Kultusminister, gebt uns unsere Freiheit zurück – Schluss mit dem Leistungsdruck! Wie ein Schüler mit der Corona-Politik abrechnet

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BERLIN. „Normalerweise halte ich mich als Schüler bei Diskussionen auf News4teachers zurück und bleibe ein stiller Leser im Hintergrund“, so schreibt uns ein 17-jähriger Gymnasiast. „Aufgrund der aktuell sehr belastenden Situation melde ich mich nun aber doch mal zu Wort. Ich möchte einen direkten Einblick in das Leben eines Schülers geben, der stark unter dem Versagen der Schulpolitik leidet.“ Und diesen Einblick gibt er dann auch – auf eindrucksvolle Art. Wir veröffentlichen seinen Beitrag anonym, um den Schüler zu schützen.

„Starke Abneigung gegen alles Schulische“: Für junge Menschen war die Krise hart. Illustration: Shutterstock

Ich spreche bewusst von einem Versagen, denn anders kann man es nicht nennen. Vielleicht wäre sogar der Begriff „komplettes Desaster“ passender. Jedenfalls begann alles im Herbst letzten Jahres. Zu diesem Zeitpunkt wurden die ersten Fehlentscheidungen getroffen. Auf Krampf ließ man die Schulen trotz immer rasanter steigender Fallzahlen offen und berief sich auf das „Recht der Bildung“. Außerdem dürften sozial benachteiligte Schüler nicht durch eine erneute Schulschließung im Lernstoff abgehängt werden. Die meisten älteren Schüler erkannten allerdings sofort, dass es sich um reine Augenwischerei handelt und nicht wirklich im Sinne der Schüler gehandelt wird.

Vor der Corona-Pandemie haben sich unsere „kompetenten“ Kultusminister auch nicht für die sozial schlechter gestellten Kinder interessiert. Warum jetzt auf einmal? Bei genauerer Betrachtung könnte einem fast in den Sinn kommen, dass es sich bereits um Wahlkampf für die Bundestagswahl 2021 handelt. Was für ein Zufall!

Obwohl bereits nach der ersten Welle zahlreiche Virologen davor warnten, dass eine zweite Welle kommen würde, machte man die Schulen nicht rechtzeitig für den Winter fit. Es folgten für uns Schüler einige der beängstigten Tage unserer Schullaufbahn.

Also saßen wir vor den Winterferien in kalten Klassenräumen und die Qualität unseres Lernens nahm kontinuierlich ab

Viele Erwachsene befanden sich aufgrund der immer schlechter werdenden Corona Lage wieder im Homeoffice, während wir Schüler Tag ein Tag aus, eine Großveranstaltung namens Schule besuchten. Anfangs gab es nicht einmal eine Maskenpflicht. Als dann die Rufe nach weiterem Gesundheitsschutz laut wurden und viele Beteiligte der Schulgemeinde sich Luftfilteranlagen wünschten, ignorierte die Politik diese Sorgen gekonnt. Solche Anschaffungen seien zu teuer und würden angeblich nicht viel bringen. Lüften würde ausreichen.

Also saßen wir die letzten zwei Monate vor den Winterferien in kalten Klassenräumen und die Qualität unseres Lernens nahm kontinuierlich ab. Zunehmend wurden viele meiner Mitschüler ängstlicher, da sie ihre Familien mit Corona infizieren könnten. Mit Angst lernt es sich nicht gut, da spreche ich aus eigener Erfahrung. Es ist nämlich kein tolles Gefühl, später mal für den Tod seiner Großeltern oder anderer Familienmitglieder verantwortlich zu sein, nur weil man zwanghaft in die Schule gehen musste und sich dort angesteckt hat.

Zwei Tage vor den Weihnachtsferien erkannten die Verantwortlichen endlich an, was ich schon seit mehreren Monaten wusste. Die Corona-Situation in Deutschland, aber auch in den Schulen war außer Kontrolle geraten.  Es war zu dieser Zeit allerhöchste Eisenbahn, die Schulen zu schließen. Hätte man die Schulen nicht seit Jahren kaputtgespart und in Luftfilter investiert, wären erneute Schulschließungen sicherlich überflüssig gewesen. Aber nein, es musste anders kommen…

Grundsätzlich bin ich kein Befürworter von Schulschließungen, dennoch finde ich, dass die Kultusminister im Herbst deutlich früher auf die Bremse hätten drücken müssen. Ihr Versagen hat zusätzliche Menschen das Leben gekostet und die 2. Welle nochmals befeuert. Normalerweise müssten dafür Köpfe rollen. Bis heute ist allerdings nichts passiert.

Damit noch nicht genug: Meine eigentliche Leidensgeschichte beginnt gerade erst. Die erneuten Schulschließungen waren für mich das Schlimmste, was passieren konnte. Ich war inzwischen in die 11. Klasse (Oberstufe eines Gymnasiums) versetzt worden und erlebte in den nachfolgenden fünf Monaten die stressigsten meines ganzen Lebens. Während ich den ersten Schullockdown noch als relativ entschleunigend und entspannend empfunden hatte, war der zweite alles andere als schön.

Aufgrund von regelmäßigen Videokonferenzen und zahlreichen Aufgaben saß ich fast täglich 10 bis 12 Stunden vor dem PC. Gesundheitsförderlich ist so etwas bestimmt nicht. Auch am Wochenende gab es keine Pause. Für meine Lehrer waren das lediglich „konferenzfreie Tage“. Hausaufgaben mussten teilweise sonntags um 18 Uhr abgeschickt oder Präsentationen am Wochenende vorbereitet werden.

Da man in meinem Bundesland dieses Schuljahr als Schüler sitzenbleiben kann, gerieten wir Schüler zunehmend unter Notendruck. Unsere Lehrer versuchten uns, auf Zwang zu benoten und begruben uns regelrecht unter einem Berg an Hausarbeiten und Präsentationen, die alle online vorgestellt werden mussten.

Meiner Meinung nach hätte man sich für dieses Schuljahr gegen ein Sitzenbleiben und die Benotung entscheiden sollen

Für mich ist es unverständlich, warum man sich dieses Schuljahr für eine andere Regelung als im letzten Schuljahr entschied. Immerhin waren die meisten Schüler dieses Jahr für eine noch kürzere Zeit im Präsenzunterricht als im letzten Jahr. Für entstandene Lernlücken, die mit schlechter Benotung und Sitzenbleiben bestraft werden, können die meisten in meinem Alter nichts. Online-Unterricht kann eben aufgrund technischer Gegebenheiten, aber vor allen Dingen auch aufgrund der fehlenden Ausbildung der Lehrkräfte in Bezug auf die Benutzung von digitalen Medien nicht den Präsenzunterricht ersetzen.

Meiner Meinung nach hätte man sich für dieses Schuljahr gegen ein Sitzenbleiben und die Benotung entscheiden sollen. Von der Fairness, die so eine Benotung des Online-Unterrichts und des dort Gelernten mit sich bringt, mal ganz abgesehen. Ich merkte während der Zeit des Homeschoolings regelrecht, wie mein eigenes Zimmer für mich den Status eine Rückzugsorts verlor. Einer unserer Lehrer bestand sogar darauf, eine Online-Klausur zu schreiben, die anschließend wie eine Klausur bewertet wurde. Wir Schüler waren dazu verpflichtet, unsere Kameras anzuschalten und so nun auch das letzte Stückchen Privatsphäre und Rückzugsort aufzugeben.

Für mich persönlich war in diesem Moment eine Grenze überschritten. Wegen der bereits seit Wochen andauernden „Zumüllung mit Aufgaben“ entwickelte ich eine starke Abneigung gegen jegliches Schulische. Ich merkte, obwohl ich das nicht wollte, wie ich immer demotivierter und antriebsloser wurde. Mir wurden über Monate hinweg meine für mein Alter doch sehr wichtigen sozialen Kontakte genommen und auch meine tägliche Struktur fiel weg. Trotzdem sollte ich mehr und mehr Leistung erbringen, als ich es gewöhnt war. Irgendwann hörte ich auf Hausaufgaben zu machen, nicht nur aufgrund meiner Demotivation, sondern auch, weil sich zunehmend größere Lernlücken aufgetan hatten, die auch für meine sehr schlechte Leistung im Online-Test verantwortlich waren.

Meine Hausaufgaben waren, wie anzunehmen, jedes Mal falsch, als wir sie gemeinsam in den Videokonferenzen verglichen. Das machte meine Demotivation noch viel größer, als sie eh schon war. Meine Freunde und ich fühlten uns allein gelassen. Nicht einmal unsere Lehrer, zwar nicht alle, aber viele, hatten kein Verständnis für diese Dinge. Mehrmals kritisierten wir als Klasse den extremen Aufgabenumfang und baten um Verständnis, jedoch erhielten wir meist nur Gegenwind und Rechtfertigungen von unseren Lehren, die sich sonst immer als „Freunde der Schüler“ darstellen.

Ein weiterer Vertrauensverlust für mich. Ich kam mir veräppelt und als fast 18-jähriger Schüler nicht ernstgenommen vor. Gleiches gilt für die Politik. Auch die kümmerte sich nicht um uns und die Jugend im Generellen. Nicht mal ein offenes Ohr hatte man für die zukünftigen Menschen, die später für die Rente aufkommen sollen und ein riesiges „Geschenk“ an Problemen wie dem Klimawandel hinterlassen bekommen.

