„Alles ist gut, was Druck aus dem Regelsystem herausnimmt – und Schulen Freiräume gibt“: Montessori-Vorsitzender Boysen im Interview

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BERLIN. War da was? Anfang Dezember erschien die jüngste Ausgabe der PISA-Studie – mit den für Deutschland schlechtesten Ergebnissen, die jemals gemessen wurden. Der Schock darüber scheint nicht besonders stark gewesen zu sein. Nach einem kurzen Aufschrei ist die Debatte über mögliche Konsequenzen weitgehend erlahmt. Haben wir uns also schon an die Bildungskrise als Dauerzustand gewöhnt? Einer, der das nicht gelten lassen will, ist Jörg Boysen, Bundesvorsitzender von Montessori Deutschland. Wir sprachen mit ihm über seine Perspektive auf PISA und die Folgen.

„Wer ein weißes Blatt Papier vor sich hätte und ein Schulsystem konzipieren sollte, würde das kaum so machen, wie unser System aussieht“: Dr. Jörg Boysen, Bundesvorsitzender von Montessori Deutschland. Foto: Montessori Deutschland / Sabine Kristan

News4teachers: Hat Sie die PISA-Studie in Ihren Ergebnissen in irgendeiner Form noch überraschen können?

Boysen: Wenn man in die Details der Erhebung schaut, sieht man, dass die Kinder aus dem Bildungsbürgertum relativ gut abgeschnitten haben. Aber auch deren Ergebnisse waren im internationalen Maßstab nicht so toll, wie man es eigentlich vom gegliederten Schulsystem erwarten dürfte. Von dem wird ja behauptet, dass es leistungsstärker sein soll als integrierte Systeme. Tatsächlich aber finden sich in Deutschland viel weniger Schülerinnen und Schüler in der Leistungsspitze als in den PISA-Erfolgsländern. So erfüllen etwa neun Prozent der Schülerinnen und Schüler in Deutschland die Anforderungen von Stufe 5 oder 6 des PISA-Mathematiktests – in Japan und Korea sind das jeweils 23 Prozent.

Dazu kommt in Deutschland dann noch das altbekannte Problem, dass diejenigen, die zu Hause keine ausreichende Förderung bekommen, deutlich schlechter abschneiden. Dass sich daran seit der ersten PISA-Studie vor 22 Jahren praktisch nichts geändert hat, ist schon sehr beunruhigend.

News4teachers: Nun wird Montessori-Einrichtungen vorgeworfen, selbst wenig zum sozialen Ausgleich beizutragen, weil sie sich als freie Schulen die Schülerinnen und Schüler aussuchen können…

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Boysen: Zunächst mal ist es so, dass die in Montessori Deutschland zusammengeschlossenen Schulen in der Regel nicht an der PISA-Studie mitgewirkt haben. Wir haben also keine Ergebnisse, die wir zum Vergleich heranziehen könnten. Richtig ist zwar, dass das Angebot der freien Montessori-Einrichtungen vor allem von bildungsnahen Eltern wahrgenommen werden – in einem Bundesland wie Nordrhein-Westfalen, wo es viele staatliche Montessori-Schulen gibt, dürfte das aber schon ganz anders aussehen.

Wir können nichts dafür, dass das Regelschulsystem in Deutschland ist, wie es ist, und dass für die meisten Kultusministerinnen und Kultusminister Montessori-Pädagogik kein großes Thema ist. Unserer Meinung nach sollte es das schon sein, denn die Leistungen des Regelschulsystems sind ja nicht so überzeugend, dass man nicht mal über Alternativen nachdenken könnte. Falsch ist in jedem Fall die Vorstellung, dass Montessori-Pädagogik sich nur für Kinder aus dem Bildungsbürgertum eignen würde. Das zeigt schon die Entstehungsgeschichte: Maria Montessori eröffnete 1907 ihr erstes Kinderhaus im römischen Stadtteil San Lorenzo – damals ein Elendsviertel.

Jedes Kind hat den Drang und die Fähigkeit, „Baumeister seiner selbst zu sein“, wie Montessori es formuliert hat, also sich selbst zu entwickeln und, wie wir heute vielleicht sagen würden, Selbstwirksamkeit zu erfahren. Es muss dabei nur kompetent begleitet und unterstützt werden.

News4teachers: Was ist denn Ihre Kritik am Regelschulsystem?

