Studie zu Corona-Schutz: Nur 8 % der Klassenzimmer werden – wie vorgeschrieben – alle 20 Minuten gelüftet

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MÜNCHEN. Können Schulen auch bei andauernd hohen Covid-19-Inzidenzen geöffnet bleiben? Durch Lüften, Luftreiniger oder Lüftungsanlagen kann die Aerosol-Konzentration und damit das Infektionsrisiko reduziert werden. Das Projekt „Sicheres Klassenzimmer“ von vier Forschungseinrichtungen untersucht mittels Sensoren die tatsächlichen Luftverhältnisse in 233 Klassenzimmern. Professor Christian Schwarzbauer von der Hochschule München stellt nun erste Zwischenergebnisse der laufenden Untersuchung vor. Erstes Fazit: Die Empfehlung des Umweltbundesamtes und der Kultusminister zum Coronaschutz, Klassenräume alle 20 Minuten zu lüften, wird in der Praxis kaum umgesetzt.

Das Lüftungskonzept der Kultusministerkonferenz auf der Grundlage eines Papiers des Umweltbundesamts ist – für die Tonne. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Wie steht es mit der Luftqualität in unseren Klassenzimmern? Mit welchen Lüftungskonzepten kann das Infektionsrisiko für SARS-CoV-2 nachhaltig reduziert werden? Um dieser Fragen auf den Grund zu gehen, startete die Hochschule München im Juli dieses Jahres das Projekt „Sicheres Klassenzimmer“. Inzwischen nehmen 233 Klassenzimmer in 52 Schulen im Großraum München sowie in der Stadt Mainz an dem Projekt teil. Projektleiter und Initiator des Forschungsprojekts Prof. Dr. Christian Schwarzbauer von der Hochschule München (HM) erhebt mittels Sensoren die Luftqualität in den Klassenräumen während des gesamten Schuljahrs. Inzwischen liegen erste Zwischenergebnisse vor: „Wir haben dazu die Daten von über 7.000 Unterrichtstagen ausgewertet,“ sagt Schwarzbauer.

CO2-Konzentration: Ein Indikator für die Ansteckungsgefahr mit SARS-CoV-2

Für die Bewertung der Luftqualität wurde unter anderem die CO2-Konzentration untersucht. Die ausgeatmete Luft und das darin enthaltenen CO2 verbreiten sich in einem abgeschlossenen Raum relativ schnell. „Die CO2-Konzentration ist deshalb ein gutes Maß für den Anteil der ausgeatmeten Luft im Klassenzimmer“ erklärt Schwarzbauer. Neben CO2 enthält die ausgeatmete Luft jedes Menschen auch Aerosole, die eine wichtige Rolle bei der Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 spielen.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt das Umweltbundesamtes (UBA) während des Unterrichts alle 20 Minuten mit weit geöffneten Fenstern zu lüfteten (Stoßlüftung). „Unsere Daten zeigen, dass diese Empfehlung in der Praxis kaum umgesetzt wird: Der Anteil der regelmäßig alle 20 Minuten gelüfteten Klassenzimmer lag unter 8 Prozent“, sagt Schwarzbauer. „In den meisten Klassenzimmern wurde in der Regel nur nach jeder Unterrichtsstunde oder lediglich während der Pausen gelüftet.“ Entsprechend der Einschätzung des UBA ist ein Raum ausreichend belüftet, wenn die CO2-Konzentration während einer Unterrichtsstunde im Mittel bei 1000 ppm oder kleiner gehalten wird. Das Balkendiagramm (Abbildung 1) zeigt den Anteil der Unterrichtstage, an denen die durchschnittliche CO2-Konzentration über dem UBA-Grenzwert von 1000 ppm lag. Bei der Auswertung wurde die Wirkung von unterschiedlichen Lüftungskonzepten verglichen.

Anteil der Unterrichtstage mit einer durchschnittlichen CO2-Konzentration über dem Grenzwert des Umweltbundesamtes von 1000 ppm (Grafik: Christian Schwarzbauer)

Lüftungskonzepte im Vergleich: Fensterlüftung, Luftreiniger und Raumlufttechnische Anlagen

Bei der klassischen Fensterlüftung wurde der CO2-Grenzwert an 25,3 Prozent der Unterrichtstage überschritten. In Klassenzimmern mit CO2-Monitoren wie etwa CO2-Ampeln lag der Wert etwas niedriger bei 22,4 Prozent. Der höchste Wert von 34,2 Prozent ergab sich nach Schwarzbauer in Klassenzimmern mit mobilen Luftreinigern: „Offenbar wurde in diesen Klassenzimmern im Durchschnitt weniger gut gelüftet. Diese Geräte entfernen zwar schädliche Aerosole aus der Luft, nicht aber das CO2. Wichtig ist deshalb, dass zusätzlich ausreichend gelüftet wird. Dauerhaft erhöhte CO2-Konzentrationen haben einen direkten Einfluss auf das Wohlbefinden und die kognitive Leistungsfähigkeit der Schüler und Schülerinnen.“

In Klassenzimmern, die mit raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) ausgestattet sind, lag der Anteil der Unterrichtstage mit Grenzwertüberschreitung bei 22,8 Prozent. „Dieses Ergebnis ist schon erstaunlich,“ sagt Schwarzbauer, „denn RLT-Anlagen gelten weitläufig als Goldstandard bei der Belüftung von Innenräumen.“

„Anhand der Daten konnten wir sehen, dass viele der untersuchten RLT-Anlagen für den Betrieb in Coronazeiten nicht richtig eingestellt waren. Auch bei der Zuverlässigkeit gab es Probleme,“ sagt Schwarzbauer. Teilweise wurden mehrtägige Ausfälle mit stark erhöhten CO2-Werten beobachtet, in einem Fall stieg dabei die CO2-Konzentration auf über 4700 ppm. „Vermutlich wird ein Ausfall nicht immer sofort von der Lehrkraft bemerkt, weil diese Anlagen in der Regel sehr leise laufen. Man verlässt sich auf die Anlage, die Fenster bleiben geschlossen. Die CO2-Konzentration und damit auch die Aerosol-Konzentration steigen dann schnell auf hohe Werte und das Infektionsrisiko ist damit stark erhöht“, erklärt Schwarzbauer die Folgen.

