Lehrerin, die Mehrarbeit verweigert hatte, lenkt ein – Kündigung vom Tisch

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STENDAL. Der Fall einer Lehrerin aus Sachsen-Anhalt, die die dort verpflichtende zusätzliche Unterrichtsstunde pro Woche nicht leisten wollte und der deshalb gekündigt wurde, sorgte im vergangenen Herbst für Schlagzeilen. Nun haben sich die Frau und das Landesschulamt geeinigt. Die Parteien hätten bei einem Kammertermin vor dem Arbeitsgericht Stendal am Donnerstag einen Vergleich geschlossen, erklärte ein Gerichtssprecher. 

Das Gericht musste nicht urteilen. Foto: Shutterstock

Demnach hat die Klägerin für die Zeit nach Zugang der fristlosen Kündigung bis zum 30. April 2024 keine Ansprüche gegen das Land. Das Arbeitsverhältnis wird ab dem 1. Mai 2024 unter Anerkennung der bisherigen Dienstzeiten fortgesetzt, die Frau leistet künftig die umstrittene Vorgriffsstunde. Den Vergleich könnten beide Seiten noch bis zum 26. April 2024 widerrufen.

Um für weniger Unterrichtsausfall zu sorgen, müssen Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen-Anhalt seit den Osterferien 2023 eine Stunde pro Woche zusätzlich vor der Klasse stehen. Diese können sie sich auszahlen lassen oder auf einem Arbeitszeitkonto ansammeln. Die betreffende Lehrkraft hatte sich mehrmals geweigert, die sogenannte Vorgriffsstunde zu leisten. Das Landesschulamt sah darin eine Arbeitspflichtverweigerung und zog Konsequenzen. Die Lehrerin zog vor Gericht. Der Fall war Anfang September bekannt geworden. News4teachers / mit Material der dpa

Lehrerin weigert sich, angeordnete Mehrarbeit zu leisten – fristlos gekündigt! Dagegen wehrt sie sich nun vor dem Arbeitsgericht

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447
1 Monat zuvor

Weichgekocht. 🙁

Enjoy your chicken Ted
1 Monat zuvor
Antwortet  447

War ja klar, von irgendwas muss man leben.

Ist eine ganz tolle Werbung, um neue LK anzulocken.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Setzt trozdem Statements:
– Der Arbeitgeber/Staat kann mit einem erstmal alles machen und einfordern.
– Auch wenn es unsinnig ist, wird weiter darauf gepocht
– Bei Klage stellt man sich sturr und quer
– Probleme werden nicht behoben, sondern man macht an anderen Stellen diese weiter
– Das Verfahren usw. trägt ja sowieso der Steuerzahlen letztenendes? Auf der anderen Seite kostet das gut Geld … Also genau überlegen…
– Jederzeit eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen möglich
– Der Ausgleich ist eben oft nicht da … Da zeitlich einfach so lange gestreckt, bis obsolet.
– Wertschätzung (v. A. hier langfristiger Bediensteter/Mitarbeiter gegenüber)
– Hierarchie siegt im System

Genau das sollte als Beispiel mal mehr medial aufgegriffen werden. Bestimmt eine gute Werbung für den AG. Dazu dann gerne:
„PS: Lehrkräfte werden dringend gesucht“
„PPS: Sicherer und Zukunftsorientierter Job“

Ne, wirklich … Studiert einfach etwas anderes. Falls man mal reinschnuppern will … Quereinstieg/Seiteneinstieg/was auch immer ist schon jetzt „lukrativer“ und sinnvoller. Richtung geht sowieso immer mehr von Lehramtsstudium weg zu allen anderen Möglichkeiten und Öffnungen der Zugänge. Hat eben auch seine Gründe …
Verbeamtung würde ich mir sowieso überlegen. Das oftmals damit verbundene Referendariat ebenfalls.
Wenn man als Hauptpunkt der Verbeamtung „nur noch“ mit mehr Gehalt und Zuschüssen (Ehe/Kinder) ankommt … Ist das sowieso fragwürdig genug. Basiert eben auf ungleicher Behandlung der Bediensteten. Zeigt eigentlich schonmal einen weiteren Ausschnitt der Bindung an den AG.
(Ver-)Beamtung wollen sowieso immer weniger junge AN … Die haben da ganz andere Prioritäten.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

„(Ver-)Beamtung wollen sowieso immer weniger junge AN … Die haben da ganz andere Prioritäten“

Wo haben Sie denn diese Info her?

