WUPPERTAL. Wann braucht ein Kind sonderpädagogische Förderung – und wann nicht? Darauf gibt es in Deutschland bis heute keine einheitliche Antwort. Die Verfahren unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, vielerorts spielen subjektive Einschätzungen eine wichtige Rolle. Welche Folgen das haben kann, zeigt nun eine Studie der Bergischen Universität Wuppertal: Kinder, die innerhalb ihrer Klasse zu den Jüngsten gehören, werden deutlich häufiger als sonderpädagogisch förderbedürftig eingestuft (oder mit ADHS diagnostiziert) als ihre älteren Mitschülerinnen und Mitschüler.

Durch die Einschulungsstichtage können Kinder innerhalb derselben Klassenstufe fast ein Jahr Altersunterschied aufweisen. Gerade im Kindesalter entspricht dies erheblichen Entwicklungsunterschieden.
Die Forschenden Prof. Janka Goldan vom Institut für Bildungsforschung und Franz Westermaier vom Wuppertaler Institut für bildungsökonomische Forschung (WIB) der Bergischen Universität Wuppertal analysierten Daten von mehr als 67.000 Schülerinnen und Schüler der vierten und neunten Klassen aus den bundesweiten IQB-Bildungstrends. Untersucht wurde, welchen Einfluss das sogenannte relative Alter hat – also ob ein Kind innerhalb seiner Klassenstufe zu den älteren oder jüngeren gehört.
Wahrscheinlichkeit für Diagnosen bei relativ jüngeren Kindern deutlich höher
Das Ergebnis: Kinder, die innerhalb ihres Jahrgangs zu den jüngsten gehören, werden signifikant häufiger als sonderpädagogisch förderbedürftig eingestuft. Besonders deutlich zeigt sich dies in den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung. Für die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse lag die Wahrscheinlichkeit einer entsprechenden Einstufung um rund 21 Prozent höher, in der neunten Klasse sogar um bis zu 27 Prozent.
Auch bei ADHS – der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung – zeigen sich signifikante Unterschiede. Viertklässler:innen, die zu den jüngsten ihrer Klassenstufe gehören, erhalten etwa 52 Prozent häufiger eine ADHS-Diagnose als ältere Kinder desselben Jahrgangs.
Relative Altersunterschiede beeinflussen diagnostische Entscheidungen
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass bei diagnostischen Entscheidungen nicht nur tatsächliche Lern- und Verhaltensmerkmale eine Rolle spielen, sondern auch das relative Alter eines Kindes innerhalb der Klassenstufe“, erklärt Janka Goldan. „Jüngere Kinder können insbesondere in der Grundschulzeit im Vergleich zu älteren Mitschüler:innen eher als unaufmerksam, impulsiv oder lernschwächer wahrgenommen werden, obwohl solche Unterschiede häufig entwicklungsbedingt und altersgemäß sind.“
Für ihre Untersuchung nutzten die Forschenden ein statistisches Verfahren, das sich die unterschiedlichen Einschulungsstichtage zwischen den Bundesländern zunutze macht, wodurch ein quasi-experimentelles Design entsteht. Dadurch konnten sie den ursächlichen Einfluss des relativen Alters auf diagnostische Entscheidungen bestimmen.
Ein sonderpädagogischer Förderstatus oder eine ADHS-Diagnose kann dazu beitragen, dass Kinder gezielte Unterstützung erhalten. Gleichzeitig können solche Entscheidungen langfristige negative Folgen für Bildungsbiografien haben, etwa durch veränderte Erwartungen, Stigmatisierung oder schulische Laufbahnentscheidungen (wenn Kinder auf Förderschulen verwiesen werden). „Was zunächst ein normaler Entwicklungsunterschied zwischen jüngeren und älteren Kindern ist, kann durch diagnostische Entscheidungen langfristige Auswirkungen auf den weiteren Bildungsweg haben“, sagt Franz Westermaier.
Forschende fordern stärker entwicklungsorientierte Diagnoseverfahren
Die Forschenden sprechen sich daher für stärker entwicklungsorientierte und standardisierte Diagnoseverfahren aus. Entscheidungen über sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf oder ADHS sollten nicht auf subjektiven Einschätzungen beruhen, sondern das Alter eines Kindes im Verhältnis zu seinen Mitschüler:innen ausdrücklich berücksichtigen. Darüber hinaus empfehlen sie unabhängige multiprofessionelle Diagnostik und Förderkonzepte, die sich an den individuellen Bedürfnissen und der Entwicklung der Kinder orientieren. News4teachers
Die Studie „Does the Early Bird Catch the Label? Relative Age Effects in the Assessment of Special Educational Needs and ADHD: Evidence from Germany“ erschien in der Fachzeitschrift Exceptional Children.
Wäre sicherlich auch interessant gewesen, wenn es auch eine nach Geschlecht getrennte Auswertung gegeben hätte.
