Kitas und Schulen ohne Virenschutz: Kommen im Winter mehrere Wellen aufeinander?

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BERLIN. Während der Beschränkungen im Kita-Betrieb und der Schulschließungen im vergangenen Winter haben sich viele Kinder nicht mit Viren infiziert, denen sie normalerweise ausgesetzt sind – vor allem mit dem RS-Virus und dem Influenzavirus. Jetzt droht ein Nachholeffekt. Weil in der nun angebrochenen kalten Jahreszeit zudem der Coronaschutz in den Bildungseinrichtungen gelockert wird und Luftfilter (die alle Viren aus der Atemluft holen, nicht nur Coronaviren) kaum angeschafft werden, stoßen womöglich bald die Wellen aufeinander. 

In aller Regel harmlos – eine Infektion. Foto: Shutterstock

Mütter und Väter wissen: Gerade im Kindergartenalter läuft die Nase der Kleinen gefühlt den ganzen Winter. Manchmal haut es sie richtig um. Mit Husten, hohem Fieber, Ohrenschmerzen, Erbrechen oder Durchfall. Unschön, aber – weitgehend – normal.

«Im ersten Kindergartenjahr haben die Kleinen durchaus 10 bis 15 Infekte, die teilweise bis zu vier Wochen dauern können», sagt der Berliner Kinder- und Jugendarzt Dr. med. Jakob Maske. Im zweiten Jahr sind es noch 5 bis 10 Infekte. Doch je länger das Kind die Kita und später die Schule besucht, desto mehr läuft sich diese Anfälligkeit aus. Weil das Immunsystem immer mehr Erreger kennengelernt hat und deswegen zunehmend robuster auf sie reagiert.

Doch: Der vergangene Winter war anders. Durch die strengen Corona-Regeln gingen auch andere Infektionen kaum um, die Kinder waren selten krank. Doch es zeigt sich schon jetzt: Die Infekte kommen zurück und die Kinder holen das «Verpasste» nach – das bedeutet: Sie werden krank, teilweise recht heftig.

Kein Kontakt, keine Immunität

«Das war und ist unsere große Sorge: Dass vor allem kleine Kinder bis zwei Jahre, die relativ wenige Infekte hatten, jetzt davon eingeholt werden», sagt der Kinder- und Jugendmediziner Professor Dr. med. Reinhard Berner. Aber es betreffe durchaus auch ältere Kinder. Insbesondere zwei Erreger machen dem Fachmann für Infektionskrankheiten vom Uniklinikum Dresden Sorgen: das RS-Virus und das Influenzavirus. «Diese Infekte werden uns beschäftigen, weil sie sich enorm verbreiten und auf eine Population von Kindern treffen, die einen Winter gar keinen Kontakt damit hatten und deren Immunsystem deshalb keine Immunität aufbauen konnte», sagt Berner.

Das RS-Virus: meist harmlos, manchmal gefährlich

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) geht normalerweise in den Monaten kurz vor und nach dem Jahreswechsel um. Doch diesmal ist das anders: Mediziner beobachten schon seit einigen Wochen viele Infektionen mit dem Erreger. «Der macht erstmal nur harmlose Erkältungsinfekte. Gerade kleinere Kinder mit Vorerkrankungen und Frühgeborene können aber stärker erkranken», sagt Kinderarzt Maske.

Manchmal müssen die Kinder dann ins Krankenhaus. Bei Reinhard Berner in der Dresdner Klinik lagen in der letzten Septemberwoche nach seinen Angaben mehr als ein Dutzend Kinder mit RSV-Infektion auf der Normalstation, drei Kinder bekamen Beatmung auf der Intensivstation. Berner sagt: «Wir haben innerhalb von wenigen Tagen mehr Kinder mit RS-Virus aufgenommen als in 18 Monaten Pandemie Kinder mit Covid-19-Erkrankung.»

Wann müssen Eltern sich Sorgen machen?

Vor allem, wenn die Kinder Probleme mit dem Atmen haben. «Wenn die Kinder schwere Luftnot haben oder die Atmung die Babys beispielsweise so sehr anstrengt, dass sie nicht mehr richtig trinken», sagt Berner. Die Kleinen sind häufig durch die Luftnot panisch und sehr unruhig. «Grundsätzlich kann man sich das wie beim Asthma vorstellen», erklärt der Experte. «Die Luft geht in die Lunge rein, aber nicht wieder raus, weil die Bronchien anschwellen. Die Kinder pusten und keuchen wie Asthmatiker und haben vor allem Luftnot und Sauerstoffmangel und eine sehr angestrengte Ausatmung.»

Erkältungen – was hilft?

Doch nicht nur das RS-Virus ist unterwegs. Gerade unter Kindern werden sich viele Erkältungsviren diesen Winter wieder stark ausbreiten, prognostiziert Berner. Den Kleinen hilft es dann vor allem, wenn Eltern ihnen viel Ruhe und vor allem auch zu trinken geben, weil das dazu beiträgt, dass zäher Schleim flüssiger wird und so leichter abgehustet werden kann. «Die Erkrankungen verlaufen zum Teil durchaus auch schwer, gehen aber in der Regel ohne Komplikationen vorüber», so der Mediziner.

Manchmal helfe Inhalation, um die Bronchien zu erweitern, sagt Berner. Wenn das Husten sehr weh tut, was beispielsweise bei einer RSV-Infektion vorkommt, können dem Kind Schmerzmittel verschrieben werden. Ratsam sei außerdem – wie auch sonst immer – frische Luft.

Fieser Schmerz im Ohr

Als Folge einer Erkältung bekommen Kinder oft eine Mittelohrentzündung. Die ist richtig fies. Oft weinen die Kleinen vor Schmerz. Die gute Nachricht: «Zumindest im Moment sehen wir sie weniger», berichtet Jakob Maske aus dem Alltag seiner Berliner Praxis.

Wenn das Kind so eine Entzündung bekommt, können Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen gegen die Schmerzen helfen – als Zäpfchen oder Saft verabreicht, in altersgerechter Dosierung. Abschwellende Nasensprays oder Zwiebelsäckchen als Hausmittel helfen womöglich ein bisschen gegen die Entzündung im Ohr. Die ist laut Maske häufig viral bedingt, in dem Fall helfen also keine Antibiotika. Anders ist das, wenn die Entzündung von Bakterien ausgelöst wurde.

