Die vom Land bestellten Schnelltests für Schulen sind nur bedingt Omikron-tauglich

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DÜSSELDORF. Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat SPD-Forderungen nach neueren Corona-Tests, die auch auf die Omikron-Variante ansprechen, als substanzlos zurückgewiesen. «Seit geraumer Zeit verfügen die Schulen über Corona-Tests, die auch für die Omikron-Variante geeignet sind und die notwendige Sensitivität aufweisen», versicherte die FDP-Politikerin auf Anfrage in Düsseldorf. Ist das so? In einer Übersicht des Paul-Ehrlich-Instituts – das im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums 245 Tests auf ihre Wirksamkeit geprüft hat – ist das Produkt, das nun in NRW zum Einsatz kommen soll, mit einer Sensitivität von lediglich 50 Prozent ausgewiesen.

„Zertifikate des Herstellers“: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Foto: Land NRW

Gebauer reagierte mit ihrem Statement auf Oppositionsführer Thomas Kutschaty. Der SPD-Politiker hatte die Schulministerin aufgefordert, allen Schulen neue Corona-Tests in gleicher Qualität zur Verfügung zu stellen, wie sie jüngst für die Kitas bestellt worden seien. Dort kommen zum Teil PCR-Pool-Tests zum Einsatz. Die Landesregierung müsse alles dafür tun, dass die Schulen nach den Weihnachtsferien trotz der Omikron-Variante sichere Orte seien, sagte der Landesparteichef und SPD-Bundesvize.

Alle Schulen verfügten schon vor dem Schulstart nach den Weihnachtsferien in der kommenden Woche über ausreichend Tests und Testmaterial, hielt das Schulministerium dagegen. Dort könnten sowohl die neuen Tests zum Einsatz kommen als auch solche aus noch vorhandenen älteren Beständen, erklärte ein Sprecher. Dem Ministerium lägen Zertifikate des Herstellers vor, dass sowohl die bisher genutzten als auch die neuen Antigen-Selbsttests für die Omikron-Variante geeignet seien, stellte Gebauer heraus.

Zertifikate des Herstellers? Das Paul-Ehrlich-Institut hat unlängst erst eine Liste mit Omikron-sensitiven Schnelltests veröffentlicht. Die vom Schulministerium bestellten Tests erfüllen danach zwar die Mindestanforderungen, weisen allerdings nur eine Sensitivität von 50 Prozent gegenüber den als «Goldstandard» geltenden PCR-Tests auf – ein deutlich unterdurchschnittlicher Wert. Es wird damit also nur die Hälfte der tatsächlichen Infektionen erfasst. Während die bestellten Schnelltests laut Prüfbericht bei sehr hohen Viruslasten zuverlässig reagieren, liegt ihre Empfindlichkeit bei mittleren Viruslasten bei nur 25 Prozent und bei niedrigen bei null. Heißt: Eine Ansteckung bleibt wohl tagelang unbemerkt.

Der Vertrag läuft bis zu den Osterferien mit der Option auf Verlängerung bis zu den nächsten Weihnachtsferien

Hintergrund: Einem Bericht der „Rheinischen Post“ zufolge wechselte das Land unlängst den Schnelltest-Anbieter. Bislang habe der renommierte Hersteller Siemens Healthineers geliefert, nun sei das Schulministerium mit der Zebra Handelshaus GmbH im Geschäft. Dies sei das Ergebnis eines europaweiten Vergabeverfahrens, habe das Schulministerium erklärt: «Mit der Zebra-Handelshaus GmbH hat ein Lieferant den Auftrag erhalten, der bereits in der Vergangenheit andere Landes- und Bundesbehörden verlässlich mit vergleichbaren Produkten beliefert hat.» Die Lieferung beginnt am 10. Januar, der Vertrag läuft bis zu den Osterferien mit der Option auf Verlängerung bis zu den nächsten Weihnachtsferien.

Damit sei sichergestellt, dass «das Land sich nicht für einen zu langen Zeitraum im Voraus zur Abnahme von Lieferungen verpflichtet, sondern in Ansehung der Entwicklung der Pandemie flexibel entscheidungsfähig ist». Die neuen Tests seien mit allen nötigen Utensilien einzelverpackt; die Lehrkräfte müssten nichts mehr einteilen. Damit verringere sich ihr Aufwand. Anders als Siemens, so heißt es in dem Bericht, stelle das Zebra Handelshaus die Schnelltests allerdings nicht selbst her, sondern vertreibe chinesische Tests mit den Namen «Wantai Sars-CoV-2 Antigen Kolloidales Gold». Was aber, wenn diese auf Omikron gar nicht anschlagen?