Sowie der Körpergröße und der Haarfarbe…
Stimmt, blond-gelockte Mädchen, die durchschnittlich kleiner sind als Jungen, sind zumeist nicht einmal betroffen oder lediglich in geringerer Anzahl bezogen auf die Gesamtheit der Blondgelockten.
Quellen dazu? Nein? Einfach Unsin raushauen, weil nichts Konstruktives zum Artikel zu sagen? Kaum zu glauben….
Wer will sich schon mit dem Artikel beschäftigen, der einem nicht passt? Lieber (traurig) einen Diskurswechsel anstoßen.
Aber Sie und Ed haben da ja nichts gemein. Was sagen SIE zum Artikel? 🙂
In dem Alter sind die Mädels größer
Soweit geht die Genderforschung nun wieder auch nicht – zumal deutlich mehr Jungen betroffen sind.
Da recherchieren Sie besser einmal genauer.
Wie wäre denn Ihrer Meinung nach die Geschlechterverteilung an Förderschulen?
Sind Sie nicht ein wenig zu alt für den „Ich habe doch nur Fragen gestellt“-Müll?
https://www.news4teachers.de/2026/06/studienergebnis-das-alter-entscheidet-mit-ob-schueler-auf-einer-foerderschule-landen/#comment-810482
Wenn Sie was haben, bringen Sie es gerne ein.
Wenn Sie keine Quellen heranbringen, um Ihre Frage auch nur zu rechtfertigen, warum sollte sich wer interessieren?
Flooding the zone with shit, much? 😉
Die Anzahl der AOSF-Verfahren bei Jungen übersteigt die der Mädchen.
Diese Statistik sollte bekannt sein , die zur aktuellen Genderforschung offenbar weniger.
Welche Maßnahmen schlägt denn die aktuelle Genderforschung vor um an Förderschulen eine möglichst ausgewogene Geschlechterverteilung herzustelllen ?
Viel Erfolg bei Recherche zu Ihrer Frage.
Recherchen kosten, Ihr Interesse reicht vielleicht aus, um sich selbst schlau zu lesen.
Statistik zur Genderforschung, das müssen Sie mir mal verglichen. – Aber in leichter Sprache, ich bin äußerst schwer von Begriff, vor allem da ich ja keine grunständige Lehrkraft bin, obwohl ich aufgrund des bestandenen. 2. StEx diesen arbeitsrechtlich gleichgestellt gewesen bin. Dafür gibt’s ja den 44er.
Verklickern – die Autokorrektur hasst mich.
@dickebank
Zeit für ein neues Hobby?
https://de.wikipedia.org/wiki/Klickertraining
😉
Alter Hut, was glauben Sie, wie ich meine SuS früher abgerichtet habe, da ich das mit dem pädagogischen Einwirken nicht auf die Kette gekriegt habe
Irrtum, ich muss nur atmen .
Dann schreiben Sie sich bitte umgehend eine Hilfekarte, damit Sie die Reihenfolge von Ein- und Ausatmen nicht vergessen. Vermeiden Sie Schnappatmung und immer dran denken, nichts überstürzen und für Panikattacken mit einsetzender Hyperventilation eine Tüte bereit halten.
Schrieben Sie nicht, es ginge Ihnen sehr gut ?
Ausweichmanöver! Wenn man sich mit irgendwelchen Aussagen (Statistik zur Genderforschung) selbst aufs Glatteis begibt … kommt man ins Schleudern. Aber Fehler zugeben ist keine Stärke von Ihnen, scheint mir.
Ein Ausweichmanöver, wie nach Geschlechtern zu „fragen“, wenn der Artikel von einem anderen Thema handelt? 😉
Dickebank brachte die Genderforschung hier ein ohne Belege zu liefern. Ist sein gutes Recht.
Einen anderen Standpunkt als Glatteis zu diskreditieren, verweist allerdings auf fehlendes Verständnis von Meinungsvielfalt.
Sie schrieben:
„Diese Statistik (AOSF-Verfahren) sollte bekannt sein , die zur aktuellen Genderforschung offenbar weniger.“
Das liest sich (anscheinend nicht nur für mich) so, dass Sie eine Statistik zur aktuellen Genderforschung kennen und kritisieren Foristen ganz subtil dafür, dass denen diese weniger bekannt ist. Dann wäre es doch nett von Ihnen, diese Bildungslücke zu schließen und „uns“ diese Statistik zur Verfügung zu stellen.
Ich las mal den interessanten Begriff „Ultracrepidarian“, auf Sie trifft das doch hoffentlich nicht zu, oder?
ULTRACREPIDARIAN | English meaning – Cambridge Dictionarysomeone who has no special knowledge of a subject but who expresses an opinion about it
Tipp: „Genderforschung“ und „Statistik zur Genderforschung“, sowie die Statistik zu den AOSF-Verfahren sind drei ganz verschiedene Bereiche!
