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Schulen öffnen? GEW sieht Gesundheit von Schülern und Lehrern aus Risikogruppen bedroht

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MÜNCHEN. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern fordert, jetzt an den Gesundheitsschutz für Lehrer und Schüler zu denken, wenn die Schulen wieder öffnen sollten. „Besonderes Augenmerk muss hier auf die vom Robert Koch-Institut definierten Risikogruppen gelegt werden und auf Kolleg*innen, die Angehörige der Risikogruppe im eigenen Haushalt haben“, so heißt es in einer Pressemitteilung. Die GEW-Zentrale richtet den Fokus in einer weiteren Erklärung auf eine besondere Klientel: Lehrer und Schüler an Förderschulen für Mehrfachbehinderte. 

Müssen Lehrerinnen und Lehrer bald mit Mundschutz unterrichten? Foto: Shutterstock

„Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an“, so heißt es beim Robert-Koch-Institut (RKI) zur Frage, wer einer Corona-Risikogruppe angehört, wer also bei einer Infektion mit einem schweren Krankheitsverlauf rechnen muss. „Auch verschiedene Grunderkrankungen wie z. B. Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber und der Niere sowie Krebserkrankungen scheinen unabhängig vom Alter das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu erhöhen.“

GEW fordert Homeoffice-Regelungen für Lehrer

Für die GEW ist es „mehr als fraglich“, ob ein schulischer Einsatz von Angehörigen einer Risikogruppen oder von Menschen, die mit Angehörigen einer Risikogruppe zusammenleben, „bis zum deutlichen Abflachen der Pandemie überhaupt möglich ist“. Homeoffice-Regelungen seien deshalb geboten, auch mittelfristig. Um die Auswirkungen auf den Unterrichtsalltag auf den Unterrichtsalltag einzuschätzen, fordert die GEW Bayern das Kultusministerium im Freistaat auf, möglichst bald Zahlen der Betroffenen zu erheben. Bei Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebes müssten die üblichen Hygieneregeln, wie sie in den Schulen vor Corona oft vernachlässigt würden, unbedingt eingehalten werden.

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Die stellvertretende Vorsitzende der GEW Bayern, Martina Borgendale, sagt dazu: „In Zeiten von Corona ist es nicht mehr nur nachlässig und höchst unangenehm, wenn in den Klassenzimmern, Lehrer- und Schülertoiletten keine Seife und keine Einmalhandtücher zur Verfügung stehen, sondern sogar potenziell lebensgefährlich. Wenn nicht für die Schüler*innen selbst, dann vielleicht für ihre Angehörigen“.

Die GEW weist ebenfalls darauf hin, dass verstärkt damit zu rechnen ist, dass Familien ihre Kinder aus Angst um deren Gesundheit oder der von anderen im Haushalt lebenden Personen nicht zur Schule schicken werden. Bereits jetzt müsse überlegt werden, wie mit dieser Situation umgegangen wird und ob die Schulpflicht hier noch durchgesetzt werden kann und soll.

Bundesweit hat die GEW Gesundheitsämter sowie Schulträger und -behörden aufgefordert, Förderschulen während der Corona-Pandemie mit speziellen Schutzkonzepten und zusätzlicher Beratung zu unterstützen. Zudem müssten endlich die notwendigen Mittel für erhöhte Hygieneanforderungen und den Infektionsschutz bereitgestellt werden.  „Bisher hat die Politik die Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen weitgehend sich selbst überlassen. Dabei müssen wir gerade jetzt Kinder und Jugendliche mit Behinderungen besonders schützen – ebenso wie die pädagogischen Fachkräfte“, sagt Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied Schule, am Mittwoch in Frankfurt a.M. Sie stellt klar, dass die Sonder- und Förderschulen für Kinder mit Mehrfachbehinderungen nicht geschlossen worden seien.

Pädagogische Fachkräfte mit besonderem Ansteckungsrisiko

„Den Infektions- und Gesundheitsschutz in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen nicht ernst zu nehmen, ist unverantwortlich“, unterstreicht die GEW-Schulexpertin. Die Kinder und Jugendlichen, die diese Schulen besuchen, gehörten zu den Risikogruppen. Sie seien bei einer Ansteckung mit dem Corona-Virus besonders gefährdet, schwere Verläufe zu erleiden. Abstandsregeln seien in der Arbeit mit pflegebedürftigen und auf Zuwendung angewiesenen Kindern und Jugendlichen nicht umzusetzen.

„Die pädagogischen Fachkräfte sind bei ihrer Arbeit einem besonderen Ansteckungsrisiko ausgesetzt und gefährden bei einer Infektion die Kinder und Jugendlichen. Sie brauchen deshalb beispielsweise einen effektiven Gesichtsschutz, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. An allen Förder- und Sonderschulen muss endlich ein wirksames Infektionsschutzkonzept umgesetzt werden“, betont Hoffmann. News4teachers

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Philologen fordern für den Schulstart höheren Gesundheitsschutz für Lehrer

 

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