Die «Himbeerzunge» als Scharlach-Signal

Eine weitere typische Kinderinfektionskrankheit ist der Scharlach. Er wird durch Streptokokken-Bakterien ausgelöst und führt oft zu einem entzündeten Hals, Hautausschlag und Fieber. Häufig gibt schon ein Blick auf die Zunge einen Hinweis auf die Infektion – nämlich, wenn sie tiefrot ist. Dieses Phänomen wird «Himbeerzunge» genannt. Ob Scharlach vorliegt, lässt sich über einen Schnelltest in der Kinderarztpraxis klären. «Scharlach sehen wir aber gerade auch selten», sagt Maske. Behandelt wird die Infektion mit Antibiotika.

Magen-Darm-Probleme bei den Kleinen

Bauchweh, Erbrechen, dünner bis wässriger Stuhl und Fieber können auf eine Magen-Darm-Infektion hindeuten. Sie gehört bei Kinder neben Atemwegserkrankungen zu den häufigsten Infekten und kann sowohl von Viren als auch von Bakterien ausgelöst werden. Anfangs sollten Eltern ihrem Kind am besten nur Flüssiges geben, ohne Kohlensäure und nicht zu warm. Erbricht es nicht mehr, sind etwa Zwieback oder Suppen als erste Kost empfehlenswert. Das Essen sollte nicht fettig oder sehr süß sein.

Wichtig: Gerade bei Säuglingen ist die Gefahr der Austrocknung durch so eine Infektion hoch. Hier ist immer ärztlicher Rat angebracht.

Influenza-Virus: die Unbekannte dieses Winters

Mit Blick auf die kalte Jahreszeit stellt sich die Frage: Kommt die Grippewelle? Vergangenen Winter fiel sie aus, auch hier dürften – wie bei der geringen Verbreitung anderer Infektionen – die Corona-Regeln der Hauptgrund gewesen sein. Ob und wie stark die Welle, die meist Anfang des Jahres losrollt, in dieser Saison ausfällt, lässt sich noch nicht sicher sagen. Doch die Sorge, dass es auch bei der Grippe Nachholeffekte und damit weitaus mehr Fälle geben könnte, sei sehr berechtigt, sagt Reinhard Berner.

Er würde kleinen Kindern vorbeugend eine Impfung empfehlen. «Vor allem im ersten und zweiten Lebensjahr sind schwere Verläufe möglich», erklärt er. Wenn man die Kindergarten-Altersgruppe bei der Impfung einbezieht, sei das vernünftig. «Da sind die höchsten Zahlen und Krankheitslasten.»

Die Grippeschutzimpfung kann ab einem Alter von sechs Monaten verabreicht werden. Alternativ zur Spritze steht für Kinder zwischen 2 und 17 Jahren auch ein Lebendimpfstoff gegen Influenza zur Verfügung, der als Nasenspray gegeben wird.

Empfohlen wird die Influenza-Impfung von der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Kinder mit bestimmten Grunderkrankungen – das heißt aber nicht, dass sie für gesunde Kinder ausgeschlossen ist. Bei ihnen verläuft eine Influenza in der Regel ohne schwerwiegende Komplikationen, so das Robert Koch-Institut (RKI).

Spannungsfeld durch Corona

Die Daten zeigen, dass Kinder zwar äußerst selten schwer an Covid-19 erkranken. Doch sie können sich infizieren und den Erreger übertragen. Wenn nun viele Kinder Infekte nachholen, dann sind sie in diesem Herbst und Winter vermutlich oft verschnupft, ohne wirklich sehr krank zu sein. Das ist ein Spannungsfeld. Denn natürlich steht bei solchen Symptomen immer auch die Frage im Raum: Ist es vielleicht doch Corona? Deshalb sind viele Kitas und Schulen gerade restriktiv im Umgang mit Schnupfnasen.

In Schule und Kita – oder nicht?

Kinderarzt Maske sagt: «Natürlich dürfen Kinder mit einem Erkältungsinfekt in die Kita gehen, da spricht nichts dagegen. Aber manchmal ist es halt schwer zu unterscheiden: Ist es Corona oder nicht?» Er rät: Im Zweifel sollte man einen Test machen. «100 Prozent kriegt man hier nie, aber es ist eine zusätzliche Sicherheit.» Für oberflächliche Erkältungsinfekte, wo es keinen Anhaltspunkt für Corona gebe, etwa durch vorherigen Kontakt mit einer infizierten Person, gilt aus Sicht des Kinderarztes Maske: ruhig ab in die Kita.

Hintergrund: Maske ist Sprecher des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der seit Beginn der Pandemie vehement gegen Corona-Schutzmaßnahmen in Bildungseinrichtungen auftritt – und zuletzt trotz hoher Infektionszahlen unter Kindern und Jugendlichen ein Ende der Maskenpflicht gefordert hat, wie News4teachers berichtete. «Wir wollen das nicht herunterspielen, es gibt einzelne schwere Verläufe, gar keine Frage, aber es ist ein im Moment für Kinder harmloser Infekt», befand er.

Nicht nur mit Blick auf Corona, sondern auch auf die starken Nachholeffekte bei anderen Infekten, sagt hingegen Reinhard Berner: «Kinder mit Atemwegsinfektionen sollten nicht in die Kita gebracht werden. Wer krank ist, bleibt lieber daheim.» Auch wenn viele schon ansteckend sind, ehe sich Symptome zeigen: Daheimbleiben sei in dem Fall das Einzige, das wirklich etwas bewirken könne, damit die Infekte unter den Kindern nicht noch mehr um sich greifen.

Epilog: Schweden hat nach der Grippewelle 2019 alle Klassenräume im Land mit Luftfiltern ausgestattet. News4teachers / mit Material der dpa

Infektiologe (gegen Kinderärzte-Verband): Corona an Schulen nicht einfach laufen lassen

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71 KOMMENTARE

  1. „Ruhig ab in die Kita.“

    So schaffen wir das mit der Pandemiebewältigung!

    Aber mal im Ernst. Ich hatte seit bestimmt 5 Jahren keine Erkältung und meine letzte Grippe ist nun 20 Jahre her.

    Droht mir nun der frühzeitige tot, weil ich letztes Jahr wieder weder Erkältung noch Grippe hatte?
    Oder ist das so ein Ablenkungsmanöver? Soll der Fokus mal verschoben werden?

    Die Kinderärzte können sich jedenfalls wieder über mehr Patienten und somit mehr Einnahmen freuen.

    • @Defence:
      Sie sind ein erwachsener Mensch und haben Ihr Immunsystems mit den verschiedensten Viren im Kindesalter aufbauen können. Das ist der Unterschied zu Kindern – deren Immunsystem (zumindest der ganz Kleinen in der Kita) können Sie nicht mit Ihrem vergleichen!

