Jeder sechste Schüler wurde schon Opfer von Cybermobbing – aber: Prävention in der Schule wirkt

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BERLIN. Gerüchte, bösartige Beschimpfungen, beinahe ohne Pause: Cybermobbing belastet die Betroffenen stark. Jeder sechste Schüler hat das schon einmal erlebt, so stellte eine aktuelle Studie fest. Ein Hoffnungsschimmer: Prävention in der Schule wirkt.

Mobbing übers Netz ist weit verbreitet. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Nicht einmal im eigenen Kinderzimmer sind sie sicher: Betroffene von Cybermobbing können den ständigen Beleidigungen und Beschimpfungen im Internet kaum entkommen. «Ich hab eigentlich das Mobbing in meiner Hosentasche die ganze Zeit dabei», erklärt Hendrikje Schmidt vom Krisenchat, einer psychosozialen Beratung für Kinder und Jugendliche am Mittwoch in Berlin, in Hinblick aufs Handy. Das führe dazu, dass sich viele Jugendliche hilflos und ohnmächtig fühlten. «Es nimmt kein Ende, und ich kann es auch nicht mehr rückgängig machen und nicht mehr stoppen.»

Laut einer aktuellen Befragung des Bündnisses gegen Cybermobbing in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK) ist bereits jeder sechste Schüler (16,7 Prozent) schon einmal von Cybermobbing betroffen gewesen. Das entspreche mehr als 1,8 Millionen Schülerinnen und Schülern zwischen 7 und 20 Jahren. Der Anteil der Betroffenen sei seit der vergangenen Befragung 2020 zwar leicht um 0,6 Prozentpunkte gesunken, bleibe aber auf hohem Niveau.

Am häufigsten berichten die Opfer von Beschimpfungen und Beleidigungen (78 Prozent) sowie von Lügen und Gerüchten (59 Prozent). 40 Prozent der betroffenen Schülerinnen und Schüler sei bereits online erpresst oder bedroht worden.

Mobbing gebe es schon lange, sagte Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. «Aber früher war Mobbing eben doch was, was dann auf bestimmte Situationen auch beschränkt gewesen ist.» Aus diesen Situationen sei man wieder herausgekommen. «Das ist heute in der digitalen Welt eben deutlich schwieriger.»

«Schulen, die aktiv dieses Thema Cybermobbing angehen haben signifikant reduzierte Zahlen an Opfern»

Das anhaltende Mobben über das Internet belastet vor allem die Psyche der Schüler. Die Betroffenen fühlen sich laut Befragung verletzt (58 Prozent), wütend (40 Prozent) und verängstigt (34 Prozent). Etwa ein Viertel hatte demnach bereits Suizidgedanken. Auch Schmidt kennt Nachrichten aus dem Krisenchat, in denen Kinder und Jugendliche von solchen Gedanken berichten. Ernst genommen werde aber jede Nachricht.

Die Pandemie hat das Cybermobbing noch verstärkt: Durch den Onlineunterricht und die Kontaktbeschränkungen hätten die Kinder noch mehr Zeit im Internet verbracht – und auch das Mobbing sei noch stärker dorthin gewandert, schreiben die Autoren der Studie. Die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen (65 Prozent) sagt, dass Cybermobbing seit der Corona-Pandemie zugenommen habe.

Die Befragung blickt aber nicht nur auf die Betroffenen, sondern nimmt auch die Täter und Täterinnen in den Blick. Sechs Prozent der befragten Schüler gaben an, selbst schon mal jemanden online gemobbt zu haben. Auffällig: Täter- und Opferrolle können hierbei ineinander übergehen. Fast jeder fünfte Täter hat selbst schon mal unter Cybermobbing gelitten.

Deshalb sei Prävention eines der wichtigsten Elemente gegen Cybermobbing, sagt Uwe Leest, Vorstandsvorsitzender des Bündnisses gegen Cybermobbing. «Denn wenn wir keine Täter haben, das heißt, wenn wir die Täter erst gar nicht zum Täter werden lassen, dann müssen wir uns auch nicht über das Thema Opfer unterhalten.»

Die Betroffenen wünschen sich mehr Unterstützung – auch vom Staat. 62 Prozent der Kinder und Jugendlichen waren der Meinung, der Staat müsse viel mehr gegen Cybermobbing tun. Auch 65 Prozent der Lehrkräfte sind dieser Meinung.