Boysen: Wer ein weißes Blatt Papier vor sich hätte und ein Schulsystem konzipieren sollte, würde das kaum so machen, wie unser System aussieht, das ja im Grunde seit 200 Jahren besteht: ein Abbild der Ständegesellschaft – mit einem Gymnasium für den Adel, einer Realschule fürs Bürgertum und einer Hauptschule für die Arbeiterschaft. Daraus ist im Lauf der Zeit ein Wildwuchs entstanden, den man niemandem mehr erklären kann. Ich glaube, es gibt in Deutschland mittlerweile 18 Schulformen. Wer mit Schulkindern von Nordrhein-Westfalen nach Bayern umziehen muss, hat ein echtes Problem.

Dazu kommt, dass das System auf Druck aufbaut: Notendruck, Selektionsdruck, Druck, nicht sitzenzubleiben. Wie soll sich da denn Lernfreude entwickeln? Schlimmer noch: Die Zahl der Kinder mit psychischen Auffälligkeiten steigt und steigt. Dazu kommt, dass das Regelschulsystem mit seinen starren Strukturen, mit seiner Sortierung nach Alterskohorten wenig Raum fürs soziales und kollaboratives Lernen bietet. In den altersgemischten Gruppen der Montessori-Einrichtungen finden Kinder viel leichter einen Weg, soziale Konflikte selbst zu lösen, ohne die Hilfe der Erwachsenen in Anspruch zu nehmen. Außerdem Lernen sie, gemeinsam Probleme zu lösen und zu lernen.

News4teachers: Was ist mit den Lehrkräften im Regelsystem – würden die meisten nicht auch lieber freier und individueller unterrichten?

Boysen: Ich glaube schon. Ich erlebe Lehrer und Lehrerinnen generell als sehr engagiert; sie überlegen immer, wie sie wirksamer sein könnten. Das ist im Regelschulsystem nicht leicht in dem Korsett, in dem sie stecken – schon durch die Lehrerausbildung an den Universitäten und im Referendariat. Viele sind nicht vorbereitet auf das, was sie dann im schulischen Alltag erleben. Unsere Lehrkräfte haben diese Ausbildung ja auch durchlaufen. Das ist keine ideale Ausgangssituation. Unseren Neulingen müssen wir häufig erst erklären, dass man Schule und Unterricht auch anders gestalten kann als im Regelschulsystem und dass es in der pädagogischen Arbeit mehr Freiheitsgrade gibt, als sie sich vorstellen können.

News4teachers: Was würden Sie am Regelschulsystem ändern wollen?

Boysen: Die Positionen, über die öffentlich gestritten wird, gehen ja in völlig unterschiedliche Richtungen. Die einen wollen, dass das gegliederte Schulsystem noch früher anfängt, die anderen wollen es komplett abschaffen. Dann wird darüber gestritten, ob man die Verantwortung für die Bildungspolitik von den Ländern auf den Bund übertragen sollte. Oder ob der Bund den Ländern nicht einfach mehr Geld überweisen müsste. Aus meiner Sicht sind das alles Punkte, die an den Symptomen herumdoktern. Sie gehen am Kern vorbei.

News4teachers: Und der wäre?

Boysen: Das Instrumentarium, das es gibt, ist durch das System vorgegeben. Dazu gehört der 45-Minuten-Takt, die Alterskohorten, das Prinzip, allen den gleichen Unterricht vorzusetzen. Es gibt Hausaufgaben für alle, alle schreiben die gleichen Klausuren. Wenn man das dann nicht zum richtigen Zeitpunkt schafft, heißt es: sitzenbleiben.

Dazu kommt eine Selektion in Schulformen, die zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die wir heute über die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen haben – und damit meine ich nicht nur die Arbeit von Maria Montessori –, ja gar nicht mehr passt. Der eine Schüler ist in einem Bereich ein bisschen vorneweg, die andere Schülerin woanders. Wenn man sich die einzelnen Kinder anschaut, dann würde man nie ein System entwickeln wie unser Regelschulsystem, sondern man würde ein Lernsetting suchen, das der Individualität Rechnung trägt. Und man würde die Rolle der Lehrkräfte anders definieren, nämlich als Beobachter und Lernbegleiter der Kinder und Jugendlichen – keiner würde auf die Idee kommen, alle gleichzeitig mit dem gleichen Stoff zu beglücken. Das kann nicht klappen. So zieht sich das durch das System von vorne bis hinten.

News4teachers: Die PISA-Aufgaben testen nicht Schulwissen ab. Schülerinnen und Schülern wird vielmehr abverlangt, Schlüsse zu ziehen, zu kombinieren, Kompetenzen zu zeigen. Ist das eine Herangehensweise, mit der das tradierte Schulsystem aus Ihrer Sicht überfordert ist? Und ist Montessori-Pädagogik da besser?

