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Studie bescheinigt Gesundheitsfachkräften an Schulen deutliche Wirkung – breites Bündnis drängt auf 10.000 Stellen

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BERLIN. Schulen übernehmen längst Aufgaben, die weit über Unterricht hinausgehen. Sie versorgen verletzte Kinder, begleiten chronisch kranke Schülerinnen und Schüler, reagieren auf psychische Krisen und vermitteln Hilfen bei sozialen Problemen. Eine aktuelle Befragung von Schulleitungen zeigt nun, welche Rolle Schulgesundheitsfachkräfte dabei spielen können. Fast alle Befragten berichten von Verbesserungen. Vor diesem Hintergrund erhöhen Krankenkassen-, Eltern-, Schüler- und Pflegeverbände jetzt den Druck auf die Politik.

Unterstützung gefällig? (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Als die Schulleitungen gefragt wurden, fiel das Urteil bemerkenswert eindeutig aus. Mehr als neun von zehn Befragten bewerteten den Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften positiv oder sehr positiv. 98 Prozent berichteten von einer Entlastung des Schulpersonals bei gesundheitlichen Aufgaben, die eigentlich nicht zum pädagogischen Kerngeschäft gehören. 96 Prozent sahen Verbesserungen bei der Begleitung chronisch erkrankter Schülerinnen und Schüler, 93 Prozent bei der Akutversorgung gesundheitlicher Probleme.

Die Zahlen stammen aus dem Projekt „Monitor Bildung und Psychische Gesundheit“ (BiPsy-Monitor), das von der Universität Leipzig und der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover durchgeführt und von der Robert Bosch Stiftung gefördert wird. Befragt wurden im November und Dezember 2025 insgesamt 44 Schulleitungen aus sechs Bundesländern, deren Schulen bereits Erfahrungen mit Schulgesundheitsfachkräften gesammelt haben. Die Stichprobe ist klein und nicht repräsentativ. Die Forschenden weisen selbst darauf hin, dass die Ergebnisse deshalb nur eingeschränkt verallgemeinert werden können. Gleichwohl liefert die Untersuchung einen seltenen Einblick in die Praxis eines Modells, das in Deutschland bislang nur punktuell existiert.

Nach Angaben der Studienautorinnen und -autoren berichten rund 80 Prozent der Schulleitungen von einer insgesamt verbesserten gesundheitlichen Versorgung der Schülerinnen und Schüler. Mehr als 70 Prozent sehen eine Entlastung von Lehrkräften und anderem Schulpersonal. Drei Viertel geben an, dass gesundheitliche oder psychische Probleme häufiger früh erkannt würden. Viele Schulen berichten zudem von zusätzlichen Präventionsangeboten und gesundheitsfördernden Projekten. Hinweise gibt es auch auf sinkende Fehlzeiten bei Schülerinnen und Schülern.

Am deutlichsten zeigen sich die Effekte nach Einschätzung der Schulleitungen dort, wo gesundheitliche Unterstützung unmittelbar im Schulalltag benötigt wird: bei chronischen Erkrankungen, akuten Beschwerden und der Entlastung des Personals. Fast alle Befragten sehen Verbesserungen bei der Versorgung chronisch erkrankter Kinder und Jugendlicher. Ebenso deutlich wird die Entlastung bei fachfremden gesundheitlichen Aufgaben bewertet. Gleichzeitig berichten die Schulleitungen mehrheitlich, dass durch den Einsatz der Fachkräfte keine zusätzlichen administrativen Belastungen entstehen.

„Schulgesundheitsfachkräfte sind die erste Anlaufstelle für gesundheitliche Fragen im Schulalltag“

„Schulgesundheitsfachkräfte (SGFK) – international als School Nurses etabliert – sind fester Bestandteil vieler Bildungssysteme, z. B. in Skandinavien, Großbritannien oder den USA. In Deutschland hingegen steckt ihr Einsatz noch im Modellprojekt-Status und ist bisher nicht flächendeckend etabliert“, sagt Julian Schmitz, Professor für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie und Psychotherapie an der Universität Leipzig. „Schulgesundheitsfachkräfte sind die erste Anlaufstelle für gesundheitliche Fragen im Schulalltag: Sie versorgen akute Beschwerden und Verletzungen, begleiten Schüler:innen mit chronischen Erkrankungen (zum Beispiel Asthma oder Diabetes) und behalten deren Gesundheitsverläufe im Blick.“

Die Untersuchung verweist allerdings auch auf Grenzen des bisherigen Systems. Der durchschnittliche Stellenumfang der eingesetzten Schulgesundheitsfachkräfte liegt nach Angaben der Schulleitungen bei rund 33 Wochenstunden. Den tatsächlichen Bedarf schätzen die Befragten jedoch auf mehr als 43 Stunden pro Woche. Besonders groß fällt die Lücke an Grundschulen aus.

Vor diesem Hintergrund haben der BKK Dachverband, der Spitzenverband der Betriebskrankenkassen in Deutschland, die Bundesschüler*innenkonferenz, der Bundeselternrat und der Deutsche Pflegerat, die Dachorganisation der Pflegeberufe, nun die bundesweite Einführung von Schulgesundheitsfachkräften gefordert. In einem gemeinsamen Memorandum verlangen die Organisationen, entsprechende Stellen flächendeckend, verbindlich und dauerhaft an Schulen zu etablieren.

