Zivilschutz im Kriegsfall – ein Unterrichtsthema? Stark-Watzinger stößt auf geteiltes Echo

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BERLIN. Mit ihrem Vorschlag, an Schulen auch den Zivilschutz im Kriegsfall zu vermitteln, hat Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger eine kontroverse Debatte losgetreten.

Die Forderung von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger, an den Schulen auch sicherheitspolitische Gefahren zu vermitteln, stößt auf Zustimmung beim Deutschen Lehrerverband. «Der Ukraine-Krieg schafft ein neues Bewusstsein für militärische Bedrohung, das auch an Schulen vermittelt werden muss», sagte Verbandspräsident Stefan Düll der «Bild am Sonntag». «Ich erwarte von der Bundesministerin, dass sie jetzt das Gespräch mit den Bildungsministern in den Bundesländern sucht. Eine Absichtserklärung reicht nicht, jetzt muss im Politik-Unterricht zum Ukraine-Krieg und zur gesamteuropäischen, ja globalen Bedrohungslage gelehrt werden.»

Mehr Zivilschutz im Schulunterricht? Viele Bildungspolitiker sehen drängendere Probleme (Symbolbild) Foto: Shutterstock / Filmbildfabrik

Stark-Watzinger hatte gesagt, die Gesellschaft müsse sich insgesamt gut auf Krisen vorbereiten – von einer Pandemie über Naturkatastrophen bis zum Krieg. «Zivilschutz ist immens wichtig, er gehört auch in die Schulen. Ziel muss sein, unsere Widerstandsfähigkeit zu stärken», sagte die FDP-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sie sprach sich für Zivilschutzübungen an Schulen aus und rief diese auf, ein «unverkrampftes Verhältnis zur Bundeswehr» zu entwickeln.

Mehrere Bildungspolitiker kritisierten den Vorstoß. «Wir müssen unsere Kinder schultüchtig machen und nicht kriegstüchtig», sagte der bildungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Jarzombek (CDU), der «Bild am Sonntag». «Jedes vierte Kind lernt in der Grundschule nicht richtig lesen und schreiben – da müssen wir ran.» Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sagte am Samstag: «Es hilft nicht, der Bevölkerung und insbesondere Kindern und Jugendlichen Angst zu machen.»

Der Grünen-Politiker Kai Gehring, Vorsitzender des Bildungsausschusses im Bundestag, sagte der Zeitung: «Die Zeitenwende wirft viele neue friedens- und sicherheitspolitische Fragen auf, dennoch irritieren einzelne weitreichende Aussagen der Bildungsministerin. Angesichts der Pisa-Misere sollte sie sich in erster Linie zur Aufgabe machen, beherzt die zentralen Herausforderungen für unser Bildungssystem anzupacken.»

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Christine Streichert-Clivot (SPD), plädierte für eine umfassende Vorbereitung von Schülerinnen und Schülern auf mögliche Krisen. «Pandemien, Kriege, Naturkatastrophen, Klimawandel, tiefgreifende Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft: Kinder und Jugendliche müssen insgesamt breiter auf die Zukunft vorbereitet werden», sagte die saarländische Bildungsministerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Sie müssen gesünder, resilienter, mutiger und selbstbewusster werden und so flexibel, dass sie Veränderungen aktiv mitgestalten können. Dazu kann Schule einen wichtigen Beitrag leisten, besonders im Bereich Ganztag.» Hier könnten auch Kontakte geknüpft werden mit den Organisationen, die für den Zivilschutz eine wichtige Rolle spielen, wie dem Technischen Hilfswerk, den Feuerwehren und den Rettungskräften. (dpa)

Wissenschaftler untersuchen, wie Schulen mit Krisen umgehen – Fazit: Erstaunlich gut

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Unfassbar
3 Monate zuvor

Zivilschutz setzt viel Disziplin bei den Zivilisten voraus. An meiner Schule mit sehr bildungsnaher Schülerklientel würde ich das bei bestenfalls zwei Dritteln der Schüler annehmen, in Brennpunktschulen deutlich weniger.