Boysen: Ab der Grundschule versuchen wir Zusammenhänge darzustellen, indem wir fächerübergreifend unterrichten. Dazu kommt, dass in Montessori-Einrichtungen Schülerinnen und Schüler unterschiedlichen Alters zusammenarbeiten. Sie bringen entsprechend unterschiedliche Erfahrungen und Kenntnisse ein. Dadurch entsteht ein kreativerer Prozess, als wenn jeder Schüler und jede Schülerin allein für sich die Aufgaben erledigt.

News4teachers: Nun kommt PISA auch zu dem Ergebnis, dass es bei den Grundfertigkeiten hapert. Rund ein Viertel der Schülerinnen und Schüler verfügen nicht über ein ausreichendes Leseverständnis. Worauf führen Sie das zurück?

Boysen: Wenn die Voraussetzungen nicht geschaffen wurden, dann läuft man immer hinterher – und kann nur noch versuchen, die schlimmsten Defizite irgendwie auszugleichen. Die Grundlagen zu legen, das fängt bei der frühkindlichen Bildung an, bei uns im „Nest und den „Kinderhäusern“, wie die Kitas der Montessori-Einrichtungen meistens heißen.

Das Lernen beginnt bei den Allerkleinsten. Sie lernen in dieser Altersstufe bei allem, was sie tun und beobachten, unglaublich viel. Wichtig ist daher, dass die Erzieherinnen und Erzieher Wissen über und Verständnis für die kindliche Entwicklung haben. Sie sehen, wo die Kinder womöglich etwas zurückliegen, wie sie diese ermuntern und anregen können, um sich weiterzuentwickeln. Das ist eine Haltungssache. Man schaut immer, wo das Kind steht, wie es sich entwickeln kann, und was man tun kann, um es zu fördern. Dazu kommt, dass die Eltern eingebunden werden müssen, um eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Erzieherinnen und Eltern aufzubauen.

News4teachers: Wenn Sie Bildungsminister von Deutschland wären und es keinen Bildungsföderalismus gäbe, Sie könnten frei entscheiden und hätten auch Ressourcen zur Verfügung – was würden Sie am ersten Tag tun?

Boysen: Diese Frage habe ich befürchtet. Ich kann nicht sagen, dass ich das weiß. Nur ein paar Details zu ändern, das dürfte wenig bewirken. Unsere Einrichtungen, die sich in Montessori Deutschland zusammengeschlossen haben, verfügen über ein Konzept, in dem die Bestandteile zusammenpassen: die Rolle der Lehrkraft, die Gestaltung der Unterrichtsorganisation, die vorbereitete Umgebung. Man kann deshalb nicht sagen, okay, ich picke mir mal das eine oder das andere heraus – und schon wird’s besser im Regelschulsystem.

Zum Beispiel die Zensuren abschaffen: Das würde nur dann funktionieren, wenn gleichzeitig das Unterrichtssetting angepasst wird, um die womöglich verlorengegangene Eigenmotivation wieder zu aktivieren. Einzelne Schulen zeigen allerdings, dass auch im staatlichen Schulwesen hervorragendes pädagogisches Engagement möglich ist – und dass die Kollegien darin, wenn sie bis an die Grenzen des Erlaubten gehen, nach Montessori-Prinzipien arbeiten können. Die Kultusministerien wollen das nicht, jedenfalls nicht für uns erkennbar. Aber es gibt starke Schulleitungen, die ihre Vorstellungen durchsetzen.

Grundsätzlich würde ich aber schon sagen: Alles ist gut, was Druck aus dem Regelsystem herausnimmt und den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften Freiräume gibt, das Lernen selbst zu organisieren. Wenn sich Kultusministerinnen und Kultusminister darüber informieren möchten, wie Lernen in einem freien Setting funktioniert, bieten wir gerne unsere Expertise an. Die Einladung gilt übrigens für alle Lehrkräfte, die sich für Montessori-Pädagogik interessieren und sich einen Umstieg vorstellen können: Wir vermitteln gerne Kontakte, um zu hospitieren. News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek führte das Interview.

