Gegen Präsenzunterricht um jeden Preis: Schüler machen mobil – und organisieren sogar eigenmächtig Wechselunterricht

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FRANKFURT/MAIN. Trotz hoher Infektionszahlen weichen die Kultusminister nicht von ihrem Kurs ab, Präsenzunterricht uneingeschränkt stattfinden zu lassen. Das treibt jetzt in immer mehr Städten auch Schüler in die Opposition: Mit Streiks, Demonstrationen und offenen Briefen wollen sie deutlich machen, dass sie sich in ihren Schulen nicht sicher fühlen. Im Norden haben Schüler sogar eigenmächtig Wechselunterricht organisiert.

Viele Schüler fühlen sich im Präsenzunterricht ohne Abstand nicht sicher (Symbolbild). Foto: Shutterstock

Vor dem Gesundheitsamt Frankfurt hatten sich – morgens um 11 Uhr, während der Unterrichtszeit also – mehrere Hundert Schüler getroffen. Sie riefen „kalt, kälter, Klassenzimmer“, zeigten Transparente („Stoßlüften ist kein Hygienekonzept“) und forderten die Einführung von Wechselunterricht mit kleineren Lerngruppen, damit die Abstandsregel in den Klassenräumen eingeführt werden kann.

Mit der Demonstration und ihrem Schulstreik wollen die Schüler auf die Missstände aufmerksam machen, die der Präsenzunterricht in der aktuellen Corona-Lage mit sich bringt, so erklärt eine Schülersprecherin gegenüber der „Frankfurter Neuen Presse“. „In meinem größten Kurs sitze ich mit 27 weiteren Schülerinnen und Schülern, wir haben keine 30 Zentimeter Abstand zueinander“. Zwar herrsche Maskenpflicht im Unterricht und im Schulgebäude, doch „ziehen wir die Masken zum Essen und Trinken ja trotzdem ab“. In genau diesem Kurs habe es sogar bereits einen Corona-Fall gegeben, erzählt die Schulsprecherin. „Es mussten nicht mal alle ihre Kontaktdaten irgendwo hinterlassen“, ärgert sie sich. Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, vor dem die Schüler stehen, sieht Schulen nicht als Treiber der Pandemie (News4teachers berichtete ausführlich darüber, dass sich das Frankfurter Gesundheitsamt gegen das Robert-Koch-Institut stellt).

Auch auf Unterstützung der Schulleitung hofft sie vergebens, sagt die Schülersprecherin. „Unsere Schulleitung wartet auf Instruktionen des Kultusministeriums. Aber das ist ein Problem, denn die aktuellen Maßnahmen reichen einfach nicht aus“. Dabei hat der Bund-Länder-Gipfel beschlossen, dass in Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz über 200 Schulen in den Wechselunterricht gehen könnten (allerdings nur als Möglichkeit). „Das passiert bei uns leider nicht“, so kritisiert die Schülerin.

„Die aktuell geltenden Maßnahmen sind grob fahrlässig, da Schülerinnen und Schüler sich durchaus in der Schule bei MitschülerInnen mit dem Sars-Cov-2-Virus anstecken können. Diese Schülerinnen und Schüler tragen die Infektion dann nach Hause und gefährden Eltern sowie Großeltern. Viele dieser Angehörigen gehören zu einer Risikogruppe, weswegen hier ein schwerer Krankheitsverlauf wahrscheinlicher ist“, schreibt der StadtschülerInnnenrat in einer Stellungnahme. Er verweist auf das Robert-Koch-Institut, das ab einer Inzidenz von 50 bereits die konsequente Maskenpflicht sowie Verkleinerung von Klassen empfiehlt – was von allen Landesregierungen, auch der hessischen, missachtet wird. Entsprechend fordern die Schüler, „auf das Konzept von digitalunterstützter Distanzunterricht im Wechsel mit Präsenzunterricht zurückzugreifen“.

In Bochum streikten Schüler von zwei Schulen für ihr Recht auf sicheren Unterricht

Die Proteste in Frankfurt waren nicht die einzigen Aktionen von Schülern in dieser Woche gegen den verpflichtenden Präsenzunterricht. In Bochum streikten Schüler von zwei Schulen für das Recht, „auf eine sichere und effektive Kombination aus Online- und klassischem Unterricht, um die eigene Gesundheit und die ihrer Familien zu schützen“, wie der WDR berichtet. „Der Ärger über die aktuelle Corona-Schulpolitik ist groß“, so erklärte der Schülersprecher gegenüber dem Sender. Stoßlüften und „Maskenpausen“ seien unzureichend. In der Schule gebe es Dutzende Begegnungen mit zum Teil direktem Kontakt – auf der anderen Seite würden Kontakte im privaten Umfeld strikt beschränkt. Das mache keinen Sinn.

„Momentan gelten zwei verschiedene Maßstäbe: Einer innerhalb und einer außerhalb der Schule. Das Virus verbreitet sich aber gleich. Und deshalb fordern wir eine gleiche Bemessung“, so heißt es auch in Bremen und Bremerhaven. Die zentrale Forderung des Stadtschülerrings lautet: Die Lerngruppen in den Klassen verkleinern. „Nur so können die Abstandsregeln eingehalten und das Infektionsrisiko verringert werden“, sagt ein Mitglied.

An gleich drei Schulen im Norden veranstalteten Schüler „Distanzlerntage“ – auf eigene Faust

An gleich drei Schulen in Bremen und Bremerhaven hatten Schüler „Distanzlerntage“ veranstaltet – in Eigenregie, wie Radio Bremen berichtet. „Das war ziemlich viel Arbeit, die Schülervertretung hat lange an dem entsprechenden Plan gesessen, aber es funktioniert“, sagt eine der beteiligten Oberstufenschülerinnen. Und zwar so gut, dass in einer der Schulen nun sogar längerfristig auf Wechselunterricht umgestellt wurde. Die einzelnen Jahrgänge habe man in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt: „Gruppe A kommt immer montags, dienstags und freitags in die Schule, Gruppe B mittwochs und donnerstags.“ Jeweils wöchentlich würde dann gewechselt. Um einen Streik handele es sich dabei nicht, erklärt ein anderer Schüler: „Es geht hier um die Wiederherstellung der Arbeitssicherheit. Und wir wollen zeigen: Wir können Distanz.“

Unterstützung bekommen die Schüler der Schule von ihren Lehrern: „Die meisten koperieren und finden das gut. Auch die Schulleitung steht auf unserer Seite“, so berichtet eine Schülerin. Der Schulleiter bestätigt das. Großartig finde er es, wie die Schülerinnen und Schüler ihr Recht auf Bildung konstruktiv wahrnehmen würde, sagt dieser und meint: „Der Begriff ‚Streik-Aktion‘ ist eigentlich gar nicht passend, denn die Schülerinnen und Schülern bestreiken ja nicht den Unterricht, sie wollen lernen“, sagt er. Und er als Schulleiter könne auch sicherstellen, dass der Schulbetrieb mit dem aktuellen Halbgruppen-Unterricht aufrechterhalten werde.

Die Situation in ihrer Schule, bevor die Halbgruppen eingeführt wurden, beschreiben Schüler als problematisch: „Unsere Klassenräume sind sehr eng. Am Platz konnte man nicht einmal 50 Zentimeter Abstand halten.“ Immer wieder hätten Schüler Kopfschmerzen bekommen, vom ständigen Masketragen. „Und bei uns im Klassenraum war es sehr kalt, weil wir so viel lüften mussten.“ – Normalität in diesen Tagen in Tausenden von Schulen bundesweit.

