BAMBERG. Fünf Jahre lang hat das Forschungsteam der Langzeitstudie INSIDE an 246 Schulen untersucht, wie gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Förderbedarf tatsächlich funktioniert. Die Befunde, veröffentlicht im Sammelband der Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, zeigen: Inklusion gelingt punktuell – aber sie stößt im Alltag immer wieder an Grenzen. Entscheidend sind Haltungen, Strukturen und Beziehungen.

„Wir wollten wissen, wie Inklusion in den Schulen praktisch umgesetzt wird, welche Bedingungen Inklusion fördern, wie Schülerinnen und Schüler unterstützt werden und welche Folgen das gemeinsame Lernen für ihre schulischen Leistungen, ihr soziales Miteinander und ihren weiteren Bildungsweg hat“, sagt Dr. Amelie Labsch, Projektleiterin der Langzeitstudie INSIDE (das Kürzel steht für: Inklusion in der Sekundarstufe I in Deutschland) am Leibniz-Institut für Bildungsverläufe.
Das Forschungsprojekt – eine Kooperation von LIfBi, IQB/Humboldt-Universität, Universität Potsdam und Bergischer Universität Wuppertal – begleitete mehr als 4.000 Schülerinnen und Schüler durch die Sekundarstufe I. Erstmals liegen damit Längsschnittdaten zur schulischen Inklusion in Deutschland vor.
Lehrkräfte im Fokus: Kooperation als Schlüsselfaktor
Einer der zentralen Befunde betrifft die Zusammenarbeit von Regel- und Sonderpädagoginnen und -pädagogen. „Die Kooperation von allgemein- und sonderpädagogischen Lehrkräften ist zentral für erfolgreichen inklusiven Unterricht“, heißt es in der Pressemitteilung.
Im INSIDE-Band konkretisieren Jacquelin Kluge und Kolleginnen diese Aussage anhand einer Befragung von mehr als 1.200 Lehrkräften aus 234 Schulen. „Das Gefühl der Vorbereitung auf den gemeinsamen Unterricht, die Selbstwirksamkeit sowie eine positive Arbeitsatmosphäre“ hängen eng mit der Qualität der Zusammenarbeit zusammen, schreiben sie. Regelschullehrkräfte bewerten die Kooperation dabei positiver als Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen.
Zudem zeigen sich klare strukturelle Einflussgrößen: Schulen, deren Leitung Kooperation fördert und Ressourcen bereitstellt, erzielen bessere Ergebnisse. „Selbsteinschätzungen könnten durch soziale Erwünschtheit beeinflusst sein“, merkt das Team an – ein Hinweis darauf, dass Anspruch und Wirklichkeit im Kollegium nicht immer deckungsgleich sind.
Digitale Medien: Haltung zählt mehr als Ausstattung
Wie stark digitale Medien zur Differenzierung beitragen, hängt laut INSIDE weniger von der Technik als von der Haltung ab. Lehrkräfte, die sich gut auf inklusiven Unterricht vorbereitet fühlen, stehen digitalen Medien offener gegenüber. „Deutsch- und Mathematiklehrkräfte an inklusiven Regelschulen der Sekundarstufe I sehen digitale Medien somit durchaus als Chance für Differenzierung im inklusiven Unterricht“, schreiben Katrin Böhme, Robert Reggentin und Cornelia Gresch.
Gleichzeitig gibt es Grenzen. In besonders heterogenen Klassen, etwa mit vielen Schülerinnen und Schülern mit Rechenschwäche, sinkt die Zustimmung zum Medieneinsatz. Die Forschenden vermuten einen Überforderungsfaktor: Wer täglich sehr unterschiedliche Leistungsniveaus bedienen muss, empfindet digitale Differenzierung eher als Belastung denn als Entlastung.
Demokratiebildung: Wo Vielfalt gelebt wird, wächst Mitbestimmung
Ein weiterer Beitrag – verfasst von Cornelia Gresch, Annika Francke und Lena Külker – zeigt, dass schulische Inklusion und Demokratiebildung positiv zusammenhängen. „Demokratiebildung ist konzeptionell mit schulischer Inklusion assoziiert“, so die Autorinnen.
Empirisch bestätigt sich das: Schulen mit einer stark inklusiven Ausrichtung berichten über „eine ausgeprägtere demokratische Schulkultur“. „Mehrebenenmodelle weisen auf eine hohe Bewertung der Demokratiebildung hin, die von Lehrkräften höher eingeschätzt wird als von Schüler:innen“, schreiben die Forscherinnen.
Ihr Fazit: Inklusives Denken stärkt demokratisches Denken – und umgekehrt. Wo Vielfalt als Normalität gilt, wird auch Teilhabe und Mitbestimmung gefördert. „Für die inklusiven Rahmenbedingungen zeigen sich positive Effekte, die sich teilweise zwischen Schüler:innen und Lehrkräften unterscheiden.“
Kompetenzen: Lernfortschritte ja – aber auf sehr unterschiedlichem Niveau
Die INSIDE-Kompetenzmessungen gehören zu den umfangreichsten, die in Deutschland je zu Inklusion durchgeführt wurden. Getestet wurde mehrfach zwischen Jahrgangsstufe 6 und 7 – in Lesen und Mathematik, mit standardisierten, psychometrisch überprüften Tests auf Basis des Nationalen Bildungspanels (NEPS).
„Alle Schüler:innen wurden unabhängig von ihrem Förderbedarf in die Erhebung einbezogen“, heißt es. Dazu wurden Testhefte und Bedingungen angepasst, etwa durch vereinfachte Instruktionen und Unterstützungsangebote.
Das Ergebnis: Alle Lernenden machen Fortschritte, doch die Abstände bleiben groß. Besonders Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen zeigen schwächere Zuwächse als solche mit dem Förderschwerpunkt Sprache. „Die Ergebnisse spiegeln die aktuelle Heterogenität schulisch erworbener Kompetenzen wider“ – und belegen, dass differenzierter Unterricht grundsätzlich funktioniert, wenn die Bedingungen stimmen.
