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Schulen im Umfeld von Drogen und Straßenprostitution: Protest gegen „Bordell Europas“

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BERLIN. Offener Drogenkonsum auf Gehwegen, Straßenprostitution vor Wohnhäusern, Gewalt und Verwahrlosung im öffentlichen Raum: Die Zustände rund um die Kurfürstenstraße in Berlin beschäftigen seit Jahren Anwohnerinnen und Anwohner. Besonders brisant ist die Lage dort, wo Kinder und Jugendliche täglich unterwegs sind – auf dem Weg zur Schule, zu Kitas oder Jugendangeboten. Eltern und Nachbarschaftsinitiativen kritisieren, dass junge Menschen regelmäßig mit Szenen von Drogenhandel, Prostitution und sozialer Not konfrontiert werden. Nun wächst der politische Druck: Während die CDU ein Verbot der Straßenprostitution fordert, warnen SPD, Grüne und Linke vor einer bloßen Verlagerung der Probleme. Eine exemplarische Debatte, die mancherorts in Deutschland so geführt wird. 

Straßenprostitution in Berlin. Foto: Foto: Shutterstock / Rolf Kremming

«Mittwoch, 11 Uhr: Prostituierte sitzen in den Hauseingängen und warten auf Freier, nebenan in der Grundschule lernen Kinder Multiplizieren. Sexarbeiter verschwinden in Begleitung in Kompost-Toiletten, Junkies brüllen sich auf dem Bürgersteig an und schlagen sich» – so berichtet die «Bild»-Zeitung über die Kurfürstenstraße in Berlin, die zum «Bordell Europas» verkommen sei.

Tatsächlich prägen Prostitution tagsüber auf der Straße, offener Drogenhandel, Gewalt und Verwahrlosung einen Teil der Kurfürstenstraße in Mitte und Schöneberg. Sogar Minderjährige bieten sich hier an. Die Nachbarn leiden seit Jahren unter den Zuständen und wollen nun öffentlich protestieren. «Unser Kiez, unser Zuhause», heißt eine für den 25. Juni geplante Demonstration auf dem Zwölf-Apostel-Kirchplatz. Die Anwohner fordern ein Sperrgebiet gegen Straßenprostitution in der Nähe von Kitas, Schulen und Seniorenheimen sowie Maßnahmen gegen den Drogenhandel und -konsum in der Öffentlichkeit. «Keine Zuhälterei, keine Ausbeutung von Frauen», heißt es weiter.

Auch die Berliner CDU macht sich für ein Verbot von Straßenprostitution stark, und zwar in der ganzen Stadt. Damit stößt sie auf Widerspruch bei der Opposition, aber auch beim Koalitionspartner SPD. Ihr Wahlprogramm will die CDU am Dienstag beschließen. Darin steht: «Wir wollen das Ende der Straßenprostitution in ganz Berlin und werden sie in einem ersten Schritt im Kurfürstenkiez und rund um den Nollendorfplatz verbieten.»

Es dürfe nicht länger hingenommen werden, dass ein Berliner Kiez unter Kriminalität, Verwahrlosung und massiven Belastungen für Anwohnerinnen und Anwohner leide. «Die staatliche Finanzierung von Verrichtungsboxen oder anderer Infrastruktur für das Geschäft von Zuhältern lehnen wir ab.»

Stettner (CDU): Kinder mit Ausbeutung, Sex, Drogen, Gewalt konfrontiert

CDU-Fraktionschef Dirk Stettner war mit dem Thema Ende Mai an die Öffentlichkeit gegangen: «Die Frauen werden unter unfassbaren hygienischen Bedingungen ausgebeutet, Kinder und Jugendliche direkt mit gekauftem Sex, Drogen, Gewalt konfrontiert», sagte er der «B.Z.». «Die CDU will das nicht.» Sein Fazit: «Wir müssen Straßenstriche in ganz Berlin verbieten.»