      • @ Defence… Das Immunsystem eines Kindes funktioniert ganz anders. Deshalb haben wir ja glücklicherweise in den meisten Fällen nur leichte Erkrankungen bei Corona, weil das Immunsystem da schneller anspringt und schon reagiert bevor der Virus tiefer dringen kann, wie das bei Erwachsenen oft der Fall ist.

        Der aktuell kursierende RS Virus hat bei Kindern eine höhere Sterberate als aktuell Corona. Aber da es dieses Virus schon lange gibt, ist unsere Wahrnehmung da anders. An diese Gefahr sind wir „gewöhnt“.
        Vor Corona hat jeder sein Kind mit nem leichten Infekt trotzdem in die Kita oder Schule gehen lassen. Da war das völlig normal.
        Der oben zitierte Arzt sagt ja nicht „bringen sie ihr fieberndes, krankes Kind in die Kita“.

        Und ständig diese Unterstellungen an die Kinderärzte, dass sie wollen, dass die Kinder krank werden, damit sie Geld verdienen, sind einfach scheußlich.
        Unser Kinderarzt hat vor corona zu Grippezeiten teilweise bis 21 Uhr behandelt. Das macht der sicher nicht aus Geldgier.

    • Was genau macht Sie denn daran fassungslos? Darf man Eltern nicht zutrauen einzuschätzen, ob das schnupfende Kind sich trotzdem wohl fühlt.
      Wenn ein Kind erkältet ist und sich nicht wohl fühlt ( und glauben Sie mir, Kinder zeigen das) dann lässt jedes verantwortungsvolle Elternteil das Kind zuhause damit es sich erholen kann.

      Ach…und zu dem Kommentar weiter unten…
      Kinder, die in lebensbedrohliche Situationen geraten, wenn sie sich bei einem verschnupften Kitakind anstecken könnten gehören m.E. nicht in die Kita.

      • Sie haben wohl in der Grundschule noch nie Erbrochenes weggewischt. Die Äusserung von Kindern:“Heute Nacht habe ich gebrochen, aber jetzt geht es mir schon wieder gut.“ ist Standart, ebenso wie stark hustende und schwer verschnupfte Kinder. Eltern schicken auch Kinder mit Fiebersenkern in die Schule. Gibt es alles.

  2. Endlich mal ein konstruktiver Bericht zum Thema Maßnahmen und ihre Folgen.
    Wenn wir dieses Jahr wieder alles zumachen, Kontakte beschränken und nur Maske tragen, wird das unter Umständen für die Kinder spätestens nächstes Jahr vielleicht zur Katastrophe.

    • @Minna: Stimme Ihnen vollkommen zu. Endlich werden auch andere Aspekte und Folgen der Corona Maßnahmen beleuchtet. Sollten die Kinderärzte demnächst nicht wegen Corona, sondern anderer Erkrankungen überlastet sein, so wäre dies zumindest zum Teil eine politisch verursachte Folge der Corona Maßnahmen. Deshalb haben manche andere Länder auch mit den Lockerungen früher begonnen, um solche Effekte über einen längeren Zeitraum zu strecken.

  3. Frau Schopper hält weiterhin an der Maskenaufhebung fest und Herr Wieler wird in seiner Position untergraben und nicht gehört. Die Machtposition wird weiterhin ausgelebt und dazu lernen möchte man nicht. Wortlaut von Frau Schopper die Infektionen schiessen nicht nur die Decke!https://www.stadtlandmama.de/content/rsv-gefaehrlich-fuer-babys-das-virus-nahm-uns-beinahe-unseren-sohn Wie Leichtfertig mit der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen umgegangen wird und vertreten wird von unserer KM Frau Schopper in BW ist sehr überheblich nach dieser schweren Lebensphase.

  4. «Wir wollen das nicht herunterspielen, es gibt einzelne schwere Verläufe, gar keine Frage, aber es ist ein im Moment für Kinder harmloser Infekt», befand er. Also Kinder in die Schule und Kita zur Durchseuchung und Stärkung des Immunsystems und LuL mit Vorerkrankungen, die durchaus schwerer erkranken können, bleiben besser (wieder) zu Hause. Hoffentlich finden die Ärzte, die ihnen helfen. Rette sich wer kann…

    • Niemand redet davon, dass heutzutage die „gewöhnlichen“ Erkältungskrankheiten oft mit Antibiotika bekämpft werden, damit die Kinder eben nicht ein paar Tage das Bett hüten müssen. Aber dann wundern sich alle, wenn am Ende mehr und mehr Keime resistent gegen Antibiotika sind. Das noch zum Thema „Stärkung des Immunsystems“.

      • @Carsten60 – sehr richtig. Wem das wohl so nützt? Sicher nicht den Kindern, denn ihre Immunabwehr wird durch diese Antibiotika noch mehr unterdrückt, als durch das Maskentragen.

        • Noch eine Frage zur Ergänzung: Wie viele Eltern, die Masken so schlimm für Kinder finden, schicken ihr Kind bei Infekten, vollgepumpt mit Antibiotika und Fiebersenkern, in Kita und Schule? Wüßte ich wirklich gern. Alles zum Wohl der Kinder?

          • Genau.
            Ich finde es ungeheuerlich, die These zu befeuert, Kinder müssten sich mit allen möglichen Viren und Bakterien anstecken, um ein stabiles Immunsystem zu bekommen.
            Jedes Kind das erkrankt, und sei es an einer simplen Sinusitis, gehört nach Hause und nicht in Schule und Kita. Sonst passiert genau das, dass sich reihum alle anderen anstecken und es zu einer Welle kommt. Nicht nur, dass das kranke Kind gequält wird, wenn es trotz Unwohlsein zur Schule oder Kita geschickt wird, man gefährdet damit auch Kinder für die ein simpler Infekt gefährlich ist.
            Ein gutes Immunsystem bekommt ein Kind durch das ganz normale Verhalten, im Alltag, und durch gute Ernährung kann es gestützt werden.
            Jedes Kind kommt in verträglichem Maße mit Erregern in Kontakt.
            Ein bewusstes, willentliches, zusätzliches Aussetzten mit Krankheitserregern, Viren und Bakterien halte ich für ausgemachten Blödsinn.
            Dann noch zu glauben wir müssten das tun, weil Kinder in der Lockdownphase nicht so viele Kontakte hatten, und nun müsse man die ausgeblieben Infekte nachholen…was für ein Schwachsinn.
            Sicherlich, ist es richtig, dass Infekte, auch bei Erwachsenen, in diesem Zeitraum deutlich weniger aufgetreten sind. Unser Immunsystem schafft es aber ganz alleine sich auf die vermehrten Kontakte wieder einzustellen.

