Fridays for Future macht wieder mobil – Lehrerverband kritisiert streikende Schüler

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BERLIN. Rund 450 Aktionen hatten die Aktivisten von Fridays for Future an diesem Freitag allein in Deutschland geplant – zwei Tage vor der Bundestagswahl (hier geht es zu einem aktuellen Bericht von der Demonstration in Berlin). Doch es gibt auch Kritik an dem «Klimastreik»: Der Deutsche Lehrerverband sieht die Neutraliät des Staates in Gefahr, wenn ein Unterrichtsversäumnis von Schülerinnen und Schüler wegen einer Demonstration ohne Konsequenzen bleibt.

„Alle fürs Klima“: Greta Thunberg (Mitte) und Luisa Neubauer (rechts neben ihr) auf einer Fridays-for-Future-Demonstration in Berlin 2019. Foto: Shutterstock / Rolf G Wackenberg

Die Aktivisten von Fridays for Future rufen für diesen Freitag zu ihrem achten weltweiten Protest für mehr Klimaschutz auf. Wie die Organisation am Donnerstag mitteilte, sind mindestens 1400 «Klimastreiks» und Aktionen in mehr als 80 Ländern geplant. In allen Ländern der EU wollen die Aktivisten auf die Straße gehen, um von den politisch Verantwortlichen eine ambitioniertere Klimaschutzpolitik zu fordern.

Auch in Deutschland wollen die Klimaschützer nur zwei Tage vor der Bundestagswahl am kommenden Sonntag ein deutliches Zeichen setzen und die Menschen für das Thema sensibilisieren. Bisher seien mehr als 450 Aktionen in allen Bundesländern angemeldet. Besonders große Kundgebungen erwarten die Organisatoren in Hamburg, Berlin, Freiburg und Köln. In Berlin wird die Initiatorin der Bewegung, die Schwedin Greta Thunberg, zu Gast sein und am Mittag gemeinsam mit der deutschen Aktivistin Luisa Neubauer auf die Straße gehen.

„Ohne uns wird nichts passieren! Wir dürfen in 4 Jahren nicht wieder sagen: Es hat nicht gereicht. Deshalb rufen wir am 24. September alle Menschen auf, für Klimagerechtigkeit auf die Straße zu gehen, denn Wählen gehen reicht nicht mehr. Hunderttausende Menschen weltweit vereint in der Klimagerechtigkeitsbewegung zeigen, dass wir zusammen Veränderung möglich machen. Unterstützt von diversen Bündnissen machen wir vor der Wahl klar: eine klimagerechte Politik, die die Krise bei der Wurzel packt, ist von der ganzen Gesellschaft gefordert. Wir kämpfen alle für’s Klima!“ sagt Pauline Brünger, Sprecherin der Bewegung, dazu.

Unter dem Motto «Alle fürs Klima» haben sich dem Protest nach Angaben von Fridays for Future auch zivilgesellschaftliche Organisationen wie Umweltverbände und Kirchen angeschlossen. Darüber hinaus sollen sich auch mehr als 4000 Unternehmen beteiligen. Die letzte weltweite Protestaktion war am 19. März dieses Jahres.

«Wir lehnen es ab, dass die Schulpflicht zugunsten politischer Aktionen aufgehoben wird»

Der Deutsche Lehrerverband kritisierte die Teilnahme von Schülerinnen und Schülern an Protestaktionen während der Schulzeit (in Berlin beispielsweise beginnt die Aktion um 12 Uhr). «Wir lehnen es ab, dass die Schulpflicht zugunsten politischer Aktionen – etwa im Rahmen eines sogenannten Klimastreiks – aufgehoben wird», sagte Präsident Heinz-Peter Meidinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Er begründete dies mit der Gefährdung der notwendigen politischen Neutralität des Staates, der für den Schulbetrieb verantwortlich sei. «Es stellt sich ansonsten die Frage, für welche politischen Aktionen man schulfrei bekommen würde und für welche nicht. Darf man dann auch bei einer Demo gegen den Welthunger, für den Frieden in der Welt, für die Befreiung Palästinas oder gegen „Überfremdung“ schulfrei nehmen?», so Meidinger. «Die Schule darf nicht zwischen „guten“ erlaubten und „schlechten“ unerlaubten Aktionen unterscheiden.»

«Jetzt für einen Streik den Unterricht zu schwänzen, ist nicht angemessen», sagte Meidinger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Schüler, die eine Klassenarbeit oder eine Klausur versäumten, riskierten eine Sechs.

«Wir rufen die Beschäftigten in den Schulen dazu auf, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu beteiligen»

Die GEW unterstützt hingegen den Protest. Die baden-württembergische Landeschefin Monika Stein forderte, sie Schulleitungen müssten Kindern und Jugendlichen ermöglichen, an den Demos teilzunehmen. Sie betonte: «Drei Tage vor der Bundestagswahl können wir anerkennen und dankbar sein, dass sich Jugendliche und junge Erwachsene für die Zukunft unseres Landes engagieren.» Und: «Wir rufen die Beschäftigten in den Schulen und allen Bildungseinrichtungen dazu auf, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu beteiligen.»

Luisa Neubauer forderte die nächste Bundesregierung zum Handeln auf: «Die kommende Legislaturperiode ist historisch. In den nächsten vier Jahren muss Klimaschutz schneller, gerechter und konsequenter umgesetzt werden als jemals zuvor», sagte sie. News4teachers / mit Material der dpa

Hier geht es zu einem aktuellen Bericht von der Demonstration in Berlin.

Fridays for Future ist zurück! GEW ruft Lehrkräfte zum Mitmachen auf

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62 KOMMENTARE

  1. Schulverweigerung für das Klima ist keine gute Idee.

    Wem das Klima wichtig ist, der demonstriert auch in der Freizeit.
    Das ist um Einiges glaubwürdiger.