Immerhin knapp die Hälfte der Kinder und Jugendlichen sagte, dass Schüler in der Schule lernten, wie man sich bei Cybermobbing verhalten solle. Dennoch sollte die Präventionsarbeit dringend intensiviert werden, schreiben die Autoren. «Schulen, die aktiv dieses Thema angehen, Cybermobbing, die haben signifikant reduzierte, wesentlich kleinere Zahlen an Opfern an den Schulen», erklärt Leest. «Es ist ganz deutlich zu sehen: Prävention wirkt.» Von Mona Wenisch, dpa

Lehrerverband ist alarmiert: Jugendgewalt (auch Cybermobbing) nimmt zu – immer mehr Schüler sind mit Messer oder Reizgas unterwegs

 

 

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39 Kommentare
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Lanayah
1 Monat zuvor

Ist das jetzt die neue Formulierung für „Schulen sollen alles richten“? „Prävention in der Schule wirkt.“
In der analogen Welt bin ich nicht zuständig, wenn sich zwei meiner Schüler/innen außerhalb der Schulzeit dissen. Bin ich es in der digitalen Welt?
Auch ich wurde schon von Grundschuleltern gebeten schlichtend in den Klassenchat einzugreifen. Nur, hatte ich diesen Chat nicht gegründet, gar keine Ahnung von seiner Existenz, war dort nicht Mitglied, hatte kein Whats App. Und ich sah die Verantwortung bei den Eltetn, die ihren Kindern (viel zu früh) unkontrolliert passende Endgeräte zur Verfügung gestellt und Datenvolumen finanziert hatten.
Bei uns dürfen die Kinder keine Handys oder Smartwatches mit in die Schule bringen (was immer wieder zu Diskussionen mit Eltern führt). An weiterführenden Schulen, wo Cybermobbing ggf. während der Schulzeit stattfinden kann, mag die Situation anders aussehen.

Ich
1 Monat zuvor
Antwortet  Lanayah

Sie fühlen sich also nicht zuständig, wenn sich Ihre SuS sich auch nur analog “ dissen“ ?
SuS , die jeden Tag zusammen sind bzw. zusammen sein müssen, so sehr schlimm für die Kinder / Jugendlichen, die jeden Tag sich in die Schule quälen , weil sie Angst haben vor dem täglichen Mobbing ?
Analog oder Cyber, das dürfen wir LuL nicht hinnehmen.

Lanayah
1 Monat zuvor
Antwortet  Ich

Genau lesen, bzw. zitieren: Außerhalb der Schulzeit!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Ich

Die Zuständigkeit der Schule und damit der Lehrkräfte endet an der Grundstücksgrenze des Schulgrundstückes. Der Schulweg liegt im Zuständigkeitsbereich der Erziehungsberechtigten – so wie alles Weitere außerhalb der Schule.

Ich
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Wenn wir, wie jetzt gerade, Kenntnis haben über einen Schüler , der bereits auf dem Bahnhof, im Zug , auf dem Weg vom Bahnhof zur Schule und rückwärts ebenso massiv gemobbt wird ( außerhalb des Schulgrundstückes), wenn wir wissen, dass er per social media von Mitschülern gemobbt wird ( außerhalb der Schulzeit ), wenn wir wissen, dass der Junge deshalb nicht mehr in die Schule kommt und seine Mutter sich kaum noch traut zur Arbeit zu gehen, weil sie Angst hat , ihren Sohn mit seinen schlimmen Gedanken allein zu lassen, dann reagieren wir natürlich, sowohl KL als auch SL.
Es tut so weh , das mitzufühlen , käme uns gar nicht in den Sinn, da nicht versuchen zu helfen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Ich

Es ist nicht zu fassen – auch hier rote Daumies!

Kann mir das bitte mal jemand erklären?

Hier ist die Rede davon, auch außerhalb der Schule zu helfen und das ist nun auch verkehrt?!