Deutlich bessere Ergebnisse wurden mit dezentralen Lüftungsanlagen erzielt. Der Anteil der Unterrichtsstunden, bei denen der UBA-Grenzwert überschritten wurde, lag hier bei nur 4,0 Prozent Prozent. Ähnlich gut, mit einem Wert von 4,6 Prozent schnitten ventilatorgestüzte Fensterlüftungssysteme ab, wie etwa die Basisversion des ‚Mainzer-Lüftungssystems’, welches vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz konzipiert wurde.

Theoretischer Verlauf der Viruskonzentration während einer Unterrichtszeit von 90 min für verschiedene Lüftungskonzepte (Grafik: Christian Schwarzbauer)

Modellierung der Viruskonzentration in einem virtuellen Klassenzimmer: Mobile Luftfilter wirken

Das Liniendiagramm (Abbildung 2) zeigt den theoretischen Verlauf der Virus-Konzentration während einer Unterrichtszeit von 90 Minuten für vier verschiedene Lüftungsszenarien. Für die Berechnung wurde angenommen, dass eine Schülerin oder ein Schüler infektiös ist. Wird das Klassenzimmer, wie vom UBA empfohlen, alle 20 Minuten gelüftet, so ergibt sich eine deutlich niedrigere Virus-Konzentration, als wenn lediglich nach jeder Unterrichtsstunde, also alle 45 Minuten, gelüftet wird. Mit Lüftungsanlagen oder mobilen Luftreinigern kann die Virus-Konzentration dauerhaft auf einem niedrigen Niveau gehalten werden, wenn das 3- bis 6-fache des Raumvolumens pro Stunde gegen Frischluft ausgetauscht bzw. gereinigt wird.

Aus den erhobenen Daten wird das Forscherteam um Schwarzbauer mithilfe eines biophysikalischen Modells auch Aussagen zum tatsächlichen Infektionsrisiko in den teilnehmenden Klassenzimmern ableiten: „Wir gehen davon aus, dass wir die entsprechenden Zwischenergebnisse innerhalb der nächsten 3 bis 4 Wochen vorstellen können.“

Das Forschungsprojekt „Sicheres Klassenzimmer“ ist eine Initiative der Hochschule München in Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der TU München, der LMU München und des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz. News4teachers

Neue Runde im Luftfilter-Skandal: Das Bundesprogramm für Kitas und Schulen floppt – Länder rufen die Mittel nicht ab

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72 KOMMENTARE

  1. Diese Studie gibt viel Futter. Leider für alle Seiten.
    Zum einen sieht man: Lüften hilft, CO2 Messgeräte sind eine Hilfe.
    Zum anderen sieht man: Luftfilter helfen nicht, wenn man keine Frischluft reinlässt.
    ABER: was man messen kann ist nur der CO2 Gehalt der Luft in ppm, nicht die Virenkonzentration!
    Es wäre also denkbar, dass die Viren durch die Filter gefangen werden, obgleich die Luft „schlecht“ ist.
    Was Schulen brauchen sind Filter, CO2 Geräte und Lüftungsmöglichkeiten verbunden mit einer Anleitung. Nur ein Filter ohne Handhabungsanleitung bringt nur wenig.

    Was bleibt sind aber die Kumis, von denen sicher nicht nur eine meint Luftfilter sind zu teuer.
    Wo kommen wir denn auch hin, wenn für die Gesundheit unserer Kinder Geld ausgegeben würde??
    Bei Fluggesellschaften ist das was anderes, die brauchten ja Hilfe (hier Kotz-Smilie einsetzen!)

    • @Der Uwe

      „Zum anderen sieht man: Luftfilter helfen nicht, wenn man keine Frischluft reinlässt.
      ABER: was man messen kann ist nur der CO2 Gehalt der Luft in ppm, nicht die Virenkonzentration!
      Es wäre also denkbar, dass die Viren durch die Filter gefangen werden, obgleich die Luft „schlecht“ ist.“

      So (in etwa) dürfte es sein.

      Aber es hat ja auch NIE jemand (Qualifizierter) behauptet, dass diese Filter alle Probleme lösen würden. – Die Luftfilter sollen Viren aus der Atemluft filtern und genau das erledigen sie, wenn sie korrekt eingestellt sind.

      NIE hat jemand ernsthaft behauptet, diese Filter würden Viren durch frischen Sauerstoff ersetzen!

      • Das ist mir klar. Es gibt aber Leute, die das denken. Und wenn man einfach ein Gerät abstellt und sagt, hier macht mal, wird das nicht funktionieren.
        Wenn der Schulträger nicht für CO2 Geräte sorgt, muss zur Not der Förderverein einspringen.
        Beides in Kombination kann sehr gut funktionieren. Lüften nach der Uhr eben nicht.
        Aber man sich den Mund fusselig reden. Selbst wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien reichen ja der KMK nicht.
        Sicherlich heißt es dann später, tut mir leid, konnten wir ja nicht wissen, und das Geld und die Wahlen und die Wirtschaft und dann hatte ich ja auch keine Ahnung, bin ja nur Rechtsanwaltsgehilfin. Oder aber es kommt gar nichts, außer einer schönen Pension.
        Traurig weil das alles auf Kosten unserer Kinder passiert.

        • @Der Uwe

          So isses.
          🙁
          Und der Virus schreckt weder vor Kindern zurück, noch bleibt er artig bei den Kindern – der vagabundiert „lustig“ durch die Generationen, so haben schließlich alle etwas davon – sogar die Wirtschaft …

        • Fördervereine an Schulen sind NICHT für Gesundheitsschutz und Arbeitsschutz zuständig!
          Das sind allein die Schulträger !!

          • Richtig! Ich bekomme den Eindruck, dass niemand an Schulen für den Gesndheitsschutz zuständig ist, sowenig, wie passiert!
            Aber es soll Schulträger geben, die sich gar nichts merken lassen. Und bevor ich mir die Nase an zuhen Türen einrenne (ich habe es versucht), handele ich lieber und organisiere was.
            Das war letztes Jahr (und da dachte ich schon, es wäre zu spät…) dieses Jahr sind wir keinen Schritt weiter, dafür haben aber alle Schulen im Stadgebiet CO2 Messgeräte! Und die Stadt hat es kaum was gekostet, weil die Fördervereine eingesprungen sind. Traurig das! So kann man die Kohlen auch zusammen halten!

