Karliczek räumt ein, dass Präsenzunterricht mit Ansteckungsgefahr verbunden ist – und wirbt für „hybriden Unterricht“. Gegen Gebauer

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DÜSSELDORF. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat eingeräumt, dass Schulen keineswegs „sichere Orte“ sind, wie die Kultusminister der Länder unisono beteuern. „Der volle Präsenzunterricht birgt natürlich eine Gefahr von gegenseitigen Ansteckungen in sich, die auch nach Hause getragen werden können“, sagte Karliczek in einem Interview mit der in Düsseldorf (sic!) erscheinenden „Rheinischen Post“. Pikant: Karliczek wirbt darin für „hybride Unterrichtsformen“, also eine Mischung aus Präsenz- und Fernunterricht – die die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in der vergangenen Woche der Stadt Solingen verbieten ließ.

Zeigt sich optimistisch: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: BMBF / Laurence Chaperon
Sorgt sich um den Schulbetrieb: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: BMBF / Laurence Chaperon

Gebauer pocht seit Monaten darauf, dass „die Schulen sichere Orte“ seien. Erst unlängst betonte sie: „Schulen sind keine Hotspots und es gab auch kein unkontrolliertes Infektionsgeschehen.“ Im Gegenteil, so Gebauer: „Die strengen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen werden eingehalten und wirken.“

„Ältere Schüler kommen besser mit einer Mischung von Präsenz- und Distanzunterricht zurecht“

„Eine Mischung von Präsenz- und Distanzunterricht gerade in den höheren Jahrgängen könnte gemeinsam mit anderen Maßnahmen als ein Sicherheitspuffer wirken, wenn die Infektionszahlen noch stärker steigen“, sagt nun Karliczek. „Ältere Schülerinnen und Schüler kommen auch besser mit einer Mischung von Präsenz- und Distanzunterricht zurecht als jüngere.“ Die Ansteckungsrisiken ließen sich bei „hybriden Unterrichtsformen“ reduzieren. Allerdings sei deren Einführung nicht leicht. „Deswegen unterstützen wir die Schulen beim Digitalunterricht auch so sehr“, meint die Bundesbildungsministerin.

Die Stadt Solingen hatte in der vergangenen Woche bei einem Inzidenzwert von über 200 Neuinfektionen binnen sieben Tagen auf 100.000 Einwohner angekündigt, an weiterführenden Schulen die Klassenstärken zu halbieren und je 50 Prozent der Schüler digital zu unterrichten. Konkret sollte bis Ende November wechselweise die Hälfte einer Klasse im Präsenz-, die andere Hälfte daheim im Distanzunterricht lernen.

Das Vorhaben, dem sich offenbar weitere Städte anschließen wollten, wurde auf Betreiben von NRW-Schulministerin Gebauer gestoppt. Der sogenannte „Solinger Weg“ widerspreche einem gleich gerichteten Vorgehen innerhalb des Landes, aber auch den Vereinbarungen der Länder untereinander, sagte sie. „Er wird den vielfältigen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler nicht gerecht, vor allem nicht unter dem Gesichtspunkt der Bildungsgerechtigkeit.“

Karliczek stellt sich nun offen gegen Gebauer: „Wichtig ist, dass die Schulleitungen genug Freiraum haben, passende Wege für ihre Schule zu finden. Jede Schule ist anders. Sollten die Infektionszahlen, was wir nicht hoffen, weiter steigen, kann ich persönlich hybriden Unterrichtsmodellen gerade in diesem Winter einiges abgewinnen.“ Die Solinger Stadtverwaltung hatte ihr Konzept gemeinsam mit den Leitungen der örtlichen Schulen entwickelt. Ein Schulleiter ließ den getrennten Unterricht an seiner Schule trotz des Verbots aus Düsseldorf auch laufen – einen Tag lang. „Die Abmahnung hänge ich mir im Goldrahmen an die Wand. Und würde dazu auch gerne die Presse einladen und begründen, warum ich das tue“, so erklärte er zu der Aktion.

Karliczek spricht sich für Maskenpflicht im Unterricht auch der Grundschulen aus

Noch in einem anderen Punkt stellt sich Karliczek gegen Gebauers Schulpolitik – und hinter eine Kommune: Die Bundesbildungsministerin spricht sich klar für eine Maskenpflicht auch im Unterricht der Grundschule aus, die in Nordrhein-Westfalen ausdrücklich nicht gilt. „Eine allgemeine Maskenpflicht im Unterricht halte ich in einer Phase hoher Infektionszahlen selbst an Grundschulen ebenfalls für zumutbar, auch wenn das Maskentragen über den Tag natürlich lästig ist“, sagt sie.