Die Verbände verweisen auf eine aus ihrer Sicht zunehmende gesundheitliche Belastung von Kindern und Jugendlichen. In ihrer gemeinsamen Erklärung heißt es, psychische Belastungen, chronische Erkrankungen, Bewegungsmangel und Übergewicht prägten inzwischen den Alltag vieler Schülerinnen und Schüler.

Im Memorandum begründen die Unterzeichner ihre Forderung mit einer Reihe gesundheitlicher Kennzahlen. „Jedes fünfte Kind ist durch psychische Auffälligkeiten belastet. Allein Angststörungen nahmen innerhalb von fünf Jahren um 17 Prozent zu – bei Mädchen sogar um 23 Prozent. Auch problematische Mediennutzung (Prävalenz: 25 Prozent), chronische Erkrankungen und Übergewicht (Prävalenz: rund 15 Prozent), belasten eine ganze Generation“, heißt es dort. Weiter verweisen die Verbände darauf, dass nur noch jedes vierte Kind die Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation erreiche. Unter Jugendlichen sei es sogar nur noch jeder Siebte.

„Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit in der Schule. Und genau dort brauchen sie Gesundheitsangebote und eine verlässliche Ansprechperson“

Aus diesen Entwicklungen leiten die Organisationen einen unmittelbaren politischen Handlungsauftrag ab. Wörtlich heißt es: „Ohne Gegenmaßnahmen werden sich diese Trends weiter verschärfen. Die Frage ist also nicht, ob wir handeln müssen, sondern wann und wo. Die Antworten liegen auf der Hand: Jetzt – und an dem Ort, an dem alle Kinder, unabhängig von ihrem sozialen Status, erreicht werden und einen großen Teil ihrer Zeit verbringen: in der Schule.“

Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes, sieht Schulen deshalb als zentralen Ort gesundheitlicher Prävention und Versorgung. „Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit in der Schule. Und genau dort brauchen sie Gesundheitsangebote und eine verlässliche Ansprechperson“, erklärt sie. „Schulgesundheitsfachkräfte bringen Gesundheitsförderung, Prävention und medizinisch-pflegerische Versorgung an den Lernort Schule. Sie können Kinder und Jugendliche, ihre Familien sowie Lehrkräfte im Alltag deutlich entlasten.“ Für eine flächendeckende Umsetzung brauche es „endlich einen Schulgesundheitspakt von Bund und Ländern“. Als mögliche Gegenfinanzierung bringt Klemm die von der Finanzkommission Gesundheit vorgeschlagene Zuckersteuer ins Spiel.

Auch die Bundesschülerinnenkonferenz argumentiert, dass die Anforderungen an Schulen inzwischen die Grenzen klassischer pädagogischer Zuständigkeiten überschreiten. Generalsekretärin Amy Kirchhoff erklärt: „Für die mentale und körperliche Gesundheit von Schülerinnen braucht es qualifiziertes und ausreichend unterstützendes Personal. Lehrkräfte müssen bereits im Studium sowie durch verpflichtende Fortbildungen zu Themen wie mentale Gesundheit, Neurodivergenz und Diversität sensibilisiert werden – kommen jedoch bei pflegerisch-medizinischen Problemen an Grenzen.“ Schulgesundheitsfachkräfte könnten diese „Lücke durch präventive Angebote, medizinisch-pflegerische Versorgung und Beratung schließen“. Eingebunden in ein multiprofessionelles Team stärkten sie Schulen und entlasteten Lehrkräfte, „um eine verlässliche und ganzheitliche Unterstützung zu gewährleisten“.

Aus Sicht des Deutschen Pflegerates geht es dabei auch um die stärkere Einbindung pflegerischer Expertise in Bildungseinrichtungen. Jana Luntz, Vizepräsidentin des Verbandes, erklärt: „Die Kompetenz der Pflege gehört in die Schule. Schulgesundheitsfachpersonen sind Pflegefachpersonen. Sie können Beschwerden einschätzen. Sie leisten Erste Hilfe. Sie begleiten und unterstützen Kinder mit chronischen Erkrankungen. Sie stärken Inklusion.“ Daraus entstehe Entlastung „für Kinder, Eltern, Lehrkräfte, Arztpraxen und für das Gesundheitssystem“. Luntz bezeichnet dies als „eine sinnvolle Investition in die Zukunft unserer Kinder, in bessere Bildung und in Teilhabe“.

„Eltern wünschen sich Schulen, in denen Kinder auch gesund aufwachsen. Doch viele Familien erleben, dass Schule Kinder an Belastungsgrenzen bringt – körperlich, psychisch und sozial“

Die Forderungen der Verbände reichen weit über eine Ausweitung bestehender Modellversuche hinaus. Gefordert wird ein gemeinsamer „Schulgesundheitspakt“ von Bund und Ländern. Ziel sei es, bundesweit bis zu 10.000 Stellen für Schulgesundheitsfachkräfte zu schaffen. Nach Angaben des Memorandums könnten damit rund 6,5 Millionen Schülerinnen und Schüler erreicht werden – mehr als 70 Prozent aller Kinder und Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland. Zusätzlich verlangen die Verbände gesetzliche Anpassungen in den Ländern, verbindliche Regelungen zu Qualifikation und Aufgabenprofil sowie eine langfristig gesicherte Finanzierung.