Montessori-Fachtag: Wer Kinder erziehen will, sollte zunächst auf sich selbst schauen

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Lera
21 Tage zuvor

„Das Instrumentarium, das es gibt, ist durch das System vorgegeben. Dazu gehört der 45-Minuten-Takt, die Alterskohorten, das Prinzip, allen den gleichen Unterricht vorzusetzen. Es gibt Hausaufgaben für alle, alle schreiben die gleichen Klausuren. Wenn man das dann nicht zum richtigen Zeitpunkt schafft, heißt es: sitzenbleiben.“

Ich wünschte, es wäre so. Irgendwas davon. Leider Fehlanzeige:
– 45-Minuten-Takt weicht dank „verlässlicher“ (=längerer) Grundschule immer mehr längeren Lerneinheiten, 60 Minuten, 50 Minuten, 65 Minuten – alles schon gesehen.
– Alterskohorten weichen jahrgangsübergreifenden Lerngruppen, um die Größe der Lerngruppen auch bei rückläufigen Geburtenzahlen über 22 zu halten – das hilft auch bei der allseits geforderten Individualisierung.
– Hausaufgaben werden in der Schule gemacht, die armen lohngedumpten Nachmittags-Bespaßer halten Kevin den Stift.
– Bei Leistungsnachweisen gibt es 44677368 Nachteilsausgleiche, zieldifferente Beschulung etc.
– Sitzenbleiben ist kaum noch möglich und vom System auch unerwünscht, das kostet ja extra. In der GS kann man gegen den Elternwillen im Grunde nicht sitzenbleiben. In Klasse 4 sitzen IMMER Kinder, die keinen geraden Satz schreiben können und kaum alphabetisiert sind. Ohne jemals sitzengeblieben zu sein. Nie ein Klassenziel erreicht und immer schön weiter versetzt.

DAS ist staatliche Schule 2024.

Der Montessori-Vertreter kämpft hier gegen die üblichen Lieblings-Windmühlen von Menschen, deren Weltbild selbst gegen den Wind noch schwer nach den 70ern müffelt. Redundante SZ-Feuilleton-Weisheiten.

Palim
20 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Ich würde es anders ausdrücken, aber auch ich sehe das starre System längst nicht mehr so eng, wie es im Artikel dargestellt wird, um so weniger in Klasse 1+2 und in den BL, die Klassenlehrer-Prinzip in weiten Teilen zulassen oder durchsetzen, das schafft Freiräume, die man nutzen kann.

Hausaufgaben bekommen alle, bei mir zumindest, diese sind aber, entsprechend des Unterrichts, vielfach differenziert, denn Schüler:innen sollten sie allein schaffen können. Somit ist auch der Unterricht nicht so synchron, wie beschrieben, neben vielen offenen Formen, die es auch in Regelschulen gibt, braucht Unterricht mit Inklusion und Integration (Alphabetisierung, DaZ A1) viele weitere Elemente.

Die gleichen Arbeiten schreiben die Regelschüler:innen nach diesem Unterricht samt Wiederholung und Übung, beeinträchtigte Kinder können einen Nachteilsausgleich haben, zieldifferent beschulte bekommen andere Aufgaben. Dazu gibt es die Möglichkeit, begabte Schüler:innen über Drehtür, Projekt o.a. durchaus weitere Inhalte finden zu lassen und aus dem angeblichen Gleichschritt zu lassen.

Der große Unterschied: Die Regelschulen erheben kein Schulgeld, die Fördervereine sind oft mau aufgestellt, weil sie sich um die Schüler:innen kümmern, die bei der Segregation durch das Privatschulen wählende, finanzstärkere Bildungsbürgertum außen vor bleiben und im unterfinanzierten Regelschulsystem mit Mangel an Lehrkräften, helfendem Personal und Räumen beschult werden.

Ich verstehe immer weniger, warum es für private Schulen keine Vorgaben gibt, wenigstens die gesellschaftlichen Verhältnisse abbilden zu müssen oder sich ansonsten finanziell daran zu beteiligen, dass der Staat die Aufgabe übernimmt, Benachteiligte zu fördern und in die Gesellschaft zu integrieren, aus der andere sie ausschließen, indem sie sich abgrenzen.

447
20 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Wollte gerade sagen: Das wäre ja ein Traum, den er da skizziert.

Teacher Andi
21 Tage zuvor

Private Schulen, ähnlich den privaten Krankenkassen, ziehen sich aus der Verantwortung heraus, wenn es um Flüchtlinge und Migration geht. Das müssen dann die staatlichen Einrichtungen stemmen. Es erübrigt sich jede Diskussion mit diesen Verantwortlichen, da sie an der Realität nicht beteiligt sind.

Nick
20 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Eltern, die es sich leisten können, die investieren eben in die Bildung ihrer Kinder. Das ist auch in den Herkunftländern von Flüchtlingen und Migration so. Selbst in den teuren Privatschulen ist die Schülerschaft doch eher international. Das ist Realität.

