HAMBURG. Als Janna Schmidt (Name geändert) im Frühjahr ihr Referendariat abbricht, ist sie 27 Jahre alt, hoch motiviert und eigentlich überzeugt davon, arbeiten zu wollen. „Ich arbeite wirklich gern, und auch Überstunden sind überhaupt kein Problem für mich“, sagt sie rückblickend. Was sie nicht mehr aushält, ist ein Ausbildungssystem, das aus ihrer Sicht keine Grenzen kennt – keine zeitlichen, keine räumlichen, keine psychischen. Das Protokoll ihres Ausstiegs, das der „Stern“ veröffentlicht hat, liest sich wie eine persönliche Chronik der Überforderung. Die Daten einer aktuellen Umfrage der GEW Hessen zeigen: Janna Schmidt ist kein Einzelfall.

Schon zu Beginn ihres Berichts macht die junge Frau deutlich, warum sie anonym bleiben möchte. „Nicht, weil ich nicht zu dem stehe, was ich erzähle, sondern weil ich nicht stigmatisiert werden will.“ Sie beschreibt eine öffentliche Wahrnehmung des Lehrerberufs, die sie als entwertend erlebt: „Ich kenne so viele Menschen, die nie auf der anderen Seite des Klassenzimmers standen, und sich trotzdem Urteile erlauben wie: ‚Alle Lehrer sind faul und nicht belastbar‘ oder ‚Ach, Lehrer ist doch nur ein Halbtagsjob‘.“ Nach ihrem Einstieg ins Referendariat könne sie nur sagen: „Lehrer zu sein ist ein härter als mein heutiger Schreibtischjob.“
Dass diese Erfahrung, extrem gefordert zu sein, schon unter Referendarinnen und Referndaren weit verbreitet ist, belegt eine aktuelle Umfrage der GEW Hessen unter 1.009 Lehrkräften im Vorbereitungsdienst des Landes (News4teachers berichtete). Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ für Deutschland, dürften aber ein valides Stimmungsbild ergeben. 90 Prozent der Befragten geben an, körperlich und emotional erschöpft zu sein. 82 Prozent berichten von negativen Auswirkungen auf ihre mentale Gesundheit. Fast 70 Prozent fühlen sich durch den Vorbereitungsdienst überfordert.
Janna Schmidt hatte sich den Lehrerberuf nicht leichtfertig ausgesucht. Nach einem freiwilligen ökologischen Jahr an einer Berliner Brennpunktschule entschied sie sich 2015 für ein Lehramtsstudium mit den Fächern Deutsch und Politik. „Das hat mir sehr gut gefallen, mit Menschen arbeiten, ihnen zu helfen, und der Umgang mit Kindern machte mir auch Spaß.“ Im Studium habe sie „wirklich total Spaß“ gehabt, die Fächer seien die richtigen gewesen.
Gleichzeitig beschreibt sie bereits dort erste Zweifel am System Schule. In den Praxissemestern habe sie das Gefühl gehabt, „als wären sowohl die Schüler als auch die Lehrkräfte in einem sehr starren Korsett gefangen“. Der Alltag sei geprägt gewesen von dem Zwang, „irgendwie alle in diesem 8-bis-15-Uhr-Zeitrahmen mit einem viel zu großen Workload funktionieren“ zu müssen.
Trotz dieser Zweifel entschied sie sich für das Referendariat – aus Mangel an Alternativen. „Das Referendariat war da für mich der einfachere, sichere Weg, obwohl ich mir sagte: ‚Ich mache das Referendariat, aber ich werde danach nicht in der Schule arbeiten.‘“ Rückblickend erkennt sie weitere strukturelle Probleme, die ihr damals noch nicht voll bewusst waren. „Was ich da noch nicht wusste und erst im Rückblick reflektieren kann, sind auch die fehlenden Aufstiegschancen im Schulsystem.“ Die Vorstellung, „vierzig Jahre lang in ein und derselben Schule zu unterrichten“, beschreibt sie als „absoluten Albtraum“.
„Auf die Toilette wäre man am liebsten gar nicht gegangen, so schäbig war sie, und Kaffee gab es sowieso nicht. Man musste sich eigene Pads mitbringen“
Im Referendariat selbst verdichteten sich diese Zweifel schnell zu einer massiven Belastung. „Wenn mich heute jemand fragt, warum ich das Referendariat abgebrochen habe, finde ich es wahnsinnig schwer, in einem Satz zu erklären, wie sich ein System anfühlt, das einen langsam, aber zuverlässig zerreibt.“ Sie beschreibt Arbeitsbedingungen, die sie als entwürdigend erlebt. „Ich hatte keinen eigenen Platz in der Schule; das macht ja was mit einem.“ Selbst grundlegende Infrastruktur habe gefehlt: „Auf die Toilette wäre man am liebsten gar nicht gegangen, so schäbig war sie, und Kaffee gab es sowieso nicht. Man musste sich eigene Pads mitbringen.“
Diese Erfahrungen spiegeln sich indirekt in den Umfrageergebnissen. Zwar bewerten 77 Prozent der befragten Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst die Betreuung durch Ausbilder:innen positiv, die Belastung entsteht laut GEW nicht primär durch mangelnde Unterstützung, sondern durch strukturelle Rahmenbedingungen. 93 Prozent fühlen sich durch Unterrichtsbesuche stark belastet, 86 Prozent geben an, ihre sozialen Kontakte wegen des Vorbereitungsdienstes eingeschränkt zu haben.
Janna Schmidt beschreibt ihren Arbeitsalltag als dauerhaft grenzüberschreitend. „Ich habe im Schnitt fünfzig bis sechzig Stunden pro Woche gearbeitet.“ Unabhängig vom tatsächlichen Einsatz habe sie ständig das Gefühl gehabt, „irgendwo hinterherzuhinken – egal, wie viel ich gemacht hatte“. Neben dem Unterricht an der Schule kamen mehrere Begleitseminare hinzu, teils an weit entfernten Standorten. „Man hat erst Unterricht an der Schule, dann geht es direkt weiter zum Seminar und von da aus dann nach Hause.“ In einer Großstadt wie Berlin sei das extrem belastend gewesen: „Ich hatte keine Pause, die öffentlichen Verkehrsmittel funktionierten häufig nicht, und ich war permanent gestresst.“
Die Umfrage der GEW Hessen bestätigt diese zeitliche Überlastung. 45 Prozent der Befragten arbeiten zwischen 36 und 50 Stunden pro Woche, weitere 31 Prozent sogar mehr als 60 Stunden – trotz Ausbildungsstatus. 81 Prozent geben an, keine ausreichende Zeit zur Erholung zu haben.
„Allein schon das Konzept von ‚Überstunden‘ gibt es als Lehrkraft ja gar nicht, genauso wenig wie einen Feierabend, ein Wochenende oder auch überhaupt nur eine Arbeitszeiterfassung“
Nach viereinhalb Monaten zog Janna Schmidt die Konsequenz. „Ich dachte: ‚Das halte ich nicht durch.‘“ Für ihr Umfeld kam die Entscheidung nicht überraschend. Ein Jahr später sagt sie: „Jetzt kann ich nur sagen, dass das die beste Entscheidung war, die ich hätte treffen können.“ Besonders belastend sei für sie gewesen, dass es im Lehrerberuf keine klaren Grenzen gebe. „Allein schon das Konzept von ‚Überstunden‘ gibt es als Lehrkraft ja gar nicht, genauso wenig wie einen Feierabend, ein Wochenende oder auch überhaupt nur eine Arbeitszeiterfassung.“ Man habe „nie das Gefühl, richtig fertig zu sein“.
Auch diese Erfahrung deckt sich mit den Zahlen: 68 Prozent der befragten Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sagen, die Ausbildung trage „voll“ zu ihrer körperlichen und emotionalen Erschöpfung bei. Nur zwei Prozent widersprechen dieser Aussage.
Gleichzeitig wehrt sich Janna Schmidt gegen pauschale Lehrer-Klischees. „Nicht alle Lehrkräfte sind altmodisch und verstaubt.“ Das Kollegium an ihrer Schule sei jung und international gewesen, viele Lehrkräfte und Referendar:innen seien hoch engagiert. „Oft brennen aber gerade diese sehr schnell aus.“ Ihr Wunsch für die Zukunft sei klar: „Ich wünsche mir für die Zukunft der Schule, dass der Lehrerberuf wieder ein Job wird, der gern gesehen und anerkannt wird.“
Die GEW warnt angesichts der Umfrageergebnisse eindringlich vor weiteren Verschärfungen im Vorbereitungsdienst. Jeder Fünfte der Befragten denkt über einen Abbruch nach oder erwägt ihn zumindest teilweise, fast ein Drittel zweifelt, ob es den Lehrberuf langfristig ausüben möchte. Für die Gewerkschaft ist klar: Die Qualität der Ausbildung entscheidet darüber, ob junge Menschen im System bleiben – oder wie Janna Schmidt vorzeitig gehen. News4teachers
Hier geht es zum vollständigen Protokoll im Stern.
70- bis 80-Stunden-Wochen kenne ich aus dem Ref mit zerstörten Beziehungen und Kollegen, die begonnen, viel zu trinken oder Beruhigungsmittel zu nehmen. Die oft unklaren Leistungserwartungen und mehr Unterrichtsstunden als eigentlich vorgesehen, kamen noch dazu.
Die Ausbildenden sind Lehrkräfte.
Mehr ist hierzu nicht zu sagen.
Die Bedingungen des Refs werden nicht von den anleitenden Lehrkräften, sprich: den Mentoren, festgelegt, sondern von den Kultusministerien.
Die Mentoren tragen meist keine Schuld, die Ausbilder am Seminar aber sehr wohl.
Die Seminarleiter legen weder fest, wie viele Stunden Referendare selbstständig unterrichten müssen noch wie viele „Vorführstunden“ sie halten müssen. Ebenso ist es nicht die private Entscheidung eines Seminarleiters, welche Anforderungen an einen Unterrichtsentwurf gestellt werden.
Die massive Arbeitsbelastung, der Referendare definitiv unterliegen, kann wohl kaum vorrangig Einzelpersonen – den Seminarleitern – in die Schuhe geschoben werden.
Bei den Seminarlehrern gibt es leider auch solche und solche. Die meisten haben sich “hochgedient”, wobei die pädagogische Eignung nicht ausschlaggebend ist. Ich hatte das Pech, zwei dieser Exemplare zu haben, die einem das Leben schwer machten, aber selbst sehr fragwürdige Fähigkeiten vorzuweisen hatten.
Von 21 Referendaren wurden 20 hinausgekegelt und mussten sich anderweitig orientieren oder irgendwie über Wasser halten, diese Vorgabe kam sicher vom KuMi, dias damit den Lehrerüberschuss in den Griff bekam.
Sowas kenne ich auch noch … ein damaliger Hauptseminarleiter, der starker Alkoholiker war und nicht mal ne Seminarsitzung durchhielt ohne “nachzuladen” und seinen Vertreter, der von seiner Stammschule hochgelobt worden war, weil man den porschfahrenden Narzisten nicht mehr ertragen konnte … chaotischer Seminaraufbau, chaotisch zusammengewichste Arbeitblätter, bei denen man nicht erkennen konnte, in welcher Reihenfolge die sinnfrei angeordneten Textschnipsel zu lesen waren – der aber die 5er-Schublade aufzog, weil man vergessen hatte, die ABs für die SuS zu lochen.
Nach bestandenem Examen haben reihenweise die Absolventen den verabschiedenden Handschlag verweigert … während der Ausbildung war es zu gefährlich, Kritik zu äußern, weil dann die Destruktion seitens dieses Charakterschweins überhnad genommen hätte.
“Lehrjahre sind keine Herrenjahre” – aber bei dem waren sie klare Sklavenjahre.
Wir haben ihm alle die Pest an den Hals gewünscht.
Nun, ich hatte tolle Seminarleiter, sowohl im Haupt- als auch in den Fachseminaren.
Freut mich für Sie, Sie sind wahrscheinlich auch nicht zu Lehrerüberschuss-Zeiten im Seminar gewesen. Der Umgang mit den Referendaren ist auch durchaus von der Nachfrage an Lehrkräften und den Vorgaben von ganz oben abhängig. Da braucht man sich nichts vormachen. Ändert sich von Zeit zu Zeit.
Schweinezyklus eben.
Während Bauern die Haltungsform wechseln, belassen Schulministerien alles beim Alten.
70-80 Stunden und dann noch Zeit zum saufen, am nächsten morgen mit Kater vor die Klasse? Na, Prost Mahlzeit!
„ Für die Gewerkschaft ist klar: Die Qualität der Ausbildung entscheidet darüber, ob junge Menschen im System bleiben – oder wie Janna Schmidt vorzeitig gehen.“
Nee, nicht nur die Qualität der Ausbildung entscheidet darüber, ob junge Menschen im System bleiben. Inbesondere die Bedingungen im System Schule sind entscheidend dafür, seien es fehlende Aufstiegsmöglichkeiten oder auch die Arbeitsbedingungen insgesamt – wird von Frau „Schmidt“ auch gut beschrieben.
Oder die Alternativen, die sich zu einer Tätigkeit im System bieten.
In letzter Zeit scheinen sich ja auch immer mehr Lehrkräfte, die über social-media-Auftritte bekannt wurden, aus dem aktiven Unterrichtsbetrieb zurückzuziehen.
Vielleicht verwechselten diese Menschen (“Bildungsinfluencer”) die Pflicht (Berufstätigkeit im Klassenzimmer) mit ihrem Hobby (selbstermächtigte Mitteilungflut in den Sozialen Medien), besonders bürgerlich scheint mir ein solches Verhalten nicht.
Geh doch einfach selbst Mal in einer Schule arbeiten. Unfassbar, solche Aussagen. Man arbeitet nicht nur unter schwerer Belastung von Familie und Gesundheit FÜR AUCH DEINE KINDER. nein. Man darf sich auch noch anhören, dass man sich nicht so anstellen soll.
Da lass ich es doch lieber gleich mit dem Lehrer sein!
Dann kann ich auch so schlaue Sprüche im Forum ablassen und mich wie was besseres fühlen.
Respektlos!
Wie meinen, der Herr?
Sie haben Ihren Namen mit Bedacht gewählt, hoffentlich sind Sie kein Lehrerkollege, ein Vorbild hinsichtlich Umgangsformen und Pflichtbewusstsein scheinen Sie eher nicht zu sein.
Irgendwann wird man merken, dass man sich mal um den Inhalt hätte kümmern müssen, anstatt sich über den Ton zu echauffieren.
Bis dahin ist es aber vermutlich zu spät.
Grüße in die Zukunft!
