BREMEN. Warum kümmern sich Lehrkräfte um iPads, Evaluationsbögen oder die Organisation von Klassenfahrten statt um Unterricht? Der Sozialwissenschaftler Frank Mußmann forscht seit zehn Jahren zur Arbeitsbelastung von Lehrkräften und fordert eine Neuordnung der Arbeit an Schulen – er hält die rechtlich verpflichtende Arbeitszeiterfassung für einen zentralen Hebel. In Bremen beginnt 2026 ein Modellversuch, der zeigen soll, wie Entlastung praktisch gelingen kann.

Was lange nur beschrieben, bestritten oder relativiert wurde, ist inzwischen empirisch belegt: Lehrkräfte arbeiten deutlich mehr, als ihre Arbeitszeitmodelle vorsehen – und häufig mehr, als das Arbeitsrecht erlaubt. In Hamburg und Berlin jedenfalls. In Hamburg kamen Vollzeitlehrerinnen und -lehrer im Schuljahr 2023/24 im Jahresdurchschnitt auf knapp 42 Stunden pro Woche. Betrachtet man die tatsächlich geleistete Arbeitszeit ausschließlich in den Schulwochen, ergibt sich eine Wochenarbeitszeit von sogar rund 48,5 Stunden. Ein Viertel der Vollzeitkräfte überschritt während der Unterrichtszeit regelmäßig die gesetzliche Höchstarbeitszeit. Insgesamt leisteten 63 Prozent der Lehrkräfte Mehrarbeit.
Ein ähnliches Bild zeigt sich in Berlin. Dort summieren sich die unbezahlten, nicht angeordneten Überstunden von Lehrkräften auf mehr als zwei Millionen Stunden pro Jahr. Rechnerisch wären über 1.300 zusätzliche Vollzeitstellen nötig, um die Arbeit auf ein zulässiges Maß zu verteilen. Während der Schulwochen überschreiten im Durchschnitt rund 30 Prozent der Vollzeit-Lehrkräfte die gesetzliche Arbeitsschutzgrenze von 48 Stunden pro Woche. Besonders betroffen sind nicht nur Schulleitungen und Gymnasiallehrkräfte, sondern auch Teilzeitkräfte – je geringer der Teilzeitumfang, desto höher fällt die Mehrarbeitsbelastung aus.
Die Zahlen widersprechen dem hartnäckigen Bild vom vermeintlich privilegierten Lehrerberuf mit viel Freizeit und langen Ferien. Sie zeigen zugleich, dass sich die Arbeit von Lehrkräften in den vergangenen Jahren grundlegend verschoben hat. Im Durchschnitt entfällt nur noch rund ein Drittel der Arbeitszeit auf den eigentlichen Unterricht. Weitere gut 30 Prozent entfallen auf Vor- und Nachbereitung. Der Rest besteht aus Aufgaben, die mit Unterrichten nur noch am Rande zu tun haben.
Zentraler Akteur hinter den Erhebungen in Hamburg und Berlin ist der Sozialwissenschaftler Dr. Frank Mußmann von der Universität Göttingen. Seit mehr als zehn Jahren untersucht er die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften. Für ihn bestätigen die aktuellen Studien einen Befund, der sich seit Jahren abzeichnet. „Im Durchschnitt über alle Gruppen leisten sie bezogen auf eine 40-Stunden-Woche jeweils zwei Stunden und 14 Minuten unbezahlte Mehrarbeit“, sagt er in einem Zeit-Interview mit Blick auf Berlin. „In Hamburg liegt die Mehrarbeit auf einem ähnlichen Niveau.“
„Arbeitgeber, die das dauerhaft zulassen, verletzen ihre Fürsorgepflicht“
Der häufige Einwand, diese Mehrarbeit werde durch lange Ferien ausgeglichen, greift aus seiner Sicht nicht. „Nein, weil da der 30-Tage-Urlaubsanspruch in den Ferien bereits eingerechnet wurde. Die zwei Stunden und 14 Minuten sind der Mittelwert für ein ganzes Jahr.“ In den Schulwochen liege die Belastung deutlich höher. „Etwa ein Drittel der Vollzeitkräfte in Berlin arbeitet sogar über 48 Stunden. Damit werden regelmäßig Arbeitsschutzgrenzen überschritten und Ruhezeiten nicht eingehalten. Arbeitgeber, die das dauerhaft zulassen, verletzen ihre Fürsorgepflicht.“
Dabei sei die eigentliche Unterrichtsverpflichtung über Generationen hinweg fast gleich geblieben. „Die Stundenzahl, die Lehrer vor einer Klasse stehen, hat sich in den vergangenen 150 Jahren kaum verändert. Ein Volksschullehrer in Preußen hat 30 Wochenstunden unterrichtet, eine Grundschullehrerin in Vollzeit hat heute größtenteils nur zwei Unterrichtsstunden weniger.“ Der entscheidende Wandel liege nicht im Unterricht selbst, sondern in den zusätzlichen Aufgaben. „Die reine Unterrichtszeit macht nur noch ein Drittel der Arbeitszeit aus. Neben der Vor- und Nachbereitung, die ebenfalls ein zweites Drittel der Zeit in Anspruch nimmt, gibt es viel mehr Zusatzaufgaben“, sagt Mußmann.
Diese Zusatzaufgaben seien für Außenstehende oft kaum sichtbar. „Enorm gestiegen ist der Anteil, den Lehrer in Konferenzen sitzen oder Entwicklungsgespräche mit Eltern, Kindern oder Sozialarbeitern führen.“ Hinzu komme, dass Lehrkräfte immer häufiger zusätzliche Rollen übernehmen. „Sie werden Vertrauenslehrer, PC-Beauftragte oder Brandschutzexpertin.“ Auch die Dokumentationspflichten hätten massiv zugenommen. „Lernfortschritte, Inklusionsanträge, Evaluationsbögen müssen immer ausführlicher dokumentiert werden. Fachräume müssen vorbereitet, Unterrichtseinheiten digitalisiert werden.“ Mit diesen außerunterrichtlichen Pflichten verbrächten Lehrkräfte mehr als 15 Stunden pro Woche, im Schnitt mehr als ein weiteres Drittel ihrer Arbeitszeit.
Die Studien zeigen zugleich, dass sich die Belastung zwischen Schulformen und Fächern weniger unterscheidet, als oft behauptet wird. „Was wir auch bemerkt haben: Die Arbeitsbelastung liegt unabhängig von der Fächerkombination, Klassenstufe und Schulform näher beieinander, als vielfach unterstellt wird.“ Auch das verbreitete Klischee vom Sportlehrer mit deutlich weniger Arbeit halte einer empirischen Prüfung nicht stand. „Erstens hat er ein Zweitfach. Zweitens sitzt ein Sportlehrer zwar nicht an Vokabeltests, aber organisiert dafür Schulveranstaltungen, Skifreizeiten oder Bundesjugendspiele.“
„Die Physiksammlung aufräumen oder den Klassenraum für die neuen Erstklässler dekorieren, das wird von vielen Lehrern oft beiläufig erledigt“
Für Mußmann ist deshalb klar, dass eine systematische Erfassung der Arbeitszeit Voraussetzung für Entlastung ist. „Ja, weil vielen erst dann bewusst wird, wie viel sie tatsächlich arbeiten.“ Eine Lehrerin habe ihm nach einer Studie rückgemeldet: „Endlich kann ich mich Freitagnachmittag guten Gewissens ins Wochenende verabschieden, weil ich weiß, was ich alles schon geleistet habe.“ Aktuell sei vielen Lehrkräften unklar, wo Arbeit ende und Freizeit beginne. „Die Physiksammlung aufräumen oder den Klassenraum für die neuen Erstklässler dekorieren, das wird von vielen Lehrern oft beiläufig erledigt.“ Erst wenn Arbeitszeit erfasst werde, würden Zeitfresser sichtbar. „Dann kann man im nächsten Schritt überlegen, ob und wie man Aufgaben anders verteilen und an die Schulrealität anpassen muss.“
In Bremen soll genau das ab dem kommenden Schuljahr praktisch erprobt werden. An zunächst zehn freiwillig teilnehmenden Schulen in Bremen und Bremerhaven sollen Lehrkräfte ihre Arbeitszeit ein Jahr lang per App dokumentieren. Mußmann (der als wissenschaftlicher Berater an dem Projekt beteiligt ist) betont, dass es dabei nicht um zusätzliche Bürokratie gehe. „Für Lehrkräfte sind das wenige Handbewegungen. Sie drücken den Startbutton auf dem iPad, wenn die Arbeit beginnt, und Stopp, wenn sie pausieren.“ Nur eine kleine Gruppe werde zusätzlich gebeten, Tätigkeiten genauer zuzuordnen, um Belastungsmuster zu erkennen.
Die Arbeitszeiterfassung sei dabei keine freiwillige Reformidee. „Die Arbeitszeit zu erfassen, ist keine technische Spielerei, sondern gesetzlich vorgeschrieben.“ Sowohl der Europäische Gerichtshof als auch das Bundesarbeitsgericht hätten dazu Grundsatzurteile gefällt. „Die Kultusministerkonferenz hat anschließend versucht, Lehrer von der Arbeitszeiterfassung auszunehmen – ohne Erfolg.“ Hintergrund: Die KMK hatte das Bundesarbeitsministerium angeschrieben, um eine Ausnahmeregelung für Lehrkräfte von der Pflicht zur Arbeitszeiterfassung zu erwirken – und sich dort eine Abfuhr geholt (News4teachers berichtete).