Bla
20 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Klar sind sie an der Realität beteiligt. Nur eben mit anderem Clientel und Positionen/Rechten und Pflichten/Rahmenbedingungen.
Die „Integration“ der Flüchtlingskinder bspw. 2014 in Regelschulen ist nicht gerade von Erfolg gekrönt.
Kann man jetzt auf Privatschulen schieben. Kann man auch an zu schlechten Rahmenbedingungen an vielen Regelschulen sehen. Gerne auch beides kritisieren.

Als Privatschule hat man eben Vor- und Nachteile. Sowie als Regelschule auch.
Daher ist die Perspektive des Interviewten natürlich zu berücksichtigen.
Beim Thema „Schule“ und „Bildung(ssystem)“ sollte man generell schauen, es zu verbessern.
Ob und das Montessori-Schulen komplett gesellschaftlich die Regelschulen (und Alternativschulen) ersetzen könnten mag ich sehr stark bezweifeln. Das ist bei derzeitigen Rahmenbedingungen und dem Gesellschaftlichen Wandel für mich nicht überzeugend und realistisch.

Auch ist „Montessori“ nicht gleich „Montessori“. Manche sind enger an Maria und Mario Montessoris Konzept verknüpft und manche freier. Das Gleiche gilt für Montessori-Diplomkurse. Es ist nicht immer das drin, was drauf steht. Selbiges gilt natürlich für alle Schulkonzepte und Ausbildungswege.

Werben will man immer mit dem eigenen Konzept. Was nicht falsch ist. Was ich bei Montessori vom Potential sehr gut finde. Vieles wird und wurde auch in Regelschulen und generell übernommen. Bspw. das Perlenmaterial in den Schulbüchern. Nur der Zusammenhang vom Material zu/mit Montessori ist vielen nicht klar und bewusst.
Trotzdem sollte man sich auch seinen Grenzen bewusst sein/werden. Und auch für neue Ideen offen sein. Das schadet vielen Montessori-Schulen auch nicht.

Generell Rahmenbedingungen verbessern. Das „Gute“ aus verschiedenen Konzepten hinterfragen und „rauspicken“ und es wäre für viele Seiten vorteilhaft. Das „Miteinander“ statt „Gegeneinander“. Auch bei Ideen und Konzepten. Der Austausch ist wichtig. Daher erübrigt sich für mich persönlich nicht die Diskussion mit anderen Menschen und über Konzepte.

Ich persönlich bin kein Fan von „Drängen auf Vorbildern“ oder „Heiligsprechung von Reformpädagogen und ihren Ansätzen“. So muss sich auch bei den guten Ideen Montessoris – welche sie definitiv hatte – auch die Kritik diesbezüglich dann verantwortbar gemacht werden. Und da sprechen wir bspw. von der Nähe und Ferne zu Mussolini und dem Faschismus, der Eugenik usw. bei Montessori. Auch die Einordnung der „derben Sprache“ Montessoris in die jeweilige Zeit.
Genauso wie bei Rudolph Steiner (Waldorfpädagogik) mit der Waldorfausbildung und der Anthroposophie usw.
Zumindestens wenn man von der Person und dem Konzept in „Reinform“ sprecht, statt (lediglich) die positiven Aspekte herauszugreifen.

Jona
20 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Nein, die ziehen sich nicht heraus. Der Flüchtlinge- und Migrantenkinderanteil auf privaten Schulen ist oft gering. Liegt es daran die Eltern das Schulgeld nicht aufbringen möchten / können? Und hat das kulturelle Gründe?
Ein höherer Privatschulanteil würde Deutschland gut tun.

Unverzagte
20 Tage zuvor
Antwortet  Jona

Häh? Wieso denn das? Um die ohnehin längst bestehende Klassengesellschaft in ihrem Fundament endgültig zu zementieren?

Jona
19 Tage zuvor
Antwortet  Unverzagte

Klassengesellschaft in der Schule?! Nein, pfui, selbstverständlich gibt es sowas in Deutschland nicht. 😉 Also auf der Privatschule im Ort gibt es sowohl Kinder von Bürgergeldempfängern, als auch Kinder von hohen Beamten. Und nun ?