          • @potschemutschka

            Sehe ich genau so und die Zahlen wüsste ich auch gerne mal.

            Dass auch das Immunsystem von Kindern „lernt“ ist nichts Neues.
            Und wie wir alle wissen, braucht es Zeit und Ruhe für einen Lernerfolg.

            Das bedeutet im Falle eines Kindes, dass es auch im Zweifelsfall !!! mal Zuhause bleibt und das Bett hütet – das dauert dann oft nur EINEN Tag, inklusive des berühmten „Gesundschlafens“, was bei den Kids oft hervorragend funktioniert!

            Dann bräuchte es auch keine Medikamente, mit denen aber sehr viele SuS regelrecht vollgefüttert in der Schule aufschlagen, um dann den ganzen Vormittag – sofern sie den durchhalten – vor sich hin zu dämmern.
            In der Folge fehlen sie dann doch den Rest der Woche.
            So lernen
            – weder das Immunsystem des Kindes den Umgang mit Krankheiten
            – noch die SuS irgendetwas von dem, was im Unterricht gelernt werden sollte.

            Insgesamt also ein Griff ins Klo.
            Aber was tut man nicht alles für die Wirtschaft – ach hoppla – … alles für das Kindeswohl.

          • Was für eine infame Unterstellung. Langsam wird’s echt dumm. Vollgepumpt ….
            Gegen Maske=schlechte Eltern, liebe/r potschemutschka?
            Hier fehlen MIR langsam die Worte

      • Nun Minna, die Ärzte dich ich kenne, sprechen genauso….
        Ob ich einem Arzt vertrauen würde, der Infektionen herunterspielt und die Meinung vertritt, Kinder mit Erkältungssymptomen sollten ruhig in Kita und Schule gehen?
        ….sicherlich nicht!

        • Wenn ich mein Kind wegen jedem Schnupfen Zuhause lassen würde, wäre es bis April wahrscheinlich insgesamt 4 Wochen in der Schule.
          Man kann ja verstehen was man möchte.
          Es redet von leichten Infekten. Und ein kleiner Infekt ist halt nun mal ne Rotznase

          • Sorry Minna, aber mein Kind ist bis jetzt immer zu Hause geblieben, wenn es eine ‚Rotznase‘ hatte.
            Ich bin da wohl anders eingestellt. Sobald jemand einen anderen anstecken könnte, gehört er für mich in keine Gemeinschaftseinrichtungen und es wird erstmal abgewartet, ob evtl noch Fieber oder anderes dazu kommt.

            Das Immunsystem kann man auch anders stärken: bei Wind und Wetter vor die Tür (länger als eine halbe Stunde), im Dreck spielen, frühzeitig mit Tieren in Kontakt kommen, barfuß durch Pfützen laufen usw.

            In 10 Schuljahren hat mein Kind bisher höchstens 20 Tage verpasst.

          • Die einen sagen kleine Rotznase, die anderen Sinusitis, die eine Welle der kranken Kinder provoziert.
            Als Erwachsener kann ich „meine Rotznase“ insoweit kontrollieren, dass andere nicht angesteckt werden. Bei Kindern, insbesondere im Kita Alter funktioniert das leider nicht. Und genau da liegt das Problem. Wenn jedes Elternteil denkt, ach ist ja nicht schlimm bei meinem Kind, haben wir ruckzuck eine Welle der Erkrankten. So werden die Kinder immer wieder angesteckt. Genau das kennen wir ja aus der Vergangenheit. Viele Kinder haben immer wieder über die Herbst/Winterzeit eine Rotznase, MagenDarm, Husten etc.
            Würden diese Kinder konsequent zu Hause auskuriert, gäbe es diese Wellen nicht!
            Sorry, was leicht und weniger leicht ist, ist relativ. Viren sind Viren und Bakterien sind Bakterien, und die verbreiten sich nun mal. Egal ob Rotznäschen oder Rotznase!
            Und das ist die Pille, die berufstätige Eltern eben schlucken müssen.

          • Er redet von Erkältungsinfekten und meint damit gleichschienig AUCH Covid-19 (nur feststellbar und unterscheidbar durch einen Test bei Kindern)!

            Bei einem Erkältungsinfekt sieht die aufmerksame Mutter die Rotznase und hört den ggfs. dazukommenden Husten und wenn sie noch aufmerksamer ist, könnte es ihr begegnen, dass der Hals extrem weh tut, das Kind (auch ohne Fieber) erschöpfter und abgeschlagener ist als sonst und ihm sein Kopf und seine Glieder weh tun.

            Ein Erkältungsinfekt ist nicht nur Rotznase. Und schon gar nicht Covid-19! Und doch, es sollte ganz bestimmt auskuriert werden! Gerade auch bei viralen Geschichten setzt sich eine bakterielle gerne noch obendrauf. Und Dauerstress für das Immunsystem, wenn der Körper gar nicht die Chance bekommt, mit einem Infekt fertig zu werden und dann kommt gleich was Anderes obendrauf, kann nur falsch sein! Und einer solchen Empfehlung würde ich auch niemals folgen und habe ich von ärztlicher Seite auch nie erhalten!

      • @Minna Eine Portion Lebenserfahrung und eine Prise gesunder Menschenverstand sind manchmal auch von nutzen, um verschiedene! „Expertenmeinungen“ für sich selbst einzuordnen. Es gibt eben solche und solche Ärzte. Da muß jeder selbst entscheiden, wem er vertraut.

        • Mutti-NRW …. Dann gratuliere ich ihnen zu ihrem verständnisvollen Arbeitgeber und zu ihrer großzügige Krankenkasse. Wenn ich warte, bis der Infekt meiner Kinder komplett abgeklungen ist, dann kann es schon mal sein, dass sie 4 Wochen nicht in die Schule oder Kita gehen.
          Lasst eure Panikkirche einfach mal im Dorf

          • Lassen Sie doch bitte ihre Sprösslinge sich in der freien Natur abhärten! Ihr Rotznäschen ist ohne Maske eine kleine Virenschleuder in der Schule. Danke dafür, dass ich mich und andere wegen solcher im Unterricht mehrfach im Jahr irgendwelche Infekte eingefangen habe. Seit 1,5 Jahren, Corona und Masken habe ich nicht mal mehr den kleinsten Schnupfen. Es ist immer eine gute Idee sich erst gar nicht anzustecken…sagte wer?