    Das gilt für Lehrer wie für Schüler.

  2. Ich wüsste nicht, dass FFF je um die Aufhebung der Schulpflicht gebeten habe … die Aktionen sind ein KlimaSTREIK. Nette Geste von der GEW, aber unnötig. Solche Gesten werden diese Generation nicht davon abhalten, sich zu radikalisieren oder zum Teil leider auch depressiv zu werden wie die Hungerstreikenden, wenn sich jetzt nicht grundlegend etwas in der Politik ändert. Man muss sich nicht nur um die Steuerpolitik oder um die Schulpflicht sorgen, sondern um unseren Nachwuchs!

    • Die Ursache von Hungerstreik in Depressivität zu sehen, ist ziemlich gewagt.
      Für mich ist das mehr politischer Durchsetzungswille mit Hilfe von Erpressung ausschlaggebend.
      Depressiv kommen mir die Aktivisten von Fridays for Future sowieso nicht vor, sondern eher überheblich in ihrem Sendungsbewusstsein und stolzgeschwellt.

  3. Naja. So ist das numal mit einem Streik. Genehmigen lässt sich das niemand. Kann mir nicht vorstellen, dass eine „Gewerkschaft“ bei den AG nachfragt, ob es ok ist, wenn gestreikt wird. Die AG sagen dann „nö“ und die Gewerkschaft antwortet „na gut, dann arbeiten wir halt“.
    Beamte dürfen nicht streiken, das ist klar, richtig und wichtig. Aber dass Beamte SuS verbieten wollen, ihre Zukunft zu gestalten!? Klar, es gibt die Schulpflicht. Aber scheinbar ist die nur im Präsenzmodus wichtig. Ansonsten geht es halt nicht und viele verbeamtete LuL ziehen sich (wie während der Schulschließungen) auf Formalia zurück, warum Unterricht nicht möglich ist (Datenschutz, Ausstattung, familiäre Belastung, wichtigeres, Nichterreichbarkeit,…). Wo ist das Problem, sich mit einer gesellschaftlichen Realität auseinanderzusetzen, die nicht in ein Beamtenschema passt? (Ja, stimmt, wäre unfair, wenn andere streiken, wo Beamte das doch nicht dürfen). Das Problem ist doch das Klima, nicht irgendwelche Prinzipien. Bildung sollte nicht an einem blöden Freitag scheitern, den junge Menschen nutzen, sich Gehör zu verschaffen. Mannomann!

    • Ansonsten geht es halt nicht und viele verbeamtete LuL ziehen sich (wie während der Schulschließungen) auf Formalia zurück, warum Unterricht nicht möglich ist (Datenschutz, Ausstattung, familiäre Belastung, wichtigeres, Nichterreichbarkeit,…).

      Suchen Sie sich bitte dringend ein Hobby!

  4. Wenn man die Präsenzpflicht noch nicht mal bei mehreren Coronafällen in der Klasse aussetzt, gilt sie auch Freitags. Wenn es die Schüler mit dem Einsatz fürs Klima wirklich ernst meinen, sollen sie doch in Ihrer Freizeit demonstrieren, also am späten Nachmittag, am Wochenende oder in den Ferien. Arbeitende Leute können auch nicht einfach Freitags fürs Klima demonstrieren, dann sind sie bald arbeitslos.
    Nach den vielen Unterrichtsausfällen sollten die Schüler erst recht jede Unterrichtsstunde nutzen. Auf der einen Seite macht man Sommer- und Herbstschulen um den versäumten Stoff aufzuholen, und dann kommen die Freitags einfach nicht.

  5. Es ist immer wieder spannend, dass die meisten Leute das Wort Streik nicht verstehen. Es unterscheidet sich vom Wort Demonstration.
    Streiken kann man nur, wenn man zu der Zeit eigentlich arbeiten oder die Schule besuchen müsste. Alle die hier meinen, die Kids sollen lieber zur Schule gehen, haben einfach überhaupt nix verstanden.

    Ich bin stolz auf alle, die da hin gehen! Es muss sich endlich was ändern. Weiter so!

    • Wenn man sich über Schulschließungen und ausfallenden Präsenzunterricht beklagt, sollte man nicht die Schule schwänzen, wenn sie wieder stattfindet.
      Streik funktioniert dadurch, dass man den trifft, der was ändern muss. Wenn man seinen Arbeitgeber bestreikt damit der mehr Geld bezahlt ist das ein Druckmittel, denn es tut dem Arbeitgeber weh wenn keiner arbeitet und somit keine Einnahmen erzielt werden.
      Wenn man aber die Schule bestreikt damit was fürs Klima getan wird trifft es doch nicht den Verursacher. Es tut weder den Lehrern, der Schulleitung noch den Politikern weh, wenn die Schüler nicht in die Schule gehen. Als „Streik“ funktioniert das nicht, nur als „Demonstration“, und eine solche könnte man auch außerhalb der Schulzeit machen.

      • Das hast du denen aber nicht vorzuschreiben. Die können selbst denken, anscheinend besser als die alten. Da kannst du dich noch so aufregen. Die Kids wissen schon selbst am besten, wie das ganze läuft.

        • Das sind doch alles lauter Plattitüden, Phrasen. Die Kids wissen es schon selbst am besten? Warum ist dann die AfD bei den Jugendlichen besonders stark? Gilt das dann da auch?

