„Die Krise als Chance sehen“: Statement von Montessori Deutschland zum Appell #NeustartBildungjetzt

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BERLIN, 21. Juni 2023. Montessori Deutschland ist am heute veröffentlichten erneuten Appell zur Einberufung eines Nationalen Bildungsgipfels beteiligt. Der breite Kreis aus Stiftungen, Verbänden und Gewerkschaften ruft die Regierungschef:innen der Bundesländer und den Bundeskanzler dazu auf, den dringend benötigten, grundlegenden Reformprozess in der Bildung einzuleiten. Anlässlich der letzten Sitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) vor der Sommerpause bekräftigt das Bündnis: Die Lösung der massiven Probleme im deutschen Bildungssystem duldet keinen Aufschub mehr.

Hier geht es zum Appell: www.neustart-bildung-jetzt.de

Wir brauchen einen Neustart in der Bildung! Foto: Shutterstock

Der Bundesvorsitzende von Montessori Deutschland, Dr. Jörg Boysen, dazu:

„Es wird schwer sein, die derzeitige Bildungskrise zu überwinden. Wir sollten sie aber – über die Suche nach Notlösungen hinaus – als Chance sehen, Schritte in Richtung einer grundsätzlichen pädagogischen Neuausrichtung hin zu den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen zu gehen. Dafür wäre ein Nationaler Bildungsgipfel ein erfolgversprechender Ausgangspunkt.“

Warum beteiligt sich Montessori Deutschland an dem Appell, der vordergründig auf eine Verbesserung der Rahmenbedingungen des staatlichen Bildungssystems zielt?

Generell habe Montessori Deutschland ein großes Interesse an einem erfolgreichen, modernen staatlichen Schulwesen, erklärt der Bundesvorsitzende. Denn:

  • Lehrkräfte erhalten ihre Hochschulausbildung an staatlichen beziehungsweise staatlich genehmigten Bildungsstätten. Diese Ausbildung entspreche noch nicht den Anforderungen eines modernen Bildungswesens und modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen.
  • Eine Flexibilisierung der Schulgestaltung und -organisation insgesamt hätte als Rahmen-bedingung für die Gestaltung von Montessori-Schulen eine positive Auswirkung.
  • Verbesserungen im staatlichen Schulwesen würden die erklärten übergeordneten Ziele von Montessori Deutschland unterstützen, nämlich dass Kinder und Jugendliche ihr Potenzial entfalten und sich zu mündigen, selbstständigen Erwachsenen entwickeln, mit sozialem, ethischem und politischem Verantwortungsgefühl und besonderem Verständnis für den Frieden und die Umwelt.

Auch haben staatliche Schulen mit Montessori-Profil Herausforderungen zu bewältigen, sei es wegen der engeren gefassten Regelungen zur Schulorganisation für staatliche Schulen oder wegen der Schwierigkeit, Lehrkräfte mit einer Montessori- Zusatzausbildung zu binden. Montessori Deutschland unterstützt alle Montessori-Schulen dabei, die Spielräume ihrer pädagogischen Gestaltung zu erhalten und möglichst auszuweiten. „Hierbei geht es darum, zu zeigen, wie Schule anders gestaltet sein könnte“, betont Boysen.

Jörg Boysen: „Daher tritt Montessori Deutschland für eine Reform des gesamten Bildungswesens ein und beteiligt sich an Initiativen, die diese Reform im Sinne unserer eigenen Ziele vorantreiben wollen.“

„Hierbei sollten auch Schulen in freier Trägerschaft, an denen Montessori-Pädagogik vielfach ungesetzt wird, in der deutschen Bildungslandschaft nicht als Konkurrenz zu staatlichen Einrichtungen, sondern vielmehr als Partner für Bildung angenommen werden“, betont der Bundesvorsitzende. Montessori Deutschland biete den Bildungsverantwortlichen auf jahrzehntelange Erfahrungen beruhende Expertise an und steht als Ansprechpartner bereit.

Über Montessori Deutschland:

Der Montessori Bundesverband Deutschland e. V. (Montessori Deutschland) bündelt und vertritt die Interessen seiner Mitglieder, darunter die Träger von Montessori-orientierten Bildungseinrichtungen wie auch die regionalen Einrichtungsverbände und die Ausbildungsorganisationen, auf Bundesebene. Der Verband wurde am 1. April 2021 gegründet und löste damit den Montessori Dachverband Deutschland e.V. ab.

Ein von den Mitgliedern verabschiedeter Qualitätsrahmen (QR) setzt Standards für Montessori-Einrichtungen und Montessori-Ausbildungskurse. Mitglieder können sich dem darauf aufbauenden QR-Anerkennungsverfahren unterziehen.

Montessori Deutschland will zum einen die Freiheit der Bildung fördern sowie die Rechte von Montessori-Bildungseinrichtungen in freier und staatlicher Trägerschaft nachhaltig stärken. Er trägt darüber hinaus dazu bei, das Interesse an der Montessori-Pädagogik in der Gesellschaft zu verstärken und die Vernetzung von Montessori-Interessierten auszubauen. Inklusion, Friedens- und Umwelterziehung ­sowie die Anerkennung und der Schutz der Kinderrechte – Kernelemente der Montessori-Bildung – stehen dabei immer im Fokus der Verbandsarbeit und bestimmen die bildungspolitischen Ziele, von der frühen Kindheit über die Schule bis hin zum jungen Erwachsenen in der Berufsausbildung und in der Familie.

Von seinen Leistungen profitieren daher Kinder, Jugendliche und Familien und ebenso Pädagog:innen, Bildungseinrichtungen, Ausbildungsorganisationen.

Weitere Infos unter: Montessori Deutschland

Dies ist eine Pressemeldung von Montessori Deutschland.

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