Der Bundeselternrat knüpft die Forderung unmittelbar an die Erfahrungen vieler Familien. Dessen Vorsitzender Norman Heise erklärt: „Eltern wünschen sich Schulen, in denen Kinder auch gesund aufwachsen. Doch viele Familien erleben, dass Schule Kinder an Belastungsgrenzen bringt – körperlich, psychisch und sozial. Dauerhafter Druck führt zu Überforderung und gesundheitlichen Problemen, die auch Familien stark belasten.“ Gleichzeitig fehlten vielerorts Zeit, Personal und niedrigschwellige Hilfsangebote. „Schulgesundheitsfachkräfte können diese Lücke schließen, entlasten Familien, unterstützen Lehrkräfte und bieten Kindern eine verlässliche Anlaufstelle im Alltag.“ News4teachers

Gesundheitsfachkräfte an Schulen: Wirksame Unterstützung für Lehrkräfte (sagen Lehrkräfte)

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40 Kommentare
Heinz
5 Tage zuvor

Ok ist natürlich jetzt doof für die Schulministerien, dass hier jetzt mal etwas von Ihnen gefordert wird und nicht vom Unterricht und den Lehrern selbst.
Ich hätte da aber einen Vorschlag, wie diese in Zukunft reagieren könnten und ihrem Muster treu bleiben würden:

  1. Man muss das Thema irgendwie auf die Lehrer abwälzen um Geld zu sparen, das kann man schaffen, wenn man eine Lehrkraft pro Schule in einer unsinnigen Fortbildung für diese „Zusatzaufgabe“ qualifizieren lässt.
  2. Nach Punkt 1 dann nur wenige oder keine Entlastungsstunden den Schulen dafür bieten, da es ja sowieso schon genug gibt, und die Schulen ja eigenverantwortlich entscheiden können, wie diese eingesetzt werden.
  3. Die Planung, Organisation und Umsetzung komplett auf die Schulen umwälzen, und dies damit begründen, dass diese ja so individuell seien, dass man das garnicht überregional machen sollte.
  4. Eine Pressemitteilung und ggf. noch einen hübschen Flyer rausbringen, was das Bundesland jetzt für die Schüler im Bereich der Gesundheitskräfte alles leistet und unternimmt.
  5. Wenn gemeckert wird, werfen wir noch ein paar Fördergelder in den Topf, die man aber nur nach diversen Antragsformularen und nur in klaren Grenzen mit Konzept und allem drum herum bekommen kann.
Lera
5 Tage zuvor

„Die Forderungen der Verbände reichen weit über eine Ausweitung bestehender Modellversuche hinaus. Gefordert wird ein gemeinsamer „Schulgesundheitspakt“ von Bund und Ländern. Ziel sei es, bundesweit bis zu 10.000 Stellen für Schulgesundheitsfachkräfte zu schaffen. Nach Angaben des Memorandums könnten damit rund 6,5 Millionen Schülerinnen und Schüler erreicht werden – mehr als 70 Prozent aller Kinder und Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland. .“

Meine Forderung reicht weit über Modellversuche hinaus. Gefordert wird ein gemeinsamer „Pakt für mehr Qualität beim Kerngeschäft“ von Bund und Ländern. Ziel ist es, bundesweit 350.000 Stellen für pädagogische Assistenten zu schaffen. Nach Adam Riese können damit 9 Millionen Schüler erreicht werden – 100 Prozent aller Kinder und Jugendlichen an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland.

„Insbesondere das Kerngeschäft profitiert“, so Lera. Dies sei die „absolute Priorität“ und müsse bei der Ressourcenallokation unbedingt berücksichtigt werden.

Katze
5 Tage zuvor

Man fordert also 10.000 Schulgesundheitsfachkräfte, die durch präventive Angebote, medizinisch‑pflegerische Versorgung und Beratung eine „Lücke“ schließen sollen. Eingebunden in ein multiprofessionelles Team, heißt es, würden sie Schulen stärken und Lehrkräfte entlasten. Das multiprofessionelle Team – dieses seit Jahren angekündigte, versprochene, herbeigeredete Einhorn der Bildungspolitik, das angeblich jeden Moment durchs Schulhaus traben müsste, aber in Wirklichkeit nicht einmal als Schatten existiert. Und bitte nicht die „Lücke“ der Schul‑IT‑Fachkräfte, der Schulverwaltungsfachkräfte, der Schulrechtfachkräfte, Schulreisefachkräfte und der Schulsozialfachkräfte vergessen.
Denn während man über 10.000 Schulgesundheitsfachkräfte diskutiert, fehlen in der Realität vor allem die Schullehrfachfachkräfte – und zwar nicht knapp, sondern in einer Größenordnung, die selbst die offiziellen 17.400 fehlenden Lehrkräfte der KMK wie Schönrechnerei aus dem Ministeriumskaraoke wirken lässt. Realistische Schätzungen liegen längst bei 30.000 bis über 50.000 fehlenden Schullehrfachfachkräften.
Wenn also 10.000 Schulgesundheitsfachkräfte, X Schulsozialfachkräfte, Y Schul‑IT‑Fachkräfte, Z Schulverwaltungsfachkräfte und ein paar Schulrecht- und Schulreisefachkräfte gebraucht werden – wer soll die alle einstellen, bezahlen und überhaupt finden, wenn schon die eigentlichen Schullehrfachfachkräfte (schönes Wortgeklingel) fehlen – vielleicht die multiprofessionellen Teams „Bildungsidealistischer Elfenbeinturm“ und „Bildungspolitisches Wolkenkuckucksheim“, in denen diese Einhörner seit Jahren gezüchtet werden? Wie ist eigentlich das letzte Match dieser Profi-Teams ausgegangen?
Aber gut. Klingt alles supi.
Man wird ja noch träumen dürfen.