Unfassbar
20 Tage zuvor
Antwortet  Jona

Schulen mit kirchlichem Träger kosten meines Wissens kein Schulgeld, sieben aber durch den obligatorischen Taufnachweis erstmal auch aus. Den Eltern kann ich es nicht verübeln. Deren Wahlentscheidung ggf. schon eher.

vhh
20 Tage zuvor

https://www.spektrum.de/news/schule-beispielhaft/852663
Das war 2006, für die Informationen dankt man Herrn Boysen. Auf der Homepage einer Montessori-Grundschule finde ich: 20-25 SchülerInnen, 4 Betreuungspersonen (Lehrkraft+ MPT) pro Klasse. In den Antworten wird ein Gegensatz zur staatlichen Schule (und Kitas) aufgebaut, der so schon lange nicht mehr existiert: Beobachter und Lernbegleiter, hilf mir es zu verstehen? Sitzenbleiben (in NRW Ges bis Klasse 9 nicht möglich)? „ …45-Minuten-Takt, die Alterskohorten, das Prinzip, allen den gleichen Unterricht vorzusetzen…“ – Unsere SuS kommen zu 80% mit dem Bus, keine Eltern, die jeden Zeitplan mitgehen können, da sind feste Zeitpläne nicht nur sinnloser Druck. Alterskohorten, ja, schuldig, aber meine SuS sind nicht mehr in der Grundschule und mit 30+ Kindern pro Klasse ist das etwas schwierig zu ändern (mit einer Lehrkraft!). Dafür biete ich die Freuden der Heterogenität in Form von Inklusion, Integration, HS- bis Gy-Empfehlung, die übrigens, schon nach Vorgaben aber auch real, unterschiedliche Aufgaben und Arbeitsmethoden brauchen. Fast so wie verschiedene Jahrgänge in einer Gruppe…
Wie sieht es denn mit der Skalierbarkeit aus? Es gibt riesige Schulen, wo kommt der Platz für eine andere Pädagogik her? Wie wird das laufende System umgebaut? Auch bei Montessori greifen viele einzelne Aspekte ineinander, wie viele davon kann man für sich allein sinnvoll nutzen? Herr Boysen weiß es selber, siehe letzte Antwort, kleine Änderungen sind sinnlos und er kritisiert aus einer komfortablen Position von außen.
Die Redaktion mag alternative Formen wie Montessori noch so sehr propagieren, es wissen auch alle LuL nach ein paar Jahren, dass Unterricht entlang den Interessen der SuS weit problemloser ist, aber wir haben MinisterInnen, die ein autoritäres System autoritär leiten, die das Führungspersonal oft entsprechend auswählen, da bleiben je nach Schulleitung wenig Freiheiten. Nimmt man dazu eine geradezu absurde Unterfinanzierung bzw. Unterbesetzung, ist das hier eine sehr wohlfeile, billige Kritik. Ein festes, multiprofessionelles Team, eines mit dem man gemeinsam Projektarbeit planen kann? So sieht das offizielle Ziel vielleicht aus, aber mit etwas Glück sieht jede Inklusionsklasse (auch 30+) in einer Doppelstunde pro Woche einen Förderkollegen. Jeder kennt den Kletterwettkampf der Tiere, wenn der Fisch 10 cm schafft, ist das besser als 20 m hoch beim Affen. Zu ‚man müsste nur‘ bzw ‚macht es doch einfach wie wir‘ gehört eigentlich: ein Wunder, dass wir in diesem staatlichen System überhaupt etwas erreichen.
Ich denke, Schüler müssen sich als Mensch, als individuelle Person respektiert fühlen, das ist in einem freieren System mit mehr Selbstwirksamkeit einfacher, aber im Regelschulsystem alles andere als unmöglich.

Lessi
20 Tage zuvor
Antwortet  vhh

Gut beschrieben, aber der letzte Satz verwirrte mich.
Sollte bestimmt so heißen: „…alles andere als möglich…“.

vhh
20 Tage zuvor
Antwortet  Lessi

Nein, ich denke tatsächlich, dass es auch im Regelsystem möglich ist, alle Schülerinnen als Individuum zu behandeln. Aufwändiger, weil dieses System nicht auf Vermittlung von Selbstwirksamkeit und Individualität ausgelegt ist, belastender für die Lehrkräfte, aber nicht automatisch (systembedingt) unmöglich. War aber wirklich eine Wendung zu viel für diesen Satz, sorry.

Der Zauberlehrling
20 Tage zuvor

Boysen: Das Instrumentarium, das es gibt, ist durch das System vorgegeben. Dazu gehört der 45-Minuten-Takt, die Alterskohorten, das Prinzip, allen den gleichen Unterricht vorzusetzen. Es gibt Hausaufgaben für alle, alle schreiben die gleichen Klausuren. Wenn man das dann nicht zum richtigen Zeitpunkt schafft, heißt es: sitzenbleiben.“

Bei mir gibt es für jeden einzelnen Schüler Hausaufgaben und aufgrund des Alters (Ü15) entscheidet jeder selbst, ob er sie macht oder nicht. Diejenigen, die sich mit den Hausaufgaben beschäftigen und dazu mit Fragen kommen, werden immer besser.