Wieso favorisieren die aktuellen Regierungsparteien aktuell eigentlich alle den Krieg?

Walter Hasenbrot
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Niemand favorisiert in der Regierung den Krieg.

Putin hat unsere Regierung gar nicht gefragt, ob er die Ukraine überfallen soll.

Spannend finde ich aber, dass die Anhänger der rechtsextremen Prepper-Partei AfD (Ob Sie dazu gehören, weiß ich nicht.) sich jetzt dagegen aussprechen, dass man sich auf Krisen vorbereiten soll.

Das heißt nicht, dass ich der Ministerin zustimme. Ich finde es immer wieder seltsam, wie diese Bundesministerin sich in Landesangelegenheiten einmischt. Wahrscheinlich aus Mangeln an Betätigungsfeldern auf Bundesebene. Warum haben wir überhaupt eine Bundesbildungsministerin?

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Ihren ersten Satz würde ich glauben, wenn sich insbesondere die Grünen in ihrem Wahlkampf 2021 nicht ausdrücklich gegen jegliche Kriegsaktivitäten ausgesprochen hätten.

Walter Hasenbrot
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Leider ist Putin nicht Mitglied der Grünen.

Zu diesem Kriegsverbrecher unterhält die AfD beste Verbindungen.

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Jaja, gestern noch auf Anti-Wehrdienst, „BW=NS“ und „niiieeeemmmaaaaals Waffen in Kriegsgebiete!!!!111“ gemacht – und dann die Chuzpe haben, in glatter Umkehrung schon den Krieg auf BRD-Territorium zu träumen UND dazu noch mit „rääächtz“ um sich werfen, wenn zur Mässigung gemahnt wird…kognitive Dissonanz hoch zehn.

Ich persönlich bin einfach heilfroh, dass dazwischen ein hochgerüstetes, vor allem psychologisch wehrhaftes Land mit einer richtigen Armee und jeder Menge US „sites“ liegt…nämlich Polen.
Spätestens an den Glattrohrläufen polnischer Abrahams enden dann Putinsche Ideen von konventioneller Abnutzungskriegsführung.

Da lachen ja die Hühner…Zivilschutz in bundesdeutschen Schulen, wo nicht mal die Sirenen funktionieren…

Mondmatt
3 Monate zuvor
Antwortet  447

Und wenn die Sirenen funktionieren würden?
Was erzähl ich den Schülern denn dann was sie im Krisenfall tun sollten?
In den Bunker?
Welche Bunker? Diejenigen die wir jahrelang vergammeln ließen oder abgerissen haben oder die die wir irgendwann wieder zu bauen gedenken?

In einer echten Kriese wie Krieg oder einer großen Naturkatastrophe reichen die Zivilschutzmaßnahmen der Regierung doch nur für folgende Maßnahmen

  • Schnell laufen und laut um Hilfe rufen
  • Sprechen Sie mir nach „Vater unser….“
Wutbürger
3 Monate zuvor
Antwortet  447

„Ich persönlich bin einfach heilfroh, dass dazwischen ein hochgerüstetes, vor allem psychologisch wehrhaftes Land mit einer richtigen Armee und jeder Menge US „sites“ liegt…nämlich Polen.“

Da bin ich nicht froh, denn hochgerüstete Armeen machen Krieg eher wahrscheinlicher als unwahrscheinlicher.
Ich bin eher froh, dass sich die Bw so heruntergewirtschaftet ist, dass sich aus dem Bundestag hoffentlich niemand trauen wird Bodentruppen in die Ukraine zu schicken.

Polen hat sich übrigens bereits Macron angeschlossen Bodentruppen in die Ukraine schicken zu wollen, wenn die Ukrainer weiter an Boden verlieren.

„Spätestens an den Glattrohrläufen polnischer Abrahams enden dann Putinsche Ideen von konventioneller Abnutzungskriegsführung.“

Die wievielte Wunderwaffe ist das denn jetzt? Und scheinbar sind Sie auch nicht auf dem Laufenden. Die Abrams sind aufgrund schwächerer Panzerung sogar noch leichter zu knacken als die Leopard (die Wunderwaffe davor). Nach meinem Kenntnisstand von vor über einer Woche wurden bereits vier Abrams bei Awdijiwka zerstört.