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Aus mehreren Gründen und Perspektiven. Klar geht einiges „überein“ – also es ist nicht die Rede von „nimmt man die Verbeamtung mit“ oder nicht. Da würden die Meisten sie wohl mitnehmen. Es geht darum, ob man Berufe mit Verbeamtung – v. A. wegen Verbeamtung – macht/anfängt. Dazu noch bestenfalls den Job als Ganzes.
https://beamten-infoportal.de/magazin/beruf/lehrer/fuer-immer-mehr-lehramtsstudenten-spielt-die-verbeamtung-eine-groessere-rolle-als-der-job-selbst/
Also um sowas ginge es, nur eben im Allgemeinen – also ausgeweitet auf generell junge Menschen. Prioritätensetzungen eben. „Unter welchen Bedingungen lasse ich mich verbeamten“.

Daher einige Anregungspunkte:

Schaut man sich die Berufe an, welche überwiegend verbeamten, stellt man einen massiven Fachkräftemangel fest. Kann jetzt rein an den Berufen liegen, kann jedoch auch an einer immer geringeren Attraktivität der Verbeamtung liegen.

Im Unterricht befrage ich meine SuS regelmäßig (WiB und auch so) dazu. Welche Prioritäten diese zumindest haben. Dort werden oft Argumente gegen die Verbeamtung angebracht. V. A. wegen fehlender Flexibilität und dem „starren System“ – also der Arbeitgebergebundenheit. Das war früher anders.

Im Gespräch mit Menschen (Freunde, Familie, Bekannte, Fremde) sehe ich tatsächlich persönlich auch einen Wechsel der Ansicht. Die „Altbeamten“ meckern da gerne mal über die Verbeamtung, würden sie jedoch wieder machen zum Teil und empfehlen dies weiterhin (sicherer Job). Die „Jüngeren“ sind da durchaus viel kritischer und entscheiden sich wohl öfter dagegen. Auch von der Empfehlung.

Ich hatte damals mit der Beratungsstelle für Lehramtsausstieg der örtlichen Arbeitsagentur gesprochen. Diese meinte, dass immer mehr Menschen die Verbeamtung aufgeben. Aus unterschiedlichen Gründen natürlich. Aber man ein „Wechsel“ merkt. Die Abbrecher des Lehrerberufs und Referendariats stiegen.

Schaut man sich Statistiken und Umfragen zu den Prioritäten an, dann ist die „Arbeitssicherheit“ zwar noch hoch, aber nicht zwangsmäßig durch die Verbeamtung abgedeckt. Da Fachkräftemangel. Weitere Gründe wie Work-Life und Flexibilität, sowieso 4-Tage-Woche (35 Std. Bspw.) und (flexibles) Homeoffice sind momentan (wohl) führend. Die Verbeamtung ist diesbezüglich nicht vorteilhaft.
https://www.derstandard.de/story/2000144775852/was-sich-arbeitnehmer-am-meisten-wuenschen
https://de.statista.com/infografik/5400/prioritaeten-der-europaeer/
https://www.ihk.de/konstanz/servicemarken/presse/aktuelles/ihk-umfrage-zur-arbeitswelt-5924022
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtschaft/arbeit-und-beruf-das-wuenscht-sich-die-generation-z-19291747.html
https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/jobwechsel-forsa-umfrage-stress-100.html
https://www.business-punk.com/2023/11/money-money-money-die-plausible-wahrheit-ueber-prioritaeten-bei-der-berufswahl-junger-menschen/
https://www.spiegel.de/start/junge-erwachsene-legen-wert-auf-hohes-gehalt-und-work-life-balance-spiegel-umfrage-zu-prioritaeten-im-job-a-33fc2397-a067-4549-a30e-219444960a99