          „Die AfD ist hingegen in dieser Altersgruppe stärkste Kraft: 20 Prozent der Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren gaben der in Teilen rechtsextremen Partei ihre Stimme.“
          https://politik.watson.de/deutschland/interview/586123156-wahlen-in-sachsen-anhalt-warum-die-afd-bei-jungen-waehlern-so-stark-war

          • Das trifft doch eher in Sachsen-Anhalt auf die 25 bis 34-Jährigen zu mit der stärksten Kraft:
            https://www1.wdr.de/nachrichten/afd-wahl-sachsen-anhalt-100.html

            Erschreckend finde ich aber in Ihrem (!) Link über Sachsen-Anhalt die Spaltung in der jungen Wählerschaft zwischen Männern und Frauen:
            Zitat: „Zugespitzt formuliert gibt es in der jungen Generation zwei Pole: Zwischen weltoffenen, umweltorientierten und gut gebildeten jungen Frauen und bildungsmäßig eher schwächeren, manchmal gescheiterten, eher national denkenden jungen Männern.“

            Das mal nur so am Rande, weil sie nach den Gründen fragte, warum die AfD bei jungen Erwachsenen in Sachsen-Anhalt so besonders stark sei. Es ist vielleicht in der Tat falsch, grundsätzlich alle jungen Leute über einen Kamm zu scheren. DIESE Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsene z.B. (die von Fridays for Future meine ich) werden unabhängig von ihren Geschlechtsidentitäten allerdings eines niemals tun: AfD wählen! Das ist gewiss, weil die AfD mit Klimaschutz nichts am Hut hat, auch nicht mit dem Pariser Klimabkommen. Deswegen wurde sie auch in der DIW-Studie nicht berücksichtigt, obwohl die AfD im Bundestag vertreten ist.

            Und offensichtlich gehören die Mädels in Sachsen-Anhalt auch nicht so stark zu der jungen AfD-Wählerschaft. Auch da passt es nicht, von DER Jugend zu sprechen, das stimmt offenbar, Amanakoku.

          • @Viva
            Ach Viva, zwischen „weltoffenen, umweltorientierten und gut gebildeten jungen“ Menschen, oder wie sie es vermutlich nennen würden, Zivilisation, liegen vier Mahlzeiten.

            Und wenn Sie schon die Geschlechterthematik aufmachen:
            Wie gebildet jemand ist, der eher ein geisteswissenschaftliches oder sozialwissenschaftliches Fach studiert hat (oder genauer gesagt: nur deshalb einen Job hat, weil „bildungsmäßig eher schwächeren, manchmal gescheiterte“ Männer ihn durch ihre volkswirtschaftlich produktive, aber auch gesundheitlich gefährlichen Berufen z.B. Handwerksberufe durch abgezwungene Steuern zwangsweise und künstlich am Leben erhalten) darf dann doch einmal hinterfragt werden.
            Es ist zwar nur eine persönliche Meinung, aber für mich liegen zwischen einer Politikwissenschaftlerin oder Germanistin und einem Heizungsbauergesellen mehr als nur eine Liga und damit ist eher gemeint, dass der Heizungsbauer Bayern München ist.

            Und dass Frauen und Mädchen auch eher gesellschaftlich erwünscht verhalten (oder was sie dafür halten) und sich Männer und Jungen eher rebellisch verhalten (oder ihren eigenen Kopf durchsetzen), ist auch kein großes Geheimnis. Was sagt es also aus, wenn Frauen und Mädchen in Russland eher Putin[1] und in der Türkei Erdogan[2] wählen?

            1) „Putin treueste Wählerschicht. Laut einer Umfrage […] wollen rund 76 Prozent der befragten Frauen Putin erneut zum Präsidenten wählen. Bei den Männern erreicht der Kremlchef knapp 62 Prozent.“
            https://www.dw.com/de/putins-wiederwahl-auf-die-frauen-kommt-es-an/a-42909918

            2) „Umso erstaunlicher ist es, dass die AKP bei den Parlamentswahlen 2011 zu 55 Prozent von Frauen gewählt wurde.“
            https://taz.de/Erdogan-und-die-Frauen/!5027795/

          • @ Max Kleine
            Ich kann Ihnen nicht Ihr antiquiertes Frauenbild (insbesondere der Frau in Deutschland) nehmen und ich kann auch nichts gegen eine etwaige unbegründete Angst der Männer vor (er)stark(t)en Frauen tun und möchte es unter dem Artikel über diese engagierten, meist jungen Klimaaktivisten (und ihren Problemen) auch gar nicht. Das müssen Sie für sich selbst klar bekommen.

            Deshalb auch nur kurz weiter: Ich verstehe den wertenden Vergleich obendrein nicht (und das mit den Steuern ist nichts als Quatsch) zwischen einer studierten Sie und einem Er in Ausbildung eines Anlagenmechanikers für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik. Mir (!) ist es ehrlich gesagt piep egal, was wer macht, wichtig ist, man findet Zufriedenheit, ist später nicht arbeitslos, kann möglichst mittels seiner Berufswahl seinen Neigungen nachgehen und selbstverständlich von seinem Schaffen leben. Ein(e) ausgebildete(r) Handwerker(in) hat es doch geschafft und ist keineswegs gescheitert – anders als das Ursprungszitat meint – und ein Schulabschluss war wohl vorher auch zwingend im Kasten.

            Vielleicht könnten Sie und Ihre Kameradschaft einfach mal damit aufhören, ständig und überall die AfD auf die Bühne zu heben. Auch hier passt sie überhaupt nicht zum Thema (Klimaschutz).

            Differenzieren ist aber dennoch richtig (darum ging es wohl ursprünglich in diesem kleinen Exkurs). So lassen sich z.B. Fridays-for-Future-Aktivisten nunmal nicht mit jüngeren AfD-Wählern auf eine Stufe stellen … never ever! (Und wenn die AfD immer noch mehr zu einer Männerdomäne mutiert, kann man ebenso wenig von DEN Jugendlichen (in Sachsen-Anhalt) sprechen, die sie stark machen.)