Die Stadt Krefeld (Inzidenzwert: über 200) hat angekündigt, eine Maskenpflicht im Unterricht ihrer Grundschulen einführen zu wollen. Bereits 30 Prozent der Grundschulen in der Stadt seien von Corona-Infektionen betroffen, so begründete das die Verwaltung. Auch in diesem Fall wird befürchtet, dass das Schulministerium sein Veto einlegt. News4teachers

Schulen sind sicher? Wie wäre es mal mit der Wahrheit, Kultusminister?

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46 KOMMENTARE

  1. Ganz offensichtlich will man es den WählerInnen recht machen:

    Im Frühjahr wurde ordentlich auf die faulen Lehrkräfte geschimpft, denen es überraschenderweise nicht gelang, von jetzt auf gleich perfekten Distanzunterricht anzubieten und gleichzeitig alle SchülerInnen ohne digitale Ausstattung zu erreichen.
    Die Konsequenz: Die Schulen bleiben auf jeden Fall (das wurde großartig z.B. in NRW angekündigt) geöffnet, im Regelunterricht.

    Jetzt sind die Infektionszahlen massiv angestiegen, die Zahl der Eltern, die sich um ihre Kinder und Familien sorgen, nimmt deutlich zu.
    Die Konsequenz: Jetzt ist Wechselunterricht und Maskenpflicht auf einmal angesagt.
    Völlig uninteressant in dem ganzen Theater: Die Lehrenden und alle anderen an der Schule Tätigen.

    Die Konsequenz in wenigen Jahren: Massiv verstärkter Lehrermangel.
    Das nenn man dann „Schul“politik!

    • „Die Schulen bleiben auf jeden Fall (das wurde großartig z.B. in NRW angekündigt) geöffnet“

      Genau das ist das Hauptproblem in NRW. Das wurde so vollmundig und so deutlich verkündet, dass aus Furcht vor einem Gesichtsverlust auf Kosten der Betroffenen weiter daran festhalten.

      Seltsamerweise scheinen andere vorherige Aussagen keine Rolle zu spielen: Im Sommer hieß es stets bei jeder Lockerung „Wenn es das Infektionsgeschehen zulässt.“ Sinnigerweise hat man das nie definiert, aber Inzidenzen >200 gehören ganz sicher nicht zu „wenn es das Infektionsgeschehen zulässt“.

      • Nur Gesichtsverlust erklärt das nicht. Politiker sind da schmerzfrei. Alle KM haben sich jedoch strikt an die Vorgaben der KMK gehalten. Das ist schon eine auffällige Besonderheit, wo man sich nicht mal auf ein gemeinsames Abitur einigen kann. Ich könnte mir gut vorstellen, dass hier VIEL Geld im Spiel ist, was Abweichler von der vorgegebenen Linie ggf. nicht bekommen würden.

    • Es fällt ja auch auf, dass NRW mit seinem Kurs des bedingungslosen Präsenzunterrichtes die höchsten Infektionszahlen hat.

      We wundert es? NRW hat 2,5 Millionen Schüler! Die fahren größtenteils schon morgens dicht gedrängt zusammen im Bus.
      Die Coronaleugnerdemo am Samstag hatte 20.000 Beteiligte und man geht zu Recht davon aus, dass das sehr viele Ansteckungen bedeutet.

      Was denkt man sich dann bei 2,5 Millionen Schülern, die zwar nicht alle auf einem Haufen sind, aber verteilt auf viele recht große Ansammlungen bei fröhlicher Durchmischung von morgens bis zum Nachmittag?! Anschließend sollen sie dann brav zu Hause bleiben und keine Freund treffen!
      Hat sich mal jemand gefragt, was dieser widerlogische Irrsinn mit den Kindern macht? An was sollen die noch glauben, an die Vernunft der Erwachsenen etwa?

      Ein wirksamer Shutdown hätte mit den Schulen anfangen müssen, wie im März, denn die niedrigen Zahlen im Sommer waren garantiert nicht nur wetterbedingt.

    • Es fällt ja auch auf, dass NRW mit seinem Kurs des bedingungslosen Präsenzunterrichtes die höchsten Infektionszahlen hat.

      Wen wundert es? NRW hat 2,5 Millionen Schüler! Die fahren größtenteils schon morgens dicht gedrängt zusammen im Bus.
      Die Coronaleugnerdemo am Samstag hatte 20.000 Beteiligte und man geht zu Recht davon aus, dass das sehr viele Ansteckungen bedeutet.