Universal Design for Learning: Differenzierung ist kein Allheilmittel
Ein weiteres Kapitel widmet sich dem Konzept des „Universal Design for Learning (UDL)“. Es beruht auf drei Prinzipien: Inhalte auf verschiedene Weisen darstellen, unterschiedliche Ausdrucksformen zulassen und vielfältige Lernwege eröffnen. Ziel ist es, Unterricht von vornherein so zu planen, dass alle Schüler:innen Zugang zu Lerninhalten erhalten.
Die INSIDE-Auswertungen zeigen: Lehrkräfte wenden UDL-Prinzipien im Deutschunterricht häufiger an als in Mathematik. Im Fach Deutsch bleibt der Effekt auf die Lesekompetenz neutral – in Mathematik zeigt sich überraschend ein „signifikanter negativer Effekt“ auf die Lernentwicklung.
Die Forschenden warnen vor Fehlinterpretationen: In leistungsschwächeren Klassen wird Differenzierung häufiger eingesetzt, was den Effekt verzerren kann – ein klassisches Beispiel für das Simpson-Paradoxon, bei dem äußere Rahmenbedingungen einen scheinbar negativen Zusammenhang verursachen.
Soziale Teilhabe: Inklusion bleibt verletzlich
Besonders sensibel fallen die Befunde zur sozialen Integration aus. Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf berichten durchgehend eine niedrigere soziale Partizipation als ihre Mitschüler:innen ohne Förderbedarf – am stärksten bei Förderschwerpunkten im Bereich emotionale und soziale Entwicklung.
„Im Laufe der Sekundarstufe I sinkt die selbsteingeschätzte soziale Partizipation bei allen Schülerinnen und Schülern“, heißt es im Band. Entscheidend ist hier die Beziehungsqualität: „Positive Lehrkraft-Schüler:innen-Beziehungen reduzieren diesen Rückgang der sozialen Partizipation.“ Individualisierender Unterricht, der unterschiedliche Lernvoraussetzungen berücksichtigt, stärkt zudem das Zugehörigkeitsgefühl.
Fazit: Inklusion ist machbar – aber nicht selbstverständlich
Die INSIDE-Studie zeigt kein Schwarz-Weiß-Bild. Weder gelingt Inklusion flächendeckend noch scheitert sie systematisch. Sie hängt von den konkreten Bedingungen ab – auch von Haltungen, von Zusammenarbeit und von Führung. „Auf Schulebene erweisen sich eine förderliche Schulkultur und unterstützendes Schulleitungshandeln als zentrale Einflussfaktoren“, heißt es im INSIDE-Sammelband. Oder, wie es die Gesamtergebnisse andeuten: Wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen, kann Inklusion gelingen – zum Nutzen aller. News4teachers
Hier lässt sich der Sammelband gratis herunterladen (nicht vom offenbar verunfallten Titelbild irritieren lassen).
Haltung – alle Lehrkräfte wollen guten Unterricht für alle SchülerInnen. Praktisch nicht realisierbar, habe ich jetzt eine negative Haltung? Ist es eine zu realistische Einstellung, wenn ich zugebe, mit drei Leistungsniveaus plus FS Lernen plus dreimal ESE-Individualbetreuung überfordert zu sein? Positive Haltung reicht nicht, um die Aufgabe zu bewältigen. Übrigens, auf welchen gemeinsamen Unterricht mit den Förderkollegen bereite ich mich vor, es gibt kaum Doppelbesetzungen? Wann haben die eigentlich Zeit für diese ‘Vorbereitung’, wenn sie in fünf bis zehn Klassen SchülerInnen haben?
Strukturen – sind so wie es alle wissen, siehe Doppelbesetzungen oder gemeinsame Vorbereitung.
Beziehungen – mit der späteren Pubertät sind oft die Kontakte zu anderen vorbei. Da nützt auch eine gute Lehrer/Schüler-Beziehung wenig, die bewirkt eher das Gegenteil.
Der UDL-Ansatz ist nicht unbedingt neu, aber kein Effekt beim Lesen und negativer Effekt in Mathematik sprechen nicht gerade dafür, wenn Aufwand und Ergebnis betrachtet werden. Lehrerarbeitszeit gibt es ja genug, also wird eine Interpretation dafür gesucht. Es geht um den Lernzuwachs, der sollte auch bei schwächeren Klassen signifikant sein, doch wenn es keinen oder negativen Effekt gibt…
Fazit also: mal besser, mal schlechter, nirgends ein Rezept wie es funktionieren kann. Nur der gute Rat, noch etwas intensiver und mit viel positiver Einstellung jeden Tag am lecken Schiff weiter zu pumpen. Tut mir leid, aber ich erlebe an einer sehr engagierten Schule jeden Tag, wie die realen Probleme Inklusion erschweren. Das Rezept ist immer, die vorhandenen Leute mit noch mehr Aufgaben und Erwartungen einzudecken. Sorry, aber irgendwann merkt jeder, dass diese emotionale Erpressung nur die Gesundheit kostet. Vielleicht bewirken die Grenzen, die man setzen muss, dann ein Studienergebnis: die Haltung ist hier nicht positiv genug, aber dann ist das eben so.
“Inklusion gelingt punktuell”, sagen die weisen Wissenschaftler. Angekündigt war aber, dass sie flächendeckend gelingen soll.
“Entscheidend sind Haltungen, Strukturen und Beziehungen.” Steht das auch in der EU-Konvention? Und wie führen Staaten die “richtigen Haltungen” ein? Per Gesetz?
Kokonstruktive Kooperation: Ja, sehr gerne! Das hieße: Ich bereite nicht mehr alleine alles vor, der Unterricht wird in Doppelbesetzung durchgeführt.
