Sollen jetzt Kinder aufgestachelt werden? AfD-Fraktion hetzt mit Malbuch gegen Migranten

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KREFELD. Bei einer Veranstaltung der AfD-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen in Krefeld sollen fremdenfeindliche „Malbücher“ verteilt worden sein. Der Staatsschutz ermittele deshalb wegen Volksverhetzung, sagte eine Polizeisprecherin in Krefeld auf Anfrage. Die Staatsanwaltschaft werde die Angelegenheit ebenfalls prüfen.

Die AfD riichtet sich offenbar nun auch an Kinder. Foto: Shutterstock

Das Heft trägt den Namen „Nordrhein-Westfalen zum Ausmalen“. Darin werden bewaffnete Menschen unter türkischer Flagge gezeigt – anscheinend bei einem Autokorso. Unter dem Banner „Wir baden das aus“ sind in einem Schwimmbad Vollverschleierte und eine Hand mit Messer zu sehen, im Schwimmbecken tummeln sich grinsende Gestalten, die an Karikaturen von Schwarzen aus der Zeit des Kolonialismus erinnern.

SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty nannte das Ausmalbuch „rassistisch“. Über die AfD twitterte er: „Jetzt will sie schon Kinder mit ihrer menschenverachtenden Ideologie aufstacheln. Dieses Buch gehört in die braune Tonne.“

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Die AfD-Landtagsfraktion wertete die Kritik dagegen als „Angriff auf die Kunst- und Satirefreiheit“. Es handele sich um einen „Kunstband mit satirischen Skizzen zur Lage des Landes“. Er sei „angelehnt an ein Malbuch für Erwachsene“. AfD-Fraktionschef Markus Wagner wird mit den Worten zitiert: „Da haben wir wieder einen Treffer gelandet. Kunst muss nicht nur von links kommen.“

Es handele sich bei den Figuren in der Schwimmbad-Zeichnung nicht um Schwarze mit Knochen im Haar, so die AfD, sondern um „Badekappen von Mitteleuropäerinnen“. Anderweitige Behauptungen seien „absurd“. In einer Pressemitteilung wird Fraktionschef Wagner weiter zitiert: „Wenn Antifa-Extremisten die Kunstfreiheit angreifen, kann es nur eine Antwort geben: Wir erhöhen die Auflage!“ Der Leiter der Düsseldorfer Mahn- und Gedenkstätte, Bastian Fleermann, sagte der „Bild“: „Das sind sehr fremdenfeindliche Bilder. Sie bedienen rassistische Klischees, sind sehr stigmatisierend.“ dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

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14 KOMMENTARE

  1. Das Malbuch war laut der Partei inhaltlich nicht final abgesprochen, wurde verfrüht veröffentlicht und wurde wieder eingedampft. Natürlich kann das auch wieder eine Aktion gewesen sein, um in die Medien zu kommen. Letzteres hat ja ausgezeichnet funktioniert.

    • In dem Beitrag äußert sich der Faktionschef der AfD lobend über das Machwerk – kein niederer Schranze. Insofern ist die Behauptung, die von der Fraktion herausgegebene Hetzschrift sei „nicht abgesprochen“ gewesen (mit wem denn, wenn nicht mit der Fraktionsspitze?) schlicht gelogen. Die AfD versucht, das Heft jetzt als „Panne“ erscheinen zu lassen. Das war es aber nicht. Das Heft illustriert glasklar die Haltung dieser Rechtsradikalen – in einer Linie mit den antisemitischen Karikaturen im „Stürmer“ der 30-er Jahre.

      Überrascht waren diese Rassisten allenfalls von der Lautstärke des Widerstands aus der breiten Öffentlichkeit. Immer weniger Bürger sind offenbar gewillt, dem Treiben von Rechtsaußen kommentarlos zuzuschauen. Und das ist dringend nötig: Die erst vor wenigen Stunden erfolgten Morde von Hanau zeigen ja, wohin die Reise geht, wenn dem nicht endlich ein Riegel vorgeschoben wird.