Ich verstehe tatsächlich nicht, warum Sie Achin derart angehen. Was genau triggert Sie an dessen Aussage? Er greift Lehrkräfte in keiner Form an.
Kann vielleicht auch daran liegen, dass man halt nicht wirklich langfristig auf mehreren Hochzeiten tanzen kann.
Die Erstellung dieses oft wirklich tollen Unterrichtsmaterials kostet Zeit. Viel Zeit. Die fehlt mir aber anderswo – beruflich und privat. Das sorgt früher oder später für Gemecker der “Vernachlässigten”.
Also verlege ich mich darauf, wo ich mehr Zuspruch ernte: Die social-media-Sparte.
Schon mal deswegen, weil man da unliebsame und nicht ins gern verbreitete Bild passende Kommentare einfach löschen und die entsprechenden Typen auch gleich mit blockieren kann.
Die Gewerkschaften könnten sich mal für die Arbeitsbedingungen einsetzen und nicht auf guter Kumpel mit der Landesregierung machen. Das Preisleistungsverhältnis ist diesbezüglich für die Mitglieder sehr schlecht.
Wer soll denn “die Gewerkschaften” konkret sein – alle anderen Mitglieder ohne Sie ?
Ich erinnere nur mal an den Verdi-Vorfall Anfang der 2000er. Dort hat “die Gewerkschaft” – also wahrscheinlich auch Sie – die potentielle “Rentenzahlung” aus der VBL für viele Einzahler mehr als halbiert. Gewinner gab es natürlich auch. Wohl Verdi-Mitglieder in den höheren Etagen des öffentlichen Dienstes.
Kann man gut alles nachlesen. Die ARD hat dazu sogar eine Dokumentation erstellt, die man heute noch findet.
Nee, bin bei der GEW.
Aber schön, wenn man zumindest den anderen vorhalten kann, was sie alles falsch machen…
Sollte man das nicht???
Wenn Sie selbst nichts tun, den anderen dagegen vorhalten, dass sie alles falsch machen, dann sollten Sie besser schweigen bzw. die eigene Nase finden.
Wer sagt denn, dass ich “nichts tue”?
Ach, in welcher Gewerkschaft sind Sie denn?
Über Gewerkschaften bewegt man schon mal gar nichts, meine Meinung, angestellte Lehrer werden da gar nicht beachtet. Jede größere Gewerkschaft arbeitet dem Arbeitgeber, hier Dienstherrn, zu. Der Kampf an der Front ist effizienter. Aber so was kennen die Beamten natürlich nicht.
In Berlin hat die GEW mehr als ein Dutzend mal zu Streiks für bessere Arbeitsbedingungen aufgerufen. Allerdings nahm immer nur ein sehr kleiner Teil der (angestellten) Lehrer teil. Eine Gewerkschaft ohne kampfbereite Mitglieder ist schwach!
Absolut richtig.
Die aktuellen Arbeitsbedingungen … Logisch. Entscheiden zum Großteil.
Ob und wie man “dort hinkommt” entscheidet jedoch auch.
Und das Referendariat ist halt an vielen Stellen … Überarbeitungsbedürftig.
Aber wenn man mit einer “wie breche ich Menschen”-Attitüde wie bei der (damaligen) Bundeswehr rangeht … Dann braucht man sich halt nicht zu wundern, dass hier verheizt wird.
Wo wird das denn dermaßen noch so gemacht? Habe noch nie ein so intransparentes und “auslaugendes” System abseits gesehen, welches ernsthaft Menschen langfristig halten kann und will.
Es gibt viele gute Seminare. Aber es gibt sehr viele schlechte Seminare. Und da sollte man sich als Folgelogik die Frage stellen, ob man die guten Seminare nicht besser machen könnte durch eine Reform und gleichzeitig den vielen schlechten Seminaren entgegenwirken kann.
Ist aber nicht gewollt. Offensichtlich.
Und dann kommt man “im echten System” danach (erst) an.
Und hier ist man teilweise schon (weiterhin) an der Angel. Verbeamtung häufig. Und “man hat die Hölle durchgemacht”. Dazu häufig “Angst vor Zukunft” und “Ungewissheit”.
Und einige entscheiden sich für “geht schon irgendwie” und “nur noch 10/15 Jahre bis Pension”.
Dass das kein wirklich gutes System ist … Oh no. Wer hätte das bloß gedacht.
Aber es ist ein Ankersystem halt. Und das zumindest funktionierte und funktioniert recht gut.
Und wenn dieses funktioniert … Warum dann “Bedingungen deutlich bessern”? Liegt ja nicht in der kurzfristigen Instanz. Langfritige Politik? Och. Machen andere bestimmt.
Baustellen in der Baustelle …
Bedingungen sind aber doch ein maßgebliches Kriterium für Qualität, so gesehen irritiert Ihr “Nee”, da Sie die Aussage der Gewerkschaft letztlich hervorheben.
“…und Kaffee gab es sowieso nicht. Man musste sich eigene Pads mitbringen“…Ich las diesen Artikel gestern schon im “Stern” (online) und stolperte da auch schon über diesen Satz! Dort war er aber nicht fett hervorgehoben. Was soll “uns”das sagen?
Ich war 40 Jahre lang Lehrer – für unsere Getränkeversorgung waren wir immer selbst zuständig. Es gab eine “Kaffeekasse” in die jeder einzahlte, oder man brachte abwechselnd ein Päckchen Kaffee oder Tee mit … Ein Highlight war dann vor ca. 10 Jahren der kostenlose Wasserspender in der Mensa für Schüler und Lehrer. Gibt es tatsächlich Schulen/Behörden … in DE in denen den Angestellten/Beamten Kaffee, Tee … kostenlos zur Verfügung gestellt werden?
Wenn das ein nennenswerter Grund für ihr Ausscheiden ist … dann ist es auch besser so, für sie und die Schüler.
Das hab ich auch noch nie erlebt, dass man an irgendeiner Schule nicht auf die eine oder andere Weise selbst an der Getränkeversorgung beteiligt gewesen wäre.
Nur einmal habe ich den Luxus erlebt, dass die Sekretärin immer kurz vor der Pause die Kaffeemaschine eingeschaltet hat.
… den Kaffee hat aber sicher nicht die Sekretärin aus ihrer eigenen Tasche bezahlt!
Schließen Sie von sich auf andere ? Andernfalls bitte die Quelle nennen .
Ach, Sie lassen sich Ihren Kaffee von der Sekretärin spendieren? Okay, dann war ich wohl immer an den falschen Schulen. 🙂
Schrieben Sie nicht weiter oben “wenn das ein nennenswerter Grund für Ihr Ausscheiden ist” und jetzt nennen Sie genau diesen für Ihr Kriterium einer für Sie richtigen Schule ?
Schafft auch nicht jede, sich drei Beiträge später selbst zu widersprechen…Respekt.
Bitte noch einmal meine Kommentare + Ihre eigenen + den von Caro lesen – und den Ironie-Smiley beachten!
Ichglaube, es geht hier gar nicht so sehr um die Getränke. Ich habe mehrere Freunde/Bekannte, die im öffentlichen Dienst arbeiten – Kommunal- und Landesbehörden, technischer und Verwaltungsdienst. Dort wird durchaus ein gewisser Aufwand betrieben, um die Angestellten bei Laune zu halten. Das sind u.a. auch Getränke, ja, aber auch Präventionsmaßnahmen für die Gesundheit (während der Arbeitszeit wohlgemerkt) oder die die Möglichkeit zum Bildungsurlaub, die für es für Lehrer nicht gibt (wir haben ja Ferien).
Stimmt, Sie haben sehr viele Ferien. Winterferien, Faschingsferien, Osterferien, Pfingstferien, Herbstferien.
Eine Freundin hat sich immer Mittags hingelegt . Wir im Büro mussten unsere Müdigkeit mit Kaffee bekämpfen. Ständig neue Computersysteme, noch mehr Bürokratie, nicht alle Überstunden werden bezahlt. Nicht jeder hat 6 Wochen Urlaub. Und dann der Stress, wenn die Firma ins Schlingern gerät.
Deshalb lohnt sich doch eine Teilzeitstelle, da sich so die Anzahl der unterrichtsfreien Tage überproportional erhöht. Halbe Stelle bei voller Anzahl der Ferientage. Gut, gelle?
OMG, Sie haben glatt die sechseinhalb Wochen Sommerferien vergessen.
Btw die Zahl der unterrichtsfreien Tage ist vom Gesetzgeber des jeweils zuständigen Bundesländer geregelt. Also sind die armen Lehrkräfte gezwungen, nicht zu unterrichten. Ganz schön doof diese Politiker. Ich finde ja auch, dass SuS genauso wie die LuL auf Antrag frei übertreiben Urlaubszeiten verfügen sollten. Ich würde dann immer Urlaub machen, wenn die meisten SuS eben keinen haben.
Ich muss mich nachmittags (!), wenn ich nach Hause komme, auch erst mal hinlegen. Arbeiten Sie eigentlich abends oder am Wochenende auch zu Hause für Ihre Firma?
Wenn es nur der Kaffee wäre. Wir haben schon eigenes Toilettenpapier und Handtücher mitbringen müssen. Das finde ich wirklich nicht mehr lustig!
Natürlich ist das nennenswert – es ist ein INDIKATOR dafür, wie auch sonst versucht wird, mit Lehrkräften umzuspringen.
Und sowas wie “Wasser/Kaffee/funktionierende Toiletten” ist in der “hammerharten, freien Wirtschaft” mittlerweile nun wirklich stinknormal…
Wie, und ich dachte nur an Schulen wären Toilletten “stinknormal”:)
Im Büro musste man auch immer für Getränke und Essen selbst sorgen. Die Toiletten waren allerdings in Ordnung.
“Janna Schmidt” zeigt, wie wichtig Anonymität ist.
Bei ihr vermischen sich Gründe, dich ich voll nachvollziehen kann mit anderen Gründen, die bei mir eher für Fragwzeichen sorgen.
Zunächst mal die Gründe, bei denen ich mitgehen würde:
Was ich nicht mitgehen kann:
Der Nachwuchs ist also cleverer als man denkt. Es gibt recht klare Vorstellungen von den Rahmenbedingungen eines Berufs. Wenn man diese nicht (mal ansatzweise) vorfindet, geht man halt.
Gut so.
Respekt!
So ist es.
Und es ist richtig, dass junge Menschen sich solchen Zuständen entziehen.
Wenn alle mitmachen wird nichts besser.
Weil kein Druck entsteht, etwas zu verändern.
Ganz klar,
4 Tage Woche und 35h Woche brauchen die Lehrer.
Angebrachte Gehälter und online Unterricht!!!
35-Stunden-Woche ist eher so ein achtziger Jahre Ding. 30 sind besser.
machen sie sich nicht lustig, wir haben Lehrermangel
Drei Tage sind doch genug: 3*8,5=25,5.
Kriegen Sie hin.Jeder normale Arbeitstag im Büro hat auch 8h
„Allein schon das Konzept von ‚Überstunden‘ gibt es als Lehrkraft ja gar nicht, genauso wenig wie einen Feierabend, ein Wochenende oder auch überhaupt nur eine Arbeitszeiterfassung.“ Man habe „nie das Gefühl, richtig fertig zu sein“.
Das ist leider auch nach Jahrzehnten oft noch so. Die einzige Option zum Durchhalten ist, es wirklich zu lieben – aber die ständige Ausbeutung macht dennoch einfach nur wütend.
und danach wird es nicht besser und ist ungerecht. Während die Einen ab 61 abschlagsfrei in Rente gehen, ackern die Lehrer bis 67 weiter.
6 Jahre einfach mal mehr!
Die 35-Stunden Woche, Bildungsurlaub, workaway, Geld in 10 Urlaubstage umwandeln usw. gibt es auch noch nicht. Dazu 41 Stunden Woche und vollste Präsenz mit zerupften Stundenplänen.
Wahnsinn!
Mehr Homeschooling ist angebracht, mehr digital z.B. Konferenzen, 4-Tage Woche und 17% mehr Gehalt.
Präsenzjobs dürfen keine Nachteile haben, wenn die Nachbarin im warmen Homeoffice bleibt!
gerne! 🙂
Durchschnittlich bis 67 plus 3 Monate. Der Eintritt in den Ruhestand erfolgt am Ende des Schulhalbjahres, in dem das 67 Lebensjahr vollendet wird.
Man habe „nie das Gefühl, richtig fertig zu sein“,
doch erstaunlich schnell stellt sich dann das „fix und fertig“ ein.
Ein System, das einen „langsam, aber sicher zerreibt“,
solange man es aushält, durchhält — und bleibt.
„Ich habe fertig.“ sagt man irgendwann ganz trocken,
und ist über die eigene Ernüchterung nicht einmal erschrocken.
Wer sich nicht längst an der eigenen Gesundheit versündigt,
hat innerlich schon vor Jahren gekündigt.
Und während alles weiterläuft, völlig ungeniert,
fragt man sich, wohin das hier eigentlich marschiert.
Reibt aus den Augen euch den Sand —
Bildungsschland steuert mit Vollgas gegen die Wand.
Nun, die GEW hat sicher eine Lösung in petto. Es dürfte wie immer die Gesamtschule sein.
… und der verpflichtende Ganztag für alle.
Und die erfolgreiche Inklusion!
Und allermindestens A13 für alle und Bezügeerhöhungen ausschließlich für die unteren Gehaltsgruppen.
Das Ref bietet viel zu viele Möglichkeiten für Machtmissbrauch, dazu kommen dann noch systemische Probleme im Schulsystem. Oh, Wunder, wenn dadurch Leute verloren gehen, aber wozu sollte man etwas ändern, andere sind ja auch nicht dran gescheitert. /s
Focus schreibt auch dazu:
https://www.focus.de/finanzen/karriere/referendarin-27-bricht-nach-4-monaten-unterricht-an-schule-ab-das-halte-ich-nicht-durch_34ebb348-5c15-4224-9b9a-23a95f8eadbd.html
Interessant wie immer auch dort die Leserkommentare. Die deutliche Mehrheitsmeinung sieht die Schuld wie immer bei den Lehrkräften selber, sinngemäß: Zu wenig belastbar, Herumgejammere, “früher hat man sich nicht so angestellt”, “selber Schuld, da sich die Lehrer die Zustände an den Schulen selber herbeigewählt haben” (da ist sogar teilweise was dran…), “Beamtenstatus abschaffen, dann arbeiten die f.. S.. auch wieder”, …
Egal, das System ist nicht mehr reformierbar. Der Zug ist abgefahren. Rette sich wer kann!
Das Focusforum ist allerdings auch eine Blase voller Narzissten mit einem maximal durchschnittlichen IQ.