            .!

          • @Viva
            „Ich kann Ihnen nicht Ihr antiquiertes Frauenbild (insbesondere der Frau in Deutschland) nehmen“

            Was macht meine Meinung denn so antiquiert? Etwa dass die von mir genannten Quellen aus 2011 und 2015 stammen? Ich nehme also an, dass das ihr bestes Gegenargument ist – zumindest fühle ich mich nicht widerlegt und wenn das dann antiquiert ist, ja, dann antworte ich jedenfalls nur „oldie, but goldie“ oder „alt, aber nicht veraltet“ (Terminator 5).

            „und ich kann auch nichts gegen eine etwaige unbegründete Angst der Männer vor (er)stark(t)en Frauen tun“

            Na dann sagen Sie mir doch bitte was die Frauen, wie sie es betonen, neuerdings so stark macht oder ist das doch bloß wieder so eine inhaltsleere Floskel? Sind es die neuen Frauenquoten oder -studiengänge oder dass selbst im Schulbereich und Behörden, wo ein Frauenanteil von über 80% herrscht, nur Frauen…,pardon, Gleichstellungsbeauftragte werden und auch nur von diesen gewählt werden dürfen? „Nur die Starken kommen in den Garten“, nur spiegelt sich da ihre Aussage nicht wider, denn bei den tödlich Berufsverunfallten sind das immer noch zu über 90% Männer. Vor Verrecken an der Front (und der Pflicht zum Militärdienst) reden wir dabei noch nicht einmal… Also ich sehe das Gegenteil, nämlich dass Frauen in Watte gepackt und immer schwächer werden, weil sie, im Wettbewerb des Lebens, immer weniger Leistung erbringen müssen (gerne können Sie mich ja mit Argumenten widerlegen – ich fordere Sie sogar geradezu dazu auf es zu tun).

            „Ich verstehe den wertenden Vergleich obendrein nicht (und das mit den Steuern ist nichts als Quatsch) zwischen einer studierten Sie und einem Er in Ausbildung eines Anlagenmechanikers für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik. Mir (!) ist es ehrlich gesagt“

            Weil Sie es nicht verstehen wollen und egal ist es (Ihnen) auch nicht, denn es war doch gerade Ihre Behauptung, dass die Männer schlechter ausgebildet seien (was formal, Germanistin vs. Heizungsbauer, auch zutreffen mag, praktisch/lebenswirklich ist das Verhältnis jedoch gerade andersherum).

            „Ein(e) ausgebildete(r) Handwerker(in) hat es doch geschafft und ist keineswegs gescheitert – anders als das Ursprungszitat meint – und ein Schulabschluss war wohl vorher auch zwingend im Kasten.“

            Genau das haben Sie nicht geschrieben. Sie sprachen von
            „bildungsmäßig eher schwächeren, manchmal gescheiterten“ und das ist, rein zahlenmäßig, auch schon nicht möglich, da die Wählerschaft der Partei, das sollten Sie eigentlich wissen, viel zu groß für ihre Theorie ist und wie Sie Mädchen höher qualifizieren und Jungs schlechter, obwohl beide noch keinen Abschluss haben (da beide ja noch Schüler sind), bleibt auch ihr Geheimnis.

            Funfact: Des Weiteren bedingt eine Berufsausbildung nicht zwingend einen Schulabschluss (der Unternehmer entscheidet wen er ausbilden will), aber erleichtert Unternehmen, die den Bewerber nicht kennen, die Auswahl.

            Zum Rest Ihres Kommentars: ich finde es immer wieder erheiternd, wie Leute wie Sie, anderen Kommentaren, die eine andere Meinung vertreten ad hominem angreifen und gleichzeitig fehlende Differenzierung vorwerfen können. Diese Dissonanz muss einem doch selber auffallen oder arbeiten die Zensoren so eifrig in Ihrem Sinne, dass die Blase Sie so weitestgehend vor anderen Meinungen schützt, dass Sie die Realität vollkommen ausblenden können?

          • @ Max Kleine
            Sagen Sie, lesen Sie auch oder labern Sie nur?

            Ich verstehe leider nur noch „gack-gack-gack“ und sehe einen aufgeplusterten Hahn in einem leeren Hühnerstall aufgeregt rumstolzieren. Schade!

          • @Viva
            Sehen Sie, genau das meine ich damit. Anstatt wie ein erwachsener Mensch zu antworten, befähigt es die „starke Frau“ nur noch zu Kleinkindersprache wie „gack-gack-gack“.

      • „Wenn man sich über Schulschließungen und ausfallenden Präsenzunterricht beklagt, sollte man nicht die Schule schwänzen, wenn sie wieder stattfindet.“

        Dass die Corona-Schulschließungen zu Unterrichtsausfall geführt haben ist aber nicht Schuld der Schüler. Dass es keinen ausreichenden Infektionssschutz in Klassenräumen und keinen vernünftigen Distanzunterricht gibt ist ein Versagen der Politik.

        „Streik funktioniert dadurch, dass man den trifft, der was ändern muss.“

        Falsch. Im Deutschland der Nachkriegszeit war Streik praktisch nur Mittel zum Arbeitskampf, deshalb ist es verständlich dass manche Leute diesen Eindruck haben. Es gibt aber viele weitere Ziele und Ausprägungen von Streiks. Etwa den Hungerstreik.

        Im Fall von FFF geht es u.a. darum, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Thema zu lenken, und dass das Thema im politischen Geschäft nicht länger totgeschwiegen werden kann.