Finden Sie Ihr Auftreten hier „nett“?
…
Und Ed840 sowie dickebank nannten bisher keinen einzigen Grund, WARUM sie dies ins Thema einbrachten.
Was könnte bloß mit dieser Ablenkung und Zeitverschwendung beabsichtigt sein… 😉
„Die Forschenden“ dürfen ja gerne nach dem jahrelangen Gemecker die neuen Diagnoseimstrumente auf den Tisch liegen. Da darf man mal erwarten, dass auch geliefert wird.
„Die Forschenden sprechen sich daher für stärker entwicklungsorientierte und standardisierte Diagnoseverfahren aus.“
Klingt gut, hat sich da etwas bezüglich sprach- und kulturfremder Kinder (ggf. mit Fluchthihtergrund) getan?
(https://www.verband-sonderpaedagogik.de/wp-content/uploads/2022/04/zfh_2018_196.pdf)
Hmm… Ob sich diese Zahlen „normalisieren“ würden, wenn die Grundschulzeit länger gehen und die Entwickling der Kinder entsprechend verfolgt werden können?
Wobei, am Ende fordere ich noch sowas wie eine Inklusion, welche die Kinder nach Lernstand und Fähigkeiten beschult, was die Panik ums aussortieren beenden würde. Wer will sowas schon
Vielleicht fangen wir einfach mal an, darüber nachzudenken, ob man die Stichtage wieder dort verortet, wo sie einst mal waren. Dies würde für NRW den 15.6 bedeuten….
Danach können wir über Vorachulen nachdenken, die die Kinder fördern, die die nötige Schulreife trotz Alter nicht haben und die nicht über die nötigen Vorläuferfähigkeiten verfügen.
Danach – so würde ich ahnen – haben sich die Auffälligkeiten was ADHS und Entwicklungsverzögerungen betrifft, wahrscheinlich deutlich reduziert.
Ich beziehe mich ja auch auf neue Stichtage – nach sechs Jahren Grundschule 😉
Bezüglich der Vorschule stimme ich Ihnen da zu, gerne darf sich die Bildungspolitik auch um Sprachkitas und generell die Versorgung der Kitas kümmern, wo große Effekte erzielt werden können, bevor wir uns mit dem Aussortieren rumschlagen dürfen -___-
„Die Forschenden sprechen sich daher für stärker entwicklungsorientierte und standardisierte Diagnoseverfahren aus.“
Und warum entwickeln die Forschenden die nicht einfach?
Warum zahlen sich Lehrkräfte nicht einfach selbst höhere Bezüge aus, wenn Sie die hier immer wieder fordern? Sorry, kruder Post.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Gute Idee, ich denk mal drüber nach.
Bis dahin warten wir auf die wissenschaftlich fundierten, entwicklungsorientierten, standardisierten Verfahren und nutzen dass, was gesetzlich vorgeschrieben und vorhanden ist.
… und meckern Wissenschaftler öffentlich an, die Ungereimtheiten dabei feststellen. Herzliche Grüße Die Redaktion
Allen anderen wird doch auch gesagt, sie sollten sich die Fehlerbeschreibungen und Problemanalysen schenken und Lösungsvorschläge auf den Tisch legen.
Die Aufzählung der Mängel an der Bonner Nordbrücke hilft den Pendlern auf der A565 nicht weiter, auch der Hinweis, sie sollten sich eigene Problemlösungen einfallen lassen, ist nicht wirklich hilfreich.
Die Feststellung der Mängel an der Bonner Nordbrücke führt nun erstmal dazu, dass das Ding nicht mitsamt Menschen einstürzt. Nach Ihrer Argumentation dürfte das Bauwerk gar nicht geprüft werden, wenn die Prüfer nicht gleich schon die Pläne und Geld für einen Neubau in der Tasche haben.
Fällt eigentlich niemandem auf, wie absurd wissenschaftsfeindlich diese Diskussion ist? Lösungen ohne Kenntnis der Probleme – darauf läuft das hier hinaus.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Der Plan ist ganz einfach: NEUBAU.
Die Brückenuntersuchungen dienen nur der Bestimmung der Restlaufzeit.
Quellen dazu?
Nein, bestimmt meckert niemand, wenn geliefert wird. Aber gute Diagnostik ist kein Selbstläufer, muss entwickelt werden und Schulen müssen es dann teuer bezahlen.
Beispiel: Es gibt zur Diagnostik der Lesekompetenz ein super diagnostisches Programm (App), entwickelt von der Mohn-Stiftung. Alle Schulen, die seinerzeit an der Fobi teilgenommen haben, haben es gratis bekommen. Alle andere Schule schauen in die Röhre, weil es nicht verkäuflich ist und die Stiftung es nicht weitergibt.
Wir würden es sofort kaufen, aber wir kommen nicht dran.
Wenn also jemand sagt, dass es von der Diagnostik abhängt, dann soll er bitte liefern, ansonsten hat das keinen Nährwert.