Katze
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Vielen Dank für Ihre Antwort – allerdings setzt sie mir eine Position unter, die ich an keiner Stelle vertreten habe. Ich habe weder gegen Arbeitsteilung argumentiert noch gefordert, dass Schulen ausschließlich aus Lehrkräften bestehen sollen. Der Vergleich mit einem Krankenhaus, das nur aus Ärztinnen und Ärzten besteht, geht daher völlig an meinem Punkt vorbei.
Bevor man immer neue Berufsgruppen in Schulen hineinphantasiert, sollte man zunächst das strukturelle Grundproblem lösen – den massiven Lehrkräftemangel. Arbeitsteilung funktioniert nämlich nur dann, wenn die Kernfunktionen überhaupt besetzt sind. Ein Krankenhaus mit Mangel an Pflegekräften ist ein Problem – aber ein Krankenhaus ohne Ärztinnen und Ärzte ist schlicht nicht funktionsfähig. Genau das ist die Lage vieler Schulen.
Dass der Deutsche Pflegerat die Idee unterstützt, ist schön – löst aber nicht die Frage, woher die Menschen kommen sollen, die all diese zusätzlichen Funktionen übernehmen sollen. „Sie sind schon da“ überzeugt wenig, wenn gleichzeitig in nahezu allen sozialen, pädagogischen und pflegerischen Bereichen Fachkräftemangel herrscht. Politischer Wille ersetzt keine real existierenden Arbeitskräfte.Und selbst wenn man diese Fachkräfte fände: Die Schulträger – also Städte und Gemeinden – können diese zusätzlichen Stellen schlicht nicht finanzieren. Viele kämpfen heute schon damit, die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben zu stemmen.
Ich kritisiere also nicht das Prinzip der Arbeitsteilung, sondern die politische Praxis, ständig neue „multiprofessionelle Teams“ auszurufen, während die Realität an Schulen von Überlastung, Personallücken und organisatorischem Notbetrieb geprägt ist.

Lera
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

„Wenn alle unterrichtsfernen Aufgaben auf einen Schlag wegfielen – gäbe es keinen Lehrkräftemangel mehr.“

„Unterrichtsferne“ Aufgaben machen maximal 25% meiner Arbeitszeit aus – und die meisten davon sind nicht sinnvoll delegierbar.

28 Stunden Deputat bedeuten 21 Zeitstunden Unterricht. Also 50 Prozent meiner Arbeitszeit. Nicht ein Drittel.

Das will natürlich auch vor- und nachbreitet sein, das ist mindestens ein weiteres Viertel der Arbeitszeit, das direkt mit Unterricht zusammenhängt und nicht sinnvoll zu delegieren ist.

Es bleiben Konferenzen, Elterngespräche, Fortbildungen – alles nicht delegierbar, sowie Pausenaufsichten und Kopieren. Wow.

Wir brauchen pädagogische (!) Assistenten, an die kann man dann sinnvoll etwas delegieren, im Kerngeschäft nämlich: Gruppen beaufsichtigen, Team Teaching, Raum für Schülerbeobachtung, Raum für individuelle Hilfestellungen, Feedback, Gespräche – es wäre ein Träumchen.

Da hat man dann zwar keine zusätzlichen Stunden aus dem faulen Pack rausgenudelt, aber den Unterricht massiv verbessert. Soweit verbessert, dass einige der bildungspolitischen Heilsversprechen eventuell sogar ein ganz bisschen eingelöst werden könnten.

Und da sind Gesundheitsfachkräfte halt vergleichsweise… sekundär.

Fräulein Rottenmeier
4 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Vielen Dank für die sachliche Einordnung!

Mika BB
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

„ Wenn alle unterrichtsfernen Aufgaben auf einen Schlag wegfielen – gäbe es keinen Lehrkräftemangel mehr. “

Ich zitiere aus dem verlinkten Artikel:
„ Im Durchschnitt entfällt nur noch rund ein Drittel der Arbeitszeit auf den eigentlichen Unterricht. Weitere gut 30 Prozent entfallen auf Vor- und Nachbereitung.“

Dazu kommen Elterngespräche, Teilnahme an Klassenfahrten/Exkursionen, Fortbildung, Förderausschussverfahren, Konferenzen etc. -alles nicht auslagerbar.

Der unterrichtsferne Rest macht bei mir ca. 5, maximal 10% aus. Ich arbeite ferienbereinigt 46h/Woche. Würde ich durch wen auch immer um diese 5-10% entlastet werden, hätte ich noch nicht mal eine ferienbereinigte 40h -Woche…

Aus meiner Sicht stimme ich Katze daher voll zu: es braucht Leute, die unterrichten, um Lehrkräfte zu entlasten und Unterricht sicherzustellen. Durch MPTs wird kaum Unterrichtszeit generiert, da „normale“ Lehrer kaum noch unterrichtsferne Aufgaben haben, die sie delegieren können.

Mit freundlichen Grüßen,
Mika BB

Lera
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Daher sollten Sie dringend die Forderung nach festen pädagogischen Assistenten für jede Klasse unterstützen.