Was bei festgestellter Mehrarbeit geschehe, müsse im Verlauf des Modellversuchs geklärt werden. Mußmann plädiert für transparente Verfahren. „Ab wie viel Stunden Mehrarbeit kommt es zum Gespräch? Ist die Schulleitung dabei? Gibt es neutrale Gremien? Wird Mehrarbeit ausbezahlt oder durch Freizeit ausgeglichen?“ Wichtig sei vor allem, dass Überlastung nicht dauerhaft hingenommen werde. „Ich halte ein Ampelsystem für sinnvoll. Grün heißt, die Stundenzahl ist im Soll. Gelb, über mehrere Monate häufen sich Überstunden an. Und Rot: Die Arbeitszeit wird dauerhaft überschritten, dringender Handlungsbedarf.“
Entscheidend sei, so Mußmann, dass die nun erhobenen Daten nicht als Kontrollinstrument missbraucht würden. „Kein Schulleiter steht mit der Stoppuhr im Lehrerzimmer oder am heimischen Arbeitsplatz. Die Zeit wird eigenständig und vertrauensvoll dokumentiert.“
Für den Sozialwissenschaftler ist die Debatte um Arbeitszeit eng mit der Attraktivität des Lehrberufs verbunden. „Der Beruf ist über die Jahre unattraktiver geworden, weil die Belastung zugenommen hat.“ Die hohe Abbrecherquote im Lehramtsstudium, gesundheitliche Risiken und vorzeitige Ausstiege seien Ausdruck dessen. „Ich bin überzeugt, dass der Job wieder gefragter wird, wenn die Arbeitszeit erfasst wird und sichergestellt ist, dass die Mehrarbeit nicht ausufert.“
„Warum muss sich ein Physiklehrer um die Server und iPads seiner Schule kümmern?“
Entlastung bedeute dabei nicht nur weniger Stunden, sondern andere Strukturen. „Lehrer müssen wieder mehr Lehrer sein“, sagt Mußmann. „Warum muss sich ein Physiklehrer um die Server und iPads seiner Schule kümmern?“ Aufgaben wie IT-Betreuung, Organisation von Klassenfahrten oder Verwaltungsarbeit könnten von Fachkräften übernommen werden, die keine Pädagogen sind. „Das sind erst mal mehr Ausgaben, aber es entlastet die Lehrer. Und davon profitieren letztlich alle.“
Dass Bremen diesen Weg geht, hat angesichts der Rechtslage eine gewaltige politische Dimension – die anderen Bundesländer werden sich den Ergebnissen kaum verschließen können. Pikant: Frank Mußmann hatte gemeinsam mit dem Bildungsexperten Mark Rackles in einem Gutachten das seit 150 Jahren geltende Deputatsmodell als überholt kritisiert. Der Sozialdemokrat Rackles, früher Bildungsstaatssekretär in Berlin, ist inzwischen Bildungssenator in Bremen. Der Modellversuch zur Arbeitszeiterfassung fällt damit in die Verantwortung eines Politikers, der selbst öffentlich festgestellt hat, dass das bisherige System die tatsächliche Arbeit von Lehrkräften nicht mehr abbildet. News4teachers
Um Himmels Willen!
Wir haben akuten Lehrermangel und merken, dass die Jugend wegbleibt. Der Job ist nicht mehr attraktiv genug, schade!
Warum? Das sehen wir bei Hasi, er hat das gleiche studiert, dann umgesattelt und verdient mittlerweile doppelt, hat 3 Tage Homeoffice, Gleitzeit, Bonuszahlung, dreifaches Weihnachtsgeld und sowas wie Flexurlaub. Er hat 2026 nochmal 10 Tage mehr Urlaub, einfach so oben drauf. Er arbeitet schon, aber diese Bedingungen sind wahnsinn!
Wenn ich die Lehrkräfte da so anschauen, viele mit 50 fix und alle, 50 Stunden Wochen an 5 Tagen präsent vor Ort mit stressiger Anfahrt, keine Extrazahlungen und nix an benefits, dann darf man sich nicht mehr wundern. Die Einen sitzen gemütlich zuhause, vor allem bei diesem Wetter, die Anderen haben Stress und müssen draußen malochen. Ob im Gebäude oder sonst wo.
Daher müssen Lehrer bessere Bedingungen vorfinden, z.B. Deputatssenkung auf 18 Stunden, mehr online Unterricht und die 4 Tage Woche. Die 4 Tage Woche alleine als Gutmachung für diesen Arbeitsunterschied, besonders bei Akademikern.
Oder sollten Präsenzjobs generell besser bezahlt werden als Homeofficearbeit?
Die jungen Leute suchen sich ihre Arbeit aus, viele, laut Realist, wenden sich von Schuljobs ab und machen den Bogen drumrum.
Hasi hat einen Kamin, er hat so viel Auswahl, wo er zuhause arbeiten kann, nech.
Eure Peti aus Ostwestfalen / Lipperland im Winter brrr
Nix Neues, da ist doch selbst im Sommer der Hund verfroren
Da willste nicht tot überm Zaun hängen… 🙂
… aber vllt doch mal auf Bier und Bratwurst auf die Blümchenterrasse eingeladen werden … 😉
Sie wissen schon, woran man Schiffe unter lippischer Flagge erkennt?
Und nun noch eine Frage an echte Fachleute:
“Kann man Pickert auch grillen?”
Btw auf dem Detmolder Wochenmarkt gibt’s ne gute Wurstbude.
Das trifft doch eher auf die Emscherregion zu.
In Lippe, stimmt, da ist nicht viel los.Provinz.
Liebe Petra,
sie sind die Beste!
fordern gute und zeitgemäße Bedingungen. Hut ab, Madame.
Sie sind eine gute, sehr reflektierte Lehrerin mit Erfahrung!
Nur bei der Pension, PKV, Beihilfe hört der Spaß auf.
Wer bis zur Pension nicht durchhält, hat aber leider verloren.
Sie sagens Petra, einfach nur noch zum Kotzen 🙁
Petra, kann dich irgendwie schon verstehen.
Dieses gesellschaftliche Homeofficemachen geht mir auch total auf den Senkel.
Wenn Bekannte da tageweise von daheim arbeiten und das so chillig ist und andere so richtig arbeiten woanders. Wertet doch den Lehrberuf ab leider 🙁 🙁
Bei meiner Partnerin auch, arbeitet im großen Konzern, 7 Stunden am Tag, 3 Tage Homeoffice und gefühlt so 3 pro Tag.
Ich finde es nicht gut, dass es in den letzten Jahren zu sehr auseinandergedriftet ist, oder Freunde?
Meine Frau ist da meiner Meinung
Schweinezyklus?
Bis vor Corona waren die LK die beneideten, die ab frühem Nachnittag zuhause waren und in der unterrichtsfreien Zeit auf der Terrasse.
Diese Neiddebatte hilft niemandem!
Das ist Hansi aber echt der Normalfall. Doppeltes Gehalt, bei circa 4000 netto eines Lehres angesetzt entspricht 8000 netto :O macht circa 160.000 Brutto im Jahr. Pendelt sich irgendwo in den top 3 Prozent der best Verdienenden ein.
Bleibt doch mal ein wenig bei der Realität. Klar verdienen wir Lehrer, wie alle anderen, zu wenig. Aber wir sind auch gut bezahlt und haben auch nur einen Masterabschluss.
Bleiben wir doch bei den Problemen. Zu viel Verwaltung und Nebenaufgaben. Diese müssen abgegeben werden damit wir mit den Stunden runter kommen. Das wäre mir hundert mal lieber als diese dumme Zeiterfassung. Wie wissen alle, dass diese früher oder später für Zwecke der Bewertung von uns genutzt werden. Niemand will sich rechtfertigen müssen, warum die gleiche Aufgabe in Januar 10h braucht in März 14h
Sie unterrichten wohl Sport und Singen?
Keine guten Nachrichten, Petra.
Wie sich Unternehmen gegen Homeoffice-Faulenzer wappnen
https://flip.it/qzbD74
Sie müssen dann aber das Kaffeetrinken aus dem Homeoffice rausrechnen!
https://www.echo24.de/verbraucher/kuendigung-kaffee-trinken-waehrend-arbeitszeit-rechtens-deutliches-urteil-gericht-arbeitnehmer-94122164.html
Die Arbeitsattraktivität sinkt rapide ab,
wir brauchen
4-Tage Woche
30 % Homeschoolinganteil
höhere Gehälter, Inflationsausgleich, 17 statt 7 %
DB und GK online!
vielleicht 35-Stunden Wochen statt 41 auf dem Papier und teilweise 60 in der Realität.
wenn Redakteure auch schon tariflich 36 Stunden haben, wer arbeitet dann noch 41 Stunden?
macht den Beruf attraktiv! 🙂
was Redakteure nur 36 Stunden, ist doch auch von der Allgemeinheit bezahlt mit dem Öff rechtl.
also hier mal 36 und da 41, aja
dann Lehrer auch sofort 35 oder 36
Das ist keine volle Stelle. Da muss man auf 30% Gehalt verzichten. Kann sich nicht jeder leisten.
Stimmt. Redakteure sind auch als absolute Spitzenverdiener bekannt.
Ach? Herzliche Grüße Die Redaktion
Ist das bei euch so? Immer weniger Stellen, immer weniger Bewerber, keine will‘s mehr machen?
Wie auch?
In Zeiten von Homeoffice, Arbeiten aus dem Ausland und zunehmender Individualisierung oder flexiblen Arbeitszeiten wirkt Lehramt aus der Zeit gefallen.
Schaut euch meinen Stundenplan an, montags bis freitags jeden Tag, immer ab 7.30 in der Schule, 3 lange Tage, 2 bis 15,30. 8 Freistunden 🙁
Die Vorbereitungen und Besprechungen gar nicht erst mitgezählt.
Bin schon etwas betrübt, wenn ich meine Bestie sehe, die 2 Tage entspannt von zuhaus arbeitet und täglich nicht mehr als 7 Stunden arbeitet / Mittagspause sogar dabei. Verdient sogar etwas mehr als ich, weil in den letzten 3 Jahren langsam aufgestiegen.
Sind wir da nicht im Hamsterrad 🙁
Und an den Langtagen ausser den acht Freistunden noch jeweils mindestens 60 Minuten Mittagspause.
Unbezahlt!
Breaking News: Es gibt Berufe, deren Ausübung von zuhause aus keinen Sinn ergibt.
Es gibt Berufe, deren Ausübung auch vom Büro aus keinen Sinn ergibt.
Und dann gibt es noch sinnlose Berufe bzw. den Beruf des Lehrers der durch weltfremde Vorgaben immer weiter sinnentleert wird.
Richtig! Und es gibt Lehrer, die besser keine geworden wären.
Was soll das?
Was eigentlich jede echte Lehrkraft weiß: Solche Forderungen sind kontraproduktiv. Hier nenne ich nur zwei Gesichtspunkte.
Selbsterkenntnis?
Sind Sie…?
Ja, bei uns auch im Bekanntenkreis. Kann ich schon nicht mehr mit ansehen.
Wenn sich das nicht schnell ändert, bin ich raus.
Meine Nichte wollte auch, dann hat sie Lehramt abgebrochen, genau deshalb 🙁
Kenne auch so viele, wertet den Lehrberuf ab 🙁
Schön dumm. Keine Verbeamtung. Keine Pension. Keine unbegrenzte 100 Prozent Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfalle. Keine bis zu 900 Euro Kindergeldzuschlag. Usw. Schön dumm!
meine Ehefrau wird mit 61 langsam in den Ruhestand gehen, bei mir wird es irgendwas mit 5-7 Jahren später sein. Das finde ich dann schon irgendwie schwierig vermittelbar, Freunde. Vor allem weil sie schon 3 Tage Homeoffice hat und so 3 Stunden effektiv ist, 7 Stunden muss sie.
Ich gehe auch mit 61 in Pension- mit höchstem Ruhegehaltssatz. Altersteilzeit macht’s (noch) möglich. Am Ende zahlt sich das Durchhalten dann aus.
Stimmt auch- aber wie immer muss man eben einen Tod sterben. Und bis zur Pension durchhalten :-))
Auf vieles davon würde ich gerne verzichten, wenn die Arbeitszeit stimmen würde.