„Nein, bestimmt meckert niemand, wenn geliefert wird.“
Es ist aber nicht der Job von Wissenschaftlern „zu liefern“ – Lieferservice bitte dort einfordern, wo die Verantwortung dafür sitzt: im für Sie zuständigen Bildungsministerium.
Wenn Wissenschaftler feststellen, dass Lehrermangel herrscht, kommt auch niemand auf die Idee, von ihnen zu verlangen, selbst welche bereitzustellen. Es nervt, immer wieder auf die Absurdität solch wissenschaftsfeindlicher Posts hier hinweisen zu müssen (und dann Antworten darauf zu bekommen, die daran vorbeigehen).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Lehrkräfte müssen aber nur auf dem Stand der „Technik“ sein und nicht dem Stand von „Wissenschaft und Forschung“ entsprechen. C’est la vie
Wo ist da der Unterschied? Herzliche Grüße Die Redaktion
Wie, der Unterschied ist der Redaktion nicht bekannt?
Da ich aber schon im Ruhestand bin, kann ich mir den Erklärbären schenken.
Da die Redaktion intrinsich motiviert ist, habe ich ihr ja jetzt einen Impuls für eigene Recherchen gegeben
Wenn ein Stofftier mehr Antworten zu liefern hat, als Sie…
Bisher sind Sie ja gleich auf.
Übrigens ist es derzeit gängige Technik, Behauptungen zu belegen. 😉
Dann können Lehrkräfte im Forum ja endlich aufhören, sich zu beschweren und sich auf den heutigen Stand der Technik berufen, der sich an aktueller Wissenschaft und Forschung orientiert.
Bin ganz bei Ihnen! 🙂
Verständnisfrage: Die Bildungswissenschaftler/ -Forscher warten also darauf, dass die Bildungsminister sie beauftragen, ein Diagnose-Tool zu entwickeln? Sie sollen ja nicht Lehrer „backen“, aber wissenschaftliche Grundlagen (für z. B. Diagnostik) entwickeln. Welche Aufgaben haben denn Bildungswissenschaftler? Ich dachte sie erforschen, untersuchen … alles, was irgendwie mit Bildung zu tun hat und wollen auf diesem Gebiet neue Erkenntnisse erhalten, die zu Verbesserungen führen. Wo liegt mein Denkfehler?
Hmmm, wer hat damals die Wissenschaftler und Forscher beauftragt, z. B. das Fahrrad, das Telefon, Fluggeräte, Webmaschinen usw. zu entwickeln? Arbeitet Wissenschaft heute grundsätzlich nur nach politischen Vorgaben?
„Das deutsche Wissenschaftssystem zeichnet sich durch eine Vielzahl von Akteuren aus, die in der komplexen Hochschul- und Forschungslandschaft unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen. Seine ausdifferenzierte Vielfalt ist Charakteristikum und explizite Stärke des deutschen Wissenschaftssystems. Dabei ergänzen sich die verschiedenen Bereiche, Einrichtungen und Institutionen mit ihren spezifischen Aufgaben und Aktivitäten. Einerseits wird durch die Konzentration auf das jeweilige Aufgabenfeld Expertise gefördert – andererseits durch Kooperationen untereinander Mehrwert generiert. Die vielfältigen Formen der Zusammenarbeit haben in den letzten Jahren an Gewicht gewonnen und sind mittlerweile eine prägende Komponente der Wissenschaftslandschaft.
Grundvoraussetzung ist dabei die Wissenschaftsfreiheit: Sie gewährleistet sowohl individuelle Freiheit als auch institutionelle Autonomie. Das Streben nach Erkenntnisgewinn, exzellente Forschungsleistungen und die fundierte Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses zeichnen dabei die wissenschaftliche Arbeit aus.“
(aus. Wissenschaftssystem – BMFTR)
(Fettdruck von mir)
„Welche Aufgaben haben denn Bildungswissenschaftler?“
Wir staunen, wie wenig manche Lehrkräfte (?) hier offensichtlich von den Wissenschaften wissen, die sich mit den Grundlagen für pädagogische Arbeit beschäftigen. Welche Aufgaben ein Bildungswissenschaftler hat – hängt davon ab, was für ein Bildungswissenschaftler das ist und was für einen Auftrag er (oder sie) hat.
Ein empirischer Bildungsforscher, der beispielsweise die PISA-Studie herausgibt, ist jemand, der – gemeinsam mit Lehr-/Lernforschern – aussagefähige Aufgabenstellungen entwickelt, Tests durchführt und diese dann statistisch auswertet. Ein Didaktiker ist ein Wissenschaftler, der sich mit Unterrichtsmethoden beschäftigt. Es gibt Wissenschaftler*innen, die im Bereich Frühe Bildung forschen. Es gibt Wissenschaftler*innen, die sich mit Beruflicher Bildung beschäftigen. Es gibt Neurowissenschaftler, die sich mit Lernforschung beschäftigen. Es gibt Psychologen, die sich mit der kognitiven udn emotionalen Entwicklung von Kindern beschäftigen.