Ich finde es immer sehr gefährlich so zu tun als würden wir hier nur über ein Computerspiel reden.

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

Stimme Ihnen zu – ich bin auch froh, dass unser gemeinsamer ex-Arbeitgeber quasi handlungsunfähig ist…das wäre noch die Krönung der Realsatire, für die Hofreiters und Strack-Zimmermanns dieser Republik die Knochen hinzuhalten.

Den A. habe ich einfach als pauschalen Vergleich gewählt – wir wissen glaube ich beide zumindest im ganz groben Allgemeinbereich gut genug bescheid um zu wissen, dass bei „no holding back“ die (glücklicherweise zur Raubbrigade verkommene) ex-Rote Armee konventionell keine Schnitte hat.

Hans Malz
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Also die Prepperszene distanziert sich stark von der AfD und dem ganzen Nazigetue. Bitte nicht immer alle in einen Topf werfen.

Eine gesunde Vorsorge für den Katastrophenfall mache ich schon seitdem ich im THW meinen Ersatzdienst geleistet habe. Da kommt man nämlich auf solche Gedanken.

Walter Hasenbrot
3 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Unter den 100 Rechtsextremisten, die als Mitarbeiter für Bundestagsabgeordnete der AfD arbeiten, befinden sich auch Prepper, wie der BR berichtete.

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

„Prepper, Der“:
Mensch, der sich nicht noch stolz darin suhlt, ohne Lieferdienst oder gar Strom noch drei Tagen wimmernd mit zwei leeren Colaflaschen und einem leeren Lieferando-Karton (Geruch: Ananas-Döner-Pizza) in der Ecke zu sitzen.
Durch minimale Vorsorge stellt der gemeine Prepper das völlige Ansaugen an der Brust von Großorganisationen in Frage und ist daher gefährlich und als Verbreiter von Hass und Hetze zu melden.

Indikatoren für Prepper:
– hat Lebensmittelvorräte im Haus (siehe auch –> „Lebensmittelquerdenker“ / Delegitimierung von EDEKA)
– hat Trinkwasser im Haus (siehe auch: „Wasserprepper, der“)
– geht verdächtigen Tätigkeiten wie Sport nach, statt das richtige Geschichts- und Gesellschaftsbild auf Netflix, Amazon und im Tatort zu erlernen (siehe auch: —> „Wandern ist rechts“)
– besitzt funktionale Kleidung statt Mode (siehe auch: –> Regenprepper, der)
– hat NICHT Toilettenpapier gehamstert wie ein guter Panikbürger

Walter Hasenbrot
3 Monate zuvor
Antwortet  447

Sind Sie Prepper?

Oder AfD-Anhänger?

Oder beides?

Sie scheinen sich von meinen Kommentaren ja zielich angegriffen zu fühlen.

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Mindestens!
Ich fahre auch Diesel für mehr NOX! (Erinnert noch wer Nox?)

Und wenn ich gleich zur Arbeit fahre lasse ich heimlich das Licht im Keller an, um Atomstrommoleküle in die Leitungen zu locken, die diese dann mit Atomstrom „verstopfen“! 😀

Hans Malz
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Da sind bestimmt auch Segelflieger, Frauen und Sportwagenfahre drunter.

Bla
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Hm, glaube einige essen auch Brot und trinken Wasser.
Trinken Sie denn Wasser und essen Brot?
Da wäre dann wohl ein (weiterer) Zusammenhang … Sollte man mal überdenken.
[Kausalwirkung und -zusammenhänge funktionieren nicht so einfach … Das hat man doch schon bspw. bei Amoktaten und Computerspielen feststellen können … Außer man fährt eingleisig im Kopf…]

Der Zauberlehrling
3 Monate zuvor
Antwortet  Hans Malz

Die gesunde Vorsorge wird sogar von den Bundesregierungen empfohlen.

https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/Bevorraten/bevorraten_node.html

Und das schon, seit es dieses Amt gibt, unabhängig von der Regierungszusammensetzung.