  2. Bei uns an der Schule gibt es weder Luftfilter noch CO2 Messgeräte, dafür aber große Fenster, die man gut öffnen kann. Natürlich wäre ich froh, wenn wir die ersten beiden genannten Geräte zur Verfügung hätten. So bleibt nur regelmäßiges Lüften, was ich auch in meinem Unterricht konsequent durchsetze. Natürlich wird es sofort kalt, der Straßenlärm kommt rein – aber so ist es eben, wenn in die Schulen nicht investiert wird und sie trotzdem offen bleiben sollen.
    Leider gibt es viele KuK, die das nicht machen, nicht mal zur Pause, man kommt in einen Raum, in dem die Luft “steht”. Masken werden auch schlampig getragen, um den Schein zu wahren. Im Lehrerzimmer werden die Fenster nicht geöffnet ( “es zieht”), in der Küche sitzen sie zusammen…. da kann man sich nur an den Kopf fassen. Ich komme mir schon ein bisschen gestört vor, weil ich das nicht mitmache.
    SuS werden nicht ermahnt wegen der Masken unter der Nase (“ bei Herrn/ Frau XY ist das nicht so streng wie bei Ihnen”), küssen sich im Flur, teilen ihr Essen, trinken aus einer Flasche…. ich habe einfach keine Lust mehr.
    Noch 5 Tage

    • So ist es! Alles andere ist Theorie sowohl im Text wie in den Kommentaren hier.
      Der Schwachpunkt ist das falsche Verhalten der Schüler und vieler Lehrkräfte

      • Der Schwachpunkt sind „Lösungen“, welche vorhersehbares Verhalten und vorhersehbare Umstände ignorieren. Sprich: vorgeschriebene Maßnahmen, die ignorieren, dass Schüler keine Automaten sind und sich entgegen der Annahme von Kultusministern altersgemäß verhalten. Vorgeschriebene Maßnahmen, die ignorieren, dass es im Herbst und Winter dank 5-10 Minuten lang offener Fenster in Unterrichtsräume hineinregnet oder schneit, und dass der erwünschte Luftzug dazu führt, dass sämtliche Arbeitsmaterialien durch die Luft fliegen. Vorgeschriebene Maßnahmen, die ignorieren, dass auch Lehrkräfte Menschen sind, deren Kräfte im Umgang mit beratungsresistenten Schülern und pandemieleugnenden Kollegen oder auch Eltern nachlassen und die aus Gründen der Selbsterhaltung im Zweifelsfall lieber wegsehen.
        Ein Check der geplanten Maßnahmen auf Praxistauglichkeit ist aber offensichtlich nicht gewünscht: so kann man besser auf Schüler und Lehrkräfte draufhauen: die sind schuld, dass die Zahlen so hoch sind in den Schulen.
        Ich bin’s echt leid langsam!

        • Genau so ist es. Und man kann davon ausgehen, dass das auch auf der kultusministeriellen Ebene bekannt ist, trotzdem spielt die Evidenz bei den Kriterien keine Rolle, die bleiben schön an der Theorie orientiert.

          Ist natürlich super, wenn man als Lehrkraft Kontakte einschränkt bis zum Gehtnichtmehr, morgens um sieben einkaufen geht, um möglichst wenige Leute anzutreffen, um alle Mitmenschen einen Dreimeterbogen macht und dann aber Tag für Tag in die Großveranstaltung Schule gezwungen wird.
          Und täglich hagelt es dort neue Positivmeldungen! Trotz 2/3 geimpfter Schülerschaft!

          Ja, ich finde Präsenzunterricht auch viel schöner, abwechslungsreicher, weniger anstrengend als die ganze Distanzorganisation, aber um Wunschkonzert geht es doch nicht in einer Pandemie!

    • Wir haben Luftfilter und CO2-Geräte. Allerdings auch Räume die man schlecht Lüften kann, was dazu führt, dass nach 5 max. 10 min. Mit 25 SuS im Raum der gelbe oder sogar rote Punkt angeht. Somit ist man eigentlich am Dauerlüften, alle 20 min haut nicht hin. Ohne Skisocken und gefütterte Schuhe kann man manche Vormittage kaum aushalten. Ab der 3. Oder 4. Std. Ist man völlig durchgefroren und die SuS sitzen mit Jacke da. Das ist ja in der Theorie alles ganz schön, im Moment sind es nicht mal Minusgrade und ich hoffe, dass es so bleibt. Letztes Jahr bei -10 Grad war es echt kaum erträglich.

      • @Laromir: Es gibt auch Vorgaben zur Mindesttemperatur in den Unterrichtsräumen.Neben CO2 Messgeräten bräuchte es auch noch einen Thermometer. Sonst ist das ganze Thema nur einseitig betrachtet.

        • @DerDip
          Ein Thermometer wird nicht verhindern, dass
          – die Temperaturen in den Bereich absinken, an dem jeder andere Arbeitgeber die Arbeitsstätte schließt, bis Abhilfe geschaffen wurde.
          – SuS und LuL sich auch dieses Jahr wieder „einen abfrieren“ und auch dieser Zustand für eine Menge Krankentage sorgen wird.
          Nur mal von dieser Seite ( = Logik & Realität ) aus betrachtet.

          • „ geschaffen wurde.
            – SuS und LuL sich auch dieses Jahr wieder „einen abfrieren“ und auch dieser Zustand für eine Menge Krankentage sorgen wird.“

            Das ist falsch. Erkältungen entstehen nicht durch Kälte sondern durch Viren. Die treten vermehrt auf, wenn nicht richtig gelüftet wird. Wenn die Eskimos im tiefsten Winter ohne Besuch am Nordpol sind, dann sind sie eins nicht: Erkältet!

          • @Klaus 13. Dezember 2021 um 15:54
            Ich sprach von „Krankentagen“, nicht von Erkältungen.
            Es gibt mehr durch Kälte und Unterkühlung verursachte oder geförderte Krankheitsbilder als
            – Erkältungen
            – den vielzitierten Schnupfen.

            Aber wenn Sie schon ein wenig vom Thema abkommen …:
            LuL & SuS sind auch keine „Eskimos“, die man schon seit langem „Inuit“ nennt.
            LuL & SuS sind auch nicht an die „Lebenswirklichkeit“ der Inuit angepasst, das müssen sie auch nicht sein.
            ( Die Inuit würden dafür wahrscheinlich sehr schlecht in Wüsten und Urwäldern zurechtkommen. Das müssen sie ebenfalls nicht leisten. )

            Und wenn’s noch etwas zum ursprünglichen Thema gibt … gerne.

  3. Mit dem System 20-5-20 bleibe ich mit dem CO2 nicht unter 1000 ppm. Das geht dann hoch auf 1400ppm. Höher nicht, weil die Fenster zu undicht sind.