Realität: Ich bereite alles alleine vor und manchmal sitzt ein Sonderpädagoge im Lehrerzimmer, zieht sich 20 Minuten nach Unterrichtsbeginn „ein paar Kinder raus“ oder blubbert mich in der Pause voll, was ich noch alles machen müsste.
Da liegen Welten dazwischen.
Was bräuchte es?
Ressourcen!
Feste Doppelbesetzung: zu wenig Sonderpädagogen da, auch wenn man heute ALLE Förderschulen dichtmacht – in SH gibt es kaum noch welche, Ergebnis: siehe oben
Feste Beratungs- und Teamzeiten: Dazu müsste das Deputat runter, dazu bräuchte man mehr Lehrer, die gibt es aber nicht.
Ist also nicht falsch, was die Studie sagt, es ist nur wieder mal: sehr wohlfeil und schert sich einen Dreck um die tatsächlichen Möglichkeiten der Umsetzung.
Die üblichen Hinweise auf das richtige Mindset sorgen für den gewohnt schalen Beigeschmack.
“Das hieße: Ich bereite nicht mehr alleine alles vor, der Unterricht wird in Doppelbesetzung durchgeführt.”
Nana, wenn ich es richtig las, begrüßten nicht wenige im Forum den Bau neuer Förderschulen in NRW. Sorry, viele Lehrkräfte wünschen sich, dass Sie diese Arbeit alleine machen 🙁
Viele Lehrkräfte wünschen sich Entlastung.
Da man in Regelschulen immer weiter spart, sehen einige einen Vorteil in Förderschulen: Man müsste diese ausstatten, wenn dort keine Lehrkräfte sind, fällt es auf,
während Inklusion in der Regelschule und Sprachförderung im Kindergarten auch ohne zusätzliche Ressourcen und ohne Entlastung umgesetzt werden muss.
Immer wieder wird schlecht versorgte Inklusion an der Regelschule gegen optimal ausgestattete Förderschulen gestellt,
wir warten noch auf die Umkehrung: schlecht ausgestattete Förderschulen gab es schon, aber wenig Berichte dazu, optimal ausgestattete Inklusion nicht …
Da stellt man dann lieber das Erschleichen von Ressourcen durch Gutachtenerstellung in den Raum, anstatt die Schulen weit besser zu versorgen, ihnen Kooperation zu ermöglichen, da es tatsächlich Partner:innen gibt und das multiprofessionelle Team nicht allein von einer Lehrkraft abgebildet werden muss.
“Viele Lehrkräfte wünschen sich Entlastung.”
Dann sollten sie sich Entlastung wünschen im Sinne von Unterstützung, anstatt Sopäds an Förderschulen abzustellen in der – nicht wahr werdenden – Phantasie, die Inklusion in der eigenen Klasse würde verschwinden 🙁
Naja, vielleicht in den nächsten 15 Jahren…
So, wie Ihre Unterstützung? Mal eine kleine Fördergruppe mit rausnehmen und ansonsten Lehrer beraten, wie man es machen könnte? Ganz tolle Hilfe…..
Genau das. Sopäds an die neuen Förderschulen und nur sporadisch in die weiterhin halbherzige Inklusion.
Danke für Ihre Zustimmung 🙂
(Wie meine Zeit in der Inklusion gestaltet wird, entscheiden die Klassenleitungen)
Aber Ihre Zeit ist doch sowieso zu gering für eine sinnvolle Umsetzung, oder?
Sind wir mal ehrlich … Was sollte man da als Klassenleitung denn großartig erwarten, wenn es bspw. heißt:
1 Stunde in der Woche wäre der Sopäd. für Sie zur “freien” Verfügung.
Toll. Gut. Beratung? Doppelbesetzung? Einzelbesetzung? Planung?
Was denn ? Und wie sehr hilft das denn tatsächlich?
Wird Zeit auf der anderen Seite für bspw. Gespräche und Abstimmung auch gegeben? Ne? Mehraufwand?
Super.
Das sind doch mitunter die Hauptprobleme:
– Zu wenige Lehrkräfte / Lehrkräftemangel
– Zu wenige Sopäds / Sonderpädagogenmangel
– Zu wenige Schulbegleitungen
–> Fachkräftemangel auf allen Seiten
– Zu wenige gezielte Ressourcen
– Zu wenige allgemeine Ressourcen
–> Ressourcenmangel [Raum, Materialien, Fördermaterialien, technische Geräte zur Hilfe/Unterstützung]
– Zu wenig Zeit für
-> Absprachen
-> Planung
-> Kooperationen
-> Gezielte Fortbildungen/Angebote [auch schon im Studium usw.]
–> Zeitmangel [auf allen Seiten]
Das kann doch gar nicht gut funktionieren …
Wie wäre denn die “Herangehensweise/Forderung”:
– Inklusion nur bei/in Klassen mit
-> Schulbegleitung, wenn “benötigt”
-> Sonderpädagogen mit genug Stunden/Deputat [erstellen die Förderpläne, stellen Materialien, arbeiten ggf. mit I-Kindern direkt UND beratende Funktion bei Bedarf]
-> Ressourcen für jeweilige Inklusionsbedingung
-> Zeitausgleich für Inklusionsart
Nicht machbar? Schade aber auch … Dementsprechend braucht man halt auch nichts großartiges im Falle “Inklusion” erwarten.
So oder so … Mit oder ohne Förderschulen. Das ist eine weitgehende Scheindiskussion für mich.
Mit Förderschulen fehlen (aktuell) massiv alle diese Bedingungen an vielen Stellen.
Ohne Förderschulen fehlen (aktuell) massiv alle diese Bedingungen an vielen Stellen.
Die Frage ist: Wer soll, muss und v. A. kann das denn langfristig tragen?
Und hier kann man “Lehrkräfte” gehen oder “Sonderpädagogen” oder “Gemeinsam” [bestenfalls meiner Meinung nach].
Da überall jedoch Fachkräftemangel ist … Schiebt man hier dann “Verantwortung” und “Schuld” schlichtweg im Kreis rum.
