BERLIN. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Karin Prien (CDU), hat sich mit Vertretern der Schüler-Initiative «WirWerdenLaut» ausgetauscht – vertraulich. Dabei hatte Schleswig-Holsteins Bildungsminister ursprünglich zu einem öffentlichen Treffen eingeladen. Das soll auch noch stattfinden.
Wie ein KMK-Sprecher am Mittwoch sagte, habe es am Dienstag ein anderthalbstündiges Gespräch unter anderem mit Anjo Genow, einem der Initiatoren gegeben. Zu konkreten Inhalten wurde nichts bekannt. «Für das Gespräch war vereinbart, dass es in einem vertraulichen Rahmen stattfindet, um offen über Probleme auch anhand von persönlichen Erfahrungen sprechen zu können.»
Die Schülerinnen und Schüler hätten sich einen regelmäßigen Austausch über die Bundesschülerkonferenz hinaus gewünscht. Prien, die auch schleswig-holsteinische Bildungsministerin ist, habe versichert, weiter für Gespräche zur Verfügung zu stehen. Dem Sprecher zufolge soll es in den kommenden Wochen eine öffentliche Diskussion zwischen «WirWerdenLaut»- und KMK-Vertretern geben. Am vergangenen Freitag hatte sich auch Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) mit Genow getroffen.
Die Initiative hatte der Politik in einem offenen Beschwerdebrief einen «Durchseuchungsplan» vorgeworfen und eine Aussetzung der Präsenzpflicht, kleinere Lerngruppen, PCR-Pooltests und Luftfilter in allen Schulen gefordert. Prien hatte – unmittelbar nachdem absehbar war, dass die Petition große Resonanz erzielen würde – den beteiligten Schülerinnen und Schülern ein Gesprächsangebot gemacht. Sie „lade persönlich dazu gerne ein.“ Prien bot „volle Transparenz“ und einen Livestream des Gesprächs an, „damit alle zuschauen können“.
„Das Anliegen der Schüler ist nachvollziehbar und richtig”, ließ Prien erklären – um selbst eine Polemik gegen die Schüler zu retweeten
Mehr noch, die Kultusministerkonferenz postete ein gestaltetes Bild der CDU-Politikerin mit dem Zitat: „Das Anliegen der Schülerinnen und Schüler ist nachvollziehbar und richtig. Die Belange von Kindern und Jugendlichen standen in dieser Pandemie zu wenig im Fokus.“ Glaubwürdig wirkte das nicht. Denn: Kurz zuvor hatte Prien in ihrem eigenen Account eine Polemik gegen «WirWerdenLaut» retweetet – und sich damit zu eigen gemacht.
Weitere Irritationen kamen auf, als sich Prien dann mit Schülervertretern traf, allerdings mit weniger kritischen. Darauf von einer Schülerin via Twitter angesprochen, antwortete Prien schnippisch: „Leute kommt mal runter, mein Gesprächsangebot steht seit Freitag, zunächst ohne Reaktion. Heute nochmal erneuert. Details werden noch geklärt.“ News4teachers / mit Material der dpa