Mika BB
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Wer soll das Elterngespräch zur Leistungsentwicklung im Matheunterricht führen? An wen soll ich das Gespräch zur allgemeinen Entwicklung auslagern, wenn ich Klassenlehrer/Tutor bin? Die Exkursion/ Klassenfahrt ( nennt sich auch Unterricht am anderen Ort) gehört zu meinen Dienstpflichten, gern im Brandenburger Schulgesetz nachlesen – und es ist auch sinnvoll, dass ich als Klassenlehrer/unterrichtender Lehrer teilnehme. Den Orga-Kram dazu gebe ich gern ab, aber den habe ich schon in die 5-10% eingerechnet. Das Förderausschussverfahren zu einem Schüler, bei dem ich Klassenlehrer/Tutor bin, lagere ich warum aus? Halten Sie das für sinnvoll? Ach ja, Teilnahme an Konferenzen fehlt noch. Wer sollte denn statt meiner an den Konferenzen (Fachkonferenz, Lehrerkonferenz, Klassenkonferen, Schulkonferenz) teilnehmen?

Ich bin kein Freund von „Ham wa immer/noch nie so gemacht“. Aber machen Sie doch bitte SINNVOLLE Vorschläge, was tatsächlich ausgelagert werden kann!

Mit freundlichen Grüßen,
Mika BB

DerechteNorden
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Man merkt, dass Sie nur über Schule lesen.

Fragen an Sie:
Wie leiste ich Beziehungsarbeit, wenn andere diese übernehmen, obwohl sie für meinen Unterricht relevant ist?
Wie transportiere ich meine Beobachtungen an die Eltern weiter, wenn nicht ich die Gespräche führe? Und müsste ich nicht Gespräche mit diesen anderen Personen führen, damit die mit den Eltern sprechen können? Wo bliebe denn da die Entlastung?

All diese zusätzlichen Personen wären super! Aber sie würden uns nicht mehr Zeit verschaffen, da wir immer mit ihnen ins Gespräch gehen müssten, damit sie überhaupt arbeiten können.
Ich würde definitiv Gesundheitsfachkräfte in Schulen begrüßen. Aber auch mit denen müssten wir Lehrkräfte sprechen.

Schule ist und bleibt miteinander reden/interagieren.
Man kann Lehrkräfte hauptsächlich durch eine Verkleinerung von Lerngruppen und eine Senkung der Stundendeputate entlasten. Es spricht nichts dagegen, ihnen Zusatzkräfte an die Seite zu stellen.

Mika BB
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

„ Gerne mal Ihre Schülerinnen und Schüler fragen, wer sich am Nachmittag den Stoff in Form von „Lehrer Schmidt“ und ähnlichen Erklärvideos aneignet und dafür mutmaßlich im Unterricht wegdöst“

Oh, ich verlinke meinen SuS sogar die passenden Videos (und auch meine SuS können auf unserem Board -eins pro Lerngruppe – gute Videos verlinken). Und da wir eine gute Feedbackkultur pflegen, kann ich Ihnen sogar sagen, wer Lernvideos wie nutzt:

Meine guten (leistungsstarken, ehrgeizigen und/oder leistungswilligen) SuS:
Bis zum Ende angesehen, nach- oder mitgemacht, danach allein versucht, wieder neu angesehen, bis Inhalt verstanden und sitzt (20 -25%), eigenständig neue Videos gesucht.

Das Mittelfeld (bemüht, mit Fleiß und Dranbleiben halten sie die 3):
Ansehen bis zum Ende, Nachmachen funktioniert nur schwer, lieber im Unterricht machen, weil bessere Unterstützung bei Problemen. Ggf. schematisches Auswendiglernen, kaum Verständnis für den Prozess und daher große Probleme, wenn sich der Prozesskontext ändert (um die 50%)

Die Mathe-Problem-Fälle:
„Ich hab’s versucht, ehrlich, aber ich versteh das eh nicht, nach ner Minute hab ich aufgegeben“. (das sind dann die noch fehlenden Prozente).

Das zielt ja letztlich auf flipped classroom: hab ich mehrfach ausprobiert, funktioniert super für die Gruppe1, so semi für Gruppe 2 und überhaupt nicht für Gruppe 3.

„ Es gibt kein Unternehmen, das so organisiert ist wie eine deutsche Schule (alle machen alles).“

Ich weiß echt nicht, von welchen Schulen Sie sprechen. Ich kenne keine Schulen, in denen jeder alles macht. Ich führe keine Schülerakten, habe kaum delegierungsfähige Verwaltungsaufgaben, trage keine Rechtsstreite mit Eltern aus, wir haben einen Schulsozialarbeiter, den ich im Bedarfsfall hinzuziehe..

Deshalb frage ich ja: was genau kann ich abgeben, was mindestens 20% meiner Zeit ausmacht und nicht von mir gemacht werden muss? Bissel hab ich ja aufgezählt, aber mir fällt da echt nicht viel ein.

Für mich bleibt das daher eine Scheindebatte. Interessant dabei ist, dass den sich hier dazu äußernden Lehrkräften ihre diesbezügliche Erfahrung abgesprochen wird. Ich gehe allerdings davon aus, dass ich der Experte in Bezug auf meine Aufgabenverteilung in Schule bin. Und erstaunlicherweise unterhalten sich Kultusse höchst selten mit Lehrkräften und/oder deren Vertretern darüber, was diese entlasten würde, und falls sie das mal tun (siehe Gespräche mit der GEW), ignorieren sie deren Forderungen.