… also so wie der Rest der Menschheit.
Zumindest wie die Mehrheit. Und die setzt sich am Ende durch. Denn immerhin leben wir in einer Demokratie, und das ist gut so!
… und ich dachte, die Klägerin würden nachgeben …
Wenn der Rest der Menschen auch maximal den durchschnittlichen IQ erreicht, welche Wesen tragen dann die überdurchschnittlichen Werte bei?
Oder gehen Sie von einem Einheits-IQ aus?
“Zu wenig belastbar, Herumgejammere, “früher hat man sich nicht so angestellt”.
Da fällt mir doch glatt auf, dass dafür die LuL hier oft genauso über die SuS urteilen: faul, nicht mehr belastbar und ” das haben wir ja früher auch geschafft”…irgendwie witzig…
… und diese Bemerkungen über SuS kommen häufig auch noch von denen, die für sich selbst weniger Arbeit fordern. Pure Realsatire.
Und wenn man sich in diesem Forum umschaut, finden sich leider genug Belege für die “Nichtbelastbarkeit” und das “Herumgejammere” von zu vielen Lehrer.
Ich glaube nicht, dass man sich als Lehrer über die Arbeitsbelastung anderer Lehrkräfte eine Meinung erlauben kann, wenn man nicht an ihrer Schule Einblick genommen hat.
Nicht-Lehrer haben erst recht keine Ahnung.
Sie verkennen dabei aber, dass sich die Lernbedingungen für Schüler eher verbessert haben, wohingegen die Lehrer mit immer mehr Aufgaben überfrachtet werden und die Voraussetzungen nicht angepasst werden. Auch muss man feststellen, dass der Respekt gegenüber Lehrkräften immer mehr zu wünschen übrig lässt, was zudem ein gesellschaftliches Problem darstellt. Umgekehrt ist eher das Gegenteil der Fall. Imho ist dieser Vergleich nicht so glücklich.
Ist das so, dass sich die Lernbedingungen für SuS verbessert hat?
– Zu große und heterogene Klassen im Gleichschritt,
– verhaltensauffällige Mit-SuS,
– hoher Lärmpegel,
– Schule zerbröselt,
– LuL überlastet und daher gereizt,
– Unterrichtsausfall,
– häufig wechselnde LuL, somit kaum Beziehungen möglich,
– mehr Zuhause nacharbeiten müssen, da Unterricht nicht mehr gut stattfinden kann (ohne adäquates SOL Material), aber der Stoff muss durchgehechelt werden,
– Funktionieren müssen ohne Rücksicht auf eigene Befindlichkeiten, etc.
Ich finde, in vielen Punkten überschneiden sich die Problematiken der LuL und SuS.
Die zu großen und heterogenen Klassen gab es früher auch, da wurde in der Grundschule aber auch mächtig aussortiert, nicht wie heute, dass jeder aufs Gymnasium strebt, das war damals eher die Ausnahme. Da wurde Leistung gefordert und keine Rücksicht auf individuelle Befindlichkeiten genommen.
Und alles, was Sie noch aufzählen, ist der gesellschaftlichen Entwicklung und der politischen Irrfahrten zuzuschreiben.
Was gibt es heute: schönere Schulgebäude, unendlich viel Lehrmaterial (bei uns war das höchste der Gefühle der Kartenhalter und das Skelett in Bio, Sprachlabor war ein Flop), Notengebung ist transparenter und wird mit den Schülern besprochen, Unterichtsausfall hatten wir auch, ein ganzes Jahr kein Englisch z.B., heute undenkbar, Kurzschuljahre, Nacharbeiten zuhause war Standard, Lehrer waren oft noch autoritär und unpädagogisch, Frontalunterricht bis zum Erbrechen, Gruppenarbeit kannte man nicht, oft 6 Stunden stillsitzen und den Ausführungen der Lehrer zuhören, mit teils chaotischen Tafelanschrieben.
Es hat sich sehr viel geändert in Richtung interessanten und abwechslungsreichen Unterricht, aber ich habe so das Gefühl, je mehr man bietet, desto mehr wird gemeckert und kritisiert. Und Sie haben Recht, die Anforderungen an die Lehrer sind massiv gestiegen, poarallel dazu sind aber die Anforderungen an die Schüler immer wieter gesunken, in allen Belangen.
“In den Praxissemestern habe sie das Gefühl gehabt, „als wären sowohl die Schüler als auch die Lehrkräfte in einem sehr starren Korsett gefangen“.’
Jup, das ist so gewollt und wird streng verteidigt.
“[…] und Kaffee gab es sowieso nicht. Man musste sich eigene Pads mitbringen.“
Andere Schulen haben Kaffee? Einfach so? °__°
“Unabhängig vom tatsächlichen Einsatz habe sie ständig das Gefühl gehabt, „irgendwo hinterherzuhinken – egal, wie viel ich gemacht hatte“.”
So ging es mir vor zehn Jahren auch, aber es ist fast vorbei.
Schade und schlimm um die potenziellen Kolleg*innen. Bei all dem Gerede über Leistungsgesellschaft könnte man sich fast wünschen, die Bildungspolitik würde etwas machen…
Naja, in ein paar Dekaden sitze ich ausgestopft vor 60 Schüler*innen und erhalte fürstliche Besoldung -__-
Der ausgestopftes Rainer…..ich kriege gerade Kopfkino …..
You made my day 🙂
Bald km Kink: Kick it like Bentham
https://www.sueddeutsche.de/panorama/leichnam-von-jeremy-bentham-bei-uni-sitzung-untot-in-der-konferenz-1.1724131
Dieser Bericht macht einmal mehr deutlich, an wie vielen Punkten das System geändert werden muss!
Problemschwerpunkt ist die völlige Gleichgültigkeit der Schulbehörden gegenüber den Lehrkräften.
Wie kann ich als Arbeitgeber eine qualitativ hochwertige und engagierte Arbeit erwarten, wenn ich keine Rücksicht darauf nehme, wie viele Überstunden für meine Erwartungen notwendig sind?
Warum weigern sich die meisten Bundesländer beharrlich, Arbeitszeiten zu erfassen? Warum müssen diese Vielzahl von Unterrichtslehrproben sein, deren Beurteilung sehr stark davon abhängen, wie “brav und angepasst” die Referendar/innen sind und wenig den tatsächlichen Fähigkeiten entsprechen?
Ich hab -auch in den letzten 10 Jahren- Schulleitungen erlebt, die Referendar/innen zu Vertretungen nötigen, obwohl dies eigentlich untersagt ist. Aber wenn Referendar/innen sich wehren, bekommen sie eine schlechte Bewertung der Schulleitung.
Oft werden sie auch in den schwierigsten Klassen eingesetzt, da sie sich ja nicht wehren können.
Im gleichen Stil arbeiten die Schulämter, die jede Art von Widerspruch der Lehrkräfte durch Schikanen sanktionieren. Das Regierungspräsidium deckt im Notfall auch unfaire und nicht rechtskonforme Entscheidungen der unteren Schulaufsicht.
Warum kann man nicht ein System etablieren, in welchem sich ein Team von Lehrkräften die Leitungsaufgaben teilen? Wäre in Anbetracht der Tatsache, dass es zu wenige Bewerbungen für Schulleitungen gibt und sich etliche Lehrkräfte mehr Entfaltungsmöglichkeiten wünschen, sicher vorteilhaft.
Und wenn wir schon dabei sind: Auch im Schulamt und im RP wünsche ich mir Fachkräfte, die aus den Schulen kommen und dort gute Arbeit geleistet haben, nicht aber jene, die sich durch “hohe Anpassungsleistung”, genannt Schleimerei, in diese Position gebracht haben.
Manchmal wünsche ich mir, dass viel mehr Lehrkräfte in den inneren und äußeren Widerstand gehen, damit sich endlich was ändert!
„Warum kann man nicht ein System etablieren, in welchem sich ein Team von Lehrkräften die Leitungsaufgaben teilen? Wäre in Anbetracht der Tatsache, dass es zu wenige Bewerbungen für Schulleitungen gibt und sich etliche Lehrkräfte mehr Entfaltungsmöglichkeiten wünschen, sicher vorteilhaft.“
Viel Spaß bei den Hunderttausenden kleinen und großen Aufgaben, die die LKs dann unter sich aufteilen und nebenher ableisten…..
Auch wenn Sie es nicht wahrnehmen, SL machen mehr als den Stunden- und den Vertretungsplan und füllen ein paar Abfragen aus …..
https://bass.schule.nrw/Inhalt/12374.htm#21-02nr4p20
Hier ein kleiner Überblick und da ist die ADO noch gar nicht berücksichtigt…..
Nein, nein,- es ist keineswegs davon die Rede, dass Lehrkräfte Leitungsaufgaben nebenbei erledigen! Es ist gedacht, dass kompetente Lehrkräfte Teilbereiche der Schulleitung übernehmen, dementsprechend mehr Geld bekommen und dafür weniger Unterrichtsstunden ableisten. Sie machen Ihre Schulleitung ja auch nicht nebenbei, oder?
Der Hintergedanke ist, dass Verantwortung auf mehreren Schultern lastet und Leitungsaufgaben nach Kompetenzen verteilt werden können. Nicht jede Schulleiterin ist in allen Schulleitungsaufgaben gleichermaßen kompetent, muss aber trotzdem alle erledigen.
Der nächste Vorteil ist, dass die Schulleitungen, die ihre Macht missbrauchen, hier gebremst werden,- die Abhängigkeit vom Wohlwollen der Schulleitung damit deutlich dezimiert wird. Das gilt sowohl für Referendar/innen als auch für Lehrkräfte.
Ich weiß sehr genau, was Schulleitungen leisten sollen und ich will keineswegs Ihre Arbeit schmälern, dennoch befürworte ich Schulleitungsteams, wie es (ein bisschen) am Gymnasium und (ein bisschen mehr) an Privatschulen betrieben wird,- es funktioniert in der Regel gut!
Okay, Sie und Ihr Team haben 19 Entlastungsstunden (so wie ich und meine Konrektorin)…. Dann mal los….mit all den Aufgaben…..
Ich hoffe, Ihr Team ist bereit 20 oder 30 (Zeit-) Stunden zusätzlich zum Unterricht zu investieren…..
Ich habe 2 Matheklassen (52 Kinder) mit allem Drum und Dran…..der Rest geht für SL-Aufgaben drauf…..was glauben Sie, wie viele Stunden ich in der Woche so arbeite?…..das wollen Sie gar nicht wissen….denke ich….unter 50 bis 70 gehe ich niemals raus….und das wollen Sie auch???
Und nun mal ganz grundsätzlich: ich missbrauche meine Macht nicht, um nach unten zu treten. Meine Aufgabe ist es eine Schule zu führen, in der sich alle willkommen und wohl fühlen. Das umfasst alle , wirklich alle….ich reiße mir den Arsch auf, dass es an unserer Schulen allen gut geht auch insbesondere den Kolleginnen. Ich versuche sicherzustellen, dass die Kolleginnen ihren Unterricht machen können, möglichst störungsfrei, ich versuche sie zu unterstützen, wenn es notwendig ist, ich halte alles fern, was sie in ihrem Tun beeinträchtigen könnte, ich sitze dabei, wenn es schwierig wird, ich vertraue auf ihre Kompetenz, ich habe immer ein offenes Ohr, ich bin immer da, wenn ich gebraucht werde….
Das ist meine Agenda…..und sie behaupten, das ginge mal so nebenbei?…..Ich bezweifle das stark…..
Das alles glaube ich Ihnen gern und jede:r wünscht sich wahrscheinlich genau so eine SL. Aber alle, die nicht unter einer solchen Schulleitung arbeiten müssen, sondern unter vergleichsweise inkompetenten Möchtegern-Renaissancefürsten wissen, dass es im System strukturelle Probleme gibt und „Jette“ schlägt diesbezüglich Verbesserungsmöglichkeiten vor. Und dass da Handlungsbedarf besteht, steht m.M.n. völlig außer Frage.
Und ich legte da, dass es ohne eine SL, die auch den Hut aufhat und die Gesamtverantwortung trägt, nicht funktionieren wird. Ich würde zwar sagen, dass die reinen Orga-Aufgaben auch von LKs gemacht werden können, aber alles rund um die Schulentwicklung wird schwierig werden.
Ich würde tatsächlich einen anderen Weg vorschlagen: eine massive Stärkung des Lehrerrates an Schulen. Ein LR verfügt über sehr großen Einfluss und kann eine SL gut einfangen….Die Mitglieder sollten vom Kollegium mit Bedacht gewählt werden….
Zudem eignet sich auch eine Steuergruppe, die Schulentwicklung mitzulenken…..
Wollen Sie mal Fragen stellen?
Oder lieber nicht hören?
Ich könnte Ihnen beispielsweise einen kleinen Eindruck/Einblick vermitteln, wie es so grob bei uns ist/wäre.
Stellen Sie die richtigen Fragen.
Ich schätze Sie sehr als Schulleitung. Zumindest vom Eindruck und vom Forum her.
Allerdings verstehe ich die “Gegenargumente” hier … Und könnte Ihnen vielleicht einen Einblick geben. Sie wissen ich arbeite an einer Privatschule.
“Ausflug” erwünscht?
Vielleicht kennen Sie auch einige Privatschulen … Dann meine Frage: Denken Sie nicht wirklich, dass das ein guter Vorschlag ist/wäre, der hier eingeberacht wurde?
Ohne das jetzt als “Abwertung” oder “Angriff” zu verstehen. Sie schreiben selbst, dass Sie absolut fragwürdige Arbeitsbedingungen eigentlich haben. Alleine der Stundenzahl und “Reichweite”, sowie Rechtsfrage. Ist das ernsthaft “gut”?
Stellen Sie die Fragen.
Ich würde gerne mal einen echten Ausflug machen und in Ihr System schnuppern…..jepp!
Nein, ich kenne keine Privatschulen von innen….
Was würde Sie denn interessieren?
Also die Vertretungen und den Studenplan machen bei uns 3 Personen [Lehrkräfte]. Diese haben dazu eine Deputatsanrechnung. Teilweise “als Team” und teilweise “wöchentlich rotierend”.
Die Stundenpläne als Team.
Vertretungsplanung rotierend.
Falls jemand ausfällt/krank ist, dann springt jemand anderes dazu ein.
Sämtliche Kommunikation diesbezüglich läuft normalerweise über Google (Education) Chat und Schulmanager. Ggf. “Verbal” als Anfragen.