      Was denkt man sich dann bei 2,5 Millionen Schülern, die zwar nicht alle auf einem Haufen sind, aber verteilt auf viele recht große Ansammlungen bei fröhlicher Durchmischung von morgens bis zum Nachmittag?! Anschließend sollen sie dann brav zu Hause bleiben und keine Freunde treffen!
      Hat sich mal jemand gefragt, was dieser widerlogische Irrsinn mit den Kindern macht? An was sollen die noch glauben, an die Vernunft der Erwachsenen etwa?

      Ein wirksamer Shutdown hätte mit den Schulen anfangen müssen, wie im März, denn die niedrigen Zahlen im Sommer waren garantiert nicht nur wetterbedingt.

  2. Was für eine riesengroße Verarsche!!! Heute so, morgen so, übermorgen wieder anders. Was interessiert diese Damen und Herren ihr Geschwätz von gestern? Die Wähler sollten es ihnen zurückzahlen!!! Diese Sorte Politiker darf in Zukunft nie mehr etwas zu sagen haben. Die Verantwortlichen aus der NRW Landesregierung sollten am besten Ganzkörpermasken tragen, damit man durch ihren Anblick nicht mehr belästigt wird. Amen

  3. Um Präsenzunterricht anbieten zu können, brauchen die Stundenplaner Lehrerstunden.
    Da ja keine ganzen Klassen mehr sondern nur einzelne SuS in Quarantäne geschickt werden, wird der Lehrermangel an den einzelnen Schulen immer größer, da ja keine Reserven vorhanden sind. Wenn alls Klassen an Bord sind, aber einige Lehrkräfte fehlen, dann läuft das auf „Entfall“ hinaus, es werden also Randstunden wegfallen müssen. Die verlässlichkeit der „Kinderbetreuungg“ ist also noch weniger als beim „Hybridunterricht“ gegeben. Beim Hybridunterricht wissen die Eltern verlässlich, wann der eignen Nachwuchs zur Schule muss. Bei den tagesaktuell gestrickten „Adhoc-Vertretungen“ kommen die Eltern derbe ins Schwimmen. Gleichzeitig bedeutet das Stress für die Unternehmen, die den Schükerverkehr organisieren müssen, da die ständig den Buseinsatz an den tagesaktuellen Unterrichtsenden ausrichten müssen. Was nutzt die Bereitstellung zusätzlicher Transportkapazitäten um 13:15 Uhr, wenn kurzfristig dann und wann die letze oder die letzten beiden Stunden gestrichen werden müssen?

    • Aber genau so läuft es in meiner Schule: 3 Klassen (zur Zeit noch komplett und nur teilweise vom Gesundheitsamt registriert – die kommen nämlich nicht mehr nach) in Quarantäne und dazu fehlen täglich rund 22 Lehrer*innen! Das ist grob 1/4 des Kollegiums.
      Also: Randstunden fallen weg, es gibt teilweise Doppelbetreuungen von Klassen (gleichzeitig 2 Klassen beaufsichtigen (und mehr als das kann man da auch gar nicht machen)) und zusätzliche Vertretungsstunden in Gruppen, die man sonst nicht unterrichtet (zusätzliche Kontakte).
      Das hat weder was mit Bildung, noch mit verlässlicher Betreuung noch mit irgendeinem Konzept was zu tun. Das ist ein Zustand, den man kaum aushalten kann.

      Aber es läuft ja auch nicht überall so. In der Schule meines Kindes gab es bisher keinen einzigen Fall – die haben tatsächlich normalen Unterricht ohne große Ausfälle.

      Welche Maßnahmen auch immer zu treffen sind (und an einigen Schulen muss dringend was geschehen), sie müssen auf die jeweilige Schule individuell angepasst sein. Die Schulen sollten das Recht haben, selbst zu entscheiden, was noch geht und was nicht.
      (Und – ja – das ist nicht fair für alle, aber irgendwie leben wir ja auch in einer total unfairen Pandemie! Und frag dann mal die Restaurant- oder Hotelbesitzer oder die Kulturszene, was fair ist…)

    • Mit dem eine Woche in der Schule eine Woche zuhause finde ich persönlich keine schlechte Idee … klar lernt man anders wenn der Lehrer es vll noch einmal erklärt, aber dennoch wären extra Wege für Lehrer nicht nötig, da man diese ja in der Woche ausgeben könnte wo die Gruppe A oder B in der Schule sind.

    • Nach meiner Kenntnis – und meinen Erfahrungen an der Schule – sind tagesaktuelle ad hoc – Änderungen (aufgrund von Stundenplanänderungen an einer Schule!) im Fahrplan der Busunternehmen und auch sonst im Öffentlichen Nahverkehr völlig ausgeschlossen, schlichtweg undenkbar!