SchulterzuckundKopfgeschüttel

Katinka
1 Monat zuvor
Antwortet  Ich

„außerhalb der Schulzeit dissen“ schrieb Lanayah. Das ist doch wohl klar!? Und natürlich gilt das auch in der digitalen Welt, wo sich sehr häufig auch die Eltern aus der Verantwortung ziehen, das können unmöglich die Lehrkräfte richten, das liegt außerhalb ihres Einflussbrereiches.

Tigrib
1 Monat zuvor
Antwortet  Ich

Es hieß „außerhalb der Schule dissen“. Da sind doch tatsächlich die Eltern dran.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Ich

Papperlapapp.

WhatsApp mit SuS/Eltern als Lehrkraft? Bitte mal DAs lesen.

„Nicht dulden“?
Sie sind witzig, als Lehrkraft können sie juristisch legal genau NULL dagegen unternehmen, sich sogar nicht einmal einen Chatverlauf zeigen lassen, wenn SuS sich weigern. (Ihr Suchbegriff lautet „höchstpersönlicher Lebensbereich“, nichtmal die Polizei darf da „einfach so“ mal ran).

Was wir als Lehrkräfte tun können sind PÄDAGOGISCHE (und damit gegen Mobber i. d. R. wirkungslose) Maßnahmen durchführen, beraten, Beweissicherung und ggf. Anzeigen empfehlen, Medienkompetenz begrenzt schulen.

Das macht auch jede Lehrkraft, die ich kenne in solchen Fällen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Ich

Kurze Frage – wann und ab wo fühlen SIE sich zuständig für die Belange Ihres Kindes?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

An alle Rotvoter, die das immer noch nicht verstanden haben….

Ich bitte euch um TEXT, rote Daumen kann jeder!

Zeigt doch mal, dass ihr argumentieren könnt. Hier ist die Chance.

Ich freue mich auf eure Beiträge 🙂

eurer Riesenzwergy 😉

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Feiglinge 🙂

Ich
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Darf ich wissen , warum Sie von allen an der Diskussion Beteiligten gerade mich nach solch persönlichen Dingen fragen?

Aber ich antworte Ihnen trotzdem gern.
Meine Tochter ist erwachsen, aber ich habe mich immer verantwortlich gefühlt für wesentliche Dinge.
Und dafür, dass sie weiß, was Menschlichkeit bedeutet. Ohne Indoktrinierung übrigens , nur mal vorbeugend gesagt ….
Und sie lebt das auch weiter .
Ich bin sehr froh, dass sie in der Schule keinem Mobbing ausgesetzt war.
Wenn es so gewesen wäre, hätte ich mich neben den Eltern aber auch an die LuL gewandt und hätte erwartet, dass sie versuchen zu helfen.
Und wenn ich erfahren hätte, dass mein Kind andere mobbt, hätte ich sehr ernst mit ihr geredet und ebenfalls Kontakt zu den Eltern des gemobbten Kindes und deren LuL aufgenommen.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Ich

Und das ist a. m. S. auch eine richtige Herangehensweise.

(Echtes) Mobbing hört meistens sofort auf, sobald es soziale Sanktionen für die Mobber gibt – was dann der Fall ist, wenn Eltern oder andere Personen mit echten Zugriffsrechten sich aktiv einmischen, am besten möglichst früh.

Als Lehrkräfte sind unsere Möglichkeiten neben dem oben genannten schlicht nicht vorhanden, da Lehrkräfte keinerlei echte Sanktionsmöglichkeiten haben – da können die Leute mir auch rote Daumen geben bis nach Timbuktu, die Menge an negativer Emotion ändert nichts an (z. T. juristischen) Tatsachen.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Ich

„Ich 3 Tage zuvor

Antwortet Lanayah

Sie fühlen sich also nicht zuständig, wenn sich Ihre SuS sich auch nur analog “ dissen“ ?
SuS , die jeden Tag zusammen sind bzw. zusammen sein müssen, so sehr schlimm für die Kinder / Jugendlichen, die jeden Tag sich in die Schule quälen , weil sie Angst haben vor dem täglichen Mobbing ?
Analog oder Cyber, das dürfen wir LuL nicht hinnehmen.

14 -24 Antworten“

Ja, dürfen Sie sehr gerne. Und ich antworte Ihnen auch sehr gerne.

Das ist der zweite Beitrag von oben. Ich habe ihn schlicht zuerst gelesen.

Deswegen ging die Frage an Sie.