Nach einigen Monaten des Burnouts öffneten die Schulen glücklicherweise wieder ihre Tore. Wir durften als 11. Klasse wieder im Wechselmodell zur Schule gehen und inzwischen besuchen wir die Schule sogar täglich. Gerade erst in der Schule angekommen, schnitt das Messer des Notendrucks mir die Kehle auf. In jedem Fach wurden innerhalb der ersten paar Wochen Klausuren und anderweitige Leistungsnachweise angekündigt.

Ich zählte mit und kam auf mehr als zehn Stück. Obwohl wir gerade zum ersten Mal seit fünf Monaten wieder in der Schule waren und sicherlich einige Lernlücken aufgebaut hatten, entschied man sich dafür, in jedem Fach noch vor den Sommerferien eine Klausur zu schreiben. Bis zu den Sommerferien waren es noch fünf Wochen Zeit, d. h. mindestens zwei Klausuren müssen pro Woche geschrieben werden. Das hat natürlich die meisten von uns sehr „gefreut“.

Anstatt unsere Lernlücken gemeinsam mit den Lehrern aufzuarbeiten, kriegen wir zahlreiche Klausuren aufgebrummt

Bei mir und vielen meiner Freunde löste es eine immer größer werdende Demotivation und ein dauerhaftes Stressgefühl aus. Zunehmend entwickelten wir eine „Null-Bock-Haltung“.

Ich finde das wirklich erschreckend, denn normalerweise finde ich eine solche Einstellung gar nicht gut. Momentan weiß ich allerdings einfach nicht weiter.

Anstatt in den letzten paar Wochen vor den Ferien unsere Lernlücken gemeinsam mit den Lehrern aufzuarbeiten und an das zu denken, was wirklich zählt, kriegen wir zahlreiche Klausuren aufgebrummt. Stressiger geht´s gar nicht mehr. Ich fordere deshalb von unseren Politikern, dass sie uns unsere Freiheit zurückgeben und endlich von ihrer jugendfeindlichen, leistungsorientierten Politik wegkommen, da wir sonst früher oder später wirklich als verlorene Corona-Generation enden.

Es braucht jetzt innovative Ansätze und vor allen Dingen dürfen nicht nur die Leistung und das Lernen im Vordergrund stehen. Wir Jugendlichen müssen mental und körperlich wieder zu Kräften kommen. Viele von uns stecken im Corona-Tief drin und werden mit den jetzigen „so toll angepriesenen“ Maßnahmen, um Lernlücken aufzuholen, nur weiter in die Tiefe getreten. Ein verlorenes Schuljahr macht uns nicht zu schlechteren oder minderwertigeren Menschen.

Ein sehr empfehlenswertes Video dazu ist übrigens das Folgende von MrWissen2go:

Vielen Dank!

Leserposts

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Die Kultusminister haben eine gemeinsame Linie (nur keine gute). Ein Leserkommentar

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78 KOMMENTARE

  1. Ich kann den Frust und den empfundenen Druck gut verstehen. Und ich kann mehr als gut nachvollziehen, dass man sich auch von Schülerseite im Stich gelassen fühlt – so ging und geht es uns Kolleg*innen auch, die euch gerne mehr unterstützt hätten, aber auch wir waren und sind unter Druck mit den niemals enden wollenden Maßnahmen, die ein sozialeres Lernklima so gut wie unmöglich gemacht haben. Wir hätten so viele Möglichkeiten gehabt, gut und sicher – auch in schulischer Hinsicht – durch diese Pandemie zu kommen, aber wie du schon gesagt hast – Pandemiebekämpfung und Wahlkampf sind keine gute Kombination. Das haben wir alle bitter zu spüren bekommen. Wäre es euch möglich, euch als Schülerschaft mal auf die Hinterbeine zu stellen, gemeinsam, um unseren Kultusminister*innen genau DAS mal deutlich zu sagen? Ich werde euch sämtliche Daumen und Zehen drücken, die ich habe!!!

    • Es sollten sich ALLE gemeinsam, Schüler, Eltern und Lehrer auf die Hinterbeine stellen, damit etwas passiert.
      Leider passiert diesbezüglich oft von schulischer Seite zu wenig. Das fängt bei der Kommunikation mit den Eltern an. Anstatt sich nur darüber aufzuregen, dass Eltern sich über dies und das und jenes beschweren, sollte von schulischer Seite ein offener Dialog geführt werden und mitgeteilt werden, woran es wirklich hapert, welche Hürden von Seiten des Kultusministeriums in den Weg gelegt werden etc. Dann hätten Eltern und auch Schüler eine wirkliche Grundlage zu unterstützen und sich stark zu machen. Nicht jeder Elternteil oder Schüler liest bei News4teachers mit um auch mal die Nöte der anderen Seite zu erfahren. Und selbst wenn man das tut, aber einen relativ schlafmützigen Schulleiter auf der anderen Seite hat, kann man zwar vielleicht das ein oder andere verstehen, aber nur wenig ausrichten.

      • Als Lehrer/Schulleiter offen reden zu dürfen, wünschen sich alle. Ist aber nicht möglich, da Angestellte wie auch Beamte dem Dienstherrn verpflichtet sind. Stichwort Schweigepflicht.

  2. „Aufgrund von regelmäßigen Videokonferenzen und zahlreichen Aufgaben saß ich fast täglich 10 bis 12 Stunden vor dem PC. “

    Aber zum Zocken, oder?
    Wo gibts denn SuS, die 12 Stunden für die Schule an PC sitzen? Das dürfte die totale Ausnahme gewesen sein.

    • Unterricht online nach Stundenplan dauert schon mal von 8 bis 16.30 Uhr in der SEK 2. Dazu dann Hausaufgaben, Absprachen mit anderen Schülern… Ein normaler Schultag inklusive Hausaufgaben geht auch ohne Corona locker von 8 – 20 Uhr. Warum soll das in der Pandemie anders sein? Wie gesagt, wir sprechen von der SEK 2. Nee, nicht die Ausnahme, eher die Regel, @bernd2.
      Ich finde die Darstellung sehr realistisch, entspricht auch dem, was meine SchülerInnen über ihren Pandemiealltag berichten.

      • 8:00 bis 16:30 wären neun Unterrichtsstunden an einem Tag oder bis zu 45 Unterrichtsstunden in einer Woche. Jeder Beratungslehrer wird einem Schüler schon bei 35-37 Wochenstunden empfehlen, die Reißleine zu ziehen und 1-2 Kurse abzuwählen. Das kann vorkommen, ist aber ohne Freistunden dazwischen
        und bei mehr als ein Mal pro Woche sehr unwahrscheinlich. Die Hausaufgaben können in vielen Fällen wie im Präsenzunterricht auch auf einem Blatt Papier gelöst werden.

        Über Bernds Wortwahl kann man streiten, in der Sache stellte er aber eine durchaus berechtigte Frage. Im Präsenzuntericht hätten diese Schüler genausoviel zu tun, aber noch den Fahrtweg oben drauf, sprich 13-14 Zeitstunden wären locker möglich. So etwas gibt es in englischen Eliteschulen oder gab es in Deutschland vor 1968, heutzutage in Deutschland definitiv nicht mehr.

    • Wenn man alles, was nicht in sein eigenes beschränktes Weltbild passt, anzweifelt, wieso kommentiert man dann eigentlich? Das ist wirklich unerträglich Bernd 2.0

    • Sie müssen es ja wissen. Sprechen Sie aus eigener Erfahrung als Schüler oder sind das Erfahrungen, die Sie mit Ihren Sprösslingen gemacht haben? Bitte keine Verallgemeinerungen, Schubladendenken sollte man lassen.

    • Als ich von diesen 12 Stunden am PC las, habe ich mich auch gewundert. Ich kenne niemanden, auf den das zutrifft, vor allem am besten noch täglich. Solche maßlosen Übertreibungen diskreditieren den Artikelschreiber nur. Letztlich glaubt man ihm gar nichts mehr.

      • Leider keine Übertreibung. Ich beneide keine Lehrkraft mit 2 Hauptfächern, die kommen nämlich locker auf diese Zahl und mehr. Es soll sogar Lehrkräfte geben, die sich jede einzelne Aufgabe ihrer Schülerschaft ansehen und auch noch mit einem Feedback zurückgeben, die kommen durchaus auch locker auf diese Anzahl an Stunde.

        Tanze erst mal in den Mokkasins des andren, bevor du die äußerst. (indianisches Sprichwort)

    • @Bernd der Zweite: Das stimmt nicht, dass ein solcher Arbeitsaufwand die Ausnahme sei – das war bei meiner Tochter auch so, die im RLP im März Abi gemacht hat.

      Deswegen habe ich sehr viel Hochachtung vor allen SuS, die in dieser schwierigen Zeit Abi machen.

      Die Schilderungen des Schülers halte ich für sehr reflektiert. Ich möchte mich als Elternteil und Geisteswissenschaftlerin bei dem jungen Mann für seine Analysen bedanken. Zugleich schäme ich mich zutiefst für meine eigene Generation, die die politischen Ämter bekleidet.