Zur Stundenplanung darf jeder Mitarbeiter “Wünsche” abgeben. [Müssen nicht berücksichtigt werden, aber man versucht es tatsächlich soweit möglich]
Instanzen gibt es mehrere:
Vorstand – diese hat einige “klassische” SL-Sachen auch. Mitunter auch Personalplanung als Hilfe/Zusammenarbeit. Finanzen und co. sowieso. Dazu Verwaltungsmitarbeiter.
Sekretariat (Verwaltung) sind primär 3 Personen. Eine(r) davon im Sekretariat direkt. Jeden Tag ist besetzt.
Elternbeirat usw.
Das deckt schonmal obige Fragen ab, denke ich.
Fragen Sie gerne. Was interessiert Sie?
Ich frage gerne an anderer Stelle nach….Schule hat wieder angefangen und ich habe dafür gerade leider keine Zeit mehr…..
Vielen lieben Dank für das Angebot….
An der Waldorfschule, an der wir waren, gab es keine Schulleitung und da ging es drunter und drüber. Niemand war für irgendetwas zuständig oder verantwortlich und das wollte im Zweifelsfall auch keiner sein. Dadurch passierte viel Unrecht.
Deshalb: Auch und insb. die jeweilige Privatschule etwas genauer ansehen.
Ist nicht möglich? Ist das erste Warnzeichen.
Waldorf ist so eine Sache … Es gibt die “Urtraditionellen Waldorfschulen”, wo eigentlich “Unrecht” sowieso nahe liegt … Ich meine Rudolf Steiner war so eine Sache für sich… Esoterik … Geister … Wille … Und dann das “Karmamäßige” … Ja gut. Weiß ja nicht.
Waldorfpädagogik ist dazu auch ein “Sonderstudium”.
Bei moderneren Waldorfschulen [ohne den ableistischen Quatsch] kann/sieht das anders (aussehen).
Gleiches gilt auch für andere “Reformpädagogik-Privatschulen”.
Schaut man sich an. Informiert sich.
Ebenfalls über den tatsächlichen “Umgang”. Ist es “komplett Laissez-Faire? Wer sind Ansprechpartner [SL/Vorstand/wer auch immer]? Usw.
Dass es auch keine Schulleitung gibt kann ebenfalls ein Anzeichen sein… Da ist die Frage “warum nicht?” natürlich sehr nahe – auch für Eltern.
An einer Grundschule muss tatsächlich jemand Chef sein, da dort meistens ausschließlich Frauen arbeiten. Ohne Leitung würden sich alle nur untereinander zanken. Sowas geht nicht lange gut.
Ein reines Männerkollegium würde allerdings auch ohne Schulleitung tadellos funktionieren.
… und wer, in einem reinen Männerkollegium kocht den Kaffee für die Pausen, wäscht die Tassen ab (bzw. räumt den Geschirrspüler ein und aus)…? 🙂
Die Putzfrau vielleicht ? Oder die Sekräterin?
Mensch … Darauf hätten Sie aber selbst kommen können.
Die zählen ja alle nicht zum Kollegium.
Stimmt, dafür sind ja dann die Menschen weiblichen Geschlechts da. Ob die sich dabei auch untereinander zanken? 🙂
Aber was machen die “diversen” dann eigentlich in Schulen? Oder gibt es die da nicht?
Und noch eine Frage – bei reinen Männerkollegien – wie sähe die durchschnittliche Klassengröße dann in DE aus? (gibt es eine Statistik zum Verhältnis Schüler (m,w,d) – männliche Lehrer und Erzieher?)
Kompaniestärke, gelernt ist gelernt.
MÄNNER. Keine Frauen. Keine Diversen.
Nein, die Zanken sich nicht.
Sekretärin: 7:30 – 16:00 Uhr Anwesenheit bspw.
Putzfrau: 18:00 – 21:00 Uhr bspw.
Wichtig ist … Immer nur Eine [Zicke] zur gleichen Zeit.
Konzept verstanden? Muss ich ja nachfragen … Sie sind ja eine Frau.
Kommt halt drauf an, wer das bestimmen darf – wie groß die Klassenstärke ist.
Also ich bin ja sowieso für Bildungspflicht, statt Präsenzpflicht. Kommt halt “wer Bock” hat. Und dann brauchen wir nur noch “ein Maximum”. Rest bleibt vor der Tür oder geht halt wieder.
Kann man auch mal “locker sehen”.
[Achtung … Etwas Ironie enthalten. Schreibe das vorsichthalber für die do… Frauen hier. Damit es auch jede(r-r) checkt.]
Der Hausmeister wird los geschickt und bringt den Kaffee-to-go mit.
Ihr habt ja sowas von keinem Plan
“Die zählen ja alle nicht zum Kollegium.”
Stimmt! Allerdings wird von manchen SL und Lehrern unterschätzt, wie wichtig Sekretärin, Hausmeister und Putzfrauen für das Funktionieren und die Stimmung iim Kollegium sein können. Sie können das Öl oder auch der Sand im Getriebe sein. Je nachdem, wie wertschätzend man mit ihnen umgeht. Ich konnte da so einige “soziologische Studien” in 40 Dienstjahren machen. Es war schon lustig, welche Probleme manche Kollegen hatten, bis ihre “Anweisungen/Forderungen” an diese Menschen erfüllt wurden, während andere Kollegen schnell Hilfe bei Wünschen bekamen. “Wie es in den Wald hineinruft…” 🙂
Das ist ja das Geheimnis, nur Bier aus der Flasche. Nicht weiter sagen.
Wie, nich mal Fassbier? Geh mich wech, da würde ich nicht lee(h)ren wollen.
Aber dann bitte nur alkoholfreies!
Jeder, niemand oder der, dem es befohlen wird. 😀
Ohne Ironiehinweis fehlt der Sinn.
Ich fürchte, der/die meint das ernst.
Ja, er hat sich seine Kollegen alle schön gesoffen…
Dann sollte ich vielleicht einfach das Geschlecht wechseln und schon funzt es…..echt jetzt??
So ein mysogyner Müll.
“Ein LR verfügt über sehr großen Einfluss und kann eine SL gut einfangen…“. Schön wär´s. Bei uns wird der LR eher von der SL klein gehalten und „eingenordet“.
Wenn der LR sich einfordern lässt, hat das Kollegium vermutlich die falschen Mitglieder gewählt.
Okay, war vielleicht falsch ausgedrückt. Die SL startet immer wieder Versuche, dem LR die Richtung vorzugeben. Aber da wir die Richtigen gewählt haben, halten die (sehr mühsam) dagegen.
Ja! Das trifft mich stark!!!
Ich fühlte mich irgendwie angesprochen….nun ja….
Danke für die klärenden Worte!
Der Fisch stinkt erheblich vom Kopf, da haben Sie Recht. Daran wird sich aber nichts ändern, solange die Bildungspolitik Resterampe für untaugliche Politiker bleibt. Der Widerstand sollte kommen, auch wenn man dadurch anfangs, so habe ich das erlebt, den Kürzeren zieht. Diese “Schleimerei” konnte ich überhaupt nicht ab, ist aber leider üblich in diesem Beruf.
Das Referendariat habe ich mit dem Blick auf den Abschluss durchgehalten: zwei Jahre, dann wird alles entspannter; noch anderthalb Jahre, dann habe ich wieder Zeit für Freundschaften; ein Jahr noch, dann kann ich Ferien genießen; noch ein halbes Jahr, dann fange ich einen Tanzkurs an… Und dann war ich Berufsanfänger. Klar, da kann sich niemand zurücklehnen. Und ich dachte: Aber wenn ich mich erstmal richtig eingearbeitet habe…
Nur, nach fünf Jahren im Job war es immernoch nicht besser: neue Rahmenlehrpläne, ein weiteres Fach, immer weitere bürokratische Vorgaben. Also fing ich an, vom Rentenalter zu träumen. Ob das mal keine Illusion ist…
Lernen Sie “nein” sagen oder einfach mal schweigen, erspart Ihnen viel Arbeit…
Weise Worte, die mich an jede Lehrerkonferenz erinnern.
… zu der dann ein anderer verdonnert wird…
Jedem sei die Chance vergönnt zu lernen. Im Übrigen sollen Geschmäcker verschieden sein…
“vom Rentenalter zu träumen”
Ob die Karotte “Pension”, die einem vor die Nase gehalten wird, noch so schmackhaft sein wird, wenn es so weit ist? Ich habe da ernste Zweifel. Ich hoffe, Sie sorgen vor!
Die Karotte der Pension ist jedenfalls noch schmackhaft, die der Renten wird immer mehr welk…….
Guter Rat @ Realist.
Allerdings werden, selbst wenn es dann noch eine Pension geben sollte, @ notfunny und seine Alterskollegen wohl häufig mit Abschlägen früher gehen, da die Lieben Schüler jeden Tag anspruchsvoller, verhaltenskreativer und grundverbildet ungebildet Tribut erfordern.
Ich denke, mit nahezu 40 Jahren Dienstzeit gehe ich bald fitter in Pension als Nachfolgende mit 20 Jahren Dienst dann gehen können.
Ich finde diese Referendarin eher untypisch und deshalb wirklich nicht repräsentativ. Sie findet den Gedanken, 40 Jahre an der gleichen Schule zu arbeiten, einen Alptraum. Ich finde genau das sehr gut. Sie vermisst Aufstiegschancen im Lehrerberuf. Ich vermisse keine Aufstiegschancen. Mein Ziel ist es nicht, als Lehrer Karriere zu machen. Ich liebe meinen Job. Ich will Kindern etwas beibringen. Sie bemängelt, dass es nicht mal Kaffee in der Schule für sie gab. Wer soll den für sie machen? Die Sekretärin? Warum macht sie ihn sich nicht selbst? Sie kritisiert, dass alles zwischen 8 und 15 Uhr stattfindet. Ich schätze am Lehrerberuf, dass ich meistens am frühen Nachmittag heimkomme und selbst entscheiden kann, wann ich die Vor- und Nachbereitung mache. Das empfinde ich als großen Vorteil!
Kurz, sie hat tatsächlich Vorstellungen, die zum Lehrerberuf nicht passen und deshalb passt auch sie tatsächlich nicht. Das sage ich nicht als Vorwurf, das erscheint mir einfach ein Fakt zu sein.
Das ist mir auch aufgefallen, danke. Sie passt einfach nicht zum/in den Lehrerberuf und das ist ja auch in Ordnung. Viele passen nicht und das ist nicht schlimm. Es kann und muss nicht jeder Lehrer werden.
Sie halten sich demnach für einen typischen Referendar bzw. Lehrer . Ich finde mich aber in Ihren Vorstellungen nicht wieder: Es schadet so gar nicht, über den Tellerrand zu schauen und zu erleben, wie in anderen Schulen gearbeitet wird. Gibt Riesenunterschiede, einer davon ist der Einzugsbereich – was im Brennpunkt funktioniert, scheitert bei Kindern von Anwält*innen und umgekehrt.
Weiter wurmt mich noch heute, dass ich nicht um eine für mich ausgeschriebene Funktionsstelle gekämpft habe, mich stattdessen habe wegmobben lassen. Ein Job lässt sich noch mehr lieben, wenn das Preis/Leistungsverhältnis stimmig ist.
Kaffee fand ich übrigens bisher in allen Schulen vor, auch in allen anderen Jobs außerhalb der Anstalt. Die o.g. Referendarin nimmt eigene Pads mit, sollte hoffentlich eine Ausnahme blieben.Dafür braucht es keinen Sekretär, das Zauberwort heißt auch hier Arbeitsteilung.
Das Prinzip der eigenen Pads habe ich auch schon erlebt.
Ist keine Ausnahme und kann durchaus Sinn machen.
Pads haben mich noch nie zum Erwerb animiert, mag die Dinger nicht. Abgesehen davon finde ich es schöner, wenn nicht jeder sein eigenes Süppchen, äh, Käffchen kocht – teilen macht mehr Spaß.
Ja, ein Leben lang an einer Schule kann nicht gut sein….eigentlich sollten 10 Jahre das Maximum sein, um auch mal andere Systeme kennenzulernen….
Kollegen, die bereits zum Inventar gehören, haben zwar auch Vorteile, aber sobald der Spruch fällt „das haben wir schon immer so gehandhabt“ ist eine Eingefahrenheit nicht mehr zu übersehen….und dann sollte es Zeit werden…..zu wechseln…..
…und dann gibt es noch als gegensätzliches Extrem die berühmt, berüchtigten “Wanderpokale”, die niemand wirklich will…
Die “Wanderpokale” haben mehrere deutliche Vorteile gegenüber den Schulleitungslieblingen und den Normalolehrern. Wenn sie Glück haben, werden sie wegbefördert und freuen sich über einen deutlichen Lohnzuwachs. Falls nicht: Keine Klassenleitung und weniger Arbeit bei einem höheren Stundenlohn, scheint auch nett zu sein.
Dem gegenüber stehen die Kollegen, die ins Hamsterrad eingestiegen sind, um vielleicht eine der wenigen Beförderungsstellen zu erlangen.
Die Wanderpokale, auf die ich mich bezog, sind eher die, bei denen unklar ist, wie sie Ihre Examen geschafft haben – niemand möchte sie befördern, höchstens weit weg von Schule…
Das Bestehen eines Examens hat meiner Meinung nach erstmal nichts mit der Qualifikation .eines Lehrers zu tun, das erste Staatsexamen ist zu theoretisch und das 2. ist, wie hier schon genannt wurde, meist durch geschmeidige “Anpassungsfähigkeit” zu erreichen.
Das Nichtbestehen der Staatsexamina ist ein besserer Qualifikationsnachweis?
Das habe ich nie behauptet, aber ein 1,2 Examen sagt noch nichts über die wahre Qualifikation als Lehrer aus, derjenige mit 3,4 ist vielleicht der bessere Pädagoge, denn darum geht es letztendlich im Schulbereich. Kann sein, dass Gymnasiallehrer das anders sehen, aber mit der Erfahrung in anderen Schularten sehe ich das so. Der akademisch-wissenschaftliche Anspruch gehört dazu, sollte aber nicht Hauptkriterium sein, man hat es mit Kindern und Jugendlichen zu tun, nicht mit wissenschaftlichen Studien.
Volle Zustimmung – von einem Gym-Kollegen
Naja, Lehrende zeigen mit dem ersten Examen, dass sie wissenschaftlich arbeiten, also auch mit div. Theorien umgehen können.
Im zweiten geht’s dann darum, Theorien auch praktisch anhand einer Unterrichtsreihe umzusetzen. Keine Ahnung, was das mit einer Anpassungsfähigkeit zu tun haben soll. Meine Arbeit wurde damals eher gelobt, weil sie eindeutig meine Handschrift nicht zuletzt im Ausdruck trug.