Zudem erweckt der Beitrag m.E. den Eindruck, Lanayah vorzuwerfen, sich nicht zuständig zu fühlen (s.o.).

Ich vermutete, dass Sie ein Elternteil sind, das die Verantwortung für Mobbing innerhalb und außerhalb der Schule zudem noch mit freiwillig privat angeschafften Mobbingerleichterungsgeräten komplett an die Schule abgibt.

Und das halte ich einfach für verkehrt – aus mehreren Gründen.

A) Es kann nur im analogen Mobben in der Schule etwas Hilfe geben, da wir absolut keine Handhabe haben.

B) Ich persönlich finde es furchtbar, wenn Kinder von ihren Eltern im Stich gelassen werden und im Rückblick eines Tages erkennen müssen, dass die Lehrkräfte – eigentlich fremde Personen – mehr für sie da waren als die eigenen Eltern.

C) Eltern können die Polizei einschalten – wir nicht. Wir dürfen es noch nicht einmal raten oder im Gespräch deutlich darauf hinweisen.

Als „solch persönliche() Dingen“ empfinde ich das nicht – hier wird in der Regel sehr viel aus dem persönlichen Erfahrungsbereich mitgeteilt. Alles immer private und individuelle Entscheidung.

Zum Glück ist Ihr Kind gut durch die Schule gekommen.
Zum Glück hätten Sie gut und verantwortungsvoll reagiert, wenn das nicht der Fall gewesen wäre.

Das ist leider nur noch selten der Fall.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Ich

Das dürfen auch die Eltern nicht hinnehmen.

Die machen aber bestens vor, wie das geht – hinnehmen und nichts tun.

Ich habe in den vielen Jahren meiner Tätigkeit genau EINE MUTTER kennengelernt, die wegen Mobbings zusammen mit ihrem Kind zur Polizei gegangen ist. Auch heute – oder gerade heute! – habe ich die größte Hochachtung vor ihr und ihrer Haltung.

Fazit: Polizei fuhr mit Polizeiauto bei der Familie des Mobbers vor. Das sahen alle Nachbarn und das war auch ein Ziel dieser Aktion. Der Polizist machte den Eltern und dem Kind sehr deutlich klar, was geschehen wird, wenn die Mobberei nicht aufhört ….. Zum Glück wurde das von den Eltern verstanden und die Mobberei hörte sofort auf!

Die Kids gingen sich auf dem Gelände einfach aus dem Weg – das hat mit unserer Hilfe und Unterstützung auch geklappt.

Lehrys haben keine Handhabe – aber das steht schon weiter oben und leider stimmt es auch.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Genau so geht es.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Namendownvoter ?
(das ist übrigens Mobbing!)

oder

Polizistenhasser

oder

mit dem Verhalten der Mutter nicht einverstanden?

Schulterzuck

Lanayah
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Aussagen absichtlich unvollständig und damit verfälscht wiedergeben geht auch in diese Richtung. Erstaunlich, wie in diesem Thread teilweise genau das obige Thema gespiegelt wird.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Lanayah

Ist aber nicht ganz Dasselbe.

Ist das immer Absicht – ich meine, Aussagen unvollständig wiederzugeben?

Wenn dem aber so ist – Steuerborddaumen für Ihre Anmerkung!

gehtsnoch
1 Monat zuvor
Antwortet  Lanayah

„Prävention in der Schule“ – bin ich (an GS) nicht zuständig.
Erinnert an analoges Beamtenmikado, wer sich zuerst bewegt, hat verloren…

Lanayah
1 Monat zuvor
Antwortet  gehtsnoch

s.o.