Einen Kindergeldzuschlag gibt es nicht.
Ist es nicht egal, ob es Kindergeldzuschlag, Kindergeld, Kinderbeihilfe oder sonst wie heißt? Sie lenken ab!
Dumm wäre, diesen Beruf lediglich aus den von Ihnen genannten Motiven zu wählen.
Gibt es denn auch andere?
Warum wird dann immer genau damit gelockt? Die Wiedereinführung des Beamtentums setzte auf diese Anreize, um Lehrer zu gewinnen. Und genau das forderten aktuelle und künftige Lehrer angeblich für sich ein.
Lust auf Arbeit mit Heranwachsenden lässt sich nicht einkaufen. Dafür braucht es deutlich mehr als Schmerzen-und Schweigegeld.
Aber on den Freistunden kann man doch Unterricht vor- und nachbereiten, Klassenfahrten planen, Elterngespräche führen, AOSFs schreiben und und und
Sicher- an einem Arbeitsplatz (lol), der so groß ist, dass man noch nicht einmal ein Heft aufschlagen kann, wo ständig Geräusche, Telefonate, Leute an der Tür klopfen und etwas wollen, Unterhaltungen und Menschen, die einen ansprechen, sind.
Ich finde ja, dass man Ironie besser kennzeichnen sollte.
Oder sind Sie gar keine Lehrkraft? Dann lassen Sie sich sagen, dass normale Lehrkräfte (also keine Schulleitung) in Deutschland keine Arbeitszimmer in der Schule haben, wo man diese Dinge tatsächlich erledigen könnte.
Nein, die Klassenräume sind während der Freistunden belegt.
Nun gut, mag an ihrer Schule so sein. Ich arbeitete an zwei Schulen und in jeder Schule hatten die Lehrer neben dem Lehrerzimmer einen separaten Arbeitsplatz, wo man in Ruhe arbeiten konnte.
Jeder Lehrer an diesen Schulen hatte einen eigenen Bildschirm-Arbeitsplatz (individuell: nur für diesen Kollegen, da man ja schlecht alle Korrektursätze und Ordner mit sich rumschleppen kann)?
In welcher Region Deutschlands gibt es denn gleich zwei solche Schulen, die (wenn Sie an beiden arbeiten) nicht weit voneinander entfernt sind?
Eben nicht. Dazu braucht man Ruhe und einen richtigen Arbeitsplatz!
Hatten wir diese Aussage nicht schon vor geraumer Zeit? Sie diskreditiert jede ehrliche Arbeitszeiterfassung. Wenn es stimmen würde, dass meine Unterrichtszeit nur ein Drittel meiner Arbeitszeit ausmacht, dann bedeutet das ja, wie seinerzeit schon dargelegt wurde, dass ich 28 Unterrichtsstunden (a 45 Minuten) pro Woche arbeite und noch einmal 56 Stunden a 45 Minuten nebenher. Also täglich 5-6 Unterrichtsstunden in der Schule und nochmal 10-12 Schulstunden dazu. Täglich!!!! Wie soll denn das gehen, selbst wenn man täglich 1 Stunde Aufsichten einbezieht?
Nochmal: Täglich 10-12 Schulstunden Arbeit zu den 5-6 Unterrichtsstunden dazu? Jeden Tag?! Das ist einfach unredlich. Was soll das? Ich möchte nicht von solchen Leuten vertreten werden, die sowas ernsthaft behaupten und unseren ganzen Berufsstand in Misskredit bringen.
Die Rechnung passt schon. 26 mal 0.75 sind 19.50 Stunden reine Unterrichtszeit pro Woche. Bei einer 60h Woche also ein Drittel.
dann lieber Homeoffice und 35 Stunden Woche oder wie Redakteure zumindest 36 🙁
Und in den Ferien wird gar nicht unterrichtet, dafür aber trotzdem gearbeitet. Das relativiert dann die 60h-Woche. 48h Stunden sind auch so schon zu viel.
Das habe ich gerade mal zwischen zwei Klassenarbeitskorrekturen geschrieben.
Diese Jahr musste ich wenigstens nicht an den Weihnachtsfeiertagen korrigieren.
Nein. Ich bin da ganz bei der @”Feinabstimmung”. Es ist maßlos übertrieben und schadet damit unserem Ansehen nur.
60 h die Woche? Davon 20 h in der Schule, also gut 4 h am Tag? Macht ja auch täglich 8 h Arbeit daheim. 8 h daheim??? Und lassen Sie es 7 sein, weil Sie davon noch täglich 1 h in der Schule für Aufsicht veranschlagen. Wer hat 1 h Aufsicht täglich in der Schule?!
Solche Aussagen schaden unserem Ansehen mehr als sie nützen. Sie sind eine Frechheit!
An Berufsschulen schwierigen Klassen sind 60h völlig normal bei einer Vollzeitstelle.
ja, bei mir sind es auch 48.
Meine Frau hat zB 3 Tage Homeoffice und sowieso nur 7 pro Tag. Krass
Echt krass ey ……..
Wenn man alle Pausenzeiten der SuS pro Tag zusammenrechnet, in denen man als LK ja seltenst auch Pause hat kommt man locker auf die 1h pro Tag.
Und die Arbeit zu Hause ist auch dadurch so hoch, dass LK Mo-Fr in der Schule & Zuhause arbeiten und auch am Wochenende noch korrigieren
Es geht darum, dass man neben dem Unterricht angeblich jeden Tag noch einmal 10-12 Unterrichtsstunden oder 7-8 Zeitstunden arbeitet. Das lässt sich doch nicht mit 1 Zeitstunde Aufsicht erklären.
Ich brauche ca. 2 Zeitstunden zuhause täglich und da rechne ich das Wochenende mit ein. Ja, ich unterrichte auch ein sogenanntes Korrekturfach.
Also ich bin jeden Morgen um 7.00 Uhr in der Schule und verlasse sie zwischen 13.00 und 14.00 Uhr. Das sind schon täglich zwischen 6 und 7 Stunden mit vielleicht mal 10 Minuten Pause. Da sind dann 1-2 Stunden am Nachmittag, für Konferenzen, Korrekturen, Elterngespräche, U-Vorbereitungen, Planung von Elternabenden, Klassenfahrten, Ausflügen, das Schreiben von Zeugnissen, AOSFs, Fortbildungen, Erfüllung der Zusatzjobs wie Brandschutzbeauftragte, Medienbeauftragte, Schulhofgestaltungsbeauftragte, Beauftragte für das Zirkusprojekt und so weiter und so weiter NICHTS.
Sie können aber nicht jede Anwesenheit als Arbeit verbuchen. Sie ist nur Arbeit, wenn Sie in dieser Zeit auch arbeiten. Wenn Sie nur anwesend sind, ist es nicht automatisch Arbeitszeit. Wenn Sie hingegen während dieser Zeit in der Schule tatsächlich arbeiten, sparen Sie diese Zeit ja wiederum zu Hause ein. Es kommt also auf das Gleiche hinaus. Niemand von uns hat neben den 5-6 Unterrichtsstunden, wie “Feinabstimmung” schreibt, noch einmal 10-12 Unterrichtsstunden Arbeit am Tag. Das wissen Sie genau. Warum unterstützen Sie dieses Gerücht?
Sie zählen wie andere vor Ihnen alles auf, was Sie als Lehrerin zu tun haben. Ich bin selbst Lehrerin. Ich kenne das. Mir brauchen Sie das nicht zu sagen. Es ging aber um 10-12 Unterrichtsstunden jeden Tag. Schreiben Sie jeden Tag Zeugnisse, planen Sie jeden Tag Elternabende, führen Sie jeden Tag Elterngespräche, betätigen Sie sich jeden Tag als Brandschutzbeauftragte, gestalten Sie jeden Tag den Schulhof um und leiten Sie jeden Tag ein Zirkusprojekt? Ich stimme der Feinabstimmung zu, was soll dieses Gejammer?
Genau. Danke. Was soll die Aufzählung aller möglichen, im Laufe eines Schuljahres gelegentlich vorkommenden Tätigkeiten? Es dient nur der Verschleierung. Niemand von uns arbeitet jeden Tag (!!!) nach dem Unterricht noch mal 6,7,8,9 oder gar 10 Stunden für die Schule. Das ist eine glatte Lüge.
Danke für den Beitrag, es stimmt, wer sich gut organisieren kann, schafft das Pensum. Will nur niemand hören!
Ich bewundere, dass sie mit 2h Heimarbeit am Tag auskommen. Ich leider nicht.
Ich unterrichte 25U‘h, davon 6 in Leistungskurs. Allein diese 6h beschäftigen mich 5-6 ZEITstunden in der Woche (Aktualität, Korrekuren, Vorbereitung der nicht immer simplen Inhalte, Kopien/digitale Bereitstellung, Projekte), ohne Tutorenaufgaben (on top). Gut, das ist Wirtschaftslehre, und da passiert immer viel aktuelles, Mathe LK wäre sicherlich etwas weniger zeitsufwendig.
2h halte ich für extrem reduziert und für meinen Professionalitätsanspruch unrealistisch.
1h Aufsicht am Tag ist doch schnell erreicht, Pausenzeiten sind doch nicht “frei”, sondern ebenfalls Arbeit.
Man kommt 15 min vor Unterricht, um Vertretung u.a. zu regeln, hat – so es sie noch gibt – kleine Pausen mit Aufsichten für die Klassen, hat Frühstückspausen mit Aufsicht, hat Hofaufsicht – und wenn nicht, gibt es im Lehrerzimmer genug, was man dringend klären muss mit anderen Kolleg:innen oder auch mit einer größeren Gruppe.
In der Zeit, in der ich im Schulgebäude bin, bin ich ansprechbar, habe Aufsichten die eingeteilt sind oder die ich erledige, weil ich zwischen den Schüler:innen im Raum/ im Flur bin, spreche mit Schüler:innen, spreche mit Lehrkräften, organisiere meine Materialien oder bereite nächste vor. Ich bin in der Schule für eine Menge anderer Sachen zuständig – und immer auf Empfang und immer mit Aufgaben der Schule beschäftigt. Warum sollte das keine Arbeitszeit sein?
Von 7.15 – 13.15 sind es dann eben 6 Zeitstunden und nicht 6×45 min.
Wie kommt man darauf, dass man die Zeiten zwischen den Unterrichtsstunden nicht zählen sollte? Der Pastor arbeitet nur sonntags auf der Kanzel und in anderen Berufen zählt nur das Meeting, nicht aber die Zeit davor und danach?
Wie kommen Sie denn auf so etwas? Jeder Büroangestellte sticht aus, wenn er zum WC geht oder zur Kaffeeküche und betätigt wieder die Stechuhr (digital oder vor Ort), wenn er oder sie wieder am Arbeitsplatz tätig ist, nicht wahr!? (Ironie aus)
Für den Gang zur Toilette muss niemand ausstempeln. (Wo stehen eigentlich noch Stechuhren?)