      Ihre Vorstellungen gehen total an der Wirklichkeit vorbei, Sie äußern leider realitätsfremdes Wunschdenken!
      Der Fahrplan bzw. Dienstplan ist festgezurrt. Es fehlt zudem nicht nur an Busfahrern.

  4. Wie läuft es eigentlich so bei ihren eigenen Baustellen, der Lehrer an den Hochschulen und der Bavög-Novelle, Frau K.?

  5. Lobenswerter Umschwung von Frau Karliczec.
    Die geschilderten Probleme von Dickebank sind uninteressant.
    Erst Gesundheitsschutz und dann Probleme lösen und anpassen.
    Es gibt schon längst keinen Regelbetrieb mehr.
    Die Anforderungen müssen den Bedingungen entsprechen.
    Der Anspruch G12 muss für betroffene Schüler sofort beendet werden.
    Der Arbeitsmarkt lässt komplette Regelschulabgänge im nächsten Sommer überhaupt nicht zu.
    Eine Verlängerung der Schulzeit wird für sehr viele Jugendliche besser sein als direkt beim Sozialamt vorstellig werden zu müssen.

    • Sie hängt mal wieder ihr Fähnchen in die Richtung, die das Infektionsgeschehen erahnen lässt! Mehr nicht! Zu sagen, mit Folgen für die Schüler/Lehrer/ Erzieher wird ihre Aussage nicht haben, da die KM entscheiden! Macht halt einen guten Eindruck ohne positive oder negative Folgen für sie zu haben!

    • Nur sind die von mir dargestellten Realitäten, die die Schulverantwortlichen – Schulleitungen – vor Ort lösen müssen, wobei siehe Solingen oder Krefeld die dienstvorgesetzten Stellen die individuellen Lösungen jeweils pauschal zunichte machen.Die bemühungen, so zu tun, als ob sich derzeit ein regelbetrieb aufrecht erhalten lasse, kosten unendlich viel Kraft. Hätte man an Schulen die Möglichkeit diesen unnötigen Verwaltungsaufwand in die Erstellung und Umsetzung tragfähiger Lösungen für einen Hybridunterricht gesteckt, wäre man schon etwas weiter.

      Die derzeitige Idee die Weihnachtsferien in NRW corona-bedingt mindestens eine Woche vor dem 22.12.2020 zu beginnen, ist doch der tatsache geschuldet, dass der derzeitige Regelbetrieb trotz Lüftens zu familiären Super-spreading-events in der Zeit vom 24.12.2020 bis zum 06.01.2021 führen wird.

      DFass der Bund Panik schiebt, ist verständlich. Der Bundestag muss im September neugewählt werden. Da sind die länder mit ihren beratungsresistenten Schulministerien ersteinmal außen vor. Bis da wieder gewählt wird, ist der Impfstoff vermutlich in Umlauf.
      „Fahren auf Sicht“ heißt doch nur sich bis zu den nächsten Wahlen durchzumogeln.

    • Die Bundesbildungsministerin hat hier gar nichts zu melden, hat hier keinerlei Kompetenzen.
      Bildungspolitik ist nur (!) Ländersache! Eine der „heiligen Kühe“ des Föderalismus.

      Lediglich die KultusministerInnen der Bundesländer haben also das Sagen!

      Sie kann höchstens Gelder aus dem Bundesetat für z.B. weitere Digitalisierung der Schulen bereitstellen – und Symbolpolitik betreiben.

      Dies versucht sie momentan, für mich wenig glaubwürdig, nicht überzeugend.

      Ihr Herumeiern wirkt auf mich opportunistisch – oder liegt es an mangelnder Fachkompetenz? – bei diesem Thema in der Vergangenheit und selbst noch gestern durch widersprüchliche Außerungen sind ihrem (eher theoretischen) „moralischen Gewicht“ zudem schon gar nicht zuträglich.

  6. Das ist von vorne bis hinten EXTREM halb…herzig und kurzsichtig geregelt. Wenn ich das richtig sehe, finden auch Integrationskurse und Weiterbildungsangebote statt. Es gibt auch Onlineangebote, aber dazu brauchen natürlich die Erwachsenen die entsprechende Ausstattung. Die Präsenzveranstaltungen schreiben 1,5 Meter Abstand vor. Tja …
    Was wir hier sehen, ist im Wesentlichen Behördenversagen. Trägheit und Unwilligkeit, eine weit verbreitete Kultur des schamlosen Bullshittens und Aussitzens und Respektlosigkeit gegenüber den zu verwaltenden Gruppen. Korruption und Zusammenarbeit der Behörden mit den Gerichten … erst neulich im Zusammenhang mit Berufsbetreuern für ältere Verwandte erlebt. Es sind ekelhafte Zustände.