Um solche Fälle zu vermeiden, hatte das Bundesgesundheitsministerium das Paul-Ehrlich-Institut beauftragt, Schnelltests zu überprüfen. «Grundlage für die Auswahl der untersuchten Tests bildet eine vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angebotene Liste mit den Tests, die nach der Coronavirus-Testverordnung-TestV (Corona-TestV) erstattungsfähig sind», so heißt es bei dem für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel zuständigen Bundesinstitut.

Immerhin 20 Prozent der untersuchten Tests fielen durch – darunter waren Produkte mit 0 Prozent Sensitivität

Wenn erst unlängst ein neuer Vertrag über die Lieferung von Millionen von Tests abgeschlossen wurde – warum wurde dann nicht nach Qualität ausgewählt? Tatsächlich weisen einige der vom Paul-Ehrlich-Institut geprüften Tests eine Sensitivität von 100 Prozent aus.

Dass man auf «Zertifikate des Herstellers», die Gebauer anführt, nicht unbedingt vertrauen kann, ergab dann auch die Qualitätsprüfung: Immerhin 20 Prozent der untersuchten Tests fielen durch – darunter waren Produkte mit 0 Prozent Sensitivität. Heißt: Genauso gut könnte man würfeln. News4teachers / mit Material der dpa

Hier geht es zu den beiden Listen mit positiv und negativ bewerteten Schnelltest-Produkten.  

Im Blindflug: Schüler-Schnelltests sollen klären, wie weit Omikron verbreitet ist – können sie das überhaupt?

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47 KOMMENTARE

  1. Ich habe das neue Produkt in einer Liste gefunden. Bei hoher Antikörperlast schlägt es wie das von Siemens zu 100% an, bei mittlerer Antikörperlast zu 25%, Siemens um 75%. Bei geringer Antikörperlast wie Siemens überhaupt nicht. Vorteil ist natürlich die vollständig abgepackten Sets, das Verteilen ist furchtbar. Ich vermute mal, dass der neue Anbieter günstiger ist als Siemens und deshalb den Zuschlag bekam.

    • Danke für den Hinweis. Wir haben’s gefunden – und den Beitrag entsprechend aktualisiert.

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

      • Bitte Bitte.

        Der Test von Siemens erkannte immerhin 5 von 6 Fälle mit mittlerer Konzentration, was zu einer Gesamtsensitivität von rund 75% führte. Einer von vier wurde von denen nicht erkannt, zwei von vier beim neuen Produkt — und all das vermutlich nur bei korrekter Durchführung.

        Fazit: Das Gelbe vom Ei waren die Tests von Siemens somit auch nicht. Lediglich die häufige Testung reduziert die Verbreitung ein wenig.

  2. Bei Gebauer ist oft Märchenstunde. Warum auch nicht, sie und alle anderen KuMis scheinen unantastbar zu sein, egal wieviel Müll sie fabrizieren und zelebrieren. Vor allem sich selbst… also zelebrieren.

  3. „Heißt: Genauso gut könnte man würfeln.“
    Falschnegative Tests oder wer viel misst, misst viel Mist?
    Wie wahrscheinlich ist es, dass die getestete Person tatsächlich nicht akut infiziert ist?

    Die Qualität von Tests wird bekanntlich mit den zwei Testgütekriterien Sensitivität und Spezifität beziffert.
    Die Sensitivität (Richtig-Positiv-Rate) eines Tests beschreibt seine Fähigkeit, mit SARS-CoV-2 infizierte Personen korrekt zu identifizieren.
    Die Spezifität (Richtig-Negativ-Rate) eines Tests beschreibt seine Fähigkeit, diejenigen Personen korrekt zu identifizieren, die nicht mit SARS-CoV-2 infiziert sind.

    Entscheidend wird aber die Qualität der entnommenen Nasenabstrichprobe selbst sein und da scheinen SuS die Hauptfehlerquote darzustellen (Niesreiz).