Einem empirischen Bildungsforscher zuzurufen, er solle doch jetzt gefälligst mal Test für sonderpädagogische Förderbedarfe entwickeln, ist so, als würden Sie in die Bäckerei gehen – und dort ein Steak bestellen. Und das auch noch ohne Geld. Denn Forschung kostet – und kann nicht mal eben ohne bereitgestellte Forschungsmittel geleistet werden.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich verstehe es leider immer noch nicht. Wer genau müsste denn nun entsprechende Diagnose-Tools für die Schulen entwickeln? Sie zählen verschiedene Wissenschaftsbereiche auf. Ich sprach allgemein von Bildungswissenschaft(lern). Welcher Bereich der Bildungswissenschaft wäre also nun zuständig und wer beauftragt diesen Bereich damit? Oder soll etwa jeder Lehrer seine eigenen Diagnostikverfahren für verschiedene Förderbedarfe entwickeln? Sorry, ich stehe gerade etwas auf der Leitung.
Beispielsweise das Institut für Sonderpädagogik der Pädagogischen Hochschule Freiburg – wenn es denn einen entsprechenden Auftrag dafür bekäme. Gerne hier nachlesen: https://www.ph-freiburg.de/hochschule/fakultaeten/fakultaet-fuer-bildungswissenschaften/institut-fuer-sonderpaedagogik/forschung-1.html
Was ist daran denn so schwer zu verstehen? Ein Mathe-Lehrer kann doch auch keine Deutsch-Arbeit konzipieren, nur weil er Lehrer ist.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Ein Mathe-Lehrer kann doch auch keine Deutsch-Arbeit konzipieren, nur weil er Lehrer ist.“
Kann er nicht?
Die Hochschule Freiburg wird, wie andere Hochschulen in DE auch, von Bund und Ländern finanziertt. Aber Bund und Länder(Politik) mischen sich, so weit mein Verständnis, nicht in die Forschung ein, erteilen also keine Forschungsaufträge, denn das würde dem Grundsatz der Wissenschaftsfreiheit widersprechen. Oder habe ich da einen Denkfehler?
Hochschulfinanzierung – Hochschulrektorenkonferenz
Erstens, selbstverständlich erteilen Kultusministerien oder die KMK Forschungsaufträge (wie PISA). Zweitens, die Entwicklung eines standardisierten Verfahrens zur Feststellung sonderprädagogischen Förderbedarfs wäre ja kein Forschungsauftrag – sondern eine wissenschaftliche Dienstleistung.
Mal nebenbei gefragt: Haben Sie jemals eine Hochschule von innen gesehen?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Ich verstehe es leider immer noch nicht. Wer genau müsste denn nun entsprechende Diagnose-Tools für die Schulen entwickeln?“
Weil Sie diese Frage vorher stellten, auf die Antwort nicht eingehen und direkt die nächste wirre Frage stellen.
Sie erinnern mich an jemanden im Forum…. Was sagen Sie zum Angriff Russlands auf die Ukraine? 😛
„I am, what I am“ 🙂
Bing-Video
Jemand, deren Werte es nichtmal hergeben, einen Angriffskrieg und das gezielte Töten der Zivilbevölkerung zu verurteilen?
Ist menschlich aber auch eine echt große Hürde (augenrolle).
Der Gedanke, dass Sie vor Schüler*innen standen wäre wirklich deprimierend, wenn Sie nicht so rückratlos wären, sich um jegliche Aussage zu drücken – zumindest wissen Sie, wie falsch und feige Sie sind 😉
„Welche Aufgaben haben denn Bildungswissenschaftler? Ich dachte sie erforschen, untersuchen … alles, was irgendwie mit Bildung zu tun hat und wollen auf diesem Gebiet neue Erkenntnisse erhalten, die zu Verbesserungen führen. Wo liegt mein Denkfehler?“
Sie wissen nicht, wie Forschung funktioniert…
Ach! Dann erklären Sie es mir bitte und beantworten meine Fragen!
Sie hatten Ihr gesamtes Arbeitsleben Zeit dazu. Und wir wissen beide, dass Sie eine Antwort nicht zur Kenntnis nehmen, sondern die nächste beknackte Frage stellen, die sich garantiert „schon immer“ gefragt haben 😉
Kinder, die in ihrem BL die Möglichkeiten haben, einen Schulkindergarten zu besuchen, erhalten ein Jahr lang schulischerseits qualifizierte Förderung … und sind daraufhin ein Jahr älter, als andere Kinder in der Klasse.
Das würde dann für die Förderung sprechen.
Kinder, die ein Schuljahr wiederholen und dann in die sonderpädagogische Unterstützung gehen, sind zwar ein Jahr älter, die Förderung, die zumeist klassenintern erfolgen muss, hat aber nicht ausgereicht.