          • Dann mal ganz schnell in den Glaskasten, damit sie sich nie wieder einen Infekt holen.

            Meine Sprösslinge sitzen den ganzen Tag Zuhause vor der Kiste, ernähren sich ausschließlich von Fastfood und mein Mann und ich wir rauchen gerne in der Wohnung.
            Wir wohnen mitten in der Stadt, Erdgeschoss direkt an der Hauptstraße.

            Klischee erfüllt???

          • Sorry, aber wenn ein Infekt Ihrer Kinder 4 Wochen braucht, bis er abklingt, stimmt was nicht.
            Krank in die Kita und Schule, bedeutet noch nicht inaktes Immunsystem und immer wieder Aufflammen des Infektes oder eines neuen.

            Die Fürsorge liegt in den Händen der Erzieungsberechtigten, das sollte man vor der Kinderplanung in Betracht ziehen.
            Dieses Dilemma haben viele andere auch und ist keine Entschuldigung. Es ist vielmehr ein gesellschaftliches Problem, wenn beide Elternteile voll/teil berufstätig sind und die Kinderbetreuung zu großen Teile in andere Hände gelegt wird.

            Aber das ist hier nicht Thema.

            Also liebe Minna, bezeichnen Sie es doch nicht als Panikmache, die man im Dorf lassen soll, wenn es um das Thema geht, kranke /infektbehaftete Kinder nicht in Öffentliche Einrichtungen zu schicken.

        • Allerdings stärken Sie ihr Immunsystem ja auch nicht in der freien Natur, sonst wäre es ihnen ja nicht passiert, dass sie sich wegen rotzgören wie meine es sind, jedes Jahr mehrfach einen Infekt eingefangen haben :-*

          • Liebe Minna, Sie sind ganz schön angepisst, wenn man Ihre Theorien und Meinungen widerlegt und Sie darauf hinweist.
            Sie möchten doch immer den klugen und fairen Umgang.
            Aber kritikfähig oder willens darüber nachzudenken sind Sie augenscheinlich nicht.
            Ich entschuldige es damit, dass Sie glauben man versuche hier Ihre Kinder und Sie persönlich anzugreifen, deshalb reagieren Sie wahrscheinlich so.
            Wir weisen Sie lediglich auf einen Sachverhalt hin, der so schon seit langem existiert, seit vielen Eltern Ihre Kinder trotz Infekten in Kitas und Schulen schicken. Das hat sich in den letzten Jahren gehäuft, mit Sicherheit durch die Berufstätigkeit der Eltern.

          • Richtig… Ich bekomme durch die Blume vermittelt, dass mit meinen Kindern was nicht stimmt, weil sie ihre Rotznase 4 Wochen kurieren. Dann soll ich doch meine Kinder lieber mal an die frische Luft schicken etc.

            Ich habe auch was gegen kranke Kinder in der Kita und Schule. Ich bringe meine Kinder nicht krank hin.
            Aber ein abklingender Schnupfen ist kein Grund Zuhause zu bleiben.
            Ich hätte auch gerne mehr Schutz für meine Kinder.

            Ich bin aber auch jemand, der daran glaubt, dass die Natur auch ihre Lücke sucht.

            Und anstatt sich darüber aufzuregen, was dieser Arzt oben sagt, sollten wir uns lieber mal ernsthafte Gedanken machen, was mit unseren Kinderkliniken los ist.
            Das Problem Personalmangel besteht schon viele Jahre und gerade bei den kleinen ist das eine Katastrophe.

          • @Minna 8. Oktober 2021 um 09:02

            „Ich bin aber auch jemand, der daran glaubt, dass die Natur auch ihre Lücke sucht.“

            Liebe @Minna,
            da bin ich als Naturfreund ganz bei Ihnen und daran glaube ich auch – UND WIE die Natur ihre Lücke sucht!!!
            Und jetzt kommt’s richtig dicke: Die Natur findet ihre Lücke. Immer!

            Zur Abwechslung gibt es im Verlinkten Video mal nur ein „leichtes Streifen“ der Corona-Thematik (insgesamt vielleicht 2 Minuten, in Form von Vergleichen), aber die Grundproblematik ähnelt sich doch sehr und ist durch Übertragung auf einen anderen (Covid19-neutralen) Lebensbereich für alle – auch für die besonders kritischen – Mitmenschen vielleicht unvoreingenommen nachvollziehbar:
            https://www.zdf.de/dokumentation/3sat-wissenschaftdoku/211007-sendung-wido-104.html
            Das kann in den nächsten Tagen bei Regenwetter ein schöner TV-Abend mit nachfolgenden angeregten und anregenden Gesprächen für ganze Familien werden.
            Zudem ist es gewaltfrei, da können Kinder ruhig mitschauen.
            Kinder wird auch das noch viel länger betreffen, weil die Natur auch das so eingerichtet hat.

  5. Wie gut und nervenschonend, dass ich mit meinem Kind niemals an einen Kinderarzt geraten bin, der Infekte bei Kindern und deren Verbreitung so positiv sieht, dass auch schwere Verläufe dabei für ihn ohne irgendeine sichtbare und respektvolle Betroffenheit, einfach der Krankheit (hier dann Covid-19) an sich geschuldet, dazugehören, sodass er meint, ein explizites, präventives Handeln sei unnötig. Ist dieses – in meinen Augen fahrlässige – Verhalten nun mit Berufsblindheit, Abgestumpftheit, finanzieller Mangelsituation, Geltungswunsch, mit dem Druck aus der Querdenkerszene oder auch nur mit den Interessen berufstätiger Eltern („Kunden“) zu erklären? Da kann man nur spekulieren.

    Ein krankes Kind jedenfalls gehört für mich als Mutter zur ausreichenden Genesung – schon allein deshalb, damit auch nichts verschleppt wird und Schlimmeres folgt – generell IMMER nach Hause! Es sei denn, eine Krankenhausbehandlung wäre angezeigt. Nie – wirklich nie – bin ich Kinderärzten oder auch anderen Medizinern begegnet, die es anders gesehen hätten oder da in irgendeiner Weise die Interessen von berufstätigen Eltern dem Zustand des Kindes übergeordnet hätten! Im Gegenteil … oftmals hieß es … noch zwei Tage länger zuhause bleiben als Symptome vorhanden sind. Man kann ein Immunsystem fordern, aber ein durch Infektion gefordertes auch ÜBERFORDERN! Dank der freien Arztwahl in Deutschland gibt es für jeden Topf G.s.D. auch einen Deckel … mir ist die Suche glücklicherweise erspart geblieben, denn die Kinderärzte, denen ich im Leben bisher begegnet bin, haben mich nie an ihren Kompetenzen, ihren Beweggründen und ihrem Berufsethos zweifeln lassen.