Dabei handelt es sich lediglich um eine Arbeitsunterbrechung und nicht um eine Pause.
https://www.arbeitnehmerhilfe.de/raucherpause-und-wc-besuch.html
Drum steht vermutlich auch “Ironie aus” am Ende.
Wie, Sie scheiden beim Pinkeln “Ironie aus”?
Als wenn Lehrer nicht auf die Toilette gehen
Aber nur wenn der Stundenplan das zulässt.
Sie reden ebenfalls an der Kritik von Feinabstimmung vorbei. Er/sie schrieb davon, dass wir nicht täglich 5-6 Unterrichtsstunden haben und dann noch mal 10-12 Unterrichtsstunden a 45 Minuten Arbeit jeden Tag! Das ist doch Quatsch. (siehe meinen Kommentar an mathea kühnel)
Das Herumhacken auf 45 oder 60 Minuten ist unerheblich für meine Kritik. Wir arbeiten weder 10x 45 Minuten noch 6x 60 Minuten nach dem Unterricht für die Schule und das jeden Tag!
Die Drittelung der Arbeitszeit geht aus den Arbeitszeitstudien hervor, die in vielen Bundesländern durchgeführt wurden – in NDS schon vor 10 Jahren, die als “gerichtsfest” gelten, die von Bundesländern anerkannt wurden (NDS) … auf die hin sich aber nichts zur Verbesserung ergeben hätte.
Diese Drittelung trägt dem Rechnung, dass unendlich viele außerunterrichtliche Tätigkeiten zu erledigen sind, die im Deputatsmodell so nicht angedacht waren oder sind. Es bedeutet bei einer Studie zur Jahresarbeitszeit nicht, dass jeder Tag gedrittelt sein muss.
Die Studien haben nachgewiesen, dass Lehrkräfte an die 50 h in der Woche arbeiten – ferienbereinigt – die unterrichtsfreie Zeit ist also entweder nicht frei von Arbeit oder das Pensum außerhalb der Ferien noch höher, sodass die Ferien in Teilen als Ausgleich gesehen werden können.
Die Erfassung der Arbeitzeit ist EU-Recht, der Ausgleich entsprechend.
Dabei geht die Zeiterfassung nicht davon aus, dass man die Unterrichtsstunden und die nachmittäglichen Stunden am Schreibtisch zählt, sondern eben alle anderen Aufgaben auch und auch die Anwesenheiten in der Schule, die keine “Freizeit” oder wirkliche Arbeitsunterbrechung darstellen, sondern ebenfalls Arbeit sind.
Nach 6 Zeitstunden am Vormittag in der Schule, in der auch 6 Unterrichtsstunden erteilt werden, warten am Nachmittag oder Abend weitere Aufgabe, die während der Unterrichtszeit nicht erledigt werden können.
Wenn Sie mit 2 Stunden auskommen, freut es mich für Sie. Anderen gelingt dies nicht.
Das stimmt nicht. Sie behaupten nur. Wo sind die Belege für diese gerichtsfesten Studien, dass Unterricht nur 1/3 der Arbeitszeit eines Lehrers ausmacht? Und warum rufen dann fast alle nach Arbeitszeiterfassung, wenn es doch diese gerichtsfesten Studien gibt?
Und offenkundig ignorieren Sie die Studie aus Sachsen jüngst, die das nicht bestätigt und nach der manche Lehrer die vergütete Arbeitszeit gar nicht ausschöpfen. Das ignorieren Sie und verweisen nur auf Studien, die Ihnen gefallen.
Weil Sie es in Abrede stellen wollen, muss man wohl einmal mehr auf die Studien der Uni Göttingen verweisen.
“2022 wurde eine Studie in Sachsen durchgeführt. Dort überschreiten sogar 36 % der Vollzeitkräfte durchschnittlich die 48-StundenWoche. Nur noch ein Drittel der Arbeitszeit ist durch den Unterricht bestimmt; die außerunterrichtlichen Tätigkeiten nehmen zu und 23 % der Arbeitszeit wird für neue, zusätzliche Aufgaben aufgewandt – hauptsächlich im Bereich der Digitalisierung (Sächsische Lehrkräfte überschreiten ihre Arbeitszeit deutlich (gewsachsen.de).“
https://www.gew-thueringen.de/aktuelles/detailseite/ein-offenes-geheimnis-die-arbeitszeit-von-lehrkraeften-ist-ueber-dem-limit
Zu den methodischen Schwächen der Telekom-Studie lesen Sie gerne
https://www.news4teachers.de/2025/10/methodische-zweifel-an-der-untersuchung-der-arbeitszeit-von-lehrkraeften-fruehere-studien-zeigen-ganz-andere-belastungsbilder/
Das ist auch genau das, was Sie hier betreiben: Es werden die Minuten des Unterrichts gezählt, nicht aber Beginn und Ende der Arbeit in der Schule. Die Pausen der Schüler:innen sind keine Pausen oder Unterbrechung der Arbeitszeit der Lehrkräfte, entsprechend sind sie als Arbeitszeit zu erfassen.
Es gibt genügend Aussagen von Lehrkräften, die es kaum zur Toilette schaffen, es ist kaum möglich, zwischen den Unterrichtsstunden ein privates Telefonat zu führen, um einen Termin zu vereinbaren oder kurz jemanden zu informieren.
Zu den Aufgaben gibt es eine andere Studie aus Bremen (isf-Bremen, Schölles 2005, erneut aufgegriffen 2020 (https://grundschulverband.de/wp-content/uploads/2020/10/Auszug_GSV-Expertise-Belastung.pdf
), die nachweist, dass die aufgetragenen Aufgaben in der zur Verfügung stehenden Zeit gar nicht zu schaffen sind.
Was in Ihrer Welt nicht stimmt, stimmt also nirgendwo?
Wenn man die Arbeit über das Jahr verteilt rechnet, ist das sicherlich nicht falsch:
In den MINT-Fächern sind wir immer dabei, irgendwelche Sachen aufzubauen und wieder wegzuräumen, Lösungen anzusetzen, ggf. Versuche auszuprobieren. Da gehen regelmäßig Nachmittage bei drauf. Alleine für eine Klausur mit Experiment (betrifft alle meine Leistungskurs-Klausuren) ist man locker zwei Nachmittage am Ausprobieren, Abfüllen und Etikettieren.
Mit Außnahme der Sommerferien hat man in fast allen Ferien irgendwelche Korrekturen, bspw. habe ich gerade vier Stapel hier liegen, vielen Kollegen geht es ähnlich.
Wenn man Facharbeiten mit Experimenten oder Wettbewerbsarbeiten betreut, verbringt man manche Nachmittage mit Schülern in der Schule. Wenn es dann ums Fertigwerden geht, ist auch das Stresslevel und die Arbeitsbelastung für die Betreuer hoch.
In Hoch-Zeiten hatten wir an der Schule jede Woche alleine einen Nachmittag mit verschiedenen Konferenzen, Fachdienstbesprechungen, Jahrgangdienstbesprechungen, Schulvorstand usw. Dazu Zielgespräche mit den großen Schülern und immer mal wieder Elterngespräche wegen der kleinen Schüler.
Dann rechnen Sie mal Exkursionen und eine 5-tägige Klassen- oder Kursfahrt mit rein, inklusive der ganzen Organisation davor.
Vieles läppert sich auch: Immer mal wieder Rückläufer einsammeln hier, Entschuldigungen abheften dort, kurz auf eine E-Mail antworten, digitale Einträge machen, Nachteilsausgleiche erstellen und aktualisieren etc.
Dann denken Sie mal an die Halb- und Ganzjahreszeugnisse oder einfach die Klassenarbeiten. Wir tragen alles digital ein, müssen dann aber doch zu jeder Klassenarbeit einen Ergebnisspiegel und regelmäßig Notenlisten ausgedruckt und unterschrieben abgeben. Und das nur, damit jemand drauf schauen und ein Feedback schreiben kann.
Tatsächlich habe ich auch den Eindruck, deutlich mehr “drum herum” zu machen als eigentlich zu unterrichten. Und das ist schade, weil das Unterrichten doch gerade das ist, was Freude macht…
Ich denke, in vielen Fällen könnte man sich das Leben leichter machen. Viele Arbeiten sind doch redundant und könnten nachhaltiger erledigt werden.
Sehr viele vage Aussagen, die alle nicht belegen, dass Sie wirklich 10-12 Unterrichtsstunden oder 7-8 Zeitstunden täglich neben dem Unterricht für die Schule arbeiten. Täglich!!! Sie zählen einfach nur auf, was wir als Lehrer alles zu tun haben. Habe ich auch. Wie eben geschrieben, trotz Korrekturfach würde ich bei mir 2 Zeitstunden zuhause ansetzen (inklusive Wochenende). Man sollte mal die Kirche im Dorf lassen.
Sie machen offenbar den Rechenfehler, dass Sie die Ferienzeit als arbeitsfreie Zeit ansehen. Die wenigsten Lehrkräfte arbeiten während der Herbst-, Weihnachts- und Osterferien nicht. Sehr viele arbeiten sogar an Sams- und Sonntagen sowie gesetzlichen Feiertagen. Auch Klassenfahrten, bei denen man rund um die Uhr (rechtswidrg) eine Woche lang im Dienst ist, berücksichtigen Sie nicht.
Man muss, um auf die hohe durchschnittliche Arbeitszeit zu kommen also gar nicht so viele Stunden täglich neben dem Unterricht arbeiten, wie Sie glauben.
Sie machen den Denkfehler, dass sich ja die Arbeitszeit pro Unterrichtswoche sich noch verringert, wenn man die Ferien miteinbezieht. Natürlich ist der Teil der Ferien, den man nicht als Urlaub frei hat, eigentlich Arbeitszeit. Das wird zu Recht mit der Mehrarbeit in den Unterrichtswochen verrechnet. Sie kriegen das ja auch bezahlt! Da ich selbst Lehrerin bin, weiß ich, was ich in den Ferien tue. Ich sehe allerdings viele meiner Kollegen in ihren Statusmitteilungen in der Welt herumreisen. Ich selbst schätze an meinem Beruf gerade das, dass ich nämlich selbst entscheiden kann, wann ich etwas mache. Man kann sich Wochenende und Ferien auch freihalten, wenn man will. Das ist die eigene Entscheidung.
Auch Ihre falschen Aussagen zur Klassenfahrt, die Sie schon einmal verbreiteten, werden durch Wiederholung nicht richtig. Da ist nichts rechtswidrig (auf welches Urteil oder Gesetz beziehen Sie sich denn mit dieser Aussage??? Werden wir einen Beleg bekommen?) und man ist auch nicht rund um die Uhr im Dienst. Das ist einfach nur falsch! Bitte wiederholen Sie das nicht ständig.