Auch die Arbeitgeberbindung/Betriebszugehörigkeit spielt immer weniger eine Rolle – viele wollen durchaus öfter mal frischen Wind und wechseln den AG. Da steht eine Verbeamtung ebenfalls entgegen.
https://www.experteer.de/magazin/warum-headhunter-alle-drei-jahre-zum-jobwechsel-raten/
https://www.stepstone.de/magazin/artikel/wie-oft-den-job-wechseln-auswirkungen-auf-lebenslauf-und-karriere

Natürlich kann ich mich diesbezüglich auch täuschen. Aber die Zahlen sprechen für mich einfach sehr deutliche Zeichen. Es geht hier allerdings nicht um „Verbeamtung und 1500 Euro mehr, dafür gleiche Arbeit“. Da ist es doch recht eindeutig Pro für Verbeamtung. Sondern eben als Prioritätensetzung der Berufswahl.
Und da – denke ich sehr eindeutig für mich – ist die Verbeamtung immer weniger von Interesse -> Zumindest in der jetzigen Zeit und Lage. Das kann sich natürlich wieder ändern.
Ist auch nur meine Erfahrung, Deutung und Einschätzung.
Vielleicht irre ich mich auch. Würde mich allerdings sehr wundern.

Gerne Quellen, welche das Gegenteil zeigen, falls Sie was hätten.

Blumenmädchen
1 Monat zuvor

Sie kommt zurück, dafür kommen immer weniger frisch rein 🙁

Quereinsteiger kommen zum BewGespräch und fordern die 4-Tage Woche.
Jungeinsteiger möchten nicht nachmittags und freitags arbeiten.
Eine Kollegin wollte 2 Tage aus dem homeoffice arbeiten, weil sie 50 km weg wohnt.

Klar müssen wir uns an die Gen Z und an die neue worklife Balance anpassen, sonst kommt tatsächlich kein frisches Personal rein und viele wandern in attraktivere Berufsfelder ab.

Es ist schwierig und traurig bei dem Lehrkräftemangel 🙁

Tabsi
1 Monat zuvor
Antwortet  Blumenmädchen

Wieso sollten Quereinsteiger was anderes fordern als die, die schon jahrelang und grundständig ausgebildet und meist auch als Beamte tätig sind?

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Blumenmädchen

„Quereinsteiger kommen zum BewGespräch und fordern die 4-Tage Woche.
Jungeinsteiger möchten nicht nachmittags und freitags arbeiten.
Eine Kollegin wollte 2 Tage aus dem homeoffice arbeiten, weil sie 50 km weg wohnt.“

Aber glauben Sie, dass es wirklich möglich ist, allen genannten Fällen entgegenzukommen?

Ich bekomme die Ansprüche einiger Bewerber in einer anderen Branche mit. Und ich sehe bei vielen der Bewerber keinen Mehrwert für das Unternehmen, wenn diese unter diesen Bedingungen eingestellt werden.

Von daher bin ich der Meinung, man muss auch als Arbeitgeber einen gewissen Mindeststandard erwarten. Ein Krankenpfleger oder Busfahrer muss nun Mal dann arbeiten, wenn seine Arbeitsleistung benötigt wird. Wenn nun alle Krankpfleger sagen: „Nachtschicht mache ich nicht“ und kündigt deshalb, funktioniert das gesamte System nicht. Ähnliches gilt für Lehrer und viele andere Berufe.

Hans-Harald
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Ne, sehe das anders, Dip.
Es werden dann nicht mehr viele junge Leute Lehrer oder Lehrerin und andere kündigen und suchen sich andere Berufe.
Das sehen wir schon so in NRW.

Von daher, muss man irgendwie entgegenkommen.
Wenn sie 1 Homeoffice Tag möchten, dann sollen sie den bekommen.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans-Harald

Warum sollen sie den bekommen? Wieso soll HomeOffice oder vier Tage Woche als selbstverständlich gelten?

Im Umkehrschluss könnte ein anderer Bewerber sagen: „Ich werde nur noch Lehrer, wenn ich mind. 150K Euro per anno bekomme“. Wäre genauso legitim. Wird er aber nicht bekommen….