    „Anteriore Nasentupferproben: Führen Sie die gesamte saugfähige Spitze des Tupfers in Ihr
    Nasenloch ein und drehen Sie ihn langsam in einer kreisförmigen Bewegung gegen die Innenseite Ihrer beiden Nasenlöcher. „(omikron Wantai Sars-CoV-2 Antigen Kolloidales Gold – Anleitung)

    • Dann ist das „Gold“ nur vergoldet:
      Wantai Sars-CoV-2 Antigen Kolloidales Gold
      Der Ct-Wert (Cycle-thres¬hold-Wert) ist ein Maß für die Virusmenge in der Probe
      100,0 % bei höchster Viruslast (Ct ≤ 25)
      75,0 % bei mäßiger Viruslast (Ct-Wert >25– 25– 25– <30)
      80,0 % bei niedriger Viruslast (Ct-Wert ≥ 30)
      66,0 % Gesamt-Sensitivität

      • @Georg: Sie haben völlig recht, denn mein ursprünglicher Kommentar 06.01. beinhaltete eine Gegenüberstellung der Fabrikate (was scheinbar zusammengestrichen wurde und nun sinnverzerrt erscheint).
        ——-
        Nochmals aufbereitet:
        ——-
        1.) BISHERIGES Produkt:
        CLINITEST® Rapid COVID-19 Antigen Test * Healgen Scientific Limited* Liability Company (Siemens Healthineers)*
        * 100,0 % bei höchster Viruslast (Ct ≤ 25)*
        * 87,0 % bei mäßiger Viruslast (Ct-Wert >25– 25– 25– 25– 25– 25– 25– 25– 25– <30)*
        * 80,0 % bei niedriger Viruslast (Ct-Wert ≥ 30)*
        * 96,0 % Gesamt-Sensitivität*

      • Es erscheint schon wieder abgeschnitten.

        2.) neues Produk ab 01/2022:
        Wantai SARS-CoV-2 Ag Schnelltest (Kolloidales Gold)
        Beijing Wantai Biological Pharmacy Enterprise Co., Ltd.
        * 100,0 % bei höchster Viruslast (Ct ≤ 25)
        * 25,0 % bei mäßiger Viruslast (Ct-Wert >25 – <30)
        * 00,0 % bei niedriger Viruslast (Ct-Wert ≥ 30)
        * 50,0 % Gesamt-Sensitivität

        • Zwei Fragen:
          1. Die Tests, die wir in der Schule (Herne) bekommen haben, sind von der Firma Anbio Biotech! Da steht nichts von Wantai! In der Liste habe ich sie mit 58% Geamt-Sensibilität gefunden (auch nicht viel besser )! Sind das dieselben oder gibt es in NRW unterschiedliche Tests?
          2. Woher haben Sie die Daten der alten Tests von Siemens? Die tauchen in der aktuellen Paul-Ehrlich-Liste gar nicht auf!
          Mit freundlichen Grüßen
          Bärbel Wullbrandt

      • Und das Dritte:

        3.) zuverlässiger Alternativprodukt:
        SARS-CoV-2 Antigen Rapid Detection Kit (LFA)
        Acro Diagnostics Co., Ltd
        * 100,0 % bei höchster Viruslast (Ct ≤ 25)
        * 100,0 % bei mäßiger Viruslast (Ct-Wert >25– <30)
        * 80,0 % bei niedriger Viruslast (Ct-Wert ≥ 30)
        * 96,0 % Gesamt-Sensitivität

        Wäre mein klarer Favorit, aber interessiert nicht!

  4. Wundert das irgendwen?

    Mal schauen, wann herauskommt, welcher Partei der neue Anbieter nahesteht oder wer da mit drin verdient.

    Wenn man Präsenzunterricht erzwingen will und die Tests dabei Teil des „Schutzkonzepts“ sind, dann gibt es keine Alternative zum besten Test. Also… neu bestellen und solange Distanzunterricht. Alternativ PCR-Pooltests, wie NRW sie ja bei den jüngeren SuS (noch?) macht.

  5. Es ist völlig überflüssig, irgendeine eine Aussage oder Handlung ihrer Durchlaucht zu hinterfragen. Sie weiß und kann alles, und zwar per se besser.
    Das 1. Gebot lautet nämlich: Unsere KM hat Recht.
    Und das 2.: Wenn sie einmal nicht Recht hat, tritt sofort das 1. Gebot in Kraft.