    Will permanent unter 1000ppm bleiben, habe ich eine Raumtemperatur von ca 14°C. Was will ich nun lieber? Erfrieren oder Viren geschwängerte Luft?

  4. Großer Klassenraum mit ca. 25 Personen, Lüftung alle halbe Stunde für 7 oder 8 Minuten. Lüften bei günstigem Wind hilft: CO2-Ampel belegt Rückgang der CO2-Konzentration durch Lüften von 700 ppm um ca. 100 ppm runter.
    Bei ungünstiger Wetterlage – zu wenig Wind, zu warm – geht die Konzentration auch nach einstündigem Lüften in der großen Pause (verboten, könnte jemand aus dem Fenster fallen oder Regen rein) nur unwesentlich runter.
    Aufs Lüften allein kann man sich also nicht verlassen – wenn es funktioniert, werden die Viren vielleicht mit entfernt, wenn die Bedingungen schlecht sind aber nicht.

    Wie bereits mehrfach erwähnt: CO2-Konzentration ist nicht gleich Virenkonzentration, kann bestenfalls als Indiz gelten.
    Bei hoher Virenlast in der Luft dürfte eine Ansteckung trotz Lüften kaum verhindert werden.

    Das einzige, was wirklich helfen würde, wären weniger Personen gleichzeitig im Raum, virenvernichtende Luftfilter und natürlich Impfungen, die die Virenlast potentiell Infizierter Personen hoffentlich ausreichend reduzieren.

    Wartet man jetzt wieder Wochen auf neue Erkenntnisse statt zu Handeln???

  5. Je besser gelüftet, desto geringer die Virenkonzentration und der CO2 – Gehalt der Raumluft. Also pro Stunde mindestens 6 mal die Raumluft austauschen; d.h. mindestens alle zehn Minuten Querlüften und weiter frieren. Bei zwei Infektiösen entsprechend öfter und da man nicht weiß wie viele Infektiöse hilft leider nur Dauerlüften.

    • Das kann ich als notwendig bestätigen.
      Vor über 1 Jahr habe ich privat ein hochempfindliches CO2 Meßgerät gekauft und lüfte in meinem Unterricht aufgrund dieser Messungen mindestens alle 10 min, in schlecht belüftbaren Räumen sogar im Dauermodus. Raumtemperatur dadurch 15 – 18 Grad.
      Nur so lässt sich der vom Gesundheitsamt Ffm geforderte Mittelwert von 1000 ppm einhalten.

  6. Das Dogma „keine mobilen Luftfiltergeräte“ wird beinhart durchgezogen…habe neulich unseren OB Pit Clausen beim Hundespaziergang getroffen, der mir auf meine Kritik bzgl seiner bisherigen Position zu Luftfiltern allen Ernstes sagte, dass LuL mit dem Einsatz solcher Geräte, die er bereits in anderen Zusammenhängen als „Hilfskrücke“ verleumdet hat, das normale Lüften in Klassenräumen einstellen würden und damit eher ein gegenteiliger Effekt erzielt würde.

    Gesprochen hatte er nicht mit LuL, sondern „mit Leuten“, die er auf meine Nachfragen hin auch nicht näher zu benennen in der Lage oder bereit war. Mit solchen Politikern kann man den ganzen Wix um Gesundheitsschutz in Schulen in die berühmet (in NDS sogar personalisierte Tonne treten).

    Wenn „Prickel Pit“ – also „Pit the Prick“ allen Ernstes glaubt, dass ich nochmal meine Stimme für ihn abgebe oder im Zuge von Wahlkampfveranstaltungen mit meiner Band „Fast Fred“ für ihn die Saiten dresche, dann kann er das vergessen.

    Totalbankrott ist das einzige Wort, das mir in solchen „intellektuell präkären Zusammenhängen“, wie dem OB in Bi (OWL) überhaupt noch einfällt.

    • Wie sieht denn die Alternative zum OB aus, gibt es Anzeichen dafür, dass Raumluftfilteranlagen in Schulgebäuden durch die politische Konkurrenz eingebaut werden würden.

      • Die FDP hat mehrere Anträge zum Thema in den Bielefelder Rat eingebracht. (Erstaunlich, dass die Parteigenossen der Schulministerin sich dafür einsetzen, die ja von Anfang gesagt hat: „Gibt’s nicht!“) Mobile Luftfilter wurden abgelehnt. 18 von 47 Grundschulen werden stationäre Luftfilter bekommen. Der Rest hat Pech gehabt. Unsere Schule kriegt welche ab – im Feb/März. Der OB hatte anfangs mal vollmundig verkündet, die ersten Geräte könnten noch vor den Herbstferien eingebaut werden.
        Ich glaube, dass der Schulträger mit einer Durchseuchung rechnet in der Hoffnung, dass man sich Luftfilter dann sparen kann. Angesichts der Mutanten eher wohl eine unberechtigte Hoffnung.
        Wir lüften regelmäßig und hatten im letzten Winter HÖCHSTtemperaturen von 14°C. Das einen ganzen Vormittag lang ist so saukalt. Wer’s nicht erlebt hat, kann es sich nicht vorstellen. Dass das dem Schulträger VÖLLIG egal ist, ist ein Skandal. Lüften kann nicht die einzige Lösung sein – wird aber vom Schulträger als akzeptable Lösung vertreten.
        @Andre Hog: Meine Stimme kriegt der OB auch auf keinen Fall mehr!

  7. Lüften ist aber bei den eisigen Temperaturen unmöglich. Die armen Kinder, die direkt am Fenster sitzen, sind dann nicht coronakrank, haben sich aber ne dicke, fette Mittelohrentzündung eingefangen.

    Zumal ich auch jeden Lehrer verstehen kann, der es auch vergisst. Die Zimmer werden doch nicht wieder warm. Neben den massiven Heizkosten, ist es auch ein Sicherheitsrisiko.

    • Das Kind kann sich eine Mütze aufsetzen.
      Natürlich kann man die Fenster auch geschlossen lassen und sich für die Gefahr einer Coronainfektion entscheiden über die sich Opa und Oma zu Weihnachten freuen werden sowie einen zufriedenen Hausmeister über geringe Heizkosten.

      • Das ist also die Antwort bzw. Strategie eines hochentwickelten Landes auf eine existenzielle Bedrohung? Das Kind kann eine Mütze anziehen.
        Sagt doch alles.