    • Der junge Mann schreibt hier von seiner Not, wie er durch Überforderung immer mehr unter ungesunden Druck geriet, und wie er noch daran leidet. Diese Antwort (von Bernd dem Zweiten) finde ich, selbst falls er manche Zeiten übertrieben haben sollte, verständnislos und menschenverachtend.

      • @Mint-Lehrerin, große Wort, aber doch eher Quatsch. Der junge Mann teilt heftig aus und pauschalisiert unzulässig. Das finde ich auch. Ich glaube nicht, dass Sie verlangen wollen, dass man nur zustimmen darf oder schweigen soll. Oder?

    • @Bernd der Zweite
      hier zum 3.Mal die Frage:
      Sind Sie in einer Schule tätig?
      Habe noch keine Antwort von Ihnen erhalten!
      Sie tauchen hier auf, teilen äußerst fragwürdige Einwürfe, Meinungen hier mit und mischen die Gruppen auf!
      Das war es!
      Vieles spricht für fehlende Kenntnisse/ Kompetenzen über Tatsachen im schulischen Leben!
      So Leute können wir hier nicht brauchen!
      Suchen Sie sich einen anderen Wirkungsort, Ihr „Fachwissen“ wird hier wirklich nicht gebraucht!

    • Mir erscheinen 10-12 Stunden durchaus plausibel. Meine Tochter (Klasse 5!!!) saß jeden Tag ca 6-7 Stunden vor dem PC.
      Zu 5 Zeitstunden Teams-Konferenz kamen nämlich leider tatsächlich sehr viele Hausaufgaben, die nur am PC und mit Google-Recherchen gelöst werden konnten. Texte in Word, Bilder raussuchen, online-formulare, padlets etc
      Oder auch sehr gerne Gruppenarbeiten, die die Kinder dann nachmittags in Kleingruppen über Teams lösen sollten.
      Da habe ich mich echt oft geärgert, da meine Tochter da dann auch oft Kopfschmerzen bekam. (Sie zockt übrigens privat überhaupt nicht – sowas gibt’s 😉

    • Dieser Beitrag ist eine Frechheit! Vielleicht gab es Schüler, die gezockt haben, aber längst nicht alle. Ich bin selbst Lehrerin und Mutter einer Tochter in der Oberstufe. Sie hat tatsächlich bis spät abends am PC gesessen. Im März ging dann gar nichts mehr: Burnout. Und das mit 17!

    • passt, mein sohn saß von 8-16 uhr vor dem pc und dienstags 9:50-16:45, auch oberstufe. danach gab es abgabefristen, physik musste am selben tag um 16 uhr abgegeben werden. d.h. da er dienstags keine freistd. und keine längere pause hatte, musste neben dem onlineunterricht physik erledigt werden. nach dem onlineunterricht wurden dann hausaufgaben manchmal sogar bis 22:30 uhr! gemacht. leider schließe ich mich, als mutter, dem jungen mann an. diese situation hat wirklich zur demotivation, kraftlosigkeit und bei einigen sogar zur burnout beigetragen.

  3. Ich finde den „Leserbrief“ ziemlich unreif, weil ein 18-jähriger, der sonst immer nur bei Diskussionen mitliest, nun auf einmal auftritt wie jemand, der den Stein der Weisen gefunden hat und allen anderen sagt, was falsch und was richtig ist. Gerade die Corona-Krise war jedoch ein ständigen Suchen nach der besten Lösung und ein permanentes Ausbalancieren unterschiedlichster Meinungen und Interesse. In diesem Sinne gab und gibt es nicht die eine richtige Lösung. Jede Lösung hing ab von dem, der sie fordert und von dem, der sie betrifft.

    Vor allem die folgende Aussage finde ich unreif, weil sie pauschalisiert und Klischees bedient:
    „Vor der Corona-Pandemie haben sich unsere „kompetenten“ Kultusminister auch nicht für die sozial schlechter gestellten Kinder interessiert. Warum jetzt auf einmal?“ HIer stellt ein 18-jähriger die Kompetenz von 16 Kultusministern infrage, als ob er/sie alleine gewusst hätte, was das Richtige ist und alle anderen sich irren. Wow, dass ein 18-jähriger die eine wirkliche Wahrheit kennt.

    Und total daneben und falsch finde ich die Aussage, dass man sich erst jetzt um sozial schlechter gestellte Schüler gekümmert hätte. Man mag die Maßnahmen als unzureichend qualifizieren, aber so zeugen sie vor allem von Ahnungslosigkeit, gipfelnd in der unseligen Frage, warum man sich denn jetzt um diese Kinder kümmere. Heißt also, wer bis jetzt vernachlässigt wurde, der kann auch getrost weiterhin vernachlässigt werden oder wie?

    • Sie müssen zwischen den Zeilen lesen.

      „Vor der Corona-Pandemie haben sich unsere „kompetenten“ Kultusminister auch nicht für die sozial schlechter gestellten Kinder interessiert. Warum jetzt auf einmal?“

      bedeutet schlicht und einfach, dass es heuchlerisch ist, die sozial schlechter gestellten Kinder vorzuschieben, damit die Kultusminister ihre Anordnungen durchsetzen können. Es wurde sich weder vor, noch während der Pandemie um diese Kinder von Seiten der Politiker geschert. Sie wurden nur als Mittel zum Zweck benutzt und das darf man, auch als 18jähriger, kritisieren.

    • Vor 20 Jahren hat die Pisa-Studie hervorgebracht, dass in Deutschland rund 20 Prozent der Schüler abgehängt sind – eben sozial schlechter gestellte. Und mit jeder Pisa-Studie seitdem wird dieser Befund erneuert. Getan hat sich dabei: nichts. Der Autor des Beitrags hat also völlig recht mit der Feststellung, dass sozial schwache Schüler die Kultusminister bislang nicht interessiert haben, in der Corona-Krise aber als Alibi fürs Nichtstun herhalten mussten.

      Dass Sie darüber hinaus auf dem Alter des Autoren herumreiten („Wow, dass ein 18-jähriger die eine wirkliche Wahrheit kennt“), ist darüber hinaus peinlich – für Sie. Diese Borniertheit zeigt anschaulich, dass ein fortgeschrittenes Alter (das ich bei Ihnen mal voraussetze) kein Ausweis für geistige Reife ist.

      • @ Bernd, falsch. Sowohl als auch. Es ist einfach ignorant zu behaupten, dass seit 20 Jahren NICHTS geschehen wäre für sozial schwächere Schüler. Man kann es nicht genug nennen oder man kann es das Falsche nennen, aber es wurde ständig Neues erdacht, ausprobiert, beschlossen. Es ist wohl das übliche Bildungspolitikbashing, das hier betrieben wird.

        Falsch ist ebenso sehr, den Spiel einfach umzudrehen, wenn ich auf das jugendliche Alter verwies. Mit 18 so aufzutreten, dass man allen anderen sagt, was richtig und was falsch wäre, finde ich reichlich selbstherrlich. Ja, das sage ich als jemand, der/die auch mal 18 war.

          • Nichts, genau so wenig, wie für Kinder mit Förderbedarf! „Inklusion zum Nulltarif“ ist das Zauberwort. Allerdings wurde dabei vergessen, dass man dazu auch die Rahmenbedingungen braucht, zuallererst genügend Lehrer und Erzieher, am besten Sonderschullehrer und Integrationserzieher. Da schon Lehrer „Goldstaub“ sind, sind diese dann wohl „Diamanten“. Ebenso mangelt es an Sozialpädagogen und Personal in den Jugendämtern. Das alles nicht erst seit Corona. Ich stimme also der Aussage -“ die sozial benachteiligten SuS haben vorher niemanden interessiert“ – voll zu und ich befürchte sie werden nach Corona genau so schnell wieder vergessen.

          • @ Bernd und p., Sie fragen nicht, weil Sie es wissen wollen; Sie fragen, weil Sie es „verreißen“ wollen, um dann bei Ihrer Behauptung bleiben zu können. Dieses Spiel spiele ich aber nicht mit. Tut mir leid. Informieren Sie sich. Es gibt mehr, als Sie wissen.

            Auf die Schnelle gefunden:
            (1) Hilfsangebote für Familien – ein tabellarischer Überblick
            Martin R. Textor
            https://www.kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/paedagogik/26

            (2) Beispiel Hessen:
            „Viel getan – noch viel zu tun: Gelungene Förderbeispiele- und Projekte
            „Ganz entscheidend und deshalb auch erster Grundsatz bei unseren Anstrengungen ist die systematische und durchgängige Sprachförderung über alle Stationen der Bildungslaufbahn von Kindern und Jugendlichen hinweg. Sprachförderung muss deshalb bereits intensiv vor der Einschulung ansetzen und sich bis zur beruflichen Bildung durchziehen. Eine wichtige Rolle spielt zudem die Zusammenarbeit mit Stiftungen, mit denen beeindruckende Förderangebote, Wettbewerbe oder Fortbildungen für Lehrkräfte realisiert werden können. Darüber hinaus haben sich Instrumente wie der Grundwortschatz in der Grundschule, das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz und Programme wie ‚Deutsch & PC‘ zur computergestützten Verbesserung der Deutschkenntnisse von Grundschulkindern als äußerst wirksame Maßnahmen zur Förderung der Bildungssprache erwiesen. Vieles davon setzen die Länder bereits um“, erklärte der KMK-Präsident. Eine alle vier Jahre zu aktualisierende Bilanzierung orientiert an den 10 Grundsätzen soll zudem Praxisanregungen länderübergreifend vermitteln.