Wenn es nur das Alter wäre, könnte man ja einfach ein Jahr abwarten. Das ist es aber nicht.
Vielleicht ist es bei einigen jüngeren Kindern so gravierend, dass man es früher abbilden kann, bei anderen wartet man länger, versucht es mit einer Wiederholung, fördert noch ein Jahr…
Unverständlich ist mir, warum eine genaue Förderdiagnostik als Nachteil angesehen wird, das wird immer wieder verbreitet.
Deshalb: „Was als Hilfe gedacht ist, kann sich ins Gegenteil verkehren. ‚Oft kommt es zu einem dauerhaften Pull-out-Effekt.‘ Kinder mit Förderstatus würden zunehmend aus dem Klassenverband herausgenommen, statt dass sich der Unterricht verändere. ‚Die Klassenlehrkraft fühlt sich irgendwann gar nicht mehr zuständig.‘ In manchen Fällen würden Eltern sogar gebeten, ihr Kind zu Hause zu lassen, wenn Sonderpädagogen oder Schulbegleiter fehlten.
Die Folgen sind fatal: ‚Das Kind traut sich weniger zu, sein Selbstbewusstsein leidet, und es ist weniger in die Klassengemeinschaft integriert.‘ Besonders problematisch sei die sogenannte ‚zieldifferente Unterrichtung‘, bei der Kinder nach eigenen Lehrplänen lernen – mit der Konsequenz, dass sie keinen regulären Schulabschluss machen können. ‚Oft ist die Diagnose der erste Schritt Richtung Förderschule.'“ Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/10/der-fehler-steckt-im-system-bildungsforscherin-kritisiert-sonderpaedagogische-diagnoseverfahren-und-stillstand-bei-der-inklusion/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Eine „zieldifferente Unterrichtung“ erfolgt, wenn Kinder nicht schnell genug lernen, behalten und erinnern. Sie bekommen mehr Zeit, um Grundlegendes zu erlernen. Meiner Beobachtung nach stärkt es die Kinder, weil sie dann endlich Erfolge haben, auf denen sich aufbauen lässt. Wenn das gelingt, können einige Kinder aus der zieldifferenten Beschulung herausgenommen werden.
Es ist schade, dass man schwarz-weiß denkt und ich kenne bisher niemanden, der ein tragfähiges inklusives Konzept bei bestehender Ausstattung vorlegen kann.
Bis dahin muss Inklusion mit bestehenden Ressourcen umgesetzt werden:
In meinem Bundesland muss kein Kind auf eine FöS wechseln, die FöS Lernen gibt es 2028 nicht mehr, sie läuft aus. Aber das Schließen einer FöS-Art ist nicht gleichbedeutend mit gelingender Inklusion. Wir „freuen“ uns auf ein weiteres Jahr ohne FöS-Grundversorgung, ohne DaZ-Stunden und mit totaler Unterbesetzung.
Sie wollten wissen, warum die Förderdiagnostik skeptisch gesehen wird – genau deshalb. Was nützt eine Diagnosik, die stigmatisiert, aber im Bedarfsfall keine Förderung mit sich bringt?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die Diagnostik muss ja nicht per se stigmatisieren.
Warum ist eine Diagnose in der Medizin weniger stigmatisierend als in der Pädagogik?
Soll man wegschauen und das Kind sich selbst überlassen, weil jemand anderes mit einer Diagnose eine Stigmatisierung vornehmen könnte?
Wir lassen den Sehtest weg, sonst müsste – entsprechen des Ergebnisses – das Kind eine Brille tragen und deshalb könnte jemand das Kind beleidigen.
Warum werden die Diagnosen kritisiert? Müsste man nicht erheblich offener und wohlwollender damit umgehen, dass Menschen nun mal verschieden sind und unterschiedliche Bedürfnisse haben, auch Hilfsmittel (wie Brillen), auch zieldifferenter Unterricht, auch Nachteilsausgleiche, auch personelle Unterstützung?
„Die Diagnostik muss ja nicht per se stigmatisieren.“ Nein, das hängt aber von der Zielsetzung ab – und wenn die Zielsetzung von Eltern so verstanden wird, dass ihr Kind aussortiert werden soll, gibt es halt Widerstand. Hat auch mit Kommunikation zu tun. Und mit Vertrauen in ein System, das sich nur bedingt um Vertrauen bemüht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
In NDS hat man keinen Anspruch auf zusätzliche Ressourcen bei FöS-Kindern (Lernen, Sprache, ESE) und auch die Kinder haben keinen Anspruch. Es muss alles im Rahmen der Grundversorgung erfolgen, für andere Unterstützungsbedarfe gibt es wenige Wochenstunden, auch der Rest erfolgt über die Lehrkräfte der Regelschule.