Den Koalitionspartner von der SPD überzeugt das nicht. «Die CDU macht es sich mit dieser Forderung zu einfach. Wer glaubt, Straßenprostitution lasse sich durch ein Verbot lösen, verwechselt Symbolpolitik mit wirksamem Gewaltschutz», kritisierte die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Mirjam Golm.

«Die Realität verschwindet dadurch nicht – sie wird lediglich aus dem öffentlichen Raum verdrängt und für Hilfsangebote schwerer erreichbar.» Viele Frauen seien nicht freiwillig in der Prostitution tätig und häufig von Armut, Gewalt oder Menschenhandel betroffen, betonte Golm. «Gerade deshalb ist Verdrängung der falsche Weg.» Notwendig seien starke Hilfsangebote und echte Ausstiegsperspektiven.

Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Anne Helm, erklärte, soziale Probleme bekämpfe man nicht mit dem Polizei- oder Strafrecht. «Neben der verschärften Repression gegenüber den Frauen führt das nur zur Verdrängung in anliegende Straßen oder Grünanlagen.» Helm forderte Unterstützungsangebote wie «Räume, in denen die Frauen ihrem Gewerbe nachgehen könnten».

Für die Grünen teilte die Sprecherin für Gleichstellung, Bahar Haghanipour, auf Anfrage mit: «Sexarbeit ist gesellschaftliche Realität. Daher ist ein Verbot von Sexarbeit keine Lösung.» Die Forderung nach einem Sperrbezirk führe nur zur Verlagerung an andere, oftmals unkontrollierte Orte. Die Aufgabe müsse sein, die Situation vor Ort zu verbessern – für Nachbarinnen und Nachbarn, Sexarbeitende und alle Menschen im Kiez. Die Situation im Kurfürstenkiez sei geprägt von Obdachlosigkeit, psychischen Erkrankungen und Drogenkonsum. Die Forderung nach einem Sperrbezirk sei falsch. «Der Senat darf die Bezirke Mitte und Tempelhof-Schöneberg nicht länger alleine lassen.»

CDU-Fraktionschef Stettner kündigte laut dem «Tagesspiegel»-Newsletter «Checkpoint» an, das Verbot solle schnellstmöglich umgesetzt werden, Innensenatorin Iris Spranger (SPD) könne das per Rechtsordnung erlassen. Die Senatsinnenverwaltung erklärte daraufhin, dazu sei eine Abstimmung mit den Senatsverwaltungen für Gesundheit, Bildung und Soziales nötig.

2017 bekam das Französische Gymnasium in der Nachbarschaft einen rund 125 Meter langen und 1,80 Meter hohen «Anti-Sex-Zaun»

Auch die Innenverwaltung argumentierte, ein Verbot würde Straßenprostitution nicht beseitigen, sondern lediglich verlagern, oft in das Verborgene, mit entsprechenden Risiken für die Prostituierten. Ein Sprecher von Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) ergänzte: «Es geht nicht darum, Sexarbeit zu verbieten, sondern sie so zu gestalten, dass es keine Ausbeutung, keine Diskriminierung und keine Gewalt dabei gibt.»

Allerdings: Das Problem ist nicht neu. Die Kurfürstenstraße ist seit über 100 Jahren als Straßenstrich bekannt. 2017 bekam das Französische Gymnasium in der Nachbarschaft einen rund 125 Meter langen und 1,80 Meter hohen «Anti-Sex-Zaun», um den Straßenstrich vom Gelände zu verbannen. Die Schüler konnten nicht nur mit Ansehen, wie Sex angeboten, sondern auch wie er vollzogen wurde. Kondome, Spritzen von suchtkranken Prostituierten und andere Hinterlassenschaften des Straßenstrichs waren auf dem Schulhof zu finden. News4teachers / mit Material der dpa

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37 Kommentare
Realist
6 Tage zuvor

Da wird den Schulen jahrzehntelang eingetrichtet, sie hätten sich ihrem Umfeld zu öffen, den Lebensraum Kommune bzw. Stadtteil in ihr pädagogisches Konzept zu integrieren und Kooperationen mit den gesellschaftlichen Institutionen der Umgebung einzugehen, und jetzt?