            Beispielhaft für die zukünftige Umsetzung der Empfehlung in Hessen nannte Lorz eine zusätzliche Deutsch-Stunde in der Grundschule, die Änderung des hessischen Schulgesetzes zur Verpflichtung der Vorlaufkurse vor der Einschulung bei entsprechendem Deutschförderbedarf und eine geplante neue Kompetenzstelle Orthografie gemeinsam mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und der Goethe-Universität Frankfurt am Main, die die Professionalisierung der hessischen Lehrkräfte im Bereich der Rechtschreibung stärken und nachhaltig die Rechtschreibleistungen der Schülerinnen und Schüler verbessern soll. Darüber hinaus sollen erfolgreiche außerschulische Angebote wie beispielsweise der „Deutschsommer“ an noch mehr Standorten angeboten werden.“
            https://bildungsklick.de/schule/detail/gutes-deutsch-bessere-chancen-10-grundsaetze-fuer-mehr-bildungsgerechtigkeit

            Ich erinnere vorsorglich daran, Sie sagten, es sei NICHTS geschehen und dagegen wandte ich mich. Sie sagte nicht, es sei zu wenig oder gar das Falsche !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

          • Die Abiturquote ist auf jeden Fall gestiegen. Selbst wenn man so naiv ist, einen Kausalzusammenhang zwischen sozialer Stärke und Abitur anzunehmen, muss aufgrund des demographischen Wandels das Abitur in Richtung der sozial Schwächeren gewandert sein. Erstens bekommen gerade die sozial stärksten Frauen (Akademikerinnen) weniger Kinder, zweitens ist die Anzahl Abiturienten dennoch gestiegen. Ebenso nahm der Anteil Hauptschulabsolventen ab. Insgesamt nahm also das Bildungsniveau, gemessen an den Abschlüssen, im Durchschnitt zu.

            Der Erklärungsversuch, dass die Politik die Abiturientenquote erhöhen wollte und das das am einfachsten durch geringere Anforderungen zu erreichen ist, wodurch gleichzeitig die Anforderungen für die mittleren Abschlüsse auch einfacher wurden, halte ich allerdings für wesentlich plausibler als die soziale Stärke bzw. Schwäche oder deutliche Änderungen in der kognitiven Leistungsfähigkeit in so kurzer Zeit.

          • Interessant, Tsundoku3, Ihre Liste „Hilfsangebote für Familien“ enthält kein einziges schulisches Angebot – und die zusätzliche Deutschstunde von Herrn Lorz bekommen doch alle Grundschüler, oder? Das ist doch keine besondere Förderung sozial Schwacher. Ebensowenig die Fortbildung von Lehrkräften in Sachen Rechtschreibung. Von der Änderung des Schulgesetzes wird kein einziger Schüler besser.

            Darüber hinaus verweist der Kultusminister auf das Engagement von Stiftungen – wie peinlich ist das? Das Land tut offenbar so wenig, dass die Pressestelle des Kultusministeriums irgendwelche Stiftungsprojekte herauskramen muss, um überhaupt irgendetwas anführen zu können.

            Ich bleibe dabei: Es ist in 20 Jahren schulpolitisch nichts gemacht worden, um sozial schwache Schüler besonders zu fördern. Da hat der Autor des Beitrags oben recht.

          • Na ja, werter Bernd, Sie wissen doch selbst ganz genau, dass Schule nichts kosten darf und viele Förderideen die Schulträger finanzieren müssen.

            Übrigens werden Schüler durch Änderung von Schulgesetzen einfacher besser als durch eigene Anstrengung. Sie müssen nur die Lehrpläne so verändern, dass man sich schon sehr anstrengen muss, um den Abschluss nicht zu schaffen.

            Bedenklich finde ich aber, dass Sie soziale Schwäche mit Dummheit oder (unverschuldete) Faulheit gleichsetzen. Die beste Förderung ist meiner Meinung nach noch immer das eigene Hinsetzen auf den Hosenboden und ackern, immer den Unterricht besuchen und dort aufpassen.

          • Nicht zu vergessen, dass das, was in Erlassen oder vom Ministerium benannt wird, der Realität gar nicht entsprechen muss.
            Alle Stunden außerhalb der Pflichtstundentafel, also gerade Stunden für Deutsch als Zweitsprache und Inklusion, fließen häufig in die Vertretung, statt zweckgebunden erteilt zu werden und gleichwertig als Unterrichtsausfall zu gelten.
            Hessen hat eine zusätzliche Deutschstunde angekündigt, ich bin nicht sicher, ob alle SuS nun eine Stunde mehr Unterricht erhalten oder etwas anderes gestrichen wurde, und ob Hessen dafür landesweit an allen Schulformen genügend ausgebildete Lehrkräfte eingestellt hat.
            Niedersachsen hat die Sprachförderung vor der Einschulung aus den Aufgaben der Lehrkräfte gestrichen, obwohl es jahrelang fundiert lief und eine gute Unterstützung des Überganges KiTa-GS bildete, aber Lehrkräftestunden sind für das Land teuer und der Lehrkräftemangel hoch, sodass die Stunden in den anderen Unterricht gegeben wurden.

            Weitere Maßnahmen sind solche, die kein Geld kosten, weil sie ohne Ausgleich/Anrechnung oder Entlastung der Schulen, also Lehrkräften, übertragen werden und im Unterricht berücksichtigt werden sollen, z. B. durchgängige Sprachbildung in allen Schuljahren, Fortbildungen etc.
            Ja, der inhaltliche Ansatz ist richtig, aber wenn es so wichtig ist, dann müssten Fortbildungsbudgets aufgestockt werden, Lehrkräfte bräuchten vermehrt Möglichkeiten, Fortbildungen besuchen zu können ohne Mehrarbeit zu haben, und an allen Schulen Beauftragte mit Stunden entlastet werden, damit sie Machbares eruieren und implementieren.

            Alles weitere sind Beratungsstellen, über deren Annahme die Familien selbst entscheiden. Die Ausstattung dieser Stellen liegt gar nicht in der Hand des Landes, sie sind kommunal finanziert und hoffnungslos überlaufen. Es ist gar nicht leicht, Hilfe zu erhalten, so sehr sich die Beratenden bemühen, der Bedarf ist um ein Vielfaches höher, als gewährt werden kann. Dringend bräuchte es Tagesgruppen und auch Pflegefamilien und Pflegestellen werden händeringend gesucht, zeigen aber nur die Spitze des Eisbergs. Genannt sind auch Ergotherapeuten und Logopäden. Ich weiß nicht, wie es in Hessen ist, in meiner Region hat man Schwierigkeiten, hierfür Rezepte zu erhalten. Dennoch sind die Praxen so überlaufen, dass man für Therapien über ein halbes Jahr Wartezeit hat, im SPZ gerne auch1 Jahr, bevor die Testungen beginnen und mehrere Monate in Anspruch nehmen, bevor eine Förderung beginnt. Das Angebot müsste doppelt so groß sein und das war auch vor Corona schon so.

            Der Schüler, der den Artikel geschrieben hat, ist von dieser Förderung gar nicht betroffen, für ihn würde keine der genannten Maßnahmen greifen, dennoch bräuchte er Hilfe anderer Art und es ist richtig, dass die sozial benachteiligten SchülerInnen auch vor Corona nicht von Interesse waren.
            Da kann man spitzfindig darauf herumreiten, dass das Wort „KEINE“ unpassend sei,
            für die vielen, für die die genannten Maßnahmen nicht in Frage kommen und nicht greifen, weil die Angebote fehlen oder sie immer wieder vertröstet werden, bedeutet es aber, dass sie KEINE Hilfe hatten.

          • @ Bernd, wie ich schon vorhersah, Sie wollen nicht wissen, Sie wollen nur „verreißen“. Da könnte man nun aufführen, was man wollte, Sie würden es immer klein- und schlechtzureden wissen.

            Hier bringe ich noch ein Beispiel, dass die Aussage, der Staat tue NICHTS für Kinder aus sozialschwachen Familien, einfach NICHT STIMMT:

            Stichwort Bildungsgutscheine
            „Sie können den Bildungsgutschein für Kinder bei der Arbeitsagentur beantragen. Füllen Sie hierzu ein Antragsformular aus. Benennen Sie in Ihrem Antrag den staatlich anerkannten Weiterbildungsträger, der Ihr Kind weiterbilden soll. Der Bildungsgutschein für Kinder ist unabhängig vom Einkommen der Eltern. Durch diese neue Art der Förderung werden nicht mehr die Schulen unterstützt, sondern die Kinder. …“
            https://www.helpster.de/bildungsgutschein-fuer-kinder-beantragen_53876

      • „Vor 20 Jahren hat Pisa …“
        Und diese 20 % sog. „Risikoschüler“ sind dann genau diejenigen, die immer 10-12 Stunden vor dem Bildschirm sitzen, um ihre Schulangelegenheiten zu erledigen? Oder eher diejenigen, die die Schule nicht so ernst nehmen?