  7. Karliczek scheint zu ahnen, wohin der Schulbetrieb führen wird, wenn nicht endlich Schutzmaßnahmen erfolgen.
    Es ist Karliczek anzurechnen, dass sie sich neuen Erkenntnissen nicht verschließt.

  8. In einem Punkt erinnert das ganze an das schon im Gange befindliche Macht-und-(Stühle)-Schiebereien-Theater in den USA:
    Man rückt von denen ab, die langsam den unattraktiven Stallgeruch der Verlierer annehmen …

    Anders ausgedrückt:
    Man positioniert sich in der Sache 😉 abweichend, weil es die Umstände erfordern, ist sich aber sonst einig im Kurs, der auf Sicht gefahren wird.

    🙂

  9. Und wer zahlt für ein zusätzliches Schuljahr? Wo sollen die Lehrer dafür herkommen ?
    Ach so, ich vergaß, Lehrer ist ja so ein toller Beruf, dass nächstes Jahr dafür tausende (von Pflegekräften und Verkäuferinnen) auf der Matte stehen.

  10. @What?
    Daran musste ich auch schon denken. Es dämmert doch einigen Politikern, dass die lauten Eltern in der Minderzahl sind. Die, die mit einer Lobbytruppe die Öffnung forciert haben und sehr schnell in Talkshows auftauchten. Gutes Spinning. Die Mehrheit der Eltern möchte ihre Kinder schützen, war aber bisher zu leise und zu wenig organisiert.
    In einer Pandemie ist man strategisch immer auf der falschen Seite, wenn man bei diesen Infektionszahlen die Schulen geöffnet lässt. Kluge Politiker positionieren sich jetzt.

    • @xy

      Der regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, war eben im ZDF-Mittagsmagazin im Interview (lässt sich sicher bald in der ZDF-Mediathek abrufen).

      Die Moderatorin nahm u.a. auch Bezug auf Meidinger, fragte auch warum denn eine einheitliche Vorgehensweise der Länder so s

      Es ging ein wenig hin und her.
      Müller sinngemäß:
      Man hätte ja ein Angebot für die Familien machen wollen.
      Man wisse ja auch nicht, ob Infektionsraten bei Kindern nicht noch weiter steigen könnten, wenn sie sich länger im privaten Umfeld aufhielten, wo ja viele Infektionen aufgetreten seien.
      (Aaaah ja!)

      Am schönsten fand ich folgende Aussage (wieder sinngemäß):
      Außerdem wären dann jetzt auch mal die Lehrerinnen und Lehrer an der Reihe, Vorschläge zu machen wie sie sich denn die weitere Vorgehensweise vorstellen würden.
      Das würde dann natürlich auch Auswirkungen haben auf den Arbeitsalltag der Lehrerinnen und Lehrer.

      So richtig positioniert hat Müller sich auch nicht.
      Aber er schien ein wenig unruhig – warum auch immer. – Vielleicht hat er selbst den Überblick über mögliche Ursachen und Gründe zu seiner Befindlichkeit verloren, denkbar wäre ja, dass es dafür sehr (!) gute Gründe gibt …
      Diese Gründe, lieber xy, nennen Sie ja selbst: Die Mehrheit der leisen Eltern lässt sich eben genau so wenig auf Dauer ausblenden wie man es mit den „hard facts“ machen kann …

  11. Die Zahlen der Infizierten in den Schulen von NRW verdoppeln sich jede Woche, das nennt sich exponentielles Wachstum, so wie im Rest der Bevölkerung auch. Bin gespannt über erste Berichte von SuS oder LuL im Krankenhaus oder gar auf der Intensivstation. Da wir im Lockdown light sind, werden sie sich wohl nicht auf einer Hochzeit oder Party angesteckt haben! Bitte dranbleiben!

    • Ja und? die Schulstationen bleiben doch offen. Und mit der Zahl der SuS im Krankenhaus steigt doch auch die Zahl infizierter und behandlungsbedürftiger Lehrkräfte. Wo sehen Sie da ein Problem?

  12. Und Thüringen bekommt weder Maskenpflicht im Unterricht noch Luftfilter. Super. Irgendwie kommt man sich vor wie zum Abschuss durch die Viruskanone freigegeben.
    Wissenschaftliche Erkenntnisse werden ignoriert.

    https://www.mdr.de/thueringen/index.html
    https://www.mdr.de/wissen/corona-husten-wolken-ohne-masken-vielfach-groesser-100.html
    https://www.thueringen24.de/thueringen/article230876598/Thueringen-genehmigt-keine-Luftreiniger-fuer-Klassenzimmer-harsche-Kritik-absolut-unglaublich-Corona.html

  13. „Lockdown im Berchtesgadener Land wirkt offenbar

    Der bundesweit erste Teil-Lockdown dieses Herbstes im Berchtesgadener Land zeigt nach drei Wochen offenbar Wirkung. Die Sieben-Tage-Inzidenz – die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche – sank laut Landratsamt auf 157,65 – die Hälfte des Höchstwertes von 324 Ende Oktober.“

    https://www.tagesspiegel.de/wissen/coronavirus-in-deutschland-fast-600-corona-tote-in-italien-an-einem-tag/25560996.html?12312312312312332312123123=

    Wenn ich mich recht erinnere, wurden auch die Schulen und sogar die Kitas geschlossen.

