Schüleraustausch ruht in der Corona-Krise – digitale Kontakte sollen helfen

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MAINZ. Viele geplante Schüler-Austauschprogramme sind der Corona-Krise zum Opfer gefallen. Gleichzeitig betonen Ministerium und Schulen, wie wertvoll solche Begegnungen sind. Die virtuelle Welt kann zumindest helfen, die Pandemie-Phase zu überbrücken.

Schülerkontakte über Ländergrenzen hinweg sind derzeit praktisch nur online möglich. Foto: Shutterstock

Angesichts der Corona-Krise ruhen die Schüleraustausch-Programme an rheinland-pfälzischen Schulen. Das Bildungsministerium in Mainz weiß um die Wichtigkeit solcher Begegnungen und empfiehlt das Nutzen digitaler Technik. Das sehen Schulen grundsätzlich ähnlich, kündigen Gespräche mit ihren internationalen Partnern an und hoffen doch vor allem auf ein baldiges direktes Wiedersehen.

Bis zu den Herbstferien ist der Schüleraustausch ausgesetzt

Konkret heißt es aus dem Ministerium in Mainz, Schülerbegegnungen und -austausche böten wertvolle Erfahrungen, an die sich Schüler häufig noch Jahre später erinnerten. Bis mindestens zu den Herbstferien seien sie wegen der Pandemie aber nicht möglich, weil die geltenden Abstands- und Hygieneregeln bei solchen Veranstaltungen nur schwer umzusetzen seien. So steht es in einem Schreiben an die Schulleiter im Land. Zudem müsse sich der Unterricht im kommenden Schuljahr auf die Kernbereiche konzentrieren. «Grundsätzlich empfehlen wir, in der internationalen Zusammenarbeit von Schulen verstärkt IT-gestützte Verfahren zu nutzen.»

Auch aus dem Hohenstaufen-Gymnasium in Kaiserslautern heißt es beispielsweise, eine Verlagerung von Schülerbegegnungen in die virtuelle Welt sei zweifelsohne denkbar. «Wir werden diese Möglichkeit mit unseren Austauschpartnern besprechen, falls die Corona-Krise persönliche Begegnungen auch längerfristig unmöglich machen sollte.» Zurzeit hoffe man aber noch auf eine möglichst schnelle Überwindung der Pandemie, die es dann auch wieder erlaube, persönlich in Kontakt zu treten.

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Dieses Gymnasium war nach intensiver Suche gerade dabei, Programme mit verschiedenen amerikanischen Schulen zu initiieren, erste Vorbesuche seien schon terminiert gewesen, hätten kurzfristig aber abgesagt werden müssen. «Insofern bedeutet die Corona-Krise hier sicher einen bedauerlichen Rückschlag, und es bleibt uns nichts anderes übrig, als die persönlichen Kontakte zu pflegen und abzuwarten, bis absehbar ist, wie weitere Planungen aussehen könnten.» Etwas leichter dürfte die Wiederaufnahme des Frankreich-Austauschs werden, hier bestünden schon Netzwerke und Strukturen.

Über digitale Kanäle halten die Schüler Kontakt, aber…

Auch am Heinrich-Böll-Gymnasium in Ludwigshafen können sämtliche Austauschprogramme derzeit nicht stattfinden, wie Schulleiter Klaus Hartmann berichtete. Lediglich über Email und andere Kanäle hielten Schüler mit ihren Partnern Kontakt. «Insgesamt setzen die Schulen momentan natürlich andere Prioritäten», berichtete Hartmann. Das gelte für das Böll-Gymnasium genauso wie für die Partnerschulen in Italien und Frankreich.

Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) sagte: «Ich weiß, wie wichtig internationale wie nationale Begegnungen zwischen Schülerinnen und Schülern sind. Da werden Freundschaften über Grenzen hinweg geschlossen, Fremdsprachen geübt und wertvolle Erfahrungen gesammelt, die die Jugendlichen enorm in ihrer Entwicklung bereichern.» Die Digitalisierung biete die Möglichkeit, trotz der aktuellen Einschränkungen in den Austausch zu kommen. Als ein Beispiel nannte sie eTwinning, ein europäisches Projekt, das Schülern und Lehrern in Europa eine Austauschplattform bietet. dpa

Hier gibt es weitere Informationen über eTwinning.

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