Bildungssenator Rabe bestellt Luftfilter für Schulen, bezweifelt aber deren Sinn

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Hamburg Schulen sollen zur Verminderung des Corona-Risikos nun doch mit mobilen Luftfilteranlagen ausgestattet werden. Spätestens bis zu dem Herbstferien sollen 10.000 Geräte in den Unterrichtsräumen aufgestellt werden, kündigte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Donnerstag an. Am Montag werde ein entsprechendes Ausschreibungsverfahren gestartet. 30 bis 40 Millionen Euro will die Stadt den Angaben zufolge investieren.

Vertritt immer wieder pointierte Thesen: Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD). Foto: Senatskanzlei Hamburg / Michael Zapf

Bisher hatte Rabe sich unter Hinweis auf bestehende Abstandsregeln, Hygiene- und Lüftungskonzepte gegen den flächendeckenden Einsatz von Luftfilteranlagen in Klassenräumen ausgesprochen. Nach wie vor stehe nicht fest, ob mobile Raumluftfilter wirklich Sinn machen, betonte er am Donnerstag. «Um aber das Risiko erneuter Schulschließungen in jedem Fall auszuschließen, starten wir jetzt das sicherlich umfangreichste Beschaffungsprogramm aller Bundesländer.»

Am Mittwoch hatte die Bundesregierung mitgeteilt, die Anschaffung mobiler Luftfilter für die Schulen in den Ländern mit insgesamt 200 Millionen Euro zu fördern. Der Förderanteil des Bundes soll laut Wirtschaftsministerium bei 50 Prozent liegen. Das Umweltbundesamt empfiehlt die Geräte mittlerweile für den Einsatz in Kitas und Schulen.

Die Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft nannte die Anschaffung längst überfällig. Rabes Einsicht komme «reichlich spät», sagte die Bildungsexpertin der CDU, Birgit Stöver. «Hamburg muss jetzt auf einem sehr angespannten Markt flächendeckend Luftfilter anschaffen und zu den Bundesmitteln noch ausreichend Landesmittel hinzugeben.»

Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Linken, warf Rabe fehlenden politischen Willen vor, alles für einen umfassenden Schutz der Schüler vor der Delta-Variante zu unternehmen. «Dabei wissen wir: Viel hilft viel und Lüften allein ist ganz sicher nicht das beste Mittel der Wahl.» Ähnlich äußerte sich die FDP-Abgeordnete Anna von Treuenfels-Frowein. dpa

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