        • „Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erreichen“, kann man auch durch medienwirksame Demos am Wochenende, wie man leider an den Leerdenkerdemos immer wieder sieht. Schulstreik bringt m. M. nach nicht den gewünschten Effekt, nur Gegenwind. Man trifft mit Schulstreik nicht den, der was ändern muß.Mit Hungerstreik leider auch nicht. Leider vermitteln solche Aktionen oft nur den Eindruck, die Jugendlichen spinnen und wollen die Schule schwänzen und am Wochenende Party machen, statt zu demonstrieren. Ich bin auch für die Ideen der FFF-Bewegung, finde aber die Mittel nicht geeignet, um damit in der Masse der Bevölkerung und v. a. bei den Politikern etwas zu erreichen.

    • @ Manmanman

      Alle, die diesen Schulstreik gutheißen, haben nicht verstanden, was Streiks sind.

      Es dürfen auch Erwachsene nicht einfach für irgendetwas bzw. alles Mögliche streiken! Streiken kann man nur für Dinge, die ein Tarifvertrag regeln könnte, wenn eine Gewerkschaft dazu aufruft und die Mehrheit der Mitglieder dafür ist. So dürfen Lehrer (angestellte) auch nicht einfach für Kaffeeautomaten im Lehrerzimmer streiken oder für längere Winterferien bzw. müssten in so einem Falle entsprechende Sanktionen hinnehmen.

  6. Die jungen Menschen, die mit ernsten Absichten auf die Straße gehen, haben bereits mehr Lektionen gelernt, als ein verlorener Schultag ihnen hätte einbringen können. Davon könnte sich so mancher bildungselitäre Politzipfel mal eine Scheibe abschneiden.
    Und wie groß wäre wohl die Aufmerksamkeit bei Demos in der Freizeit?
    Der Journalist Markus Feldenkirchen hat es gestern bei Maybritt Illner ganz gut dargestellt. Bei Erreichen der sogenannten Kipppunkte wird z. B. nicht mehr von Interesse sein, welche Renten- oder Bildungspolitik wir machen, dann wird uns das Klima ein Totalchaos bereiten, das mit keinem Geld der Welt mehr beherrschbar sein wird.
    Die Menschen, die mehr als eine Nacht im Ahrtal auf ihren Hausdächern um ihr Leben bangen mussten oder Angehörige verloren haben, werden den Hauch einer Ahnung haben, was gemeint ist. Und das war ja erst der zarte Anfang einer Entwicklung, die bereits jetzt schon nicht mehr reversibel ist, sondern bestenfalls verlangsamt oder idealerweise gestoppt werden kann.
    Also bitte endlich mal kapieren: Es geht hier für junge Menschen um weit mehr als verlorene Schultage, Bildung, Noten, Abschlüsse oder etwaige sich daraus ableitende Maßregelungen.
    Und dabei bitte nicht vergessen: Wir alten Säcke haben das der jungen Generation eingebrockt und gerade wir haben mit unserem Lebensstil in dieser Sache jedes Recht verspielt, an ihnen herumzuquaken oder sie herablassend zu schulmeistern oder zu belächeln.
    Nicht wir, SIE haben begriffen!

    • Wenn die Demos nach der Unterrichtszeit auf wenig Interesse stoßen, ist das Interesse wohl eben auch wenig (gering). Dann würde das gezeigte große Interesse während der Unterrichtszeit kein echtes Interesse sein, also nur vorgetäuscht, weil es nur groß ist, um Unterricht zu vermeiden, aber nicht, um fürs Klima zu demonstrieren!

      • @Manmanman, Mika,

        gilt das auch, wenn kurdische Schüler während der Unterrichtszeit für ein freies Kurdistan demonstrieren würden und wenn autoaffine Schüler während der Unterrichtszeit gegen ein Tempolimit demonstrieren? Ich vermute, Sie befürworten das ja nur, weil Ihnen das Ziel der FFF-Demos gefällt.

        • Nun, aus meiner Sicht hat der Erhalt der Erde als Lebensraum absolute Priorität, weit vor z.B. dem Tempolimit oder politischen Konflikten in einzelnen Staaten. In meiner und der Wahrnehmung vieler Jugendlicher interessiert die Politik in Deutschland jedoch primär das Wohlergehen der Wirtschaft und der Industrie, und dabei wird der Erhalt der Ressourcen für die Nachwelt größtenteils ausgeblendet. Und ja, ich finde es wichtig, sich dafür einzusetzen, dass die Erde auch nach mir noch bewohnbar ist, und ich kann daran nichts falsches finden. Ihre Abwertung kann ich nicht nachvollziehen.

  7. Bei allem Verständnis für FFF und die vermeintlich guten Absichten dahinter. Ob ein Streik erlaubt sein sollte oder nicht, darf nicht von dem zu erzielenden Zweck abhängen. Wir haben eine Bundestagswahl vor uns und jeder Berechtigte darf seine Stimme abgeben. FFF ist letztlich eine Minderheit. Und in einer Demokratie sollte die Mehrheit über die Politik bestimmen. Gerne kann FFF eine Partei gründen und mit ihrem Programm für Stimmen werben.

    • Bin ganz Ihrer Meinung: In einer Demokratie sollte die Mehrheit über die Politik bestimmen.
      Wenn NGOs aber ständig die Erfahrung machen, dass sie nur genügend Trommelwirbel und Empörung veranstalten müssen, um mehr Einfluss zu haben als die meist stillen Mehrheiten, kann ich ihr Auftreten nachvollziehen. Sie werden von populistischen Politikern und Medien ja gerade ermutigt zu ihrem Tun.

