GEW fordert “Mehr Geld für Bildung” – und überreicht Unterschriften dafür

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SCHWERIN: Der Schweriner Landtag will in dieser Woche den Doppelhaushalt 2020/21 verabschieden. Kurz vorher schlägt die Lehrergewerkschaft GEW in Mecklenburg-Vorpommern noch einmal Alarm.

Soll einen größeren Etat bekommen – meint die GEW: Bettina Martin, Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Regierungsportal M-V / Ute Grabowsky

«Mehr Geld für Bildung» fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Mecklenburg-Vorpommern – und mehr als 8000 Unterschriften hat sie dafür gesammelt. Diese übergaben die Landesvorsitzenden, Annett Lindner und Maik Walm, am Dienstag an Landtagspräsidentin Birgit Hesse. Hintergrund ist die geplante Verabschiedung des Doppelhaushalts 2020/21 in dieser Woche im Landtag.

Eine der zentralen Forderungen der Gewerkschaft in der Petition «Respekt» ist die Verbesserung der Situation in der Lehrerschaft. Von den rund 11.000 Lehrern seien 66 Prozent älter als 50 Jahre, bis 2030 werden 8700 Lehrer in Ruhestand gehen. Es ist völlig unklar, wie viele von ihnen durch neues Personal ersetzt werden können.

Bis zu 85 Prozent der Lehramtsstudenten scheitern

Gleichzeitig sei die Lage bei der Lehrerausbildung problematisch. Je nach Lehramt erreichen zwischen 30 und 85 Prozent der Lehramtsstudenten in Mecklenburg-Vorpommern nicht das erste Staatsexamen. 25 Prozent der ausgeschriebenen Referendariatsplätze könnten nicht besetzt werden.

Bei der «starken bundesweiten Konkurrenz» müssten Schulen als Arbeitsplatz deutlich attraktiver werden, damit möglichst viele Lehrkräfte mit Berufserfahrung blieben und neue kämen, erklärte Walm. «Dafür brauchen wir möglichst schnell mehr Geld für die Bildung und wir brauchen einen verbindlichen Vertrag über die Maßnahmen der Zukunft!»

Geld für die Schulen aus einer “demografischen Rendite”

Durch die Einstellung – zunächst schlechter bezahlter – jüngerer Lehrkräfte und Seiteneinsteiger werde das Land in den kommenden Jahren finanzielle Mittel einsparen, die in der Regel an das Finanzministerium zurückgingen, erklärte Walm. «Die GEW M-V will erreichen, dass das Land dieses Geld im Bildungshaushalt belässt und mit dieser demografischen Rendite die Schulen finanziell besser ausstattet.»

Unterstützung erhält die GEW von der Linksfraktion. «Die Schulen waren in den zurückliegenden Jahren die Sparschweine des Landes», erklärte Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg. «Mehr als eine halbe Milliarde Euro hat die Landesregierung zusammengerafft, ohne den Schülern und Lehrkräften jemals etwas zurückzugeben.» SPD und CDU hätten so die Bildung an die Wand gefahren. Die Linke hatte vor kurzem in MV die Volksinitiative «Bildungsaufstand» gestartet. dpa

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