Jugendliche: Rauchen und Saufen sind out – Kiffen auf dem Vormarsch

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KÖLN. Tabak und Alkohol gelten heute vielen Jugendlichen als die Drogen der Alten – und auch die Zahlen der aktuellen Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bestätigen den Trend. Immer weniger 12- bis 25-jährige Jugendliche in Deutschland rauchen demnach oder trinken Alkohol. Beim Cannabiskonsum dagegen zeigten sich erneut leichte Anstiege. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat die neusten Trends im Rauchverhalten, Alkohol- und Cannabiskonsum von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland vorgestellt.

Immer mehr Jugendliche machen Erfahrungen mit Marihuana. Foto: Shuttrestock

Seit 1973 befragt die BZgA regelmäßig Jugendliche nach ihrem Suchtmittelkonsum. Gemeinsam mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Daniela Ludwig hat die BZgA nun in Berlin die aktuellen Ergebnisse: „Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2019“ präsentiert. Für die Studie wurden 7.000 Personen im Alter von 12 bis 25 Jahren im Zeitraum von April bis Juni 2019 befragt.

Rauchverhalten

Als „mehr als erfreulich“ bezeichnet Ludwig die Zahlen beim Rauchen. Den Studienergebnissen zufolge liegt die Raucherquote bei 12- bis 25-Jährigen auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Studiendurchführung in den 1970er-Jahren. 85,1 Prozent der Jugendlichen geben an, in ihrem Leben noch nie geraucht zu haben. Die Nieraucherquote bei 18- bis 25-Jährigen ist mit 45,9 Prozent auf dem höchsten Stand seit Start der Befragung 1973.

Eine „positive Entwicklung“ konstatiert auch BZgA-Leiterin Haidrun Thaiss. Genau beobachten müsse man aber die Entwicklung des Konsums von E-Produkten und Wasserpfeife, auch wenn aktuell keine weiteren Konsumanstiege zu verzeichnen seien.

Alkoholkonsum

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Noch nie in ihrem Leben Alkohol getrunken haben 36,9 Prozent der 12- bis 17-jährigen. Mindestens einmal in der Woche Alkohol trinken 9,5 Prozent der befragten 12- bis 17-Jährigen und 32,9 Prozent der 18- bis 25-Jährigen. Im Jahr 2004 lagen die Zahlen bei den 12- bis 17-Jährigen noch bei 21,2 Prozent und bei den 18- bis 25-Jährigen bei 43,6 Prozent.

Rauschtrinken ist trotz langfristig rückläufiger Entwicklungen nach wie vor im Jugendalter weit verbreitet. Männliche Jugendliche und junge Erwachsene trinken sich häufiger in einen Rausch als weibliche. 16,4 Prozent der männlichen und 10,7 Prozent der weiblichen 12- bis 17-Jährigen geben an, dass sie sich in den letzten 30 Tagen mindestens einmal in einen Rausch getrunken haben. Dies geben bei den 18- bis 25-Jährigen 43,9 Prozent der Männer und 24,5 Prozent der Frauen an.

Konsum illegaler Substanzen

Der Anteil er Jugendlichen, die schon einmal Cannabis ausprobiert haben ist in den letzten Jahren gestiegen: 10,4 Prozent der 12- bis 17-Jährigen und 46,4 Prozent der 18- bis 25-Jährigen haben zumindest einmalige Erfahrungen in dieser Richtung gemacht.

Die Zahl junger Erwachsener, die in ihrem Leben schon einmal andere illegale Suchtmittel konsumiert haben, ist weitaus niedriger: Sie liegt für Ecstasy bei 7,8 Prozent, für Amphetamine bei 6,8 Prozent, für psychoaktive Pflanzen bei 5,4 Prozent und für Kokain bei 4,7 Prozent. Bei der Substanz Crystal Meth geben 0,6 Prozent der 18- bis 25-Jährigen an, diese schon einmal in ihrem Leben konsumiert zu haben.

Den Anstieg des Cannabiskonsums sieht Haidun Thaiss mit Sorge. „Cannabis ist die mit Abstand am meisten konsumierte illegale Substanz“, so die BZgA-Chefin. Dies sei besonders bedenklich, da der Konsum im Jugendalter mit besonderen Risiken für den wachsenden Organismus verbunden sei. Dem pflichtete auch Daniela Ludwig bei: „Die Zahlen beweisen, wie wichtig es ist, die Jugendlichen über die gesundheitlichen Risiken des Cannabiskonsums aufzuklären und ihnen klipp und klar zu machen, dass Kiffen nicht cool ist, sondern gesundheitsschädlich sein kann!“ News4teachers

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