Abschotten und Zäune errichten?

Was ist falsch gelaufen in den letzten Jahren?

447
6 Tage zuvor

Das ist doch nicht „Prostitution“ – das sind (ganz krass zu respektierende) „SexarbeiterInnen“.

Das sind doch keine „Drogensüchtigen“, diese Bezeichnung ist diskriminierend – es sind „Suchterkrankte Menschen“.

Das sind doch keine „Kriminellen“ oder „Gewalt“ – das sind „mutige abweichende, nicht ins bürgerliche Vorurteilsschema passende“ Aktivitäten.

Insgesamt muss die Bildungsinitiative ‚Schland-2035 hier leider eine schwere Rüge wegen „schwieriger, umstrittener“ Kommunikation aussprechen.

Und weil es Berlin ist, muss es ausserdem gleich doppelt hingeschrieben werden:

Geliefert wie bestellt.
Geliefert wie bestellt.

Prostitution legalisieren – ich weiß noch wer’s (mit Apostroph, lol) war.
Drogensüchtige im Stadtbild tolerieren, nicht „vertreiben“ & Co. – ich erinnere mich.

Es ist sowas von bestellt worden…

Unverzagte
4 Tage zuvor
Antwortet  447

War klar, dass Sie Sexarbeiter*innen nicht den nötigen Respekt erweisen können, sehr schade.

Stattdessen plädieren Sie für ein sinnloses Verbot: Sie verwechseln Verschiebung mit Lösung eines Problems.

Cornelia Springe
4 Tage zuvor
Antwortet  Unverzagte

Die Schweden sind anderer Meinung.

Schotti
4 Tage zuvor
Antwortet  Cornelia Springe

Und sind damit gnadenlos gescheitert.

447
4 Tage zuvor
Antwortet  Unverzagte

Na, dann erweisen wir doch „SexarbeiterInnen“ einfach mal „Respekt“ und lassen die in Ruhe ihre Arbeit machen. 😀

Bauarbeiter, Bäcker oder Friseure machen ja auch ihre Arbeit ganz offen. 😀

Im übrigen habe ich mit den Berliner Zuständen garkein Problem – es war so gewollt. Aktiv. Wahl für Wahl. Artikel für Artikel.

Wieso GENAU sollte ich da den Berlinern reinreden?
Für mich steckt da kein invest drinnen, weder so noch so.
Lustig ist es halt trotzdem.

447
3 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Fun fact:
Irgendwann Anno Tobakko in einem industrienahen Kaff in NRW gab es „seit imma schoh‘ “ in einem kleinen Gewerbegebiet ein EFH, das halt…na ja… ein Puff war.
Natürlich mit allen Begleiterscheinungen, ergo gesellschaftlichen Krankheits- und Verfallserscheinungen, die IMMER mit Prostitution einher gehen.

So ging es denn unter der Regentschaft wechselnder Bürgermeister aus zwei XXX-Parteien (ist egal welche, die waren eh so gute Gemeindepolitikkumpels, dass es egal war, man verstand sich) jahrelang:
-„Das liegt an der nahen Autobahn, kömma nicks machn!“ (Klar, die unterbezahlten Trucker waren es, bestimmt, lol)
-„Dicke teure Autos fahren ist halt nicht verboten, kömma nicks machn!“
– “ Reisebusse aus Polen kann man nicht verbieten, ne Gemeindeverwaltung schon garnicht, kömma nicks machn!“
– „Ja, da sind Spritzen aufgetaucht, wir haben doch die Polizei informiert, kömma nicks machn!“

Das zog sich so durch meine Kindheit und Jugend hin, so grob 10 Jahre.