    Auch wenn dieser Kinderarzt J.M. offensichtlich sein Klientel in Berlin, die Auslastung der Kinderarztpraxen allgemein und auch die Schulministerien irgendwie gerne „bedienen“ möchte, frage ich mich, was genau ihn überhaupt dazu prädestiniert, (auch als Vorreiter) das RKI und seine Empfehlung, die Schutzmaßnahmen bis zum Frühjahr 2022 in den Schulen beizubehalten, missachten und ignorieren zu können. Was befähigt ihn dazu, pandemisch relevante Entscheidungen entgegen der wissenschaftlichen Expertise des RKI voranzutreiben? –

    Meine „Befindlichkeiten“ als Bürgerin und Mutter eines schulpflichtigen (geimpften) Kindes trifft er mit seinem Vorpreschen gegen das RKI nicht! Gegen schwere Verläufe auch bei Kindern unter 12 (und auch Longcovid) schützt demnächst die Impfung! Bis zum Frühjahr könnten so viele mehr geimpft sein und damit gestärkt der Covid-19-Infektion, die alle auch geimpft immer wieder zu erwarten haben, gegenübertreten (auch U12)! Die Kinderkliniken haben Medienberichten zufolge – auch heute schon – (noch) ohne eine größere Anzahl von schweren Covid-19-Erkrankungen bereits genug zu tun! Schul- und Kitaschließungen scheinen zur Infektionseindämmung für Politiker eher keine Option mehr. Die Schutzmaßnahmen in den Schulen (Kitas haben eh keine) sind nicht so safe, dass sie Ausbrüche von jeglichen Infekten verhindern können. Sie können Infektionsgeschehen jeglicher Art lediglich entzerren. Um ein paar Wochen der weiteren Vorsicht in den Schulen – und damit minimale und bereits gewohnte und auch vom größten Teil der auch jungen Bevölkerung akzeptierte Einschränkungen – abzuwenden, wird riskiert, dass Covid-19 für die Kinder sich doch noch zu einem größeren Problem entwickeln könnte als es sich durch die Schutzmaßnahmen derzeit (zumindest teilweise) zeigt… und das kurz vor Impfstoffzulassung für die Jüngsten! Da kann ich mir nur noch an den Kopf fassen…

  6. Als Ursache für Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) allein die Hygiene-Massnahmen heranzuziehen, halte ich nicht für tragfähig. Es kommen viele Faktoren oben drauf.
    Ich empfinde folgendes als mitbedenkenswert:

    Covid hat sämtliche Viren dominiert, so dass andere kaum Chancen hatten, Fuss zu fassen. Als im letzten Winter die Covidwelle rollte, gab es kaum andere Viren, die sich etablieren konnten.

    Dann waren viele Menschen zuhause, statt auch mal draussen spazieren zu gehen. Stubenhocker waren schon immer anfälliger für Infektionen.

    Das Wetter mit warm, kalt, nass, trocken im Dauerwechsel belastet unser Immunsystem doch ziemlich, da man fast immer “falsch” angezogen ist. Auch bei Kindern aktuell sehr schwierig, da diese auch ein nicht so ausgeprägtes Temperaturgefühl vor allem für Kälte haben.

    Jetzt treffen sich viele Leute noch draussen zu Events und Parties mit luftiger Kleidung und folgender Auskühlung gegen Abend.

    Vielleicht -da lehne ich mich aber echt weit aus dem Fenster- hat eine symptomlose Covid-Infektion Spuren im System hinterlassen, dass nun den Atemwegsapparat desjenigen einfach anfälliger macht.

    Das sind alles Vermutungen, genauso wie die, dass Infektionen “nachgeholt” werden mussten. Vielleicht sollte man den Blick auch auf das Gesamtgeschehen richten.

    Ich kann dabei unrecht haben, aber oben genannte These kann auch Blödsinn sein. Oder die Wahrheit liegt dazwischen.

    Es gibt mir zu Zeit einfach zu viele Behauptungen rund um das Masketragen, die einfach in den Raum geworfen werden, ohne dass es Belege gibt.
    Auch meine Anmerkungen sind übrigens auch ohne Belege und der reinen Logik geschuldet.

  7. Da ja hier gerne auf Umfragen verwiesen wird, wenn sie einem in den Kram passen, will ich auch auf eine verweisen:

    „ARD-DeutschlandTrend: Mehrheit für Ende der Maskenpflicht im Unterricht

    Für die Beibehaltung der Maskenpflicht im Schulunterricht sprechen sich laut ARD-DeutschlandTrend aktuell nur vier von zehn Deutschen (37 Prozent) und nur 27 Prozent der Eltern schulpflichtiger Kinder aus. Eine Mehrheit von 57 Prozent ist der Meinung, dass die Maskenpflicht abgeschafft werden sollte – bei den Eltern mit schulpflichtigen Kindern sind es 71 Prozent.“
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/Corona-Ticker-Mehrheit-fuer-Ende-der-Maskenpflicht-im-Unterricht,coronaliveticker1320.html

  8. Unter diesem Gesichtspunkt ist es noch unverständlicher, dass man jetzt, wo die kalte Jahreszeit beginnt und damit die Kinder noch mehr drinnen sind und vermutlich weniger gelüftet wird, selbst den dürftigen Schutz durch die Masken fallenlässt.

    Kinder erkranken MEIST nicht schwer an Corona… aber einige tun es eben doch und müssen deswegen ins Krankenhaus. Wenn das aber schon jetzt voll ist, was soll dann erst passieren, wenn der jetzige Leichtsinn Früchte trägt?

  9. Ich frage mich mal so ganz allgemein, wie es vor ca 100 oder auch 200 Jahren mit dem sogenannten „Training“ des kindlichen Immunsystems funktioniert hat, vor allem eher in ländlichen Gebieten, in denen teilweise die Gehöfte mehrere Kilometer auseinanderlagen und die Massenveranstaltung Kita bzw. Schule in der heutigen Form überhaupt nicht stattfanden.

    Waren die Immunsysteme der Kinder im Vergleich zu heute schwächlicher?