Wenn ich einem Kind helfen will, muss ich diagnostizieren. Das mache ich bei allen im Screening und im Unterricht, bei einigen wird es dann genauer, wenn es Auffälligkeiten gibt oder wenn der begründete Verdacht besteht, dass die normale – im Unterricht mögliche – Förderung nicht ausreicht. Das führt dann ggf. zu einer zieldifferenten Beschulung, NACHDEM Unterstützung und Nachteilsausgleich oder Exkurse oder anderes nicht ausgereicht haben.
Das Verfahren ist extrem aufwändig, das macht niemand für lau oder weil er oder sie Langeweile hat – zumal ja keine Ressourcen generiert werden. ABER wenn sich das Kind quält und nicht mithalten kann, sondern eigene Lernziele benötigt, braucht man als Lehrkraft früher oder später die Genehmigung dazu – also zum zieldifferenten Unterricht, der dann auch ermöglicht, die Bewertung auszusezten, statt dem Kind fortwährend schlechte Noten geben zu müssen, egal, wie sehr es sich anstrengt.
Eine I-Hilfe finde ICH übrigens auch nicht stigmatisierend, ich kann mir ein anderes System vorstellen, das habe ich aber nicht und kann es kaum beeinflussen. Die I-Hilfen sind in der Regel für genau ein Kind zuständig, nicht für alle anderen. Läuft es anders, kann man sich mächtig Ärger einhandeln. Da ich die Hilfen notwendig finde, werde ich zusehen, dass es da zu keinem Misstrauen kommt. Genehmigt werden auch diese nur, wenn wirklich Diagnosen vorliegen und alles genau geprüft wird etc. Auch diese Antragstellung ist schwierig und auf die Eltern angewiesen (auch das würde ich mir anders wünschen, da man Benachteiligte weiter benachteiligt).
„wenn die Zielsetzung von Eltern so verstanden wird, dass ihr Kind aussortiert werden soll, gibt es halt Widerstand. Hat auch mit Kommunikation zu tun. Und mit Vertrauen in ein System, das sich nur bedingt um Vertrauen bemüht.“
Am Ende entscheiden in NDS die Eltern, wo das Kind beschult wird. Das Kind wird nicht „aussortiert“, es verbleibt auch zieldifferent oder mit I-Hilfe oder mit Nachteilsausgleich in der Klasse. Das kann, muss aber nicht förderlich sein.
Da ich von der anderen Seite schaue: Ich kann das System nicht beeinflussen und muss das Beste daraus machen. Die Erwartungshaltung, was Inklusion zu sein hat, stimmt leider nicht mit den gegebenen Ressourcen und Möglichkeiten überein. Da können sich alle Seiten viel wünschen und haben dann doch nicht mehr Personal und mehr Räume.
Oder wie mich dieser Durchgang gelehrt hat: Zaubern kann ich eben doch nicht. Aber ich lasse mir gerne zeigen, wie es jemand besser hinbekommt – bei bestehenden Bedingungen.
Richtig. Und was hilft die Beschulung ohne geeignete Ressourcen?
Hier befinden wir uns vielerorts.
Also bleibt es dann eben bei „Stigmata durch Schulbegleitung“ usw. teilweise.
Die Klassen sind schlichtweg zu groß für die Profilerwartungen und -forderungen.
Ebenfalls ist das Deputat zu hoch.
Und viele Schulgebäude und Schulen nicht darauf ausgelegt.
Wie gehen wir also damit jetzt um?
„Richtig. Und was hilft die Beschulung ohne geeignete Ressourcen?
Hier befinden wir uns vielerorts. “
Ihre Schule hat keine geeigneten Ressourcen? Wissen die Eltern an Ihrer Privatschule davon, dass sie sich die Beiträge schenken und an eine Regelschule wechseln sollten?
Das ist weiterhin allen Eltern selbst überlassen. Das entscheide nicht ich, sondern die Eltern.
Die Option des Wechsels steht allen Eltern (jederzeit) frei.
Selbstverständlich berate ich gerne. Ebenfalls lüge ich nicht in Bezug auf „Ressourcen“. Und ich mache mir auch nichts vor, dass wir nicht alle I-Kinder beschulen könnten. Das ist die Realität. Auch hier.
Das weiß auch „mein Kollegium“ wie ich dazu stehe. Ist jetzt kein Geheimnis. Die meisten teilen diese Einschätzung wohl.
Keine Ahnung, warum Sie ständig versuchen meine Privatschule „zu dissen“. Bringt das was?
Ich kann Ihnen gerne bestätigen, dass wir nicht unendlich Ressourcen haben.
Die Eltern wissen das auch – die sind ja nicht blöd. Die können und werden meiner Erfahrung nach das genau abschwägen.
Sie dürfen auch bei mir hospitieren. Kinder, Eltern, Kollegen, usw.
Sollen sie sogar. Ausdrücklich. Warum? Weil das sinnvoll ist und ich die Eltern so einschätzen kann, die Kinder [müssen sowieso hospitieren] ebenfalls und diese mich/uns.