Schüler schreiben an Hubig: „Wir haben Angst und fühlen uns in der Schule nicht sicher“

In Rheinland-Pfalz hat die Stadt-/Kreisschüler-Vertretung Kaiserslautern einen offenen Brief an Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Stefanie Hubig geschrieben. „Wir wissen, dass die aktuelle Lage ernst ist und es nicht einfach ist, eine Entscheidung zu treffen“, so heißt es darin. Es sei nicht einfach, Schüler aus bildungsschwachen Familien im Fernunterricht gleichermaßen zu fördern wie Jugendliche aus bildungsstarken Familien. Dennoch könne es auch nicht zielführend sein, „wenn Schüler aufgrund von Quarantäne und Erkrankung zu Hause blieben müssen, wenn sie sich in der Schule anstecken würden“. Der bundesweite Kurs, Schulen und Kitas offen zu lassen, gehe nicht auf. „Wir haben Angst und fühlen uns nicht sicher.“ News4teachers

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Schüler und Lehrer bekommen den Wintereinbruch zu spüren – Unterricht bei offenen Fenstern und 2,4 Grad Raumtemperatur

 

 

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100 KOMMENTARE

  1. Und das nun bitte bundesweit… dann ist das Experiment „ungeschützter Präsenzunterricht trotz Pandemie“ ganz schnell beendet.

    • Wenn die für die Bildung Zuständigen im Frühjahr einen Plan B für den Herbst gemacht hätten, würde man jetzt nicht Russisch Roulette mit Schülern, Lehrern und deren Familien spielen. Ich war 39 Jahre Lehrer an einem BK und ich kann mich daran erinnern, dass wir bis ca. 1990 Samstagunterricht hatten (3×40 Minuten, 15 Min.Pause, 3×40 Minuten, 12 Uhr 15 Unterrichtsschluss). In dieser Zeit könnte man Fächer wie Politik, Religion, Kunst und andere, bitte um Entschuldigung bei den Kollegen und Kolleginnen, weniger wichtiger Fächer, am Samstag, im 14 Tage Wechsel, in der Hälfte der Klasse unterrichten.
      Wir Lehrer mussten über mehrere Jahre eine Vorgriffstunde (Überstunde) leisten,die dann Jahre später gutgeschrieben wurde. Warum hat man nicht im Frühjahr einen Plan aufgestellt, in dem man mit Vorgriffstunden das Stundenkontingent der Lehrkräfte erhöht, jeden Tag Unterricht wie am Samstag durchführt und Unterricht in zwei Schichten macht (8 – 11.30, 12.45 -16.15, samstags eine Schicht)Mit etwas Phantasie (ggf. fachfremder Unterricht, der an jeder Schule auch gemacht wird, Einarbeitung in den Sommerferien etc.) hätte man den jetzigen unhaltbaren Zustand (Empfehlungen der Wissenschaftler hat auch Trump ignoriert) vermeiden können.All das hätte natürlich geplant werden müssen, aber dafür hatten die Damen und Herren ja genügend Zeit. So hätte man auch das Gedränge im Bus und in der Bahn entzerrt.

      • Vorgriffsstunden sind raus, seit das Ministerium genau diese an den Schulen in NDS nicht zurückgeben wollte, sondern auf St. Nimmerlein verschieben,
        und bei den Gym daraus eine reguläre Deputatserhöhung machen wollte, was gerichtlich niedergeschlagen wurde.

        Danach kam die Arbeitszeitstudie, die hohe Werte der Mehrarbeit belegte,
        und die Arbeitszeitkommission, die dringend Entlastung empfahl, wovon in den Schulen nichts zu sehen ist.

        Lehrkräfte mit 50-60h/Woche Arbeitszeit werden ihr Deputat nicht erhöhen oder erhöht sehen wollen. Dann hätte man zuvor das System nicht so extrem zersparen sollen.

        Aber spätestens im Frühjahr hätte man sich kümmern können,
        IT-Fachkräfte für Schulen finanzieren,
        zusätzliches Personal einstellen,
        Reisebusse für Schülerbeförderung einsetzen können,
        Luftfilter einbauen, Fenster reparieren oder austauschen können …
        … und einiges mehr vom Reformstau und Personalmangel in den Schulen abmildern können.

  2. An unserem Gym werden seit gestern bei SuS, die laut über Schulboykott wegen unmenschlichen Zuständen nachdenken z. B. in sozialen Medien keine Entschuldigungen für Fehlzeiten im Präsenzunterricht mehr von der Schulleitung anerkannt. -pädagogisch wertvoll –

    • @ Oberstufe 2020
      „… keine Entschuldigungen für Fehlzeiten im Präsenzunterricht mehr von der Schulleitung anerkannt.“

      Dann ist der Bildungsauftrag, der SCHULE – vertreten durch die Schulleitung – komplett verfehlt worden:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Schule
      „auch Bildungsanstalt oder Lehranstalt genannt, ist eine Institution, deren Bildungsauftrag im Lehren und Lernen, also in der Vermittlung von Wissen und Können durch Lehrer an Schüler, aber auch in der WERTEVERMITTLUNG und in der Erziehung und BILDUNG MÜNDIGEN, sich VERANTWORTLICH IN DIE GESELLSCHAFT EINBRINGENDEN PERSÖNLICHKEIEN, besteht.“

      Oder in der heutigen Zeit besser passend, eher in der Erziehung zum ‚Schaf‘:
      „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ – nach Einstein – *Ironie off*

      Sorry für meinen Sarkasmus, Sie können ja nichts für ‚Ihre Schulleitung‘.

      • @Wunder SAM
        Mit Mitte 40 bereits Oberstudiendirektor zu sein, muss mit besonderem Können zusammenhängen. Eine Wertschätzung der Schulgemeinschaft braucht man dann nicht mehr damit alles nach nur einer Pfeife tanzt.

    • Ehrlich gesagt, so eine Schule die mit Drohungen daher kommt, könnte mich mal wenn ich noch Schüler wäre. Gut dass es zurzeit die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung gibt.

      • Vieles ist denkbar.
        Telefonische Krankschreibung? Es werden immer Atteste von Ärzten eingefordert.
        Mitschüler empfinden sich wie der Schule hilflos ausgeliefert zu sein. Selbst die Lehrkräfte haben scheinbar resigniert, werden schwanger, versetzt, sind im Sabbath oder nehmen Elternzeit.

  3. „Bundesweit mussten 3712 Schulen ihren Präsenzbetrieb zumindest klassenweise einschränken, das sind 12,8 Prozent aller Schulen. Das entspricht den Zahlen der Woche zuvor. Auch die Zahl der tatsächlich mit dem Coronavirus infizierten Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte dürfte in etwa gleichgeblieben sein. Zwar weist die KMK hier etwas geringere Zahlen als in der Vorwoche aus (18.240 infizierte Schülerinnen und Schüler, ein Minus von 2000, sowie 2831 Lehrkräfte, ein Minus von 300). Allerdings meldete in der aktuellen Auflistung Niedersachsen seine Infizierten-Zahlen nicht – rechnet man diese Zahlen hoch, würde man auf demselben Niveau landen.
    landen.