      • In der Schule sind Schüler zum Lernen. Wie gut lernt es sich bei um die 15 Grad? Mit Mütze? Mit Schal? Mit Handschuhen? Mit Decke?

        Ist es das wert?

        • Meine SuS schreiben gerade eine Klassenarbeit bei offenen Fenstern in Winterjacken. Unmittelbar vor dem Fenster sind bereits die ersten Klassen in der versetzten Hofpause (es gibt netto nur 20 Minuten Unterrichtszeit, in der keine Klassen vor dem Fenster spielen und toben). Und auch für mich als Mitarbeitende/n gibt es kein Rechte zu angemessenen Arbeitsbedingungen mehr.
          Aber ist ja alles gut. Und in 4 Jahren gibt`s die Pension!

          • @Paloma
            Unter diesen Bedingungen arbeiten sonst Kommissionierer im Kühlhaus.
            Die tragen auch Steppjacken.
            Allerdings bewegen die sich auch …

            Unverfroren!
            Im wahrsten Sinne des Wortes, denn noch ( ! ) sind draußen keine Minusgrade.
            Im Januar sollten alle Schul- und Kultusminister eine Woche Schulpraktikum machen, in einer „schönen“ Schule mit durchschnittlichem Sanierungsstau.
            DAS könnte den Herrschaften aus den Ministerien wieder ein wenig vom mutwillig „versaubeutelten“ Vertrauen und Respekt zurückbringen.

      • @Klaus
        „Das Kind kann sich eine Mütze aufsetzen.“
        Gegenvorschlag:
        Um Oma und Opa zu Weihnachten nicht mit einer in der Voll(gestopft)präsenzschule eingefangenen Coronainfektion anzustecken, würde Kind gern sofort, spätestens jedoch ab kommenden Montag, seiner (Ein-)Bildungsanstalt fern bleiben und, ohne schwere seelische Schäden davonzutragen, freiwillig auf die letzten drei Unterrichtstage vor den in diesem Jahr ohnehin sehr kurzen Weihnachtsferien verzichten. Der Jubel wäre hier riesig, und Mütze müssen wir daheim auch nicht tragen.
        Leider sieht für unsere KuMi in RLP, Frau Dr. Hubig, die automatische Worterkennung wollte mir doch glatt „Humbug“ unterjubeln, Kinder- wie Elternglück anders aus, also kein früherer Ferienbeginn, noch nicht mal Aufhebung der Präsenzpflicht in RLP.
        Und wenn es mal eben so mit einer Mütze getan wäre.
        Die Vorabiklausuren, kürzlich geschrieben, dauern 5 Schulstunden am Stück, mit Handschuhen schreibt es sich ebenso schlecht, wie mit klammen Fingern. Im Zweifel gern mal selbst ausprobieren.
        Vom Umfang der Aufgaben her hat man vielleicht gerade Zeit, ein- oder höchstens zweimal aufs Klo zu gehen, um sich zumindest dort kurz aufzuwärmen und durch ein bisschen Bewegung „warmzulaufen“. Lange hält das beim UBA-Fensterlüftungskonzept im Winter nicht vor.
        Nicht, dass jetzt Frau Merkels historischer Vorschlag, man könne ja Kniebeugen machen, zitiert wird, nett in der Theorie, welcher hingegen in der Praxis keinen Applaus verdient, auch wenn man davon sicher kurzzeitig warme Hände bekommt.
        Durch das regelmäßige Fensteraufreißen und wieder Schließen, Jacke an, Jacke aus, Mütze auf, Mütze ab, Schal-er Beigeschmack, ist schon mehr als genug Unruhe in der Klausur, die über eine lange Zeitspanne volle Konzentration erfordert, ohne dass noch jemand zwecks Aufwärmübungen zusätzlich den Hampelmann spielen oder sich zum Affen machen muss. Ganz abgesehen davon, dass diese beiden Rollen ja schon von den KuMis besetzt sind.
        KuMis? Lüftungs“konzept“? Aufwärmen? Besetzt? Klo? Griff ins? KuMis?
        (Paradebeispiel für einen Teufelskreis)
        Das war nur das Vorabi. Sofern sich nicht ebenso idealer- wie utopischer-, angesichts unserer KuMis jedoch bestimmt nicht weise bis Anfang Januar grundlegend etwas positiv verändert, das unisono sehr beliebte „perspektivisch“ würde wenig nützen, werden die Abiklausuren unter denselben miserablen Arbeitsbedingungen geschrieben. Zum zweiten Jahr in Folge in dieser Pandemie.
        Same procedure as last year. Hoffentlich wird das nicht zu „every year.“ Falls doch, habe ich dann wenigstens kein Schulkind mehr.
        Zur Erinnerung / Klarstellung, und damit greife ich Polis Anmerkung (Danke!) auf: Wir befinden uns in Deutschland im Schuljahr 2021/22. Das muss eigens betont werden, wähnte man sich ansonsten beim Lesen der Sachlage ggf. fälschlicherweise ebenso wann-, wie woanders auf unserem Globus.
        Soweit meine relativierenden Ergänzungen zum allzu leicht dahingeschriebenen Vorschlag von Klaus „Das Kind kann sich eine Mütze aufsetzen“.

          • Die „Mütze“ bezieht sich auf den Beitrag von Susanne!

            Sie möchte überhaupt nicht lüften, damit die Kinder keine Mittelohrentzündung bekommen. Da bin ich schon der Meinung, dass zum Corona-Infektions-Schutz der Kinder und Lehrkräfte sich die Schüler warm anziehen sollten.

            Eine Mittelohrentzündung wird übrigens durch eine Erkältung begünstigt und nicht durch Kälte. Die Erkältung wiederum wird durch Viren ausgelöst, die bei zu wenigem Lüften wahrscheinlicher ist als wenn bei offenem Fenster unterrichtet wird. Dass das unangenehm so zu unterrichten ist einen andere Sache, aber gesünder wäre es auf jeden Fall.

            Natürlich ist der Distanzunterricht oder Wechselunterricht in kleinen Klassen die beste Lösung in diesen Zeiten!!

  8. Das alte 20-5-20. Weiß noch jemand, als man (war’s gegen Delta am Anfang?) kurz mal die Zahlenmagie der 15-10-15 empfohlen hat und die restlichen 5 min. im Bermudadreieck des Sicherheitsmaßnahmenparadoxons verschwanden. Supa-dupa-UBA, lang nimmer gehört von dort – ach, und die Luftfiltersache noch … alles so gut und passend gemacht, da muss man doch zufrieden mit sich sein.