Ich will doch gar keine Erwartungen wecken, welche absolut unrealistisch und nicht machbar sind. Die sollen ruhig „den Alltag“ sehen. Finde ich gut.
Und dann entscheiden sie sich halt.
Dafür oder dagegen.
Und dann können sie innerhalb der Probezeit kündigen [wir auch]. Und danach halt fristgemäßig „jederzeit“ – falls sie unzufrieden sind.
Ist doch gut. Keiner „muss“ zu uns. Absolut nicht.
Wenn wir als Schule eben einschätzen, dass wir ein Kind nicht beschulen können, dann lehnen wir ja auch ab. Warum sollte es nicht andersrum auch sein? Klar.
Ich bin weiterhin „keine PR-Abteilung“. Ich berate. Ich schätze ab/ein. Ich muss „keine Klassen füllen“. Das ist nicht meine Aufgabe.
Je weniger SuS, desto potentiell bessere Rahmenbedingungen. Wer meint, dass er/sie nicht zufrieden ist – ansprechen, abwägen und ggf. kündigen. Vollkommen in Ordnung.
Da meine Klassen irgendwie immer „voll“ sind … Scheint das nicht ganz so der Fall zu sein. Muss ich mich vielleicht mehr in’s Zeug legen, dass mehr unzufrieden sind…
Nur kämen dann wohl „Wartelistenplätze“ sehr schnell nach … Also auch nicht so die Option. Doof.
Ohne Diagnsotik keine zusätzlichen Mittel zur Förderung. So einfach ist das.
Wenn wir U-Boot-Kinder haben, bedeutet das schlicht, vorhandene Ressourcen für zusätzliche Förderbedarfe einzusetzen, was zur Folge hat, dass Kinder mit Bedarfen in der Summe weniger bekommen. Daher muss zwingend für jedes Kind, welches Förderbedarf hat, ein AOSF gestellt werden, damit zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.
Jedes Kind, welche einen sonderpädagogischen Förderbedarf hat, hat in NRW ein Anrecht auf 4,7 Unterrichtsstunden an sonderpädagogischer Förderung (umgerechnet). Schulen sollten also auf jeden Fall immer ein AosF einleiten, wenn ein Kind ein Bedarf hat.
Werden kindliche Entwicklungsschritte nicht grundsätzlich altersgemäß betrachtet?
Eine Entwicklungsverzögerung gemessen an den Fähigkeiten des Durchschnitts der Alterskohorte ist doch im Regelfall der Ausgangspunkt für Untersuchungen (Diagnostik) und Maßnahmen (Therapie). Letztere – die Therapie – wird dann häufig in spezialisierten Einrichtungen durchgeführt- außer bei SuS mit gravierenden Förderbedarfen..
Verstehe ich jetzt auch nicht – die ganzen Diagnosen (LRS, AD(h)S, AVS usw.) sind doch ohnehin nur zulässig, wenn von fachärztlicher Seite festgestellt und dokumentiert und die Ärzte müssen dafür standardisierte Testungen durchführen, die den Stand des Kindes im Vergleich zur physiologischen Entwicklung in ihrem individuellen Alter messen. (Ein standartisierter Legasthenietest, den ich als Therapeutin durchführe, hat bei uns z.B. nicht mal Verbindlichkeit bzgl. Nachteilsausgleich – ich muss die Kinder für die Testung 8 Monate auf die Warteliste beim Facharzt setzen lassen.) Da hat der Klassenschnitt und das Alter der Mitschüler doch gar nichts mit zu tun! Oder läuft das in anderen Bundesländern anders?
Jetzt würde mich interessieren, ob Kinder, die erst mit 7 oder fast 7 Jahren eingeschult werden, generell einen geringeren Förderbedarf haben.
Wundern würde mich das nicht. Es gab und gibt immer Kinder, die sich unterschiedlich entwickeln. Die Einen sind schnell im Klettern, Radschlagen, Bälle-werfen und -fangen, die Anderen im Malen, Puzzlen oder Bauen. Das kann man sehr gut beobachten. Nach und nach gleicht sich das dann wieder aus. Wenn das Kind gerade eher körperlich weit entwickelt ist und dann eingeschult würde, hätte es einen massiven Nachteil, der sich vermutlich einfach ein paar Monate später auswachsen würde. Dann ist der Schaden in der Schule aber schon entstanden.
Da hat man dann m.M.n keine Diagnose, sondern hätte einfach nur noch ein paar Monate gebraucht. Das wird mit unserem System leider nicht berücksichtigt. Da haben es ältere Kinder besser.
Ich erlaube mir nochmals den Hinweis: Die Redaktion möge das Bundesverfassungsgericht von seiner Sichtweise überzeugen. Bis dahin gilt, dass Förderbedarf nach mindestens 6 Monaten festzustellen sind.