    In Berlin etwas entspanntere Lage

    Die KMK lud ihre Zahlen bereits am Mittwoch auf ihrer Webseite hoch, verzichtet jedoch darauf, das öffentlich zu kommunizieren – wohl ein Versuch, das Thema soweit es geht aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. Inwieweit die Quarantäne-Zahlen von Woche zu Woche tatsächlich vergleichbar sind, ist etwas unklar, da es immer wieder Berichte gibt, dass die Quarantäne-Regeln für Schulen aufgeweicht werden.“
    https://www.tagesspiegel.de/wissen/corona-lage-an-schulen-verschaerft-sich-immer-mehr-schueler-in-quarantaene/26687148.html

  4. Es wäre für viele Eltern und SuS wichtig und ermutigend zu wissen, wie viele SuS eigentlich aktuell nicht zur Schule gehen (können). Sei es, weil sie in Quarantäne sind oder weil sie selbst oder Familienmitglieder einer vulnerablen Gruppe angehören. Oder eben weil sie zwischenzeitlich in Streik getreten sind, um gegen den mangelhaften Gesundheitsschutz zu protestieren?

    https://www.news4teachers.de/2020/12/immer-mehr-ausbrueche-auch-grosse-bundesweit-rund-6-700-kitas-und-schulen-von-corona-faellen-betroffen-allein-im-november/

    Als ich das gesehen habe, kam mir eine Idee: Könnte jemand so eine Karte erstellen, in die Eltern bzw. SuS selbst eintragen können, wenn sie dem Unterricht fernbleiben (evtl. mit Auswahloptionen, warum der/die SuS nicht zur Schule geht)? Wenn das sichtbarer würde, wären evtl. mehr Eltern bzw. SuS davon zu überzeugen, sich anzuschließen und zuhause zu bleiben? Auch die Medien würden das sicherlich aufgreifen. Ich selbst bin leider technisch nicht versiert genug, um das umzusetzen. Aber vielleicht fühlt sich ja jemand im Stande?

    • @Birgit
      Sehr gute Idee, hatte nämlich auch festegestellt, dass in der November-Karten-Aufstellung unsere Schule fehlte!

      In Nds. gab/gibt es seit 2 Jahren das Fehlstunden Portal für Niedersachsen
      die eine Internetseite zum Eintragen von Fehlstunden konzipiert haben.

      Hier das Impressum:
      Fehlstunden Niedersachsen Presse-Anfragen aller Art zu richten an:
      kontakt@fehlstunden-nds.de

      Konzept, Webdesign und Programmierung
      von Borkenstein Plus
      mail – hello@borkenstein-plus.com

      Vielleicht eine Anfrage wert????

      • P.S:
        Meinte hinsichtlich der Anfrage natürlich das ‚Aufbohren der Funktionalität‘ – Zahlen zu Quarantäne, deren Dauer und Anzahl der betroffenen SuS und LuLs – über die Eingabemaske des Fehlstundenportals.
        Zumindest für Niedersachsen dürfte der größte Teil (Datenbank = Schulen in Nds.) bereits vorhanden sein.

      • Dieses Portal ist tatsächlich super. Wenn über eine ähnliche Seite die SuS gezählt werden könnten, die aufgrund von Corona nicht zur Schule gehen oder gegen die Maßnahmen protestieren, würde sich das bestimmt schnell herumsprechen. Wenn man dann noch einen Wochentag zum Protesttag erklärt (à la „Wednesdays for Wechselunterricht“) und das über Social Media verbreitet, könnte man vielleicht eine große Zahl an SuS erreichen, deren Protest sonst unsichtbar bleibt…
        Frage an die Redaktion: Hat bei n4t vielleicht jemand eine Idee, wie so etwas umgesetzt werden kann?

  5. Ich bin als Lehrkraft mit der Strategie der Kultusministerien zufrieden. Ich finde es richtig, dass man allgemein auf Präsenzunzterricht setzt und nur in besonderen Situationen davon abweicht. Diese besonderen Situationen sind auf der vorletzten Bund-Länder-KOnferenz ermöglicht worden.

    „Doch es gibt auch Kritik an dem Modell: Viele Schulen seien für digitalen Unterricht zu schlecht ausgestattet und den Lehrkräften fehle es oft an entsprechenden Weiterbildungen, sagen Gegner des Wechselunterrichts. Zudem befürchten sie, dass Kinder aus bildungsschwächeren Familien so weiter abgehängt werden könnten.“
    https://www.sterntv.de/vorgezogene-ferien-masken-wechselunterricht-die-corona-strategien-schulen

    • Was Frau Giffey hier sagt, hat meine volle Zustimmung. (Nein, ich bin weder verwandt noch verschwägert mit ihr.)

      „Sie begrüßen es, dass Kitas und Schulen nun geöffnet bleiben sollen. Sind Sie sicher, dass dies nach dem nächsten Treffen der Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung auch noch gilt?

      Angesichts der Infektionszahlen kann sich natürlich niemand sicher sein, dass wir nicht doch an einen Punkt kommen, an dem Kita- und Schulschließungen unumgänglich sind. Derzeit geht von den Einrichtungen kein so großes Verbreitungsrisiko aus, dass die massiven Risiken und Nebenwirkungen für das Kindeswohl, die mit den Schließungen einhergehen würden, gerechtfertigt wären. Wenn sich das Szenario also nicht deutlich verändert, sollte auch weiter gelten: Vollständige Schließungen dürfen nur das letzte Mittel bei der Bekämpfung der Pandemie sein. Wie wichtig Kitas und gerade auch die Grundschulen mit ihren Bildungs- und Betreuungsangeboten für die Kinder sind, für die Eltern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – das haben wir alle gesehen, als sie im Frühjahr geschlossen waren.“

      https://www.weser-kurier.de/deutschland-welt/deutschland-welt-politik_artikel,-franziska-giffey-wir-muessen-uns-allen-viel-zumuten-_arid,1944767.html

        • @Bernd, Ihre Ironie ist einfach zu köstlich. Allerdings dürfte sich ein äußerst trauriges Fünkchen Wahrheit hinter Ihrer Aussage stehen.

      • Oka, hören sie endlich auf uns mit ihrem immer gleichen Geschwurbel hier zu nerven. Jeden Tag die gleiche Leier
        Immer wieder die selben hohlen Phrasen. In Wirklichkeit arbeiten Sie im Büro eines Kultusministers, wahrscheinlich bei Frau Gebauer oder Frau Hubig und sind jetzt abgestellt, das Forum hier aufzumischen. Unerträglich.

        Und an alle die hier mitlesen, ignoriert ihn endlich. Er sucht nur Aufmerksamkeit.

        • Nein, Oka ist lustig und bringt Schwung in die Bude. Und Oka hat – wie wir auch, das Recht, hier die eigene Sicht kund zu tun.

          Außerdem glaube ich, es ist eine Sie.

          Generell steh ich auf des Kängurus Seite: Man muss sie beschäftigt halten.
          Wenn Oka auch ein Kängurufan ist, ist die Sache klar.

      • Ich bin immer wieder beeindruckt über die vielen links. Und nein, ich habe auch bei diesem nicht reingeschaut und mich über den Inhalt informiert.

        DENN da steht, in zweiter Zeile, gleich hinter artikel,-

        https://www.weser-kurier.de/deutschland-welt/deutschland-welt-politik_artikel,-franziska-giffey-wir-muessen-uns-allen-viel-zumuten-_arid,1944767.html

        … etwas von „wir“, „uns“, „viel“ und „allen“ und vorne dran franziska-giffey …

        Da wird doch langsam klar, wo die Probleme liegen. Wir verstehen sie nur falsch und sind dann erbost, enttäuscht, erkältet, erkrankt.

        wir – damit sind die KuMis gemeint
        uns – kann nur falsches Pronomen sein, soll heißen euch LuL und SuS
        muessen – übersetzt heißt das „werden“
        viel – heißt Gefahr, Unsicherheit, Kälte in Massen / wahlweise noch mehr
        allen – heißt euch
        uns allen – da nehmen sich die KuMis raus, denn keiner sitzt mit geöffnetem Fenster ohne Abstand im Großraumbüro

        Vielleicht so:
        Wir KuMis werden LuL und SUS noch weit mehr aufbürden als bisher. Wartet nur ab.