  14. Wie viele inkompetente Kultusministerien braucht das Land? Und was den Bürger das alles kostet! Das Geld das für diesen ineffektiven Verwaltungsaparat rausgeworfen wird wüsste selbst “ Fritzchen “ besser angelegt. Der Bildung käme es zu Gute! Ganz sicher.

  15. Was läuft hier? Ich bin zunehmend sprachlos.
    Das ist ein Tweet des KM Ba-Wü. Es lohnt sich den Thread zu lesen. Wie sehr kann man seinen Mitarbeitern und Schutzbefohlenen ins Gesicht schlagen?

    „In einer Demokratie gilt es abzuwägen zwischen dem Gesundheitsschutz und anderen Rechtsgütern wie das Recht auf Bildung, auch soziale Aspekte spielen eine und vieles mehr spielen eine Rolle. Das Recht auf Gesundheit kann nicht absolut sein.“

    Sterben für die Matheklausur oder wie?

    https://twitter.com/KM_BW/status/1326259236859416577?s=20

  16. Es ist einfach nicht mehr nachvollziehbar und dann wundern das Menschen auf die Straße gehen und demonstrieren. Kontakte vermeiden, bleiben Sie zu Hause, verzichten Sie im November auf Spaß, damit wir Weihnachten gemeinsam feiern können. Mir wird schlecht, wenn ich dann sehe was mit den Kindern und jeder einzelnen Schule passiert. Ein Widerspruch in sich und Politiker die scheinbar selber nicht mehr durchblicken!!! Man kann das nicht mehr für ernst nehmen! Mir tun die Kids leid und jeder einzelne Lehrer der sich in dieser schwierigen Zeit sicher alleine gelassen fühlt von der Regierung!!! Einmal was richtig machen Frau Karliczek und Frau Gebauer!!!

  17. Endlich sieht mal jemand (Frau Karliczek) den richtigen Weg für Schulen. Egal wie lange es dafür gebraucht hat. Aber es ist nicht nur in NRW so. Überall heißt es AHA. Restaurants, Fitnessstudios, Kosmetikstudios u. s. w. müssen schließen um Vorzubeugen damit sich niemand anstecken kann und die Zahlen nicht mehr steigen. Ok vielleicht. Im Saarland hat die Bildungsministerin Frau Streichert-Clivot jetzt was verkündet was dem Fass den Boden ausschlägt. Da heißt es jetzt dass nur noch die Schüler in Quarantäne geschickt werden sollen,die direkt neben einem infizierten Schüler sitzen. …und auch keine Lehrer mehr. Anstatt vorsorglich und voraussichtlich auch in den Schulen zu handeln, lässt man die Schüler*innen und Lehrer*innen nun im Stich mit der Begründung wir haben ja den Schutz erweitert. Welchen Schutz wie erweitert? Maske ab 5 Klasse sonst ist nichts passiert. Auch hier haben die Familien und Schüler große Angst. Und das kurz vor Weihnachten. Danke Frau Streichert-Clivot. Ansonsten fällt euch wohl nichts mehr ein. Und auch Danke an die Menschen die diese Idee erst in den Raum gestellt haben. Das ist eine Möglichkeit, den Schulbetrieb gut da stehen zu lassen. Hoffen wir nur dass das Gesundheitsamt da nicht mitspielt. Denn die treffen die Entscheidung. Und nochmal Danke an Frau Karliczek dass sie sich mal dazu äußert und auch mal weiter denkt. Vielleicht bekommen wir jetzt mal HILFE

    • Die Gesundheitsämter werden nicht mitspielen… aber aus ganz anderen Gründen:
      Sie sind wegen Überlastung, fehlender Tests und fehlendem Überblick über das Infektionsgeschehen raus aus dem Spiel. Die können gar nicht mehr reagieren!
      Sie müssen es … wem auch immer… überlassen, die Notbremse an jeder einzelnen Schule zu ziehen… sie erfahren gar nicht mehr, wo es eine Notbremse geben müsste…

      Und wenn sich vor Ort in den Schulen wegen Verboten von oben keiner mehr traut, die Notbremse zu ziehen (z.B. Kinder ohne Anordnung des Gesundheitsamtes nach Hause zu schicken, weil sie Kontaktpersonen waren), dann passiert einfach gar nichts mehr und die Sache nimmt ihren Lauf.
      Ab jetzt kommen die Viren mehrheitlich über die Kinder in die Schulen und dann wieder aus den Schulen… Woher sonst?
      Bei aldi hinter der Kasse ist es sicherer als in jeder Schule!