Ja, ich gebe zu, bei mir schreiben auch alle am Klausurentag anwesenden die selbe Klausur. Na ja, manchmal gibt es A und B-Arbeiten, manchmal täusche ich die auch nur vor. Ich schaffe es nicht, für 25 Schüler jeweils eine eigenständige und auch noch gleichwertige Klassenarbeit zu konzipieren.

Maria Montessori und die von ihr propagierte Eugenik passen bald wieder gut in kommende Zeit.

Sie spricht vom minderwertigen Typus, den sie als Kombination charakteristischer Abweichungen beschreibt. Sie beschreibt einen Zusammenhang der Normalität mit einem Verhältnis von Gliedmaßen und Rumpf.

Nur zu.

Palim
20 Tage zuvor

Die Antwort darauf, dass eben doch nicht jedes Kind den Drang, Baumeister seiner selbst zu sein, entwickelt, wenn es vernachlässigt wird oder keinerlei Anerkennung erlebt.
Zu hoffen, dass das Kind eine Aufgabe findet, war schon immer ein Streitpunkt bei offenen Formen, es mag bei vielen SuS gut funktionieren, bei bildungsnahen Kindern nochmal mehr, aber es gibt eben auch andere Kinder, die ebenfalls eine gute Beschulung benötigen und Anleitung, bis sie die Öffnung als sinnvoll zu nutzende Chance verstehen.

GriasDi
20 Tage zuvor

Ich wäre mal gespannt, wie die Pisa-Leistungen in Japan und Korea wären, wenn deren SchülerInnen sich nach der Schule genau so lange mit den Unterrichtsinhalten beschäftigen würden wie die SchülerInnen in Deutschland.

Palim
20 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Und wenn die Nachhilfe-Zeiten erhoben würden.

Noch interessanter wäre, wenn erhoben würde, wie die einzelne Schule in den letzten 5 Jahren ausgestattet war, wie viel Mangel es gab.

Nick
20 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Pisa bzw. Herr Schleicher wurden kürzlich hier an anderer Stelle mächtig durch den Kakao gezogen.

Realist
20 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Warum gelingt es deutschen Lehrkräften nicht, ihre Schüler so für ihre Fächer zu begeistern, dass sie sich noch freiwillig nach Unterrichtsschluss bis in die späten Abendstunden mit diesen in privaten Lerninstituten beschäftigen?

Ich frage für Herrn Sch. von der Organisation…

GriasDi
19 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Ich bezweifle, dass SchülerInnen in Südkorea und Japan so begeistert von den Inhalten sind. Die haben das, was in Deutschland um jeden Preis vermieden werden soll: Druck ohne Ende.

GriasDi
19 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Aber wenn ich im Schnitt 68 Stunden pro Woche online wäre, hätte ich auch für gar nix mehr Zeit und wäre immer nur im Stress.

Hans Malz
20 Tage zuvor

„Wenn man in die Details der Erhebung schaut, sieht man, dass die Kinder aus dem Bildungsbürgertum relativ gut abgeschnitten haben. Aber auch deren Ergebnisse waren im internationalen Maßstab nicht so toll, wie man es eigentlich vom gegliederten Schulsystem erwarten dürfte.“

Das gegliederte Schulsystem wird ja auch seit vielen Jahren ausgehöhlt. Der Elternwille als heilige Kuh hat es ziemlich zerstört. Vielleicht ist das ja auch ein Teil des Problem.

„Zunächst mal ist es so, dass die in Montessori Deutschland zusammengeschlossenen Schulen i.d.R. nicht an der PISA-Studie mitgewirkt haben.“

Also wohlfeiles Gelaber aus der hohlen Hand. Dann kann man sich natürlich leicht dazu äußern. Wenn der clever gewesen wäre, hätte er das Testsystem von PISA an sich auseinandergenommen.

„Richtig ist zwar, dass das Angebot der freien Montessori-Einrichtungen vor allem von bildungsnahen Eltern wahrgenommen werden – in einem Bundesland wie Nordrhein-Westfalen, wo es viele staatliche Montessori-Schulen gibt, dürfte das aber schon ganz anders aussehen.“

Er weiß es also nicht. Meine Erfahrungen – anektodische Evidenz – ist aber, dass das in NRW ganz genau so so ist. Und selbst da kenne ich viele Kinder, die auch in diesem System gescheitert sind.