        Tun wir. Frohe Weihnachten

      • Mich würde ernsthaft interessieren, in welchem Bundesland Sie arbeiten und in welcher Schulart.
        Es gibt auf der Seite http://www.corona-in-zahlen.de wirklich nur noch ganz wenige Landkreise, die gelb sind, deren 7-Tage-Inzidenz also unter 50 liegt. Da würde ich mir um mich selbst auch nicht soooo die Sorgen machen, aber in nahezu allen anderen Landkreisen sieht das anders aus. Und obwohl ich nicht überall wen persönlich kenne, kann ich dennoch die Ängste und Sorgen angesichts derart hoher Fallzahlen verstehen. Und mit diesen Kollegen muss man sich einfach solidarisieren, das sagt mir mein Gewissen.

        Dass es eisekalt ist in den Klassenzimmern sagen Thermometer, lange Unterwäsche, dicke Jacken und dass ich friere.

        Dass Frau G. wie alle anderen die Verantwortung nicht übernehmen merke ich daran, dass die Damen und Herren ihrer Fürsorge…. aber das ist schon so oft gesagt worden, es wird nicht wahrer.

        Frieren Sie nicht beim Lüften? Die Kleidung hätt ich auch gern. Temperaturen noch über 10°Grad oder haben Sie montags frei und sind nur eine Stunde pro Tag im Klassenraum? Oder Freistunden zum Aufwärmen? Oder sind Sie eine Schulleitung, die im kleinen, warmen Kämmerlein sitzt und das Unterrichten den anderen überlässt? Ich kann es nicht fassen, dass Sie uns derart in die Pfanne hauen. Als würden wir alle Lügen erzählen.
        Liebe Oka, das machen die anderen – und die wurden inzwischen von – naja, fast – allen durchschaut.

        • Mich würde nur interessieren, ob er oder sie überhaupt im Schuldienst ist. Ich kenne niemanden, der sagt er oder sie sei „Lehrkraft“. Das ist ein Novum. Seit Jahren höre ich nur “ ich bin Lehrerin“ oder “ ich bin Lehrer“. Allein das weckt in mir Zweifel. Dagegen “ ich als Provokateur“ nehme ich sofort ab.

          • Lieber Waldvogel,

            „Lehrkraft“ ist ein prima Wort, um die polical correctnes zu umgehen. Schreibe ich auch dauernd. Vielleicht sind Oka und ich ja aus demselben Bundesland.

            Post aus dem Ministerium z. B. hat auch immer diese Anrede für uns…

      • Oka,
        ich plädiere dafür, Sie mit der Realität zu konfrontieren und Sie am Wochenende in einem KH arbeiten zu lassen. Ein Praktikum in einem Altenheim könnte Ihren Horizont auch erweitern. Eine Schleimspur ist nur selten trittfester Untergrund:-)

      • Sie sagen es; ich übersetze es einfach mal deutlich: Es geht nur darum, dass beide Elternteile uneingeschränkt dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und die Kinder wegorganisiert werden. Das wird unter dem Deckmantel der Bildung versteckt.
        Ich kann für meinen Teil sagen, die Lehrer meiner Kinder haben den Digitalunterricht wirklich gut rübergebracht.
        In PandemieZeiten ist es eben erforderlich, dass andere Wege gegangen werden müssen. Die Sicherheit von Schülern und Lehrern sollte oberste Priorität haben

    • Und wie nehmen Sie bei Temperaturen von unter 10 Grad im Klassenzimmer dann ihre Fürsorgepflicht gegenüber den Kindern wahr, wenn das alles für Sie okay ist?! Oder wird der Infektionsschutz dann vernachlässigt, weil nicht mehr gelüftet wird, damit es wärmer ist?! Wie gehen Sie mit schweren Krankheitsverläufen bei Kollegen oder Familien der Kinder um, wenn diese sich in den unzureichend geschützten Schulen infiziert haben (teils über die Kinder)?! Man kam doch Gesundheit nicht über Bildung stellen!

    • Ein Paradebeispiel für eine Mentalität a la: „Wessen Brot ich fress‘, dessen Lied ich sing‘.“
      Bravo, das gibt bestimmt ein Bienchen von Kultusmutti oder -vati! Sie hätten Ihren Klarnamen verwenden sollen, so weiß der Angebiederte ja garnicht, wohin mit dem vaterländischen Verdienstorden.
      Wenn Sie so zufrieden mit dem verordneten Kurs sind, haben Sie das Prinzip der Fürsorgepflicht nicht verstanden. Aber damit schaffen Sie nur noch größere mentale Einigkeit mit den Kultusministerien. Sie sind wahrlich ein Vorzeigeuntertan!

      • Schulleiter sollten endlich diese Untertanen Mentalität ablegen und nicht mehr nach der Pfeife der Kultusminister tanzen.Verantwortung übernehmen und eigene Entscheidung treffen für die Gesundheit der Kinder.Erinnerungen an die Vergangenheit werden hier wach der Führer befiehlt und wir gehorchen einfach nur ekelig.

        • Das sieht die Stellenbeschreibung aber nicht vor. Damit die Schulleiterbesoldung pensionswirksam wird, müssen Schulleitungen nach einer Dienstzeit von fünf Jahren noch einmal bestätigt werden. Und da haben Dienstvorgesetzte, Schulkonferenzen und die Schulausschüsse der Schulträger auch noch ein Wörtchen mitzureden.

        • Zu genau diesem Thema habe ich mich über eine Email einer Schulleiterin an alle Schüler riesig gefreut und im Stillen den Hut gezogen: Zusammen mit den Links für eine online Weihnachtsfeier hat sie festgestellt, dass an ihrer Schule am Freitag den 18.12. letzter Schultag ist. Was andere Schulen im Umkreis machten sei unerheblich. Ende! Dann noch sehr nette, positiv aufbauende Worte an Schüler und Lehrer (allen mit …innen). So stelle ich mir Courage vor-die Kreise ziehen sollte! Kleine Schritte, um vielleicht später solidarisch unter Schulleitern und -innen, gemeinsam gegen den ministeriellen Unsinn aufzutreten.
          …. Ich habe einen Traum …..

    • Ich bin als Lehrkraft mit der Strategie der Kultusminister nicht zufrieden. Digitaler Unterricht ist m.E. die einzige Möglichkeit das Recht auf körperliche Unversehrtheit umzusetzen. Dieses Recht wiegt m.E. schwerer als das Recht auf Bildung.
      Ich finde es sehr gut, dass sich die SuS organisieren und für ihre Belange einsetzen. Wirklich vorbildlich!

      • Wie wäre es, die Klassenzimmer mit effizienten Luftreinigungsgeräten auszustatten, damit sind Hygienevorschriften und Temperaturen eingehalten und dazu mehrere Busse einsetzen . Es gibt viele Reiseunternehmen, die still stehen. Aber immer diese Ausreden von den Verantwortlichen, Politiker. Geld dafür wäre auch …wenn man es nur wollte. Die Eltern könnten auch ruhig in die Arbeit gehen. Die jüngeren Schüler kann man ohne Aufsicht nicht alleine zu Hause lassen und noch vor dem Computer!!!!

      • Und nochmal: Okas Sticheleien hier haben doch ein Ziel?! Wir werden hier ordentlich provoziert und „gefüttert“ … ich meine auch: Don’t feed the Troll!

        • Es hat ja etwas gedauert, aber inzwischen mach ich mir auch so meine Gedanken wegen Oka.

          @Die Elfe
          Geht das so einfach? Dann wundert mich nicht mehr, was da alles so verbrochen wird.

  6. Oka- Sie haben ja schon des Öfteren Ihre Zufriedenheit mit der Arbeit der KM’s geäußert. Bringen Sie sich gerade in Position, falls mal ne Stelle im KM frei wird?