      Die Masken taugen vielleicht für den ausgefallenen Karneval, ansonsten wärmen sie nur die Nase bei Durchzug, unter 15 Grad im Klassenraum und Nebel vor den alle 20 Minuten weit geöffneten Fenstern.
      Viele Kinder sitzen unter diesen Bedingungen mehrere Stunden an einem Stück an ihrem Platz und frieren. Und wirklich Winter ist noch nicht.
      Wir Lehrer können uns wenigstens noch bewegen, laufen mal hin und her und sammeln währenddessen dann von jedem potentiell infizierten Kind eine Nase voll Viren ein oder geben ihm von unseren etwas ab, falls wir selbst unwissentlich infiziert wurden.
      Obendrein sitzen wir dann bis abends in Konferenzen in engen Räumen ohne Abstand und Sitzordnung, weil die dritte FK oder die vierte DB oder die erste QK wichtiger sind als unsere Gesundheit?!

      Das Vorgehen in den Schulen ist Wählerstimmenfang der übelsten Art.
      Offenbar sind nur die Wähler es wert, gefangen zu werden, deren Kinder auf Biegen und Brechen in die Schule sollen.
      Ich bin überzeugt, kein Kind MÜSSTE in die Schule. Wir Lehrer könnten aussuchen, wer in die Schule darf, um die Schwächsten vor Härten zu bewahren.
      Statt jetzt wirklich die Ressourcen zu nutzen (wer kann wessen Kind mitbetreuen, wenn in einer Distanzwoche/an einem Distanztag wirklich kein Elternteil zu Hause sein kann), gefährdet man Millionen Kinder und lässt auch noch die letzten Lehrer endgültig ausbrennen (soll ich sagen „nur ausbrennen“? Corona wäre im Zweifel schlimmer…)
      auch noch stolz sein, .
      Vielleicht bleiben ja noch ein paar übrig, die die geförderten Forschungsinstitute nach der Pandemie klonen können…
      Und es finden sich sicher 16 KM, die die Lehrer hinterher loben – die die nicht irgendwann die Segel gestrichen haben – wegen, mit oder an Corona…

      SCH… spiel!!!
      Wo sind unser aller Grundrechte???

      ICH werde nicht dafür demonstrieren in Corona-Zeiten.
      Das muss in einer Demokratie auch anders gehen.

    • Frau Karliczek hat hier keinerlei Kompetenzen, kann also den KultusministerInnen der Bundesländer überhaupt keine Anweisungen erteilen!!!

      Wegen der Kultushoheit der Länder im Föderalismus der Bundesrepublik Deutschland.

      Somit können Sie von i h r keinerlei Hilfe erwarten.

      Frau Karliczeks Worte haben sowieso kein Gewicht, auch wenig Symbolkraft.
      Denn ihre Äußerungen zum Thema sind auch jetzt immer noch sehr widersprüchlich, überzeugen so nicht.
      Resultat: Wenig oder gar keine symbolische Wirkung auf politische Entscheidungsträger.

  18. Wer gibt den Bildungs – und Kultusminiser/innen eigentlich das Recht so mit der Gesundheit unsere Schüler/innen und Lehrer/innen zu spielen. Das sind unsere Kinder ob GROß oder klein….Wir Eltern sind in erster Linie dafür verantwortlich dass es ihnen gesundheitlich gut geht. Und kein Minister oder sonst wer. Das ist schon Vorsatz was an den Schulen passiert. Jeder weiß wohin das führt. Es gibt mit Sicherheit genug Familie die durch ihre Schulkinder oder Jugendliche mit dem Virus angesteckt wurden. Und nicht umgekehrt wie so gerne behauptet wird von unseren KM und Bildungsminister/innen. Ist leichter jemand anderem die Schuld in die Schuhe zu schieben, als selbst den eigenen Mist zu zugeben. Frau Karliczek bringt es endlich mal auf den Punkt. Was lange währt, wird (vielleicht) endlich gut.

