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Bezirksverwaltung warnt Lehrkräfte: Auf Anzeichen für Zwangsverheiratung achten

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BERLIN. Äußern Mädchen Sorgen oder Ängste im Zusammenhang mit einer geplanten Reise, kann das auf eine geplante Zwangsverheiratung in den Sommerferien hindeuten. Viele Betroffene hätten schon vor der Abreise eine Vorahnung, trauten sich aber erst spät, jemanden anzusprechen, teilt das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg mit, das insbesondere Schulen und Freizeiteinrichtungen sensibilisieren will. 

Schätzungen zufolge sind jährlich mehrere Hundert Mädchen und junge Frauen von Zwangsverheiratungen betroffen. (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Zwangsverheiratungen geschehen häufig während der Sommerferien. Jugendliche – meist Mädchen, aber auch Jungen können betroffen sein – werden während einer Auslandsreise mit ihrer Familie unter Druck gesetzt oder gegen ihren Willen gedrängt, zu heiraten. Neben Ängsten könne auch die verstärkte Kontrolle durch die Familie oder ein Rückzug der Jugendlichen sowie die Andeutung, nicht reisen zu wollen, darauf hinweisen.

Eine Zwangsverheiratung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und seit 2011 ein eigener Straftatbestand, wie das Bezirksamt betont. Im Ausland geschlossene Ehen mit Minderjährigen werden in Deutschland nicht anerkannt.

Anliegen ernst nehmen, Beratungsstelle einschalten

Lehr- und Fachkräften wird geraten, das Anliegen ernst zu nehmen und gemeinsam mit der Betroffenen eine Beratungsstelle wie das Jugendamt, den Kindernotdienst (030 61 00 61), den Jugendnotdienst (030 61 00 62) oder den Mädchennotdienst (030610063) einzuschalten. Die Beratung kann auch anonym erfolgen.

Außerdem sollten Schutzmaßnahmen besprochen werden: Will die Betroffene trotz der Gefahr mit der Familie reisen, sollte sie Bargeld, Kopien des Passes und des Rückflugtickets versteckt bei sich haben, außerdem ein Handy und die Adressen der Deutschen Botschaft. Kopien der Dokumente und die Zieladresse sollte außerdem bei einer Vertrauensperson in Berlin hinterlegt werden.

Angst vor Zwangsverheiratung dokumentieren

Die Organisation Papatya, die bei familiärer Gewalt, Zwangsverheiratung und Verschleppung hilft und berät, empfiehlt neben der genauen Zieladresse auch eine eidesstattliche Erklärung der betroffenen Person zu hinterlegen, dass sie nach Deutschland zurückkehren möchte und Angst vor einer Zwangsverheiratung hat.

Auch wenn eine Betroffene nach den Ferien nicht zurückkehrt, solle eine spezialisierte Beratungsstelle wie Papatya eingeschaltet werden. Verschleppte Mädchen seien manchmal von jeder Möglichkeit abgeschnitten, sich Hilfe zu suchen. Sie seien dringend darauf angewiesen, dass jemand merke, dass sie weg seien und für sie Alarm schlage, heißt es auf der Seite der Organisation. News4teachers / mit Material der dpa

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