Einfach nur Theorien und Methoden praktisch anwenden? Schön wär’s. Wenn die Referendare ihre Unterrichtsbesuche nur nach ihren Ausbildern ausrichten, weil es sonst deutlich schlechtere Bewertungen gibt und dies aber in beiden Fächern geschieht, obwohl die jeweiligen Ausbilder da z.T. Gegensätzliches fordern, dann sagt das doch alles – der Meinungsspagat kommt dann am Examenstag, an dem der Prüfling nur hoffen kann, dass dem Prüfungsvorsitz die eigene Linie gefällt. – Es geht bei der Note fürs II. Staatsexamen schließlich nicht nur um die 2. Staatsexamensarbeit.
Ja, das alles hat dann viel mit Anpassungsfähigkeit zu tun und jede/r, der sich mit den Referendaren oder Ausbildern unterhält und sich nicht hermetisch vom sonstigen Geschehen in seiner Schule abschirmt, weiß das auch. Gut ist anders.
Die Refs auf die Sie sich beziehen, sind keinesfalls alle. Auch wenn es außerhalb Ihrer Vorstellungskraft liegen mag, es ging tatsächlich auch anders – zumindest in dem mir bekannten Jahrgang.
Mag auch daran gelegen haben, dass wir durch die Bank alle gebraucht wurden.
Richtig erkannt, es gab und gibt Zeiten, da werden alle genommen, da sie gebraucht werden. Ob das so gut ist, sei dahingestellt.
Möglichst weit weg von der eigenen Schule….ja
…wenn sie nicht mal wieder krank sind (und die Arbeit an allen anderen hängenbleibt).
Niemand will einen Wanderpokal haben….nein, wirklich nicht….!
Jaaaaa, die gibt es leider auch…
10 Jahre bekommt man schnell voll. Selbstwenn man Versetzungsanträge stellt, kommt man so schnell nicht weg. Insbesondere Lehrer mit Mangelfächern nicht und auch nicht als Lehrkraft an Brennpunktschulen.
Ich konnte mich problemlos nach einem Jahr Brennpunktschule versetzen lassen – mag auf dem Land anders sein.
Brennpunktschule ist halt nichts für jeden. Da reicht ein Jahr völlig! Man weiß ja, was man sich wert ist. 🙂
Einige Szenen aus diesem Jahr vergesse ich nie, z.b. den Drittklässler, der mir schreiend seinen Hockeyschläger vor die Füße warf mit den Worten: “Ich hasse Dich, Du alte Schlampe.” Später verkündete er laut im Flur, dass er Ende der vierten Klasse “uns alle umbringt”.
Tscha, so etwas gibt es, leider. Aber gut, dass es noch Lehrer gibt, die sich das antun und versuchen auch Kindern an Brennpunktschulen Möglichkeiten durch Bildung zu eröffnen. Wenn die alle nach einem Jahr hinschm…, äh sich versetzen lassen würden …
Umgekehrt wird ein Schuh draus: Wenn alle mindestens ein Jahr dort arbeiten würden… war aber klar, welche Sicht Sie wählen.
Der Vorteil ist, dass es kaum bis keinen Stress mit Eltern gibt. Der Wechsel in eines von Hamburgs reichsten Stadtteilen war entsprechend ernüchternd. Ich wurde überraschend gebeten, auf einem Elternabend meine Kriterien für Sportnoten zu erläutern, da es doch nicht sein könne, dass soviele Kinder nur eine (un-)befriedigende Note hatten…
“Kein Stress mit den Eltern”? Meinen Sie an der Brennpunktschule? Kommt darauf an, was man unter Stress versteht. Ich würde eher sagen: anderer Stress als an Schulen in reichen Stadtvierteln, oder sogenannten Szene-Vierteln. Reichtum oder Armut sagt auch nicht generell etwas über Eltern aus, genausowenig wie “bio-deutsch” oder nicht, Religion oder Hautfarbe. Es gibt in allen sozialen Schichten solche und solche Eltern. Nur eines machen die ärmeren wohl tatsächlich eher selten – mit dem Anwalt in der Schule aufschlagen. 🙂
Ich hatte den direkten Vergleich zwischen einer Gesamtschule, durchaus als Brennpunktschule zu bezeichnen und einem Elitegymnasium mit privatem Träger. Sie dürfen raten, wo ich lieber unterrichtet habe …….. (Nein, es war nicht das Gymnasium).
Darf ich fragen warum? Ich habe nur den Vergleich Sonderschule – Brennpunkt-GS. Allerdings war auch die Sonderschule vom Einzugsbereich ein Brennpunkt. Die Sonderschule war mir lieber, aber das lag eher an der Größe (es war übersichtlicher, nicht so anonym, jeder kannte jeden, die Zusammenarbeit war effektiver…)
Die Schüler und Lehrer der Gesamtschule waren wissbegierig und dankbar für jede Zuwendung, ich konnte mit denen besser umgehen als mit den verwöhnten Zöglingen reicher Familien, die schon alles wussten, alles gemacht haben und alles kannten. (haha). Der Lehrer war für die ein Bediensteter. Nicht so sehr meine Wunschgruppe. Die Gesamtschüler kennen keine Arroganz, ich hatte da allerdings auch keine richtig schwierigen Fälle, die bekam ich erst in der Berufsschule/Berufsfachschule und Fachoberschule mit Einführung der Inklusion und Integration.
Danke! Das kann ich vollkommen verstehen.
Sorry, für die Lehrer-Kollegen passen die Attribute nicht, es sollte “umgänglicher und down to earth” heißen.
Das pure Leben eben.
In Zeiten, in denen man sich auf “alte Methoden” besinnt (Lesen, Rechtschreiben, Einmaleins…), sollte man vielleicht auch wieder die erfahrenen Kollegen zu schätzen wissen und froh sein, wenn man sie an seiner Schule hat.
Ja….“das wurde schon immer so gehandhabt und das möchte ich auch in Zukunft zu gehandhabt wissen“….ein Satz, den ich in der ersten Woche meines Tuns von einer Kollegin gehört und hassen gelernt habe….aber super, dass Sie derselben Art Lehrer sind…..
Vielleicht wäre so ein Wechsel alle 10 Jahre auch was für SL? Das gäbe manchem Kollegium durchaus Hoffnung…
Ja, ist auf jeden Fall erwägenswert!!
Ich bin bereits deutlich länger als zehn Jahre an meiner Schule und kann mir durchaus vorstellen, mein gesamtes „Lehrerleben“ hier zu verbringen. Meine Haltung unterscheidet sich also deutlich von der angedeuteten Absolutheit.
„Spätestens nach zehn Jahren sollte man wechseln.“ Das klingt modern, dynamisch, nach Entwicklung. Aber der Satz unterschätzt, was Langfristigkeit in der Schule für Kollegium, Schüler, Eltern und die Schule als System überhaupt leisten kann.
Gerade weil man die Geschichte kennt, kann man differenzieren:
Was wurde früher abgelehnt, weil es tatsächlich schlecht war? Was scheiterte, weil die Umsetzung fehlte? Und was könnte heute funktionieren, weil die Voraussetzungen inzwischen andere sind?
Wer häufig wechselt, kennt oft eher die Oberfläche: „Bei uns haben wir das so gemacht.“ Doch was „bei uns“ funktioniert hat, ist nicht automatisch übertragbar. Es gibt eben andere Schülerschaften, andere Kollegien, andere Leitungen, andere Rahmenbedingungen. Umgekehrt bringen neue Kollegen natürlich wertvolle Impulse mit. Nicht selten stoßen sie mit viel Energie und persönlichem Einsatz Projekte an, die jedoch manchmal auch wieder versanden, wenn die Person geht oder die Schule nicht genug Zeit hatte, die Idee in eine tragfähige Struktur zu überführen. Entwicklung braucht oft nicht nur Innovation, sondern auch Verlässlichkeit.
Langjährige Kollegen kennen zudem die typischen Bruchstellen: Wo Konflikte in Jahrgang 8 regelmäßig entstehen oder eskalieren, welche Elternkommunikation wirklich funktioniert, welche Absprachen tragen und welche „tollen Ideen“ schon einmal ausprobiert wurden und warum sie gescheitert sind. Diese Erfahrung wird gern als „Eingefahrenheit“ abgetan. Sie ist aber oft genau die Grundlage dafür, dass Schule nicht ständig in denselben Fehlern festhängt und dass Veränderungen realistischer und nachhaltiger geplant werden können.
An einer Schule zu bleiben kann, wie in meinem Fall, ein bewusster Akt sein: Ich investiere hier langfristig. Ich kenne die Kinder, das Umfeld/Einzugsgebiet, die Familien, die Dynamiken.
Und man kann an einer Schule bleiben und trotzdem regelmäßig „andere Systeme kennenlernen“: durch Hospitationen, Netzwerke, Fortbildungen, Kooperationen oder externe Projekte. Dafür muss man nicht den Arbeitsplatz wechseln. Man muss vor allem neugierig bleiben und bereit sein, Routinen zu hinterfragen.
Eine Schlue braucht beides: frische Perspektiven und Menschen, die den Laden zusammenhalten, Wissen tragen und Kultur prägen. „Ein Leben lang an einer Schule“ kann deshalb nicht nur gut sein, es kann ein echter Vorteil sein.
Wenn jemand aber unzufrieden oder dauerhaft träge wird, sollte die Person ein Wechsel ins Auge fassen. Da sind wir uns einig.
„Eine Schlue braucht beides: frische Perspektiven und Menschen, die den Laden zusammenhalten, Wissen tragen und Kultur prägen.“
Da gehe ich absolut mit!!
An meiner alten Schule waren nur diejenigen, die Altes bewahren wollten und sich gegen alles Neues gewährt haben…..jetzt bei meiner gegenwärtigen Schule treffe ich auf langjährige Kolleginnen, die sich immer wieder fragen, was es Neues gibt und immer mitgehen…..daher bin ich auch im neunten Jahr immer noch mit Begeisterung da!!!
Och nee, Fräulein Rottenmeier!
Stellen Sie sich nur Hogwarts ohne Dumbledore, Hagrid, Snape und McGonagall vor.
Das wäre doch nicht Hogwarts!
Sie müssen aber bitte nicht gleich wieder “giftig” werden. Ich habe nicht geschrieben, dass ICH der typische Referendar/die typische Referendarin bin, sondern ich habe meine Sichtweise geschrieben. Über diesen Tellerrand schauen Sie doch bitte auch mal.
Alles, was Sie beschreiben, hat mit meiner Sicht doch gar nichts zu tun. Ich brauche keine Aufstiegsmöglichkeiten, Sie schreiben vom Einzugsbereich. Ich bin gerne jahrzehntelang an meiner Schule, Sie schreiben von Funktionsstellen, die Sie nicht bekommen haben. Ich freue mich, am frühen Nachmittag heimzukommen, Sie verweisen auf Brennpunktschulen.
Ich wundere mich, dass sich jemand beklagt, dass man an seiner Schule keinen Kaffee bekommt, Sie schreiben von Arbeitsteilung. Was genau soll die Arbeitsteilung sein, die Sie meinen? Die Sekretärin kocht den Kaffee und Sie trinken ihn? Abwaschen und das Geschirr wegstellen tut dann wieder die Sekretärin oder wie soll ich das verstehen?
Vielleicht entscheiden Sie sich, ob Sie hier als Emil Eisenbart oder Lampedusa oder wer auch immer auftreten möchten. Da Sie hier offenbar unter mehreren Nicks kommentieren, beende ich hiermit unseren Austausch, da mir sonst der Überblick fehlt.
Ich habe das Referendariat nicht mal ansatzweise so schlimm empfunden. Ok, es ja sicher nicht die stressfreiste Zeit meines Lebens und ja, es war in einzelnen Wochen oder auch Monaten extrem belastend, aber insgesamt auch nicht mehr als das Mathematik- und Physikstudium davor.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich auf dem Land das Referendariat gemacht habe. Warum alle unbedingt in die Großstadt wollen, erschließt sich mir ohnehin nicht.
Ich habe mein Referendariat auch nicht als besonders angenehm gefunden. Ich hatte Mentoren, die jede Kleinigkeit bemerkt und bemängelt haben. Im Nachhinein gesagt habe ich von denen am meisten gelernt. Damals fand ich das furchtbar nervig und frustrierend. Und ich hatte Mentoren, die haben mich einfach machen lassen und kaum etwas gesagt. Das war leichter. Ich fühlte mich gut. Ich lernte aber “nichts”.
Berichte über ein supertolles Referendariat werden es auch kaum geben.
Da gehe ich mit, obwohl mein Referendariat in der Großstadtmetropole stattfand.
Aufgrund des zweiten Bildungsweg sowie Berufserfahrungen als Erzieherin war ich aber vermutlich schon etwas abgehärteter hinsichtlich Belastungen. Zudem komme ich von der dänischen Grenze – da geht man mit drei Messern im Rücken noch lange nicht nach Hause .
Die GEW ist Teil des Problems, nicht Teil der Lösung. Sie hat so gut wie alles unterstützt, was den Schulalltag für Lehrer eher schwerer macht als erleichtert. Sie wird finanziert von den überwiegend weiblichen Mitgliedern dieses Lehrerverbandes, aber tut fast nichts, was das Lehrerleben erleichtert. Trotzdem nennt sich dieser Verband Gewerkschaft. Die GEW ist so wenig eine Gewerkschaft wie die DDR eine demokratische Republik war!
Interessant, dass die Mehrheit der GEW weiblich sein soll – wie so oft sind es also auch hier die Frauen, die die Arbeit an der Basis leisten, anstatt sich hinter fordernden Erwartungshaltungen zu verstecken.
Ohne inhaltliche Positionierung und als reiner Faktencheck gedacht: „Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist überwiegend weiblich geprägt (deutlich über 70 % Frauenanteil) und hat 2024 über 275.000 Mitglieder“.
Dank für Fakt : Haben Sie eine Idee, warum deutlich weniger Kollegen sich gewerkschaftlich engagieren ?
Wie hoch ist denn der Frauenanteil im Tarifbereich der GEW?
An Schulen ist ein höherer Anteil männlicher Lehrkräfte nur an GY und BK zu sehen. Und der überwiegende Anteil dieser Lehrkräfte ist vermutlich kein GEW-Mitglied.
Ich glaube, die GEW ist heilfroh, dass die mit Abstand meisten Mitglieder lediglich bezahlen anstatt sich auch noch zu engagieren. Der Frauenanteil bei den Engagierten würde mich aber interessieren.
Was sollte ein Nichtengagement bitte wem nützen ?
Darum geht es ja. Das Engagement zur Selbstbeweihäucherung ist allerdings deutlich vorhanden.