    Und deswegen ist es auch egal, ob Wissenschaftler, LuL, SuS, EuE, Eltern, Karl Lauterbach, oder der Papst etwas sagen. Es ist eh schon beschlossen, dass Schule ohne Sicherheit in Vollpräsenz läuft.

    Denn Schulen sind ja sicher; zumindest für die KM, die nichts damit zu tun haben 🙂

    Es sei denn, der Wirtschaft werden zu viele Eltern krank und fallen aus, weil sie sich bei den SuS ihres Haushaltes angesteckt haben
    Dann wird es sicher eine 24/7 Zwangsbetreuung/ IN der Schule geben.
    Und dann stimmt die Aussage auch wieder: Schulen sind sicher, die sind Bremsscheiben.

  6. Von Claudia: Mit ihrer Zustimmung darf ich ihren Beitrag hier veröffentlichen: ,,Super – wir bekommen eine hoch ansteckende Variante, die innerhalb kürzester Zeit alles lahmlegt. Was ist also die logische Schlussfolgerung? Klar – Quarantäne abschaffen, dass sie sich noch schneller verbreiten kann!! Besonders in Schulen, wo 30 Kinder in einer engen Klasse sitzen! Dass geimpfte genauso krank werden können und infektiös sind, auch mit nicht gerade milden Verläufen, hat wohl wieder keiner kapiert. Ach ja, in den Schulen gibt es gar keinen Schutz mehr! Kontaktpersonen – also ganze Klassen können ja fröhlich infiziert weiter in der Schule hocken und im überfüllten Schulbus. Und die Eltern infizieren, die dann doch noch Long Covid bekommen! Während in Asien ganze Städte abgeriegelt werden und Infektionen damit eingedämmt werden. Ist hier anscheinend noch nicht angekommen, dass sich diese neue Variante selbst über Hotelflure und über 10 m übertragen hat und trotz Masken? Egal, ob es neue Studien zu Langzeitschäden selbst nach milder Infektion gibt, wie verminderte Organfunktionen? Alles belegt. Aber hier in Deutschland werden Märchen von milden Verläufen verbreitet, wobei mild lediglich bedeutet, dass man vielleicht der Beatmung und Intensivstation entkommt. Vierfache Hospitalisierungsrate von Kindern in den USA und UK findet hier keine große Beachtung! Sind die noch ganz klar im Kopf??? Wollen die einen total verarschen? Hauptsache wir krüppeln uns nun wieder über Monate durch Hochinzidenzen unter fortwährender Angst und Anspannung anstatt einmal was richtig zu machen und danach wieder ein einigermaßen entspanntes Leben führen zu können. Jetzt muss man ja Angst haben, überhaupt raus zu gehen! Es ist von der Regierung erwünscht, dass alle so schnell wie möglich durchseucht werden. Danach kommt dann eine neue Variante und alles geht von vorne los – inklusive hunderttausenden Long Covid Fällen mehr – bei Kindern besonders fahrlässig! Komplett fassungslos!“

  7. Gerade mal in die Liste vom Paul-Ehrlich-Institut geschaut. Unsere Lollitests (auf denen die SuS minutenlang – ohne Maske – herumlutschen müssen, bis genug Speichel in den Tester hochgezogen ist), haben eine Gesamtsensitivität von 54%. Kein Wunder, dass wir keine Infektionen finden… und es gibt viele ungültige Ergebnisse.

  8. Durchlaucht?!?!
    Durchtrieben! Was anderes fällt mir zu Mrs. Halstuch nicht mehr ein.

    Naja, warten wir 2-3 Wochen, dann wird Sie behaupten, dass die Tests zum derzeitigen Zeitpunkt sicher waren und Omikron Resistenzen auf dem Spike gegen diese Tests entwickelt hat.
    Hauptsache viel Geschwafel ohne Sinn und Verstand und wichtiger Miene…

  9. „Der SPD-Politiker hatte die Schulministerin aufgefordert, allen Schulen neue Corona-Tests in gleicher Qualität zur Verfügung zu stellen, wie sie jüngst für die Kitas bestellt worden seien. Dort kommen PCR-Pool-Tests zum Einsatz.“

