BERLIN. Der Chef-Virologe der Berliner Charité, Prof. Christian Drosten, hält die Omikron-Variante für besorgniserregend. Der Blick nach Südafrika zeige, wie rasant sich die Mutante verbreitet – und wie gefährlich sie auch für Kinder sein kann, sagte er in den ARD-„tagesthemen“. Drosten rät, Kinder ab fünf Jahre so schnell wie möglich impfen zu lassen. Auch wegen der Risiken im Schulbetrieb.
Daten aus mehreren Ländern wie Südafrika, Dänemark und England zeigten, dass sich das Infektionsgeschehen etwa alle drei Tage verdoppele. “Das ist deutlich schneller als das, was wir von der Delta-Variante gewohnt waren.” Deutschland müsse deshalb schnell handeln – und vor allem “boostern”.
Zu den bisherigen Erfahrungen mit der Variante in Südafrika, wo Omikron erstmals entdeckt und untersucht wurde, sagte er: “Wir wissen, dass die Krankheitsschwere dort geringer ausgeprägt ist. Wir verstehen aber nicht ganz genau, wie das zu deuten ist. Dort geht ein Drittel der Fälle ins Krankenhaus, und wenn sie im Krankenhaus sind, dann haben sie nur so etwa ein Drittel der schweren Verläufe”, so Drosten. Das sei aber nur eine Faustregel und basiere nicht auf genauen Zahlen.
“Was man dort sieht, ist, dass gerade die jüngsten Kinder unter fünf Jahren verstärkt ins Krankenhaus müssen”
Man müsse sich die Frage stellen, wie die Infektion mit dem Omikron-Virus bei denjenigen verlaufe, die noch nicht infiziert gewesen und auch nicht geimpft seien – darunter vielen Kindern. “Da machen mir die Informationen aus Südafrika verstärkt Sorgen”, so Drosten. “Was man dort sieht, ist, dass gerade die jüngsten Kinder unter fünf Jahren verstärkt ins Krankenhaus müssen mit schweren Verläufen.”
Über die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für die Kinderimpfungen sei er froh. Hintergrund, über den News4teachers gestern ausführlich berichtete: Die Stiko hat erklärt, dass sie Impfungen ausdrücklich zwar nur für Kinder mit Vorerkrankungen empfiehlt. Aber: Auf Wunsch der Eltern sollten alle Kinder ab fünf Jahren geimpft werden können. Für sie gibt es seit zwei Wochen einen zugelassenen Impfstoff.
Er, Drosten, könne nur raten, die Kinder impfen zu lassen, wegen des Schulbetriebs, der eigenen Erkrankung und auch in Hinblick auf Südafrika – sollte es sich bewahrheiten, dass die Verläufe mit Omikron schwerer sind bei den Kindern. News4teachers
Hier – auf der Seite der “tagesschau” – geht es zum vollständigen Interview mit Christian Drosten.
Omikron hat die Schulen erreicht: Zwei bestätigte Fälle in Nordrhein-Westfalen