    • Kostenlose Wahlwerbung für die unfähigen Kumis.. als ob die sich nicht selbst schon genug beweihräuchern.

      Der Abiturient ist reifer und reflektierter als Sie, wenn Sie meinen ihn wegen seines Alters belächeln zu müssen.

      Fakt ist, am Bildungssystem wird seit Jahrzehnten gespart! Corona hat schonungslos offengelegt, dass die Kinder in unserem Land den Entscheidungsträgern nichts wert sind.

      Sehr guter Leserbrief!

  4. @Bernd der Zweite:

    Es erzeugt Ekelgefühle in mir, dass Sie hier offensichtlich keine Gelegenheit auslassen, Fußtritte zu verteilen.
    Scheinbar brauchen es manche dringend, ihr Selbstwertgefühl auf diese Weise zu pimpen.

    Kotz-Emoji….

    Damit wäre meine Aufmerksamkeit zu Ihren Post mehr als aufgebraucht.

      • Genau so habe empfinde ich auch jeden Post von Bernd 2.0.
        Mittlerweile habe ich auch das Gefühl, dass er mit mehreren Pseudonymen hier unterwegs ist, um sich selbst zu verteidigen und es so aussehen zu lassen, als ob es sich da um mehrere Personen handelt. Ganz Okay like, wer sich noch erinnert.
        Es vergiftet jede Diskussion und jeden tollen Artikel hier. Werde dem auch keine Aufmerksamkeit mehr schenken.

      • Lieber Weltenbummler, das nennt man Wahrhaftigkeit…eine der absoluten Stärken bei guten Lehrer*innen, weil die SuS argumentatives Herumgeeiere – nur um sich nicht in seiner echten, menschlichen Haltung zu zeigen – erkennen und i.d.R. nicht besonders goutieren.

        Man muss Scheiße – wenn sie eindeutig als solche erkennbar ist – auch als solche benennen…wie sollen SuS mir sonst meinen fachlichen Input als angemessen und richtig abnehmen.

        Dieses ständige Herumlavieren um Offensichtliches („pc“ – political correctness als Argument, sich nicht mit der Realität auseinander setzen zu müssen) ist eines der größten Probleme, die wir zur Zeit haben und was uns in den kommenden Zeiten massiv schaden wird.

        • Das ist grundverkehrt, Andre Hog. Wären Sie Lehrer, wüssten Sie das auch. Lehrer, die mit ihren Schülern so „wahrhaftig“ sprechen, kriegen im Schulalltag ganz schnell eine Menge Ärger. Das weiß jeder Lehrer. Es ist ja letztlich auch richtig so, denn wir sollen den Schülern ja auch beibringen, ihre Konflikte zivilisiert zu lösen und ihre Argumente sachlich vorzutragen. Sie können kein Lehrer sein, wenn Sie sowas schreiben, was Sie da geschrieben haben. Es untergräbt jedes zivilisierte Miteinander und auch Sie finden es vermutlich nur akzeptabel, solange es die anderen trifft und nicht Sie selbst.

          • Ich bin Lehrer und hatte wegen Wahrhaftigkeit noch keinen Ärger…habe aber ne Menge positiver Rückmeldungen sowohl von SuS als auch von Eltern bekommen…“endlich jemand, der sagt, was er denkt“.
            Ich muss sagen, dass ich damit bislang ganz gut gefahren bin.
            Liebe Grüße

          • Nun, ich war Zeit meines (Lehrer)Lebens echt und wahrhaftig und habe die Dinge beim Namen genannt. Ist manchmal schmerzhaft für mich gewesen, hat in der Sache aber geholfen.Dabei kann man tatsächlich respektvoll bleiben, sachlich und zivilisiert. Wenn Sie das (noch) nicht können, lernen Sie es einfach.
            Und ja, ich teile die Meinung von André Hog und Mary Ellen:
            1. Fußtritte verteilen dient meist dazu, die eigene Unzulänglichkeit zu überdecken.
            2. Auch wenn Sie die Dinge höchstwissenschaftlich und politisch korrekt als „Stoffwechselendprodukt“ bezeichnen, bleiben diese letztlich nur: Scheiße. (Sorry für die Wortwahl).

          • @Andre Hog, nunmal Butter bei die Fische und weniger Herumgeeier Ihrerseits: Sie haben zu Schülern, die ihre abweichende Meinung äußerten, von Ekelgefühlen Ihrerseits deswegen und „Kotz-Ambitionen“ gesprochen? Und dafür sind Sie von Eltern wegen Ihrer „Wahrhaftigkeit“ gelobt und gepriesen worden? Denn das ist ja das, worum es gerade geht (siehe Kommentar von Mary-Ellen) und was Sie verteidigen!

            Können Sie das irgendwie belegen?

  5. Lehrer behaupten ja gerne, dass ihnen die Schüler so wahnsinnig am Herzen liegen.
    Danach sieht es aber überhaupt nicht aus. Im Gegenteil. (Was auch der Kommentar von Bernd dem Zweiten sehr schön beweisst)
    Das war schon vor Corona so und wird sich nach Corona schon gar nicht ändern.
    Ähnliche Erfahrungen wie beschrieben, machen schon Grundschüler.
    Jede Woche Präsenzunterricht wurden zum Anlass genommen um mindestens 2 Test im Umfang von 3-4 Seiten zu schreiben.
    Hauptsache Noten, Noten, Noten.
    Fallen die Tests nicht gut aus, liegt das natürlich nicht an der brillanten Lehrkraft, sondern an den dummen und noch dazu faulen Schülern.
    Lass dir von den Lehrern bloss nicht einreden, dass du „leistungsschwach“ bist oder das du zur „verlorenen Generation“ gehörst, nur weil die Schule und die dazugehörigen Lehrer dir die ganze Lust am Lernen genommen haben.
    Die kommt wieder, sobald du das System Schule hinter dich gebracht hast.
    Mit dir ist alles bestens !!

    • Mit schriftlichen Arbeiten sichert man sich gegen (gerichtliche) Klagen der Eltern gegen die Benotung ab. Doof, is aba so.

      • Jepp…es geht überhaupt nicht um SuS, sondern darum, dass bei juristischen Verfahren die Schulbehörden fleckenfrei – quasi „persilgereinigt“ aus der Angelegenheit herauskommen zu lassen…deshalb ist ein Herr Richter (Staatssekretär in NRW) auch Jurist und nicht Pädagoge.

        Ich würde diese Herrschaften so gerne mal mit Katzenscheiße bewerfen…seit „Werner“ weiß man ja, dass man das herunterwaschen kann – aber riechen tut man das über lange Zeit hinweg!!

      • @BK-Lehrkraft

        Leider nötig. Seufz.

        Wir mussten auch Klassenarbeiten schreiben, jede Menge. Die wurden überwiegend an den wiederholten Lernstoff angepasst und im Umfang stark reduziert, auch im Anspruchsniveau.

        Seitens unserer KuMi wurde uns (SuS sowie LuL) eine Klassenarbeit erlassen.

        Noten und Klassenarbeiten waren dieses Mal eindeutig Pflicht. Anders als im ersten LD.

      • Da muß ich ihnen leider auf ganzer Linie zustimmen. Bei dem ganzen Verwaltungskram, den ich aktuelle „nebenbei“ habe, als da wären z.B. Berichte an das Jugendamt, an die Kindergeld-Kasse und an das Bafög-Amt für unsere BK-Vollzeitschüler (bei mehr als 30% Fehlzeiten müssen sie das Bafög zurückzahlen), habe ich für solche Animositäten a la „Schluß mit dem Leistungsdruck“ keine Kapazitäten mehr frei.

        Außerdem habe ich jetzt schon von mehreren Schülern die Androhung von gerichtlichen Klagen, sollten die Noten, die ich ihnen mitgeteilt habe, wirklich auf dem Zeugnis erscheinen, weil die Noten zur Nichtversetzung führen.

        Kurzum: 3% meiner Schüler machen mir 90% meiner Arbeit und weil für diese 3% alles gerichtlich wasserdicht sein muß, müssen eben die anderen 97% darunter leiden.

    • Schon mal daran gedacht, dass LerherInnen Noten machen müssen und was los wäre, wenn ich z.B. eine schlechte Note, die am Schuljahresbeginn dann einfach stehen bleibt, so stehen lasse ohne dem Schüler / der Schülerin nochmal die Chance zu geben sich zu verbessern? Und das es auch SchülerInnen gibt, die fleißig waren, einen guten Lernzuwachs hatten und diesen auch unter Beweis stellen wollen?
      Außerdem kann man sich v. a. mit schriftlichen Arbeiten am besten einen Eindruck davon machen, was hängen geblieben ist und was nicht und dann entsprechend darauf reagieren. Nicht wenige SchülerInnen haben während des Distanzunterrichts auch einfach mal nichts getan, keine Aufgaben abgegeben und nicht auf Aufforderungen der Lehrkraft reagiert. Die sollen jetzt schon auch sehne, wo das hinführt, damit man ggf. noch die Reißleine ziehen kann.
      Ich habe in meinen Klassen die Feststellung gemacht, dass die, die vorher schon recht gut waren, auch einen guten Lernzuwachs hatten, weiterhin fleißig waren und Tipps und Anregungen beim Lernen umgesetzt haben. Die schreiben weiterhin gute Noten und freuen sich darüber. Die, die schlechte Noten schreiben, sind häufig die, die vorher schon häufig nicht gelernt oder ihre Aufgaben nicht immer gemacht haben und sich im Distanzunterricht auch gern mal versteckt haben. An manche war einfach kein Rankommen und auch die Eltern haben nicht reagiert!
      Auch habe ich welche, die sich notentechnisch hochgearbeitet haben und nun am Ende des Schuljahres noch ihren Schnitt verbessern konnten, weil sie vom DU profitieren konnten und die Dinge in ihrer Geschwindigkeit lernen konnten.