Der Saat selbst ist auch ein Prepper:

https://www.ernaehrungsvorsorge.de/

447
3 Monate zuvor

Zum verdächtigen Präääpaaaahh wird man aber dadurch, dass man es weiß BEVOR der Staat einen nochmal gesondert drauf hinweist!

Das ist das eigentlich Problem an diesen Leuten!

Es geht hier klar um Gedankenverbrecher und Hassfakten, die wir stoppen müssen, bevor sie in sozialen Medien ihren Faktenhass weiter verbreiten.

Tim Bullerbü
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Auch ohne “ rechts“ zu stehen, kann man den Eindruck bekommen, dass es gar nicht gewollt ist, dass der Krieg bald enden soll.
Es kann schon der Eindruck entstehen, dass sich Russland in der Ukraine möglichst lange aufreiben soll…
Und mal abgesehen vom Krieg, Stromausfall von 3 Tagen würde schon genügen, um den Ausnahmezustand einzuleiten.
Zivilschutz kann ja auch bedeuten, dass man sich darauf vorbereitet, dass „Basics“ mal ausfallen.

Der Zauberlehrling
3 Monate zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Drei Tag ohne Internet und Social Media würden reichen, um die Republik in den Abgrund zu stürzen.

Stell‘ Dir vor, es ist Krieg und keiner kann es posten.

Tim Bullerbü
3 Monate zuvor

Immerhin kann es dann auch keiner liken

Hysterican
3 Monate zuvor
Antwortet  Tim Bullerbü

Dafür gibts von mir nen Daumen

RSDWeng
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Diese Frage habe ich mir auch schon öfters gestellt.

JoS
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

An meiner Brennpunktschule haben die Schüler*innen wahrscheinlich aufgrund der oft vorliegenden Fluchtgeschichten ein viel größeres Bewusstsein für die Bedrohung durch kriegslüsterne Autokraten wie Putin als Sie oder Ihre „bildungsnahe Schülerklientel“.

Wieso „Einiges Russland“ und die anderen Regierungsnähen russischen Parteien den Krieg favorisieren, kann Ihnen hier wohl eher niemand erklären.

unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  JoS

Befolgen die also alle ohne Diskussion alle Anweisungen der Lehrer und insbesondere Lehrerinnen? Falls ja, finde ich das sehr gut, weil Sie dann fleißige und lernwillige Musterschüler haben.

JoS
3 Monate zuvor
Antwortet  unfassbar

Ist blinder Gehorsam etwa Ihr Erziehungsziel? Falls ja, überrascht mich das eher nicht angesichts Ihrer Schwäche für Diktatoren wie Putin.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  JoS

Nein, Erziehung ist zwecklos, aber Bestechung funktioniert. Jeder – also auch alle Schülerinnen und Schüler – haben ihren Preis.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Solange es Bürgergeld in der jetzigen Form und Höhe gibt, bleiben sie ruhig. Aber wehe, wenn nicht mehr.

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Die Verrohung nimmt eben auch unter Lehrkräften zu. War es bis vor kurzem nicht noch üblich, die Verächtlichmachung von Bürgergeldempfängern wenigstens auf die Eltern zu beschränken?

447
3 Monate zuvor
Antwortet  unfassbar

Musste lachen. 🙂

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Unfassbar

Vielleicht wissen die mehr als wir…

vhh
3 Monate zuvor

https://www.youtube.com/watch?v=IKqXu-5jw60
Eine peinliche, publicitysüchtige Frau, noch peinlicher der Chef dieses seltsamen Dachverbands. Zivilschutzübungen, Unterricht zur Bedrohungslage, was noch alles? Sollen wir die alten Karten mit der roten SU wieder herausholen? Wir unterrichten Vielfalt, dass Menschen überall die gleichen Vorstellungen von Glück haben – jetzt also wieder ‚böser Russe‘? Wenn das in die Lehrpläne kommt, bin ich weg, es reicht. Schule ist keine Anstalt zur weltanschaulichen Indoktrination.
Falls die Damen und Herren Politiker es nicht schaffen, einen Krieg zu vermeiden: diese so wichtigen Fertigkeiten lernt man dann leider sehr schnell.
Übrigens, liebe Ministerin, wollen sie wirklich wieder eine Diskussion über fehlende Schutzräume?