Sie haben leider Recht. Was auf Klassenfahrten passiert, ist keinesfalls rechtswidrig, weil für verbeamtete Lehrkräfte das Arbeitszeitgesetz nicht gilt. Der Arbeitsschutz wird hier über die Schulgesetze, Landesverordnungen und das Beamtengesetz geregelt.
Für Beamte gilt keine tägliche (oder halbjährliche) Höchstarbeitszeit die es zu beachten und auszugleichen gilt. Auch gibt es keine Ruhezeiten (von 11 h), die eingehalten werden müssen. Es wird laut Beamtenrecht eine durchschnittliche Arbeitszeit von 40 h pro Woche (ohne Pausen) angenommen. Bei der Gestaltung des Arbeitsumfanges gelten folgende Grundsätze:
* Amtsangemessenheit
* Gesundheitsverträglichkeit
* Verhältnismäßigkeit
Dem Dienstherren kommt dabei eine besondere Fürsorgepflicht zu.
Ich möchte Ihnen aber trotzdem einmal die Arbeitsgestaltung während Klassenfahrt mit drei 6. Klassen von Montag (8:00) bis Freitag (13:30) skizzieren.
Wir sind mit sechs Lehrkräften gefahren, weil immer ca. 15 Kinder von von einer Lehrkraft beaufsichtigt werden müssen. Also wären wir immer alle gleichzeitig im Einsatz.
In der Unterkunft wurden die Kinder eine Stunde vor dem Frühstück um 7:00 von uns geweckt und gegen 23:00 haben wir die letzte Nachtrunde gemacht. Auch während des Essens und beim Programm mit externen Animateuren müssen die Kinder beaufsichtigt werden. So kommt man als Lehrkraft während einer Woche Klassenfahrt schnell auf eine 70 h Woche. Das ganze wird dann mir vier zusätzlichen Deputatsstunden honoriert.
Und weil die oben genannten Grundsätze keine konkreten Handlungsanweisungen formulieren, muss sich jeder einzeln beschweren und erklären, wo die eigenen Belastungsgrenzen liegen.
Müsste man bei so einer Klassenfahrt (Gott bewahre) das Arbeitsschutzgesetz einhalten, weil nur angestellte Lehrkräfte mitfahren, müsste man ca. doppelt so viele Lehrkräfte einsetzen und im Zweischichtsystem arbeiten.
Wenn man jetzt eine Mischung aus verbeamteten, angestellen und Teilzeitlehrkräften hat, würden in den allermeisten Fällen alle die 70 h gleichermaßen abreißen, weil man kein Kameradenschwein sein will und die verbeamteten Lehrkräfte kein Verständnis für Arbeitsschutz hat.
Das ist vermutlich, was Sepp mit rechtswidrig meint. Sagen Sie mir also, wie amtsangemessen, gesundheitsverträglich und verhältnismäßig eine Woche Klassenfahrt für Lehrkräfte sind.
In anderen Berufen hätte man nach so einem Dienst erstmal ne Woche Erholungsurlaub und bei Lehrkräften wird so getan, als würden sie sich vor ihrer Unterrichtsverpflichtung drücken und sich ne schöne Zeit machen.
Sorry, aber Sie liegen falsch, nur zur Kenntnis, auch wenn ich nicht direkt angesprochen bin. Es gibt in D ein klares Arbeitsschutzgesetz, siehe hier:
https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/BJNR117100994.html
Während einer Klassenfahrt mit zwei Lehrkräften als Begleitung werden sämtliche Grenzen für zulässige Zeiten überschritten, z. B. die mindest geforderte Ruhezeit von 11 Stunden zwischen zwei Diensten. (Keine Kassiererin im Supermarkt, die bis 22.00 Uhr am Abend eingeteilt ist, darf gleich wieder morgens Schicht machen!) Dieser Arbeitsschutz wird auch gebrochen, wenn man nach langen Elternabenden gleich um 7.30 Uhr am nächsten Tag wieder antanzen muss! Hier wird es höchste Zeit, dass durch eine Erfassung der Lehrerarbeitszeit Klarheit geschaffen wird, und dass die Kultusministerien merken, dass sie seit Jahrzehnten grob rechtswidrig handelnde Arbeitgeber sind. Daher ist der PhV BW weiterhin mit Nachdruck dabei, zwei Mitglieder zu unterstützen, die gegen diese unbezahlten und rechtswidrigen Überstunden klagen – und das KM in Stuttgart ist meisterhaft bemüht, die Verfahren möglichst lange zu hinauszuzögern, weil es sehr genau weiß, dass es am Ende unterliegen wird. Das grüne KM möchte damit die Konsequenzen vermeiden, die folgerichtig kommen müssen, oder zumindest dafür sorgen, dass es nach der Landtagswahl nichts mehr damit zu tun hat! Solche “Dienstherrn” braucht kein Mensch! Hoffentlich kommen bessere im März – mal sehen…
Sie arbeiten in der Ferienzeit (außerhalb Ihres Urlaubsanspruchs) jeden Tag 6 Unterrichtsstunden lang für die Schule? Ich kenne keinen einzigen erfahrenen Lehrer, der das macht.
Dann haben Sie wohl keine Korrekturfächer und keinen Oberstufenunterricht.
Es gab Jahre, da musste ich in den Weihnachtsferien sogar am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag und Neujahr korrigieren, damit ich die Arbeit überhaupt schaffe.
NIcht zu reden von den vielen Jahren vor dem Zentralabitur, in denen die unterrichtfreie Zeit der Weihnachtferien dafür ´draufging, Abiturvorschläge zu erstellen.
Die Umsetzung Ihrer ganzen Vorschläge zur Entlastung liegt doch an Ihrer Schule….wir setzen das seit Jahren um, warum Ihre Schule nicht?
– unsere Schule fährt seit Jahren und auch zukünftig an denselben Ort…. Buchen des Termins und fertig….
– Ausgleich gibt es zwar nicht, aber angestellte KuK bekommen in der Zeit Vollzeit bezahlt….
– Projektwochen gehören zum Schulprogramm werden so immer wieder abgespult…..für neue Themen gibt es eine AG aus interessierten KuK, die dafür Entlastung bekommen
– es gibt zahlreichste Elternbriefvorlagen für alle möglichen Ereignisse…..bei uns gilt die Vereinbarung: Erst fragen, ob es eine Vorlage gibt. Wenn nicht, wird sie erstellt…..
– eine Übergabe von SuS wird über einen festgesetzten Termin gemacht…..Daten und Fakten können jederzeit eingesehen werden….
– Konferenzen sind bei uns digital…..müssen aber sein….
Das ist ja schön für Sie, dass Ihre Schule das so macht.
Da es keine allgemeinen Qualitätsstandards oder Handlungs- und Umsetzungsvorschläge für alle Schulen gibt, funktionieren Dinge zur Entlastung des Kollegiums mal besser, mal schlechter. Oft leider schlechter, wenn sich jeder sein eigenes Konzept erarbeiten muss, werden da auch viele Ressourcen und Energie verschwendet.
Und trotzdem ist es kein Hexenwerk. Warum regt Ihr Lehrerrat nicht mal solche Vorschläge zur Entlastung an?
DANKE!
Ich wünsche mir dieses Maß an Organisation für jede Schule !
Und ich würde sogar sagen: sooooo schwierig ist das nicht. Wenn mann will, geht’s!
Bei uns wird jedes Jahr jedes Rad neu erfunden.
Warum sollte jede Klassenlehrkraft die Klassenfahrten neu planen, buchen, Elternbriefe dafür erstellen usw.? Das könnte auch eine Verwaltungskraft oder bspw. ein Jahrgangsleiter machen. Der könnte für Klasse 6 schon ein Jahr im Voraus die Fahrten immer wieder buchen und ein fertiges, pädagogisch durchdachtes Programm vorbereitet haben. Dann gibt es eben für fünf Klassen ein paar gebuchte Ziele, so dass die Klassenlehrer auch mal wo anders hinfahren.
Warum muss das eine Verwaltungskraft machen? Es würde reichen, wenn es einen Plan und zugängliche Vorgaben gäbe. Aber das macht keiner.
Sie zählen viel auf, allerdings sind das fast alles Dinge, die im Laufe eines Schuljahres stattfinden und nicht alles jede Woche oder gar jeden Tag. Das ist der Punkt.
Sie haben auch nicht nur eine bezahlte Unterrichtszeit und der Rest ist Ihre Freizeit. Sie haben z.B. als Beamter 41 Zeitstunden wöchentlich zu arbeiten. Davon sind z.B. 26 Unterrichtsstunden wöchentlich zu geben, die jeweils nur 45 Minuten dauern, wie ja hier schon mehrfach geschrieben wurde.
Ja, und mehrfach wurde dargelegt, dass die Unterrichtsstunden allein nicht die Tätigkeit der Lehrkräfte abbilden, sondern auch Aufsichten zwischen den Stunden hinzukommen, zudem vielfältige andere Aufgaben, die außerhalb des Unterrichts zu erledigen sind.
Sicher gibt es Aufgaben, die sich über das Jahr wiederholen, und andere, die im Jahr verteilt sind. Aber offenbar fehlt etlichen Kommentierenden hier der Einblick in die Aufgabenflut, die über das Jahr zu bewältigen ist. Da gibt es immer akute Sachen, die unmittelbar zu erledigen sind (Konfliktgespräche, Elterngespräche, Korrekturen bei jüngeren Kindern) und andere, für die man zeitlich etwas mehr Spielraum hat (Arbeit an Konzepten, Planung neuer Unterrichtsinhalte, Arbeitsgruppen), sodass man sie u.a. auch in die unterrichtsfreien Zeiten legen kann
Wenn Lehrkräfte so unterbeschäftigt wären, könnte die Arbeitszeiterfassung nach EU-Recht ja längst umgesetzt sein.
Es stand im Artikel, dass die Ferien bzw. dann 30 Tage Urlaub mit gerechnet werden. Und 5 h Unterricht sind ja keine 5 Zeitstunden. Außerdem arbeiten viel ja noch am Wochenende. Ich schreibe mit auch die Zeiten auf und hätte ab 15. Dezember eigentlich nix mehr machen müssen. So viel dazu, da waren der Unterricht und die Klausuren natürlich noch nicht gelaufen.
Auch Sie arbeiten jeden Tag in den Ferien, wenn Sie nicht Ihren Urlaubsanspruch wahrnehmen, 6 Unterrichtsstunden für die Schule?
Natürlich geht das auf. Sie vergessen bei Ihrer Rechnung die Ferien mit einzubeziehen. Alles was Sie da für die Schule arbeiten ist ja kein Unterricht vor der Klasse. In Ihrem Vertrag haben Sie keine 12 Wochen Ferien. Wenn sie aber die vollen 12 Wochen keinen Finger rühren, arbeiten Sie wohl zu wenig. Oder dann eben während der Schulzeit 60 Stunden.
