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Same procedure as every year? Schon wieder Debatte um vorgezogene Weihnachtsferien

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HANNOVER. Vor einem Jahr sollte ein früherer Start in die Winterferien den Schülern und ihren Familien ein sicheres Weihnachtsfest ermöglichen. Kaum jemand konnte sich damals vorstellen, dass die Debatte auch 2021 geführt werden muss. Ist aber so: Die Regelung sollte auch in der aktuellen vierten Corona-Welle gelten – fordert jedenfalls nun der Landeselternrat Niedersachsen.

Ist eine Verlängerung der Weihnachtsferien nach vorne hin ein wirksamer Schutz gegen Corona? Foto: Shutterstock

Im vergangenen Jahr wurde das öffentliche Leben in Deutschland angesichts der sich ausbreitenden Corona-Pandemie ab dem 16. Dezember drastisch heruntergefahren. „Kinder sollen in dieser Zeit wenn immer möglich zu Hause betreut werden. Daher werden in diesem Zeitraum die Schulen grundsätzlich geschlossen oder die Präsenzpflicht wird ausgesetzt“, kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) seinerzeit an.

«Man hat dann bis Weihnachten eine ganze Inkubationsphase»

Schon zuvor allerdings hatten sich die Ministerpräsidenten darauf geeinigt, die Weihnachtsferien aus Schutz vor Corona-Infektionen nach vorne hin zu verlängern. Wenn die Schüler bereits am 18. Dezember in die Ferien entlassen würden, habe man bis Heiligabend eine Strecke von fünf bis sechs Tagen, die man nutzen könne, um Kontakte zu minimieren, rechnete etwa Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann vor. «Man hat dann bis Weihnachten eine ganze Inkubationsphase.»

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Kommt das in diesem Jahr wieder? Zumindest die Debatte darum ist neu entflammt – angesichts eines explodierenden Infektionsgeschehens fordert der Landeselternrat Niedersachsen, den Beginn der Weihnachtsferien in diesem Jahr erneut vorzuziehen. “Das wäre eine hilfreiche Maßnahme. Wir hoffen, dass unser Vorschlag beim Kultusminister Gehör findet”, sagte der Landesvorsitzende Michael Guder der «Bild»-Zeitung. Guder schlug den 17. Dezember anstelle des 22. Dezember als letzten Schultag vor. Drei Unterrichtstage fielen dadurch weg.

Trotz der steigenden Corona-Zahlen gerade bei Kindern und Jugendlichen ist ein vorgezogener Beginn der Weihnachtsferien für Niedersachsens Landesregierung bisher kein Thema. Eine Sprecherin der Staatskanzlei erklärte am Mittwoch, dass sich die Regierung bislang nicht mit derlei Überlegungen befasst habe. «Die Landesregierung hat noch nicht darüber gesprochen.» Entsprechende Stimmen aus den Schulen habe sie allerdings noch nicht vernommen, sagte die Regierungssprecherin.

«Der heutige Tag ist nicht der richtige Zeitpunkt, jetzt frühere Ferien zu verkünden beziehungsweise sie auszuschließen»

Das Kultusministerium zeigte Verständnis für den «Wunsch nach einem sicheren Weihnachtsfest mit der ganzen Familie», wie ein Sprecher erklärte. Bisher herrsche an den Schulen allerdings «relative Ruhe» in Sachen Corona. «Insofern ist der heutige Tag nicht der richtige Zeitpunkt, jetzt frühere Ferien zu verkünden beziehungsweise sie auszuschließen.» Die weitere Entwicklung werde aber genau beobachtet.

Kinder und Jugendliche sind derzeit überdurchschnittlich häufig von Corona-Infektionen betroffen – auch in Niedersachsen. Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) gab die Inzidenz der Fünf- bis Elfjährigen am Dienstag mit 294 pro 100.000 Altersgenossen an. Über alle Altersgruppen hinweg lag der Sieben-Tage-Wert mit rund 133 deutlich niedriger. News4teachers / mit Material der dpa

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