HAGENOW. Der Satz „Fickt euch einfach nur alle“ machte ihre Abi-Rede bundesweit bekannt. Nun erklärt die Schülerin, dass sie ihre Wortwahl mittlerweile anders wählen würde. An ihrer Kritik hält sie jedoch fest – und begründet sie im Gespräch mit dem Nordkurier ausführlicher als bisher.

„Ich würde die Rede inhaltlich immer noch so halten, aber ich würde sie anders formulieren“, sagte die Abiturientin der Zeitung. Vor allem der viel zitierte Schlusssatz habe die öffentliche Wahrnehmung geprägt. „In den Medien wird ja jetzt vor allem auf einen kleinen Auszug der Rede abgestellt, dabei war dieser Satz nur ein sehr kurzer, vermutlich zu emotionaler Nebensatz. Viel wichtiger war mir der Teil davor, aber der spielt in der Berichterstattung keine Rolle mehr.“
Nach ihren Angaben habe sie die Schule keineswegs insgesamt angreifen wollen. Ihr Anliegen sei gewesen, auf aus ihrer Sicht problematische Strukturen aufmerksam zu machen.
Die Entscheidung, die Abschlussrede für diese Kritik zu nutzen, sei erst nach Bekanntgabe der Abiturergebnisse gefallen. Sie und ihr Mitschüler hätten sich bereits zuvor bereit erklärt, die Rede zu halten. Als feststand, wer das Abitur bestanden hatte und wer nicht, habe sie sich allerdings mehr Austausch mit den Lehrkräften gewünscht. „Als uns mitgeteilt wurde, wer das Abitur bestanden hat und wer nicht, gab es über die reine Information hinaus keine Gesprächsmöglichkeit mit den Lehrern. Das hat uns enttäuscht“, sagte sie.
Nach ihrer Darstellung hatten viele der 17 Schülerinnen und Schüler, die das Abitur nicht bestanden, aufgrund ihrer Vornoten nicht mit diesem Ergebnis gerechnet. „Wir haben unsere Prüfungen nach bestem Wissen geschrieben, daher hätten wir dann gerne mit unseren Lehrern über die für uns überraschend schlechten Ergebnisse gesprochen“, sagte sie. Nachdem dies aus ihrer Sicht ausgeblieben sei, habe sie die Zeugnisübergabe als letzte Möglichkeit gesehen, öffentlich auf die Situation aufmerksam zu machen. „Nachdem kein Lehrer etwas dazu gesagt hat oder sagen wollte, habe ich gedacht, dass die Zeugnisübergabe die letzte Gelegenheit ist, um darauf hinzuweisen, dass hier offensichtlich etwas nicht ganz passt.“
„Ich will niemandem etwas unterstellen, aber ich finde es gut, wenn hier geprüft wird, ob es da Zusammenhänge gibt“
Besonders kritisch äußert sie sich zur Mathematikprüfung in den beiden Grundkursen. Nach ihrer Darstellung habe dort etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler null Punkte erreicht; lediglich drei Prüflinge hätten die Klausur bestanden. Das werfe aus ihrer Sicht die Frage auf, ob der Unterricht ausreichend auf das Zentralabitur vorbereitet habe.
Auch sei nach ihrer Ansicht auffällig, dass ein Lehrer des Leistungskurses Deutsch nur bei drei Schülerinnen und Schülern an der Prüfung teilgenommen habe. Mit allen Dreien habe dieser Lehrer im Laufe der Schulzeit „Ärger gehabt, bei dem es auch Elterngespräche und E-Mails an die Eltern gab“. Genau diese drei Schülerinnen und Schüler seien anschließend durch die mündliche Deutschprüfung gefallen. „Ich will niemandem etwas unterstellen, aber ich finde es gut, wenn hier geprüft wird, ob es da Zusammenhänge gibt“, sagte sie. Deshalb hätten sie und ihre Eltern inzwischen Einsicht in ihre Prüfungsunterlagen beantragt. „Wir wollen verstehen, welche der Antworten wie bewertet worden sind.“
Die (selbst durchgefallene) Abiturientin hatte bei der Abschlussfeier eine viel beachtete Rede gehalten, nachdem an ihrer Schule 17 von 52 Schülerinnen und Schülern das Abitur nicht bestanden hatten; eine weitere Person war nach ihren Angaben nicht zur Prüfung zugelassen worden. Sie sprach von einer Durchfallquote von einem Drittel – deutlich über dem Landesdurchschnitt – und machte dafür auch Mängel bei der Unterrichtsversorgung verantwortlich. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der Schlusssatz ihrer Rede: „An die, die unserem Jahrgang die Durchfallquote gönnen: Ganz ehrlich, fickt euch einfach nur alle.“ News4teachers
„Sind wir wirklich alle zu blöd?“ Brandrede bei Abi-Feier erschüttert Gymnasium
OK, das mit Deutsch ist echt problematisch. Aber normalerweise sollten da 3 Lehrkräfte zusammen prüfen. Und dann ist der Vorsitzende ein anderer Lehrer, um nicht anfällig für solche Verdächtigungen zu sein. Ich persönlich gebe diese SuS immer an andere Kollegen ab bzw. bekomme von diesen auch Prüflinge. Die Schulleitung macht das mit, weil es so einfach weniger Probleme gibt und gerade eine mündliche Prüfung ist anfällig für bias. Das lasse ich möglichst nicht zu. Wenn es dann noch um das Bestehen geht, dann erst recht nicht.