  7. Ganz ehrlich, Oka… Ihre Beiträge verstärken meine Angst nur noch mehr.
    Und nicht nur die Angst um mich und meine Angehörigen (alle komplett Risikogruppe). Auch um meine Schüler, deren Eltern und Angehörige. Das ewige Herunterspielen erzeugt eben einen leichtsinnigen Umgang den Regeln.

  8. Ach, liebe Kollegen und Kolleginnen, es gibt hier vielleicht 5 Kommentatoren, die nicht gegen die Maßnahmen und Absprachen der Kultusministerien wettern und vielleicht 25, 50 Kommentatoren, die dagegen wettern und schimpfen und eifern. Das werden Sie doch wohl aushalten?!

    Draußen scheint mir das Verhältnis ja eher umgekehrt. Laut DAK-Umfrage haben 66% der Lehrer keine Angst, wegen Corona zur Arbeit zu gehen. „Die meisten Lehrerinnen und Lehrer (66 Prozent) haben wegen Corona keine Angst im Job. Immerhin ein Drittel stimmte aber der Aussage zu, aufgrund der Situation Angst zu haben, zur Schule zu gehen. “ https://www.rtl.de/cms/dak-umfrage-lehrer-fuehlen-sich-durch-krise-mehr-belastet-4656960.html

    • Wie mehr als 5 Profile schaffst du nicht gleichzeitig Oka? Da geht aber noch mehr. Streng dich mal ein bisschen an, dann gibts bestimmt noch ein Fleiß Bienchen von Frau Hubig ins Hausaufgabenheft.

    • war da nicht ein anderer, der auch nach jeder Tagung psalmodierte: Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass Troja zerstört werden muss….oder so ähnlich?
      Jürgens hätte lieber singen sollen „Mit 66 Prozent, da fängt das Leben an, drum hab‘ ich keine A(h)angst, ich denk einfach nicht dran! Ich weiß das ganz genau, gleub‘ auch noch ich bin schlau!“
      Ob der Oka meine Statements nicht liest? So eine Blamage!
      Die 66% ohne Angst, schlechtem Gefühl oder in psychische Verdrängung lebend, um im Dienst überhaupt weiter machen zu können sind definitiv „Fake-News“ um die Kollegien zu verar…beruhigen, weil jeder denken soll, „was bin ich denn für eine Niete, dass es mir bei der Corona-Geschichte jeden Morgen und immer wenn ich nach Hause komme, schlecht geht?“
      Oka: Heute schon Steuern für ihren Judaslohn vom Ministerium bezahlt?

  9. Bei uns gerade so passiert:
    Oma eines Schülers schwer an Corona erkrankt, keiner wusste warum. Dann ganze Familie getestet, Kinder positiv, ein Elternteil positiv. Das Elternteil erkrankt kurz darauf ebenfalls, die Kinder bleiben symptomfrei. Man kann wohl kaum davon ausgehen, dass die Oma zuerst infiziert war. Ich gehe davon aus, dass die Kinder zuerst infiziert waren und symptomlos alle angesteckt haben. Die Oma ist schon im Krankenhaus, der Mutter geht es schlecht.
    Die Schulklasse kommt natürlich nicht in Quarantäne und wird nicht durchgetestet, nur Sitznachbarn (das soll zumindest in Nrw ab Neujahr anders sein).

  10. Naja, zufrieden mit der Politik kann man eigentlich nicht sein, wenn die Regierungen darauf setzen, dass man im Winter regelmäßig lange lüftet und die Schüler ständig den frostigen Temperaturen ausgesetzt sind.

    Im Herbst ging das Lüften noch ganz gut, inzwischen wird es empfindlich kalt in den Klassenzimmern und es dauert unter Volllast einige Zeit, bis die Zimmertemperatur wieder erreicht ist – selbst wenn man wie ich ein Klassenzimmer hat, wo die Heizkörper effektiv arbeiten und die Temperatur durch einen Temperaturfühler geregelt ist.

    Für mich ist es total unverständlich, dass man nicht bereit ist, alle Klassenzimmer flächendeckend mit Luftreinigern auszustatten, wenn man die Schulen schon offen halten will. Wer die Schulen unter Pandemiebedingungen offen halten will, muss auch etwas dafür investieren! Die bisherigen Hygienekonzepte in den Schulen reichen nicht komplett aus um Covid zu verhindern.
    Die durch das Lüften verursachten ständig wechselnden Temperaturen in den Klassenzimmern und vor allem die Kälte dort gefährden in den Wintermonaten die Gesundheit, was sicherlich nicht förderlich für die Abwehr von Covid19 ist.

    Ich vermisse die Gegenleistung des Staates – nämlich die flächendeckende Versorgung aller Klassenzimmer mit Luftfiltern – um die Gefahr einer Weiterverbreitung/ Ansteckung zu minimieren.

  11. Ich vermisse in den Stellungnahmen von Eltern und Schülern aber die Wertschätzung der und Rücksichtnahme auf die Lehrkräfte und Schulbegleitungen (welche immer sehr nah an den Kindern dran sind, mit in den Reihen sitzen). Die schließlich jeden Tag in die Schulen gehen und unter solchen Umständen die Schüler unterrichten; viele davon gehören auch zur Risikogruppe. Es sind nicht nur Eltern und Großeltern, die die Kinder gefährden, wenn sie das Virus mit nach Hause tragen.
    Anscheinend wird es als selbstverständlich angesehen, dass die Lehrkräfte da sind, sie gehören zum Inventar der Schule. Unter den aktuellen Umständen finde ich gar nichts mehr selbstverständlich und man sollte sich mal querstellen!

    • „… und man sollte sich mal querstellen!“…
      Vollste Zustimmung! Ja und mit dieser Erkenntnis beginnen Sie vielleicht einfach noch heute und motivieren die Kollegen.
      „Wir warten alle auf den Messias“ …, aber …
      Sie, angesprochene LuL können aus der Gefährdungsbeurteilung schöpfen, Arbeitsrechte geltend machen, vor allem aber einzuhaltende Arbeitsbedingungen beim Dienstherren einfordern und bekannte Mindeststandards verlangen. Aber da kann man sich hier eher den Mund fusselig reden.

      Das nötige Rüstzeug liegt schon lange bereit.

      Das ewige Gehampel aus Politikkreisen in der Sache Schule haben sicherlich viele Eltern und Schüler (nicht nur im Promillebereich angesiedelt) seit Wochen satt. Macht es wie Herr Söder heute und tut das einzig richtige macht / handelt / entscheidet / bezieht Position / erhebt Euch / setzt Zeichen.

      Lehrkräfte zeigt den Schülern wie es besser geht und seid mal Vorbild bei den doch so schlimmen Zuständen in zu kalten Räumen mit Zugluft, ohne Abstand im viel zu gefährlichen Präsenzunterricht und bereits lange ausgeschöpften Deputat.
      Als Vorbild und Macher bei diesem Leuchtturmprojekt würden Schüler wieder zu Ihnen aufsehen, hinter Ihrem handeln stehen, Sie sogar mit wieder motivierten Eltern unterstützen und endlich mal spürbare Zeichen bei den kaum kalkulierbaren Infektionsrisiken setzen.

      Eltern, auch ich werden kaum die Arbeit und den Einsatz der Lehrer und Lehrerinnen in Pandemiezeiten anzweifeln oder nicht zu würdigen wissen. Nur das Drumherum wie in Schockstarre verharren mit einer erheblichen Mernge an linientreuen SL als Bremser ist einfach schädlich.