Von den Mitgliebsbeiträgen werden eine ganze Reihe von Stellen finanziert. Das Nichtengagement von Mitgliedern nützt also durchaus Menschen.
Zuerst sollten wir überprüfen, ob ihre These: “männliche Kollegen engagieren sich weniger in der GEW als Frauen” dazu auch wirklich stimmt.
Im Bundesvorstand ist das Verhältnis 6 Frauen zu 4 Männern.
Im Vorstand der GEW-Baden-Württemberg (mein Bundesland) ist das Verhältnis 14 Frauen zu 10 Männern.
Das spricht zuerst einmal gegen ihre These, denn dort sind Männer, gemessen an ihrer Mitgliederzahl in Sachen “Engagement” überrepräsentiert.
Das ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt, aber für einen reinen Faktencheck wäre mir der Aufwand das für die gesamte BRD zu untersuchen zu groß. Zahlen dazu fände ich aber interessant.
Wem die GEW zu links oder/und zu politisch ist und wer sie nicht “von innen” verändern will, weil er dafür keine Chance sieht, der gehe in eine andere Lehrergewerkschaft, wie z.B. der VBE oder speziell für Angestelle der SCHaLL. Womöglich gibt es weitere oder man gründe eine neue, wenn es entsprechend Bedarf gibt.
Ihre Einschätzungen zur GEW-Arbeit sind jedoch falsch. Sie tut allerhand für die Lehrer, die so denken wie die GEW. Nur eben nicht für Lehrer, die so denken wie Sie. In Berlin hat auch die GEW A13 für alle durchgesetzt und aktuell die Abschaffung der 5 Teilbereiche in Deutsch auf dem Zeugnis, was eine erhebliche Arbeitsentlastung ist!
Die GEW agiert nicht in Ihrem Sinne. Das muss sie auch nicht. Sie agiert im Sinne der Mehrheit ihrer Mitglieder. Sie müssten dann eben eine andere Vertretung suchen.
Im Rahmen der Tarifverhandlungen bleibt meines Wissens nur:
verdi, dbb, GEW
Schall.nrw wäre schön. Die sind leider nur im Rahmen der Personalvertretung aktiv (keine Gewerkschaft).
gibt es eine alternative Spartengewerkschaft? Ich wechsele sofort.
Diese dauernde (zeitliche) Überforderung, Nicht-Wertschätzung und Ausbeutung gilt nicht nur für das Ref, sondern seit inzwischen vielen Jahren für das gesamte Lehrerleben. Ich habe diesen Beruf geliebt, die Arbeit mit den Kindern und den Eltern als Erziehungs-Partnern. Inzwischen ist es nur noch Kampf – zum Teil ums nackte Überleben bis zur Pension. Es ist so traurig. Ich kann tatsächlich niemandem mehr raten, Lehrer/in zu werden!
So war das halt im Referendariat…ein Stahlbad.
Muss man halt durch.
Danach wurde es besser.
Oder die Urteilsfähigkeit hat nachgelassen.
Den größten Fehler hat unsere Bundesregierung in den siebzigern gemacht, als sie begannen Mammut Schulen entstehen zu lassen. Schulen mit über 1000 Schülern, das bedeutet doch schon maximale Überforderung vor allem für 5, 6, 7, Schülern. Lehrer die überfordert sind, weil sie so viele Klassen betreuen, das sie überhaupt nicht objektiv sein können, die ruhigeren Kinder fallen hinten runter, große Klassen, Zappelphilippe sind die störenfriede, da muss was im Elternhaus nicht stimmen!!!! “Solche Kinder sind zu guten Schulleistungen überhaupt fähig!” Das Kind braucht unbedingt Medikamente, sonst ist es nicht beschulbar, und wenn keine Gegenwehr der Eltern kommt, geht’s ganz schnell auf die Sonderschule, und was dann passiert ist klar, geringe Perspektive für die Kids.
Um Kinder in der Schule Objekt bewerten zu können, sollten 2 Lehrkräfte in einer Klasse sein, die Mammut Schulen dringend abgeschafft werden. Schule für alle.
Ob das immer so schlau ist, seine private Mailadresse hier zu veröffentlichen…?
…und was soll ein “Brunner” sein ?
Zumindest in meinem Schulsprengel ein häufiger Nachname.
Stein(e)brunner ebenfalls.
Würde ich auch gerne vermeiden.
Mir reicht schon das Dauergemotze via Dienstmail!
Genau. Nennt sich Bildungsföderalismus.
Noch mal eine Nachhilfe in Staatsorga nehmen.
Einer der größten Stressfaktoren im Ref ist das Unterrichtsmateral. Man muss viel selbst erstellen und kaufen und das kostet extrem viel Zeit und Geld. Nutzt man das Lehrbuch oder vorhandene Kopiervorlagen, dann wird der Unterrichtsbesuch schlecht bewertet. Und dann muss man viel Geld für Lernspiele und Anschauungsmaterial ausgeben, damit der Unterrichtsbesuch gut bewertet wird und die Schule dieses Material aber nicht hat. Oder an Bremmpunktschulen: Da kauft man dann für die DAZ-Kinder diese “sprechenden Stifte” etc … weil das im Seminar so hochgelobt wird, die Schule aber kein Geld dafür hat, man das im Ref aber einsetzen muss. Und danach? Hat man viel Zeug, was man in seinem kleinen Arbeitszimmer lagern muss … 🙁
Meistens kommt es gar nicht mehr zur Lagerung, weil die Sachen nach gerade mal einem halben Jahr kaputt, unvollständig – oder einfach nur absolut eklig verschmiert sind.
Erstens kann man heute auf das Internet zugreifen. Zu meiner Zeit gab es das so noch nicht. Ich musste tatsächlich Bücher wälzen (und zuvor kaufen) und mir die nötigen Dinge herausschreiben. Heute kaufe ich quasi keine Bücher mehr. Es gibt alles im Internet. Ich spare 80% an Arbeitszeit.
Zweitens ist es nunmal so, dass man am Anfang viel mehr Arbeitszeit braucht, um alles vorzubereiten. Ich kann sagen, das reduziert sich mit den Jahren erheblich. Pi mal Daumen auch um 80%. Man nennt das Erfahrung. Die kann man nirgends kaufen. Die erwirbt man erst in Jahren. Deshalb finde ich ja auch die Arbeitszeiterfassung so problematisch. Als Anfänger brauchst zu 10x mehr Zeit denn als erfahrener Lehrer. Welche Arbeitszeit soll da erfasst werden und gelten?
Bedeutet das nicht, das Berufsanfänger weniger Stunden unterrichten sollten, um den Arbeitsumfang zu schaffen? Fürsogepflicht des Arbeitgebers und so.
??? Fürsorgepflicht, Moment, was war das doch noch gleich ? Stimmt, da war mal was….gibts hier etwa noch Kolleg*innen, die erlebt haben, was damit gemeint gewesen sein soll ? Da ich zu den Boomern gehöre, die gnadenlos (sic!) verheizt worden sind, bin ich ratlos. Also weniger unterrichten war es garantiert nicht und schon mal gar nicht für Refs, wo kämen wir denn bei dem eh schon existierenden Mangel hin?
Das kann doch jeder selbst organisieren und viele machen es: Nennt sich Teilzeit.
Viele arbeiten Teilzeit, damit sie die Arbeit in 40 Stunden schaffen statt in 50 bis 60. Also Vollzeitjob mit Teilzeitgehalt.
Und das ist die Lösung? Ich verzichte auf Geld, damit ich meine Arbeit schaffe?
Ich hätte da eine ganz andere Idee: Jede fertige Lehrkraft macht erstmal zwei Jahre Dienst in einem Vertretungspool und hüpft von Schule zu Schule und springt quasi in den Unterricht da rein, wo sie gebraucht wird. Ich garantiere, dass man dann gelernt hat, sehr effektiv Unterricht zu machen…..und sieht, dass guter Unterricht auch nahezu ohne Vorbereitung geht….
Ich erinnere noch den Umdrucker…..Kopierer in der heutigen Form gabs noch nicht….
Tatsächlich habe ich noch ein paar ABs und Materialien aus dem Ref aufgehoben…..zusammengeklebt, gemalt….kannste heute niemanden mehr vorsetzen im Zeitalter von Worksheet Crafter und co….
Hieß das so, Umdrucker? Also das, wo man auf Matrizen schreiben musste und sich natürlich immer kurz vor Ende vertippt hat. War nichts mit Korrigieren.
Mochte aber irgendwie den Geruch…
Ja, genau die Dinger, wo man hinterher immer blaue Finger hatte und die so einen „schnüffelfaktor“ hatten….
Hektographie
Außerdem hat doch jeder Mensch sein eigenes Arbeitstempo. Berufliches und privates Einkaufen kann sich vermischen, zündende Unterrichtsideen habe ich auch beim Duschen.
Lernspiele, Anschauungsmaterial, sprechenden Stifte? Warum wird es schlecht bewertet, wenn man einfach nur Unterricht mit Lehrbuch, Tafel und Heften macht? Vielleicht brauchen wir ja generell wieder mehr richtigen Unterricht in der Unterrichtszeit, und weniger Halligalli?
Unterricht mit Lehrbuch ist aber im Ref total bäh…Da muss doch JEDES Kind komplett individuell und auf seinen Kompetenzstand maßgefertigte Materialien bekommen. Außerdem MUSS in jedem UB kooperatives Lernen mit Partner oder in der Gruppe gezeigt werden, das verbindet sich schlecht mit eigener Arbeit im Lehrbuch. Dass man dann später im “real life” ganz wunderbar mit Buch, Heft, Tafel zurecht kommt, wird elegant ausgeblendet.
// Dass man dann später im “real life” ganz wunderbar mit Buch, Heft, Tafel zurecht kommt, wird elegant ausgeblendet. //
Ich habe eher das Gefühl, dass viele Junglehrer gar nicht mehr mit Buch, Heft und Tafel auskommen und für so einen einfachen, strukturierten Unterricht gar nicht ausgebildet sind. Bei einigen Lehrern meiner Kindern wird zwar ein großes Materialfeuerwerk abgefeuert, aber die Lernergebnisse sind so schlecht, dass wir alles nacharbeiten müssen.
Mein Eindruck ist, dass im Unterrichtsgespräch mit gemeinsam aufgebauten Tafelbildern (ihhhh) zigmal mehr “hängenbleibt”, als mit Smartboard, Kahoot und Arbeitsblättern.
Ich habe eine Kollegin, die ein sehr unsicherer Mensch ist. Sie ist von ihren eigenen Fähigkeiten nicht überzeugt und klammert sich förmlich an tonnenweise Material, welches sie in mehreren Schränken in der Schule hortet.
In der Referendarzeit sind utopische und extrem aufwändige, materialkonsumierende Showstunden gefordert, alles andere läuft dann unter 3,xx.
Stimmt. Ich machte keine Show, sondern ganz normale Stunden. Ich landete unter 3,xx. Man sagte mir später, die dachten, das war deine Show, denn sie erwarteten eine Show.
Hatte vor einige Jahren einen Ref, der spitzenmäßigen Unterricht gemacht hat, beu den SuS beliebt war und sich als extrem engagiert und kollegial herausstellte, dasse Fachleiter aber nach jedem U-Besuch mit der Dauerklage ankam, dass das “recht ordentlich war – aber eben nur eine Graubrotstunde” … habe als betreuender Mentor mit ihm darüber debattiert, dass die abgelieferte Leistung doch genau dem entspricht, was wir uns – unter uns Klosterschwestern besagt – als absolute Alltagstauglichkeit benennen würden – was der aber sehen wollte, waren mal “echte Highlights – Sahneschnittenstunden mit Zierkirsche obendrauf” (Originalzitat), mit denen der Ref beweisen sollte, dass er das auch kann.
Mein (sich immer stärker verhärtender) Verdacht ist, dass es den Fachleitungen schlucht zu langweilig ist, soliden Unterricht vorgeführt zu bekommen – der ist nämlich für Profis – von hinten aus der Klasse beobachtet – auf die Dauer – stinklangweilig.
Also brucht es die schwachsinnigen “Zauberkunststücke” seitens der Refis, wenn sie bei den Fachleitenden punkten wollen. Ganz nach dem Nirvana-Motto “Here we are now – entertain us”
Ja, diese minutiösen Unterrichtsvorberitungen unter Berücksichtigung sämtlicher Eventualitäten sind zeitraubend. Inwiefern die Bewertung der Unterrichtsqualität aber mit Geldausgaben korrelieren soll, bleibt fragwürdig. Weiter wurden wir nie gezwungen, gewisse Materialien zu erwerben, erscheint mir etwas unglaubwürdig…Verkaufen oder verschenken Sie Ihr teuer gekauftes Material doch einfach, dann haben Sie auch wieder mehr Platz.
Ich empfand mein Ref auch nicht als unmenschlich belastend…..Ja, war viel Arbeit, die Unterrichtsbesuche waren zahlreich und in der Vorbereitung sehr aufwändig…..aber ich (und auch die anderen aus meinen Seminar) haben das nie hinterfragt….wir haben einfach gemacht und uns eingefügt…..
Ich habe übrigens 100 Mark vom Schuletat damals bekommen, falls mal irgendwas „teures“ angeschafft werden musste 🙂
Es kommt ganz stark auf das jeweilige Seminar und die dortigen Fachleiter an. Ich selber hatte Glück im Ref, allerdings “durfte” ich in meiner Examensprüfung zwei Exemplare der unangenehmen Gattung kennenlernen…
Mein Sohn war in der GS in einer “Traumklasse”!
Die wurde speziell für die Prüfung der Referendarin ausgewählt. Den Kindern wurde vorgeschlagen, bei der Prüfung lieb zu sein und die Kinder selber nannten ihren Plan “Operation Engel”.
Dann waren sie bei der Prüfung extrem lieb und die Referendarin bekam eine Eins und hat den Kindern anschließend Muffins ausgegeben.
Wie waren die die Kinder in der Stunde nach der Prüfung?
Auch noch lieb, waren sie ja eh..
Mutig, nicht selten müssen sich Referendarinnen bei uns erklären, warum sie den Unterricht nicht offener gestalteten ^^
Kann einen total aus dem Konzept bringen, wenn sie auf einmal so “brav” sind…
Das, was man im Entwurf zur Lerngruppe schrieb, stimmt dann so nicht mehr.
Nach der Prüfung: In einem UB bei mir, Realschule sozialer Brennpunkt, haben sich die SuS so zusammengenommen (ohne vorherige “Aktionspläne”…), dass sie danach Klopapier anzünden und durchs Treppenhaus werfen mussten, um sich abzureagieren.
