Auch in der Schule möglich? Fahrschüler schummeln mit Kameras in FFP-2-Masken

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HANNOVER. Der Tüv Nord stellt vermehrt Fälle fest, in denen Prüflinge in Führerscheinprüfungen kleine Kameras in ihren FFP-2-Masken verstecken. Lehrkräfte an Regelschulen kennen das Phänomen noch nicht.

von FFP2-Maske geprägtes Profil in Detailaufnahme
In eine solche Maske lässt sich offenbar gut eine kleine Kamera einbauen. Foto: Shutterstock

Einige Fahrschüler machen sich offenbar die Maskenpflicht zunutze und versuchen mit versteckten Kameras bei Prüfungen zu schummeln. Wie der Tüv Nord mitteilte, seien die Zahlen von Täuschungsversuchen im Norden zuletzt gestiegen. Teilweise hätten Prüflinge bei der theoretischen Fahrprüfung kleine Kameras in FFP-2-Masken versteckt, um einem Komplizen die Aufgaben zu übermitteln. An Regelschulen im Norden wurde diese Art der Schummelei noch nicht festgestellt.

Mit Hilfe digitaler Hilfsmittel wie kleinen Kameras und Kopfhörern schummeln Fahrschüler immer öfter bei der theoretischen Prüfung. Über die kleine Kamera, versteckt in einer Corona-Schutzmaske, werden die Prüfungsfragen zu einem Komplizen gesendet. Dieser spricht dem Führerscheinanwärter die Lösungen über einen im Ohr kaum sichtbaren Kopfhörer vor, wie der Tüv in einer Pressemitteilung erklärte. Der Tüv geht davon aus, dass die digitalen Tricksereien nicht nur den klassischen Spickzettel ersetzen.

Generell sei die Zahl der Täuschungsversuche bei Führerscheinprüfungen in den vergangen Jahren gestiegen. Der Tüv Nord schätzt, dass inzwischen jede 500. Prüfung ein Täuschungsversuch ist. Die Dunkelziffer liege vermutlich sehr hoch. «Insgesamt stellen wir eine generelle Steigerung der Täuschungsversuche fest», sagte ein Tüv-Sprecher. Laut Michael Schlump vom Tüv Weser/Ems gab es etwa in Hannover im Jahr 2020 noch 120 Täuschungsversuche, im Jahr 2021 bereits rund 200. Rechtlich verfolgt werden die Betrüger laut dem Tüv aber nicht. Bei den Täuschungsversuchen handele es sich nicht um eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat.

Der Bundesrat stimmte kürzlich einem Gesetz zu, nach dem Fahrschüler, die beim Spicken erwischt werden, künftig bis zu neun Monate für eine neue Prüfung gesperrt werden können. «Wir begrüßen, dass eine mögliche Sperrfrist von neun Monaten nun in der Verordnung ausdrücklich erwähnt wird», teilte der Tüv-Dachverband mit. Eine Zunahme von Täuschungsversuchen gebe es in allen Bundesländern. Um künftig besser gegen die Betrügereien vorgehen zu können, würden Prüfer in ihrer Ausbildung und in Schulungen speziell auf die Thematik vorbereitet, teilte der Tüv Nord mit.

In Regelschulen ist das Problem noch nicht aufgetaucht. Eine signifikante Zunahme von Täuschungsversuchen mit digitalen Hilfsmitteln habe es in der jüngeren Vergangenheit nicht gegeben, teilten etwa die regionalen Landesämter für Schule und Bildung in Niedersachsen mit. Fälle, in denen Schüler mit den in Masken versteckten Kameras geschummelt haben, habe es nicht gegeben. Ein Grund: Bei den Abiturprüfungen sei im Jahr 2021 beispielsweise an vielen Schulen für so viel Abstand gesorgt worden, dass Schüler keine Masken tragen mussten. (dpa)

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2 Kommentare
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Jan aus H
2 Monate zuvor

Das zeigt eigentlich eher, wie sinnlos solche Multiple-Choice-Prüfungen sind. Wenn man das ganze als mündliche Prüfung im Gespräch mit einem Prüfer machen würde, wäre zum einen sehr schnell klar, ob der Stoff wirklich verstanden oder nur stur auswendig gelernt wurde. Zum anderen wäre das Potential zum Schummeln auf nahe Null reduziert.

Dass der auswendig gelernte Stoff ebenso schnell aus den Köpfen verschwindet, wie er reingedrückt wurde, sieht man fast täglich im Straßenverkehr.

Lehrer mit Seele
2 Monate zuvor
Antwortet  Jan aus H

Ich liebe Ihre Kommentare. Es zeigt mir immer wieder, dass ich nicht der einzige Idealist bin.

Machen Sie weiter so. Solche Menschen bräuchten, wir als Kultusminister