BERLIN. Im Tarifstreit des öffentlichen Diensts der Länder haben deutschlandweit fast 20.000 Mitarbeitende der Bildungseinrichtungen am Dienstag ihre Arbeit niedergelegt. Das teilte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mittags mit. Allein in Leipzig waren laut GEW rund 7.000 Beschäftigte aus Schulen, Kitas und Hochschulen ebenso wie Sozialarbeiter in Jugend-, Gesundheits- und Sozialämtern am Warnstreik beteiligt. Unterstützt wurde der Warnstreik mit Protestaktionen und Kundgebungen in Berlin, Hamburg, Leipzig und Karlsruhe.
📣Was war der WAHNSINN! Fast 20.000 von euch waren beim Streiktag Bildung auf der Straße. 📣
4.000 wart ihr in HAMBURG
6.000 wart ihr in BERLIN.
7.000 wart ihr in LEIPZIG.
1.000 wart ihr in KARLSRUHE#ProfisbrauchenMEHR #zusammengehtmehr@GEW_BERLIN pic.twitter.com/YHV35rHzNb— GEW (@gew_bund) November 28, 2023
Wegen des Streiktags, zu dem auch die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte und der bundesweit stattfand, mussten sich etliche Berliner Eltern für ihre Kita-Kinder alternative Betreuungsmöglichkeiten suchen. Rund jedes fünfte Berliner Kita-Kind besucht eine kommunale Einrichtung. Wie schon bei ähnlichen Arbeitsniederlegungen in den vergangenen Wochen kam es auch an manchen Schulen, Hochschulen und Ämtern zu Einschränkungen.
«In unseren Kitas, Schulen und Hochschulen arbeiten die Kolleginnen und Kollegen am Limit»
Die Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, forderte auf einer Kundgebung am Brandenburger Tor, dass die Gehälter jetzt spürbar steigen müssten – angesichts von Fachkräftemangel und Inflation. «In unseren Kitas, Schulen und Hochschulen arbeiten die Kolleginnen und Kollegen am Limit», sagte sie laut GEW. «Sie stehen für die Zukunft unseres Landes. Sie bilden und erziehen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Ihre Arbeit ist unverzichtbar.»
Die Gewerkschaften fordern 10,5 Prozent mehr Gehalt für die bundesweit rund 1,1 Millionen Angestellten des öffentlichen Diensts der Länder, mindestens aber 500 Euro im Monat mehr. Zudem soll es nach dem Willen der Gewerkschaften einen Tarifvertrag für alle studentischen Beschäftigten geben. Die Tariflaufzeit soll zwölf Monate betragen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte in der zweiten Verhandlungsrunde Anfang November kein Angebot vorgelegt. Die dritte Verhandlungsrunde findet am 7. und 8. Dezember in Potsdam statt.
«Wenn die Arbeitgeber jetzt nicht wach werden und die Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst anständig und fair bezahlen, dann verschärft sich der Fachkräftemangel weiter», sagte GEW-Vorstand Doreen Siebernik in Leipzig. Die Arbeit der Angestellten von Bildungseinrichtungen sei unverzichtbar. News4teachers / mit Material der dpa
Tarifverhandlungen: Länder legen auch in der zweiten Runde kein Angebot vor – jetzt gibt es Streiks