Besseranonym
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Der Vergleich hinkt schon arg @Dip.
Ich denke, die Wirtschaft würde die Lehrerworkaholics in großem Umfang gar nicht verkraften; da käme Unruhe in der Belegschaft auf. Ein anderer LuL Teil ist gewohnt, regelgetreu alles mit auszusitzen, nicht streikgeeignet.
Wieder ein anderer strebt unter Anwendung aller möglicher Methoden nach oben, he Konkurrenz, das würde so manchem auch in der freien? Wirtschaft nicht gefallen. Also…

Den zugehörigen Smiley dürfen Sie jetzt generieren. 🙂

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Weil es in vielen akademischen Bereichen so ist?

Ja, das könnte man. Wenn das Durchschnittseinkommen bei 150K-200K liegt, wäre das auch nicht unrealistisch. Kommt eben auf „die Konkurrenz“ und „den Standard“ an.

Tabsi
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Durchschnittseinkommen von 150-200k?
Für wen? Für einen Lehrer?
Wo bitte ist das DURCHSCHNITTSeinkommen bei 150-200k?
Ich erwarte ernsthafte Antworten.
Und ja: ein Firmenchef verdient das. Aber wir reden von LEHRERN. Also der BELEGSCHAFT!
DIE Firma will ich sehen, bei der DIE BELEGSCHAFT im DURCHSCHNITT 150-200k verdient.
Selten habe ich sowas herphantasiertes gelesen.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Tabsi

Entweder meinen Text nicht richtig gelesen oder fehlende Lesekompetenz – dann das mal angehen und üben. Oder eben genau lesen. Gleiches gilt für den einen grünen Daumen …

Ich erkläre es Ihnen jedoch gerne:
Mein Kommentar bezieht sich auf „DerDip“ – dieser brachte die 150k als Beispiel einer Forderung ein.
Ich habe darauf geantwortet und geschrieben „WENN“ … Nicht, dass es das momentan ist oder sein wird. Es handelt sich somit um ein hypothetisches Beispiel -> Daher ist das „Selten habe ich sowas herphantasiertes gelesen.“ Quatsch. Das sollte auch so dermaßen eindeutig sein, dass Ihr Beitrag eigentlich reine Satire wäre. Vielleicht ist er das auch?

Manchmal frage ich mich halt echt … Wie kann man das jetzt falsch verstehen? Sind sogar zwei eindeutige Schlüsselbegriffe mit „WENN“ und „wäre“ enthalten.
Bitte erklären Sie es mir. Rein aus Neugierde.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Tabsi

Richtig. Es ist unrealistisch. Eben genauso unrealistisch wie HomeOffice für Lehrer (zumindest wenn es über das heutige HomeOffice der Vor und Nachbereitung und Arbeitsorganisation gehen soll).

Genauso sind Arbeitszeiten nach „Wünsch Dir Was“ unrealistisch.

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Aber es gibt viele realistische Möglichkeiten, aber die werden eben auch nicht umgesetzt.
Sicherlich wird das schwierig mit der 4-Tage-Woche, aber Stundendeputate von 27 oder gar 28 Stunden gehen auch nicht und da kann man definitiv etwas drehen, auch wenn das vielleicht bedeutet, dass der Unterricht nicht mehr bis 15 Uhr geht.

Und sicherlich müssen es keine 150k bis 200k € als Gehaltsvorstellung sein, aber was ich erwarten kann, ist, dass wenigstens genügend Förderstellen und Beförderungen möglich sind.
Es ist schlicht eine Frechheit, dass die Eingruppierung zu Dienstbeginn inzwischen auch die ist mit der die Meisten in Pension gehen werden?

Wenn Lehrer so dringend benötigte und seltene Fachkräfte sind, dann sollen/müssen die Länder als AG ein paar Benefits offerieren oder einfach die Sch…. halten.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Eben. Und im Lehrerberuf ist Home-Office kein Standard.

