Plötzlich gibt auch Schwesig Geld für mobile Luftfilter in Schulen, aber…

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SCHWERIN. In knapp drei Wochen beginnt wieder der Schulalltag im Nordosten. Um erneute Schließungen in der Corona-Pandemie zu verhindern, ist das Lüften der Klassenräume ein zentrales Thema. Dafür nimmt die Landesregierung von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) weiteres Geld in die Hand: für mobile Luftfilter, die ein Jahr lang für unnötig erklärt worden waren.

Hat jetzt doch Geld für mobile Luftfilter übrig: Manuela Schwesig, Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern. Foto: SPD / Susie Knoll

Das Land stellt vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie zwei Millionen Euro für bessere Luftqualität in den Schulklassenräumen zur Verfügung. Damit können etwa mobile Luftreiniger oder CO2-Messgeräte gekauft werden, wie das Bildungsministerium am Dienstag in Schwerin mitteilte. Das Land beteiligt sich demnach mit bis zu 60 Prozent an der Finanzierung der Geräte.

«Wir werden beobachten, inwieweit die Schulträger auf das Förderprogramm zugreifen und das Programm aufstocken, wenn der Bedarf größer ist», sagte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) laut Mitteilung. Derzeit sind Sommerferien in Mecklenburg-Vorpommern, die Schule beginnt wieder am 2. August.

Ob das Geld in vollem Umfang abgerufen wird, kann jedoch bezweifelt werden. Bei den Kreisen als Schulträgern überwiege die Skepsis, dass mit solchen Geräten die Verbreitung des Virus wirksam eingedämmt werden kann, sagte der Geschäftsführer des Landkreistags, Matthias Köpp, Anfang Juli. Studien zufolge sei nicht belegt, dass die Virenkonzentration wirklich wirksam verringert wird und zudem dürfe die Lärmbelästigung nicht außer Acht gelassen werden. Ersteres ist falsch: Das Umweltbundesamt hat mittlerweile eingeräumt, dass mobile Luftfilter sehr wohl vor Infektionen in Klassenräumen schützen (und damit bestätigt, was unabhängige Studien schon längst ergeben haben), wie News4teachers berichtet. Letzteres ist eine Frage des Modells: Eigens für den Schulbetrieb entwickelte Geräte sind keineswegs zu laut.

Einzelne Schulen in Mecklenburg-Vorpommern hätten Geräte getestet – und sich dann dagegen entschieden. «Das Stoßlüften in den Pausen scheint wesentlich wirkungsvoller», sagte Köpp (ohne zu erklären, woher Schulen die Expertise dafür nehmen, die Aerosol-Belastung der Atemluft zu messen). Laut Bildungsministerium bleibt das regelmäßige Stoßlüften die wichtigste Maßnahme zur Luftreinigung in Klassenräumen und kann durch mobile Luftfilter nicht vollständig ersetzt werden.

Um das festzustellen, reicht ein Blick in die Gebrauchsanweisung: Die Geräte verfügen nämlich über keinen Anschluss nach außen – und können deshalb das Lüften, das allein schon aufgrund eines steigenden CO2-Gehalts notwendig ist, nicht ersetzen. Das sollen sie auch gar nicht. Sie filtern möglicherweise Corona-belastete Aerosole aus der Atemluft und können so das Fensterlüften auf ein normales Maß beschränken. Das ist in Bildungseinrichtungen keine Kleinigkeit, wie der Unterricht bei Minusgraden für Hunderttausende von Schülern und Lehrern im vergangenen Winter gezeigt hat.

In Mecklenburg-Vorpommern können bereits Gelder aus einem 100-Millionen-Euro-Schulsanierungsprogramm auch für Luftfilter beantragt werden. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers handelt es sich dabei jedoch um Mittel für fest montierte und keine mobilen Geräte. Der Einbau von lüftungstechnischen Anlagen lässt sich allerdings bis zum Winter nicht machen.

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) appellierte derweil, Kita-Beschäftigte und Eltern sollten sich gegen das Coronavirus impfen lassen. «Die Impfung ist auch ein wirkungsvoller Schutz für die Kinder. Geimpfte reduzieren das Risiko einer Ansteckung innerhalb der Einrichtung sowie innerhalb der Familie deutlich», sagte Drese. Da Kinder unter zwölf Jahren derzeit nicht geimpft werden können, hätten Betreuungspersonen eine besonders hohe Verantwortung und Vorbildfunktion. News4teachers / mit Material der dpa

Laschet kündigt Bundesprogramm für mobile Luftfilter in Schulen an (die Geräte also, die ein Jahr lang für unnötig erklärt wurden)

 

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