Schuljahresbilanz des VBE: „Nie war die Personalnot in den Kollegien schlimmer“

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DÜSSELDORF. Zum Schuljahresende in Nordrhein-Westfalen hat der VBE NRW Bilanz gezogen – und auf die schwierigen Situationen in den Schulen hingewiesen. „Viele Schulleitungen und Kolleginnen und Kollegen sind von den vielen Herausforderungen des zurückliegenden Schuljahrs erschöpft. Bereits jetzt, vor Beginn der Sommerpause, steht fest, dass die Bildungsarbeit in den Schulen zum Schuljahresbeginn im August nicht leichter wird“, sagt Landesvorsitzende Anne Deimel.

„Die Schulen sind unverschuldet in die Personalmangel-Situation geraten.“ Foto: Shutterstock

In diesen Bereichen ist die Landesregierung laut VBE gefordert:

Fachkräftemangel: „Ohne ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen gibt es keine Bildungsqualität. Schulleitungen und Lehrkräfte müssen entlastet werden, pädagogische Fachkräfte helfen in den Schulen nur dann effektiv, wenn sie professionsspezifisch eingesetzt werden und nicht für den Vertretungsunterricht herhalten müssen. Es ist dringend notwendig, die Studienkapazitäten auszubauen und durch eine Attraktivierung der schulischen Arbeitsplätze junge Menschen für diese wichtigen Berufe zu gewinnen“, fordert Anne Deimel.

Abordnungen und Beschränkung der Teilzeit: „Die Schulen sind unverschuldet in die Personalmangel-Situation geraten“, sagt Stefan Behlau, ebenfalls Landesvorsitzender (der VBE agiert mit einer Doppelspitze). „Der VBE weist seit vielen Jahren darauf hin, dass qualitativ hochwertiger Unterricht nur mit dem entsprechenden Personal durchgeführt werden kann. Nie dominierte der Fachkräftemangel die Arbeit in den Schulen mehr als in diesem Schuljahr. Die Folgen hiervon sind hohe Krankenstände und häufiger Unterrichtsausfall. Als Lösung präsentierte das Schulministerium das Handlungskonzept für eine bessere Unterrichtsversorgung, das auch Abordnungen und die Beschränkung von Teilzeit ermöglicht.“

Weiter erklärt Behlau: „Abordnungen reißen an einigen Schulen Löcher, um wiederum noch größere Löcher an anderen Schulen stopfen zu können. Das ist für alle Seiten unbefriedigend. Eine weitere Notwehrmaßnahme ist die Beschränkung der Teilzeit. Doch die Beschränkung der Teilzeit wird den Unterrichtsausfall langfristig verstärken. Denn viele Lehrkräfte bleiben aufgrund der Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten, dem System erhalten.“

Zunehmende Kündigungen bei Lehrkräften: Medien wie News4teachers berichteten im März über eine steigende Anzahl von Kündigungen (hier geht es hin). Dazu meint Anne Deimel: „Jede Kündigung ist eine zu viel. Die steigende Zahl der Kündigungen spiegelt die erhöhte Arbeitsbelastung wider. Die Maßnahmen der Landesregierung, die die Unterrichtsversorgung sichern sollen, sind leider kontraproduktiv. Was wirklich benötigt wird, sind nachhaltige Entlastungen und gute Arbeitsbedingungen.“

Iglu und die Konsequenzen: „Iglu verdeutlicht die Auswirkungen des Mangels an ausgebildeten Lehrkräften. Lesekompetenz ist essentiell für die gesamte Lern- und Leistungsentwicklung eines Kindes und hat Auswirkungen auf alle anderen Lernbereiche und Fächer. Kinder und Jugendliche haben einen Anspruch auf individuelle Förderung. Die Antwort des Schulministeriums nimmt die Situation in den einzelnen Grundschulen nicht ausreichend in den Blick. Es ist nun dringend nötig, die Lehrkräfte, die nicht das Lehramt studiert haben, die aber täglich in den Klassen sind und Deutsch unterrichten, entsprechend zu qualifizieren“, fordert Anne Deimel.

Künstliche Intelligenz (KI): Die künstliche Intelligenz wird die Bildungs- und Arbeitswelt deutlich verändern – meint auch der VBE. „Auch für die Schule gilt: Aufklären, Ausprobieren, Akzeptieren und Anwenden. Dafür müssen Kolleginnen und Kollegen sowie die Schülerinnen und Schüler fit gemacht werden. Nicht zuletzt wird die Frage kommen, ob wir die Art und Weise, wie in Schule geprüft und bewertet wird, überdenken müssen“, erklärt Stefan Behlau.