Verantwortlich und “Schuld” sind jedoch weder noch … Es ist die rahmengebende Instanz. Also der Arbeitgeber/Politik/Bezirk/Land usw.
Und daran muss man sich ständig “erinnern” und dies benennen. Der Staat/AG stellt die Mangelbedingungen. Er ist hier zur Verantwortung zu tragen.
Egal ob “mit” oder “ohne” Förderschulen.
Ansonsten würde halt weiterhin gelten …
Was ist das studierte Berufsprofil?
Sonderpädagogen -> Inklusion/Förderschulbereich usw.
Lehrkräfte -> Genereller Bereich Schule – insbesondere Unterricht auf Niveau der jeweiligen Schulart
Man muss Schule neu gestalten. Neu denken … Dazu gibt es schon zu viele gute Konzeptansätze. Diese werden nur getrost ignoriert und die Rahmen nicht gestellt. Auch das ist überwiegend eine Scheindiskussion von Politikseite, auf welche viele aufsteigen.
Wss fehlt und was besser ginge … Das ist absolut klar und müsste halt gemacht werden. Aber hier hängt man dann bei Studien, “Überprüfungen”, gute einzelne Pilotprojekte (welche wegen hoher Kosten/Ressourcen eingestampft werden), Bildungsphilosophien und “-streitigkeiten” von Konzepten usw. usw. fest.
Fakt ist:
– Mehr Personal
– Bessere und mehr gestellte Ressourcen
– Mehr Zeit zur Verfügung
– Kleinere Klassen
– Mehr Platz/Raum
(- Mehr Geld zur individuellen Verfügung)
Sind Faktoren, welche generell nicht schaden. Egal “in” und “bei” welchen Konzepten. Egal welche Schulform. Egal welche Schule. Das hilft immer und sehr schnell.
Das sind absolute Non-Brainer der Praxis.
Warum nicht zumindest “das machen”? Das wäre in jederlei Hinsicht – egal ob Inklusion, Migration, Förderung, Individualisierung usw. – schonmal eine (Ver-)Besserung.
Aber man “stachelt” eben in den einzelnen “Punkten” politisch und gesellschaftlich auf … Damit das “größere Ganze” übersehen wird.
Das funktioniert und funktionierte immer wieder.
Schade … Man müsste sich halt mal tatsächlich ehrlich machen.
Was Sie da schreiben, das ergibt keinen Sinn. Wer wünscht sich, dass @Lera die Arbeit allein machen soll?
Er meint: Wer für den Erhalt/ Ausbau von Förderschulen ist, verhindert eine gute personelle Ausstattung der Regelschulen.
Dass diese Michmädchenrechnung natürlich nicht aufgeht, interessiert ihn nicht.
Wie viele Regelschulklassen gibt es? Sehr viele.
Wie viele Sonderpädagogen gibt es? Sehr wenige.
Auch, dass in SH seine Forderung nach restloser Abschaffung der Förderschulen schon zu 99% erfüllt ist, und die Ressource Sonderpädagoge TROTZDEM nicht mal für 2 von 25 Stunden pro Woche reicht (jaja, liebe Krämer, vielleicht sind es auch 92,975%), interessiert ihn nicht.
Diese Platte legt er jetzt seit Jahren auf, immer wieder, völlig zustimmungsfrei, unbelehrbar und im Brustton der Überzeugung vorgetragen.
Vielleicht ist es sein einziges Argument, so dass er sich einfach nicht davon trennen mag.
Vielleicht hat er es sich im Nirvana der All- und gleichzeitig Nichtzuständigkeit zwischen Landstraße, Lehrerzimmer und folgenloser Diagnostik ganz nett eingerichtet.
Und jetzt weiter im Programm mit wirrem Zeug.
Wer hat Sie denn von der Oberlehrerin zur Sinnrichterin befördert ?
Da ich Lehrerin bin, weiß ich alles besser.
Daher weiß ich auch, wer hier die größte Oberlehrerin ist. Ich bin es nicht.
Nach Ihrem verdienten Aufstieg zur Sinnrichterin wäre die Rolle der Oberlehrerin selbstverständlich unpassend.
Und Sie sind abgewählt, sorry….
Wenn NRW die Sopäds an neue Förderschulen schickt, anstelle der Inklusion, und vonseiten des Forums Zustimmung erntet… Wer wünscht sich noch, das Lera Unterstützung in der Inklusion erhält?
q.e.d.
Wenn Sie meinen, Sonderpädagog*innen können nicht mehr Kinder in der Inklusion unterstützen als kleinere Klassen in der Förderschule zu führen, würde ich Ihre Milchmädchenrechnung mal gerne sehen 😀
In SH, wo @Lera und ich arbeiten, gibt es kaum noch Förderschulen.
Nach meinen Informationen 86 Förderzentren und 17 Verbundsysteme bei ca. 17.000 SPF-Schüler*innen.
Achtung:
FörderZENTRUM ist keine FörderSCHULE.
Am Förderzentrum sind keine Schüler bzw. nur “ausnahmsweise”.
Das Förderzentrum verschickt seine Sonderpädagogen an die Regelschulen.
Dort wird nicht unterrichtet, sondern abgeheftet.
Nur an meiner Schule allein sind mehr Kids mit SPF als an dem Förderzentrum, das uns mit Personal unterstützt.
Also gibt es noch Förderschulen unter anderem Namen in SH?
Achja, in BW gibt es auch keine Förderschulen mehr, wir haben nur SBBZ 😉
Bezieht sich dann wohl nicht ganz auf NRW :/
Wie sieht es in SH aus? Wünschen Sie sich mehr Unterstützung in der Inklusion oder passts?
Raten Sie! Nicht einmal Demos haben geholfen. Über das Wünschen sind wir schon lange hinweg. Die Hoffnung wurde einfach umgebracht.
