„Tschüss Tafel!“ – Wie ein Schulleiter aus Hamm das digitale Zeitalter einläutete

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HAMM/DORSTEN. Auf dem Weg zur digitalen Schule ist der Abschied von der Kreidetafel eigentlich vorprogrammiert. Dennoch fällt die Entscheidung für eine zeitgemäße Präsentationstechnik nicht immer leicht: Reichen Beamer aus oder benötigen wir interaktive Whiteboards? Wie passen die zur bestehenden IT-Infrastruktur und den Endgeräten von Lehrkräften und Schülern? Und: Wie reagieren die Tafel-Liebhaber im Kollegium, wenn die Kreide für immer verschwinden soll? Jürgen Heimühle, Schulleiter am Gymnasium Schloss Heessen im nordrheinwestfälischen Hamm, erzählt im Interview, wie der Digitalisierungsprozess an seiner Schule schrittweise in Gang gekommen ist und welche Rolle die interaktiven ViewBoards von ViewSonic dabei spielen.

„Ich hatte am Anfang große Bedenken, denn ich bin nicht besonders technik-affin und habe immer sehr gerne mit der Tafel gearbeitet. Aber dann kam das ViewBoard und hat mich richtig begeistert.“ Cornelia Mengeringhausen unterrichtet Englisch und Geschichte am Gymnasium Schloss Heessen – neuerdings mit digitaler Unterstützung.  Foto: ViewSonic

Herr Heimühle, wie hat sich Ihre Schule auf den Weg ins digitale Zeitalter gemacht?

Jürgen Heimühle: Wir haben unseren Digitalisierungsprozess vor etwa fünf Jahren angestoßen, indem wir zunächst einmal einen Anschluss ans Glasfasernetz und eine VDSL-Hausleitung organisiert haben. Das haben wir in Eigenregie unternommen, da uns die Entscheidungswege über die Stadt zu lange dauerten. Als Schule in freier Trägerschaft müssen wir wirtschaftlich und wettbewerbsorientiert denken, denn unsere Schule finanziert sich zu einem Teil aus dem Schulgeld internationaler Gastschüler. Sie kommen mehrheitlich aus Ländern, in denen das Bildungssystem bereits bestens digital ausgestattet ist.  Es war also keine Frage, ob wir digital werden, sondern wie wir das umsetzen wollen.

Das heißt, Sie haben erst einmal für eine gute IT-Grundstruktur gesorgt.

Heimühle: Richtig. Wir haben die Basistechnik eingerichtet, mit einem zentral managebaren Serverraum und kurzen Wegen zu den Routern sowie voneinander getrennten Netzwerken für Pädagogik und Verwaltung – eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt DSGVO-konform digital gestützt unterrichten zu können. Viele meiner Kollegen und Kolleginnen müssen leider an ihren Schulen immer noch ohne adäquate Internetzugänge auskommen – haben dafür aber bereits dank pandemiebedingter Schnellausstattung hunderte Endgeräte im Haus, die ohne WLAN natürlich nicht im Sinne eines guten digitalen Unterrichts eingesetzt werden können. Da verlief dann der zweite Schritt vor dem ersten.

Wie sah denn ihr zweiter Schritt in Sachen Digitalisierung aus?

Heimühle: Wir haben zunächst unsere privaten Geräte benutzt und in Kombination mit Beamern im Unterricht eingesetzt. Als wir dann während des ersten Corona-Lockdowns die Schule schließen mussten, konnten wir zum Glück auf das Know-how unseres Medienkoordinators zurückgreifen, der als Quereinsteiger aus der IT-Branche in unser Kollegium gekommen war – wofür wir mehr als dankbar sind.

Er hat für uns die Open Source Lernplattform ILIAS eingerichtet. Es stellte sich allerdings schnell heraus, dass mit dem Betrieb der Plattform ein hoher Schulungssaufwand verbunden war. Und je mehr Schulen während der Phase des Distanzunterrichts ans Netz gingen, desto mehr Serverausfälle gab es. Wir sind dann auf Microsoft Teams umgestiegen, das wir dank unserer gut gewarteten IT-Infrastruktur datenschutzkonform anwenden können.

„Die interaktiven ViewBoards sind ein wertvoller Baustein unseres Digitalisierungsprozesses und für mich als Lehrer ein Riesenzugewinn.“

Inzwischen sind wir durch Mittel aus dem NRW Förderprogramm „Gute Schule 2020“ und dem DigitalPakt unter anderem mit Lehrerlaptops ausgestattet und konnten jetzt als neuen, wertvollen Baustein unseres Digitalisierungsprozesses interaktive Whiteboards, die ViewBoards, anschaffen.

Was macht die ViewBoards denn für Sie so wertvoll?

