SCHWERIN. Die Linken-Politikerin Simone Oldenburg – selbst ehemalige Lehrerin und Schulleiterin – wird Bildungsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Noch nicht im Amt, bekommt sie bereits Gegenwind zu spüren: Der VBE und die GEW zeigen sich von den Plänen der rot-roten Koalition enttäuscht.
Für Oldenburg wird das Ressort eigens umgebaut: Die gymnasiale Deutsch- und Geschichtslehrerin wird für die Bildung von der Kita bis zum Abitur und Berufsausbildung zuständig sein. Bisher waren die Kindertagesstätten beim Sozialministerium angesiedelt. Doch weil es sich um Stätten frühkindlicher Bildung handele, seien sie in ihrem künftigen Ressort gut aufgehoben, erklärte Oldenburg.
Unterdessen wurde schon Kritik an den Bildungsplänen der künftigen rot-roten Landesregierung laut. Sie bleiben weit hinter der Erwartungen des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) zurück. «Nach dem Vorstellen des Koalitionsvertrages ist Enttäuschung in den Lehrerzimmern eingekehrt», sagte der Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft, Michael Blanck.
Die Linke hatte 1000 zusätzliche Lehrer angekündigt – wirklich neu sind davon aber nur 200 Stellen. Die anderen gibt es bereits, sie sind nur aktuell nicht besetzt; ein Teil war bislang befristet. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte, dass die Pläne für neue Lehrerstellen hinter den Erwartungen zurück blieben.
«Wir benötigen gut ausgebildete Lehrkräfte in den Schulen. Dazu gehört aber auch ein gutes Referendariat»
Simone Oldenburg habe in der Vergangenheit viele Forderungen formuliert, die nicht weit von den Vorstellungen des VBE entfernt seien, erinnerte Blanck. «Nur leider findet sich davon sehr wenig im Koalitionsvertrag.» So habe die neue rot-rote Landesregierung jetzt die Chance gehabt, die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung aus Geldmangel im Jahr 2004 zu korrigieren. «Das hatte Frau Oldenburg immer signalisiert.»
Im Koalitionsvertrag steht nun allerdings: «Die Koalitionspartner werden prüfen, ob ab 2026 bei zurückgehenden Zahlen der Schülerinnen und Schüler eine Absenkung der wöchentlichen Unterrichtsverpflichtung oder mehr Altersanrechnungsstunden ermöglicht werden können.» Blanck mahnte, die Belastungsgrenze der Lehrkräfte sei schon seit Jahren kontinuierlich überschritten.
Susann Meyer, Sprecherin des Jungen VBE, begrüßte, dass die Lehrerausbildung gründlich reformiert und praxisnäher gestaltet werden soll. Eine mögliche Verkürzung des Referendariats sieht sie jedoch kritisch. «Wir benötigen gut ausgebildete Lehrkräfte in den Schulen. Dazu gehört aber auch ein gutes Referendariat, dass von Mentoren unterrichtsbegleitend unterstützt wird.» News4teachers / mit Material der dpa
Schwesig erwägt, das Referendariat zu verkürzen, um Lehrerberuf attraktiver zu machen