Anderer UB, Gymnasium Oberstufe. Im Entwurf Lerngruppe beschrieben und angemerkt, dass sich einige kaum trauen, sich im Unterrichtsgespräch zu äußern. Jetzt wollten sie mir wohl einen Gefallen tun und es gab auf einmal Meldungen von SuS, von denen sonst nie etwas kam. Und das war nicht immer zielführend und teilweise langatmig… Ja, würge ich denn jemanden ab, der/die sich das erste Mal im Halbjahr meldet?? Natürlich nicht. Trotz meiner Erklärung im nachfolgenden Gespräch wurde mir das angekreidet, Lernziel nicht im Blick und so… Note halt ein bisschen schlechter…
Folien, Folienstifte, sogar eigene Kreide mussten wir haben, keine Leihbücher, teure Lehrerhandreichungen, Kopien auf Matrizen (zum Selbstkostenpreis), da den Kopierer damals nur die etablierten Lehrkräfte nutzen durften, die Kollegen in meinem Referendariat rückten keine Aschauungsmaterialien oder Hilfsmittel heraus, um die Lernenden zur “Eigeninitiative” zu erziehen. Wollen Sie noch mehr hören? Der Stuhl zum Hospitieren musste eigens zum Klassenzimmer, oft über 3 Stockwerke, getragen werden, es gab ein Extra Referendarszimmer (wir hängten ein Schild “14. Klasse” an die Tür), das Lehrerzimmer war versperrt und man musste betteln, wenn man da mal rein wollte. so habe ich die Ref.Zeit erlebt, in der ich in 2 Jahren an 3 verschiedene Schulen quer durch Bayern geschickt wurde, immer auf Zimmersuche, und nach Bestehen des 2. Examens nochmals mit Stundenvertrag an eine andere Schule. Ich habe damals entschieden, beruflich nie wieder ein Gymnasium zu betreten, das war unterste Schublade, was den Respekt und die Augenhöhe anbelangt.
Schlimm! Wirklich schlimm! Ich bin dankbar, dass ich Ihre Erfahrungen nicht machen musste….
Mein Ref:
Absolutes Überlastungssystem
Fast 1:1 LuL:Anwärter
Eine Schwangere war für einen Anwärter zuständig – hatten genau EIN Telefonat VOR Schulanfang. War dann nicht mehr “zugänglich”.
Ein Kopierer für GS + MS gesamt …haute auch nur bedingt hin
Ein Lehrercomputer aus den 90er/00er
Keine Dienstmails
Ausdruck von Mails mit diesem PC + postalischer Versand
Internet wollte man seit 2 Jahren auf 50 K für die gesamte Schule – wollte … Gab es halt nicht
Mit DSL 16 K [auf 10 K laufend] und IT-Unterricht mit Rechnern aus dem letzten Jahrhundert gefühlt … Vergiss es.
Seminarraum gab es nicht direkt. Musste man mind. 2 Wochen vorher “anfordern”, dass eine Raumbelegung ging.
(Einzigen) Beamer ebenfalls mind. 2 Wochen zuvor beantragen.
Zettel vor die Türe … (Mobiler) Beamer irgendwie mal aufbauen …
Rechtsraum war so eingeengt, dass vieles gar nicht möglich war -> Kletterwald [Verbot, eigene Abwägung mit Gefahrenbeurteilung und Rechtsabtretung], keine Klassenbilder [außer man wollte 70-80 Seiten pro Bild ausfüllen] …
Seminarleitung war massiv überfordert.
Schulleitung war eine reine Katastrophe. [Wollte auch keiner mit zu tun haben … Mussten aber alle logischerweise]
Dementsprechend war die Stimmung.
Massive Hierarchie. “Mobbing” und Machtgefüge als Teilstruktur. Bürokratie ohne Ende. Rechtskräftigkeit als Hauptfokus VOR ALLEM. Ständige “Überprüfung”.
Wir hatten Alarmsystem (ab 16 Uhr oder sowas?) – nur mit Absprache möglich an der Schule sich zu bewegen danach [außer EG]. Kameras soweit möglich im EG [wurde auch “beklagt” und dann “rechtskräftiger gelenkt”].
Reine Vollkatastrophe. Versetzungsanträge weiß ich von vielen.
Überlastungsanzeigen weiß ich nicht.
Die Stimmung war echt … Unter aller Kanone.
Gefahrenbeurteilungen, statt tatsächliche Lösungsorientierungen.
Stundenvorlagen und Überprüfungen, sowieso Bürokratieüberprüfungen wurden stets gemacht und ständig angeprangert. Nicht nur bei den Refs/LAAs, sondern auch bei Beamten und Angestellten. Drucksituation ohne Ende. Im Ref noch mehr als so logischerweise.
Dienst danach wäre zu nahezu 100% langfristig in einem Bezirkt, wo nahezu niemand freiwillig hin will …
Usw. Usf.
Coronazeit war eine Vollkatastrophe mit diesen “Bedingungen”. Briefe abholen, abgebene. BuV ohne “Publikum”. “SuS-Beobachtungen” ebenfalls “ohne Publikum” … Konnte mir auch keiner bisher erklären.
Da ging gar nichts, außer Depression und Burnout.
Gelernt habe bzw. musste ich dementsprechend auch sehr vieles … Aber nur “Zwangsweise” und aufgrund der “Hölle”. Danke dafür …
Nene, also das könnte man (stellenweise) ja besser machen.
Tut mir leid, sowas zu lesen. Referendariat in Hamburg war ganz anders. Es gab Materialien und eigene Anschaffungen waren im akzeptablen Rahmen. Weiter erfuhren wir jede Menge Unterstützung von Mentorinnen aber auch anderen alten Hasen. Ich erinnere mich, dass ich Sprüche kassierte, als ich mich im Lehrerzimmer mal auf die Couch legte. Es wurde weitgehend auf Augenhöhe gearbeitet. Ich hatte drei Mentorinnen, von denen die letzten beiden großartig waren, echte Vorbilder in jeder Hinsicht. Die Zeit war insgesamt zwar anstrengend aber keinesfalls unerträglich.
Bei uns in der Gruppe hat die Hälfte der LiV abgebrochen, 2 mit Burnout.
Studienseminar Oldenburg? Der NDR hat da mal darüber Ähnliches berichtet.
Es gab mal einen Artikel, dass nur 40 Prozent der Lehramtsstudenten an der Uni Rostock die Ausbildung beendeten. Da gibt es so viele verschiedene Gründe!
Was absolut einleuchtend ist, ist der eigene Arbeitsplatz. Warum ist es nicht so, dass die Lehrer einen eigenen Raum haben und die Klassen wechseln? Bei Kunst und Werken/ Handarbeit ist das teilweise so.
Ein Grund ist, dass es dafür zu wenig Räume dafür gibt/geben kann.
Ich glaube, Sie verwechseln einen Fachraum mit einem Lehrerraum.
Wenn Sie einen Arbeitsplatz in der Schule haben, werden Sie ganz schnell auch dort bleiben müssen. In Ihrer ganzen Arbeitszeit (z.B. 40 Stunden wöchentlich), nicht nur während Ihrer Unterrichtsstunden. Es gibt Privatschulen, die solche “Präsenzzeiten” haben. Gut für die Schule. Sie sind dann immer schnell mal einsetzbar. Wollen Sie das wirklich?
Deshalb richten Privatschulen Arbeitsplätze ein und verlangen von dir eine Präsenzzeit entsprechend deiner Stelle (40 Stunden z.B.). Dann können sie dich immer mal schnell zur Vertretung heranziehen, denn du bist ja da. Und wir kommen nach Hause wie “Büroarbeiter” ab 16.00 Uhr oder später. Nein, ich mag es, wie es ist!
Jup. Weil: nach 40h plus das, was die Ferien ausmachen abzüglich Krankheit, Bildungsurlaub, Urlaub, ist dann Ende Gelände. Keine Wochenenden, keine Nachtarbeit mehr, weil irgendwas korrigiert oder sonstwas muss.
Und wenn die Schulleitung mich dann für was anderes einsetzt, bleibt der Rest halt liegen.
Das ist doch eine Illusion. Sie könnten ja auch jetzt nach Ableistung Ihrer “Pflichtzeit” sagen, mehr würden Sie nicht machen. Schaffen Sie das? Schaffen Sie es, Ihrer Schulleitung zu sagen, bestimmte Arbeiten nicht zu erledigen, weil Ihr Zeitkontigent ausgefüllt ist? Das könnten Sie doch auch jetzt tun.
Nö, das ist Arbeitsrecht in Deutschland.
Solange Arbeitszeit nicht erfasst wird, kann man die Mehrarbeit halt schlecht nachweisen.
Arbeit ist Kraft mal Weg – und solange die Lehrkraft vor der Klasse steht und sich nicht bewegt, arbeitet sie auch nicht. Folglich bedarf es keiner Erfassung. Arbeit le Zeit ist übrigens Leistung – und beamtete Lehrkräfte werden alimentiert und nicht nach Leistung vergütet.
Alimentation durch jeweiliges Grundgehalt
und je nach Beförderung in Axx – A16 plus Zuschläge je nach erbrachter Individualleistung ?!
Funktion, … SL2, SL1 wird höher vergütet; Vit B bringt zudem immer noch was.
Einige gehen aber trotzdem noch ohne beförderungswirksame Leistungen in Pension …. bestenfalls, wenn sie konnten, nach einer ruhigen Dienstzeit ohne Karrieredenken.
Viele aber auch, weil sie zu Gunsten der Schülerinnen die Unterrichtssünden der letzten xy Jahre nicht mitmachten – kommt oben ☝️ schlecht an.
Vor allem aber, danke für den Feiertagslacher
“solange die Lehrkraft vor der Klasse steht und sich nicht bewegt, arbeitet sie auch nicht.” 🙂
Bevor jede LK einen normgerechten Arbeitsplatz in der Schule hat, fallen wohl Ostern und Weihnachten auf einen Tag.
Dann müsste man aber auch seine 8 Stunden dort verbleiben, keine freie Zeiteinteilung mehr, kein Arbeitszimmer absetzen ………am Wochenende wird die Schule geschlossen oder zumindest nicht beheizt, falls mal Korrekturspitzen anfallen. Dann tragen Sie Ihr Material immer komplett hin und her? Arbeitsplatz an der Schule ist nicht unbedingt die beste Idee.
Also, unsere Schule wird am WE eh nicht geheizt. Ein adäquater Arbeitsplatz müsste eben genau das „Materiallager“ bieten, dass mein AZ bietet ( und noch einiges mehr). Davon ganz abgesehen, gab es die Diskussion um Schularbeitsplätze schon. Fazit: nicht zu realisieren. Und falls irgendwann doch Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen (s.o.), dann bitte schön: keine Elternabende, keine Klassenfahrten, keine Telefonate oder gar Elternsprechtage nach 16.00 Uhr, keine Schul- und Klassenfeste am Wochenende und vor allem FREIE Wochenenden. Könnte ganz nett werden…
Die heizung wird bereits ab dem Ende der letzten Unterrichtsstunde in den Nacht-/Wochenendzyklus versetzt. Der Sachaufwandsträger muss halt sparen. Dazu kommt, dass bei der Wärmemengenbedarfsberechnung während des laufenden Unterrichtsbetriebes jede “zweibeinige Heizbirne” einkalkuliert wird, da sie ja Abwärme abgibt.
Genau.
Ich habe rinen Minisitzplatz, muss meinen Kaffee auch selber mitbringen und mein Auto als Ablage nutzen.
Es gibt normale öffentliche Schulen, die das Lehrerraumprinzip eingeführt haben. Ich arbeite an so einer Schule.
Allerdings hat das Lehrerraumprinzip auch Vor- und Nachteile. Lehrkräfte in Teilzeit teilen sich einen Raum. Wer außerdem in Fachräumen unterricht (Nawi, Informatk, Sport) läuft trotzdem viel durch die Schule.
Mein Referendariat vor zwanzig Jahren habe ich als sehr ambivalent wahrgenommen. Ambivalent, weil es zu sehr davon abhängig war, wer dich ausgebildet hat. In Fach A lief es traumhaft (aber da wurde der Ausbilder wegen seiner Kompetenz zum x-ten Male zum Verlängern gebeten), in Fach B schrecklich (sowohl Prüfer als auch Prüfungsvorsitzendem wurde wenige Jahre später Prüfungsverbot wegen zahlreicher Beschwerden auferlegt). Mein zweites Examenszeugnis ist daher Licht und Schatten.
Ich arbeite im Bäckerhandwerk, steh jeden Morgen um 2.00Uhr auf, verdiene im Vergleich zum Lehrer ein Bruchteil, muss teils an Wochenenden arbeiten, habe nur 27 Tage Urlaub. Jeder Beruf hat sein für und wieder, das gilt es zuerst mal in den Fokus zu stellen.
Ich habe Respekt was ein Lehrer leistet, aber haben sie auch vor denen Respekt die am Rande der Existenz leben müssen
Guter Einwurf. Die meisten Lehrer waren immer nur im “System Schule” (Schüler, Student, Lehrer). Die kennen die Sorgen und Nöte der anderen nur vom Hörensagen. Ähnlich wie die meisten Politiker.
Ich stamme aus einer normalen Familie ohne Akademiker*innen, ich habe schon während der Schulzeit und dann während des Studiums nebenbei gearbeitet (wie die meisten). Ich war damals immer wieder arbeitslos, weil es noch keinen Mangel an Lehrkräften gab.
Meine Arbeit an einer Gemeinschaftsschule verschafft mir TÄGLICH Kontakt mit Kids aus prekärsten Verhältnissen.
Die wenigsten Lehrkräfte arbeiten an teuren Privatschulen oder Gymnasien, auf die nur Kids mit Eltern, deren Jahreseinkommen bei über 100000 Euro liegt.
Schalten Sie mal Ihren Vorurteilsmodus aus. Danke!
Ich schrieb nicht von Ihnen. Warum glauben Sie das? Ich schrieb von der Mehrheit der Lehrer. Sie gehören eben nicht zu dieser Mehrheit. Wird es dadurch weniger wahr?
Sie kennen die „Mehrheit der Lehrer“, sodass Sie ein allgemeingültiges Urteil abgeben können?
Ich vermute mal, die Mehrheit der Lehrer stammt nicht aus reinen Lehrerfamilien und hat durchaus durch Eltern,(Ehe)Partner und sonstige Verwandte/Bekannte Einblicke in Systeme/Berufe außerhalb von Schule.
Er schreibt doch Die meisten Lehrer…” -differenziert.
Warum da auf die Palme klettern?