„Dazu kommt, dass das System auf Druck aufbaut: Notendruck, Selektionsdruck, Druck, nicht sitzenzubleiben.“

… weil Sie eben einen gewissen Druck brauchen. Druck wird sowas von verteufelt, dabei geht es im späteren Leben nicht ohne. Die Kinder sollten den Umgang damit lernen.

„Grundsätzlich würde ich aber schon sagen: Alles ist gut, was Druck aus dem Regelsystem herausnimmt und den Schülern sowie den Lehrkräften Freiräume gibt, das Lernen selbst zu organisieren. Wenn sich Kultusminister darüber informieren möchten, wie Lernen in einem freien Setting funktioniert, bieten wir gerne unsere Expertise an.“

Das ist der Teil, wo ich voll zustimme. Gebt dem Regelschulsystem mehr Freiheit und stärkt das gegliederte Schulsystem mit weniger Elternwille. Gesamtschulen haben natürlich auch ihre Berechtigung uns können dann auch neben den anderen locker bestehen.

Unfassbar
20 Tage zuvor

Wie passt das Herausholen von Druck und das individuelle Lerntempo zu den zentralen Prüfungen am Ende der Jahrgangsstufe 10?

447
20 Tage zuvor

….ach so! Für eine Sekunde dachte ich bei der Überschrift schon er redet von Lehrern.

Johann Friedrich H.
19 Tage zuvor

„Wenn sich Kultusministerinnen und Kultusminister darüber informieren möchten, wie Lernen in einem freien Setting funktioniert, bieten wir gerne unsere Expertise an.“

Geht es nicht eine Nummer kleiner? Gerade vor dem Hintergrund, dass die allermeisten Montessori-Schulen keinerlei Expertise bezüglich einer gesellschaftlich repräsentativen Schüleschaft besitzen.

Achin
19 Tage zuvor

In diesen Zusammenhang passt auch dieses Zitat aus dem Interview:

„Dazu kommt, dass die Eltern eingebunden werden müssen, um eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Erzieherinnen und Eltern aufzubauen.“

Das ist eine Ohrfeige für alle Lehrkräfte, deren Schüler*innen aus prekären Familienverhältnissen stammen. Wie kann Montessori dann ein Vorbild in der Fläche sein?

Bla
18 Tage zuvor
Antwortet  Achin

Einige Teile von Montessori mit Sicherheit. Kostet allerdings dann auch mehr Geld.
Flächendeckend wird kein einzelnes Konzept alle SuS bestmöglich mitnehmen.

Monika, BY
18 Tage zuvor

In unserer 8. Klasse gibt es noch kaum ein Kind, das keinen Nachhilfeunterricht erhält.

Lachmöve
11 Tage zuvor

Die Montessoripädagogik mag sehr gute Ansätze zeigen, die man an staatlichen Schulen vermisst. Doch wie an jeder anderen Schule hängt es von der Lehrerpersönlichkeit ab, ob der Grundgedanke auch umgesetzt wird. So haben mir die ersten drei Jahre an der Montessorischule in Greifswald sehr gut gefallen, dann nicht mehr so. Schüler, die anstrengend werden könnten, werden in staatliche Schulen umgeleitet, um es nicht so krass auszudrücken. Vielleicht nur ein Einzelfall, in anderen Orten mag es anders sein. Solange Eltern bereit sind bzw. finanziell in der Lage sind, werden sie alles tun, um ihren Kindern eine gute Bildung ermöglichen, ohne hinter die Kulissen zu schauen.

Winfrid Mirau
8 Tage zuvor

Lieber Dr. Jörg Boysen, Bundesvorsitzender von Montessori Deutschland,
wir, die Kiwanier in Deutschland fördern seit 2023 das Projekt „Tutoring for All“.
Wir haben in mehreren Schulen sehr gute Erfahrungen gesammelt und werden das Projekt über die Kiwanis Clubs ausrollen.
Der größte Schwachpunk unseres Angebots ist die Bereitstellung von Tutor*innen.
Wir arbeiten zur Zeit mit Lehramtsanwärter*innen, Gymnasialschüler*innen und Ehrenamtlichen.
In einem Gespräch mit dem Vorstand der Kiwanis Stiftung Deutschland wurden als Quelle für Tutoren die Montessori-Schulen genannt, da Ihre Schüler*innen sich schon frühzeitig
gemeinnützig engagieren und Erfahrungen mit der „Schüler helfen Schülern“ Hilfe sammeln.
Wir würden uns freuen, wenn wir zu einem gemeinsamen Projekt fänden.
Mit freundlichem Gruß
Winfrid Mirau, Koordinator „Tutoring for All“, Kiwanis Club Baden-Baden