Trotz jahrelanger Forderung ist der Schlüssel F-Päd:S*S mit SPFB noch schlechter geworden. Es sind sogar Planstellen gestrichen worden. …
Ich habe keine Lust mehr mit Ideolog*innen zu diskutieren.
Doof, wenn man keine Ahnung hat, wo die Foristen arbeiten…..nix NRW (Sie ja auch nicht, warum maßen Sie sich an über andere BLs zu erzählen?)
Ja, echt schwierig. STÄNDIG habe ich die Angst, versehentlich ein Bundesland zu nennen, wo die Inklusion gut läuft (augenroll)
Sie übersehen den Umstand, dass ich für alle eine bessere Inklusion wünsche, während manche aussichtlos einer Zeit ohne Inklusion hinterherträumen – bis zur Rente!
Differenzieren ist trotzdem nötig!
Sie kommen doch ständig mit den angeblich vielen neugebauten/im Bau befindlichen Förderschulen. In SH gibt es aber keine. Trotzdem werfen Sie das ständig in die Debatte.
Das stimmt. Vielleicht können wir ja voneinander lernen. Da Sie keine Förderschulen haben, wie werden in SH Kinder mit schwerstmehrfacher Behinderung versorgt und beschult?
Könnte eine wichtige Hilfe für Bundesländer sein, die noch Förderschulen haben, in denen die Randfälle versorgt, aber eines Tages inkludiert werden können
SH ist doch ein Musterbeispiel der Inklusionsdebatte?
– Hohe Inklusionsquote im Vergleich
– Geringe Exklusionsquote [hier in/durch Förderzentren … Die gibt es ja trotzdem -> Beantwortet evtl. Ihre Frage in Bezug auf “starke Fälle?]
– Nahezu nirgends ist die Qualitäts- und Ressourcenmangelsituation so hoch wie in SH?
– Kritik dazu gibt es zahlreich
–> Qualitäsdebatte ist hier besonders hoch, dass die Qualität den Erwartungen – wegen hoher Inklusionsquote ohne Rahmen – (stark) zurückbleibt
Davon könnte man ja auch lernen … Ansonsten kommt/kommen diese Debatte(n) nochmal in ganz anderem Umfang erneut auf “alle” zu. Das ist die Gefahr.
Und ob dann noch Inklusion und/oder “Inklusion” von der Mehrheit als “gut empfunden” wird … Da setzt man auf eine Seite der Münze.
Ich hoffe, dass Sie das verstehen.
Hier sollte und muss man etwas vorsichtig sein, damit man nicht in populistische Bereiche (der Politik und Gesellschaft) durch solches Handeln einher geht.
Ansonsten landet man hier (noch weiter) bei “Ablehnungen” dessen und macht mitunter der AfD Zuspiel.
Das sieht man auch in anderen Bereichen [Migration], wo dies leider so passierte und weiterhin passiert.
Wo verstecken Sie denn die ganzen gut ausgebildeten Sonderpädagogen?
Scheint ja gar kein Problem in Ihrem Gedankengang zu sein.
Denken Sie ernsthaft, dass der Bezirk/Land dort soo viel Lust auf “diese massiven Ressourcen” hat? Das war v. A. meiner Meinung nach “aus Notlage” so entschieden.
Eben, weil es sonst gar nicht funktionierte … Bei Weitem wäre es wohl anders lieber gewesen … Weiter Kosten einzusparen. Aber schwierig und schwieriger künftig.
Gemacht wird es trotzdem. Und auch die Prognose für Zukunft sehe ich aktuell … Eher bitter. Aber gut … Vielleicht “reißt” man ja das Ruder. Ich bin gespannt.
Mich würde ja auch mal interessieren, wie Sonderpädagogen heutzutage ausgebildet werden. Wie hat sich das seit 2009 verändert. Was beinhaltet ein modernes Sonderpädagogik-Studium? Wie werden junge So-Päds auf die Herausforderungen der Inklusion vorbereitet? Werden jetzt Universal-Sonderpädagogen ausgebildet, oder wie zu meiner Zeit für 2 Fö-Bereiche? Diese Fragen stellte ich schon mehrfach hier bei n4t, auch direkt an Rainer Zufall. Antwort erhielt ich bis heute keine. Ist irgendwie komisch…
Schade, wieder einmal eine Frage, die keiner beantworten kann oder beantworten will. Es werden wohl keine Sonderpädagogen mehr ausgebildet?
Also eine oder mehrere Inklusionsklassen zu unterstützen, versorgt die Lehrkraft eine Klasse mit 14 Kindern…
Juckt Sie an der Privatschule ja nicht, aber Lehrkräfte an öffentlichen Schulen wünschen sich vielleicht deutlich mehr Unterstützung 😉
Mathematik ist also auch nicht Ihre Stärke, obwohl es Ihnen schon mehrfach von verschiedenen Foristen vorgerechnet wurde. OMG!
Ne, ist gibt Aussagen, es sei eine Milchmädchenrechnung, keine konkrete Vorrechnung. Ich nehem an, weil es schwierig ist, das Versorgen einer kleinen Klasse gegen deutlich mehr Kinder in Inklusionsklassen aufzurechnen 😉
Derzeit habe ich 5 WS für 6 Kinder in der Inklusion und 18 WS für meine eigene Klasse mit 12 SuS
… und welche/wieviele dieser Schüler profitieren mehr von der Anwesenheit eines Sonderpädagogen (rein rechnerisch)?
2024/25
Zahl der Sonderpädagogen in SH (inklusive ca. 500 Vertretungskräfte):
rund 2700
Zahl der Schüler an allgemeinbildenden Schulen:
290.000
Maximaler Klassenteiler (SEK 2, GS und GemS weniger):
30
Daraus folgende Anzahl der Klassen:
rund 9600
Wie viele Sonderpädagogen stehen pro Klasse zur Verfügung, wenn ALLE Sonderpädagogen AUSSCHLIESSLICH an Regelschulen arbeiten?