Heimühle: Die ViewBoards sind für mich als Lehrer ein Riesengewinn im Präsenz-Unterricht. Allein die Funktionen, die ich schon kennengelernt habe – und ich hätte nicht gedacht, dass ich das in meinem Alter noch sagen würde – haben mich begeistert. Vom einfachen Einbinden, Teilen und Speichern von Audio- oder Video-Medien, vorhandenen Dokumenten, Tafelbildern und Powerpoint-Präsentationen bis hin zur interaktiven Nutzung durch die Schüler und Schülerinnen über ihre Endgeräte ist die digitale Tafel ein Tool, dass den Unterricht vielfältig ergänzt. In meinem Fach Erdkunde lassen sich natürlich wunderbar interaktive Landkarten nutzen und auch eine Internetrecherche ist schnell zwischendurch und für alle sichtbar gemacht.

Und was hält das Kollegium von der neuen Technik?

Heimühle: Natürlich gab es auch Kolleginnen und Kollegen, die erst einmal skeptisch waren. Die meisten hatten überhaupt keine Vorerfahrung im Unterrichten mit Whiteboards. Niemand wollte zusätzlichen Schulungsaufwand und auch die gute alte Kreidetafel war vielen ans Herz gewachsen. Wir hatten dann aber die tolle Möglichkeit, das ViewBoard erst einmal in Ruhe an der Schule zu testen. Wie schreibt es sich mit dem Finger oder dem digitalen Stift? Welche Funktionen machen in welchen Fachunterricht Sinn? Und welche kann ich nutzen, um vielleicht die Motivation der Schülerinnen und Schüler zu fördern? Auch Eltern- und Schülervertreter:innen durften das Whiteboard ausprobieren. Das Feedback war eindeutig: Die Lehrkräfte empfanden den Einstieg in die neue Technik als einfach einzusetzenden Zugewinn für die Pädagogik und auch die Schülerinnen und Schüler zeigten großes Interesse an den Geräten.

Welche Vorteile haben Sie als Schulleiter besonders überzeugt?

Jürgen Heimühle ist seit 2004 Schulleiter am Gymnasium Schloss Heessen in Hamm, NRW. Foto: ViewSonic.

Heimühle: Für uns in der Schulleitung war wichtig, dass die ViewBoards zu unserer bestehenden Technik passen. Wir praktizieren an unserer Schule den „Bring Your Own Device“-Ansatz, das heißt, die Schülerinnen und Schüler nutzen unterschiedliche Endgeräte und Betriebssysteme, vom IOS-basierten iPad, über Microsoft Laptops bis hin zu Android-Handys. Mit diesen Geräten müssen sie sich reibungslos und vor allem DSGVO-konform am Whiteboard anmelden können. Das war eine Grundvoraussetzung und ist durch die zum ViewBoard gehörende Software myViewBoard sichergestellt.

Überzeugt hat uns auch, dass wir bereits bei uns vorhandene Dokumente und Apps sowie jede gängige Software wie One Drive oder Teams aber auch Open Source Produkte auf dem ViewBoard nutzen können. So kann jede Lehrkraft selbst wählen, wie sie mit dem Board arbeiten und welche Tools oder Funktionen sie im Unterricht einsetzen möchte. Das sieht für den Lateinlehrer zum Beispiel ganz anders aus als für die Chemielehrerin.

Die ViewBoards sind jetzt bereits einige Zeit bei Ihnen im Praxiseinsatz. Können Sie schon ein Fazit ziehen?

Heimühle: Die ViewBoards sind toll. Sie liefern genaudie Technik, die wir noch als digitale Ergänzung zum Regelunterricht brauchten. Wie toll sie genau sind, wissen wir noch gar nicht. Wir beginnen gerade erst so richtig, in die Welt des digital gestützten Unterrichts einzutauchen. Aber was wir jetzt schon sehen, ist, dass wir durch die technische Unterstützung mehr Zeit für den einzelnen Schüler, die einzelne Schülerin, haben und uns das Unterrichten mit den neuen Möglichkeiten ganz unabhängig von Vorwissen und Alter großen Spaß macht. Und das ist nicht unwichtig, denn die Digitalisierung in der Bildung steht und fällt mit motivierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

Dies ist eine Pressemeldung der ViewSonic Technology GmbH

Weitere Infos zu interaktiven Whiteboards, Beamern und Monitoren für Bildungseinrichtungen finden Sie auf www.viewsonic.com/de/education/ 

 

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7 KOMMENTARE

  1. Wir haben seit Jahren E-Boards.

    Mehr Müll – Stifte, Reinigungsflüssigkeit
    Nur frontal gut lesbar – spiegelt zu viel
    Strom wird deutlich mehr gebraucht
    Immer zwei Unterrichtsvorbereitungen (also auch Kopien), da nie sicher ist, ob`s klappt
    Lesen wird dadurch nicht gestärkt

    Im übrigen konnten keine Leistungssteigerungen beobachtet werden – allenfalls die Forderung, Kino zu machen und Filme und youtube zu zeigen.

