenausgleich zielt.”

        Antwort

        • Jaja, das “Fazit” macht bei solchen Auftragsstudien immer den Eindruck, als sei es schon vorher geschrieben und mit dem Auftraggeber abgestimmt worden. Da wird jede staatliche Maßnahme gelobt, auch Ganztagsschulen, und die Phrasen, die gerade in der Politik en vogue sind, dürfen nicht fehlen. Man dokumentiert brav einen gewissen Glauben daran und das Prinzip Hoffnung. Aber im detaillierten Bericht heißt es regelmäßig, dass empirisch nichts festgestellt werden konnte. Bei der Berlin-Studie blieb alles “stabil”, teilweise gab es auch Verschlechterungen (die Gymnasiasten waren plötzlich schlechter) und in keinem Teilbereich signifikante Verbesserungen. Schauen Sie selbst!
          Die Schuladministration zitiert dann natürlich immer nur aus dem “Fazit”, das macht sich gut.
          Herr Möller: Und wo bleiben eigentlich mal nachgewiesene positive Effekte des längeren gemeinsamen Lernens in Gestalt der 6-jährigen Grundschule in Berlin ? Bei VerA 3 sind die Ergebnisse in Berlin immer katastrophal.

      • Viele SuS, die auch in der weiterführenden Schule Probleme haben, zeigen diese schon in der Grundschule, gerade weil die Voraussetungen und die häusliche Unterstützung fehlen, Sprachförderung vor der Einschulung gestrichen wird (z.B. Niedersachsen), innerhalb der Schule nur klassenintern Förderung möglich ist, da keine zusätzlichen Stunden zur Verfügung stehen oder durch den aktuen Lehrkräftemangel sofort gestrichen werden – sie zählen nur bedingt ins Soll, Hausaufgabenbetreuung in Halbtagesschulen nicht vorgesehen ist etc.

        Privatschulen, das Aufheben von Einzugsbezirken oder das Umgehen solcher verändert das gemeinsamem Lernen in der Grundschule und verschärft die Probleme an bestimmten Schulen und damit auch die Effekte der Segregation.

        Wenn man die Grundschule nicht stärkt und dort keine besseren Bedingungen schafft, wird sich dies in den nächsten Jahren noch erheblich verschärfen und damit auch Auswirkungen auf die nachfolgenden Schuljahre sowie die Gesellschaft selbst haben.

  7. Herr Steinmeier hat sich leider an einen eingeschriebenen Verein für Lobbyisten reformpädagogisch orientierter Grundschullehrer und ihrer ständig neue Ideen kreierenden Professoren gewandt, denen es willentlich an der Bereitschaft mangelt, sich erarbeitetes Wissen der Grundlagenfächer der Psychologie und der medizinischen Hirnforschung anzueignen.
    Statt dessen werden immer neue Lernmethoden kreiert, die ohne eine kontrollierte Gegengruppe im kleinen Feldversuch zur Realität für neue Schülergenerationen werden.
    Wissenschaftlich fundierte und in der Praxis erfolgreich angewandte Methoden, wie das IntraActPlus-Konzept, werden aus ideologischen Gründen schlecht geredet und ohne eine wissenschaftliche Begründung abgelehnt, weil die eigenen Ideen durch diese erfolgreichen Methoden ins Hintertreffen geraten.
    Chancengleichheit erreicht man nicht , indem man möglichst heterogene Gruppen von Schülern irgendwelchen Feldstudien im Experiment aussetzt. Es fehlen Studien und die ethische Grundlage, die eine derartige Vorgehenseise rechtfertigen. Eigeninitiatives Lernen ist eine schöne Idee. Selbsterforschendes Lernen erfordert aber zumindest, dass die Grundkenntnisse im automatisierten Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt wurden. Diese Grundkenntnisse durch die Schüler sich selbst aneignen zu lassen, bedeutet für einen nicht unerheblichen Anteil der Schüler eine ständige Überforderung.

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