    • @ xxx
      Erwartungsgemäß nur Relativierung und Ausreden von Ihnen, keine Distanzierung von diesem ekelhaften rassistischen Machwerk, wie man dies von einem anständigen Demokraten erwarten würde, der zudem noch Kinder in der Schule unterrichtet.

    • Der Flügel und seine völkisch-nationalen Vertreter der AfD sind mit ihrer rassistischen Propaganda und ihrem systematisch in der Öffentlichkeit vorgetragenen Rassismus gegen Menschen mit einem arabischen oder einem afrikanischen Migrationshintergrund die Hauptverantwortlichen für einen sich seit geraumer Zeit entwickelnden Selbstbewusstsein rassistischer Außenseiter diesen Rassenwahn auszuleben.
      Diese Gruppierung ist ebenso verantwortlich für die Radikalisierung rechtsextremer Randgruppen in der Gesellschaft, die sich nicht davor scheuen systematisch Todeslisten über ihre politischen Gegner anzulegen.
      Es ist eine zu einfache Art des Herausredens und Herausflüchtens aus einer eigenen Verantwortung, wenn man den Täter von Hanau nur als einen verrückten Einzeltäter einstuft, der aber über das Internet Kontakt zu anderen Mitdenkern aus dieser Meinungsblase geknüpft haben wird.
      Dort radikalisieren sich Rechtsextremisten weiter, und so bestärken sie sich dort, derartige Verbrechen zu begehen.
      Die Zeichnungen entsprechen dem Gegenbild zu ähnlichen Bildern aus dem Stürmer, dem nationalsozialistischen Propagandaorgan der NSDAP.

  2. Sehr geehrter xxx,

    nachdem Sie in – von uns gelöschten – Posts versucht haben, andere Leser hier zu beleidigen und dann der Bundeskanzlerin die Verantwortung für die Morde von Hanau in die Schuhe zu schieben, reicht es uns mit Ihren Geschmacklosigkeiten und immer wieder vorgebrachten rassistischen Entgleisungen. Viele davon haben wir nur stehen lassen, weil Ihnen dankenswerterweise Leserinnen und Leser stets direkt widersprochen haben. Aber jetzt ist’s genug. Dies ist ein seriöses Forum. Wir haben Sie für weitere Veröffentlichungen auf News4teachers gesperrt.

    Mit freundlichem Gruß
    Die Redaktion

    PS. Ihre Schülerinnen und Schüler, vor allem die mit Migrationshintergrund, tun uns wirklich leid.

    • Vielen Dank dafür. Ich wünsche mir, dass Sie in Zukunft viel eher von ihrem Hausrecht Gebrauch machen, und hetzerische und/oder beleidigende Kommentare aus und in egal jede/r Richtung löschen und ggf. die Kommentierenden bannen.

  3. Die Zeichnungen bedienen niedrigster Instinkte und schürt rassistische Vorurteile gegenüber Türken, Arabern und dunkelhäutigen Menschen.
    Da werden Schwarze mit großen Ohrlöchern und Knochen in den Haaren, die sie als Haarspangen tragen, dargestellt, die weiße Frauen im Schwimmbad begrabschen, die vom Sprungbock aus ins Wasser urinieren oder mit Messern hantieren.
    Darüber steht in einem Schriftzug geschrieben: „Wir baden es aus.“
    Auf einem weiteren Ausmalbild fahren offensichtlich Türken mit altorientalischen Hüten mit Zipfel im Autokorso im Kreis, während sie mit Handfeuerwaffen in die Luft schießen.
    Die Rechtfertigungsversuche vom NRW-Fraktionsvortsitzenden der AfD sind an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten, und sie lassen erahnen, welchen abgrundtiefen Hass diese Menschen beleben und beständig weiter pflegen.

      • Ich sehe in den Zeichnungen die selben rassistischen Denkweisen, wie diese im nationalsozialistischen „Stürmer“ ihren Weg in die Öffentlichkeit fanden, nur dass diesmal eine Partei mit ihren rassistischen Ausmalbildern versucht, Einfluss auf Schulkinder zu nehmen.