  8. Soweit muss ist gekommen um Gehör zu finden!https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-bundestagswahl-freitag-101.html#Habeck-besucht-Hungerstreikende
    In der Klima Politik muss es voran gehen und die junge Generation ist bereit alles dafür zu tun um Gehör zu finden und Aufmerksamkeit zu erregen. Der Ausnahmezustand hat gezeigt welche Gleichgültigkeit man der jungen Generation entgegengebracht hat und keine Handlungsfähigkeit für die Pesonengruppe angeboten hat. Es ist kurz vo 12 und es muss eine Veränderung für die Nachkommen auf unserer Erde geschaffen werden. Die jungen Menschen setzen sich für sich ein und auch noch für die ältere Generation. Die heranwachsenden Kinder haben noch einen langen Lebensweg vor sich und wollen Ihren Lebensweg Klimagerecht leben. Sie haben ein Anrecht darauf ihre Stimmen zu erheben und für einen gesunden Weg einzutreten.

  9. Ich habe eine andere Meinung wie Herr Meidinger! Die Schüler haben auch außerhalb von Schule ein Anrecht für Ihre Position in der schweren Klimakrise zu kämpfen. Unsere Tochter engagiert sich sehr in der Schule für die Umwelt und leider reicht dies nicht allein aus um etwas in Bewegung zu bringen. Die junge Generation hat keine andere Wahl als diesen Weg zu gehen. Die KM und Politiker haben so wenig in diesem Ausnahmezustand für die Schulen und diese junge Generation getan und ohne Stimme erheben funktioniert es nicht. https://www.welt.de/politik/deutschland/article233990280/Fridays-for-Future-Lehrerverband-kritisiert-Schule-schwaenzen-fuer-Klimastreik.html Von Schule schwänzen kann bei einem so bedrohlichen Thema nich die Rede sein und sollte auch nicht in Erwägung gezogen werden. Diese Unterstellung finde ich nicht gerecht und nicht passend! Herr Meidinger Sie haben viel geleistet und haben Sie solche Argumente auch die Politik und KM geäußert, die ihre Hausaufgaben für sicheren Unterricht und tragbares Konzept zur Aufarbeitung in der vierten Welle noch geliefert haben. Die Politik und KM haben täglich geschwänzt um tragbare Lösungen zu liefern. Vertrauen hat die junge Generation an die Politik und KM nicht und Glaubwürdigkeit auf Handlungsfähikeit ist in der schweren Krise nicht aufgetreten. Wenn sie andere Efahrungen gemacht haben, wir in Mannheim haben an den G8 Schulen kein tragbares und brauchbares für Konzept für die Lernrückstände vorliegen. Eine vergessene Generation und die letzten in der Reihe haben in dieser außergewöhnlichen Lebensphase keine guten Erfahrungen gesammelt mit der Politik und KM.

  10. Das wird zurecht kritisiert. Es darf keine „genehmen“ und keine „nicht-genehmen“ Demos der Schüler geben! Demonstrationen, vor allem politische, die gar nichts direkt mit der Schule zu tun haben, und ebensogut nach dem Unterricht stattfinden können, dürfen nicht während der Unterrichtszeit stattfinden bzw. besser gesagt, dafür darf es keine Beurlaubung (der Schüler) geben.

    • Also ich wünsche mir politisch interessierte Jugendliche, die sich aktiv für den Erhalt einer lebensfreundlichen Umwelt einsetzen. Jeder Jugendliche, der das tut, macht das auch für Ihre und meine Zukunft, und für die Ihrer(falls Sie welche haben) und meiner Kinder. Wenn die Erde aufgrund des Klimawandels lebensfeindlich wird, gibt’s übrigens keine Schule mehr. Von daher: wenn die Politik das Problem des Klimawandels nur aufgrund die Schule freitags verweigernder Jugendlicher wahrnimmt und zu handeln bereit ist – muß eben durch ebendiese die Schule verweigert werden!

      • Prinzipiell finde ich die Streiks gut. Würden die SuS samstags oder sonntags für das Klima auf die Straße gehen, wäre das Echo wohl weniger kontrovers und für die Medien und Politik eher uninteressant !
        Andererseits brauchen wir gerade jetzt GUT ausgebildete junge Menschen, um den Herausforderungen durch den Klimawandel zu begegnen!

      • @ Mika, gilt das nur für Demos, deren Ziel Sie teilen oder gilt das auch für Demos, deren Ziel Ihnen unsympathisch wäre, sagen wir mal, z.B. gegen die doppelte Staatsbürgerschaft?!

        • Naja, ich sehe jetzt nicht gerade den Zusammenhang zwischen dem Engagement für eine lebensfreundliche Umwelt und dem für oder gegen die doppelte Staatsbürgerschaft…
          Wie gesagt, ich finde es wichtig, politisches Interesse bei Jugendlichen zu wecken und sie in ihrem diesbezüglichen Engagement zu unterstützen. Voraussetzung ist, dass die Ziele der Jugendlichen dabei auf demokratischem Boden stehen und dass sie demokratische Mittel wählen, um für diese zu sensibilisieren. Meine privaten politischen Neigungen stehen dabei nicht zur Debatte, die haben in der Schule auch nichts zu suchen.

          • Es geht doch nicht um einen Zusammenhang von Engagement für eine lebensfreundliche Umwelt und einem Engagement gegen die doppelte Staatsbürgerschaft! Es geht um das von Ihnen bejubelte politische Engagement, dem Sie (oder andere) in dem einen Falle zugestehen, den Unterricht sausen zu lassen und in dem anderen Falle vermutlich nicht. Würden Sie denn Jugendlichen auch „erlauben“, freitags während der Unterrichtszeit gegen die doppelte Staatsbürgerschaft zu demonstrieren oder nur dann, wenn Ihnen das Ziel des politischen Engagements gefällt?