Eben. Sie arbeiten in den Ferien, wenn Sie gerade keinen Urlaub haben, praktisch in Ihrer ganz normalen Wochenstundenzahl, also z.B. 28 Unterrichtsstunden, die Sie ja bezahlt bekommen, obwohl Sie sie in den Ferien nicht geben. Laut Artikel kommen dann in dieser unterrichtsfreien Ferienzeit zu den 28 Wochenstunden noch mal 2/3 an Arbeitszeit dazu. Welcher Lehrer macht den in den Ferien 10 Stunden täglich etwas für die Schule?
Und am Wochenende machste nix? Glückwunsch!
Doch, aber ich müsste nicht. Ich könnte das auch werktags machen. Niemand zwingt mich, es am Wochenende zu machen.
Nein, ich hätte werktags genug Zeit dafür. Denn ich arbeite werktags weder 10x 45 Minuten noch 6x 60 Minuten nach dem Unterricht für die Schule. Macht keiner, der ehrlich ist.
Die müssen schon die unterrichtsfreie Zeit, sprich Ferien, auf die Gesamtarbeitszeit umlegen, dann sieht das schon ganz anders aus.
In Zeiten der leeren Kassen, der “Freisetzung” von Arbeitskräften in vielen Branchen dreht sich der Wind (bereits jetzt). Sicherheit ist Trumpf bei den jungen Leuten- da wird mit der Chance auf die Urkunde auch das Lehramt wieder attraktiv werden. Und bis dahin presst man aus den Bestandlehrkräften heraus, was geht. Politisch opportun ist das doch allemal: Beamtenbashing und Lehrerschelte- da macht man beim Wahlvolk doch gleich 2 Punkte auf einmal!
Und wenn man Leute bekommt, die dann die IT betreuen, die Fahrten organisieren etc., werden wir Lehrkräfte weiter mitmischen (weil wir das immer so gemacht haben und schwer lassen können, weil man sich im Prinzip doch selbst kümmern muss etc.). Und wenn wir ja sooo entlastet werden, daaan können wir ja mehr Unterricht machen!
Kolleginnen und Kollegen, streut euch doch nicht selbst Sand in die Augen! Mittelfristig ändert sich gar nichts!
Rette sich also, wer kann!
Darf Ungerechtes nicht mehr ungerecht genannt werden, weil die Nutznießer der Ungerechtigkeiten sich dann darüber ärgern und Angst haben um ihre Privilegien?
Doch natürlich- das soll, gar muss man auch. Aber man sollte nicht erwarten oder damit rechnen, dass sich da etwas ändert auf absehbare Zeit- das habe ich ja ausgeführt.
Das geht wie beim Thema Arbeitszeiterfassung- da sind hier viele auch einfach zu blauäugig.
Sie haben vollkommen recht! Wir werden uns nächstes Jahr mit dem „Entmüllen“ beschäftigen. Alles, was nicht mehr sinnvoll erscheint, wird aussortiert (Projekte, Rituale, AGs,….)
Das Ziel wird sein, sich wieder auf wesentliche Dinge zu konzentrieren und keine Zeit mehr für überflüssige Aktionen zu opfern….
Im Zentrum wird Unterricht stehen und alle Aktionen, die guten Unterricht begünstigen…..alles andere kann weg…
Das wird schmerzhaft, aber heilsam….
Und wenn man Leute bekommt, die dann die IT betreuen, die Fahrten organisieren etc., werden wir Lehrkräfte weiter mitmischen […]. Und wenn wir ja sooo entlastet werden, daaan können wir ja mehr Unterricht machen!
Ich denke, viele Lehrkräfte gehen mit positiven Motiven in den Beruf, wollen es besser machen, etwas für ihre Schüler schaffen. Und gesellschaftlich wird immer mehr auf die Schulen abgewälzt, ohne dass es zusätzliche Ressourcen gibt.
Man ist nie fertig, könnte seinen Unterricht immer weiter differenzieren, handlungsorientierter gestalten, sprachsensibles Material einbauen, ein weitere Experiment hier, ein Spiel dort einbauen usw.
Außerhalb des Unterrichts geht es mir selbst oft so, dass ich das Gefühl habe, nie genug Zeit für meine Schützlinge zu haben, doch noch mal ein Gespräch mehr führen zu müssen usw. Das ist dann aber zeitlich einfach nicht mehr drin.
Meines Erachtens braucht man Arbeitszeiterfassung, auch damit einem selbst klar wird, wie viel Zeit man schon in die Arbeit investiert hat und sich dann auch mal selbst zwingt, irgendwo Abstriche zu machen:
Wenn man viel Zeit in irgendwelche Klassenaspekte gesteckt hat, auf Klassenfahrt war oder die Abiturklausuren dringend korrigiert werden müssen, dann kann eben gerade nur Unterricht aus dem Buch gemacht werden oder man zieht sich eben aus irgendwelchen Besprechungen raus. Dann bleiben die Klausuren vielleicht auch mal eine Woche länger liegen. Und wenn es anders nicht geht, muss man meinetwegen Korrekturtage beantragen.
Eine Erfassung von Arbeitszeit wird vielen Lehrkräften verdeutlichen, wenn sie ihre Arbeitszeit größtenteils aufgebraucht haben und es auch mal einfach ruhigen Gewissens ruhiger angehen lassen können.
Letzendlich sehe ich es ähnlich wie Sie: Es wird so schnell keine Entlastung geben, außer man kümmert sich eben selbst darum.
Also 120 Tage – schön wär’s ja:)
Oder ist ein Drittel eines Tages – also 8 Stunden gemeint? Letzteres kommt doch fast hin:)
Also, einmal ernsthaft:
Das Jahr hat 365 Tage und 52 Wochenenden a 2 Tagen (-104). Dazu kommen 28 Urlaubstage (-28) sowie 13 gesetzliche – inkl. halber 24. und 31.12. – und 3 bewegliche Feiertage (-16).
Teilweise fallen die Feiertage (NRW-Regelung)auf Wochenenden, ich habe diese hier als arbeitsfreie Wochentage eingerechnet.
Mehr als 210 bis 220 Arbeitstage im Jahr arbeitet also kein Tarifbeschäftigter. Das sind also zwischen 42 und 44 kompletten 5-Tage-Wochen mit 38,5 Wochenstunden (gilt für viele Tarifverträge). Bei einer 40-Stunden-Woche und max. 44 kompletten Arbeitswochen sind das dann 1760 Arbeitsstunden, bei 42 Arbeitswochen und 36 Wochenstunden also im Minimum 1510 Arbeitsstunden; im Mittel sind das 1635 Arbeitsstunden.
Lehrkräfte arbeiten 40 Schulwochen a 5 Unterrichtstage abzgl. der Feiertage, die nicht in die Ferien fallen. Das sind der 1. Mai, Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, tlw. der 3. Oktober und Allerheiligen sowie die 3 beweglichen Feiertage, die hier in NRW jede Schule selbst festlegen kann. Insgesamt sind das noch einmal 8 unterrichtsfreie Tage.Somit ergeben sich rechnerisch 192 Unterrichtstage, also rechnerisch 38,4 komplette Unterrichtswochen a 41 Stunden – egal ob verbeamtet oder dank §44 T-VL angestellt. Das sind 1575 Arbeitsstunden.
Die Differenz zu der Maximalzahl der in der “freien Wirtschaft” verbrachten Arbeitszeit sind folglich um die 60 Arbeitsstunden. Bedeutet also, dass Lehrkräfte in den 40 Unterrichtswochen allenfalls 42,5 statt der festgesetzten 41 Wochenstunden arbeiten müssten …
Warum glaubt eigentlich fast jeder, dass die Bundesländer als AG das nicht ebenfalls wüssten?
Die 1700 Stunden hatte die Telekom Stiftung in ihrer Studie tatsächlich als durchschnittliche Jahresarbeitszeit an Gesamtschulen beziffert. Interessanterweise lag die Arbeitszeit der Gymnasien darunter, was aktuell immerzu behauptet wird. Beispielsweise fallen dort Gespräche/Arbektssitzunge zum Thema Inklusion komplett weg.
Ich weiß, bis 2023 habe ich das ja selbst gemacht.
“Warum glaubt eigentlich fast jeder, dass die Bundesländer als AG das nicht ebenfalls wüssten?”
Das ist sicherlich alles bekannt, aber nicht das Wissen zählt hier, sondern die Darstellung gegenüber der Öffentlichkeit: Nicht umsonst die medialen Kampagnen gegen kranke und pensionierte Lehrkräfte.
Sie haben übrigens vergessen, dass in der “freien” Wirtschaft Krankheit im Urlaub zum Nachholen des Urlaubs führt, was bei Lehrkräften wegen der “Ferien” nicht geht (die Arbeit muss ja trotzdem geleistet werden): Bei 30 Urlaubstagen und 8%-15% Krankenstand in der “freien” Wirtschaft (15%: Automobilindustrie, die mit den vielen staatlichen Subventionen…) sind das noch einmal ca. 3-5 Tage also 24-40 Arbeitsstunden zusätzlich, die in der “freien” WIrtschaft wegfallen. Rechnen Sie dann noch den gesetzlichen Anspruch auf “Bildungsurlaub” hinzu, auch diesen müssten Lehrkräfte in den “Ferien” nehmen, dann ist man bei plus-minus null).
Aber das will keiner hören und erst reicht keiner bezahlen, jetzt erst recht nicht, da das Geld wegen Energiewende, Ukrainekrieg und Deindustrialisierung immer weniger wird.
Ich befürchte, man wird an der Arbeitszeiterfassung so lange herumdoktorn, bis man (wieder einmal) feststellt, dass die Lehrkräfte alles f… S… sind und zu wenig arbeiten…
Ich weiß. Und da Unterrichten ja keine echte Arbeit ist, braucht man eigentlich auch keine AZE.
Wenn aus Bruchbau versatzloser Abbau werden konnte, dann finden wir auch noch das entsprechende Wording für ausufernde Lehretarbeitszeit
Lehrer einfach nicht Verbeamten sondern im Angestelltenverhältniss anstellen, dann kann man sie auch rauswerfen wenn sie unfähig sind! Bei Beamten ist das nicht möglich, deshalb werden die unfähigen Lehrer immer mehr!
Kann man alles machen, wenn man zu viele Lehrkräfte hat.
Im Öffentlichen Dienst ist man nach ein paar Jahren quasi unkündbar. Ähnliches gilt auch bei langjährigen Mitarbeitern in Konzernen. Letztere erhalten nicht umsonst großzügige Abfindungen.
Aber ansonsten bin ich dafür, dass Lehrer nicht verbeamtet werden/sind. Denn in diesem Fall kann ich problemlos kündigen, ohne mir Gedanken über die Reduzierung meiner Rente (bei der Umwandlung von Pensionspunkten in Rentenpunkte) machen zu müssen und kann dann alle paar Jahre nach Gutdünken die Schule wechseln.