Irgendwann wurde das den (sonst wie üblich in BRD sehr schläfrigen) Ureinwohnern dann doch zu doof.
Sicher waren diverse da auch Kunden, davon ab.
Jedenfalls expandierten die üblichen Mit- und Nebentätigkeiten doch sehr. Spritzen und so.
Zuletzt dann freche Versuche, den Raum dieser Straße unter ihre Kontrolle zu bringen.

Nicht nur deswegen, aber auch deswegen geriet ein arg verrufener Parteiloser ins Amt.
Der wusste halt nich, dass man da nicks machn könna!

Der wollte da Bauordnungskram prüfen lassen, na ja, einige breitschultrige Typen verjagten die Gemeindeleute.

So war der Vorwand endlich gefunden: Polizei tratt mal schön die Türen der Bude auf, die ganze Baggage hochgenommen.

Richtigerweise wurden zunächst mal benannt: Welchem Kerl gehört die Bude? Vorname, Nachname. Scheinfirma. Ehefrau mit anderem Nachnamen. Was solche Leute halt so machen.

Tjoooaaahhhh, schön blöd für die, wusste ja jeder wer es war. Der Sohn (genau so ein A******** wie der Vater) ging btw. auf meine damalige Schule.

Ooooohhhh, bestimmt schlimmböse! Datenschutz!
Diskriminierung!
So garkein „Respekt“ vor der Prostitution! 🙁

Im Endeffekt:
Puff weg, Drogenszene weg, das EFH wurde dann (nach Aburteilung des Vaters, Mutter flüchtig ins Ausland abgesetzt) zwangsversteigert. Ist heute ’ne (btw leckere) Dönerbude unten drinnen.

Prostitution?
Gibt es natürlich immer noch.
Aber DA, in diesem Kleinstädtchen, nicht mehr. Bis heute nicht.

Warum?
Weil die Bestellung der (zumindest Mehrheit der) Bürger lautete: Muss weg.
Und dann finden sich Wege.
Auch wenn es ganz bestimmt auch damals schon illegal war, die Namen zu verbreiten, vermute ich mal.

Heute ist das ’ne olle Kamelle von vor X Jahren aus ’ner Kleinstadt.
Da kann man draus lernen – oder auch nicht. Ganz wie gewünscht.

Unverzagte
4 Tage zuvor
Antwortet  447

Sexarbeit mag auf Seiten der Freier mit Lust zu tun haben.
Auf Seiten der Frauen, die Ihren Körper verkaufen oder von Männern ausgenutzt und wie Ware behandelt werden, wird vielmehr Unlust da sein.
Was daran lustig sein soll, wissen nur Sie.

447
3 Tage zuvor
Antwortet  Unverzagte

Irre ich mich – oder waren es nicht Sie, die „Respekt“ für Prostitution forderten?
Und davon schrieben, dass diese Arbeit „wichtig“ sei ?

Unverzagte
3 Tage zuvor
Antwortet  447

Ja.

Marion
3 Tage zuvor
Antwortet  447

Nun seien Sie mal nicht so kleinlich. Schließlich sind es lt. @Unverzagte ja immerhin satte 5 bis 10% aller Prostituierten, die das Ganze freiwillig und selbstbestimmt betreiben – Sexarbeiter*innen halt. Ein ganz normaler Beruf. Dieser Form der Prostitution gilt Unverzagtes Respekt.
Nicht der anderen Form. Also den läppischen 90-95%, die das machen, um ihre Sucht zu finanzieren, oder weil sie sonst Prügel von ihrem Zuhälter bekommen oder weil man sie mit falschen Versprechungen hierher gelockt und dann zur Prostitution gezwungen hat.
Die betroffenen Frauen verdienen natürlich Respekt.
Aber nicht die Form der Prostitition, die sie mal mehr, mal weniger freieillig betreiben.
Und darum muss man diese beiden Formen hier auch ständig völlig überflüssigerweise in einen Topf werfen.
Im Artikel geht es um Drogen, Gewalt und dadurch bedingte Prostitution, teilweise von Minderjährigen.
Da muss man einfach betonen, dass es hie und da auch ein paar Freiwillige gibt, die diesen Dienst verrichten, der Allgemeinheit einen großen Dienst erweisen und höchsten Respekt verdienen auch wenn die für das Thema hier überhaupt keine Rolle spielen.