Bildungsgerechtigkeit: Der VBE begrüßt die Einsetzung der Enquete-Kommission „Chancengleichheit in der Bildung“. Hierzu Anne Deimel: „Es ist wichtig und entspricht unserer langjährigen Forderung, dass die Gesamtheit des Bildungssystems von den Verantwortlichen gemeinsam in den Blick genommen werden muss. Die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen bedarf einer parteiübergreifenden Diskussion unter Einbindung der wichtigen Player in der Bildungspolitik. Wir müssen endlich darüber reden, wie wir unser Bildungssystem langfristig zukunftssicher aufstellen können und welche Bildungsinhalte heute wesentlich sind, damit Schülerinnen und Schüler die notwendigen Kompetenzen erlangen können, die unsere Gesellschaft von morgen tragen.“

Fazit von Stefan Behlau: „Alle Beschäftigten in den Schulen haben es verdient, dass die Landesregierung ihre umfangreiche Arbeit in den Bildungsinstitutionen anerkennt und alles in ihren Möglichkeiten Stehende unternimmt, die Schulen in ihrem Bildungsauftrag zu unterstützen. Davon profitieren nicht allein die Beschäftigten, sondern besonders auch die Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern und perspektivisch gesehen unsere gesamte Gesellschaft.“ News4teachers

edu:regio-Debatte: „Wir müssen aus dieser Tretmühle heraus“ – VBE-Chefin Anne Deimel über Schlussfolgerungen aus der IQB-Studie

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Minna
11 Monate zuvor

Pssst: Covid-19 ist überhaupt nicht vorbei, die Übersterblichkeit in diesem Jahr ist enorm. Das SARS-Cov2-Virus schwächt das Immunsystem in vielfältiger Weise, auch nach milden Verläufen, auch bei Jüngeren. Das heißt: der nächste Winter wird genauso schrecklich, aber vielleicht dämmert es einigen dann so langsam und wer arbeitet dann noch freiwillig an einem Ort wie Schulen weiter – es sei denn, es gibt dort saubere Innenraumluft. Standortvorteil! Luftfilter und Klimaanlagen.
Natürlich müsste man sich dann auch mit der besonderen Aerosolproduktion beim Singen und Sport treiben beschäftigen…

Studienrat
11 Monate zuvor
Antwortet  Minna

Ich bitte um Quellenangaben zu Ihrer Behauptung, die seit Ende 2021 hohe Übersterblichkeit läge an Covid19.

Manfred Berghammer Lehrer a.D. NRW
11 Monate zuvor

Kündigungen sind schwer zu ertragen und werden lieber unter den Teppich gekehrt.
Aber es gibt eben derzeit attraktive Jobs: Homeoffice, 4 Tage Woche, 32 Std. Woche, Bonusprämien und eben rigide 42-60Std. Woche, 5 Tage und in präsenz ohne Bonuszahlungen.
Noch nicht einmal die 3000 Eur Inflationsprämie flatterten, wie zb beim Öffentl. Rechtl., den Lehrkräften ins Haus – Reallohnverluste derzeit -.

Realist
11 Monate zuvor

Homeoffice, 4 Tage Woche, 32 Std. Woche, Bonusprämien und eben rigide 42-60Std. Woche, 5 Tage und in präsenz ohne Bonuszahlungen.“

Lehrkräfte brauchen eben 60 Stunden für etwas. was ein „Leistungsträger“ in der „freien“ Wirtschaft in 32 Stunden schafft. Und für diese Faulheit wollen Sie noch „Bonuszahlungen“ oder gar Reallohnerhöhrungen?

Silja
11 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Besten Dank für diese sicherlich sehr realistische Einschätzung Ihrerseits.

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Bei den heißen Zimmertemperaturen laufen Reaktionen auch viel flotter. Da könnte man also das Gehalt halbieren, weil ist ja doppelt so heiß gerade, also bleibt nur die halbe Arbeitszeit aufzuwenden für die gleiche Arbeit.

Canishine
11 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Der Lehrkörper als Ultra-Hochtemperatur-Supraleiter: Maximale Leistung bei nahezu Null Widerstand.

447
11 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Na ja, na ja…das wage ich mal ganz stark zu bezweifeln…ist halt Quark.

Im Schluwesen läuft alles so langsam aus genau den Gründen, die hier ständig diskutiert werden:
Wenn Elternphantasien und Kindergefühle zusammen mit immer mehr Politagitprop über dem fachlichen Urteil der Experten stehen, ja, selbst die reine Vorstellung davon, einfach mal Lehrstoff durchzupressen schon ein Sakrileg ist…tja, dann ist jeder effektive Arbeitsvorgang natürlich sofort zerstört.

Da können Lehrer allerdings nix für – außer sie sind selbst Befürworter der Anti-Bildungsschule.

Riesenzwerg
11 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Auch Realisten neigen zum Träumen, verklären, beneiden und es ist nicht ausgeschlossen, dass sie ihre eigene Meinung nicht als „fake“ erkennen und in der Welt munter, sorg- und ahnungslos verbreiten…..

Oder ist gerade mein Ironiedetektor defekt?

