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Philologen: Wechselunterricht nur für einige Schüler sorgt für organisatorische Probleme

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MÜNCHEN. Der Bayerische Philologenverband hat die von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigte Einschränkung des Präsenzunterrichts kritisiert, weil damit organisatorische Probleme für die Schulen verbunden sind. „Sicherheit steht an erster Stelle. Wenn die Infektionen nicht zurückgehen, muss gehandelt werden. Allerdings bringen die angekündigten Maßnahmen die weiterführenden Schulen in den nächsten zwei Wochen in eine Schieflage”, sagt Verbandsvorsitzender Michael Schwägerl. 

Wie soll Distanzunterricht und Präsenzunterricht gleichzeitig organisiert werden? Foto: Shutterstock

Geplante Leistungserhebungen ab Klasse 8 würden in den nächsten beiden Wochen bayernweit praktisch nur sehr schwer oder gar nicht zu organisieren sein. „Leider haben sich viele Schüler schon auf die Schulaufgaben vorbereitet, aber das ist wohl der Preis, wenn kurzfristig entschiedene Pandemiemaßnahmen auf das geplante und langfristig angelegte System Schule treffen”, so Schwägerl weiter. Die Forderung der Philologen an das Kultusministerium: Die Erwartungen müssen gesenkt werden.

Gute Konzepte für den Distanzunterricht lassen sich nur bei vollständigen Schulschließungen umsetzen

Noch größere Schwierigkeiten sieht der Verband der Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen in den Hot-Spots bei einem Inzidenzwert von über 200, wo die Klassen acht aufwärts bis auf die Abschlussklassen komplett in den Fernunterricht wechseln sollen. Es gebe zwar gute Konzepte für den Distanzunterricht, so meinen die Philologen. Diese ließen sich aber 1:1 nur bei einer vollständigen Schulschließung umsetzen. Der heute angekündigte Fahrplan schreibt aber einen Distanzunterricht ab Klasse 8 neben dem Präsenzunterricht vor. Gerade die Gymnasien werden hiervon sehr betroffen sein.

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Schwägerl illustriert dies an einem Beispiel: Die Lehrkraft ist in der Schule anwesend und unterrichtet stundenplangemäß in der 1. Stunde die 5. Klasse, in der 5. Stunde die 7. Klasse und in der 10. Stunde die 12. Klasse. Dazwischen müssen aber noch eine 10. und eine 8. Klasse auf Distanz versorgt werden. Aufgrund oftmals ungenügender technischer Voraussetzungen in der Schule wird hier der Distanzunterricht an seine Grenzen kommen, sagt der Verbandschef voraus. „Wir appellieren deshalb ganz stark an alle Beteiligten, also Schüler und Eltern: Das jetzt für 1,5 Wochen zu praktizierende Modell ist eine Notlösung. Es kann und wird nicht immer Distanzunterricht so stattfinden können, wie er in den Konzepten des Ministeriums und der Schulen gedacht ist”, so Schwägerl.

Gesundheitsschutz für Lehrerinnen und Lehrer wird nicht verbessert

Bei den angekündigten Maßnahmen fehlten zudem Aussagen zur Steigerung des Gesundheitsschutzes bei Lehrkräften. „Die Lehrerinnen und Lehrer sind weiterhin stark unterwegs, sie haben 100 und mehr Kontakte und daran ändert auch der Wechselunterricht wenig. Immer noch aber warten die Lehrkräfte auf genügend FFP2-Masken, die sie dauerhaft schützen können. Wenn nicht jetzt der Zeitpunkt für verstärkten Gesundheitsschutz an den Schulen ist, wann dann?”, fragt Schwägerl. News4teachers

Bayern schränkt den Schulbetrieb massiv ein: Für ältere Schüler Wechselunterricht, ab Inzidenz 200 für sie nur noch Distanzunterricht

 

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