    Ich weiß, die Kindersterblichkeit lag derzeit definitiv höher, doch soweit ich informiert bin, hatte diese Tatsache mit mangelnden medizinischen Kenntnissen, unzureichender Hygiene, einseitiger Ernährung vor allem in den Wintermonaten und fehlenden Impfmöglichkeiten zu tun.

    Sicherlich ist es dem kindlichen Immunsystem zuträglich, wenn es immer wieder gefordert wird – dennoch kann ich mir nicht vorstellen, dass die Natur es ursprünglich tatsächlich vorgesehen hat, Kinder in großer Zahl in geschlossenen Räumen zu versammeln um das Immunsystem dort „trainieren“ zu lassen.

    Heute wird vieles als „normal“ deklariert, was von der Natur eigentlich so nicht vorgesehen ist/war…Stichwort Zivilisationskrankheiten….

    Für mich gehört ein Kind mit Unpässlichkeit nicht in Kita oder Schule…habe es auch selbst mit meinem Sohn so praktiziert.
    (Er durfte seine Infekte auskurieren…obwohl ich alleinerziehend war, zu wenig Kinderkrankentage zur Verfügung hatte, der Chef not amused war und ich auch finanzielle Einbußen hatte).

    Ich habe meine Prioritäten seinerzeit eben gesetzt.

    • Als ich noch so ca. 1 m groß war, war es noch recht neu, in den Kindergarten gehen zu können. Ich war da, aber viele in meinem altersähnlichen Umfeld waren überhaupt nicht im Kindergarten. Das war da noch (relativ) normal. Wüsste jetzt auch nicht, dass sie deshalb zu Schulzeiten auffällig öfter als ehemalige Kindergartenkinder erkrankt waren. Also hervorgestochen ist da zumindest nichts.

      • @Viva:
        Ich war damals eines von den Nicht-Kindergartenkindern.
        (wollte nicht nach Anleitung spielen…)
        Habe mich bis zum Beginn der Kita-Zeit meines Sohnes einer robusten Gesundheit erfreut.

        • Na siehste! 😉

          So wird aus so mancher Not eben eine Tugend gemacht wie Klugscheisser unterhalb sehr gut darstellt! Was nicht so richtig passt, wird eben passend gemacht und am Ende denken alle, es muss genau soooo und keinesfalls anders sein!

    • @Mary-Ellen: Zu Ihrer Anmerkung, wie das vor 100 oder 200 Jahren aussah: Damals gab es, wie es die Natur vorgesehen hat, noch eine natürliche Selektion. Überlebt haben meist nur diejenigen, die ein starkes Immunsystem hatten. Und nur diese Menschen, die überlebt hatten, konnte ihre Gene weitergegeben. Das ist heute anders, und ich denke, die meisten Menschen wollen nicht zur von der Natur vorgesehenen Selektion zurück. Deshalb haben wir auch immer mehr medizinische Möglichkeiten, damit auch die „Schwachen“ ein gutes Leben führen können.

      • @DerDip:

        Ist mir alles hinlänglich bekannt.
        Ich bezog mich auf für diese Kinder fehlende Massenveranstaltung namens Kita bzw. Schule.
        Woher hatten denn diese Kinder das von Ihnen beschriebene starke Immunsystem, wenn ihnen dieses heute so vielgepriesen „Training des Immunsystems“ in Form von Kita/Schule fehlte?

    • Unterschreibe ich voll und ganz und möchte es ergänzen:

      Es war auch mal ein Gebot, kranke Kinder nicht in die KiTa zu schicken. Aber Prioritäten scheinen sich immer mehr zu verschieben, so dass Berufstätigkeit eine noch höhere Bedeutung erlangt hat als früher. Gründe gibt es viele, darunter sicherlich auch gute.
      Und daraus resultiert, dass man vom Arbeitgeber oft kaum noch Rückendeckung hat, wenn es um Kinderkrankentage geht. Dazu die Zersplitterung von Familien, so dass interfamiliäre Betreuung für viele nicht ohne weiteres möglich ist.
      So werden auch kranke Kinder in die KiTa geschickt. Ja, eine Erkältung ist eine Erkrankung.
      Dies wird jetzt damit gerechtfertigt, dass das supi für alle Beteiligten ist, da das Immunsystem so toll trainiert wird. Auch das vom Personal, dass dann auch flach liegt, weil das Dauerfeuer aus Viren und Bakterien einfach irgendwann jedes Immunsystem überrennt, überlastet und lahm legt.

      Die Eltern von KiTa Kindern sind auch dauernd krank, weil eine endlose Schleife von Erkältungskrankheiten in Gang gesetzt wird, weil jedes schniefende Kind mit Nachdruck in Betreuung gegeben wird.

      Kinder stecken Kinder an, Kinder Eltern, Eltern ihre Arbeitskollegen, die Arbeitskollegen ihre Kinder, die Kinder andere Kinder, etc etc.

      Ich kann mich nicht daran erinnern, so oft als Kind mit Erkältungs- und Infekt geplagt zu sein, wie die Kinder seit einigen Jahren. Allerdings war man damals viel rigeroser in der Umsetzung der Regel, dass nur gesunde Kinder in die KiTa durften. Und diese Regel wurde aber auch von Eltern respektiert und akzeptiert. So ergaben sich auch weniger Erkältungswellen.

      • @Klugscheisser stimm ich voll und ganz zu.Ich war als Erwachsener noch nie so oft krank wie zur Kiga – Zeit meines Sohnes.

  10. Wenn die minimalen Schutzmaßnahmen gegen Covid 19 so nachteilig für das Immunsystem der Kinder sind, dann müsste man eigentlich auch die Impfungen umgehend einstellen: (Pocken), Tuberkulose, Polio, Masern, Röteln….. Das wäre doch wohl alles zum Nachteil der Kinder! Trotzdem ist die Kindersterblichkeit seitdem nicht gestiegen, viele Infekte können Kinder immer noch selbst besiegen.
    Und auch in Schweden, wo es in allen öffentlichen Gebäuden eingebaute Luftfilteranlagen gibt, haben die Erkrankungen bei Kindern nicht zugenommen!

    Jeder vermutet vor sich hin, aber meist kommt nicht viel mehr als eine MEINUNG heraus.
    Ich MEINE, dass Impfungen schon viele Menschen vor schlimmen Krankheitsfolgen bewahrt hat.
    Ich MEINE, dass Hygiene sinnvoll ist, Sagrotan im Haushalt aber nichts zu suchen hat.
    Ich MEINE, das Antibiotika eine segensreiche Entdeckung sind, aber nicht bei viralen Infekten gegeben werden sollten!
    Ich MEINE, dass kranke Kinder ins Bett gehören, damit sich ihr Körper in Ruhe auskurieren kann.
    Ich MEINE, das Bewegung an der frischen Luft und eine gesunde Ernährung die körpereigene Abwehr stärkt, auch ohne dass sich die Kinder jeden Krankheitserreger einfangen müssen.