Canishine
11 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Könnte an den Temperaturen liegen …

Patrick O.
11 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Wusste nicht, dass sog. „Leistungssteigerung“ in der freien Wirtschaft schneller unterrichten können. 32h? Ich bin baff. Ich bin alleine 25-28h pro Woche an der Schule präsent für Unterricht, Aussichten, Gespräche, Meetings. Das können Sie alles schneller? Sie korrigieren Klausuren in Hyperschall und fertigen Eltern in Minutenschnelle ab?
Kein Wunder, dass Deutschland langsam den Bach runtergeht.

Mika
11 Monate zuvor
Antwortet  Patrick O.

Ironiedetektor defekt? 😉

AlexZ
10 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Da bin ich mal gespannt wie sie 45 min Unterricht in etwa 25 min machen. oder die Frühstückspause der SuS von 15 min in 8 min. Die Zeitfenster sind vorgegeben. Z.B. mein Dienstbeginn 30 min vor Unterrichtsbeginn. Übrigens 100 Klassenarbeiten kopiert ein Wirtschaftsfuzzi auch nicht schneller als ein Lehrer oder eine Oma. Die Kontrolle der Klassenarbeiten oder das Schreiben der Zeugnisse mit eventueller Nachprüfung dauert genauso lange wie in der Wirtschaft. Ein gewaltiger Unterschied zur Wirtschaft ist, dass ich unwillige und unfähige SuS nicht rauswerfenund durch fähige ersetzen darf. Das kann ein Chef in der Wirtschaft. Ich kann mir auch keine billigen ausländischen Kinder in die Schule holen die doppelt so schnell arbeiten etc.

Sally
11 Monate zuvor

4 Tage woche bedeutet nicht, weniger Stunden zu arbeiten, sondern VZ auf 4 Tage zu verteilen. Wer 32 arbeitet bekommt auch nur 32 Stunden bezahlt.

Mika
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

Sie wissen, dass es da unterschiedliche Konzepte gibt: das von Ihnen beschriebene und das Konzept, welches 32h Arbeit mit Lohn für ehemals 40h vergütet. Ich kenne inzwischen aus meinem persönlichen Umfeld 3 Firmen, die den zweiten Weg seit einiger Zeit gehen und auch dadurch (merkwürdig) keinen Fachkräftemangel haben. Die Unternehmen der Privatwirtschaft begreifen nach und nach, dass sie keine Spitzenleistungen erhalten, ohne sich mindestens genauso loyal gegenüber den Arbeitnehmern zu verhalten. Wenn einer von beiden das Gefühl hat, nur ausgequetscht zu werden, funktioniert es halt nicht. Mal sehen, wann der ÖD das begreift…

Samson
11 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Merkwürdige Rechnung… der fachkräftemangel soll verschwinden, wenn die wenigen, die es gibt weniger arbeiten?

Mika
11 Monate zuvor
Antwortet  Samson

Genau. Der andere Weg: die wenigen, die noch da sind, sollen alles auffangen, wurde bisher verfolgt und hat nicht funktioniert (Pflege, ÖD, Polizei, Lehrer), weil es immer weniger Bewerber gibt. Sie können also den Weg „wenige richten alles unter immer schlechter werdenden Bedingungen“ weiter verfolgen mit dem Ergebnis, dass die Wenigen erkranken, kündigen und keiner nachkommt, oder Sie machen den Beruf wieder attraktiv.

dauerlüfterin
11 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Dass es diesen neuen Weg braucht, hat man zumindest in Hessen noch nicht kapiert. Dort fährt ein Bus mit Promotern die weiterführenden Schulen ab, um für den Lehrberuf zu werben.

Schülerinnen und Schüler können u.a. einen online-Test machen, mit dem sie Ihre Eignung zum Lehrberuf evaluieren können. Ich habe mir das mal angesehen: Eine der Fragen lautet: „Macht es Ihnen etwas aus, abends und am Wochenende zu arbeiten“?

Das ist also der Blick des Ministeriums auf den Lehrberuf (und eine eigenartige Auffassung von Werbung dazu).

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor
Antwortet  dauerlüfterin

Haha, großartig!

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor
Antwortet  Samson

Ja klar, was ist daran komisch? In einem „Traumjob“ weniger Arbeit machen zu müssen, treibt einem alle zu.

447
11 Monate zuvor
Antwortet  Samson

Genau.

Denn sonst machen es mehr Leute wie ich – und holen sich die ihnen zustehenden Konditionen eben auf eigene Rechnung.

Ich gebe Ihnen ein kleines Beispiel:
Bei der anstehenden Unterrichtsverteilung wurde von mir gefordert, einen Kurs den ich nicht will in vierfacher Differenzierung zu unterrichten.