          • @Weltenbummler
            Ich bin überzeugt, private politische Neigungen spielen immer eine Rolle, sogar eine entscheidende. Was der eine befürwortet und mit Begriffen wie „demokratisch“ oder „rein sachlich gesehen“ zu untermauern versucht, nennt der andere „undemokratisch“ und betreibt dasselbe persönliche Interessensspiel.
            Es ist doch lebensfremd zu glauben, aus Debatten könne man seine persönliche Neigungen heraushalten, auch wenn das erwünscht oder angeordnet wird.

        • @weltenbummler
          Den Zusammenhang haben Sie hergestellt, Weltenbummler. Ich denke, ich habe auf Ihre Frage bereits erschöpfend geantwortet.

  11. Es gibt auch immer Nachmittagstermine, auf die man ausweichen kann. Die sind nicht minder besucht und tragen dem Vorwurf Rechnung, es ginge nur ums Schulschwänzen.

    Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat in seiner atuellen Analyse bezüglich Klimaneutralität in den Parteiwahlprogrammen festgestellt, dass keine der im Bundestag vertretenen Parteien mit ihren Wahlprogrammen die festgelegten Klimaschutzziele erreichen könn(t)en (selbst die Grünen nicht!).

    Deswegen hat die Bewegung sowas von Recht damit, dass wählen gehen nicht mehr reicht!

    Im Grunde kann man sich doch als Mitverursacher der Misere nur noch schämen. Das Mindeste, was man aber tun kann, ist, nicht auch noch mit falschem Stolz auf die Bewegung zu reagieren, weil das eigene Ego unüberwindbar scheint.

    Was für eine grandiose Bewegung! Chapeau!

  12. Komisch, während des Lockdowns hat niemand der jungen Leute sich in Sachen Klimaschutzt geäußert, da musste man ja auch nicht zum Unterricht erscheinen..

    • Während des Lockdowns herrschte…..? Genau, ein Versammlungsverbot!
      Von Querdenkern gerne ignoriert….
      Und jungen Leuten vorzuwerfen, dass sie mit dieser neuen Situation des Alleinseins erst einmal zurechtkommen mussten und nicht gleich zu wissen, wie man eine Großdemo digital so gestaltet, dass sie auch in allen Medien aufgegriffen wird, ist ja verständlich. Einige Versuche gab es, sie konnten aber nicht ansatzweise das Medieninteresse erreichen. Oder haben Sie viel davon mitbekommen?

      Allerdings sollte diese Energie irgendwann in konkrete Projekte fließen. Autofreie oder handyfreie Tage, Baumpflanzaktionen, Kleidungsringtausch, müllfreie oder energiesparende Schule, da haben die Schüler viele Möglichkeiten, sich kreativ zu betätigen!
      Selbst etwas zu tun schützt auch vor Depressionen. Hungern für das Klima ist zwar dramatisch, hilft aber viel weniger, als eine Schaufel in die Hand zu nehmen und auf einer der Rasenflächen in der Stadt Obstbäume zu pflanzen……
      Meine Meinung!

      • Schade, dass „Querdenker“ zu einem negativ besetzten Begriff geworden ist. Ohne „Querdenker“ kann ich mir nämlich keine funktionierende Demokratie vorstellen. Nur autoritäre Regime hassen und hetzen gegen Querdenker. Bei ihnen ist Linientreue gefragt und jeder, der ausschert, gilt als Feind.

    • Das ist falsch, es gab Online – Aktionen, siehe #netzstreikfürsklima, und die Aktivisten haben mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gearbeitet. Demos machen gong ja nicht, es war Lockdown, wie Sie ja selbst feststellten.
      Ihre Aussage zeigt jedoch, wie wichtig die fff- Demonstrationen sind: die diesbezüglichen Belange der Jugend werden ansonsten offensichtlich nicht wahrgenommen.

      • Die Belange der Jugend werden durchaus wahrgenommen. Immerhin hat die Jugend zahlreiche Eltern und Großeltern, die keineswegs nur an sich selbst denken, sondern (mindestens) ebenso an den Nachwuchs und dessen Zukunft.
        Gerade Schulen und Lehrkräfte können ein Lied von Eltern singen, die dauernd auf der Matte stehen, um ihr Kind vor angeblichen Ungerechtigkeiten und Benachteiligungen zu schützen.
        Es stimmt einfach nicht, dass die Belange der Jugend ohne (schulschwänzende) Demonstrationen wie „fridays for future“ nicht wahr- oder ernstgenommen würden. Und es macht auch keinen Sinn, mit solchen Behauptungen Jung gegen Alt auszuspielen.

  13. Ich ziehe vor diesen engagierten jungen Menschen den Hut und erkenne mich darin selbst ein wenig wieder….als ich in diesem Alter war und voller Idealismus gegen Atomkraft auf die Straße gegangen bin, meine „Ente“ (2cv4) mit großen Sonnenblumen bemalt habe und es mein Traum war, eine WG von Selbstversorgern zu gründen …!
    Tatsächlich hat FFF eine Diskussion angestoßen und einen Stein ins Rollen gebracht. Siehe die neue Popularität der Grünen, die auch durch diese Bewegung und diesen“ Ruck“ durch Deutschland profitieren.
    Ehrlich gesagt…..es ist ja auch wirklich „5 vor 12“!…Oder?