Unverzagte
3 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Alle Frauen verdienen Respekt, unabhängig von Ihrer beruflichen Stellung und wie diese von anderen bewertet wird.

Unverzagte
2 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Super, auf den Punkt – Danke fürs Teilen!

Katze
4 Tage zuvor
Antwortet  447

Volle Zustimmung.
Diese ganzen ‚Bestellungen‘ kotzen nur noch an.
Denn die, die in diesem Bordell Deutschland ‚liefern‘ müssen, sind meist Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution.
Man muss sich nur Sandra Norak anschauen
(als Gymnasiastin von einem Loverboy in die Prostitution gedrängt; heute Juristin und Aktivistin gegen Menschenhandel).
Ihr Schicksal ist kein Einzelfall – es ist das System.
Und dann dieses Wort: ‚Sexarbeit‘.
Damit konnte Sandras Zuhälter das Ganze als „nur ein Job“ verkaufen.
Ein Wort, das Gewalt weichzeichnet.
Ein Wort, das Ausbeutung normalisiert.
Ein Wort, das Täter schützt und Opfer verschwinden lässt.
Menschenrechtsinitiativen sagen es seit Jahren:
„Die Mehrheit der in der Prostitution tätigen Frauen befindet sich nicht freiwillig dort.“
(KOK / EXIT / CAP International)
Andere Länder sind da weiter.
Nordisches Modell:
Täter bestrafen, Opfer schützen, Ausstieg fördern.
Menschenwürde statt Marktlogik.
Aber Deutschland?
Straßenstrich, Menschenhandel, Zwangsprostitution – und Berliner Schulen mittendrin. Vielleicht werden am Französische Gymnasium in der Nachbarschaft trotz 125 Meter langem und 1,80 Meter hohem „Anti-Sex-Zaun“ ja bereits die nächsten Opfer rekrutiert.

Schotti
3 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Das nordische Modell ist doch krachend gescheitert. Die Prostitution ist dadurch nicht weniger geworden, im Gegenteil, es hat sich lediglich der Name geändert. Beispiel Pornographie. Man darf weiterhin Pornos drehen, also drehen alle Sexarbeiterinnen nun Pornos gegen Bezahlung.

Alle kompetenten Hilfswerke sprechen sich gegen das nordische Modell aus. Dona Carmen, die Aidshilfe, die Gesellschaft für Transidentität, verdi, der Sozialdienst katholischer Frauen, die Diakonie, die Gewerkschaften von Polizei und Juristen, Amnesty International.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, woher diese Angst bei einigen Menschen kommt, diese paranoide Angst vor selbstbestimmten Frauen. Ich habe eine Freundin, sie schimpfte immer viel auf Prostituierte. Ihr Bruder ist behindert und auf einmal bestellt sie eine Sexualbegleiterin für ihren Bruder und findet das ganz toll. Tja, diese Frau ist laut Eigenbezeichnung eine Sexarbeiterin, rechtlich gesehen eine Prostituierte. Das ist dann wieder in Ordnung. Doppelmoral.