Ich so:“Das mache ich nicht.“
L so :“Blah blah!“ und versucht krass zu sein. (Was bei Lehrern häufig eher lustig ist, besonders wenn sie immer nur Lehrer waren)
Ich so:“ Klar, ihr könnt mir das zuweisen. Aber wollt ihr das wirklich?“
SL so:“…“ (Das war der Moment, wo er überlegt hat wer wirklich die Hosen anhat)
Stunde später: Thema durch.

Warum ist das für Ihre Behauptung relevant?

Nun, dieser Kurs (der ja uuuuuuunnnbedingt fünfzig-trilliardenfach differenziert werde soll, weil Baum) wird nun statt von einem sehr leistungsstarken Lehrer von einer Dame der Kategorie „Wanderpokal plus keine echte Lehrerin“ unterrichtet werden, die eh in 6-12 Monaten schwanger oder an ’ner anderen Schule mit Festvertrag sein wird.

Diese Schüler haben (auf kleiner Ebene) jetzt ganz konkreten „Fachkräftemangel“.

Und warum?
Na, weil die Führungsschicht (oberhalb der SL) es so will und Blödfug macht:
Wenn man mir freie Hand gelassen hätte (=den Differenzierungsquatsch weggelassen hätte, mich WENIGER hätte arbeiten lassen) … hätte ich aus der Chaostruppe schon noch was gezaubert – aber SO? Ja lol, ganz sicher… 😀 Dieser Kurs wird richtig gut ausgehen, ich sehe es schon vor mir. 😀

Und das ist jetzt ein ganz kleines Beispiel auf ganz kleiner Ebene, wie freche Forderungen, ideologischer Unfug, „weniger Arbeit“ und „Fachkräftemangel“ so ablaufen. Denn im Gegensatz zu dem fake-Fachkräftemangel ist echter Fachkräftemangel dadurch gekennzeichnet, dass man die Leute nicht ersetzen kann.

Bla
11 Monate zuvor
Antwortet  447

So ist es. Man muss sich nicht alles auftischen lassen.
Wenn keine Rahmenbedingungen (Deputat) für so viel Differenzierung, dann sollen sie halt jemanden suchen, der das „freiwillig“ macht. Ansonsten können sie ja das anhand einer Detailplanung mal auflisten, wie das funktionieren soll. Die Zeit verwendet man dann und gut. Was nicht geht, geht nicht.
Ansonsten: Jemand anderes suchen.

Verheizen lassen muss man sich nicht für Traumvorstellungen ohne die Traumrahmenbedingungen dazu.

Ohne digitalen Endgeräten und der Software dazu gibt es halt auch keinen guten IT-Unterricht. Theorie kann man machen. Praxis halt nicht. Ganz einfach. So auch in anderen Bereichen.

dickebank
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

Lehrkräfte können de facto kein „home office“ machen. Deren Arbeitgeber/Dienstherr erwartet mobiles Arbeiten von den Lehrkräften. Mobiles Arbeiten gemeinsam mit SuS nennt sich Diostanzuntericht, wird aber von den steuerzahlenden Erziehungsberechtigten dieser SuS mehrheitlich abgelehnt. Folglich bleibt nur eine 30 bis 34 Wochenstundenbetreuung der SuS vor Ort.

Marianne
11 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

aber Belgien hat doch die 4 Tage Woche in Schuleneingeführt.
mittwochs haben alle frei. Wie klappt das dann?

Bayer
11 Monate zuvor
Antwortet  Marianne

Gar nicht schlecht.
Waren im Rahmen von Erasmus mit BS-schülern dort und hatten etwas Einblick.

Canishine
11 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Viele Lehrer machen leider de facto home office in einer Art Schattenwirtschaft in Ermangelung eines school office: My home is my office.

gehtsnoch
11 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

„30 bis 34 Wochenstundenbetreuung der SuS vor Ort.“ ist doch genau das Ergebnis, wo unsere Regierungen die letzten Jahre drauf hingearbeitet haben, mit (kommendem) Rechtsanspruch.

Zu „Home-Office“ zitiere ich nur die GEW:
„Wo ist der Arbeitsplatz von Lehrer*innen?
Die Möglichkeit, einen großen Teil der Arbeitszeit zu Hause zu verbringen und diesen Teil der Arbeit außerdem nach eigenem Gutdünken einzuteilen ist ein Privileg, das trotz des Trends zum Homeoffice keinesfalls selbstverständlich ist. Auch wenn steuerlich absetzbar natürlich nicht dasselbe ist wie vom Arbeitgeber bezahlt, möchten wahrscheinlich nur wenige Lehrer*innen darauf verzichten.“

Realist
11 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Ach die GEW, wie immer den Trend der Zeit verpasst. Zeit für ein Update:

„Wo ist der Arbeitsplatz von Lehrer*innen?
Die Pflicht, einen großen Teil der Arbeitszeit in der Schule zu verbringen und diesen Teil der Arbeit außerdem nicht nach eigenem Gutdünken einzuteilen zu können, ist eine Last, die wegen des Trends zum Homeoffice von der nachwachsenden Generation nicht mehr akzeptiert wird. Auch wegen der kümmerlichen steuerlichen Absetzbarkeit eigener Arbeitsmaterialien und -räume, nicht zu vergleichen mit der in der Privatwirtschaft mittlerweile üblichen kompletten Kostenübernahme durch den Arbeitgeber, möchten viele potenzielle Lehrer*innen den Beruf nicht mehr ergreifen.“

dickebank
11 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Der Arbeitsplatz im häuslichen Umfeld ist de jure – auch wenn das Arbeiten mit Zustimmung des Arbeitgebers erfolgt – kein „home office“.
Mir ging es um die rechtliche Differenzierung zwischen „home office“ und „mobilem Arbeiten“. Das, was Lehrkräfte machen, ist rechtlich gesehen mobiles Arbeiten, oder werden alle Arbeitsmittel – also Schreibtisch, Bürostuhl, IT-Ausstattung, sonstige Arbeitsmittel usw. – vom Arbeitgeber gestellt? Lehrkräfte verfügen im besten Fall über ein digitales Endgerät – meist ein Tablet – mit dem sie in ihrem privaten Netz zuhause Dienstgeschäfte erledigen. Das ist aber kein „home office“ sondern mobiles Arbeiten. Letzteres ist für den Arbeitgeber auch wesentlich günstiger. Die tatsächlichen Kosten für diesen „Heimarbeitsplatz“ müssen nämlich nicht erstattet werden, sie können allenfalls steuerlich in Anrechnung gebracht werden.
Würden Lehrkräfte anstatt zuhause in einem Coworking Space (Mietbüro) arbeiten, könnten sie die tatsächlich anfallenden Kosten für das mobile Arbeiten ihrem Arbeitgeber in Rechnung stellen. Den Aufschrei in Politik und Gesellschaft möchte ich mitbekommen, wenn das Vorgehen „Schule macht“.

gehtsnoch
11 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Da bin ich aber der völlig falsche Empfänger. Einfach richtig lesen „…“ und an GEW wenden, die solche Verbreitungen tätigt, Danke!

Sally
11 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

So gesehen machen die allermeisten Angestellten in der freien Wirtschaft auch mobiles arbeiten.
Ich kenne niemanden, der eine volle Ausstattung vom AG bezahlt bekommt. Natürlich gibt es Laptop, maus, Handy. Aber monitor(e), Tastatur, Drucker… zahlen alle selbst.

dickebank
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

Sehen Sie wie wichtig es ist, die korrekte Bezeichnung (Legaldefinition) zu wählen?

Für Lehrkräfte wiederum hat das negative Folgen, da die Rechtsetzung der Finanzgerichtsbarkeit so zur Schlussfolgerung gelangt, dass die Schule der Hauptarbeitsplatz der Lehrkräfte ist. Im Gegensatz dazu stehen die arbeitsbedingungen von Richtern, die lediglich Präsenspflicht bei Verhandlungen haben. Wo die ihr Aktenstudium erbringen, ist denen freigestellt.

Mika
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

Sehen Sie, so unterschiedlich ist das. Ich kenne nur Angestellte, welche, so sie auch im Homeoffice arbeiten, die Vollausstattung vom AG bekommen, einschließlich ergonomischem Stuhl.

Bla
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

Ne, machen sie nicht.
Das kenne ich durchaus auch anders: Diensthandy (auch privat nutzbar – falls gewollt), Dienstlaptop, Drucker (1200 Euro … Das haben viele Schulen nicht – für eine Einzelperson, welche einfach nur drucken wollte -> der wollte das „große Ding“ auch gar nicht. Steht jetzt halt bei ihm daheim so rum), Monitor.
Klar – ist IT- und Dienstleistungssektor v. A. im Bereich Homeoffice und Begehungen. Aber das ist bei vielen solcher Jobs Standard.

Als Maurer wird man das so eher nicht bekommen. Klar.
Also das jeweilige Anforderungsprofil des Jobs bedenken und überlegen was Sinn macht.
-> Viele Elterngespräche auch von Lehrerheim erwartet? -> Diensthandy vllt. sinnvoll
-> Schulhandy für Ausflüge sinnvoll? Dann vllt. mal holen
-> Drucken von zuhause erwartet? Drucker stellen/bezuschussen
-> Usw. Usf.
Ansonsten: Büros stellen.

Alex
11 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Wenn man denn wenigstens die kompletten Arbeitszimmerkosten steuerlich absetzen könnte. Leider beschränkt das FA das auf max. 1250 € pro Jahr (je nach individuellem Steuersatz gibts dann etwa 300 € wieder). Begründung: Der Hauptarbeitsplatz von LK ist in der Schule.

gehtsnoch
11 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Das ist aber so nicht ganz korrekt. Ein anrechenbarer Freibetrag (1.250 € als Pauschale bis 2022 / 1.260 € ab 2023) könnte den Einzelnachweis der abzugsfähigen anzuerkennenden Kosten (der auch höher als Pauschale sein könnte!) ersetzen.
Natürlich gibt es keinen Steuerabzug 1:1 im Verhältnis der Kosten.