  9. Bei einer Inzidenz von über weit über 1.000 und dem Risiko von 1:2.000 ein PIMS, also ein Multiorganversagen als Kleinkind bei einer Cocid-19 Infektion zu erleiden, kann ich jeden verstehen, der seine Kinder auch ohne eine schwere Vorerkrankung gegen Covid-19 impfen lässt. Und in KITAS wird noch nicht einmal ein PCR-Screening durchgeführt, womit diese einer unkontrolliertem Durchseuchung ausgesetzt sind.
    PIMS ist nicht harmlos und bei der derzeitigen Infektionslage bei Kindern ist es eine fassbare Größe und bedeutet eine reale Bedrohung für KITA-Kinder, weshalb KITAS bei uns bereits geschlossen wurden. Auch die Schwimmkurse mit Kleinkindern sind alle storniert.

    • Na großartig, wenn man mal davon absieht, was Kita- und Schulschließungen oder abgesagte Schwimm-, Musik- oder sonstige Kurse für Folgen haben.
      Schade, früher schienen mir Ihre Ansichten mutiger, differenzierter und breiter in der Perspektive.
      Der Ton gefällt mir noch immer, nicht aber die Einengung auf nur eine Sichtweise, die mir hier im Überfluss und mit ständiger Wiederholung geboten wird.

      • Es muss mit geeigneten Maßnahmen verhindert werden, dass es wieder zu Schulschließungen kommt, weil die Kinder den direkten Kontakt zum Lehrer benötigen, schwere Folgeschäden durch die soziale Isolation hervorgerufen werden und wieder eine Zunahme von häuslicher Gewalt zu befürchten ist.
        Der Schwimmunterricht für die reinen Schulaltersgruppen findet hier weiterhin statt.
        In den Schwimmgruppen mit KITA-Kindern waren jetzt zuletzt regelmäßig mehrere Covid-positive Kinder zu verzeichnen. Da haben die Eltern eben ihre Kinder nicht mehr zum Schwimmtraining geschickt.
        Die Inzidenz der Kinder ist aber leider sehr viel höher als im Sommer, als diese noch bei 50 lag, während diese jetzt in dieser Gruppe der unter 12jährigen deutlich über 1000 liegt, also mehr doppelt so hoch wie bei Erwachsenen.

        • Ein Mitglied des Ethikrats, Herr Nida-Rümelin, sagte vor wenigen Tagen im Fernsehen sinngemäß: In der Regel werden jüngere Kinder mit Corona-Infektionen sehr gut fertig. Deswegen sollte es nur in Ausnahmen Kita- und Schulschließeungen geben.
          Zu einer generellen Impfpflicht meinte er: Handelte es sich um Ebola, wäre ich sehr dafür. Bei Corona bin ich es nicht. Es herrscht viel Unsicherheit, Angst und Panikmache in unserer Gesellschaft, die zu solchen Forderungen und Überlegungen führt.
          Sie argumentieren sachlich, deshalb an Sie meine Frage.

          • Warum sollten meine Kinder sich infizieren, wenn ich doch ab Donnerstag die letzten beiden impfen kann.
            Eine Impfung gegen Covid-19 zum jetzigen Zeitpunkt ist mit einem sehr viel geringeren Potential an schweren Nebenwirkungen verbunden als eine Erkrankung mit dem Virus, siehe PIMS.
            In den USA und in Israel wurden bisher weit über 5 Millionen Kinder unter 12 Jahren zum ersten mal und weit über 1 Million Kinder dieser Gruppe zum zweiten mal geimpft.
            Demgegenüber stehen die weltweit tatsächlich nachgewiesenen zahlreichen erfassten Fälle eines PIMS, also eines nachfolgenden Multiorganversagens in den in Bezug auf Statistik gut aufgestellten hochentwickelten Industriestaaten.
            Die Erkrankungen in den afrikanischen Ländern werden zu einem Großteil gar nicht erfasst werden können, weil nicht überall eine suffiziente medizinische Versorgung besteht und eine entsprechende Infrastruktur zur Erfassung derartiger Krankheitsbilder mit Ausnahme der Republik Südafrika nur rudimentär existiert.
            Am Donnerstag ist der Drops gelutscht und wir sind nach der zweiten Impfung gegen Covid-19 in drei Wochen erst einmal durch.
            Ich habe keine Lust mehr mich an diesem Durchseuchungsexperiment mit meiner Familie zu beteiligen, während andere Industrienationen schon viel weiter sind als wir Deutschen.
            Jeder kann für sich und seine Familie entscheiden, welchen Weg man wählt. Ich werde niemanden verurteilen, der anders entscheidet. Tatsache ist aber auch, dass wir in Deutschland zunehmend medizinisch an unsere Grenzen kommen.
            Das Dashboard DIVI Intensivregister bietet jedem die Möglichkeit Einsicht zu nehmen.

      • Es sind Antworten auf die ständigen Phrasen der eigentlich zuständigen Politiker „Kinder erkranken nicht schwer“ und mehr. Bleiben sie kritisch und gesund!

      • Liebe(r) F.H.
        Na da bin ich aber sehr froh, nicht zu Ihrem Vergnügen hier zu schreiben. Einengung und ständige Wiederholung??
        Momentan….ich suche mal was raus:
        „Die Schulen sind sicher“ oder „Schüler sind keine Treiber der Pandemie“….ist es das, was Sie damit meinen oder sind es die unzulässigen Einengungen, wie z.B. „Schulen sind Bremsscheiben und wirken wie Hygienefilter“…wenn Sie das meinen, dann gebe ich Ihnen vollumfänglich Recht.
        Wenn Sie allerdings die Berichte und Einschätzungen aus der LuL-Realität meinen, die sich nun zum zweiten Mal in nahezu unveränderter Weise wiederholt, dann muss ich Ihnen leider sagen.
        Ich finde es gut, dass wir uns hier im Forum vertrauensvoll unsere Realitäten schildern …. zum einen macht es deutlich, dass der Wahnsinn nicht singuläre ist, zum anderen bestätigt es einem, dass man keinen an der Klatsche hat und sich dieses Chaos nicht nur einbildet…man könnte nämlich sonst anfangen,an seinem eigenen Verstand zu (ver-)zweifeln …. denken, dass man selber und quasi alleine nur diesen Eindrücken unterliegt … man selber ein besonderer Waschlappen ist, dem die Stalingradhärte unserer Vorväter fehlt.