Bruni Zensi Löbel
3 Monate zuvor
Antwortet  vhh

Und besonders peinlich- „unser Lehrerpräsident“ beklatscht den Schmarren lautstark in der BamS!

Hysterican
3 Monate zuvor
Antwortet  vhh

….wo es an vielen Schulen seit zig Jahren nicht mal funktionierende Toiletten gibt…?!

Diese Realitätsflüchtlinge verdienen es, dass man ihre Anträge zur umfassenden Alimentierung rigoros ablehnt.

Schaufel in die Hand….ab in den Straßenbau … mal ein bisschen Sand bewegen. Dass sorgt für Bodenhaftung.

Walter Hasenbrot
3 Monate zuvor
Antwortet  Hysterican

Das Bauen von Latrinen kann Teil der Zivilschutzmaßnahmen sein.

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Ich stelle mir gerade Schüler in ihren Bauchfrei-Topps/Nike-Shirts und Sneakern vor, die auf anstehendem Lehmboden mit überschiessendem Abfluss…LATRINEN AUSHEBEN…
….also, lieber Walter Hasenbrot, DAS will ja nichtmal eine Drohne wie ich den SuS zumuten. 😀

Wutbürger
3 Monate zuvor
Antwortet  447

Bei so vielen Schülern an einer Schule bedeutet das wohl eher Donnerbalken.

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Wutbürger

Nur ohne Balken und ohne Donner – weisste Bescheid! 😀

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Hysterican

… oder Plumpsklo ausheben …

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  vhh

Geht’s ein wenig unaufgeregter? Zivilschutzkenntnisse helfen auch im Katastrophenfall, zum Beispiel bei Hochwasser oder Großbränden. Es ist auch nicht verkehrt zu wissen, wie man mit wenigen Hilfsmitteln einen Knochenbruch schient (z.B. falls sich jemand auf einer Wanderung verletzt) oder offene Wunden versorgt.
Und ja, auch für den Kriegsfall sollte man vorbereitet sein. Wir haben Krieg in Europa, und lieber habe ich Wissen vermittelt, das niemand braucht, als mir im Ernstfall vorwerfen zu müssen, blauäugig gewesen zu sein.

Tim Bullerbü
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Danke für diesen Kommentar.

vhh
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Erste Hilfe ist nicht identisch mit Zivilschutz. Ebenso ist Zivilschutz im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg sicherlich nicht nur Katastrophenschutz. Beides, Erste Hilfe und Katastrophen- oder Feuerübungen gibt es schon an den meisten Schulen, wenn da noch etwas fehlt, geht es nach aller Logik wohl um ‚Duck and cover‘. Wie vermittelt man Kindern und Jugendlichen die Wichtigkeit von Schutz vor Kriegseinwirkungen ohne nebenbei einen potentiellen Feind als ‚Hort des Bösen‘ aufzubauen? Naturkatastrophen sind unpersönlich, eine Bombe bedeutet: jemand will dich töten, weil du dort bist, wo du eben bist, weil du im falschen Land lebst. Geeigneter Unterrichtsstoff in einer Welt, die überall Bedrohungen sieht und vermutlich nur durch Kooperation überleben kann? Wer glaubt, in Deutschland die Bevölkerung auf einen Krieg vorbereiten zu können ist m.E. schon blauäugig.