Lera
3 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Zum Glück hatte ich da auch schon geschrieben, dass die Behauptung nicht dadurch richtiger wird, dass sie vom Philologenverband wiederholt wird.

Die angebliche „Überlastung“ mit angeblichen „Verwaltungsaufgaben“ ist ein Popanz, der von interessierter Seite aufgeblasen wurde.

Mehr als 75% meiner Arbeitszeit hängt direkt mit dem Unterricht zusammen. Das ergibt sich schlicht aus dem Deputat.

Das restliche Viertel ist überwiegend nicht sinnvoll delegierbar.

Ihre bzw. die „Beispiele“ der KI (Kundenbetreuung wie an Privatschulen…) zeigen ja deutlich, dass wir hier allenfalls noch über Randbereiche in der Peripherie des Pädagogischen sprechen.

Ob kleine Lerngruppen wirklich sein müssen, fragen Sie.

Ja, sagen fast immer fast alle Praktiker. Das scheint Sie aber nicht zu beeindrucken.

An anderer Stelle fordern Sie die Individualisierung des Unterrichts – große Klassen werden nicht dabei helfen, oder?

Sie reden von „Effizienzgewinnen“ (durch große Klassen) in einem – wie Sie selbst sagen – unterfinanzierten System der Massenabfertigung UND wollen mehr Individualisierung… puh.

Ihre Idee ist, dass jemand für mich zum Beispiel mit den Eltern redet und ich dadurch mehr Zeit mit Schülern verbringen kann.

Das ist zwar putzig, aber dennoch Quatsch.

Nehmen Sie bitte Abstand von der irrigen Annahme, dass Sie aus mir irgendwie mehr Unterricht herausquetschen können.

Dem ist nicht so. Ich habe das jetzt mehrfach dargelegt.

28 Unterrichtsstunden sind:
– 21 Zeitstunden
– 50% meiner Arbeitszeit
– wirklich genug
– das Maximum, das man halbwegs seriös vor- und nachbereiten kann.

Und nein: Dabei ist Arbeitsteilung NICHT sinnvoll. Ich halte den Unterricht. Ich muss ihn und dadurch auch mich vorbereiten. Ich muss mich reindenken, antizipieren, um dann professionell reagieren zu können. Das kann kein anderer sinnvoll machen, so toll Arbeitsteilung als abstraktes Konzept auch sein mag – hier ist sie fehl am Platz.

Wenn Sie den Lehrern helfen wollen, fordern Sie bitte dies:

– Kleine Klassen
– weniger Deputat
– feste pädagogische Assistenz für jede Klasse

—> Das würde die Qualität des Unterrichts massiv verbessern.

Vielen Dank.

Mika BB
3 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Das macht es nicht besser…

Mika BB
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Und ich antworte gern höchstpersönlich, ohne Ki, aus meinem Alltag
(PS: ich vermisse die Quellenangaben der KI: dann könnte ich nämlich checken, um welche Privatschulen es sich handelt, oder ob bzw. an welchen Stellen die KI wieder mal halluziniert hat).

Schauen wir uns die Ergebnisse statistischer Mustererkennung also mal an:

„ Parent Liaisons / Elternkoordinatoren: Diese Fachkräfte stammen häufig aus der Sozialpädagogik oder dem Kommunikationsmanagement. Sie sind die erste Anlaufstelle für allgemeine Fragen, organisieren den Informationsfluss und vermitteln bei Missverständnissen, noch bevor die Schulleitung oder Lehrkräfte einbezogen werden müssen.“

Welche allgemeinen Fragen sind das? Um welchen Informationsfluss geht es? Vermittlung bei Missverständnissen welcher Art? Und diese Elternkoordinatoren müssen sich bei ihrer Arbeit nie mit den Lehrkräften abstimmen, so dass letztere keine Zeit aufbringen müssen?
Bei uns übernimmt die Arbeit dieser ersten Anlaufstelle konsequent das Sekretariat (wir Glücklichen, ich weiß) – zählt also in meine Arbeitszeit nicht rein, weil nicht meine Aufgabe.

„ Schulsozialarbeiter & Psychologen: Bei Verhaltensauffälligkeiten, Leistungsabfall oder psychischen Problemen des Kindes übernehmen oft diese Experten die Federführung in den Gesprächen, da sie psychologisch geschult sind und Lösungswege neutral aufzeigen können.“

Ham wa, funktioniert gut, braucht trotzdem Zeit für Absprache mit dem Sozialarbeiter, diese ist in den von mir erwähnten 5-10% enthalten. Meine Teilnahme an den Gesprächen ist (seltener) jedoch erforderlich, zum Teil auch, weil SoS sich das einfordert. Steht ja so auch beim LLM: die Verwendung des Begriffs „federführend“ macht deutlich, dass die Lehrer weiter eingebunden bleiben (was aus meiner Sicht auch absolut sinnvoll ist).

„ Customer Relationship Manager (CRM) / Admissions Officers: Da Privatschulen Wirtschaftsbetriebe sind, besitzen größere Schulen professionelle Abteilungen für die Kundenbetreuung. Diese Spezialisten steuern die Kommunikation rund um Verträge, Schulgeld, Beschwerden und organisatorische Erwartungen der Eltern.“

Verträge, Schulgeld sind für Privatschulen relevant, jedoch nicht für öffentliche Schulen. Beschwerden, die den Unterricht/Kollegen betreffen, werden auch an Privatschulen (okay, ich spreche von der Schule in kirchlicher Trägerschaft, an der ich sehr lange gearbeitet habe), an die Kollegen durchgereicht – und das ist auch logisch: Konfliktbeteiligte sind zur Lösung des Konfliktes nun mal zu involvieren.
Was sich unter „organisatorischen Erwartungen“ verbirgt, ist mir grad unklar.