Last edited 11 Monate zuvor by gehtsnoch
Alex
11 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

Stimmt so leider nicht. Es gibt keine Arbeitszimmerpauschale, auch bis 1250 € musste ich, zumindest beim ersten Mal, die Kosten nachweisen. Mein Mann arbeitet seit 2 Jahren im Homeoffice (anderer Raum im Haus als mein AZ), dort kann er sämtliche anfallende Kosten des Hauses prozentual zur Fläche des Zimmers ansetzen, das waren DEUTLICH mehr als 1250 €. Für Lehrer begrenzt das Finanzamt die Kosten mit der Begründung, eigentlicher Arbeitsplatz wäre die Schule. Ich musste sogar eine Erklärung der SL vorlegen, dass mir in der Schule kein adäquater Arbeitsplatz zur Verfügung steht, um überhaupt was anerkannt zu bekommen.
Das es keinen 1:1-Steuerabzug gibt, hatte ich ja geschrieben, ist aber bei allen anderen Sachen, die man für die Arbeit so anschafft, genauso.

gehtsnoch
11 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Vielleicht wäre mal eine Beratung bei einer Fachkraft der steuerberatenden Berufe eine gute Investition, die natürlich absetzbar ist.

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor

Bildungs-Qualität

Streiche ich Bildung, bleibt Qualität, aber nur als Wort.
Streiche ich Qualität, bleibt Bildung, aber nur als Wort.
Streiche ich Bildung und Qualität … ohne Worte.

dickebank
11 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Streiche die Endung „ung“ und es bleibt ein Medium übrig, dem seine Printausgabe bei sinkender Qualität in der Erstellung zu teuer ist.

Btw Einbildung ist auch eine Bildung. Die Politik bildet sich ein, etwas für die Schulen zu tun. Je stärker sie sich das einbildet desto größer ist der Bildungszuwachs. Weg von Humboldt, hin zum Simplicisimus als Schutzpatron der KMK.

447
11 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Simplicissimus hat immerhin die Dauerschrecken eines grausamen Krieges durchwandert, das überlebt, allen den Spiegel vorgehalten…und mancher kennt ihn heute noch.

Daher halte den Simplicissimus für exakt 583 mal geeigneter, unser neuer Dienstherr zu werden.

dickebank
11 Monate zuvor
Antwortet  447

Aber woher sollen die „chlorreichen!“ 16 das wissen?
Die sind doch schon bei der Beantwortung der Frage nach der Dauer des 30-jährigen Krieges auf die Expertise des wissenschaftlichen Dienstes angewiesen.

kanndochnichtwahrsein
11 Monate zuvor

… wieder mal festgestellt…
… wieder mal ein Jahr um und nix hat sich verbessert…
… wieder mal ein weiteres Schuljahr Jahr in Aussicht mit nochmal schlechteren Bedingngen als in diesem…

UND WER PACKT ES ENDLICH AN??

Reden hilft schon seit Jahrzehnten nicht gegen Lehrermangel und widrige Arbeitsbedingungen für Lehrer und Schüler, hilft nicht gegen Hitze, schlechte Luft und Kälte in den Klassen, nicht gehen Reallohnrückgang bei immer mehr Aufgaben, nicht gegen durchgearbeitete Wochenenden, Feiertage und die Aussicht auf einen weiteren Sommer mit Ferienarbeit für Lehrer, weil sonst im nächsten Schuljahr noch weniger geht als eh schon.

Wie viele engagierte Kollegen müssen noch aufgeben, kündigen, endgültig krank werden, bis die Gesellschaft sich für wirksame Verbesserungen im Bildungsysem entscheidet?

Ich_bin_neu_hier
11 Monate zuvor

Alle.

Und dann auch noch die nicht Engagierten.

Carsten Lehrer Hannover
11 Monate zuvor

Ja, die Ungerechtigkeit ist mittlerweile erkennbar.
Meine Frau im homeoffice ( ich gönn’s dir), arbeitet vllt. 4 von 8 Std. Arbeitszeit.
Nachbar bruncht morgens im homeoffice und macht ab 14.30 Schluss.
Kollegium pendelt morgens hin, ab 5 klingelt der Wecker und bekommt keine Managementgehälter wie im Konzern. 10 % Inflationsausagleich (weil Ländersäche) auch nicht gesehen. Nachbar lacht sich ins Fäustchen 😀

Hans Maiaer
11 Monate zuvor

Ziemlich nachbarzentriert.

dickebank
11 Monate zuvor
Antwortet  Hans Maiaer

… oder es ist doch die Nachbarin …:)

Sally
11 Monate zuvor

Aber Ihre Frau bekommt ein Managementgehalt? Und Inflationsausgleich? Hat bestimmt auch einen Dienstwagen?