  12. Im Moment wird wirklich Präsenzunterricht um jeden Preis durchgekloppt. Bei uns sind so viele Schüler und Kollegen in Quarantäne, dass der Vertretungsplan bis zum Boden reicht. Die übrigen Lehrer ziehen nun fleißig durch alle Klassen um zu vertreten oder unterrichten zwei Lerngruppen gleichzeitig. Dadurch haben Lehrer noch zusätzliche Kontakte, was die Gefahr von weiteren Quarantänemaßnahmen noch zusätzlich erhöht. Das ist ein Teufelskreis.

    • Hier auch: ein Lehrer betreut gleichzeitig 3 Klassen. Ein anderer betreut 5 Klassen gleichzeitig draußen auf dem Pausenhof eine Schulstunde lang (brrrrr). So sieht Präsenz“unterricht“ aus.

  13. Wenn SUS ihre Entschuldigung mit Krankheit als Grund angeben, muss diese genehmigt werden.
    Bis zu 2 Tagen am Stück ohne ärztliches Attest.
    Dann kann keine Schulleitung etwas verweigern.

  14. „Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.
    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.
    Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt.“ A.E.
    Seine Zitate sind doch recht treffend aktuell.

  15. Bravo sag ich.Die Kinder und Jugendlichen müssen sich hier wohl alle gegen die KM’s zu Wehr setzen da wir als Eltern nichts mehr zu melden haben

  16. Und wenn nochmal einer was gegen die Kids von morgen und FFF sagt, soll ihn der Blitz auf dem Klo erschlagen.

    Nicht erst langsam ziehe ich meinen Hut vor den Kids. Die machen mehr als viele Lehrer (auch als ich) und vor allem als die Politiker. Vielleicht ist die Zukunft ja doch noch zu retten, wenn die uns mal abgelöst haben – vll. sollten wir bis dahin alle mal kürzer treten.

  17. @Oka:das Wort Fuersorgepflicht kennen Sie anscheinend nicht?
    Hmh… Gab es das in Ihrem Studiengang nicht???
    Arbeiten Sie doch mal persoenlich auf einer Intensivstation, auf der taeglich Menschen, vorallem jetzt auch junge Menschen, auch Kinder!!! , an diesem SCH… Corona Virus elendig verrecken!!!
    So ein Geschleime in Richtung KM geht gar nicht!!!! Passen Sie nur auf, das Sie nicht auf Ihrer eigenen Schleimspur ausrutschen und sich das Genick dabei brechen.
    Oder sind Sie eine aus dieser Behoerde????
    Unverantwortlich!!!! So etwas arbeitet mit UNSEREN Kindern, PFUI!!!

    RESPEKT!!!AN DIESE SCHUELER!!!!!

    Bitte bundesweit inkl. Eltern!!!

  18. Respekt, Respekt liebe Schüler und Schülerinnen. Endlich kommt Bewegung in die Sache. Die mit Macht herbei geführte Menschenrechtsverletzung muss ein Ende finden, sonst finden viele unschuldige Menschen ein Ende.
    Schüler sind in der Lage tragfähige Konzepte für diese Situation zu entwickeln und umzusetzen. Traurig, dass die dafür zuständigen Amtsträger dazu nicht in der Lage sind. Damit stellen sie sich selbst ein Armutszeugnis aus.
    Macht weiter so liebe Schüler/innen. Stellt es in eure Netzwerke, damit es auch schnellstmöglich Nachahmer findet. Und ihr liebe Lehrer/innen, die es genauso sehen und ihrer Verantwortung vollumfänglich gerecht werden wollen, unterstützt die Kinder dabei. Bitte. Das ist sicher der größte Weihnachtswunsch vieler Menschen.
    Das Recht auf körperliche Unversehrtheit darf nicht von eiskalten und unberechenbaren Obrigkeiten in den Schmutz getreten werden.

  19. Weiter so!!!

    Nutzt die sozialen Medien und koordiniert euch bundesweit und denkt bitte auch an die Grundschüler, die absolut ungeschützt dicht an dicht in den Klassen sitzen. Schüler wollen lernen, das liegt in der Natur
    des Menschen. Vielleicht haben die Verantwortlichen das vergessen.

    Wir sind vor 30 Jahren für Lehrmittelfreiheit und mehr Lehrer auf die Straßen gegangen. Und es hat sich nichts geändert. Macht weiter so. Ich kann nur aus meinem Umfeld berichten, aber die Lehrer stehen hinter euch, auch, wenn es mehr Arbeit bedeutet.
    Wir haben eine Verantwortung für unsere Schüler und die endet nicht mit dem Pausengong. Wir Lehrer wollen natürlich unterrichten, aber nicht um den Preis eurer Gesundheit oder der Gesundheit eurer und unserer Familien.

  20. Liebe Leute, warum noch viel diskutieren????? Es geht um Durchseuchung von unten. Darum müssen sich erstmal alle Kinder und Jugendlichen anstecken. Die paar Seitenopfer beim Pflegepersonal oder pädagogischen Personal sind doch Peanuts, gemessen an der Gesamtbevölkerung. Also Augen zu und durch. Es wird sich nicht ändern, denn das wäre ja Ziel verfehlt.
    PS: EIN WENIG SARKASMUS SEI MIR GESTATTET. LIEBE GRÜSSE, EINE LEHREIN

  21. Ganz einfach: Strafanträge gegen die Verantwortlichen Bildungsminister*innen*es wegen Missbrauch Schutzbefohlener stellen. Dieser Straftatbestand ist bereits erfüllt und die Staatsanwaltschaft muss ein Verfahren eröffnen.

  22. Bayern verteilt 2! FFP2 ähnliche Masken an Lehrer. Zwei.
    Kann man darüber noch lachen? Was ist nur los in Deutschland? Teilt wenigstens ausreichend Masken von guter Qualität aus!!!

    https://twitter.com/conankun88/status/1335290908074520578?s=20

    Was sollen wir mit zwei pro Lehrkraft? Zwei Tage „sicherer“ unterrichten? Toll
    Hab mir jetzt selbst 40 für 60€ gekauft. Ist mir alles zu blöd… https://t.co/sxoLiO9IZe https://twitter.com/conankun88/status/1335290908074520578?s=20

  23. In Baden Württemberg ist es ganz offensichtlich:
    Frau Eisenmann ist im Wahlkampf, und riskiert die Gesundheit und das Leben von Schülern und Lehrern. Dadurch erhofft sie sich Stimmen der Eltern, die ihre Kinder aufgrund ihrer Arbeitstätigkeit nicht betreut bekommen.
    Oder derer, die ihre Kinder gerne fremd betreuen lassen.
    Dies alles unter dem Deckmantel des Rechtes auf Bildung.
    Ihre Fürsorgepflicht,und das Recht auf körperliche Unversehrtheit wird einfach ignoriert.
    Was zählt schon die Gesundheit und das Leben der Schüler und Lehrer, wenn man im Wahlkampf ist! Gar nichts!
    Daher wurden auch nur noch die Nebensitzer in Quarantäne geschickt. Und getestet wird in Schulen (und Kitas sowieso) kaum, sonst könnte ja öffentlich werden, was nicht sein darf:
    Dass Kinder sehr wohl erkranken und Überträger sind.
    Aber wenn öffentlich wird, was jedem normal Denkenden sowieso klar ist, kann man den Schein der sicheren Schulen und Kitas nicht mehr wahren!
    In meinem Umfeld bekommt die liebe Frau Eisenmann keine Stimme bei der Wahl.
    Und das ist gut so!