        Nö….da lese ich lieber was über das allgemein stattfindende Chaos und weiß mich mit meiner Einschätzung und Kritik in guter Gesellschaft.

  10. Erinnert sich jemand noch an die Zeit vor Corona? Als die Fensterflügel noch aus Sicherheitsgründen abgeschlossen waren?
    Damit kein Kind aus dem Fenster fällt oder der Fensterflügel, der auf Kopfhöhe zwischen den sitzenden Kindern in den Raum hereinragt, bei einem eventuellen Zuschlagen kein Kind verletzt?
    Als man nur die oberen Lüftungsklappen öffnen konnte?
    Hat sich da irgendjemand von denen da oben Sorgen um den CO2 Gehalt der Luft gemacht?
    Jetzt quetscht man die Kinder noch enger zusammen, damit man Fenster öffnen kann und verweigert uns Luftfilter, weil diese zwar die Viren unschädlich machen aber CO2 nicht vernichten!
    Was für eine armselige Ausrede!
    Nun wird selbst das Kohlendioxyd noch instrumentalisiert, um den Schulalltag möglicht unangenehm, kalt, laut und störungsaffin zu gestalten!

    • Und auch ich habe nicht zu jeder Zeit die Uhr im Blick, weil ich nebenbei noch unterrichte! Da kann es durchaus passieren, dass ich mit dem Lüften zu spät bin, weil wir gerade in einem guten Unterrichtsgespräch stecken!
      Wenn dann wenigstens der Virenfilter seinen Dienst tuen würde, wäre es weniger gefährlich! Mit CO2 sind wir die vergangenen Jahrhunderte meist zurecht gekommen!

  11. Ich bin nur noch mit Co2-Messgerät unterwegs. Im großen Klassenraum schaffe ich, je nach Wetter, 18 Minuten. Wenn es draußen feucht ist, muss ich aber zehn Minuten lüften, um wieder unter 1000 zu kommen.
    Im kleinen Klassenraum mit 30 Schüler/innen kommen wir – auch je nach Wetter- auf 7-11 Minuten, bis wir lüften müssen.
    Aktuell Temperaturen von 14-18 Grad im Klassenraum, Schüler/innen mit Winterjacke und Wolldecke. Mit Kindern/Jugendlichen kann man es ja machen…
    Mit zwei bekannten Herstellern von Luftfiltern habe ich im Frühjahr gesprochen, da war das Argument gegen die Filter („aber das ist nicht offiziell“), dass die Lehrkräfte schlicht zu dämlich sind, zu verstehen, dass man trotz des Filters noch lüften müsse. Daher habe man in der Politik von Anschaffungen Abstand genommen.
    Siehe auch Andre. Da scheint also etwas dran zu sein…

  12. Stoßlüften alle 20min bei gegenüberliegenden Fenstern lautet die Vorgabe. Ich habe schon in so mancher Schule gestanden, aber diese Klassenraum habe ich noch nicht gesehen.

    Von klammen Fingern, laufenden Nasen und eisigen Ohren mal abgesehen, war dies kein medizinischer Vorschlag, sondern eine Empfehlung der MK. Manch einer mag sich an Frau Merkels verzweifelte Ideen mit „in die Hände klatschen“ und „Kniebeugen“erinnern.

    Wer das immer noch für richtig hält, darf bitte gerne mal mit den Kindern im Klassenraum turnen (den Platz direkt am Fenster können wir nur empfehlen), während er den Lehrkräften erklärt, wie die Lerndefizite, die durch diese Situation entstehen, aufarbeiten kann.

    • „Stoßlüften alle 20min bei gegenüberliegenden Fenstern lautet die Vorgabe.“

      Nennt sich dann aber Querlüftung, weil dabei wird über geöffnete gegenüberliegende Fenster und/oder Türen gelüftet. Stoßlüften wäre Fenster ganz auf, Türen zu den Nebenräumen öffnen und den Raum komplett durchlüften.

  13. „Nur 8 % der Klassenzimmer werden – wie vorgeschrieben – alle 20 Minuten gelüftet“

    Hierbei muss man sich vor Augen führen, dass das Räume waren, die entsprechend instrumentiert waren. Da kann man also annehmen, dass die LuL wussten, dass da gemessen wird. Ohne Messung wird es wohl noch schlimmer sein.

    „Wird das Klassenzimmer, wie vom UBA empfohlen, alle 20 Minuten gelüftet, so ergibt sich eine deutlich niedrigere Virus-Konzentration, als wenn lediglich nach jeder Unterrichtsstunde, also alle 45 Minuten, gelüftet wird.“

    Schon bei Alpha war wissenschaftlich nachgewiesen, dass man wenigstens 6 Luftwechsel/Luftreinigungen pro Stunde braucht. Wenn man sich die Grafik ansieht, sieht man, dass die Virenkonzentration auch beim Lüften alle 20 Minuten diejenige überschreitet, die man bei nur 3 Luftwechseln erhalten würde.

    Bei Delta braucht man mehr Luftwechsel und bei Omikron vermutlich nochmal mehr.

    Fensterlüften reicht also nicht, selbst dann nicht, wenn man es alle 20 Minuten macht.

    Die einzige Variante der Fensterlüftung, die vermutlich ausreicht, hat Herr Drosten schon in der ersten Welle gesagt: Vorne und hinten je ein Fenster komplett auf und da richtig kräftige Ventilatoren auf die Fensterbretter stellen. Einer bläst rein, der andere raus, und zwar dauerhaft. Damit müsste man Werte erreichen, die mit Raumluftreinigern oder einer korrekt (!) eingestellten RLT vergleichbar sind.

    Natürlich geht das im Winter nicht… also muss man bei niedrigen Temperaturen Distanzunterricht machen – oder eben Luftreiniger oder ausreichend dimensionierte Lüftungssysteme installieren.

    Kostet Geld? Da muss man dann halt überlegen, ob der Präsenzunterricht wichtig ist (Geld wird ausgegeben) oder eben nicht (Geld wird nicht ausgegeben).

    • Und dann müssen die Geräte auch richtig benutzt werden.Wenn unsere Lehrerin sagt,sie stellt sie nur auf ganz niedriger Stufe ein,weil sie sonst zu laut sind,ist das kontraproduktiv!