447
11 Monate zuvor
Antwortet  Sally

Bin nicht er, aber meine Frau kriegt so Zeug. Glücklicherweise kann ich mir wenigstens dafür leuchtende Kinderaugen gutschreiben. 🙂

Sally
11 Monate zuvor
Antwortet  447

Natürlich gibt es auch viele, die das bekommen. Aber bestimmt nicht diejenigen, die unter home Office 4 Stunden aufm Sofa sitzen verstehen. Soweit ich die Menschen mit Managergehalt (darunter verstehe ich ab 90k brutto), Dienstwagen etc einschätzen kann, reissen die sich den A**** auf, schieben keine ruhige Kugel oder arbeiten nur 4 Tage die Woche (oder 35 Stunden). In der Regel sind diese Menschen auch AT Angestellte und profitieren nicht von den tariflichen Zuckerln.

Petra
11 Monate zuvor

So ist das bei mir auch- wenn ich im Homeoffice bummle, lege ich bei Dienstreisen oder sehr langen Tagen Zeit drauf, da die tägliche Arbeitszeit auf 10 Stunden gedeckelt ist. Und was nach 20 Uhr bzw. am WE läuft, zählt ebenfalls nicht. Insgesamt muss Frau: Mann sein:ihr Pensum schaffen. Wenn das so easy-peasy geht bei Nachbars- schön für sie. Und für Sie, damit Sie was zum Schauen haben.

In der Schule läuft das in der Tat anders- deshalb hab` ich mich ja auch umorientiert- was jedem: jeder ebenfalls freisteht. Aber Mimimi ist sooo viel schöner!

Teacher Sachsen
11 Monate zuvor

Richtig lustig wird’s, wenn Lehrerinnen und Lehrer sich verweigern würden, dem Arbeitgeber die eigenen Dinge zur Verfügung zu stellen.
Und dann lediglich mit dem arbeiten, was man hat….Kein Telefon, kein Telefonat-kein Rechner,keine Digitalisierung-keine Software, keine digitale Anwendung-kein Auto, keine Dienstfahrt- kein Freiplatz, keine Klassenfahrt…..
Dann würde man sehen, wie zappenduster es wird, wenn man dem Arbeitgeber um der Kinder Willen nicht länger unter die Arme greift.

Kaddrin
11 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Sachsen

DAS wäre mal Dienst nach Vorschrift!

Last edited 11 Monate zuvor by Kaddrin
Hans Maiaer
11 Monate zuvor

Aber in 10 Jahren wird es besser

Realist
11 Monate zuvor
Antwortet  Hans Maiaer

199x: „In 10 Jahren wird alles besser. Versprochen!“
200x: „In 10 Jahren wird alles besser. Wirklich!“
201x: „In 10 Jahren wird alles besser. Großes Ehrenwort!“
202x: „In 10 Jahren wird… [ans Mikro klopf.. Hört überhaupt noch jemand zu?]“

Hans Maiaer
11 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Just kidding

Biene
11 Monate zuvor
Antwortet  Realist

203X: „In…..“ [Stromausfall, oder Sicherung ist durchgeschmort, sucht euch das Sympatischere raus]
😉

Träumen wir von einer besseren Welt, da werden wir wenigstens nicht von den wilden Säuen, die von 16 Seiten durch das Dorf getrieben werden, belästigt.

Alex
11 Monate zuvor

Dank Personalmangel starten unsere neuen Erstis im August mit je 28 Kindern. Rechnerisch wäre eine weitere Klasse möglich gewesen, für alle jeweils 21 – wäre super. Leider fehlt uns aber jemand, der diese Klasse hätte übernehmen können.

gehtsnoch
11 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Rechtzeitig noch übrige Stühle verschwinden lassen …

dickebank
11 Monate zuvor
Antwortet  gehtsnoch

… und dann beginnt schon einmal die Vorbereitung auf die akademische Ausbildung an Hochschulen. In Fensterbänken und auf Stufen etc. kann man ebenfalls sitzen. Und warum sollte die teilnahme am Unterricht nicht auch im Stehen erfolgen können?

447
11 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Ich persönlich habe nach den Zumutungen, äh, Herausforderungen, der letzten zwei Jahre und dem frechen, starrsinnige Beharren des Dienstherrn auf dem vollen Entertainment- und Agitprop-Programm nahtlos nach Corona bei schwer dezimierte Belegschaft festgestellt:

Ich bin in Wirklichkeit sehr fragil und diverse Wehwehchen drohen auszubrechen – dem werde ich nächstes Schuljahr mal ausgiebig nachgehen und meine toxisch-maskuline Arbeitshaltung weiter grundlegend verändern.
Ausgiebig.
Eine eventuelle Abnahme von Bauchfett, Zunahme der Muskelmasse und verdächtige, nicht-bleiche Hautfarbe ist schließlich kein Beleg dafür, wie gruselig und gequält meine innere Achtsamkeitsseele ist.