Ron
1 Monat zuvor

Der nächste außerschulische Auftrag für den Unterricht, der sich vor Jahrzehnten noch um Deutsch- und Mathe-Fertigkeiten kümmern durfte. Schule gilt nur noch als Reparaturbetrieb für gesellschaftliche Missstände, die nicht selten von Entscheidern zugleich auch noch geleugnet, ignoriert oder umgedeutet werden.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Aber die „gesellschaftliche Missstände“ würden doch nicht existieren, wenn sich die Lehrkräfte endlich darum kümmern würden, oder? Das funktioniert in heterogenen, inklusiven Klassen doch am Besten, da nur dort diese „Missstände“ voll durchschlagen. Und wenn wir alle den verpflichtenden Ganztag von der 1. bis zur 10. Stunde hätten, dann gäbe es auch genug Zeit dafür. Dann könnten die Lehrkräfte auch noch mehr Gutes tun, z.B. Kochkurse zur gesunden Ernährung an jedem Mittag durchführen. Und wenn sie noch auf einen Großteil ihres über dem OECD-Durchschnitt liegenden Gehaltes verzichten würden, könnte man auch weitere „Fachkräfte“ zur Unterstützung einstellen. Der Gehaltsverzicht müsste aber schon bedeutend sein, denn unter 12 Euro pro Stunde kommt niemand, das liegt dann auch nur knapp über dem kommenden Bürgergeld, das es auch bei null Stunden Arbeitseinsatz gibt. Lehrkräfte könnten hier also solidarisch Problemfälle des Arbeitsmarktes gleich mitinkludieren.

Ist doch toll, wenn man einen universalen Sündenbock für die Lösung aller gesellschaftlichen Problemlagen gefunden hat! Nur bei wenigen Themen ist sich die Gesellschaft so einig wie bei diesem!

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Das Modell könnten wir einführen – der Zusatzverdienst durch das Erteilen privaten, echten Unterrichtes würde eine substantielle Gehaltssteigerung für mich bedeuten. Und tagsüber spielen, kochen usw…. klingt doch gut, äähhhh ich meine nach sehr harter emotionaler care-Arbeit.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Der Begriff „gesellschaftliche Missstände“ ist an sich schon irreführend – das ist ja keine Naturkatastrophe, sondern es sind Handlungen von Menschen, die i. d. R. sehr konkret und einfach identifizierbar WÄREN. Da allerdings die exakt gleichen Menschen jede Form von „Diskriminierung“ (=Sozialsanktionen für A********), „Autorität“ (=durchsetzen des richtigen Tuns) usw. vehement ablehnen… kann ich da nur neutral mit den Schultern zucken. Lehrer sind ja so böse, die dürfen keinesfalls irgendwelche durchsetzbaren (!!!) Rechte haben… tja, im Chaos schwimmt im Zweifelsfall der Stärkste und Rücksichtsloseste oben (bzw. kann sein/ihr antisoziales Verhalten ausleben). Dann ist das eben so. Geliefert wie bestellt.

Wir als Lehrer können halt daherschwätzen (=“beraten“, „empfehlen“, „Konsens anstreben“) und sonst GESELLSCHAFTLICH GEWOLLT halt nix. (Von ganz wenigen Extremfällen bzw. schlechten Noten abgesehen, was beides nichts löst)

Na ja – nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.

Sandra
1 Monat zuvor

Hallo,
an unserer Schule gibt es massive Probleme, nicht nur Mobbing.
Wir Eltern versuchen nun externe Hilfen zu holen.
An wen können wir uns wenden?
Über jeden Tipp sind wir dankbar.
Viele Grüße

Lustig
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandra

Auf keinen Fall an die Lehrer wenden, die sind nicht „zuständig“! Anwalt nehmen und Beschwerde einreichen!!!!!

Sandra
1 Monat zuvor
Antwortet  Lustig

Unsere Lehrkräfte möchten über jeden Vorfall informiert werden.
Wir Eltern suchen eher externe Fachkräfte, die SuS schulen und Projekte durchführen.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandra

In praktisch jeder Region gibt es – bis rauf zur Schulebene, also einem Training für eine ganze Schule- entsprechende Mannschaften. Die Beratungsstellen der Jugendämter bzw. (falls vorhanden) der örtliche Schulsozialarbeiter könnte Ihnen weiterhelfen.

Da nicht alle „Trainer“ gute Aktionen/Seminare anbieten, würde ich Ihnen empfehlen sich lokal in ihrer Schulregion umzuhören.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Lustig

Lehrkräfte können PÄDAGOGISCHE (und daher gegen häufig früh verfestigte Mobberpersönlichkeiten meistens wirkungslose) Maßnahmen durchführen. Alles andere ist Lehrkräften VERBOTEN und wird von der GESELLSCHAFT BESTRAFT. Vielleicht hilft die Großschrift? Man wird sehen.