      • Es ist zu befürchten, dass derart rassistisch publizierte Kinderbücher verharmlost werden, wenn Ausgangsmotive wie Hass nur eine von vielen „blöden Ideen“ zu sein scheint.

        • Nur merken leider viele nicht, dass sie selbst Hass und Hetze betreiben, wenn sie gegen diese Übel wettern.
          Sich gegen Hass und Hetze auszusprechen und dabei mit dem Finger auf andere zu zeigen, kommt mir so langsam wie ein lustvoller Wettstreit aller politischen Lager vor.

          • Der völkisch-nationale Faschismus eines Herrn Höcke und seines rechten Flügels richtet sich gegen die integralen Bestandteile unserer Demokratie, die ihre Niederschrift im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland findet.
            Er richtet sich in seinem abgrundtiefen Hass gegen die Würde des Einzelnen, wobei diese schon durch die rassistischen Entgleisungen gegen Menschen einer dunklen Hautfarbe schwer beschädigt wird.
            Er beschreibt in seinem Buch eine Remigration der zugewanderten Bevölkerung, auch der in der zweiten und dritten Generation, die er als Hauptproblem ansieht.
            Hinzu kommt, dass er bei einer Machtübernahme mit „wohltemperierten Grausamkeiten“ gegen Oppositionelle vorgehen will, um „den Saustall“ Bundesrepublik auszumisten, was dazu führen wird, „dass wir leider ein paar Volksteile verlieren werden, die nicht Willens sind“ mitzumachen, wenn der „Zuchtmeister“ mit „eisernem Besen den „Aderlass“ vollziehen wird.
            Aus Worten werden Taten !
            Wir haben diesen Herrn verstanden, der mit der ihm eigenen Sprache die Republik überzieht, die getränkt ist von abgrundtiefen Hass auf das parlamentarische System und seine in freien und geheimen Wahlen bestätigten demokratischen Volksvertreter und die demokratischen Altparteien, denen er eine „Umvolkung“ der angestammten Bevölkerung durch Austausch dieser gegen arabische und afrikanische Menschen vorwirft.

            Einem derartigen Mann reicht man nicht die Hand.
            Die Folgen seiner Sprache sind die Anschläge von Halle gegen eine Synagoge und zwei Tote in Cafés, sowie in Kassel auf den Regierungspräsidenten Walter Lübke, die 10 Morde von Fulda , sowie unzählige andere Aufmärsche und Straftaten gewaltbereiter Rechtsextremisten.
            Dieser Mann und seine Anhängerschaft haben dem Hass wieder eine Stimme verliehen, die sich nachhaltig in unser aller Gedächtnis gebrannt hat und ihn zum Unberührbaren werden lässt, der sich selbst gegen diese freiheitliche Grundordnung und deren Parlamente stellt, die er abfällig als Ochlokratie abwertend bezeichnet.
            Diese Gruppierung ist zu verstehen als eine Verbindung von Menschen, die sich freiwillig in seinen Dienst stellen, um seine Allmacht zu erreichen.

      • Das Ausmalbuch schlicht als eine blöde Idee abzutun, erscheint mir in der Reflektion auf die betrachteten Kritzeleien mit der stark vereinfachten rassistischen Darstellung von Türken, die im Autokorso im Kreisverkehr fahrend mit abgefeuerten Handfeuerwaffen dargestellt werden, sowie den Schwarzen mit überdehnten Ohrlöchern und Knochen als Haarspangen in der Lockenfrisur dargestellt, wobei einer vom Sprungblock ins Schwimmbecken pinkeln dargestellt wird, eindeutig rassistisch motiviert und menschenverachtend hinterlegt.
        Und so drängt sich einem der Vergleich zu den im völkisch-nationalsozialistischen „Stürmer“ eben dargestellten Volksgruppen geradezu auf.
        Diese Zeichnungen dann auch noch als Kunst darzustellen, erscheint mir als blanker Zynismus und menschenverachtende Heuchelei, um derartig rassistischen Zeichnungen eine rhetorische Rechtfertigungsgrundlage zu bieten.
        Auch der Fraktionsvorsitzende der AfD im NRW-Landtag hat sich auch in seiner Wortwahl deutlich vergriffen.

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