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Wenn es nicht möglich ist, dann stimmen die Leute mit den Füßen ab. Wenn AG immer noch denken, dass sie eine starke Verhandlungsposition hätten, haben sie sich geschnitten. Und eines ist klar: Eine Lehrkraft für vier Tage haben ist besser als keine Lehrkraft für fünf Tage.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  JoS

Wenn sich wirklich eine vier Tage Woche in der Breite Durchsetzen sollte (was dann die Konsequenz wäre), so wurde der Fachkräftemangel sprunghaft um bis zu 20 Prozent ansteigen. Das muss die Gesellschaft als ganzes dann auch schaffen.

Zu ihrem Argument: Eine Lehrkraft für vier Tage ist besser als keine: Ja, aber nicht, wenn sich die Lehrkräfte die Tage selbst aussuchen kann.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Kommt auf den Bereich drauf an. Gerade in Zeiten der „neuen Technologien“ und AI mit Robotik.
1:1 kann man das sowieso nicht berechnen, da viele trotz der Reduzierung je Arbeitsstunde mehr leisten. Das müsste man dann ebenfalls berückssichtigen. Krankenstand, Work-Life, Motivation, Effektivität/Zeit usw.

Doch, sogar dann. Dann wären bspw. Doppeltbelegungen und Reserven zu den Zeiten möglich. Dazu Vertretungsabdeckungen. Ebenfalls Einarbeitung in Themen und (flexible) Workshops. Projekte. Was auch immer. Bei vielen solchen „nur Montag – Donnerstag“ und „nur Mittwoch – Freitag“ Arbeitenden könnte man Zuteilungen machen. Die Frage ist dann eben: Ist der Mensch (Angestellte) nicht flexibel genug oder das System nicht? Beides sind Faktoren der Regulation.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

„1:1 kann man das sowieso nicht berechnen, da viele trotz der Reduzierung je Arbeitsstunde mehr leisten. Das müsste man dann ebenfalls berückssichtigen. Krankenstand, Work-Life, Motivation, Effektivität/Zeit usw“.

Das Argument kenne ich (kommt ja meistens von Akademikern). Dann Frage ich diese: Warum bietest du deiner Putzkraft zu Hause nicht an, für das gleiche Geld kürzer zu putzen? Als Antwort kommt dann: „Das ist ja was anderes“.

Ist es aber nicht. Kann ein Lehrer mehr Klassenarbeiten pro Stunde korrigieren, wenn der nur vier Tage die Woche arbeitet? Kann ein Lehrer mehr als 80 Prozent der Prasenstunden erteilen, wenn er seine Arbeitszeit um 20 Prozent kürzt? Kann ein Lehrer trotz vier Tage Woche alle Elterngespräche wie zuvor wahrnehmen? usw?

Das Argument, die vier Tage Woche sei effektiver wird immer wieder mal in den Medien verbreitet. Es ist genauso falsch, wie das Argument, HomeOffice sei per se effektiver. Beides ist für viele Arbeitnehmer bequemer. Das hat aber nichts damit zu tun, in es für die Arbeitgeber und die Kunden dieser besser ist.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Man muss vielleicht nicht bei allem entgegenkommen. Aber etwas zumindest. Je nachdem sind Sachen wie „lieber Nachmittags“ und „lieber Vormittags“ an vielen Tagen zumindest möglich. Ebenso eine 3-4 Tage Woche bei Teilzeit …
An einigen Privatschulen geht das zumindest. Dann sind ggf. eben zwei Teilzeitlehrkräfte anstatt einer Vollzeitlehrkraft da. Besser als gar keine.

Berufspädagoge
1 Monat zuvor

Leider ist dieses ein Signal an alle Lehrer_innen in Sachsen-Anhalt, dass der AG/Dienstherr mit Gutsherrenart seine Leibeigenen nun doch zur Übergriffsstunde zwingen kann. Aber die Kollegin muss ja von irgendwas leben und die Arbeit machte ihr trotz der schlechten Bedingungen immer noch Freude. Ein fatales Signal für alle jungen Interessenten, aber mit teuren Headhuntern wird sich schon der eine oder andere Quereinsteiger von irgendwo in der Welt finden. #kurzfristig denken. sachsen-anhalt