    Seit wann kommen in NRW-Kitas PCR-Pool Testungen zum Einsatz? Ich halte das für ein Gerücht und Fake-News. Es mag einige Kommunen geben, die in Eigenregie dafür sorgen, dass diese Tests zu Verfügung stehen. Leider ist dies aber nicht überall der Fall. Mal davon abgesehen, dass es keine Testpflicht gibt und man auf den Testwillen der Eltern angewiesen ist. Wenn ich mich umschaue wie viele „Beschränkte Bürger“ hier regelmäßig ihren Queerdenker Bullshit zum besten geben während sie spazieren gehen…

  10. ntv-Corona-Newsticker:

    +++ 22:15 NRW will Testpflicht an Schulen ausweiten +++
    In Nordrhein-Westfalen soll die Testpflicht an Schulen ausgeweitet werden. Ab Schulstart am kommenden Montag sollen auch Geimpfte und Genesene verpflichtend an den regelmäßigen Tests teilnehmen, teilt das Schulministerium mit. „Zum Schulstart verfügen alle Schulen über eine ausreichende Anzahl sensitiver Tests und qualitativ hochwertiger Testmaterialien, um die erweiterte Testpflicht umzusetzen“, verspricht Schulministerin Yvonne Gebauer.

    Zwangsdurchseuchungsfan G. hat offenbar schon auf die N4T-Kritik reagiert und behauptet einfach mal dreist wie üblich das Gegenteil.

    Bei „sensitive Tests und qualitativ hochwertiger Testmaterialien“ musste ich mal kurz hysterisch aufschnaufen!

  11. Könnten Sie da vielleicht noch ein bisschen tiefer weiter recherchieren? Ich habe diverse Fragen im Kopf:

    Ist der ausgewählte Test auf der erwähnten Liste des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgeführt?

    Welche Zuschlagskriterien wurden in den Vergabeunterlagen festgelegt?

    Wie wurden die Kriterien gewichtet? Wieviel Prozent Preis, wieviel Qualität? Leider sid die Ausschreibungsunterlagen online nicht mehr zu finden. Sie könnten ja z.B. malbei Siemens nachfragen. Die haben die Unterlagen doch wahrscheinlich noch vorliegen.

    Das würde mich wirklich sehr interessieren. Aus diesen Informationen könnten wir alle direkt ablesen, ob es dem Ministerium wirklich um Infektionsschutz geht, oder ob die Tests eher eine Feigenblattfunktion haben.

    Und wer weiß? Vielleicht ist die Vergabe sogar anfechtbar, falls die Qualität nicht ausreichend gewichtet wurde.

    • @Xayide und @Redaktion
      Es war im November 2021 eine (europaweite) Ausschreibung mit beschleunigter Durchführung von Vergabeverfahren. Ob zur Auftragsvergabe die EU-Schwellenwerte (139.000 €) des Auftragswertes oder nur der Stückwert von 1,00 € ohne Steuer berücksichtigt wurden bei etwa 3,3 Mio. Antigen-Schnelltests je Woche wird nur das MSB beantworten können.
      Eine Erklärung, warum dieser Auftrag im Vergabeverfahrensregister nach der Ausschreibung nicht mehr auftaucht habe ich allerdings nicht. (www.evergabe.nrw.de) Stichwort „Transparenz“
      Die Ausschreibungen für „Abschluss einer Rahmenvereinbarung zur Lieferung von Antigen-Selbsttests zur Eigenanwendung“ des Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW oder die PCR-Pooltests“ des MSB sind allerdings da.

      Der 15-seitige Vertragsentwurf zur Ausschreibung war zumindest online abrufbar.

      „… § 5 Anforderungen an die Zulassung der Antigen-Selbsttests
      5.1 Die nach den Vorgaben dieser Rahmenvereinbarung zu liefernden Antigen-Selbsttests müssen in medizinproduktrechtlicher Hinsicht sämtliche Voraussetzungen nach den weiteren Vorgaben der Leistungsbeschreibung gem. Anlage […] erfüllen. Der AN stellt ferner sicher, dass die Einhaltung der Anforderungen dieser Ziff. 5.1 während der gesamten Vertragslaufzeit gewährleistet ist.“