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  vhh

„ Beides, Erste Hilfe und Katastrophen- oder Feuerübungen gibt es schon an den meisten Schulen“
Echt jetzt? Flächendeckend Unterricht in Erster Hilfe, regelmäßig in jedem Schuljahr? Wäre mir neu. Und das Sie die jährliche Feueralarmübung „wir laufen gemeinsam nach dem Alarm zum Sammelplatz“ jetzt ernsthaft als Wissensvermittlung im Katastrophenfall bezeichnen wollen, glaube ich nicht. Dazu schätze ich Ihre sonstigen Kommentare zu sehr.
Es geht bei einem potentiellen Zivilschutzunterricht nicht darum, ein Feindbild aufzubauen, sondern darum, im Notfall anwendbares Wissen zur Verbesserung der eigenen bzw. der Situation seiner Mitmenschen zu vermitteln. Fragen Sie einfach mal THWler.

Tim Bullerbü
3 Monate zuvor
Antwortet  vhh

Glauben Sie ernsthaft, dass die deutsche Regierung darüber entscheidet, einen Krieg zw. Russland und NATO zu verhindern?
Ich empfehle eine Statistik zu Rüstungsausgaben und Militärstärke.
Wir sitzen am Katzentisch…

Lisa
3 Monate zuvor

Ich erinnere mich noch gut an den eigenen Unterricht in Zivilschutz. Unter den Schreibtisch oder eine Aktentasche hochhalten oder ähnliches, wenn die Bombe fällt. Resultat waren die Ostermärsche und auch die Gründung der Grünen, damals so eine kompromisslose Friedenspartei, dass sie in die sicherheitsrelevanten Ausschüsse beinahe nicht zugelassen wurde.
Liebe Politiker, wollt ihr solch einen Aufbruch wirklich noch einmal riskieren?

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Wollen ist definitiv nicht die Frage. Der Punkt ist, müssen wir aufgrund der Hegemonialbestrebungen einzelner Großmächte im Osten Europas und in Asien sowie den möglichen politischen Entwicklungen in den USA uns mit der militärischen Bedrohungslage und den Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung stärker auseinandersetzen.

Btw die Länder haben ihre Zusagen zur besseren Finanzierung und Ausstattung des Katastrophenschutzes nach der Flutkatastrophe im Ahrtal und in NRW auch noch nicht in vollem Umfang erfüllt. Durch das Aussetzen der Wehrpflich fehlt es den Hilfsorganisationen zunehmend an Personal, da es ja auch keinen Ersatzdienst mehr gibt. Während des Kalten Krieges lag der Personalbedarf für den Zivilschutz bei 10% der Wehrpflichtigen Und darüber hinaus schaffen es viele Kommunen als Träger des Rettungswesens es nicht, ausreichend Personal für den Rettungsdienst zu gewinnen. Es soll auch gemeinden Geben, die sich mit dem thema Pfilchtfeuerwehr beschäftigen müssen.

Ob Frau Ministerin die richtige ist, diese Debatte anzuschieben, wage ich allerdings zu bezweifeln. Die FDP hat sie vorgeschickt, um die debatte um die einführung einer allgemeinen Dienstpflicht auf diesem Wege zu torpedieren.

SB HS Lehrer
3 Monate zuvor

Frau Ministerin mag sich mal besser informieren dass gibt es nämlich bereits alles – wird halt nur nicht immer umgesetzt:

Land BW – kennenlernen von HiOrgs:

https://zsl-bw.de/,Lde/Startseite/im-fokus/im-fokus-katastrophenschutz-schulen

Hier zu erwähnen auch der verbindliche Tag in Klassenstufe 6:

https://zsl-bw.de/,Lde/15256038

Dann gibts es für alle Schulen und für die Bevölkerung noch sogenannte EHSH Kurse:

https://www.bbk.bund.de/DE/Themen/Akademie-BABZ/BABZ-Angebot/Studium-Ausbildung-im-BeVS/EHSH/ehsh_node.html

Dann muss man nur auf die örtlichen HiOrgs zu gehen….

Karl Heinz
3 Monate zuvor

Das ist doch mal politische Glaubwürdigkeit pur.
Eine Frau, die kein gutes Haar an der DDR lässt, will nun ausgerechnet den Wehrunterricht neu erfinden…
Leider befindet sich die Dame damit auf der Höhe der aktuellen europäischen Politik.