„ Mediatoren: Bei verhärteten Fronten oder rechtlichen Drohungen schalten Privatschulen externe oder interne Mediatoren ein, um eine Eskalation zu verhindern.“

Übernimmt bei uns die Schulleitung und ggf. das Schulamt, auch mit Mediator, wenn nötig, oder mit dem Rechtsanwalt des Schulamtes. Einschaltung von Mediatoren bedeutet übrigens nicht, dass die Lehrkraft da raus ist – sie ist lediglich nicht mehr parallel in der Beteiligten- und in der Vermittlerrolle. Zu den Gesprächen, wenn der Konflikt die Lehrkraft betrifft, muss sie selbstverständlich erscheinen. Wenn der Konflikt sie nicht betrifft, besteht meine Rolle auch nur darin, die Eltern an den entsprechenden Verantwortlichen zu verweisen.
Schulinterne Mediatoren sind an Privatschulen übrigens in der Regel Lehrkräfte mit entsprechender Qualifikation (ja, Sie sprechen gerade mit einer solchen, ich hab zu Beginn meiner Tätigkeit für eine Privatschule eine entsprechende Qualifikation erworben) und/oder der/die bereits erwähnte SozialarbeiterIn.

Was bleibt also von den Methoden zur Entlastung von Lehrkräften bzgl. der Auslagerung von Elternarbeit, welche das LLM ausgespuckt hat?

Für mich würde sich zeitlich nichts ändern, da all dies an meiner Schule bereits seit Jahren umgesetzt ist. Wie gesagt, ich bin bereits zu 90-95% meiner Arbeitszeit mit unterrichtsnaher Tätigkeit befasst, und ich vermute, dass bundesweit unterrichtsferne Tätigkeiten bei meinen Lehrerkollegen (Funktionsstellen ausgenommen), die ausgelagert werden könnten, je nach Schulform 20% nicht übersteigen.

Verstehen Sie mich nicht falsch: ich würde gern Arbeit abgeben, etwa die Organisation von Klassenfahrten und insbesondere deren Abrechnung. Aber der absolute Anteil solcher Tätigkeiten an meiner persönlichen Arbeitszeit ist sehr, sehr klein und würde selbst bei vollständiger Auslagerung, wie weiter oben beschrieben, nicht mal zur 40h – Woche führen. Es hilft nur viel mehr/weniger von allem: mehr Lehrer, weniger Deputat (je nach Belastung), weniger SuS pro Klasse, mehr Schulkrankenschwester, mehr Schulsozialarbeit, mehr Schulpsychologe, mehr Unterstützung für die SL und vor allem: mehr Zeit für den einzelnen SoS und mehr Investition in die Gebäude, damit sich sowohl SchülerInnen als auch Mitarbeitende dort wohl und gewertschätzt fühlen.

Mit freundlichen Grüßen,
Mika BB

Mika BB
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

PS: Aus meiner Sicht ist diese ganze Diskussion um MPTs (die seit wie vielen Jahren geführt wird? 15?) ein sehr erfolgreiches Ablenkungsmanöver: so lange man über MPTs diskutiert (weil mehr passiert ja nicht), muss sich die Politik nicht mit dem eigentlichen Problem befassen: dass Bildung teuer ist, und dass die bereitgestellten Ressourcen hinten und vorn nicht ausreichen KÖNNEN, um den spätestens seit 2015 massiv veränderten Realitäten an Schulen gerecht zu werden, sei es Inklusion oder Zuwanderung oder Einfluss von Internet/Smartphone.

Statt also eine ehrliche Analyse der vorherrschenden Realitäten vorzunehmen, den Ist- mit dem Soll-Zustand abzugleichen und daraus einen umzusetzenden Handlungsplan abzuleiten, ploppen kleine Kosmetikdiskussionen um z.B. Schulkrankenschwester, Sozialarbeiter, Altersermäßigung, Seiteneinsteiger usw. auf. Die lenken wunderbar ab davon, dass viel, viel mehr nötig ist, um das (aus meiner Sicht) bereits vor die Wand gefahrene Bildungssystem wieder fahrtüchtig zu machen.

Mit freundlichen Grüßen,
Mika BB

Mika BB
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

„ Sehen wir genau umgekehrt: Die Schule im 21. Jahrhundert kann keine reine Lehranstalt mehr sein – und muss sich entsprechend aufstellen. Dafür braucht sie professionelle Strukturen und eben auch das entsprechende (multi-)professionelle Personal.“

Ich sehe nicht, wo wir uns widersprechen.

dickebank
4 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Die unzähligen Listen, die geführt werden müssen, Geld einsammeln, Aufsichten, Sammlungen betreuen …
Es gibt eine hohe Anzahl von Verwaltungsarbeiten, die nicht zwangsläufig von Lehrkräften erledigt werden müssten.

Mika BB
4 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Bei mir geht das tatsächlich gegen Null: Gym, fast nur in Sek 2 : das macht bei mir nicht viel aus. Und klar, ich würde das gern noch abgeben.

dickebank
3 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

KL in der SekI, grrrh. Allein die Fehlstundenerfassung – egal ob digital oder analog, ein Heidenspaß.