    Aber was weiß ich schon!
    Es wäre nur schön, wenn auch einige Ärzte ihre Meinungen nicht als Tatsachen verkaufen würden!

  11. Ich habe 3 Kinder (Krippe, Grundschule, Gymnasium) – keines kann aktuell gegen Corona geimpft werden. Gegen Grippe und Pertussis z. B. geht das aber, also „trainieren“ wir das Immunsystem mit Impfstoffen, wo wir können. Nicht jede Krankheit gibt es Impfstoffe, deshalb werden meine drei auch immer mal krank werden. Lässt sich nicht vermeiden. Dennoch: kranke Kinder gehören nach Hause!
    Ich bin Pädagogin und es ist übel, wie krank mir die Kids abgegeben werden (Fieber, Rotz, schmerzende Ohren, verklebte Augen, schlapp, mit Ausschlag…). Ich hätte persönlich nichts gegen Luftfilter in Gemeinschaftseinrichtungen. Durchseuchung ist auf jeden Fall der falsche Weg. Und bedenkt man, dass man gegen die wenigsten Sachen immun wird/bleibt, wäre Prävention weiterhin der beste Weg.

  12. Und auch von mir noch ein paar Gedanken zu den ach so harmlosen Schnupfen-/Rotznasen der Kinder, hinter denen – zumindest in diesem Kontext ausgehend – ja i.d.R. diverse Virenarten und manchmal auch Bakterien stecken. Was nämlich bei der Einen/dem Einen nur den banalen Schnupfen auslöst, kann bei der Anderen/dem Anderen eben auch eine schwerwiegende Lungenentzündung verursachen. Jeder Mensch, wie wir wissen, reagiert eben anders, auch bei Virenkontakten ist das so.
    Soll heißen, nur weil mein Kind ja „nur“ einen Schnupfen und/oder leichten Husten hat, schicke ich es damit nicht in Kita oder Schule. Ich meine, es kann nicht falsch sein, aus vorgenannten Gründen und aus Rücksicht auf seine Mitmenschen, es mal einen Tag länger zu Hause zu belassen und eben dann mal keine Gemeinschaftseinrichtungen zu besuchen. Oder will ich bewusst riskieren, dass sich sein/e Banknachbar/in eben nicht nur den Schnupfen von meinem Kind „holt“, sondern im schlimmsten Fall eine lebensbedrohliche Lungenentzündung? So, meine Meinung. Ich würde mir wünschen, dass wieder mehr Eltern auch an das Wohl anderer Kinder denken und nicht nur und ausschließlich das eigene Kind im Fokus haben.

  13. @ Minna
    So funktioniert das Leben doch problemlos.
    Man überlegt sich in Ruhe was für einem selbst das Beste ist (z.B. Kind in der Kita egal wie), wartet bis das schlechte Gewissen nach lässt und dreht dann so lange an den Tatsachen bis es passt.
    Die Wirklichkeit etwas verdrehen und schon scheint die Sonne viel heller.
    Krankes Kind, quatsch das Immunsystem macht das schon!
    Masken, niemals frische Luft hilft gegen alles.
    Corona, Herr Lall von den Querdenkern sagt auch, dass das nicht schlimmer als Husten ist.
    Andere gefährden, die sollen froh sein, dass ich denen ein kostenloses Immuntraining zu kommen lasse. Kein Dank, nichts! Undank ist eben der einzige Lohn.
    Dreist ist es dann allerdings, wenn man sich dann noch auf Foren äußert mit Argumenten nach dem Motto “ Es kann gar nicht sein was nicht sein darf. Es darf nicht sein, was mir nicht in den Kram passt“.
    Jeder mit einem IQ über dem IQ einer Wassermelone weis schon nach dem ersten Satz wo die Reise bei ihnen hingeht.

  14. Ich muss jetzt auch nochmal meinen Senf dazu geben.

    Minna, keiner hier stellt Ihre Qualitäten als Mutter, Ihren Umgang mit Ihren Kindern in Frage. Das sehen Sie falsch. Sie tun das, was Sie als richtig ansehen und als das Beste für Ihre Kinder. Von Ihrer Position als Mutter und von Ihrer familiären Situation her.
    Wir dagegen sehen auch die andere Seite. Wir erleben tagtäglich die Auswirkungen in Schule und Kita. Was solches Verhalten (immer in Bezug auf die Ausgsngsfrage kranke Kinder) in unserem Arbeitsumfeld bewirkt.
    Eine solche Kritik muss erlaubt sein und ist sinnvoll.
    Auch wenn Sie persönlich angepisst sind.
    Sie schreiben in einem öffentlichen Forum, in dem sich nun mal viele LuL, EuE, PuP etc tummeln.
    Da ist es doch logisch, dass dann auch Gegenwind kommt.
    Ihre persönliche Meinung und Einstellung zu Corona Massnahmen und zur Pandemiesituation haben Sie schon oft klar gemacht. Auch da haben Sie Gegenwind erhalten.
    Vielleicht ist es doch manchmal notwendig über den Tellerrand hinauszuschauen und Kritik anzunehmen und nicht sofort dagegen zu schießen.
    Sie sind überzeugt richtig zu handeln, Ihre Überzeugung tragen aber viele nicht mit. Warum wohl?

    Wenn Sie auf andere Missstände hinweisen, richtig, die gibt es. Hier im Forum, bei diesem Artikel diskutieren wir aber über etwas anderes.

  15. Minna,Sie haben nicht genug Krankentage?Dann muss man sich selbst krank schreiben lassen.Denn mit Infekt,ob leicht oder nicht,gehört kein Kind in öffentliche Einrichtungen,wo es andere ansteckt,die dadurch vllt nicht nur wiben harmlosen Infekt bekommen,sondern eine Lungenentzündung oder was weiß ich.Habendie Eltern dann genug Krankentage?Ihnen egal,schon klar.Wenn ich Kinder bekomme,muss ich diese im Krankheitsfall nunmal auch betreuen.Und mit Infekten hinschicken,um das Immunsystem zu trainieren,ist einfach totaler Bullshit.Man kommt auch so genug mit irgendwelchen Erregern in Kontakt,aber kränkelnde Kinder gehören nachhause.So einfach ist das.

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