  19. Es kursieren leider auch Berichte darüber, dass im Zuge von eingeschränktem Schulunterricht die Zahl der Kindesmisshandlungen durch überforderte Eltern zugenommen hätten. Darüber gibt es natürlich (noch) keine verlässlichen Daten. Aber auch das darf kein Argument gegen Hybridunterricht sein ! Es waren 7 Monate Zeit, um sich dieser sehr ernsten Problematik anzunehmen. Ein Hifeangebot auch durch vermehrte aufsuchende Sozialarbeit könnte vielleicht einigen Familien helfen und das Schlimmste verhindern.
    Wie auch immer:
    COVID 19 deckt auch auf, dass „Kümmerberufe “ grundsätzlich unterbesetzt sind.

  20. Ist halt auch blöd, wenn in der Verordnung z.B. steht, Versammlungen und Konferenzen sollen, soweit möglich (!!!!!), mit Mindestabstand durchgeführt werden. Frage mich, wieso da nicht steht „müssen“. (Thüringen)
    Wird halt leider nicht von allen so streng wie möglich ausgelegt.

  21. @ Stinksauer und kanndochnichtwahrsein: habe durch einen Mailwechsel mit dem Leiter des Gesundheitsamtes in Bielefeld erfahren, dass diese lediglich die Maßnahmen in und an Schulen durchführen, die von KM Gebauer angeordnet sind. HALLO??? Meine resthoffnung war auf die Entscheidungskompetenz eben dieser kommunalen Einrichtung gesetzt, die nach der Entwicklung des Infektionsgeschehens in einer Stadt verantwortlich und im Sinne der dort lebenden BürgerInnen entscheiden. Stattdessen müssen sie den widersinnigen, dummen, verantwortungslosen, gemeingefährlichen und lobby-gesteuerten Entscheidungen einer gescheiterten Immobilienverkäuferin folgen ,die nicht nur ein eher schwaches Abitur abgelegt hat, keinen Hochschulabschluss erworben, als Rechtsanwaltsgehilfin einen eher „einfachen“ Beruf erlernt hat, den auch einige meiner ehemaligen Hauptschulabsolventen erlernt haben, und den Zugang zur Bildungspolitik lediglich über den eigenen Vater darlegen können….(eben unsere KM Gebauer!!) – also jemand, die für diesen Job keinerlei Qualifikation aufweisen kann. Wenn wundert es, dass ein solcher Mensch unfähig ist (aus welchen Motiven auch immer??), auf eine Pandemiesituation angemessen und klug zu reagieren. Eine gutes Team kann nur mit fähigen Mitstreitenden funktionieren- fülle ich dieses Team mit Luschen auf, dann werde ich scheitern….aber da Armin Laschet ja selber eher in die Kategorie Lusche gehört, merkt er seine Fehlbesetzung nicht. „Armin, schmeiß die Schickse raus!!!!“

    • @Andre Hog

      Ergänzung:
      „Ach … und Armin: Geh mit Bauer – kleines Wortspiel, sorry – und macht die Tür von draußen zu … DAS könntet ihr schaffen, macht daraus eine lustige Partnerarbeit.“

  22. Ich trete als Vater einer Grundschülerin Seite an Seite von Lehrern und Schulleitern für die sofortige Schließung von Schulen ein. Das gefällt den Lehrern und Schulleitern sehr, denn sie haben Angst und Panik, und das Einkommen ist ja gesichert. Das einzige, was sie an meiner Unterstützung stört, ist meine Argumentation:

    „Das Tragen einer MNB ist gesundheitsschädlich! Und zwar genau dann, wenn die gebotene Sorgfalt nicht beachtet wird. Was da zu beachten ist, sagt Euch die Gesetzliche Unfallkasse. Und Euer Dienstherr. Und der Schulträger. Gerne auch das Gesundheitsamt. Bevor Ihr meiner Tochter nochmals sagt, sie soll die „Maske“ aufziehen, dokumentiert besser, dass ihr Euch versichert habt, Eurer Garantenstellung genüge geleistet zu haben. Nötigung und Körperverletzung im Amt werden vom Land nicht übernommen, und selbst wenn das Land zunächst Schadensersatzansprüche übernimmt – das Land kann Euch dennoch in Regress nehmen!“

    Wie gesagt, wir laufen Seite an Seite und skandieren laut und deutlich, „Macht endlich die Schulen zu!“ – nur unsere Argumente sind unterschiedlich. Und ich finde, in so schweren Zeiten, in denen Kinder Angst gemacht wird, da darf man auch als Querfront zusammenstehen! Es sind Zeiten, in denen Strafanzeigen beim Internationalen Strafgerichtshof wegen Corona-Schockmaßnahmen gegen Kinder eingehen.

    Wenn wir unser Ziel erreicht haben, und die Schulen endlich geschlossen sind, dann müssen wird nicht mehr zusammenstehen, und können uns wieder streiten. Okay?

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