  14. Welchen Sinn macht denn das Modell „Streik“?
    Es soll möglichst viele Schüler anlocken, da der Unterrichtsausfall bei Schulstreiks äußerst interessant ist.
    Das Engagement der SuS für die Umwelt ist natürlich klasse.
    Echtes Engagement erkennt man aber oft an der Bereitschaft für ein Ziel Opfer zu bringen. Zum Beispiel Freizeit zu opfern.
    Außerdem finde ich es bedenklich, dass hier momentan utopische Ziele unter der Anleitung einer realitätsfremden Autistin einfach nachgeplappert werden. Natürlich müssen die Kohlekraftwerke weg! Wäre nur mal gespannt, wie unsere SuS es finden würden die Kraftwerke wirklich sofort und notfalls auch ohne adäquaten Ersatz durch Windkraft und Sonnenenergie ab zu schalten.
    Ich jedenfalls bin sicher, dass ich bei rationierten Strommengen wegen Unterversorgung besser mit dem Verzicht auf TV und Computer und viele andere Geräte zurecht käme als meine Kinder oder meine SuS.
    Bei uns in der Stadt war übrigens vor Corona auch eine FFF Demo. Besonders beindruckt haben mich die mannshohen Berge an Plastikbechern und McD Verpackungen die danach zurück geblieben sind.

    • @Schattenläufer

      „Besonders beindruckt haben mich die mannshohen Berge an Plastikbechern und McD Verpackungen die danach zurück geblieben sind.“
      Das hat mir auch sehr gut gefallen, genau wie die Kids, die dann von Mommy/Daddy mit dem SUV abgeholt wurden – nein, natürlich gab es da keine Fahrgemeinschaften. Man kennt ja auch diese SUV-Problematik: Außen riesig, aber innen so klein, dass man kaum das eigene Kind alleine unterbringen kann! (Ja doch, Ironie!)

      Und auch VOR Corona war in den Ferien gaaaanz wenig los (auch wiederum erkennbar an den Müllbergen).
      Ich glaube nicht, dass alle überzeugten (!) FFF-Kids immer die gesamten Ferien verreist waren …

  15. Eltern können den Klimastreik konsequent unterstützen. Geheizt wird nicht mehr (speziell im Kinderzimmer), unnötige Fahrten (zu Freunden oder Freizeitaktivitäten, vor allem abends) unterbleiben und Urlaubsreisen sowie Auslandsaufenthalte werden gestrichen.
    Neue Smartphones für die kids werden nicht mehr angeschafft, wir setzen aufs Lastenfahrrad statt Mofa oder Auto zum Abi. Strom im Haus wird nur noch zwischen 12 und 16 Uhr eingeschaltet.

    So kann jeder helfen, die Klimakrise zu bewältigen.

    • Ich glaube, dass jeder Klimaaktivist (m,w,d) so etwas schon umsetzt, oder?
      Heizung im Kinderzimmer braucht kein Kind mehr, hat es doch im letzten Winter in der Schule gelernt, wie man mit Kniebeugen und Klatschen gegen das Frieren angeht!
      Eine „Wärmestube“ in der Wohnung, vorzugsweise die Küche, in der es ja schon Wärmequellen gibt, fände ich aber gut!
      Einige Solarzellen, vom Taschengeld gekauft, laden sowohl Handy, Tablet als auch den Akku des e-Bikes/ Lastenrades. Autos zu benutzen ist klar verpönt!
      Ferien auf dem Biohof, da kann man seine Zeit sinnvoll mit Unkraut jäten und Abwasseranlagen bauen verbringen. Fuhr man nicht früher in die Kibbutze zum Helfen?
      Statt die Freizeit in einem lärmenden Club zu verbringen, legt doch jeder Klimaaktivist viel lieber ein Hochbeet an, gestaltet den elterlichen Balkon oder Garten insektenfreundlich um und organisiert einen Kleidungsringtausch! Bestimmt!!!
      Die SEK2 Schüler organisieren an ihren Wochenenden übrigens ehrenamtlich Integrationskurse, habe ich mal irgendwo gehört!
      Und ansonsten kauft von diesen Menschen auch niemand mehr verpackte Lebensmittel, auch nicht bei McD, und spült seine Brotdosen und andere Lebensmittelbehälter immer selbst!
      Keiner grillt mehr mit umweltschädlicher Kohle, kauft exotische Lebensmittel wie Avokados, oder bestellt bei Amazon, statt ins Kaufhaus zu radeln!

  16. Die Jugendlichen haben jedes Recht zu streiken, es geht um ihre Zukunft. Man hat ja jetzt in der Coronakrise gesehen, dass Kinder und Jugendliche keine Lobby haben. Sie stellen auch nur einen kleinen Anteil der Wähler. Also ist ihr Engagement völlig berechtigt. Wenn man Kindern mehr Macht geben würde, wäre diese Welt eine bessere!

      • Das ist richtig. Aber niemand hat Kindern bisher Gehör geschenkt oder sie in politische Prozesse einbezogen oder zugehört. Das ist das Problem unserer machtgeilen, egoistischen und arroganten Erwachsenenwelt. Und die Rechnung bezahlen die nächsten Generationen.

        • Weil man ihnen bisher kein Gehör geschenkt hat, werden sie dann selbst zu machtgeilen, egoistischen und arroganten Erwachsenen? – Irgendwo ist da ein Denkfehler, denn das hieße ja, es geht immer so weiter.

  17. Alter Schwede, dass die Legitimität, ja schiere Notwendigkeit der Klimaproteste überhaupt in Zweifel gezogen wird, zeugt für mich von einer beispiellosen Ignoranz. Und wie hier formale Argumente ins Feld geführt werden (Schulpflicht)… erschreckend, abstoßend. Ich schäme mich für diese Kollegen und der Meidinger spricht NICHT IN MEINEM NAMEN.

      • Du hast es einfach nicht verstanden Alex. Reite Mal weiter auf deinen Prinzipien rum wenn dich das glücklich macht. Die Kids haben verstanden, um was es geht. Du leider nicht.

        • Ersten wüsste ich nicht, dass wir uns duzen. Zweitens bezweifle ich, dass die Kids wirklich verstanden haben. Das zeigen auch bei uns die Müllberge nach FFF oder die Elterntaxis, die die „Streikenden“ hinterher wieder abholen, um nur 2 Beispiele zu nennen.

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