Stundenplan scheiße?
Schwierige Klasse?
Nervige aufgedrückte Zusatzarbeit?
Zusatzarbeit im Bereich Inklusion, die andere immerzu einfordern, jedoch selber nie umsetzen oder bezahlen wollen? Schulleitung vergisst die Absprachen vom Bewerbungsgespräch? Kündigung.
Das ist nur Gerede. Sie verzichten also auf eine Pension, die Ihnen 1000 bis 2000 Euro mehr bringt als die Rente? Sie sind vermutlich noch sehr jung und denken noch nicht an Rente usw.
Das hat irgendwie nichts mit dem Thema ausufernde Arbeitszeiten zu tun.
Vermutlich werden dann die Bundesländer erst einmal jedes seinen eigenen Piloten 2027 starten, damit die Arbeitszeiterfassung noch weiter verschleppt wird.
Es bleibt spannend, wann das System kollabiert, weil zu wenig junge Lehrkräfte nachrücken.
In Anbetracht dessen wundert es mich, dass KI nicht genutzt wird, um Lehrkräfte zu entlasten. Alleine schon bei der Vorkorrekturen von Klassenarbeiten würde Entlastung geschaffen. Selbst wenn z.B. bei Sprachen nur die Rechtschreibung korrigiert werden würde, wäre die Erleichterung massiv. Allerdings fehlt hierzu der rechtliche Rahmen und Politiker müssten tätig werden. Das geht natürlich nicht. Handeln und Verantwortung übernehmen und sich auchhh noch ggf. gegen den Willen der Eltern behaupten, das kann man von der Politik nicht erwarten.
Hinzu kommt, man braucht Hardware, aber auch Leute, am besten LuL, die die Prompts entsprechend anpassen.
Das würde gehen, wenn die Schrifterkennung ausreichend funktionieren würde. Das ist aber nicht der Fall. Digital Klausuren zu schreiben halte ich für nicht sinnvoll, da die Handschrift verlernt wird.
OCR Programme werden wohl nie die Handschrift ohne Fehler zu erkennen. Wenn man beide Texte vergleichen muss, kann man es gleich lassen.
Handschrift kann auch außerhalb von KA genutzt werden. Was das größere Problem ist, ist, das SuS nicht mal mehr schnell tippen können.
“Was bei festgestellter Mehrarbeit geschehe, müsse im Verlauf des Modellversuchs geklärt werden.”
Ich verstehe das Ampelsystem nicht.
Dann wird festgestellt, dass die Kolleg:innen auf gelb oder rot sind – und dann?
Die Aufgaben sind ja nicht nichtig, weil sie zu viel sind.
Wer soll denn die Klassenfahrt planen, die Sammlung räumen, die Förderbedarf-Gutachten schreiben, die Fördermaterialien zusammenstellen und den Unterricht differenzieren?
Wer ist zuständig, wenn nicht Lehrkräfte, für das Schulkonzept, das Schutzkonzept, die IT, die Öffentlichkeitsarbeit, das Zusammentragen von Informationen vor der Einschulung, die Beratung von Eltern und Schüler:innen?
Wenn man bei 60 h ist und von einer Drittelung ausgeht, hat man entweder die Option, nur noch Unterricht zu erteilen und vorzubereiten, kann dann aber keine Elterngespräche/ Elternabende mehr führen und sich um gar nichts anderes mehr kümmern.
Oder aber das Deputat muss erheblich nach unten angepasst werden.
Und dabei ist der Deckeneffekt, der in den Studien aufgezeigt wurde, noch gar nicht bedacht. Wenn die Woche mehr Stunden hätte, würden Lehrkräfte noch mehr Arbeit erledigen, weil die Aufgaben, die in und für de Schule erwartet werden, gar nicht in die Zeit passt, selbst bei so vielen Übersutnden nicht. Man ist doch nie fertig und muss – trotz Überstunden – immer Abstriche machen beim Unterricht, bei der Differenzierung, bei Gesprächen etc.
Ich sehe es wie Sie, wir haben keinen Job, in dem man irgendwann alles abgearbeitet haben kann.
Aber dann muss wohl die Konsequenz sein, dass man eben nicht am Schutzkonzept mitarbeitet, andere neue Konzepte erst irgendwann später entwickelt werden, es weniger öffentlichkeitswirksame Berichte auf der Schul-Homepage gibt, der Klausurstapel eine Woche länger braucht (was mich stressen würde).
Ansonsten müsste man vermehrt auf sowas wie Korrekurtage zurückgreifen. Bei Klassenfahrten kann man auch kommerzielle Anbieter nutzen – die Mehrkosten sind der Betrag, den man durch seine unbezahlte Zusatzarbeit sonst rausholt. Und wenn es gar nicht geht, kann man je nach Bundesland ggf. auch mal nicht mit auf Klassenfahrt gehen.
Das ist alles sehr unbefriedigend. Aber wir müssen uns eingestehen, dass wir das System so am Laufen halten.
Auf lange Sicht muss Schule dann so geplant werden, dass die Arbeitszeit nicht deutlich überschritten wird. Dann gibt es vielleicht eine Klassenfahrt weniger, die Fahrten werden kürzer oder man plant mehr Begleitungen ein.
Nicht nur Schulleitungen wissen, wann Abitur und zentrale Abschlussprüfungen liegen. Die Zeiträume müssen dann nicht noch zusätzlich mit Konferenzen etc. zugeballert werden.
“Wer ist zuständig, wenn nicht Lehrkräfte, für das Schulkonzept, das Schutzkonzept, die IT, die Öffentlichkeitsarbeit, das Zusammentragen von Informationen vor der Einschulung, die Beratung von Eltern und Schüler:innen?”
Ich würde einfach sagen: Zuständig ist, wer die Sache bestellt hat. Wenn die Schulleitung Öffentlichkeitsarbeit will, muss sie das selber machen. Wenn der Schulträger IT will, muss er Personal bereitsstellen, Informationen vor der Einschulung kann auch das Schulamt bereitstellen, für Beratung kann man Sozialpädagogen einstellen. Muss ja nicht alles die eierlegende Wollmichsau names “Lehrkraft” machen. Arbeitsteilung gibt es woanders auch (“Von der freien Wirtschaft lernen, heißt Siegen lernen”: Wer bestellt, bezahlt. Ganz einfach.).
Das Problem ist: Es wurden in den letzten Jahrzehnten unrealistische Erwartungen erweckt, was Schule alles leisten kann und soll. Aus einem Ort der Wissensvermittlung und (eingeschränkt) Erziehung ist jetzt ein “Rund-Um-Sorglos”-Paket geworden, dass die Schüler mit den unterschiedlichsten erzieherischen, psychologischen, kognitiven und sonstigen Bedürfnissen am Besten im Rahmen der Ganztagsschule inklusiv und integrativ den ganzen Tag betreuen soll, dazu noch Freizeit- und Erlebnispädagogik im Rahmen des Ganztages oder regelmäßiger Klassenfahrten (die dann auch fast nichts kosten dürfen und wo möglichst kein Unterricht für andere Klassen ausfallen darf). Statt hier einmal klare Grenzen zu ziehen, haben die unterschiedlichen Akteure (Politiker, um den Wählern zu gefallen, “GEWerkschaften”, um ihrer Ideologie voranzubringen, Elternschaft, um Zeit für zwei Vollzeitjobs zu haben und sich möglichst wenig um die Erziehung der Kinder kümmern zu müssen, Wirtschaft, um Arbeitskräfte (Vollzeit bei zwei Eltern) zu haben, …)
Jetzt fährt das Schulsystem mit Karacho gegen die Wand, da die Ansprüche insbesondere aufgrund der politischen Entscheidungen der letzten 10 Jahre nicht mehr zu handeln sind. Da helfen auch keine Appelle mehr, aus “Verantwortungsbewusstsein” bis 70 zu arbeiten.
Bin mal gespannt, wie das ausgeht. Ist mir aber mittlerweile schon fast egal, da der Exit langsam geplant wird.
Also ich unterrichte die Fächer Englisch und Deutsch an einem Gymnasium und bin auch schon seit über 25 Jahren im Schuldienst und bezüglich der Unterrichtsvorbereitung bin ich derart organisiert, dass ich da wirklich nicht mehr viel zu tun habe. Sicherlich sind Korrekturen sehr zeitaufwendig, vor allen Dingen bei höheren Klassen. Aber alles in allem komme ich vielleicht auf eine 50/50 Verteilung, was Unterricht und alles drumherum angeht. Mir macht mein Beruf Spaß und ich genieße ja auch alle Vorteile des Beamten und deswegen kann ich mich nun wirklich nicht beschweren. Ich wollte allerdings auch nicht in einer Haupt- und Realschule oder Grundschule unterrichten.
Ach, in der Zeit wurden am Gymnasium also keine neuen kompetenzorientierten Kernlehrpläne eingeführt? Die Schülerschaft hat sich auch nicht nennenswert verändert? Interessant.
Gibt auch keine neuen Lektüren, zusätzliche Aufgaben gibt’s seit 25 Jahren keine neuen. Wo is‘n dieses Traum-Bundesland? Da will ich auch hin!
Er hat nicht gesagt, dass er nach dem Unterricht gar nichts mehr für die Schule macht. Er sprach von 50:50. Das bedeutet, wenn er Stunden in der Schule gibt, arbeitet er noch mal 6 Stunden a 45 Minuten zu Hause. Also Regen Sie sich ab! Meckern Sie lieber mit mir, denn ich halte auch das für übertrieben.
Hans, es gibt Kollegen, die alldieweil im Referendariat zuletzt in die Lehrpläne der eigenen Fächer geschaut haben…..es gibt Kollegen, die man niemals in einer Arbeitsgruppe findet oder die sich für zusätzliche Aufgaben bereiterklären…..
Und es soll „immer noch“ Schulen geben, die aufgrund ihres Standortes einfach weniger „Probleme“ haben und demzufolge auch weniger zusätzliche Zeit aufwänden müssen, diese zu lösen….da kann man am Ende des Unterrichtstages einfach nach Hause fahren und hat…..ja….frei…..
Solchen Kollegen gönne ich auch die Arbeitszeiterfassung 😉
Und dann gibt es die Kollegen, die ihre Aufgaben zuverlässig erledigen und sich damit für allerlei Zusatzarbeit qualifizieren. Habe schon so oft gehört, dass man Kollegen xyz da nicht einsetzen kann bzw. der den Referendar nicht betreuen kann, weil es dann nur Beschwerden gibt. Im Endeffekt bleibt die Zusatzarbeit und der Unterricht in der Oberstufe immer bei den selben Kollegen hängen.
Wie ich schon Mika antwortete, er arbeitet z.B. 6×45 Minuten in der Schule und 6×45 Minuten zu Hause. Nach seinen Angaben. (Und ziehen wir 1×45 Minuten in der Schule ab). Tagtäglich. Er hat nicht gesagt, er macht nur seine Stunden und sonst nichts. Mir kommt es trotzdem übertrieben vor.