  24. Also mein Sohn geht ,seit dem ersten Lockdown nicht mehr,zur Schule . Da mein Mann 60 und COPD mittleren Grades zur Risikogruppe gehört . Mein Sohn wahr Ende September für einen kurzen Tag ,in der Schule . Er fühlte sich unwohl und wollte von mir abgeholt werden. Er ist aber gezwungen worden zu bleiben . Er hatte zwar Abstand zu den Anderen,aber im Bus,da öffentliche Verkehrsmittel. Auf dem Weg dort hin zur Schule;liegen noch andere Schulen. Durfte zwar später kommen und nach den Anderen gehen .Aber es machte keinen Unterschied. Keiner von uns fühlte sich wohl damit . Da wir wissen,steckt mein Mann sich mit dem Virus an. Sieht es nicht gut aus. Er hatte vor drei Jahren eine,schwere Lungenentzündung,ging bis in den rechten oberen Lungenlappen . Ein Jahr hat es gedauert , bis die Endzündung abheilte .4 Bronchioskopien ,Muster er über sich ergehen lassen .Dabei kam dann COPD raus! Wir klagen seit dem gegen das Land. Da die Schule ,das Attest nicht anerkennt . Weil laut NRW Schulministerium sollen,sich Familienmitglieder ,Zuhause selber schützen . Ich frage mich wie,? In einer drei Zimmerwohnung. Ein Kind als mein Sohn mit Handycap ,ist auf uns angewiesen . Pflegegrad. Ich selber bin derzeit auch angeschlagen. Aber es interessiert niemanden. Schulleiter,wir haben Schulpflicht,wenn was passiert,egal wir haben ja die staatliche Obhut. Nur das mein Kind schon seinen ersten Papa,vor drei Jahren an Krebs verloren hat .mit 11 Jahren.. Ist der Schule bekannt, mein Sohn hat eine Trauerfolgestörung ,aber ….

  25. Genau, wenn es alle einmal gehabt haben, ist der Spuk vorbei… Im Frühjahr wurde auch gesagt, dass wir um Corona nicht drumherum kommen. Jeder wird es mal bekommen. Der eine früher, der andere später…
    Und warum hatte die Oma überhaupt Kontakt zu ihrem Enkel. Das ist doch eigentlich nicht erwünscht!!
    Schlimm ist, wenn es dem Kind dann noch gesagt wird, DU bist Schuld , dass Oma krank wurde…
    Halbierte Klassen wären der kompletten Schulschließung natürlich vorzuziehen. Und wer Hochrisiko Patient ist wird bereift… keine Frage! Aber wir müssen mit dem Virus leben. Wir können nicht nur noch alles schließen und uns die nächsten Jahre zuhause einsperren.

    • Troll doch bitte woanders.
      Hier ist übrigens niemand ContraSchule.
      Und nein wir müssen es nicht alle bekommen. Durchseuchung zu fordern ist einfach nur Menschenverachtend.

    • Unter Punkt 5 steht allerdings:

      „Kurzfristig müssen Lehrkräfte durch die parallele Vorbereitung von Präsenz- u. Distanzunterricht erhebliche Mehrarbeit leisten. Diese Arbeit ist unabdingbar u. muss z.B. in Arbeitszeitkonten reflektiert werden. Lehrkräfte sollten freiwillig ihr Stundendeputat erhöhen dürfen, alle Möglichkeiten der sofortigen Personalaufstockung sollten sofort umgesetzt werden.“

      Wie sollen denn aber Lehrkräfte, die bereits ein volles Stundendeputat haben und das trifft doch auf die meisten zu, ihr Stundendeputat erhöhen? Und wollen die das überhaupt? Und wie soll das bezahlt werden?

      Und woher soll mehr Personal kommen, das die letzten Jahre schon fehlte? Oder sind damit noch mehr Quereinsteiger gemeint?

      • a) Osman ist bestimmt Deutschlehrer. Zeitsprünge in Texten sind Stilmittel, auch als Ironie oder Übertreibung
        b) Osman bereitet uns auf die schräge Argumentation unserer KuMis vor, denn vielleicht, es wäre ja möglich, steigen die Temperaturen. Höhere Temperaturen = Sommer
        c) Qsman will uns aufbauen und sich auch

    • @ Osman: Bitte zurück in die Grundschule! Dort lernt man die 12 Monate und auch die Jahreszeiten. Auch wann es warm und kalt ist. Aber da waren Sie, als das in Ihrer Schule dran war, vermutlich gerade krank und Zuhause.
      Dann hätten Sie auch die Gelegenheit, endlich mal ohne Luftreiniger und Masken mit 25 Kindern und Lehrer/in in einem kleinen Klassen-Raum zu lernen (etwas, um das sich natürlich auch Minister, und die meisten anderen der gesamten Schulverwaltung drücken).
      Auf geht’s! Nur Mut! Im Januar ist wieder Sommer!

    • Richtig eingesetzt und bis Weihnachten gerettet. Die von erkrankten Kollegen bekommen und Silvester ist gesicher – ach, und by the was – an apple a day keeps Corona away. Und die Erde ist eine Scheibe.
      Bald sind Ferien, bleibt gesund!

  26. Kurze Geschichte aus unserer Schule bzgl. Distanzunterricht vom vergangenen Frühjahr.

    Es gab die ein und anderen Lehrer die Arbeitsblätter kopierten und diese dann zum Elternbeirat brachten mit dem Auftrag, für das eigene Kind ein Arbeitsblatt zu nehmen und den Stapel, mit dem Auftrag, an die nächsten Eltern weiterzugeben …

    Also besser konnte digitale Inkompetenz nicht veranschaulicht und unter Beweis gestellt werden (E-Mail-Adressen der Eltern u. Eltern WhatsApp-Gruppe war vorhanden). Daher wundert es mich nicht, wenn manche Lehrkräfte sich vehement für Präsenzunterricht aussprechen.
    Die Aussage zu den Infektionszahlen in Schulen ist meiner Meinung nach sowieso absolut unglaubwürdig, da in den Schulen -bis jetzt- noch nicht Mal Lehrer getestet wurden, geschweige denn Schüler. Wie kann man denn da über ein Infektionsgeschehen eine Aussage treffen? Natürlich tragen alle Menschen die sich in der Schule aufhalten Krankheiten rein und raus! Da sind Schulen nichts anderes als z. B. Supermärkte. Wahrscheinlich ist im Supermarkt durch den kürzeren Aufenthalt und die bessere Möglichkeit Abstand zu halten (u. Lüftungsanlagen?) das Risiko geringer.
    Außerdem ist allgemein bekannt, dass das Lernen in kleineren Gruppen besser, also erfolgreicher, ist als in Klassen mit 23 bis … Schüler.

    • Ihr eines Beispiel kann nicht für alle Lehrer und Schulen stehen bleiben!
      Beispiel meiner Klasse ab März: von allem E-Mail Adressen gab es nur 2 Familien die über PC/Laptop und einen Drucker verfügten. Alle anderen Kinder waren nur über WhatsApp erreichbar, was von der Schulverwaltung als Kommunikationsmedium explizit verboten worden war. Digitaler Unterricht mit Telefon, WhatsApp (war mir egal, sonst wäre nichts gelaufen) und Arbeitsmaterial aus Büchern oder Blätter per Post. Kinder bearbeiten, fotografieren, WhatsAppen an den Lehrer, der korrigiert, schickt als WhatsApp zurück, Verbesserung keine, weil Kinder jetzt Null Bock haben. Unterrichtszeiten auf diese Weise: von etwa 8.30 Uhr bis 22 Uhr, manchmal noch nachts bis um 3 Uhr in der Nacht Anrufe von Kindern, deren Rhythmus gestört ist und die nur nachts arbeiten können.
      Das ging täglich so, auch an den Wochenenden (wo es etwas weniger wurde), bis hin zur totalen Erschöpfung kurz vor Ferienbeginn und Krankenhausaufenthalt.
      So mussten die meisten Kollegen an meiner Schule arbeiten!
      Was schreiben Sie da noch, recht unfair, von „Digitaler Inkompetenz“?