2700/9600=0,281
Fazit:
Wenn man alle Förderschulen zu Förderzentren ohne eigene Schüler macht (wie in SH),
UND diese AUSSCHLIESSLICH unterrichten (was nicht der Fall und auch nicht realistisch ist),
könnte etwa
eine von vier Klassen
an Regelschulen einen Sonderpädagogen (bzw. in etwa 20% der Fälle eine Sonderpädagogen-Vertretungskraft) für eine durchgehende Doppelbesetzung haben.
DAS ist Ihre Rechnung?
Bitte überlegen Sie sich nochmal, ob Sie allen Schüler*innen an allgemeinbildenden Schulen einen Sonderpädagogischen Förderbedarf attestieren wollen
Gewohntes Muster:
wirres Zeug und fehlende Lesekompetenz
Lass mal stecken, da ist mir die Zeit zu schade.
Antwort lohnt nicht, werde ich nicht lesen.
Aber komplette Ablehnung/ Nichtbeachtung hält Sie ja bekanntlich nicht ab.
Tschö mit Ö
Ich meine ja nur, dass Sie vielleicht die Zahl der Schüler:innen mit Sonderpädagogischem Förderbedarf heranziehen sollten, anstatt Sopäds auf Klassen aufzuteilen, wo niemand mit Bedarf ist.
Ich hoffe, mein “wirres Zeug” Ihnen verständlicher gemacht zu haben.
Warum machen Sie nicht mal eine Gegenrechnung auf, die belegt, dass Fö-Schüler besser an Inklusions-Schulen mit Sonderpädagogen versorgt werden würden (wieviel Unterrichtsstunden wäre ein Sonderpädagoge pro Woche pro Fö-Schüler vorhanden?)
Zahlen sind der natürliche Feind von Ideologen.
Welche Ideologie soll dies sein?
Was das Grundrecht auf Inklusion betrifft, hat niemand Deutschland dazu gezwungen. Das Gesetz ist nun da, aber die Umsetzung lässt sich verbessern 😉
Welches Gesetz? Meinen Sie die Unterschrift auf der genfer Konferenz?
Das könnte man rein theoretisch natürlich zurückziehen.
Ich weiß nicht, ob das Ihre Forderung wäre.
Eine Möglichkeit für “das Gesetz” wäre es allerdings.
Und wenn man diese Rahmenbedingungen nicht stellen kann oder will als Staat … Dann wäre das nichtmal die “unrealistischste” rein der Logik nach. Dann wäre dies sogar die Konsequenz.
[Oder man stellt die Rahmenbedingungen …]
Auch hier … Sehr vorsichtig mit solchen Sachen. Könnte rein theoretisch “gegen jemanden” argumentativ gehen.
Dazu käme die Umsetzungsfrage … Haben wir genug Sonderpädagogen dazu? Das ist die eigentliche Hauptinstanz der Umsetzungsrealisierung.
Antwort: Nein.
Also “anderen” aufdrängen? Ja – wird versucht. Schauen Sie mal die Zufriedenheitsumfragen an. Schauen Sie mal die “Kündigungen” an.
Dabei geht es nicht nur um Inklusion. Sondern gesamtgesehen.
Und hier wird man ggf. durch “immer mehr Belastung” und “keine Entlastung” immer weiter an Grenzen kommen.
Das kann und wird so nicht funktionieren. Wie denn auch?
Aber ja … “Macht” nur. Snowballprinzip in den Abgrund.
Sie wissen ja … Ich bin schonmal präventiv “frühzeitig” “geflüchtet”. Zumindest “staatlich”.
Ich schau mir das dann (erst) mal an.
Und schaue, wie gut bei uns Inklusion usw. an der Schule fortgeführt wird. Je nachdem ist es dann tragbar für mich [und/oder andere] und ich ziehe meine Wege anderswo oder eben nicht.
Differenzierter Unterricht funktioniert grundsätzlich, wenn die Rahmenbedingungen stimmen – so ist es wohl. Aber bis so ein Unterricht an allen Schulen umgesetzt werden kann, ist noch ein weiter Weg vor uns. Sonderpädagogen, die eng mit dem Regelschullehter zusammenarbeiten, gibt es an unserer Grundschule und auch an der weiterführenden Schule gar nicht. Wir stolpern schon beim ersten Schritt.
Ich versteige mich auch mal zu der These, dass viele Förderschul-Lehrerinnen und – Lehrer schleunigst Reißaus nehmen würden, wenn man sie auf Regelschulen verteilen und die Förderschule dicht machen wollte. Alleine deswegen schon ist es ein Trugschluss, zu glauben, man müsse nur alle Förderschulen schließen und schon wären die Regelschulen gut versorgt. Da sind die Rahmenbedingungen für die Förderschul-Lehrkräfte nämlich ebenfalls gruselig.
Wer wird überhaupt noch Sonderpädagogik studieren wollen, wenn tagliche, hektische Rennerei von einer überforderten Schule zur nächsten die einzige Perspektive ist?
Niemand wird freiwillig in die Inklusion gehen. Das hat sich an den Unis schon herumgesprochen.Ich mache das seid fast 20 Jahren und will nur noch weg aus der Inklusion. Ich habe früher an einer guten Schwerpunktschule im GL gearbeitet. Wir waren zu vier Sopäds an einer zweizügigen Grundschule. Es war für alle eine tolle Zeit. Das ganze System ist einfach vor die Wand gefahren worden und niemand interessiert das von den politisch Verantwortlichen.
Das Problem ist eben, dass jedes Krankheitsbild individuell ist.
Ich selbst habe beispielsweise Triple X und damit einhergehend eine Störung der Feinmotorik. Dadurch hatte ich ausgerechnet bei den Dingen, die die meisten Kinder als “einfach” empfinden, wie Sport, Kunst, Handarbeit, Werken und Geometrie Probleme. Viel kann ein Lehrer da auch nicht tun. Um Ergotherapie hatten sich meine Eltern selbst gekümmert.