      Also alles nicht einfach nur schwarz/weiß…!

    • Die Anzahl der Klassenarbeiten denken sich Lehrkräfte nicht aus, sie ist vorgegeben.

      In Niedersachsen bittet der Kultusminister darum man möge den schulischen Wiedereinstieg pädagogisch begleiten, gleichzeitig soll in jedem Fach mindestens 1 Klassenarbeit geschrieben werden, obwohl zahlreiche Ersatzleistungen während der Distanzzeit erfolgten und die SchülerInnen die Leistungen der Arbeiten eigentlich schon erbracht haben.
      Gleichzeitig möchten Lehrkräfte sicher gehen, dass die in Distanz erbrachten Leistungen auch in Präsenz abrufbar sind (Lernstandserhebung). Das hätte man auch anders lösen können, aber die Hinweise auf gerichtsfeste Notengebung wurden ja schon geschrieben.

  6. „… Aber zum Zocken, oder? …“

    Ihre Aussage ist eher in die Schublade – Unterstellung – einzuordnen.

    Insofern wäre es von Ihrer Seite – als Lehrer(?), Ausbilder(?), Elternteil wohl eher weniger(?) – angebracht, den Schilderungen des Jugendlichen
    M E H R … R E S P E K T
    entgegenzubringen!

    … denn die Quantität der von den Schülern abverlangten Leistungen, hat in der Coronazeit eher ZU als abgenommen!
    – Nur mal so zum darüber Nachdenken –

  7. @ M-E. ich finde Ihr Auftreten gegenüber Meinungsgegner ekelhaft und hoffe nur allzu sehr, dass Sie sich in der Schule gegenüber Schülern, die andere Meinungen vertreten, nicht auch so benehmen. Ihrem Bildungsauftrag würden Sie damit nicht gerecht werden, ja, zuwider handeln.

    • @Tsundoku3:
      die Äußerung einer seit langem sehr engagierten Mitforistin als „ekelhaft“ zu diskreditieren und ihr im gleichen Zuge zu unterstellen, sie würde abweichende SuS-Meinungen herabwürdigen und beleidigend auf diese reagieren ist unterirdisch und zeugt von ganz schlechtem Stil.

      Mir ist klar, dass ich hier zuweilen auch sehr gründlich austeile – kann aber durchaus zwischen meinem Lehrer- und Foristendasein unterscheiden.

      Also, schön den Ball flach halten und nicht aufregen…kommt bei der Hitze gar nicht gut.

      • AndreHog, es wirkt ein bisschen schizophren, dem einen vorzuwerfen, eine Äußerung ekelhaft zu finden, der oder die sich damit gegen eine Aussage wandte, eine Äußerung ekelhaft zu finden. It’s a little bit spooky, isn’t it? 🙂

        • Ich trage gerne ein T-Shirt der Band „ThirtyDirtyBirds“ … vorne drauf steht „Ich bin schizophren!“ ..hinten drauf „Ich auch!“
          Viel Spaß mit dieser Information….
          …jeder macht sich hier nach Einzelaussagen einzelner Foristen ein Bild von ihm / ihr und generalisiert dann…macht das Leben leichter….ist eh alles viel zu kompliziert.
          Hauptsache, man kommt selber damit klar.

  8. @Tsundoku:

    Ich bin keine Lehrerin.

    Dieser Schüler hat sein Schul-Erleben beschrieben, dieses steht ihm zu wie allen anderen, die sich hier äußern, mich persönlich hat es sehr interessiert.

    Wenn Sie es selbstherrlich finden, dass er Sachverhalte beurteilt, dann muss ich Sie fragen, warum seinerzeit beschlossen wurde, 18Jährige zur Wahl zu berechtigen. Sollte man in dieser Altersklasse nicht urteilsfähig sein, hätte man, wenn man Ihrer Ansicht folgt, eine große Anzahl von Wählern, die nicht in der Lage sind, das Kreuz an der „richtigen“ Stelle zu machen.

    (Meine persönliche Erfahrung zu der Wahrnehmung von Jugendlichen ist die, dass ein großer Teil ein gutes Gespür für unlogische Zusammenhänge und ein ausgeprägtes Unrechtsbewusstsein besitzt).

    Wer wie @Bernd der Zweite einem Jugendlichen mit derartiger Häme begegnet und indirekt dem Gros der Jugendlichen unterstellt, sie wären vorwiegend mit Zocken beschäftigt, der muss mit – in meinem Falle entsetztem – Gegenwind rechnen.

    Eine abschließende Frage:
    Ab welchem Alter kann/darf jemand Sachverhalte (nach Ihrem Dafürhalten) beurteilen?
    Wenn man Ihr Alter erreicht hat?
    Oder schon vorher, nachher? Wie viele Jahre, Monate, Wochen, Tage Abstand dürfen es sein?
    Darauf hätte ich tatsächlich sehr gern eine Antwort.

  9. An der beschriebenen Schule scheint während der Coronazeit etwas bei den gemeinsamen Planungen lehrerseits schief gegangen zu sein, wenn ich diesen Brief lese – so flächendeckend Videokonferenzen zu machen ist überhaupt nicht zielführend – viel anstrengender (nicht nur für die Augen) als Präsenzunterricht, und auch nicht effektiv (IMHO). Wenn dann in jedem Fach noch eigenständig zu leistende Aufgaben dazukommen, ist das wirklich eine Überforderung, das kann ich gut verstehen.

    Bei uns lief es so: In jedem Fach eine Videokonferenz pro Woche, in den Lk’s evtl. zwei (selten). Hausaufgaben so aufbereitet, dass das Lernen und Üben schrittweise und machbar war, als Wochenaufgaben Montags in Moodle eingestellt. Auch bei mir war Abgabe Sonntags, bis 24h, aber sie hatten die ganze Woche Zeit. Zusätzlich gab es Hilfen dabei, sich selbst zu organisieren, und Fragen per Mail waren willkommen und führen zu weiteren Rundmails mit Erklärungen. (nur Oberstufe – wie der Schreiber ja auch). Die Ergebnisse der Klausuren waren (in meinem Fach jedenfalls) kaum anders als bei Präsenzunterricht, nur wenige kamen mit diesem Arbeitsmodell nicht gut zurecht. Wir ’nehmen sie aber mit‘, wie es so schön heißt, indem die Noten ‚menschlich‘ gegeben werden. Dazu gab es Einzelberatungen über Video.

    Vielleicht hätten sich die SuS an der Schule de*s Schreiber*s zusammentun und frühzeitig über die SV oder Verbindungslehrer etc. vorschlagen können, einen gemeinsamen Plan mit den KuK zu gestalten, der besser funktioniert? Schule ist ja eine Teamveranstaltung, so sehen wir es jedenfalls. Erst wenn niemand darauf eingeht, sollte man ‚aus dem Felde gehen‘.

    Ich wünsche Ihnen, dem/der SchreiberIn, viel Erfolg und dass Sie gut wieder in den Präsenzunterricht hineinkommen! Bleiben Sie mutig und hoffnungsvoll!

  10. Danke für diese deutlichen Worte!

    Genau diesen Gefühls- und Motivationsverfall konnte ich bei vielen meiner Schüler mitverfolgen. Es war so schade, mit anzusehen, wie anfänglich engagierte Mitarbeit nach und nach in Desinteresse und Demotivation umschlug. Die oben genannten Gründe dafür kann ich gut nachvollziehen!

    Im Zerreißfeld zwischen Politikvorgaben, Anforderungen und Einschränkungen, politischen, persönlichen und schulischen, sind viele von uns bis an ihre Grenzen getrieben worden und zum Gutteil auch weit darüber hinaus. Gemeint sind alle an Schule! Zuerst sollten wir Arbeiten schreiben, damit wir z.B. die blauen Briefe rausschicken können (ja, die mussten wir tatsächlich losschicken), dann hieß es, wir dürften auch nur Ersatzleistungen einfordern und schlussendlich, als alles vorbereitet, teilweise schon durchgeführt war, kam plötzlich die Info, dass wir ja auch auf Arbeiten oder Ersatzleistungen verzichten dürften. Was für eine Farce!