Lehrkräfte können Sie weiterhin BERATEN, mit der Klasse bzw. dem Klassenrat GESPRÄCHE führen usw.

Empfehlung ist es daher, neben dem Strafantrag und dem forcieren des selbigen durch einen Anwalt (der Assi-Mobbern halt Stress macht wegen Terminen und Pflichten /Kosten, eine eigentliche Strafe gibt es bei Jugendlichen faktisch nicht) sich neben den Lehrkräften mit anderen Eltern und sonstigen Beteiligten in Verbindung zu setzen.

Bei der Kommunikation können Lehrkräfte helfen, bei allem anderen nicht, da sie es nicht DÜRFEN.

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

Man hört auch immer mehr von Jugendlichen, die nicht richtig reden, schreiben, lesen und rechnen können. Komplexere Sachverhalte und Vorgänge kognitiv nicht gemeistert kriegen, naturwissenschaftlich äußerst unwissend sind und kaum eine Fremdsprache beherrschen. Auch geschichtliche und gesellschaftlich-politische Zusammenhänge sind ihnen fremd. Allgemeinbildung und Weltwissen sind sehr dürftig entwickelt.

Wieso kümmern sich da die Schulen nicht drum? Ich sehe da Potential für die Zukunft.

Hätte ich z.B. eine solche Bildung erfahren, ich würde heute hier Kommentare schreiben, die in sich doch auf einen Blick überhaupt keinen Sinn ergeben und doch Sinnhaftes provozieren, so sie auf fruchtbaren Boden fallen. Aber gut, wenn die Gegenwart der Slogan-Rezitation huldigt, die Post-Gegenwart das Bildungs-Immerneue jagt und die Zukunftsvision in einer sich geheimnisvoll selbstgebärenden Digitalisierung mariniert, dann übergebe ich mich eben in dieses pseudokommunikative Schicksal. Wahrscheinlich habe ich nur etwas Schlechtes gegessen oder was Böses geschrieben, aber nicht so gemein(t), sondern noch viel schlimmer.

Aufg.: Fasse die Intention in eigenartigen Worten zusammen und gib das Ausgangsproblem widerlich.

Last edited 1 Monat zuvor by Dil Uhlenspiegel
Julia
1 Monat zuvor

Was Schüler:innen außerhalb des Unterrichts und/bzw. außerhalb des Schulgeländes tun, ist nicht meine Dienstpflicht.
Das private Handeln obliegt nicht meiner Zuständigkeit.
Das ist rechtlich eindeutig.
Wer das nicht beherzigt, soll sich auch nicht wegen Überlastung etc. beschweren.

Lustig
1 Monat zuvor

Mobbing fängt bereits im Kindergarten an, geht in der Schule weiter und findet dann digital statt.
Lehrer fühlen sich nicht „zuständig“, nein warum auch, sie sind ja Teil des Problems.
Mobbingopfer stehen meist allein da, Lehrer sind da keine Hilfe.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Lustig

EuEs offenbar auch nicht!

Und was ist mit ….. den Eltern? Sollten die nicht in erster Linie für ihr Kind da sein?

Und ja, ich bin Lehrkraft, mir sind die Hände gebunden. Und zwar sehr.

In Gesprächen mit betroffenen Kindern und Eltern, die u n s Vorwürfe machen (ich bin übrigens n i c h t Schuld am Monbing im Kindergarten und neige auch nicht dazu, Mobbing in der Schule zu betreiben – soweit zu Ihrem Beitrag…) ist es nicht zulässig, die Wörter „Anzeige, Polizei, Anwalt“ zu verwenden. Das wird uns immer wieder gesagt.

Leider kriegen die wenigsten Eltern diesbezüglich wenig verklausulierte Formulierungen mit – sollten eigentlich alle verstehen, aber ….

Und wer als Elternteil die Verklausulierung doch versteht, will keinen Ärger mit den Eltern der Mobber oder es fehlt die Kraft.

Aber danke für Ihre gute Meinung über uns Lehrkräfte. So etwas lese ich immer gern – werde ich doch in meinem Vorurteil immer und immer wieder prima bestätigt.