Ja, es ist wunderbar, im geschützten Schul-Kokon zu sein, wo man die sozialen Probleme bestenfalls aus dem Kino kennt. Diese sorglose und rundherum angenehme Art zu “arbeiten”, sollten Sie auch wählen – werden Sie recht bald Kollege!
Bin ich schon. Und nun?
Dass Sie so reagieren, spricht eher dafür, dass Sie auch ein Leben im “System Schule” führen, denn Sie können die Aussagen von M. Rasch und meine Zustimmung anscheinend so überhaupt nicht nachvollziehen. Naja, eben, weil Sie nur das “System Schule” kennen. Mit Gehaltsfortzahlung zu 100% unbegrenzt (während die CSU da gerade für maximal 6 Wochen im Jahr plädiert und Einschränkung der Zeit ohne obligatorischen Krankenschein usw.). Mit Pension á la 71% vom letzten Gehalt (während der Normalbürger pi mal Daumen 48% vom Durchschnitt aller Einzahlungen bekommt). Mit Unkündbarkeit (während überall Stellen abgebaut werden und Firmen ins Ausland abwandern). Mit zumeist Privatversicherung (sodass Sie sofort einen Termin bekommen, wenn bei Ihnen etwas Lebensbedrohliches gefunden wird, während die anderen Monate warten müssen und es sie dann vielleicht schon gar nicht mehr gibt). Ja, Sie kennen die sozialen Probleme des größten Teils der Bevölkerung nur vom Hörensagen. Sie können gar nicht nachempfinden, wie es denen geht, sodass Sie über meine Äußerungen empört sind.
sic!
Was bedeutet “sic!”?
sic! = Genau so! / Volle Zustimmung!
Aus dem Lateinischen, “So ist es”, frei übersetzt.
Wie wahr, wie wahr!
Das ist ja alles richtig, nur geht es ja hier um das Thema Vorbereitungsdienst. Da war es für mich völlig üblich, dass ich bis 1 Uhr in der Nacht gearbeitet habe und wieder um 5:30 Uhr aufstehen musste. Vor Unterrichtsbesuchen eher, da ich den Kaffee für meine Ausbilderinnen vorkochen musste. Wochenenden gab es ausdrücklich nicht, es wurde damals durchgehend gearbeitet. Und das wahrscheinlich bei weit weniger Geld als ein Bäckergehalt. 1300 Euro gab es damals netto, davon ging noch die Krankenversicherung ab. Bei 70 Stunden die Woche ist das ein Stundenlohn irgendwo zwischen 4 und 5 Euro.
Also bitte nicht falsch verstehen. Bäcker ist sicher einer der übelsten Knochenjobs, den es gibt, nur passt der Vergleich an dieser Stelle nicht.
Nur hat das Bäckerhandwerk deshalb aber erste Veränderungen vorgenommen, so dass der frühe Betriebsbeginn nicht mehr zwangsläufiger Standard ist.
Ich bin erstaunt über das Fazit.
Nein, die GEW sagt nicht es braucht bessere Unterstützung in der Ausbildung, sondern die Probleme sind STRUKTURELL.
Was das bedeutet versteht man allerdings erst, wenn die Erzieher dauerkrank sind oder ständig zur Vertretung geschickt werden, während man eine erste Klasse unterrichten darf, wo die Kinder kein Wort Deutsch sprechen und das Verhältnis von Jungen zu Mädchen 3:1.
Wie so was passieren kann?
Strukturelle Probleme.
Zum Beispiel: ungeklärte Mobbingdynamiken, dort gegen die Kollegin, die die Klasse eigentlich übernehmen sollte.
Die Schulleitung? Macht mit.
Die Schulaufsicht? Guckt weg, bis die Eltern vor der Schule stehen. Dann wird schnell ein bisschen nach außen aufgeräumt (Lehrerin wird rehabilitiert) und dann wieder unter den Teppich gekehrt (strukturelle Folgen landen bei der Lehrkraft und den benachteiligten Kindern der ungewollten Klasse, die irgendwie dann vergessen werden). Wenn die neue Kollegin dann Unterstützungsbedarf meldet, sagt man ihr zuerst, andere Lehrkräfte würden XYZ ertragen und sie solle sich nicht so anstellen (im übertragenen Sinne) und dann, wenn sie weiter auf Unterstützung drängt, wie betroffen man ist und helfen wolle und dann, wenn ein weiteres halbes Jahr herum ist, dass ihre Kommunikation so problematisch sei (=unbequem (?)) – und dann ist man ganz erstaunt, wenn sie geht.
Die anderen Lehrkräfte? Schweigen, besonders wenn sie verbeamtet sind, denn ein Umsetzungsvertrag darf zwei oder drei Mal abgelehnt werden, bevor ihm zugestimmt werden muss – und als Lehrer kann man nur einmal im Jahr eine Umsetzung an eine andere Schule beantragen. Bei Kündigung gibt es eine Sperrfrist.
Und gegen Ehrlichkeit nach außen hilft die Schweigepflicht, und die Keule wegen Verstoß gegen Loyalität und Treuepflichten.
Wäre doch schön, wenn die höchste Loyalität den Kindern gelten würde – und nicht dem Heiligen Schein.
Aber das kommt wohl erst in einem Land nach unserer Zeit.
Hoffentlich.
Hasi, mein Schnucki sitzt bei dem Wetter im gemütlichen Homeoffice, während wir draußen kratzen und aufs Eis gehen.
Gen Z wird sich das genau überlegen, Schule mit 5 Tagen vor Ort ist da nicht mehr das Traumhaus.
Wir brauchen die 4 Tage Woche!
sehr richtig!!!!! 🙂
gerne so
@Petra OWL
Endlich wieder kesselfrische Hasi-News aus Oweh-L. 😉
Wie, die haben in OWL einen Hotpot auf der Terrasse, in dem Hasi geschmort wird. Da wird der arme Kerl sich vermutlich nach einem Bürojob in Präsenz sehnen
@dickebank
In Oweh-L haben die auf der Terrasse alles! 😉
Und einmal Aufgetautes sollte bekanntlich nicht wieder eingefroren werden … Da bietet sich dann Büro-Präsenz tatsächlich an.
Insgesamt eine immer wieder heiße Story!
Neulich eine Doku auf Youtube gesehen: Gen Z hat es jetzt tatsächlich aktuell schwerer nach dem Studium einen Job zu finden. War ein Bericht von einer großen Berufseinsteiger-Messe.
Interessant auch: Dort wurde auch jemand von einer Bundesbehörde interviewt. Ging um Schiffahrt und Seestraßen. Obwohl Gen Z massigst auf der Messe war, hat sich praktisch keiner für die Vielzahl der offenen Stellen bei dieser Behörde interessiert. Der Behördenvertreter hat den Grund auch klar benannt: Homeoffice können sie leider nicht bieten, für die offenen Stellen müsse von “vor Ort” sein, dass will Gen Z nicht. Dann lieber woanders weitersuchen, auch wenn es ein halbes Jahr oder länger dauert. Ist ja auch logisch: Einmal Präsenz, immer Präsenz. Wert will das heutzutage noch?
gerne mit Homeoffice 🙂
Ich war weit über 20 Jahre Lehrer und kann diese Aussagen nicht unterschreiben. Die Souveränität mancher junger Lehrer ist zwar recht hoch, aber an fundierten Kenntnissen und Fertigkeiten fehlt es oft!
Ich muss sagen, alles was ich hier lese, könnte auch 40 Jahre alt sein, denn da war ich im Lehramtsreferendariat. Soll heißen, nichts hat sich geändert ‼️Und DAS ist das Problem !
Unsere berechtigten Vorwürfe an die Politik wurden und werden bis heute nicht gehört. Stattdessen: Flickwerk in der Didaktik, der Unterrichtsorganisation oder im Schulsystem allgemein.
Schon vor 40 Jahren waren kleinere Klassen vonnöten, ebenso wie ein eigener Arbeitsplatz in der Schule oder Fürsorge durch Vorgesetzte (die hatte ich wenigsten in den ersten 17 Jahren), ganz zu schweigen von sinnvollen Reformen des Unterrichts.
Es gab immer schon die Herausforderungen von Migration oder Schülern ohne Deutschkenntnisse. Ich erinnere da an den Balkankrieg, durch den unsere Klassen auch
überschwemmt wurden. Aber: wir Lehrer haben immer irgendwie alles hinbekommen, durften und dürfen ja auch nicht streiken oder gar kündigen, ohne den Pensionsanspruch zu verlieren. Das Ergebnis waren und sind bis heute ausgebrannte, weil sehr engagierte Lehrkräfte, die es nicht wagen, die Reißleine zu ziehen.
Ich gehörte dazu, habe nach 30 Jahren aufhören müssen, weil ich krank wurde…12 Jahre vor meinem eigentlichen Pensionseintrittsalter.
Was will ich mit all dem sagen?
Liebe Referendare, die Ref Zeit war schon immer die Hölle, aber man ist noch jung und das kann man schon noch aushalten. Wenn ihr das geschafft habt, seid ihr richtig in dem Beruf, der dann auch weiterhin sehr anstrengend bleibt, aber auch viel tolle Momente mit Kindern und Jugendlichen beschert. Dabei auf euch und euren Körper zu hören ist dabei aber ebenfalls essentiell, genauso, wie emotionalen Ausgleich im Privatleben zu schaffen.
Liebe Politiker, wacht endlich auf ‼️ Mit dieser jahrzehntelangen Vernachlässigung des Schulsystems und dem unsinnigen, andauernden Flickwerk und Sparwahnsinn in der Bildung sägt ihr euch doch schon seit langem den Ast ab, auf dem ihr sitzt. Hört endlich auf die engagierten und fähigen Lehrer…. die einzigen, die Ahnung haben in dieser ganzen Misere.
Zum Glück habe ich damals eine Ausbildung zum Erzieher vor dem Studium gemacht. Ich habe bereits im Grundstudium die zu reformierenden fehlerhaften Strukturen erkannt und abgebrochen. Heute leite ich eine Kita Kita und da gibt es weitere Aufstiegschancen 😉
Das Studium bereue ich überhaupt nicht – im Gegenteil. Aus der strukturkranken Anstalt hätte ich mich allerdings früher verabschieden sollen.
„ Für die Gewerkschaft ist klar: Die Qualität der Ausbildung entscheidet darüber, ob junge Menschen im System bleiben – oder wie Janna Schmidt vorzeitig gehen.“
Die Arbeitsbedingungen werden nachher nicht besser. Es gibt auch da keinen Feierabend, Überstunden, Arbeitszeiterfassung etc.
In Anbetracht dessen, dass manche Fächerkombinationen unglaublich korrekturintensiv sind, ist die Gleichbehandlung der Deputate ein schlechter Scherz
Dass die Schulen nicht mehr saniert werden, ist natürlich sehr zu bemängeln. Das belastet Schüler ebenfalls. Was nicht erwähnt wird, sind auch die Kinder der Neubürger aus völlig fremden Kulturen, die unsere westliche Lebensweise ablehnen. Wie will man mit denen zurecht kommen, wenn ihre Religion vermeintlich Ungläubige ablehnt? Hinzu kommen deren nicht vorhandene deutschen Sprachkenntnisse. So wird ein Unterrichten unmöglich gemacht. Ich weiß von einer wegen des Berufs ihres Mannes in München lebenden Lehrerin, die täglich 80 Kilometer fährt, weil im dörflichen Brannenburg das Leben in allen Bereichen noch in Ordnung ist. Ist die Lehramtsanwärterin mit mRNA-Impfstoffen geimpft worden? Das wäre eine weitere Erklärung für ihre verminderte Belastbarkeit. Ich hoffe, dass mein kritischer Kommentar veröffentlicht wird.
„ Ist die Lehramtsanwärterin mit mRNA-Impfstoffen geimpft worden? Das wäre eine weitere Erklärung für ihre verminderte Belastbarkeit.“
@redaktion
ist Euch das Verschwörungsgeraune durchgerutscht oder gibts wissenschaftliche Erkenntnisse, die mir entgangen sind?
Wir wissen nicht, ob Ihnen wissenschaftliche Erkenntnisse entgangen sind. Richtig ist, dass es – äußerst seltene – Impfschäden gibt. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/11/berufsunfaehig-durch-corona-impfung-wie-eine-erzieherin-um-entschaedigung-kaempft/
Es gibt allerdings keinerlei Hinweise darauf, dass die vorliegende Geschichte irgendetwas mit Corona-Impfungen zu tun hat. Das ist ersponnen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das System Schule hat bereits seit Jahrzehnten den Makel, dass es keine festen Arbeitszeiten gibt. Wer als Lehrkraft eine Vollzeitstelle arbeitet, muss durchschnittlich mit 50 Arbeitsstunden pro Woche rechnen, bei Spitzenzeiten (Abitur etc.) mit 55 Stunden. Die Öffentlichkeit sieht nur die Stundenverpflichtung, bspw. 26 Wochenstunden, multipliziert mit 45 Minuten und sagt, für 20
Stunden die Woche ein volles Gehalt, solch einen Traumjob hätte ich auch gerne. Die Unterrichtsverpflichtung, das sind aber höchstens 35-40 Prozent der Arbeitszeit, der Rest ist: Vor- und Nachbereitung, sprachsensible Unterrichtsmaterialien für den Unterricht selbst erstellen (gibt es auf dem Markt praktisch nicht oder eben für die eigene Lerngruppe nicht passend), sehr hohe Korrekturzeiten, Zeiten für Eltern- und Schülergespräche, Aufsichten und viel Zeit für die ständig steigende Zahl an Konferenzen….
Das bedeutet , Lehrkräfte haben eine 7-Tage-Woche, dies etwa 35-37 Jahre lang. Wer dies dann bis zur Pensionierung schafft, muss eine eiserne Gesundheit haben. Dass Referendare diesen Beruf als Zumutung erleben, ist völlig verständlich . Für diesen Zustand, gibt es nur einen Verantwortlichen, die Schulpolitiker. Sie beuten die Lehrkräfte maximal aus, zahlen teilweise gesetzeswidrig niedrige Gehälter (siehe Berlin: Unteralimentation zwischen 2008-2024 lt. BVerfG) und es ist ihnen völlig egal , was mit den Lehrkräften passiert. Dies ist unmenschlich und respektlos, aber die Politiker müssen eben ihre Klientel finanziell versorgen und Lehrkräfte sind ihre Klientel nicht. Bisher gab es immer genügend „Nachschub“, ist er nicht verhandeln, setzt man unqualifizierte Quereinsteiger ein, die Qualität von Bildung ist Politikern völlig egal (Argumentation: SACHZWÄNGE). Daran wird sich daher nichts ändern, außer es gäbe einmal eine Partei, die sich wirklich für die Bildung einsetzen würde.