AlexZ
1 Monat zuvor
Antwortet  Berufspädagoge

Habe ein Gespräch mit einem Papa gehabt, der Systemintegration und Entwicklung bei Waschmaschinen für namhafte Hersteller macht 5 Tage Homeoffice. Er bekommt mehr als 10k€ pro Monat und fragte mich wie das mit Quereinstieg funktioniert, weil er Kindern gerne etwas über Technologie und Computer beibringen will (Informatik und Mathematik etc.). Den Zahn habe ich Ihn gezogen.
1. 4k wenige Brutto im Monat.
2. Kein Budget, Haushaltssperren …
3. Pro Klasse max 3-6 interessierte Kinder von 25 bis 30.

Ich konnte nichts Positives erklären oder beisteuern, außer dass es dann Pro Schuljahr vielleicht 10 SuS gibt die dann technisch interessiert und gebildet sind. Im Gegenzug knapp 50k € weniger Brutto.

Quartett
1 Monat zuvor

Kleiner Hinweis: Stendal ohne „h“.

Zum Rest: hatte diese Woche eine Rentenberatung, um meine Optionen durchzugehen

Oh mein Godd
1 Monat zuvor

Das macht die Dame bei dem Gehalt.
Sollte sie zur Lufth. gehen, die kriegen bis zu 17% mehr und Ausgleich.
Oder zur IGm

Die Dame kann den Reallohnverlust erleben und kriegt keinen Freizeitausgleich.

DerDip
1 Monat zuvor
Antwortet  Oh mein Godd

Ja, auf der anderen Seite ist das Gras grüner… So ein Quatsch.

Aktuell scheinen immer noch mehr Quereinsteiger in den Lehrerberuf zu drängen als Lehrer in andere Berufe…

447
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

Weil sehr, sehr viele das nicht durchrechnen und/oder (wie ich) gerade noch in der guten Zone sind.
Aber keine Sorge, da geht noch was.

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Die Zone kann man sich ja einrichten und da muss jeder selbst in sich gehen und klären, wie er reagieren wird. Ich hätte jedenfalls nicht geklagt oder wäre so auch nicht auf Konfrontation gegangen. Wozu der Stress?
Es ist ja nicht so, dass so eine Behandlung nur eine Einbahnstraße wäre. Wir werden sehen, wie sich zukünftig dort der Krankenstand entwickelt.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  DerDip

„Zu drängen“ vor allem. Deshalb werden Quereinsteiger jetzt ja auch von der Allgemeinheit bezahlt von Headhuntern gesucht, gern auch im Ausland. So ein Gedränge der Quereinsteiger aber auch…

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

Neue dringend gesucht. Flexible Arbeitszeitauslegung. Heute noch für einen Vorgriff melden!

Pro Mille
1 Monat zuvor

Ist sie denn verbeamtet? Davon las ich nichts. Falls nicht, hat sie vor der ‚Einigung‘ sicher abgewogen und für sich präferiert. Falls sie verbeamtet ist, wäre sie dumm, alle Pensionsansprüche mit 60 aufzugeben und sich gesetzlich nachversichern zu lassen. Da wird sie dann andere Möglichkeiten der Reaktion finden 😉

Pro Mille
1 Monat zuvor

Das ist alles gut und schön- Homeoffice, 4- Tage- Woche, Work-life-balance. Doch stehen wir vor einer gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Transformation ungeahnten Ausmaßes. Das geht nicht mit halber Kraft und Flausen im Kopf. Alle werden ranmüssen und ranklotzen, sonst scheitern wir. Und wir Boomer werden auch unseren Teil beitragen.

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  Pro Mille

Komm, spar dir die Durchhalteparolen! Ich gehöre nicht zu deinem „wir“ und werde auch nicht für andere „ranklotzen“. Ich maloche nur noch auf eigene Rechnung (für die Familie), um mich (und meine Lieben) rechtzeitig abzusetzen und dann ist es mir ziemlich egal, ob „ihr“ scheitert.

AlexZ
1 Monat zuvor

Wenns nicht anders geht auszahlen lassen und einmal pro Monat einen KO. Tag nehmen. Zur Gesunderhaltung der Psyche.