      • Auch das ist Politikversagen. Es wäre kein Problem gewesen, im Sommer 2020 (!) Geräte zu ordern, die explizit für den Schulbetrieb konfiguriert werden. Da gibt es dann Tabellen, welche Einstellung man für welchen Raum braucht. Die wird eingestellt und dann per Passwort gesperrt. Schon kann da niemand mehr dran fummeln. Stecker ziehen wird geloggt und hat entsprechende Konsequenzen (muss natürlich allen Beteiligten klar kommuniziert werden).

        Das klingt nach Überwachung, aber es ist ein unerträglicher Zustand, dass die Lehrkraft (oder andere SuS) ganz nach persönlichen Vorlieben über den Gesundheitsschutz der anderen entscheiden dürfen. Das Gegenteil sollte der Fall sein: Die Schule oder der Schulträger muss den Eltern GARANTIEREN, dass die Luftreiniger bestimmungsgemäß mit dem wissenschaftlich ermittelten Luftdurchsatz laufen.

        Ist doch letztlich das gleiche wie beim Brandschutz: Da darf doch auch nicht jede Lehrkraft selbst definieren, wann etwas sicher ist und wann unsicher. Wo kämen wir dahin? Da gibt es ganz klare Regeln und fertig. Warum bekommt man das beim Gesundheitsschutz nicht hin?

        „Wenn unsere Lehrerin sagt,sie stellt sie nur auf ganz niedriger Stufe ein,weil sie sonst zu laut sind,ist das kontraproduktiv!“

        Ob die selbe Lehrerin wohl auch selbst definiert, wieviel im Klassenraum gezündelt werden darf und wann die SuS bei Rot über die Straße gehen müssen?

    • Die Rechnung ist einfach aber überzeugt mich dennoch, weil sie keinen „leichten“ Weg zur Normalität herzaubern und keine Gefahr wegzaubern will.

  14. Warum liest man bei „news4teachers“ immer nur Negativ-Schlagzeilen? Immer nur, wenn Inzidenzen und Infektionszahlen steigen, nie oder kaum, wenn sie sinken und dann auch nur miniklein.

    Warum?

    • Weil das Sinken der (offiziellen) Inzidenzen aktuell keinen Nachrichtenwert hat: „Regional überlastete Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und regional erschöpfte Laborkapazitäten können zu einer Untererfassung von Fällen führen“, so stellt das Robert-Koch-Institut in seinem jüngsten Wochenbericht fest.

      Zudem sind die Inzidenzen unter Kindern und Jugendlichen, die im Kontext Schule/Bildung interessieren, praktisch auch gar nicht gesunken.

      Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Wochenbericht/Wochenbericht_2021-12-09.pdf?__blob=publicationFile

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

    • Rudi Richtig
      Es gilt leider das Kölsche Grundgesetz.
      Artikel 1 : Et is wie et is , und so beschreiben wir das Desaster in all seinen farbenprächtigen Erlebnissen und Auswirkungen der Intensivmedizin.
      Und sind sie nicht geimpft, so sollten sie sich beeilen, sich in die selbst bestimmte Freiheit einer Corona-Infektion zu begeben, um sich in einer gemeinsamen Frohsinn stiftenden Corona-Leugner-Großdemonstrationen dort anzustecken, damit sie noch einen der freien Beatmungsplätze ergattern mögen, um an den Segnungen der modernen Intensivmedizin Teil zu haben.
      Auf den Artikel 3 : Et hätt noch immer jot jegange würde ich mich allerdings nicht mehr verlassen, siehe die 105.754 Toten und die 210.000 schweren Covid-Verläufe mit einer intensivmedizinischen Rundumversorgung.
      Dem Artikel 5 : Et bliev nix wie et war stimme ich voll zu.
      Auf den Artikel 7: Wat wellste maache kann ich ihnen nur raten sich impfen zu lassen, Abstand zu halten, Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen meiden und eine FFP 2-Maske oder wenigstens eine OP-Maske zu tragen.
      Artikel 2: Et kütt wie et kütt hätten die politisch Verantwortlichen und die Bürger durch einen vorgeschriebenen passiven Selbstschutz und Impfungen vermeiden können.
      Artikel 3 : Et hät noch immer jot jegange hätte zutreffen können, wenn man sich an den wissenschaftlichen Rat des RKI und der Intensivmedizinischen Fachgesellschaften orientiert hätte.
      Artikel 6 : Kenne mer nit, bruche mer nit, fott damit scheint auf die zahlreichen Impfverweigerer zuzutreffen.
      Da laachste Dich kapott ist sehr unpassend und so schließe ich mit dem Artikel 10 : Drink noch eene met, denn sonst hält man das ganze deutschlandweite und selbstverschuldete Desaster auf Dauer als Intensivpersonal gar nicht mehr aus.

  15. Helfen würden Frischluftwärmetauscher die man in die Fenster oder Außenwände einbaut.

    Durch Frischluftwärmetauscher kann man gleichmäßiges Lüften bei geringerem Wärmeverlust erreichen.

  16. Alle 20 Minuten reicht nicht. Nach 10 Minuten springt das Messgerät auf gelb, und wenn man da noch bissi wartet – auf rot. Und es dauert, bis es wieder grün leuchtet. Im Prinzip könnte man auch draußen unterrichten. Wir sitzen alle in Jacken und mit der Kaputze auf dem Kopf, mit Schal und manche – ohne Witz – mit Handschuhen. Wie im Winter an der Bushaltestelle.

  17. Hier ist immer alles negativ, negativ, negativ ……… man wird ja krank im Kopf, wenn man hier täglich mitliest. 🙁

    Hab ich das nun schon abgesendet oder nicht?????

  18. Bei mir stehen die Fenster permanent offen. Ist nämlich explizit in der NRW-Verordnung zu finden… „Zur Vermeidung von über Aerosole vermittelten Infektionen ist eine dauerhafte oder mindestens regelmäßige Durchlüftung mit kurzen Lüftungsintervallen sicherzustellen.“ https://www.land.nrw/media/25604/download
    Im Moment haben wir meist 18 Grad, mal sehen, wie es im Januar wird. Jacke, Schal, Kapuze sind obligatorisch, außerdem hat jeder ein Kissen auf dem Stuhl, das hilft auch ein bisschen. Ich wundere mich ja, dass sich niemand von den Eltern über diese Zustände beschwert.

  19. Wie ich ja gerade schon schrieb, wegen der ständig offenen Fenster und die jahreszeitlichen Kälte bekommen nun reihenweise Schüler und Lehrer eine Erkältung.

    Soll das nun die Lösung sein?

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