    Vielen Schülern und Eltern hat die lange Phase des Distanzlernens alles an Kraft abverlangt, Lehrkräften ebenso! Gleichzeitig war aber auch festzustellen, dass es vielen schwer fiel, zuzugeben wo es hakt oder wenn es zuviel wurde. Obwohl ich mich bemüht habe, immer wieder darauf hinzuweisen, dass sich die Kinder und Jugendlichen melden sollten, wenn sie nicht klar kamen, haben sich nur sehr wenige tatsächlich getraut, etwas zu sagen. Oft war es so, dass erst wenn ich angerufen und nachgefragt habe, zugegeben wurde, dass man zu Hause nicht mehr klar kommt. Das war selbst bei meinem Oberstufenschülern so. Sobald ich wusste, dass es nicht mehr so lief, habe ich versucht, den Schülern entgegenzukommen, musste aber häufig auch mit ansehen, wie andere Kollegen quasi freidrehten und immer noch mehr forderten. Dabei gehe ich davon aus, dass diese das gar nicht in böswilliger Absicht getan haben, sondern einfach häufig nicht wussten, wie es den Jugendlichen wirklich geht und nur versucht haben, den Vorgaben von oben gerecht zu werden. Hier besteht in unsrer Leistungsgesellschaft wohl häufig eine große Scheu, zuzugeben, wenn man überfordert ist. Das ist ja auch nur allzu verständlich, denn die Kinder und zukünftigen Erwachsenen werden von klein auf darauf gedrillt, gut abzuschneiden, nicht „versagen“ zu dürfen und mithalten zu müssen! Ich finde, hier sollte auch etwas passieren, damit Fehler und Schwierigkeiten auch als Chance zum persönlichen Wachstum begriffen werden können.

    Auf jeden Fall, wünsche ich dem Schreiber des obigen Kommentars und allen, denen ist im Moment genauso geht, dass er es schafft, seine Motivation wiederzufinden!

  11. Mal kurz so als Lehrer (Gymnasium NRW). Nachdem wir wegen extrem hoher Inzidenzen erst ewig im Diatanzunterricht waren, während die Nachbarkreise zumindest schon wieder im Wechselunterrricht waren, sind wir direkt mit Vollpräsenz gestartet und eine (!) Woche nach dem Start der Rückkehr an die Schule MUSSTEN wir Klassenarbeiten ohne Ende schreiben. KEIN Lehrer wollte das, wir mussten – und zwar, nachdem wir zum Teil in der letzten Distanzunterrichtswoche noch Online-„Arbeiten“ schreiben lassen MUSSTEN.
    Ich für meinen Teil finde das ebenso schrecklich und habe dann die leichtesten Arbeiten meiner Berufskartiere gestellt, aber dass Arbeiten überhaupt geschrieben werden mussten, haben sich die Lehrer ganz sicher nicht ausgesucht. Negative Folge dieses Arbeitsmarathons war natürlich, dass viel Zwischenmenschliches und auch überhaupt ein vernünftiges „Ankommen“ an der Schule behördlich verhindert wurde.
    Ich habe mich noch nie im Leben dermaßen ferienreif wie aktuell gefühlt. Viele meiner Schüler tun mir auch wirklich leid, ich kann da Vieles gut nachvollziehen, was hier geschrieben wurde. Und ja, wir hatten einige Schüler, die (natürlich nicht jeden Tag) Unterricht von 8 bis 16 Uhr hatten. Dass bei den Schülern da in den späten Konferenzen irgendwann die Luft raus sein musste, ist doch ganz klar…das muss man als Lehrer dann aber eben auch mit „einplanen“

    • Wer entscheidet denn, dass diese Arbeiten geschrieben werden müssen? Hat man als Schulleitung nicht die Kompetenz, auf kreativere Lösungen innerhalb der Vorgaben zu setzen, wenn keiner hinter diesen Vorgaben stehen kann?? Man könnte doch die Klassenarbeiten durch Aufgaben, die zu Hause erledigt werden müssen, ersetzen. Ob sie nun mit fremder Hilfe entstehen, sollte in der derzeitigen Situation nicht so entscheidend sein. Die Hauptsache ist doch, dass sich die SuS mit dem Thema beschäftigen und am besten ohne psychischen Druck. Ob sie die Aufgaben dann zusammen oder mit Hilfe der Eltern oder anderer Personen bearbeiten, sei ihnen überlassen. Solange sie die Aufgaben bearbeiten, ist doch das Ziel erreicht, dass evtl. etwas vom Thema hängenbleibt, wahrscheinlich mehr, als wenn sie sich auf die Arbeit nicht oder nur unzureichend vorbereiten würden. Die LuL hätten zumindest eine Bewertungsgrundlage ( worum es ja geht), die in dem Fall in der Regel eine positive Note rechtfertigt und alle SuS, auch die leistungsschwachen, hätten eine faire Chance auf einen versöhnlichen Abschluss dieses Schuljahres, was allen Beteiligten entgegenkommen würde. Eltern, die sich kümmern ( das sind ja auch die, die sich evtl. über Noten beschweren würden), könnten ihren Kindern die Aufgaben erklären oder erklären lassen und allen ist geholfen. Eine Klassenarbeit ist für alle SuS, auch für die leistungsstarken, eine Belastung, zumal sie ja nicht vorher wissen können, dass die Arbeit sehr einfach ( was ich sehr gut finde!!) wird. Manchmal muss man vielleicht innerhalb der Schule auch eigene Entscheidungen treffen und die Vorgaben von oben etwas zugunsten der Beteiligten auslegen.

      • Die Entscheidung für die Klassenarbeiten kam als direkte Weisung aus Düsseldorf. Bei 3 Arbeiten in einem Halbjahr darf maximal eine durch eine alternative Lernüberprüfung ersetzt werden.
        Das hätte ich in diesem Fall aber selber nicht machen wollen, da dann wieder die gleichen Schüker gekniffen gewesen wären, die schon im Distanzunterricht weniger Unterstützung hatten. Also lieber eine leichte Arbeit über nur wenige Themen…
        Ich weiß ja nicht, wie es allgemein aussieht, aber bei mir in der Schule ist es glücklicher Weise eher ein „wir schaffen das gemeinsam“ von Lehrern, Eltern und Schülern. (Natürlich gibt es überall Ausnahmen, das sind aber wirklich wenige.) Wir haben aber auch eine wirklich gute Schulleitung. Wie es dann aber nächstes Jahr aussehen wird, wenn sicherlich bei vielen Defizite erst richtig sichtbar werden, wird spannend…ähnlich wie beim Infektionsschutz kommt da ehrlich gesagt nicht viel Erbauliches „von oben“…

    • Genau das war auch meine Beobachtung als Mutter einer 11-jährigen Gymnasiastin (6. Kl.) NRW – 3 Klausuren in der 2. Präsenzwoche! Ich hatte mir schon gedacht, dass es sich dabei um Auflagen handelt und hätte mir dann auch gewünscht, dass die SuS wenigstens auch beruhigt werden – aber die Ankündigungen gingen eher in Richtung: „Es kann jeglicher Stoff seit Weihnachten drin sein!“

      Und dazu noch die „alternativen Leistungsnachweise“ – mal eben noch eine Projektarbeit in Latein über Feier-, Brückentag und Wochenende auf Note. Und so kamen da auch tägliche Arbeitszeiten von 8 bis 17 Uhr an Distanztagen zusammen, obwohl der Stundenplan nur 6 Stunden auswies. Wenn das so in 6. Klassen zu beobachten war, zweifle ich an den Darstellungen für die Oberstufe kein bisschen.

      Und das alles in genau den Wochen, in denen Fr. Gebauer lachende Gesichter beobachtet haben will und die soziale Dimension der Rückkehr in den Schulen in den rosigsten Tönen zeichnete! Von der angeblichen Fürsorge für benachteiligte, abgehängte SchülerInnen ganz zu schweigen.

      Die Elterninfo ist auch schon raus. Unter dem Motto „Extra Zeit“ darf nun auch während der Sommerferien noch in der Schule gebüffelt werden.

  12. @Schüler/Autor des Artikels:

    Lieber anonymer Schüler,

    Ich möchte mich bei Ihnen für die ausführliche Darstellung der schulischen Lage aus Ihrer Sicht bedanken.
    Ihre Generation verdient in dieser Zeit wesentlich mehr Gehör und ich habe Respekt vor Ihrem Mut und Ihrem Engagement, sich hier zu äußern.
    Viele in diesem Forum wünschen sich genau wie Sie eine nachhaltige Verbesserung an vielen Stellen des gegenwärtigen Bildungssystems, daher bleibt es wichtig, dass wir uns weiterhin Gedanken machen und „dranbleiben“!
    Bitte bleiben Sie weiterhin kritisch und behalten trotz allem Zuversicht!
    Nicht nur für diverse Politiker meiner Generation, siehe @S., sondern auch für einige Kommentare zu diesem Artikel schäme ich mich.
    Und entschuldige mich, dass bei diesen Differenzen ihr Artikel als solcher beinahe „untergegangen“ wäre.
    Ich würde mich freuen, wenn sich hier auch in Zukunft gelegentlich ein/e Schüler/in zu Wort melden würde.

    Nochmals vielen Dank und beste Grüße!

    • Entschuldigung, diese Äußerung finde ich aber mehr als albern. Gestern lernte ich ein neues Wort kennen: Echokammereffekt.