Verletzt hatte ich mich nur in der ersten Klasse gefühlt. Durch die Störung meiner Feinmotorik hatte ich auch Probleme mit dem Erlernen des Schreibens. Meine Klassenlehrerin hatte mich in die gleiche Förderstunde wie die Schüler, die Probleme beim Lesen hatten, gesteckt. Dass ich bei der Einschulung schon lesen konnte hatte sie nicht interessiert gehabt.
Es freut mich, dass Sie so viel Unterstützung erfuhren, anstatt aussortiert zu werden
Es geht hier nicht um eine grundsätzliche Aussortierung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
Haben Sie das noch immer nicht verstanden?
Muss schwierig sein so als hochbegabte Moderatorin mit weniger talentierten Kolleg*innen, Beileid gibts gratis .
Keine Ahnung, wie das so für Sie ist.
Wollen Sie Beileid von mir? Klingt nicht so.
Das freut mich aufrichtig. Dann nehmen wir die Erkenntnisse der Studie mit für eine gelingende Inklusion 🙂
Probleme in der feinmotorik halte ich für unproblematisch beim Thema Inklusion – auch in Pforzheim.
Ja, GARANTIERT klagt niemand aus dem Grundschulbereich derzeit über schlechte Feinmotorik! Sie sind echt am Puls der Zeit 😀
Ungeachtet dessen, brachte Annemaus ihr Beispiel zu diesem Artikel an. Wenn Sie sich daran stören, widersprechen Sie ihr – warum auch immer…
Mal überspitzt formuliert: Wenn ich als C-Kreisliga Verteidiger bei der ersten Mannschaft des BVB trainiere, ist das gut für mich und die Profis stärken ihre sozialen Fähigkeiten und lernen viel über ihre Geduld. Aber das Leistungsniveau wird sinken.
Wenn der DFB dies so möchte, fahre ich gerne die paar Kilometer und bringe zum einstand auch vier Kisten Bier mit. Nur möchte das weder der DFB, noch der BVB oder irgendein anderer Verein.
Ich bin auch gerne bereit die Fachleute des VW-Vorstandes mit meinem Fachwissen zu unterstützen. Auch da könnte ich viel lernen und auch der Vorstand würde in sozialen Angelegenheiten genauso profitieren, wie die BVB-Spieler. Nur möchte weder der VW-Vorstand noch der Vorstand eines anderen Unternehmens.
Wenn es um Leistung geht gibt es nun mal Unterschiede.
Die KMK muss entscheiden, ob es in Schule um Leistung oder soziale Fähigkeiten geht.
Wenn man die Diskussionen hier und in anderen Lehrerforen verfolgt, sind die meisten Lehrer wohl der Meinung es ginge in den letzten Jahren viel zu wenig um Leistung, denn diese darf schon lange Zeit nicht mehr wirklich gefordert werden.
Und die Inklusion zu versuchen ohne den Personalschlüssel massiv zu ändern ist völlige Illusion. Dann leidet das Leistungsniveau und auch die sozialen Fähigkeiten und die Lehrer sind überlastet.
Jeder Schalker würde bestätigen, dass der BVB dadurch eine steile Lernkurve hinlegen würde.
😉
Die Schalker wären und einen halbwegs talentierten Spieler aus der Kreisklasse glücklich – habe ich zuweilen den Eindruck … es ist ein bisschen wie mit Arminia, das ja auch kein Fußballklub ist, sondern ein Langzeit-Psycho-Projekt, um herauszufinden, wie leidensfähig sog. FANS sind.
Die Schalker drücken sich seit einigen Jahren vor dem revierderby
Ich bin seit 30 Jahren Hauptschullehrer. Der Schulzweig hat bei uns knapp 75% Migrantiinsanteil. Ich habe jedes Jahr Kinder mit Förderbedarf in der Klasse. 2017/18 waren es 7 und 9 VM. Ich habe noch nie einen Sonderpädagogen im Unterricht dabei gehabt. Nicht weil ich es nicht wollte. Ich kann das Haltungsgelaber nicht mehr hören. Echt nicht.
“eine niedrigere soziale Partizipation als ihre Mitschüler:innen ohne Förderbedarf – am stärksten bei Förderschwerpunkten im Bereich emotionale und soziale Entwicklung.”
Na fragen Sie mal die Schüler*innen an den ESEnt-Schulen. Ich habe den Verdacht, die haben da eine Baustelle, vielleicht sogar einen sonderpädagogischen Förderbedarf… :/
Tscha, die Studie bestätigt (für die Fö-Bedarfe Lernen und ESE) meine Beobachtungen in allen angeführten Bereichen. Spätestens ab Klasse 5 (Berlin GS bis einschließlich Klasse 6) wird es mit der Inklusion und der adäquaten Förderung dieser Schüler mit diesen Fö-Bedarfen, ohne ausreichende Ressourcen sehr, sehr schwierig. Vor allem die Ausführungen zu folgenden Punkten im Artikel beobachtete ich auch (12 Jahre lang und im Vergleich zu den Jahren davor am Förderzentrum/Lernen)
Echte Inklusion klappt meiner Erfahrung nach leider nur ganz selten und dann auch nur bei enger Beleitung durch einen engagierten Sonderpädagogen. In der Regel ist es ein Nebenherlernen und seltenst ein Lernen am gleichen Gegenstand.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass viele Förderschulen an Regelschulen angegliedert werden (ggf im gleichen Gebäude, aber mit eigener Struktur und man dafür die Inklusion aus den meisten Regelschulen rausnimmt), sodass eine Kooperation stattfinden kann und man beidseitig Angebote schafft. Sportunterricht wäre beispielsweise ideal geeignet, um Kinder mit FS Lernen und Regelschüler gemeinsam zu unterrichten. Technisches Werken oder Hauswirtschaft könnte für Regelschüler als Differenzierungskurs in der Förderschule stattfinden. In Mathe sollte man besser Lerngruppen in der Förderschule je nach aktuellem Niveau einrichten. So hätte man die soziale Teilhabe und trotzdem ein Angebot das den individuellen Anforderungen der Beeinträchtigten Schüler entspricht.