    Wir werden alle diesem Digitalisierungswahnsinn (gibt es eigentlich schon Unteruchungen, ob Kinder wirklich inhaltlich mehr lernen? Ich konnte bisher immer nur beobachten, dass sie durch den digitalen Babysitter ruhiger sind – Lernerfolge, nun ja) nicht entkommen. Also, wenn hier erwartet wird, dass dadurch Intelligenzbestien entstehen – tut mir leid, hier enttäuschende Nachrichten zu haben.

    Außerdem – wie soll da individuell differenziert werden? Jeder einen Laptop und ich habe keine Ahnung, was sie da tun? Oder pro Kind eine Leinwand? Hier stehen wieder nur ein Geldkonzept, Gewinnkonzept und Blendung im Vordergrund.

    Böse Meinung, ja, viel Enttäuschung, ja, bessere Ergebnisse, nein.

    (JA – ich sehe auch Vorteile – aber ich sehe auch Vorteile darin, wenn im Unterricht mehr gelesen und geschrieben wird und diese (blöden) Lückentexte endlich abgeschafft werden – oldfashion halt).

    JAAAA, wir als Lehrers sind in der Lage, diese Geräte entsprechend unserer Fächer mit Inhalt zu füllen. Das ist nur nicht sexy – also keine Lernsteigerung.

  2. Aufgrund der Tatsache, dass den Schulen das Geld für ausgebildete Systembetreuer fehlt, ist dieser Digitalisierungswahnsinn an Schulen bereits im Keim erstickt. Die Geräte sind empfindlich und haben keine lange Lebensdauer, müssten ständig gewartet werden, das sollen die Lehrer dann wohl auch noch zusätzlich machen. Dazu kommen noch die Kompatibiltäts-Probleme mit den lehrereigenen Geräten, die ja zwingend für die Vorbereitung sind. Selbst die „einfachsten“ digitalen Geräte wie Beamer, Lautsprecher und Dokumentenkamera sind nie zuverlässig, man ist dann dankbar, eine Tafel als Ersatz für die aufwendigen digitalen Vorbereitungen zu haben, da ist wieder „altmodische“ Flexibilität gefragt, oder eine erneute „gefloppte“ Unterrichtsstunde. Ein Systembetreuer, der permanent vor Ort ist, wäre das Mindeste, was bei der Digitalisierung sicher gestelllt werden müsste. Auch hier werden sich wieder Vision und Realität scheiden, Vorgaben ohne adäquate Voraussetzungen. Aber da wird sich nichts ändern, die Lehrer bekommen das mit viel Eigeninitiative und Aufwand immer wieder gebacken, da sie die Schüler nicht hängen lassen wollen. Das wissen die Damen und Herren Minister und ruhen sich darauf aus. Man wird die Schultafel noch zurücksehnen.

  3. Wir haben seit zwei Jahren an unserer Grundschule digitale Tafeln (interaktiver, großer Bildschirm) mit 2 magnetischen Whiteboardseitenteilen. Man kann die Tafel sozusagen aufklappen wie die alte Kreidetafel, in der Mitte ist der große interaktive Bildschirm. Das wir die letzte Schule waren, die der Schulträger digital ausgestattet hat, bekamen wir das modernste, was vor 2-3 Jahren auf dem Markt war.
    Ich finde die Möglichkeiten toll. Die Tafel kann ins Internet gehen einen Hotspot für andere digitale Endgeräte erzeugen, andere endgeräte spiegeln, hat ein eigenes Tafelschreibprogramm mit allen Schikanen und einen integrierten Computer, der Lehrer einen extra Bildschirm, eine angeschlossene Dokumentenkamera usw. usf. In Ergänzung zu den magnetischen Whiteboardteilen kann man diese Tafel sehr vielfältig einsetzen. Wir haben den Umgang mit der Tafel ziemlich schnell gelernt. Zuerst hatten wir eine Einführung, später haben wir uns selbst gegenseitig über unsere „Entdeckungen“ ausgetauscht. Wir hatten vorher mobile Beamer mit Laptop als Zusatz zur Kreidetafel, da ist diese Tafel jetzt viel moderner und vereinigt alles, was man sich so vorstellen kann, was man im Unterricht verwenden könnte.
    Bei uns will keiner mehr zurück – wir haben einige ältere KollegInnen über 60.

    • Natürlich will keiner in die Kreidezeit zurück. Die digitalen Tafeln können alles, was eine Kreidetafel auch kann, und eben noch viel mehr. Sie verbessern den Unterricht jeder Lehrkraft, die sich darauf einlassen will, und verschlechtern nichts.
      Wer hier von „Digitalisierungswahn“ spricht, hat schlicht keine Ahnung von den Möglichkeiten. Auch in meinem Kollegium (60 KuK) will wirklich keiner zurück zur Tafel, eine solche (absurde) Diskussion gibt es überhaupt nicht.

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