Gab es nicht mal sowas wie einen Amtseid?
„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen…“

(btw – ich bin nicht KarlHeinz mit Bindestrich)

Walter Hasenbrot
3 Monate zuvor
Antwortet  Karl Heinz

Nur weil die Ministerin anderer Meinung als Sie ist, was dem deutschen Volk nützt, verstößt sie nicht gegen ihren Amtseid.

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Seit wann darf eine Ministerin eine eigene Meinung haben? Muss sie nicht die Parteilinie vertreten?

Hysterican
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Ne eigene Meinung ist bei Stark Watzinger nur insofern ein Problem, weil sie von so unfassbar vielen Themen keine Ahnung hat … und dennoch ihren Senf dazu abgibt.

„Sie können ja gerne eine Meinung haben … aber bitte, Frau St.W. … warum müssen Sie diese immer öffentlich machen.“

German Fux
3 Monate zuvor

Es ist unwahrscheinlich, dass wir in Deutschland in der Zeit des ewigen Friedens angekommen sind. Dass auch hier sehr wahrscheinlich irgendwann wieder Krieg ist wird verdrängt, so wie verdrängt wurde, dass es Pandemien gibt. Wenn morgen Deutschland Kriegsschauplatz wäre wüsste keiner, was zu tun ist. In meiner Schulzeit gab es noch Übungen, wie man in die Schutzräume kommt.

Uwe
3 Monate zuvor
Antwortet  German Fux

Wenn es wieder einen Krieg gibt ist das mit Sicherheit ein atomar geführter. Und da weiß keiner was zu tun ist weil es nichts zu tun gibt (außer zu verdampfen/zu verbrennen/an Krebs zu krepieren)

-mm-
3 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Hätte ich vor zwei Jahren rein theoretisch auch so eingeschätzt. Aber so leicht kommen wir meines Erachtens im Falle eines Krieges nicht davon. Bis zum Verbrennen und Verdampfen könnte der Weg nochmals lang und steinig werden (siehe Ukraine). Allerdings bin ich dafür, dass im Zuge einer Aufklärungskampagne bezüglich eines Zivilschutzes erst mal die Erwachsenen aufgeklärt werden. Oder geht es beim „unverkrampften Verhältnis zur Bundeswehr“ doch eher um die Anwerbung junger Menschen für den Dienst an der Waffe. Dann bitte Klartext.

Tim Bullerbü
3 Monate zuvor
Antwortet  Uwe

Das wissen Sie nicht.

kazoo
3 Monate zuvor
Antwortet  German Fux

In meiner Schulzeit gab es überhaupt keine Schutzräume mehr.

Wutbürger
3 Monate zuvor
Antwortet  German Fux

„Wenn morgen Deutschland Kriegsschauplatz wäre wüsste keiner, was zu tun ist.“

Also ich schon: weg aus Deutschland.

Indra Rupp
3 Monate zuvor

Es ist schon auffällig, dass auf einmal alle Parteien für Wehrpflicht, Schutzräume bauen und Schutzübungen in Schulen sind. Es scheint mir, dass den Parteien die Bedrohung von Putin viel bewusster ist, als sie uns ahnen lassen und damit wir nicht in Panik geraten, verallgemeinern sie mit Krisen und Pandemie und „kann ja nicht schaden“ und so…

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Aus meiner Sicht haben sie damit auch recht. Putin ist ein Irrer – der handelt nicht rational. Ich erinnere an Politiker, die noch im Februar 22 felsenfest überzeugt waren, dass Putin nur ein Manöver an der ukrainischen Grenze durchführen will und nie im Leben einen Krieg anfangen würde.

Lisa
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

. Ich halte schon die Ukraine rational gesehen für irre, da sie dort glauben, einen Krieg gegen die Atommacht Russland gewinnen zu können. Das ist keine moralische Wertung. Die Ukraine wurde angegriffen. Aber es geht nicht nach Moral sondern um Realität.

Wutbürger
3 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Das Gegenteil ist der Fall (hatte ich hier in einem laangen Beitrag aus militärischer und geostrategischer Perspektive ausgebreitet, wurde aber, warum auch immer, nicht veröffentlicht), Putin geht sehr rational vor und warum das bei dem politischen Agieren sogar noch gefährlicher sein kann.

