Guter oder böser Datenberg? – Antworten zu „Big Data“ im Onlinekurs

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POTSDAM. Die Verarbeitung riesiger Datenmengen erzeugt bei vielen Menschen gemischte Gefühle. Wo genau Chancen und Risiken gesehen werden, zeigt eine aktuelle Umfrage unter mehr als 14.300 Teilnehmenden an einem Onlinekurs zu Daten-Wissenschaften und künstlicher Intelligenz. Der sechswöchige Gratis-Kurs des Hasso-Plattner-Instituts auf dessen IT-Lernplattform openHPI ging jetzt zu Ende, steht Interessierten jedoch weiterhin im Archiv zur Verfügung.

Künstliche Intelligenz, Data Science, Data Engineering, Big Data: Diese teils Unsicherheit verbreitenden Wörter will der Online-Kurs des Hasso-Plattner-Instituts, mit Inhalten füllen. Bild: Hasso-Plattner-Institut.

Die zahlreichen Antworten zeigen deutlich, dass Big Data beispielsweise im Zusammenhang mit dem Begriff „Medizin“ stark mit Chancen, in Bezug auf die „Privatsphäre“ dagegen mehr mit Risiken verbunden werden. Insgesamt ließen sich die Nennungen rund 30 Themenbereichen zuordnen, wie eine interaktive Grafik veranschaulicht.

In seinem Massive Open Online Course (MOOC) zum Thema Data Engineering hatte HPI-Professor Felix Naumann darum gebeten, zu jeweils einer Chance und einem Risiko maximal vier Stichwörter anzugeben. „Vor allem im Hinblick auf medizinische Anwendungen haben sich die Teilnehmenden fast ausschließlich hoffnungsvoll geäußert“, sagt Naumann. Er registrierte über 500 Vorteilsangaben auf diesem Feld von Big Data-Nutzung. Risiken seien hingegen kaum aufgezählt worden. Ein genau umgekehrtes Bild ergab sich beim Aspekt Privatsphäre: Mit mehr als 800 Nennungen überwogen die Befürchtungen. „Kaum jemand fielen hier Chancen ein“, berichtet der Leiter des HPI-Fachgebiets Informationssysteme.

Fast ausgeglichen seien die Sichtweisen bei den gesellschaftlichen Konsequenzen. „Hier gab es mit mehr als 200 Nennungen ähnlich viele Stichwörter, die uns jeweils zu Chancen und Risiken genannt wurden – mit leichtem Überhang bei den Risiken“, so Naumann. Das gesamte Stimmungsbild hat er in der interaktiven Grafik aufbereitet.

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Interaktive Grafik hilft riesigen Wort-Teppich zu erkunden

„Alle Begriffe, welche die Befragten auf unserer Plattform zu Chancen und Risiken eingaben, haben wir zu einem riesigen Wort-Teppich verarbeitet“, berichtet der Informatikprofessor. Wer in die Grafik hineinzoomt, kann sehen, wie die einzelnen Nennungen auf der einen Seite den Hoffnungen und auf der anderen Seite den Befürchtungen zugeordnet sind. Fährt man mit der Maus über einen der Begriffe von A wie Abhängigkeit bis Z wie Zugriffsmöglichkeiten, werden auch alle anderen Begriffe derselben Kategorie hervorgehoben – man erkennt so beispielsweise deren Verteilung in die Bereiche Chancen und Risiken.

Bild: Hasso-Plattner-Institut (https://hpi.de/naumann/sites/openhpi2020/)

Naumanns Onlinekurs gehörte mit mehr als 14.300 Teilnehmenden zu den bislang am stärksten nachgefragten auf openHPI. Der Wissenschaftler erläutert darin allgemeinverständlich, welche Technologien hinter den in der Öffentlichkeit viel diskutierten Begriffen wie Big Data, Data Science, Data Engineering, Cloud Computing, Data und Text Mining, Machine Learning und Künstliche Intelligenz (KI) stehen. Am 18. Februar registrierte das Institut die 700.000. Einschreibung auf seiner seit September 2012 existierenden Lernplattform.

Der Kurs“Data Engineering und Data Science – Klarheit in den Schlagwort-Dschungel“ ist auch nach seinem Abschluss noch unter https://open.hpi.de/courses/data-engineering2020 im Archiv verfügbar. 

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering (https://hpi.de). Mit dem Bachelorstudiengang „IT-Systems Engineering“ bietet die gemeinsame Digital-Engineering-Fakultät des HPI und der Universität Potsdam ein deutschlandweit einmaliges und besonders praxisnahes ingenieurwissenschaftliches Informatikstudium an, das von derzeit rund 650 Studierenden genutzt wird. In den vier Masterstudiengängen „IT-Systems Engineering“, „Digital Health“, „Data Engineering“ und „Cybersecurity“ können darauf aufbauend eigene Forschungsschwerpunkte gesetzt werden. Bei den CHE-Hochschulrankings belegt das HPI stets Spitzenplätze. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Derzeit sind am HPI 20 Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen IT-Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche.

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