      • Bei uns ist viel am Datenschutz gescheitert. E-Mail-Adressen, Namen von Schülern mit diff. Material….. dann lieber datenschutzkonform per Post oder direkt selbst verteilt. Manche holten ihr Arbeitsmaterial in der Schule ab und brachten die Ergebnisse zurück. So gab es hin und wieder doch den einen oder anderen persönlichen Kontakt.
        Es gab und gibt viele Steine, die uns in den Weg gelegt wurden und werden.

  27. In Bayern wurde Distanzunterricht ab Inzidenz 200 und Klasse 8 beschlossen. Immerhin! Weiter so. Wenn Söder so weiter macht, hat die CSU 4 neue Mitglieder 🙂

  28. Die Politik versagt mal wieder, wie immer, nur bekommen wir die Auswirkungen unmittelbar und in breiter Masse zu spüren.
    Beschämend, wie unsere Kultusminister ihr Geld bekommen, von verschiedenen möchte ich nicht sprechen.

  29. Das ist ja mal eine gute Nachricht!!! Weiter so!!!! Aktiv werden!
    Lehrer dürfen nicht protestieren als Beamte, stimmt das eigentlich?
    Gibt es eine Seite , wo man die protestierenden Schüler unterstützen kann?

    • Das mit dem Verbot für Demonstrationen bei verbeamteten Lehrern stimmt. Man muss ja dem Staat laut Dienstvertrag „die Treue halten“. Dass der Staat dagegen das Gebot der Fürsorge für seine Beamten und die Kinder sträflich vernachlässigt, scheint auf einem anderen Blatt zu stehen. Da frage ich mich auch täglich: Darf der Staat das?
      Zu Protest in verbaler Form, der natürlich nicht verboten werden kann: Von meinen Anfragen und Schreiben an RP und KuMi wurde seit April kein einziger beantwortet.

  30. An dieser Stelle möchte ich diesen zivilcouragierten SchülerInnen meinen allerhöchsten Respekt zollen!!!

    – Sich nicht weiter wie „Lemminge zur Schlachtbank führen lassen“ (metaphorisch gemeint)!
    – Selber denken – und handeln, wenn die „Oben“ offensichtlich die Sicherheit für Gesundheit, Leib und Leben nicht mehr gewährleisten können. Ganz prima!!! Super!

    Und das kommt so von mir, ich, die ich immer eine sehr loyale, stets „sehr brave Beamtin“ war, die als Teil der Exekutive immer wusste, wo ihr Platz ist, was ihre Pflichten sind –
    staatstragend, verantwortungsvoll, gewissenhaft, tendenziell eher traditionell, konservativ „tickend“, d.h. ich bin dafür, zu erhalten und weiterzupflegen, was sich bewährt hat.
    Überhaupt keine Rebellin! Weit gefehlt!
    Ich fühle mich unserer Demokratie zutiefst verpflichtet und habe diese stets aus voller Überzeugung als sehr hohes Gut wertgeschätzt und verteidigt. Idealistin!

    Mein Selbst- und Weltbild als Beamtin ist jedoch zur Zeit sehr erschüttert!
    Wo bleibt denn die Fürsorge des Staates, des Kultusministeriums, für seine „loyalen StaatsträgerInnen“??? Ich vermisse sie sehr.

    „Fürsorge“ zum Beispiel durch (echte!) Abstandsmöglichkeit (sic!!!), kleinere Lerngruppen, mobile Luftfiltergeräte, Wechsel- bzw. Hybridunterricht, IT-Infrastruktur für funktionierenden Distanzunterricht, Entzerrung (vollgestopfte Schülertransportmittel!) … .

    (Exkurs zum „Geist des GG“) :
    (Selbst) in der Bundeswehr gibt es für die dort dienenden „BürgerInnen in Uniform“ explizit
    verbrieft das „Recht auf Widerstand“, also das Recht auf Befehlverweigerung, trotz Gelöbnis/Eid – auf unsere Verfassung, das Grundgesetz.

    Dies ist ja das Ergebnis einer der vielen Lehren, die man aus der Nazi-Diktatur gezogen hat!

    Nach den unheilvollen Erfahrungen auch bei der Führung eines Angriffs- und (teilweise) Vernichtungskrieges wurde bewusst durch das sog. Prinzip der „Inneren Führung“ in der Bundeswehr die Möglichkeit einer freien Gewissensentscheidung des (mit)denkenden Soldaten vorgesehen, diese mit Absicht eingeräumt.

    Natürlich nicht um sich aus purer Opposition darauf berufen zu können! Keine leichtfertige Inanspruchnahme aus Jux und Tollerei, schließlich funktioniert ein Militärapparat
    effektiv im Ernstfall nun mal nur durch eine funktionierende Befehlskette, Befehl und Gehorsam – ohne jegliche Diskussion im Einzelfall, bei jeder einzelnen Entscheidung.

    Aber der „Notausstieg“ wurde bewusst eingebaut, diese „Sicherung“ ist gewollt.

    Das Militär sollte damit niemals zum „Staat im Staat“ pervertieren können: mit losgelöstem Eigenleben und strengem Korpsgeist, zum Fremdkörper oder gar zu einem potenziellen Konkurrenten der staatlichen Organe – mit schwer zu bändigendem Drang zur politischen (Um-)gestaltung – mutieren können.

    All dies entspringt dem „Geist unseres Grundgesetzes“! – von den Müttern und Vätern unserer Verfassung wohlüberlegt in vielfacher Weise niedergelegt und verankert!)

    Mir drängt sich bei der Betrachtung des Verhaltens der SchülerInnen vehement irgendwie eine gewisse Assoziation zu den gerade geäußerten Gedanken auf:
    der gerade thematisierte „Geist unseres Grundgesetzes“ baut ja geradezu darauf auf, lebt immer nur durch mündige, (mit-)denkende BürgerInnen! – Somit auch in der Schule! – gerade auch in der Schule!!

    Damit sind jedoch keine „aufmüpfigen“ SchülerInnen, die (durchaus altersgerecht!) „Protest um des Protestes willen“ machen wollen und sollen, gemeint.
    Nein! Ganz im Gegenteil: gemeint ist das Lebenselixier jeder Demokratie!

    Im Politikunterricht (Sozialkunde/ Gemeinschaftkunde, wie das Fach in einigen Bundesländern heißt) hat die Lehrkraft die Vermittlung des Grundwissens, der Instrumentarien zur Befähigung zur Partizipation (Teilhabe/politische Mitgestaltung) als Lernziele im Hinterkopf.

    Wenn das dafür nötige „theoretische Rüstzeug“, das einige SchülerInnen wenig begeistert, recht unwillig, lernen, auch in der vorliegenden Form Früchte durch eigenverantwortliches, selbstbestimmtes Handeln trägt –
    ist das ja eigentlich ein Grund zu großer Freude für die Lehrkräfte! „Mission accomplished“! Lernziele erfüllt!

    Selbst, mündig, zur Tat schreiten, und sein Schicksal an der Schule nicht mehr voller blindem Vertrauen – und Gehorsam – in die Hände des Kultusministeriums, der nachgeordneten Kultusbürokratie bis hinzu zur SchulleiterIn und den LehrerInnen an der eigenen Schule legen!

    Die Leute an der Schule geben ja wirklich schon alles, tun das Menschenmögliche vor Ort!!! Mehr als genug! – aber ihnen sind oft die Hände gebunden!

    Das Verhalten zivilcouragierter SchülerInnen wie das der obigen lässt mich nicht bange sein um die Zukunft unserer Demokratie. Es lebe die Schuldemokratie (gelebte SMV)!
    Möge Zivilcourage immer idealistische NachahmerInnen finden!

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