Nein, nein, nein, alle Kinder müssen immer zusammen lernen, das erklärt uns @Rainer Zufall doch andauernd. Und da er hier als Einziger Emojis durchkriegt, hat er natürlich recht.//
“I have a dream” – Rainer tauscht mal 1-2 Wochen den Unterricht mit dem Regellehrer seiner I-Schüler …
Das wollen Sie den SuS wirklich antun?
Genau mein Gedanke.
Nein, auf keinen Fall! Der zeigt den Kindern Katzentiktoks und erfreut sich an den lachenden Gesichtern und nennt das dann Unterricht.
Sorry, wir hatten vorletztes Schuljahr so einen Vertretungslehrer, der war so……ein Rainer…..
🙂
“Der zeigt den Kindern Katzentiktoks”
Warum sollte ich das denn? Die beschwert sich doch nur andauernd
Vielleicht hätten die Schüler ja eine Menge Spaß?
Nun ja, man kann herzhaft mit einander lachen, man kann aber über etwas oder über jemanden lachen.
Häufig löst auch ein Schock im Nachgang eine heftige Lachattacke aus.
Tscha, welche Art Lachen (Spaß) hatte ich da wohl im Sinn? Ich verrate es nicht. Aber das “Kopfkino” zu meinem Traum macht mir auf jeden Fall Spaß. 🙂 Da brauch ich auch kein weißes Pferd auf grüner Wiese… das genieße ich noch ein bisschen.
Nach der dritten Folge Kopfkino (mit real erlebten Situationen in I-Klassen) musste ich doch auf “weißes Pferd auf grüner Wiese” umschalten, sonst wäre ich nicht in den Schlaf gekommen. 🙂
“Nein, nein, nein, alle Kinder müssen immer zusammen lernen, das erklärt uns @Rainer Zufall doch andauernd.”
Andauernd? Da sollte es Ihnen ja nicht schwerfallen, mir ein Zitat/ einen Link dazu zu schicken (augenroll)
Ich verweise lediglich auf das geltende Recht auf Inklusion, fordere eine Verbesserung dieser, anstatt die Ressourcen unverhältnismäßig in (neue) Förderschulen zu stecken, dass Sie sich nicht die Inklusion wegwünschen können und dass andere Länder so ungleich weiter sind als Deutschland, sodass wir noch lange nicht über echte Randfälle diskutieren müssen.
Ich bekomme als einziger Emojis durch?
Wie cool ist das denn? 😀
Unsere Sohn war in eine Inklusionsklasse. (Gesamtschule Solingen). Es war schrecklich, da er von Schülern mit Aggressionsproblemen mehrmals ernsthaft geschlagen worden ist. Wir sind froh und erleichtert, dass dieser Horror jetzt zu Ende ist. Er dürfte zum Gymnasium wechseln.
Vielen Dank für den sorgfältigen Überblick!
Im Gegensatz zu mancher Euphorie klingt die Bilanz wohltuend unaufgeregt: “Weder gelingt Inklusion flächendeckend noch scheitert sie systematisch.”
Nicht zutreffend ist, dass damit “erstmals” Längsschnittdaten zur schulischen Inklusion in Deutschland vorlägen. Wichtig sind folgende Vorläufer:
BiLieF (Wild et al, 2018): Ein Leistungsvorsprung inklusiv beschulter LE-Schüler ist beobachtbar, womöglich aber Folge spezifischer Zuweisungspraxis; das kindliche Entwicklungswohl hängt weniger vom Fördermodell ab als von der jeweiligen Unterrichts- und Förderqualität.
https://ris.uni-paderborn.de/record/34495
AiBe (Ahrbeck et al, 2021): Die Integrationswerte von ‚Förderkindern‘ sanken in der Pubertät; Schüler mit massiven Verhaltensproblemen blieben generell eher Außenseiter; bzgl. kognitiver Leistungsentwicklung hielten die stärksten Schüler ihre Position, die Schwächsten stiegen nicht auf.
https://econtent.hogrefe.com/doi/10.1024/1422-4917/a000857#_i2
Zudem besagt eine aktuelle Forschungsbilanz (ESE 7/2025, ab S. 154): Gemeinsames Lernen ist nicht grundsätzlich das bessere Setting, „One size does not fit all“ – eine Form passt nicht für alle! „Entscheidend scheint weniger die Frage nach schulischer Inklusion oder Separation zu sein, sondern was im Klassenzimmer geschieht. Die Priorität sollte auf der Verbesserung der pädagogischen Qualität liegen, anstatt über die Schulform ideologisch zu streiten.“
https://www.ese-zeitschrift.net/download/inklusive-versus-separative-schulformen/?wpdmdl=2533&refresh=68626b0186ec81751280385
Inklusion besteht nur auf dem Hochglanzpapier.
Lehrer, Angehörige und die Betroffenen wurden/werden im Stich gelassen.
Wenn von zuständigen Behörden die Aussage getroffen wird: “Man sieht es ihm doch gar nicht an” , frage ich mich, ob man sich überhaupt mal die Unterlagen des Behinderten angesehen hat bevor man eine Entscheidung trifft.
Ob es an mangelnder Kopetenz, Gleichgültigkeit oder Überschätzung der eigenen Fähigkeiten liegt, kann ich nicht beurteilen.
Für mich steht fest, dass keine fachgerechte und behindertengerechte Inklusion stattfindet.
Es sind die vielen kleinen Hürden, die einen verzweifeln lassen.
Hier wieder einmal ein rbb24-Artikel zu “gelingender” Inklusion mit staatlicher Unterstützung (Förderung) außerhalb von Schule:
https://www.rbb24.de/kultur/beitrag/2025/11/inklusion-an-berliner-theatern-droht-rueckschritt.html