Barmer mahnt Eltern: Mit Schule beginnt nicht „der Ernst des Lebens“

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Die Barmer Krankenkasse hat Eltern von Schulanfängern geraten, ihren Sprösslingen für den bevorstehenden Schulalltag Mut zu machen und Neugier zu wecken. «Die meisten Kinder freuen sich auf die Schule. Doch längst nicht alle», teilte die Barmer am Donnerstag in Dresden mit. Es sei nicht unnatürlich, wenn Kinder wegen der Schule Befürchtungen hätten. Eltern sollten dann von ihrer eigenen Einschulung berichten.

Nicht alle Kinder sind scharf darauf, in die Schule zu gehen. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

«Unbedachte Äußerungen über den nun beginnenden Ernst des Lebens oder nebulösen Andeutungen wie ‚Du wirst schon sehen‘ können ungewollt Versagensängste schüren, die Unvoreingenommenheit des Kindes und schlimmstenfalls das Selbstbewusstsein beschädigen», erklärte Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen.

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Zu den großen Veränderungen gehöre der neue Schulweg mit möglichen Gefahren im Straßenverkehr, hieß es weiter. «Eltern sollten die verbleibenden Tage vor der Einschulung dafür nutzen, mit dem Kind den Schulweg mehrmals abzulaufen und das Überqueren von Straßen zu üben. Das macht die Kinder sicherer und schont die Nerven der Eltern», betonte der Barmer-Chef.

Kommt das Kind wiederholt bedrückt nach Hause, klagt über Bauchschmerzen oder ist plötzlich ungewohnt still oder aggressiv, können dies Hinweise dafür sein, dass es sich in der Schule unwohl fühlt, teilte die Kasse weiter mit. «Kinder geben sich schnell selber die Schuld, wenn es Probleme gibt und verschließen sich, wenn sie Fragen beantworten sollen, die ihnen unangenehm sind», erläuterte Magerl. Eltern sollten dann viel Zeit mit dem Kind verbringen und genügend ruhige Momente schaffen, in denen es sich öffnen könne. News4teachers / mit Material der dpa

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7 Kommentare
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Senkrechtstarter
5 Monate zuvor

Naja, die Spaßmentalität führt aber auch zu falschen Erwartungen und produziert am Ende nur Enttäuschungen. Kinder gehen nicht in die Schule (primär), um Spaß zu haben, sondern um etwas zu lernen. Eltern, die ihnen morgens „Viel Spaß!“ wünschen, lenken sie in die falsche Richtung.

Noch 5 Jahre
5 Monate zuvor

Mit der Schule beginnt der Ernst des Lebens. Das war so, das ist so. Warum es nicht auch sagen? Es beginnt die Zeit der Pflichten , verplanter Zeiten und des Arbeitens. Das muss nicht alles negativ sein, aber dieses ewige Weichspülen ist auch Mumpitz.

Konrad
5 Monate zuvor

So ernst ist es (leider) gar nicht. Es wird gebastelt, gesungen, Ausflüge gemacht. Es gibt kaum Hausaufgaben. Keine Noten. …
Irgendwann an der weiterführenden Schule sollen die Kinder dann eigenständig Arbeiten und Lernen können. Lernen haben sie aber nie gelernt. Dann schlägt der Spaß in Frust und Ratlosigkeit um. Aber bis dahin ist es total spaßig.

naste
5 Monate zuvor

Selbstverständlich beginnt der Ernst des Lebens. Gleich am zweiten Schultag gemobbt von großen Kindern, gestürzt, weil ihm jemand absichtlich ein Bein gestellt hat und selbstverständlich auch mit „verpiss dich“ neue Worte gelernt. Ich bin sprachlos. Da weiß ich gar nicht, was ich ihm dazu sagen soll.

Koko Lorey
5 Monate zuvor
Antwortet  naste

Ein Opfer- Kind?

GriasDi
5 Monate zuvor

Für meinen Sohn war der Schulbeginn der 1. Klasse das Beste, das ihm passieren konnte. Er ging vom ersten Tag an gerne in die Schule, auch dank einer Super-Super Lehrerin. Er war froh, dass er nicht mehr in den Kindergarten musste. Dort ging er keinen einzigen Tag gerne hin. Die Erzieherinnen in seiner Gruppe hatten ihren großen Anteil daran.

Indra Rupp
5 Monate zuvor

Der Ernst des Lebens beginnt mit der Zeugung! Man muss erstmal das Glück haben und einer von Millionen sein, der in die Eizelle darf. Dann muss man Frucht – und manchmal auch Kotwasser schlucken und verheddert sich mit der Nabelschnur um den Hals. Die Geburt ist dann den Rest des Lebens an Leistung nicht mehr zu toppen und gut das wir uns nicht mehr erinnern können – außer unterbewusst, wenn wir im Fahrstuhl Platzangst kriegen. Danach kommt dann ein außergewöhnlich lehrreiches Jahr auf uns zu und nie wieder werden wir in so kurzer Zeit so viel lernen! Nach diesem Jahr wiederum kommen die gefährlichsten Jahre, Unfälle bauen, vors Auto laufen, ins Wasser fallen – das muss man erst einmal überleben. Die ersten Trennungen, das Urvertrauen bröckelt und wir haben eine Sprache gelernt, die wir besser als jemals eine andere Sprache beherrschen werden. Mit dem Aufbau von Freundschaften mit oder ohne Kiga lernen wir unseren ersten Beziehungsstress kennen, zudem müssen wir mit Eifersucht auf das Geschwisterchen klar kommen und mit dem Verlust des geliebten Haustieres. Im Kiga dann die Gruppen Dynamik, sich anpassen, Rücksicht auf Schwächere nehmen, Mobbing, Mainstream, Wettbewerb. „Guck mal, wie schön Carsten malen kann“ sagt die Mama und hat Angst, dass die Mama von Carsten irgendwas BESSER macht! Bald fängt die Schule an und bis dahin beginnt ein Wettlauf, welches Kind das weiteste ist, dies setzt sich in der Grundschule fort und erreicht ihren Höhepunkt, wenn es um die Gymnasiumempfehlung geht. Kriegst du sie, sind wir top, kriegst du sie nicht, sind wir eine Assifamilie! Auch ein späteres scheitern gefährdet den Sozialstatus. Und das, wenn man gerade mitten in der Pubertät ist und echt andere Sorgen hat. Weiterleben und den aufrechten Gang üben nach dem ersten Liebeskummer und dann irgendwann sich behaupten in seinem Beruf, sich eine Menge entbehrlichen Stress und Schulden durch Hausbau und Co aufhalsen ,selber Eltern werden und dann beginnt der Ernst des Lebens von neuem. 🙂