Wollen Sie sich für höhere Weihen empfehlen? Deutsch und Englisch unterrichtet an meinem Gymnasium niemand mehr in Vollzeit, weil man sich ins Delirium korrigiert und regelmäßig Klassenleitungen erhält. Da müsste mal was angepasst werden.
In Österreich sieht es ähnlich aus. Ich glaube nicht, dass ich – selbst nach 38 Jahren Berufserfahrung – in einer 42 bis 48h Woche mein Arbeitspensum gut unterbringen kann, zumindest in vielen Wochen. Da im Artikel jedoch von Jahresarbeitszeit gesprochen wurde, könnte es hinkommen. Alleine schon Besorgungen wie zB spezielles Zeichenpapier uvm. würden ordentlich ins Gewicht fallen. Während wir Lehrer vormittags nicht mal auf die Toilette kommen, haben andere Arbeitnehmer schon Kaffepause gemacht und sich ausgetauscht, ohne dies jetzt schlechtreden zu wollen. Die Bezahlung lässt auch zu wünschen übrig. Man muss positiv erwähnen, dass mehr Personal an Stadtschulen ist, es wird auch benötigt. Meiner Erfahrung nach ist der Klassenlehrer der, der am meisten belastet ist, da ihm die gesamte Elternarbeit bleibt.
Dazu kommt, dass verbeamtete Lehrer in Österreich im Schnitt 4 Jahre länger arbeiten müssen als Angestellte. In Deutschland sind die Pensionsbedingungrn noch schlechter.
Leider passiert es oft, dass man als Lehrer beim Berichten der Realität oft mit Schelte zu rechnen hat.
“Dazu kommt, dass verbeamtete Lehrer in Österreich im Schnitt 4 Jahre länger arbeiten müssen als Angestellte. In Deutschland sind die Pensionsbedingungrn noch schlechter.”
Wie sieht’s denn genau in Österreich aus? Frage nur einmal interessehalber, da unsere Politiker ja schon die Arbeit bis 70 Jahren wollen, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen, den sie selber dahineingesteuert haben…
“Dazu kommt, dass verbeamtete Lehrer in Österreich im Schnitt 4 Jahre länger arbeiten müssen als Angestellte. In Deutschland sind die Pensionsbedingungrn noch schlechter.”
Wie kommt das? Haben Sie dazu einen Beleg? Oder ist das nur eine Behauptung? Aus dem, was ich lese, geht sowas nicht hervor!
“Das Regelpensionsalter in Österreich ist für Männer 65 Jahre, während es für Frauen schrittweise von 60 auf 65 Jahre angehoben wird und bis 2033 vollständig angeglichen ist (für Geburtsjahrgänge ab 1968 gilt 65). Es gibt auch Möglichkeiten für eine vorzeitige Pensionierung (Korridorpension) mit 63 Jahren bei genügend Versicherungsjahren oder spezielle Regelungen wie die „Flexipension“.
Regelpension (Regelpensionsalter)
In Deutschland sind wir demnächst bei 67 für Männer und Frauen, angestellt und verbeamtet.
Ich glaube, die Aussagen von @Biko sind Quatsch. Nicht umsonst gibt es keine Reaktion mehr.
Und wie erfasst man die Zeiten, an denen berufliches und privates sich mischt?
Beispiele:
Privat gehe ich eigentlich nur zu Ikea wenn ich eigentlich etwas für die Klasse besorgen will.
Oder ich mache privat einen Shoppingbummel und geh schnell mal in ein Geschäft um für die Klasse was zu kaufen.
Rein privat in der Bibliothek, geht das?
Wenn man mal nachts wach liegt, weil ein Fall in der Schule einen nicht schlafen lässt (man evtl aufsteht um sich Notizen zu dem Gedanken zu machen)
Lehrer und Erzieherin ist man oft nicht nur während der Arbeitszeit sondern 24/7
Naja, wenn ich beim Einkaufen auch ein paar Rot- und Grünstifte mitnehme, war der Einkauf inklusive Fahrzeit, ebenso wie Ihr Einkaufs-Bummel, wohl eher nicht dienstlich veranlasst.
Wenn wir bei “veranlasst” sind, wurden Sie von Ihrer Schulleitung beauftragt bzw. dazu veranlasst, zu IKEA zu fahren und etwas für die Schule zu kaufen? Haben Sie dazu vielleicht sogar einen Dienstreiseantrag ausgefüllt?
Ansonsten ist das m.E wie beim Büroangestellten, der in seiner Freizeit eine Zimmerpflanze fürs Büro holt.
Zeitungslesen oder die Tagesschau ansehen mag uns darüber informieren, was aktuell los ist und worüber sich auch Schüler gerade unterhalten, i.d.R. ist das aber m.E. keine Arbeitszeit. Da würde ich die Bibliothek auch einordnen.
Wenn Sie sich hingegen für ein Projekt, eine Fahrt o.ä. hinsetzen und recherchieren (in der Bibliothek oder zu Hause am Rechner), ist das für mich durchaus Arbeitszeit.
Ebenso, wenn Sie abends noch Eltern hinterhertelefonieren, dazu Aufzeichnungen machen, Ihren Tandempartner in einer E-Mail darüber informieren usw.
Insofern empfinde ich Ihr Aufstehen, Nachgrübeln und Anfertigen von Notizen durchaus als Arbeitszeit.
Natürlich ist Arbeit bei uns oft entgrenzt, aber man wird eben nicht alles auch als Arbeitszeit rechnen können. Das ist aber in allen Berufen so.
Wenn der Pott aber nun ein Loch hat, Karl-Otto…
Sehr schön, fast vergessen. Aber ist alles noch da.
Eben. Das ist das Problem. Deshalb ist die pauschale Berechnung einer Vor- und Nachbereitung ok. Wer als Lehrer 28 Unterrichtsstunden gibt, bekommt etwas 12 Zeitstunden Vorbereitung und Nachbereitung vergütet (bezahlt). Und die Ferien ohne den Urlaub, wenn man ja nicht unterrichtet.
Das reicht dem einen und dem anderen nicht. Der Anfänger braucht viel mehr, der erfahrene Lehrer weniger. Wir sind gut bedient damit. Niemand prüft nach, ob wir diese etwa 12 Stunden wirklich gebraucht haben. Weil das gar nicht geht, wie Sie so schön beschreiben.
Unsere Arbeitszeit, das ist der große Irrtum vieler Lehrer, ist nicht nur die Unterrichtszeit!
Denke Sie ein Ingenieur oder Aritekt denk in seiner Freizeit nie über sein Arbeit nach? Trotzdem bekommen die es hin die Arbeitszeit zu erfassen….
Niemand erwartet von jemandem 24/7 für seine Arbeit bereit zu stehen, egal welcher Beruf!
Ich verstehe Ihre Intention und teile sie, obwohl ich Kollegen habe, die mir klar sagen: Schulisches nur in der Schule!
Ansonsten erwecken Sie aber einen falschen Eindruck. Sie sind nicht 24/7 arbeitend, Sie sind nur 25/7 bereit, etwas für die Arbeit zu tun.
Kleiner, aber feiner Unterschied. Lehrer haben eben keine klassischen Bürozeiten. Doch das wussten wir, als wir uns für diesen Beruf entschieden.
“Verpflichtende Arbeitszeiterfasssung für Lehrpersonen gibt es längst! Sie heißt Stunden- bzw. Vertretungsplan. Sobald eine geplante und gehaltene Unterrichtsstunde im Klassenbuch eingetragen und abgezeichnet wurde, ist die Unterrichtszeit (als Arbeitszeit) dokumentiert. Eine Unterrichtsstunde à 45 Minuten entspricht dabei etwa 1,3… Zeitstunden. Somit kommt man bei ca. 25-26 Unterrichtsstunden durch Vorbereitungszeiten und allerlei anderen dienstlichen Verpflichtungen im Normalfall auf 40 Zeitstunden/Woche. Es müssten somit „nur“ die „Überstunden“ erfasst und zuverlässig gemeldet werden. Das sollte kein Problem sein. Allerdings wäre dann offensichtlich, wie viel Lehrpersonen mehr arbeiten. Ob das gewollt ist…? 😉
Dann würden vielleicht endlich einmal alle Kollegen im Klassenbuch eintragen.
Der Arbeitgeber ist verantwortlich, dass der Arbeitnehmer nicht regelmäßig zu viele Stunden arbeitet. Wenn er die Arbeitszeiten nicht erfassen will, muss er andere Alternativen anwenden. In letzter Konsequenz heißt das, dass unterrichtsfremde Aufgaben priorisiert werden müssen und dann einige Aufgaben schlicht nicht mehr abgedeckt werden. Solange es keinen Schmerz gibt wird nichts geändert.
bzgl Gehalt brauchen Lehrer nicht jammern. So schlecht verdienen die nicht. Mich würde vom Lehrberuf eher abhalten, wie undiszipliniert sich Kinder und Eltern verhalten.
Herr Mußmann ist kein Lehrer. Er kennt alles nur vom Hörensagen. Man merkt es.
Wissenschaftlich Daten zu erheben – ist nicht “Hörensagen”. Und wenn er Lehrer wäre, wüsste er nur, wie viel er selbst arbeitet.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wenn man das so frag ich mich , kann ein Bauarbeiter ( als Beispiel) nich auch einfach 30% homeoffice machen trotz seiner teilweise 70 und mehr Std pro Woche? Weiß auch garnich was.am lehrerberuf so unattraktiv sein soll , das Geld kanns nich sein.
Lehrer sind immer unzufrieden.
Das ist, gelinde gesagt, eine dämliche Aussage. Warum? Völlig undifferenziert und polemisch
Mikromanagement!
Nach dem Erleben von selbständiger Schule mit immer mehr Kontrolle würde ich nie wieder Lehrer schon gar nicht in
Leitung! Abschrecken von zukünftigen Lehrern und Frustrierung der Lehrer bei überbordenden Aufgaben durch Gesellschaft und Bezreg.: alles Gute!
Die Hoffnung stirbt zuletzt!
Mußmann muss wissenschaftliche Vernunft verbreiten. Sonst wird gar niemand mehr Schüler unterrichten, wenn man dafür nach 6 Stunden Unterricht im Großraumlehrerzimmer weiter arbeitet.
Müssen Schulleiter dann auch so lange in der Schule bleiben?
Interessant, Kaffeetrinken gehört nicht zur Arbeitszeit. Es ist sogar ein Kündigungsgrund. Die Hälfte meiner Kollegen trinkt Kaffee im Unterricht (zu Ende).
https://www.echo24.de/verbraucher/kuendigung-kaffee-trinken-waehrend-arbeitszeit-rechtens-deutliches-urteil-gericht-arbeitnehmer-94122164.html