      Kennen Sie dieses Wort, Mary-Ellen? Es passt bestens auf das, was Sie sich hier zu wünschen scheinen. Und wie viel hat das noch mit der Darstellung und Zulassung unterschiedlicher Sichtweisen zu tun, die ein Lehrer bei (politischen) Diskussionen geboten ist. Geboten! Sie schämen sich vermutlich immer für die Meinungen, die andere haben, oder? Würden Sie sie auch gerne verbieten?

  13. Eine andere BK-Lehrkraft, das haben Sie gut gesagt !!!!!

    „Kurzum: 3% meiner Schüler machen mir 90% meiner Arbeit und weil für diese 3% alles gerichtlich wasserdicht sein muß, müssen eben die anderen 97% darunter leiden.“

  14. Auch ich finde viele der Reaktionen hier auf den Artikel des Schülers beschämend. Hier hat ein junger Mensch sehr anschaulich beschrieben, wie er den Schulalltag während der Pandemie wahrgenommen hat.
    Es ist seine Sicht der Dinge. Er hat es so erlebt und, wie ich finde, sehr differenziert beschrieben. Das hat man erst mal so zu respektieren.
    Wer die Dinge anders erlebt hat, kann das durchaus äußern. Aber bitte ohne persönliche Angriffe und Respektlosigkeiten diesem Schüler gegenüber.
    Und vielleich könnte sich der eine oder andere ja mal Gedanken darüber machen, ob der Verfasser des Artikels nicht auch in manchen Punkten durchaus recht hat und was man tun könnte, um die Situation für ihn und viele andere zu verbessern. Denn ich bin mir ziemlich sicher, daß er nicht der einzige ist, dem es so geht.

  15. Danke für diesen schonungslosen Bericht! Auch ich habe drei Schulkinder, die so verächtlich behandelt wurden. Was mich an dieser Stelle besonders wütend macht/e, ist die Tatsache, dass in unserem Bundesland der Landeselternbeirat und Landesschülerrat immer die Öffnungen unterstützt und gefordert haben, ohne Schutzmaßnahmen und technische Unterstützung (Internet, Tablets etc) zu verlangen.

  16. Ich kann den Schüler voll und ganz verstehen. Das lange Zögern der Regierung und das Verdrängen, dass gerade in Schulen die Verbreitung des Virus nahe liegt, hat viel Unmut und auch Erkrankungen gebracht, nicht zu sprechen von den Quarantäne Aktionen. Aber auf Druck vieler Eltern wurden die Schulen offen gelassen. Die Kommunikation von „oben“ nach „unten“ war spärlich und/oder nicht eindeutig. Man sollte die Noten ziemlich schnell machen, dann wieder gar nicht, dann nur mündliche Noten, dann durften die auch nicht zählen, dann gerne Distanzpräsenationen, und -referate, die vorher nicht erlaubt waren. Es wurden in der Zeit etliche Leistungsnachweise erstellt, die man dann wieder verwerfen konnte. Auch die Lehrer waren und sind frustriert.
    Diese Woche im Klassenraum: seit 2 Wochen endlich wieder Präsenzunterricht! 24 Schüler (eigentlich eine schöne Zahl) aber der Raum zu klein für Abstände. Stickige Luft schon nach der 2. Stunde, obwohl die Fenster alle offen sind, aber ab 11 Uhr muss man sie wegen der Hitze schließen. Die Corona-Ampel immer zwischen gelb und rot, trotz geöffneter Tür. Der Schweiß läuft unter den Masken übers Gesicht. Mit etwas Neid denke ich da an die klimatisierten und luftgefilterten Räume in den Ministerien.
    Ab und zu geht man raus in den Schulhof, aber die Anordnung der wenigen Sitzgelegenheiten lassen keinen guten Unterricht zu, Spielchen, ja, die kann man machen.
    Wer sollte bei diesen Voraussetzungen und mit der Angst, evtl. angesteckt zu werden, Motivation zum angestrengten Lernen haben? Dasselbe gilt für eiskalte Klassenzimmer im Winter nach dem Motto eines Kultusministers: „Frische Luft ist gesund“.
    Dass die sozial schwachen Schüler abgehängt werden, kann ich so nicht stehen lassen. Von der Regierung erhält man wenig bis keine Unterstützung, das ist Standard. Und wenn, dann sehr, sehr, sehr zögerlich, die Aktenberge liegen gut. Lehrer und Schulleiter müssen ständig bitten und betteln. In unserer Schule war es von Beginn an möglich, und den Schülern wurde dies mehrfach mitgeteilt, Laptops und Headsets zu bekommen, und wenn es nicht möglich war, zuhause in Ruhe zu arbeiten, konnten sie in Ausnahmen auch in der Schule einen Raum bekommen. Nur hat dieses Angebot so gut wie kein Schüler abgerufen, man hätte die Laptops wohl vor jede Tür stellen sollen. Demnach ist die Ausstattung wohl doch nicht das Problem gewesen. Was sozial schwache Schüler bräuchten, das wäre der Beistand eines Sozialpädagogen, der auch Kontakt zur Familie hält und unterstützend wirkt. Das kann ein Lehrer nicht auch noch schaffen.
    Bei vielen Schülern ist es nicht das Fehlen der Möglichkeiten, sondern die Bereitschaft und Motivation. Bei Problemschülern ist immer wieder zu beobachten, dass sich die Eltern um gar nichts kümmern und auch dringend notwendige und von der Schule angebotene Förderkurse nicht angenommen werden. Das sollte man vielleicht auch mit in Betracht ziehen. Meine Schüler haben unumwunden zugegeben, dass sie während des Distanzunterrichts viele Dinge nebenher gemacht haben (was Lehrer meist auch merken). Was auch verständlich ist, wenn man 6-8 Stunden mit Headset vor dem Bildschirm hocken muss. Das geht nicht ohne Lockerungspausen. Aber der Druck von oben hat die Lehrer gezwungen, den Stoff durchzuziehen. Wieder Frust auf beiden Seiten.
    Letztendlich muss man sagen, dass in der Bildungspolitik durch die Pandemie viele Defizite klar zum Vorschein kamen, die man früher geschickt aufgefangen hat. Es hat sich auch gezeigt, dass es keinen Sinn macht, Kultusministerposten mit Politikern zu besetzen, die keinerlei Erfahrung mit Schülern und Pädagogik haben und die rein nach Budgetvorgaben entscheiden. Daran sieht man den Stellenwert unserer Bildung (die doch angeblich unser höchstes Gut sein soll?) in den politischen Reihen. Bitte weg von dieser Arroganz in den Kultusministerien, gebt den Stimmen von Schülern, Eltern und Lehrern mehr Gewicht, denn da steckt die Erfahrung drin. Und mein Respekt gilt den Schülern, Eltern und Lehrern, die den Laden gemeinsam noch am Laufen halten, und nicht den Ministerien, so wie sie sich derzeit geben.

    • Meine Schüler haben während der Zeit des Distanzunterrichts morgens Fahrstunden genommen und meinten, als der Präsenzunterricht wieder startete, daß ich sie dafür beurlauben müsse. Wohl gemerkt, keine theoretischen oder praktischen Fahrprüfungen sondern Fahrstunden.

      Gab entsprechend auch das große Staunen, daß sie jetzt extrem viele unentschuldige Fehlstunden auf den Zeugnissen haben werden, ich Mahnungen geschickt und die Bafög-Kasse von den Fehlzeiten in Kenntnis gesetzt habe. Ab 30% Fehlzeiten muß das Bafög ja zurückgezahlt werden.

      Das sind dann die Arbeiten im Hintergrund, die kein Schüler sieht.

      • Als guter Pädagoge lässt man es allerdings gar nicht so weit kommen, man muss doch die Schüler über das Entschuldigungsprocedere im Distanzunterricht informieren! Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass im Distanzunterricht die Fehlzeiten Bestand haben, da muss man erst mal beweisen, dass der Schüler ganz woanders war. Es können ja auch Verbindungsprobleme schuld sein.
        Also ich stehe da eher auf der Seite der Schüler. Dass der Distanzunterricht ausgenutzt wird, um auszubüchsen, ist klar. Aber letztendlich schaden sich die Schüler damit selbst und wenn man die Fehlzeiten und offline-Zeiten gut dokumentiert hat, kann man auch hinterher evtl. schlechte Zensuren rechtfertigen. Von Bußgeld- und Anzeigeverfahren würde ich da absehen, gibt sicher Probleme. Und übrigens: Fehlzeiten stehen nie im Zeugnis, schon aus Datenschutzgründen nicht.

        • Also, ich weiß ja nicht, wie das im BK ist, aber in allen anderen Schulen stehen Fehlzeiten selbstverständlich auf dem Zeugnis. Sonst dürften aus Datenschutzgründen auch keine Noten im Zeugnis stehen…
          Im übrigen haben Sie den Post nicht genau gelesen, es ging darum, dass die Schüler im Präsenzunterricht fehlten, um Fahrstunden zu nehmen. Dass es dafür keine Beurlaubung gibt, ist ja wohl klar. Wer trotzdem fehlt, muss halt mit den unentschuldigten Stunden leben.

          • Ich lese „Distanzunterricht“, kann schon lesen …..
            Zeugnisse belegen Noten und Beurteilungen, keine Fehlzeiten.

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