Canishine
3 Monate zuvor

Ich bin auf die Handreichungen (duck and cover?) und Fortbildungen für Lehrer (im Gelände?) gespannt.

Hysterican
3 Monate zuvor
Antwortet  Canishine

„Duck & cover“ dann aber bitte laminiert, damit die Handreichung beim robben durch den Dreck nicht gleich unleserlich wird.

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Canishine

Theoretisch könnte ich so eine Fortbildung anbieten.

Praktisch würde ich einfach nix sagen und nach Hause fahren.
Die BW-Verächter können sich in dem (hoffentlich nie eintretenden) Fall einfach mal selbst schützen.
Nicht, dass noch jemand mit toxischer Maskulinität belästigt wird…

SB HS Lehrer
3 Monate zuvor

Bei den ganzen Kommentaren hier gehe fest davon aus, dass die große Mehrheit die das ablehnt keine Ahnung hat was von Ihnen…

im Verteidigungsfall gesetzlich verlangt wird
im Katastrophenfall gesetzlich verlangt wird
in der Feststellung einer außergewöhnlichen Einsatzlage verlangt wird
oder
was ihr jeweiliges Landesfeuerwehrgesetz zur ihrer Pflicht zum Helfen aussagt…

und die meisten werden nicht in irgendeiner Form vorbereitet sein und/oder mit ihren Kids drüber gesprochen haben….

Aber sich im Zweifelsfall auf den Staat verlassen….

dickebank
3 Monate zuvor
Antwortet  SB HS Lehrer

Pflichtfeuerwehr – sach ich nur:(

SB HS Lehrer
3 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Ne noch viel banaler:

§ 30
Heranziehung zur Hilfeleistung
(1) Wer einen Brand bemerkt, hat unbeschadet der Anzeigepflicht nach § 29 bis zum Eintreffen der Feuerwehr alle in seiner Kraft stehenden Maßnahmen zur Rettung von Menschen und zur Brandbekämpfung zu ergreifen

447
3 Monate zuvor
Antwortet  SB HS Lehrer

Schon.

Aber wer in Bubuland soll sowas durchsetzen?

Verstaubte Patagraphen einer (in dieser Hinsicht, nicht in allen Hinsichten) besseren Zeit.

Realist
3 Monate zuvor

Bevor man den „Zivilschutz im Kriegsfall“ an den Schulen trainiert, sollte man erst einmal die Profis entsprechend einsetzen:

„Von den derzeit rund 180.000 Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr stehen derzeit nur wenige Zehntausend in einsatzbereiten Kampfverbänden. Die Bundeswehr braucht also nicht nur mehr Soldaten. Zugleich muss der Anteil – in der Terminologie von Minister Pistorius – „kriegstüchtiger“ Soldaten in der Gesamtstärke wachsen.“
https://www.focus.de/politik/deutschland/ex-oberst-bundeswehr-braucht-400-mrd-euro-um-kernaufgaben-erfuellen-zu-koennen_id_259755073.html

Rainer Zufall
3 Monate zuvor

Großartig! Wie früher „duck and cover!“

Der Atomkrieg ist gewiss und wir können uns durch Ducken schützen…
Was für eine Zeit!

Sepp
2 Monate zuvor

Statt mit Schlagwörtern wie Zivilschutz um sich zu werfen, wäre es spannend, welche Inhalte sich die genannten Politiker dann in der Schule vorstellen:

– Regelmäßige Erste Hilfe-Ausbildung für alle Kinder wäre sinnvoll, aber ist das schon Zivilschutz?

– Sicher könnte man mit der THW-Jugend tolle, praktische Angebote machen. Das würde dort auch für mehr Teilnehmer sorgen.

– Je nach Standort ist die Bundeswehr auch ein wichtiger Arbeitgeber. Dennoch werden solche Veranstaltungen mit der Bundeswehr teilweise sehr kritisch gesehen.

Was soll man also in der Schule konkret machen?