Ich liebe Vorwurfskarrusselle, viel heiße Luft und bringt rein gar nichts. Bekannt auch als Trocknertheorie 😉

„Round and rond it goes,
when does ist stopp – nobody knows.“

SekII-Lehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Wer sagt Ihnen, dass Sie die Wörter „Anzeige, Polizei, Anwalt“ nicht verwenden dürfen…? Und was soll passieren, wenn Sie es doch tun…? Sie sind doch ein erwachsener Mensch.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Lustig

Ich kann mir vorstellen, dass die ELTERN zuständig sind.

Die dürfen Polizei und Anwalt einschalten – wir dürfen in Elterngespächen diese Wörter nicht verwenden.

Wer die einfachen Verklausulierung in den Elterngespächen nicht versteht, hackt natürlich auf uns Lehrkräften rum.

Warum sich die Eltern hier nicht zuständig fu-len, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht wollen sie einfach keinen Ärger mit den Nachbarn, wenn das die Eltern der Mobber sind… Das eigene Kind sollte diesen Aufwand jedoch wert sein.

Für das Mobben im Kindergarten bin ich als Lehrkraft nicht zuständig.

Inwieweit die EuEs mehr Handlungsspielraum als Lehrkräfte haben, weiß ich nicht.

Was ich aber weiß und sehr schön finde, ist, dass sich durch Beiträge wie Ihrem meine eigenen Vorurteile prima bestätigen.

Ich liebe es, wenn das Vorwurfskarrussel angeworfen wird, bringt nur rein gar nichts. Übrigens auch bekannt als Trocknertheorie – viel heiße Luft ohne Ergebnis.

Manche Eltern entpuppen sich dabei als Hochleistungstrockner … und die Lehrys und EuEs machen mit …..

„Round and round it goes,
when it stopps – nobody knows.“ 😉

Schattenläufer
1 Monat zuvor

Das Problem liegt darin, dass den Lehrern von Seiten ihrer vorgesetzten Behörden so ziemlich jegliche Handlungsspielräume entzogen werden und sie im Falle auftretender Probleme (z.B. Beschwerden durch die Eltern der Mobber) keinerlei Rückendeckung zu erwarten haben.

Das Problem ist auch bei der Polizei, nur in schärferer Form, zu beobachten. Den Ministerien erscheint es wohl oft bequemer wenn ein Polizist einen Messerstich mit dem Körper auffängt, statt den Einsatz einer Schusswaffe durch Polizisten zu rechtfertigen zu müssen.

Der Staat erwartet von seinen Bediensteten Wunder, weigert sich aber ihnen die erforderlichen Mittel oder gar Rückendeckung zu geben.

Es macht einfach zu viel Mühe und ist unpopulär, Mittel wie Disziplinarmaßnahmen durch Lehrer oder den unmittelbaren Zwang durch Polizisten vor Öffentlichkeit und Presse zu vertreten.

Der Zeitgeist der Politik lautet da eher jegliche Verantwortung von sich selbst auf die Staatsdiener ab zu wälzen.

Es tut uns sehr leid, dass ein übereifriger Lehrer in unangemessener Weise gegenüber ihren Kind, aufgrund des reinen Verdachts auf Mobbing….
Es tut uns leid, dass unser Polizist die Lage so undifferenziert bewertet hat, dass er vorschnell eine Bedrohung für sein Leben….
Wir werden natürlich umgehend dienstrechtliche Maßnahmen gegen den Missetäter einleiten.

Ist dann halt so.
Versuchen wir es weiter mit den staatlichen vorgegebenen Spielregeln.

Ich persönlich hege aber gewisse Zweifel, ob das belehrende, gebetsmühlenartige Einreden, ohne jegliche Möglichkeit Druck durch reale Maßnahmen ausüben zu können, auf gewisse Personengruppen mit hohem kriminellem Potential (Verbrecher, Mobber) diese schlagartig vom Unrecht ihrer Handlungen überzeugen wird.

Wahrscheinlich bin ich als Lehrer aber nur wieder zu dumm, unfähig und faul die hochwertigen pädagogischen Konzepte angemessen umsetzen zu können.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Muss die Gesellschaft es halt auf dem ältesten und primitivsten – jedoch wirkungsvollsten- Lernweg lernen: Lernen durch „Schmerz“.

Last edited 1 Monat zuvor by 447