Marion
3 Tage zuvor
Antwortet  Schotti

Paranoide Angst vor selbstbestimmten Frauen?
Auf Prostituierte schimpfen?
Ich lese @Katzes Beitrag nicht so.
Wollen Sie angesichts minderjähriger Mädchen auf dem Straßenstrich, von denen im Artikel auch die Rede ist, tatsächlich einen Vergleich zu selbstbestimmten, erwachsenen Frauen ziehen, die sich bewußt und völlig freiwillig dafür entschieden haben, sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung anzubieten? Die zudem selbstbestimmt entscheiden, wem sie ihre Dienste zur Verfügung stellen und wem nicht und die sich, nehme ich zumindest stark an, auch sehr gut dafür bezahlen lassen? Also zu den gerade mal 5-10% aller Prostituierten, wenn die Angaben von @Unverzagte stimmen.
Glauben Sie, die drogenabhängige 16jährige vom Straßenstrich, hat auch nur ansatzweise vergleichbar „komfortable“ Arbeitsbedingungen?
Ich lese @Katzes Beitrag viel mehr als Anklage gegen die Ausbeutung von Frauen durch Menschenhandel und Zwangsprostitition.
Wie man den im Artikel geschilderten katastrophalen Zuständen Herr wird – ich weiß es nicht.
Aber ein knallhartes Durchgreifen gegenüber jenen, die die Dienste minderjähriger Prostituierter in Anspruch nehmen, gegenüber den Zuhältern, gegenüber jenen, die die Drogen verkaufen, das würde ich mehr als begrüßen.
Und dazu Unterszützung für die Opfer, damit sie aus dem Kreislauf von Sucht, Gewalt und Prostitution herauskommen.
So verstehe ich den Kommentar von @Katze.
Ich vetstehe nicht, wie man angesichts der Beschreibungen in dem Artikel, irgendetwas von selbstbestimmten Frauen faseln kann. Wieviele Scheuklappen muss man da eigentlich aufhaben?

Unverzagte
3 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Schotti klagt auch eine Doppelmoral an, das scheint Ihnen in Ihrer Rage entgangen zu sein.

Marion
3 Tage zuvor
Antwortet  Unverzagte

Ich beziehe mich auch nicht auf die ersten beiden Absätze von Schotti. Kann sein, das er/sie damit recht hat.
Mir geht es um den letzten Absatz.
Der erscheint mir in Bezug auf Katzes Ausführungen und die im Artikel geschilderten Zustände als unpassend und irgendwie ärgerlich.

Marion
3 Tage zuvor
Antwortet  Unverzagte

Um meine „Rage“, die ich eher as Ärger bezeichnen wurde, nichmal etwas verständlicher zu machen:
„Schotti klagt auch eine Doppelmoral an.“
Ja. Aber als Antwort auf einen Kommentar, in dem keinerlei Doppelmoral vorkommt.
Es geht um Straßenprostitution, um teilweise Minderjährige, die brutal ausgebeutet werden, um ein „Geschäftsmodell“, das junge Mädchen und Frauen systematisch zu Opfern sexueller Gewalt macht – und Schotti redet plötzlich von „paranoider Angst vor selbstbestimmten Frauen“, weil eine Freundin erst auf Prostituierte schimpfte und dann eine Sexbegleiterin, die diesen Beruf offenbar freiwillig gewählt hat und selbstbestimmt ausführt, für ihren behinderten Bruder engagiert hat. Klar ist das Doppelmoral.
Hat aber rein gar nichts mit den im Artikel geschilderten Vorgängen und dem Kommentar von Katze zu tun.

Unverzagte
2 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Kommentare sind für mich eher Reaktionen und weniger Antworten.

Hiesige Thematik sollte den allgemeinen Umgang mit Prostitution bitte nicht ausklammern, eben weil hier die gesamtgesellschaftlich, gepflegte Doppelmoral deutlich wird.