Mika BB
2 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

? Ich trag das zu Stundenbeginn in WebSchule ein, genau wie meine KollegInnen. Das dauert zwei Minuten. Alles andere läuft dann automatisch.

dickebank
4 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Sie verstehen das Akronym MPT falsch. Es steht nämlich für Multiprofessioneller Trottel – also eine dilettantische, eierlegende Wollmilchsau in der Besoldungsgruppe A13/E13.

Fräulein Rottenmeier
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

„Haben wir immer schon so gemacht/haben wir noch nie so gemacht“
Und das ist das Argument für im Artikel genannten Dinge? Sorry…..nochmal @Lera lesen und nicht reflexhaft versuchen dagegen zu sein….!

DerechteNorden
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Also soll ich jetzt keine Klassenfahrten und Exkursionen mehr mit meiner Klasse machen? Sondern irgendeine andere Person erledigt das? Fazit: Beziehungsarbeit ist also doch nicht wichtig.
Also soll ich nicht mehr mit den Eltern sprechen, wenn ich etwas beobachte, das ich mit ihnen besprechen müsste? Das macht dann jemand, die nichts beobachtet hat? Fazit: Klingt unlogisch.
Ich nehme auch nicht mehr an Konferenzen teil, wo Lehrkräfte sich austauschen und gemeinsame Entscheidungen bezüglich allgemeiner die Schule und den Unterricht betreffende Organisation treffen? Das machen irgendwelche anderen Menschen, die nicht unterrichten?
Fazit: Das ergibt keinen Sinn.

Mal im Ernst …

447
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Nicht, dass ich was dagegen hätte (weit davon entfernt sogar, ich fände es super!)…aber für wie realistisch halten Sie @Redaktion ein (dann klar zu änderndes!) Lehrerbild in der Bundesrepublik Deutschland, wo Lehrkräfte zahlreiche bisher gratis mitgenommene Aktivitätenschlicht NICHT mehr ausüben würden?

In vielen Ländern sind Gesundheitsfachkräfte/“Schulkrankenschwestern“ (die Übersetzung stimmt so nicht, oft wären es im deutschen System fast schon Ärztinnen=hochqualifiziert) üblich.

Was ich mich frage:
Wenn LuL nur noch Unterricht und ggf. unterrichtsnahe Beratung machen würden (was ich sehr begrüssen würde)…wie lange bis zum Aufschrei, dass „die fauelen S***e“ ja nun „nix mehr machen“?

Geht das politisch durch?

447
4 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Na dann…immer her damit.

Mika BB
2 Tage zuvor
Antwortet  447

Milde gelächelt… jeder, der in BB seinen Fuß in die Schule setzt, wird sofort zur Absicherung des Unterrichts vor die Klasse gestellt… nix mit MPT…

dickebank
2 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Deshalb müssen Hunde also draußen bleiben.

Namina
5 Tage zuvor

Das machen bei uns entweder die Sozialarbeiter oder unsere Sekretärinnen. Entlastet das mich? Ja, durchaus. Stressig ist es trotzdem!

Gelbe Tulpe
4 Tage zuvor

Das Problem am Ganztag ist, dass die Schüler dann abends lernen müssen, und das nach einem langen Schultag. Dies macht das Lernen nur noch anstrengender und auch in effizienter

Rainer Zufall
4 Tage zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

„Das Problem am Ganztag ist, dass die Schüler dann abends lernen müssen“
Warum bzw. müssen die es bei Ihnen nicht auch nach den Hausis und dem Sport, den Schulen ungenügend anbieten können?

Laie
2 Tage zuvor

Eine Gesundheitsfachkraft ist eine Unterstützung für Lehrer. Ja, klar. Die Frage ist nur: Befasst die sich wirklich nur mit gesundheitlichen Problemen? Wäre eine pädagogische Assistenzkraft oder zusätzliche Sozialarbeiterstelle (mit zusätzlicher Erstehelferausbildung oder sonstiger mdizinischer Weiterbildung) nicht viel sinnvoller? In meiner Erinnerung haben sich Schüler bei uns häufig einen Laufzettel geholt, weil sie keinen Bock auf Unterricht hatten und nur sehr selten, weil es ihnen wirklich schlecht ging. Viele Kopfschmerzen/Bauchschmerzen können auch psychisch (durch Angst oder Stress zuhause oder in der Schule) bedingt sein. Da wäre die Überwindung der Angst oder Unterstützung ja viel eher das Ziel, als eine medizinische Behandlung (was will ein Pfleger/Arzt/MFA denn da machen? Wärmeflasche? Kaltes Handtuch auf die Stirn? Das kann ein Laie auch). Ich glaube da wäre ein Sozialpädagoge oder eine pädagogische Assistenz ein besserer Ansprechpartner als eine medizinischfachliche Assistenz (und einen Arzt könnte man wohl kaum für sowas bezahlen). Man könnte die Person ja noch so weiterbilden, dass sie auch für medizinische Notfälle gewappnet ist bzw. fundiert als Ersthelfer arbeiten kann und Grundwissen über Diabetes besitzt. Ein schwerer Notfall (gebrochener Arm etc.) kann ja sowieso nicht in der Schule behandelt werden. Dafür fehlt dort schlicht das Material. Ich glaube diese Person ist in der Befragung hauptsächlich eine Entlastung, weil sie ZUSÄTZLICH da ist und nicht primär, weil sie medizinisch ausgebildet ist.

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