  12. Super … Tests, die so gut wie nichts taugen und dann kommt noch hinzu, dass die geimpften Schüler:innen nicht mehr getestet werden dürfen, obwohl sie sich auch infizieren können, da Omikron infektiöser ist und die Impfungen schon eine Weile her sind. Das gibt ja richtig valide Aussagen über das Infektionsgeschehen an Schulen wieder, genau so wie man die Zahlen haben will, nämlich zu niedrig, um weiter behaupten zu können „Schulen wirken wie Hygienefilter“. Mann Mann Mann! Billig, billiger, am billigsten! Dafür werden die Damen und Herren des Land- und Bundestages aber wahrscheinlich weiter mit Siemens getestet, wenn nicht gar regelmäßig mit PCR-Tests, haben Luftfilter in ihren Büros und Sitzungssälen, Trennwende und bekommen weiter ihre Masken gestellt. Und es wird weiter an unterster Stelle gespart, also bei den Schulen, obwohl man dort mit weit aus mehr Menschen in Kontakt kommt.

    • Immerhin werden Geimpfte jetzt wieder mit getestet. Genesenen ist dies bei den Pooltests 8 Wochen nach ihrer Rückkehr untersagt, da „Virenreste den Pool positiv machen könnten“.

      • Mir persönlich sind falsch-positive Ergebnisse viel lieber als falsch-negative. Man könnte glatt meinen, dass die Schulträger die Kosten scheuen …

        • Mir auch, aber falls die Einzelprobe auch noch positiv wäre, würde ja wieder ein Kind den einzig wahren Präsenzunterricht verpassen.

  13. Was heißt hier nicht für Omikron geeignet?
    So was kann zu Not befohlen werden!
    Habt ihr vergessen, dass alle Mitglieder der KMK allmächtig sind?

  14. Da Omikron ja nicht krank macht, so wie es überall zu lesen ist, werden die vielen teuren Selbsttests sowieso als Schulmonitoring für die Gesellschaft überflüssig werden…
    Mein Elektriker sagt immer, wer viel mist, mist viel Mist (zumindest bei falscher Anwendung),

    Und ein milder Verlauf, da ist ja auch Fakt, egal ob hospitalisiert und unter Zugabe von Sauerstoff mit Nasenmaske, gilt noch als „milder“ od. „leichter“ Krankheitsverlauf.

    Und die AfD-Politikerin Beatrix von Storch hatte sich mit dem Coronavirus infiziert und verkündete gestern in einem Interview, dass sie lediglich ein wenig Kopfschmerz dabei hatte.

    Also was soll die ganze Anstellerei ihr Weicheier beim laufenden Durchseuchungsprozess, nur weil Mimosen nicht winterhart sind. (Ironie)

  15. Tagesschau: Fragwürdige Schnelltests
    Stand: 09.01.2022 10:57 Uhr

    Viele Schnell- und Selbsttests sind nicht unabhängig geprüft oder schneiden in Checks nicht besonders gut ab, warnen Virologen und Verbraucherschützer. Für Laien ist schwer zu durchschauen, welche Tests taugen.
    https://www.tagesschau.de/inland/corona-schnelltests-zuverlaessigkeit-101.html

    Verbraucherschützer fordern Überprüfung aller Schnelltests

    Schnell- und Selbsttests sind ein wichtiger Teil der Anti-Corona-Strategie. Die deutsche Gesundheitspolitik setzt auf sie. Virologen wie Oliver Keppler von der Ludwig-Maximilians-Universität München warnen hingegen seit Monaten vor der mangelhaften Qualität vieler Schnelltests. „Wir haben derzeit auf dem deutschen Markt etwa 600 verschiedene Antigen-Schnelltests“ – viele davon seien bisher „nicht von unabhängigen Stellen oder Wissenschaftlern geprüft“ worden. Grundsätzlich gebe es große qualitative Unterschiede, „insofern ist die Aussagekraft der Selbst- und Schnelltests doch sehr eingeschränkt“.

    Alle in Deutschland verfügbaren Antigen-Schnell- und Selbsttests müssten unabhängig evaluiert werden, sagt etwa Arne Weinberg, Gesundheitsmarktexperte der Verbraucherzentrale NRW, dem ARD-Hauptstadtstudio. Zudem müssten Informationen zur Qualität einzelner Tests besser aufbereitet werden. Bislang hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) nur einen Teil der Tests untersucht und die Erkenntnisse in einer Liste auf seiner Website veröffentlicht.(NDR.de heute 17:18h)

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