AlexZ
10 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Bei uns genauso. Aber 18 Kinder pro Klasse sind nur Normalos der Rest Statuskinder. Sprache, em-soz, Autismus, Diabetes, lern und geistig behinderte SuS… Das bedeutet in jeder ersten Klasse sind fast 1/3 der Kinder schon schulungsungeeignet (Diabetes und Autismus ausgenommen).

Nordlehrer
11 Monate zuvor

Ich finde es immer wieder schade, dass die Berichte um fehlende Lehrkräfte immer so undifferenziert sind. Wir haben eigentlich gar keinen generellen Lehrkräftemangel und je eher das mal vernünftig kommuniziert wird, desto eher können wir das Problem auch lösen.

Junge Menschen hören immer wieder, dass es einen Lehrkräftemangel gibt und wählen dann vielleicht aufgrund der guten Jobaussichten dieses Berufsfeld. Das Problem ist, dass sie dann Lehramt am Gymnasium studieren in den meisten Fällen.
Leider ist es aber so, dass es nur einen Mangel an Gemeinschaftsschul- und Grundschullehrkräften gibt. Gymnasien sind in den meisten Fällen (zumindest laut den recht knappen Berechnungsmethoden der Ministerien) ausreichend gut besetzt.

Ich selbst suche seit über 3 Jahren eine feste Anstellung an einem Gymnasium und kann in den meisten Fällen froh sein, wenn ich überhaupt eine Vertretungsstelle an einem Gymnasium bekomme. Mit Angeboten von Grundschulen und Förderzentren werde ich überhäuft, obwohl ich meistens von den angebotenen Fächern keine Ahnung habe. Auch an Stellen an Gemeinschaftsschulen mangelt es nicht. Mittlerweile werden sogar Gymnasialstellen ausgeschrieben, bei denen man sich verpflichtet 2-3 Jahre an die nahegelegende Gemeinschaftsschule abgeordnet zu werden.

Es müsste also dringend mal kommuniziert werden, dass es an Gemeinschaftsschul- und Grundschullehrkräften mangelt, damit sich eben junge Menschen auch für genau diese Berufsfelder entscheiden.

Ragnar Danneskjoeld
11 Monate zuvor
Antwortet  Nordlehrer

Auch diese Aussage ist zu pauschal. Im gymnasialen Bereich gibt es – in meinem Bundesland (BW) – ebenfalls Mangel im

  • ländlichen Gebiet
  • MINT-Bereich

An meinem städtischen Gymnasium konnte eine Französisch-Stelle nicht besetzt werden, an meiner alten, etwas ländlicheren Schule wurde / wird Religion und Erdkunde reduziert unterrichtet.

Dass es an anderen Schularten oft noch übler ist – da würde ich Ihnen gleichwohl zustimmen.

Nordlehrer
11 Monate zuvor

Dann scheint es da offenbar große Unterschiede zwischen den Bundesländern zu geben. Hier bei uns ist es, wie gesagt, schwierig als Gymnasiallehrkraft eine Stelle an einem Gymnasium zu bekommen. Und da ist es egal, ob ländlich oder städtisch. Es gibt zwar eine Region, in der tendenziell häufiger Stellen ausgeschrieben werden, aber auch die werden dann besetzt.
Letztes Jahr war ich an einem Gymnasium, an dem der Kunstunterricht reduziert werden musste, aber an der Schule waren trotzdem alle genehmigten Stellen besetzt. Das war eher ein Planungsfehler.

AlexZ
10 Monate zuvor
Antwortet  Nordlehrer

Keine Ahnung von den Fächern der Grundschule?
Mathe, Deutsch, Nawi für Gymnasiallehrer Bio, Chemie, Physik
Kunst Sport und Musik für die, die es können ich mache keinen Sport und Musikuntericht.
Gewi für Erdkunde, Politik, Ethikstudierte (kann aber jeder nur manchmal ist es tröge)
Eigentlich kann jeder Gymnasiallehrer Grundschule Wenn die Grundschullehrer schon immer in allen Fächern alles machen, sollte es für Gymnasiallehrer ein Klacks sein. Das bisschen Pädagogik für 5-jährige Erstklässler ist easy-peasy. Das einzige was wirklich Schade in der GS ist, ist dass der Lehrer für alles haftbar ist, weil kleine Kinder nicht zurechnungsfähig ich meinte nicht rechtsmündig sind. Man steht quasi immer mit einem Bein im Knast, wegen Aufsichtspflichtverletzung, wenn die Kinder sich gegenseitig mit dem Labormaterial verletzen, absichtlich.