Rainer Zufall
6 Tage zuvor

„Sogar Minderjährige bieten sich hier an. Die Nachbarn leiden seit Jahren unter den Zuständen und wollen nun öffentlich protestieren.“
Ungünstige Abfolge von Sätzen, vielleicht aber auch viel aussagend…

„Wir wollen das Ende der Straßenprostitution in ganz Berlin und werden sie in einem ersten Schritt im Kurfürstenkiez und rund um den Nollendorfplatz verbieten“
Der Staat kann diesen – zum Teil Minderjährigen! – nicht helfen, aber zur Strafe steht er bereit. So wird das Problem definitiv gelöst (das Elend nicht sehen müssen)

Marion
3 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Härteste Strafen für Zuhälter!!! Drogenhändler!!! und Freier!!!
Hilfe vor allem für die minderjährigen Prostituierten und für die Drogenabhängigen!!!
Zusätzlich einen Tritt in die E..r von denjenigen, die sexuelle „Dienstleistungen“ durch Minderjährige in Anspruch nehmen, als „Gratiszugabe“ für besondere moralische Verwerflichkeit.

Marion
3 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Zusätzlichen Tritt in die E..r, FÜR DIEJENIGEN soll das eigentlich heißen.

Unverzagte
3 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Definiere Drogenhändler bzw. plädieren Sie dafür härteste Strafen gegen Apotheken, Pharmaindustrie , Winzer, Bierbrauereien, Kaffee-Teeplantagen, …einzusetzen oder gilt das nur für illegale Drogen?
(ich frage für einen Hanfdealer) .

Marion
3 Tage zuvor
Antwortet  Unverzagte

Mein Kommentar bezieht sich auf die in dem Artikel geschilderten Zustände und die dortigen Aktivitäten.
Wenn da Apotheker, Winzer, Bierbrauer, Tee- oder Kaffeeplantagenbesitzer sowie Pharmazeuten involviert sind, gehören die selbstverständlich genauso hart bestraft.

Unverzagte
2 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Ja, auch im allgemeinen Umgang mit sog. legalen Drogen zeigt sich erneut eine ausgeprägte Doppelmoral.

Rainer Zufall
2 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Toll! Jetzt lesen Sie mal zum Thema, was wirklich gegen Drogenkonsum und unfreiwillige Prostitution hilft.
Härtere Strafen sind es jedenfalls nicht, haben wir oft genug erlebt.

Wer sich in den eigenen Rache- und Gewaltphantasien ertappt fühlt, sollte beizeiten gerne im 21. Jahrhundert ankommen

Unverzagte
2 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Vorsicht, mit solchen fortschrittlichen Beiträgen werden Sie hier von einigen nur als mitfühlender Täterversteher beschimpft werden.

Marion
2 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Naja, ich fordere ja ausdrücklich HILFE und UNTERSTÜTZUNG für die OPFER dieser überaus schmutzigen Branche – also für die (z.T. minderjährigen) Prostituierten und die Drogenabhängigen. Harte Bestrafung fordere ich AUSSCHLIEẞLICH für die Profiteure von Ausbeutung, Menschen- und Drogenhandel.
Ich habe versäumt, das weiter oben deutlich zu machen – folgendem Satz Ihrer Ausführungen stimme ich nämlich vollkommen zu:
Sie zitieren aus dem Artikel die Aussage „Sogar Minderjährige bieten sich hier an. Die Nachbarn leiden seit Jahren unter den Zuständen und wollen nun öffentlich protestieren.“ Sie kommentieren dann diese Sätze mit folgenden Worten: „Ungünstige Abfolge von Sätzen, vielleicht aber auch viel aussagend…..“
Ja! Erst, wenn die Anwohner die Zustände in ihrer Straße als Zumutung für ihre Lebensqualität wahrnehmen, reagiert die Gesellschaft.
Dass da Minderjährige auf dem Straßenstrich stehen, dass da Frauen aufs Übelste ausgebeutet werden, dass da traurige Elendsgestalten in den Hauseingängen kauern, die im Grunde krank sind (Sucht ist eine Krankheit), regt an sich niemanden sonderlich auf.
Aber wenn’s für die braven Bürger derart ungemütlich wird, dass sie die Zustände nicht länger hinnehmen wollen (wofür ich durchaus Verständnis habe), dann versucht man das „lästige G’schwerl“ möglichst schnell und unkompliziert loszuwerden. Weg damit. Aus den Augen – aus dem Sinn.
Das finde ich falsch. Ich weiß nicht, welche Maßnahmen im Einzelnen getroffen werden müssten, um an den Zuständen dort nachhaltig etwas zu ändern.
Aber einfach zu sagen, wir verbieten Straßenprostitution, ohne den Opfern Hilfe und Unterstützung für einen Ausstieg aus dem Elend anzubieten und ohne die Profiteure dieses Elends zur Rechenschaft zu ziehen, das halte ich nicht für hilfreich.
Und sorry – mit Typen, die die Not dieser Mädchen und Frauen für die schnelle Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse nutzen, kann ich nun wirklich kein Verständnis aufbringen.
Der Tritt in die E… ist nicht wörtlich zu nehmen, aber Kerle einfach davonkommen zu lassen, die sich an minderjährigen Prostituierten vergehen, das widerspricht meinen Gerechtigkeitsempfinden.
Und es ist mir völlig gleichgültig, wer diese Manner sind, wo sie herkommen und ob sie diese „Dienstleistung“ in Berlin, in Bangkok oder in Pilsen in Anspruch nehmen, ob sie Manfred, James oder Abdhulla heißen. Von mir aus kann auch jeder bierbäuchige, deutsche Rentner, der in Thailand kleine Mädchen „mietet“, gerne für lange Zeit die Vorzüge der dortigen Haftbedingungen genießen.

Cornelia Springe
5 Tage zuvor

Kurz nach 2000 änderte die damalige rot-grüne Regierung die Gesetze in die Richtung, wie sie heute noch sind, so wurde ganz Deutschland zum „Bordell Europas“ (juristisch gesehen). Natürlich sieht man das in Berlin besonders deutlich. Die Träume von der sozialversicherten, ganz normalen „Sexarbeiterin“ sind an der Wirklichkeit gescheitert, werden aber von den genannten Parteien immer noch propagiert («Räume, in denen die Frauen ihrem Gewerbe nachgehen könnten») und betrüblicherweise von N4T überaus unkritisch wiederholt.
Andere Staaten sind längst weiter, und wir Deutschen sollten auch endlich etwas tun, um das Elend, die Ausbeutung von Frauen und das Vorzeigen von Unmoral vor Kindern zu beenden.

Unverzagte
4 Tage zuvor
Antwortet  Cornelia Springe

Es gibt durchaus selbständige, unabhängige Sexarbeiter*innen, denen ich sehr dankbar bin, da wir ohne sie garantiert viel mehr sexuelle Belästigungen, Vergewaltigungen und andere Missbrauchsopfer zu beklagen hätten.

Cornelia Springe
4 Tage zuvor
Antwortet  Unverzagte

Ja, laut Statistiken ca. 5% aller Prostituierten.

Schotti
4 Tage zuvor
Antwortet  Cornelia Springe

Straßenprostitution ist weiterhin genau so illegal wie es vor dem Schutzgesetz war. Das hat damit nichts zu tun. Sie wird halt akzeptiert und nicht bestraft, genauso wie das zum Beispiel mit Abtreibung der Fall ist. Man bestraft die Frauen halt nicht, weil jeder selbst über seinen eigenen Körper entscheiden sollte und viele Frauen machen es halt freiwillig. Auf dem Straßenstrich sind hauptsächlich Drogensüchtige unterwegs. Die verdienen damit traurigerweise ihr Geld, die Alternative wäre zu klauen und da sagen sich viele halt, bevor ich klaue verkaufe ich lieber meinen Körper.

Unverzagte
4 Tage zuvor
Antwortet  Cornelia Springe

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