Mündlich halbwegs objektiv und fair zu bewerten ist in Deutsch schon so extrem schwer.
Der Lehrer sei an drei Prüfungen „beteiligt“ gewesen. Er hat keinen Grundkurs unterrichtet, sondern einen Leistungskurs. Offensichtlich war er also nicht der Prüfer, sondern in einer anderen Rolle Teil der Prüfungskommission. Vielleicht hatte er den Vorsitz in einer absehbar schwierigen Prüfungsgruppe, weil er ein erfahrener Kollege ist? Wer am Ende durchs Abi fällt, hat gute Chancen, im Lauf seiner Schulzeit mit dem einen oder anderen Lehrer eine Vorgeschichte gehabt zu haben.
Drei Prüfungen sind bei uns in NRW in der Regel eine Einheit: Drei Prüflinge absolvieren nacheinander dieselbe Prüfung.
Sie bekommen also dieselbe Prüfungskommission und auch dieselben Aufgaben, nach Möglichkeit auch im zweiten Prüfungsteil dieselben Fragen.
Das dient der Vergleichbarkeit und auch der Prüfungsökonomie.
„Nach ihrer Darstellung habe dort etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler null Punkte erreicht; lediglich drei Prüflinge hätten die Klausur bestanden.“
Die wären z.B. nach der Prüfungsordnung in BW dann auch alle durchgefallen, da dort in keinem der Prüfungsfächer weniger als 4 Pkt (vierfache Wertung) erzielt werden dürfte.
Aber Schulrecht ist bekanntlich Länderrecht.
Die Matheaufgaben würde ich gerne sehen. Zumindest in meinem Bundesland ist es schon schwierig, um 0 Notenpunkte in der Matheklausur zu schaffen. In MV gibt es ab etwa 10% der erreichbaren Punkte schon den ersten Notenpunkt.
Sicher? In NRW gibt es die 5- ab etwa 19%.
Meine Abi-Prüfung fand 1969 statt. Die Klasse traf sich um 8 Uhr in dem Vorbereitungsraum. Dann warteten wir gespannt auf die Mitteilung, wer von uns in welchem Fach wann zur mündlichen Prüfung antreten durfte. Ca. 30 Minuten vor dieser Prüfung erfuhren wir das Prüfungsthema, um uns etwas sammeln und vorbereiten zu können. In der vorangegangenen Woche war die schriftliche Prüfung. Die bestand aus vier Klausuren nacheinander am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag mit je fünf Stunden Dauer. Unser Notendurchschnitt lag damals so um 3,0 und 1,0 hat, so wie ich mich erinnere, eigentlich niemand erreicht.
Ist schon sehr erstaunlich, daß die aktuelle Abi-Generation deutlich intelligenter ist als wir alten „Dumpfbacken“….
Ergänzung:
Es gab noch einen dritten Prüfungsteil, das sogenannte „Rundgespräch“. Da wurden per Los Gruppen von 8 bis 10 Prüflingen gebildet, die ca. eine Unterrichtsstunde (45 Minuten) eine „Debatte“ zu einem von der Prüfungskommission gestellten Thema führen sollten. Die Beurteilung der Beteiligten zur Qualität ihrer Beiträge war dann Teil der Abi-Bewertung. Gibt es so etwas heutzutage?
Ob eine Prüfung dieser Art aktuell den jungen Leuten zugemutet werden könnte? Ich wage es zu bezweifeln.
Übrigens fand mein Abi damals an einem Gymnasium in Westberlin statt und ich hab’s geschafft, mit 3,0 die Hochschulreife zu erlangen. Für etliche Abiturienten heutzutage wäre dies wohl eine mittlere Katastrophe….
„Ist schon sehr erstaunlich, daß die aktuelle Abi-Generation deutlich intelligenter ist als wir alten „Dumpfbacken“….“
Sie können nur INNERHALB Ihrer eigenen Generation (halbwegs) sinnvoll vergleichen – das ist einfach so.
Die besseren Abiturdurchschnitte machen die heutige Generation nicht zwangsläufig „intelligenter“ (Was immer das überhaupt heißt). Aber auch nicht zwingend dümmer, bloß weil sie „leichter“ (Was immer das heißt) an bessere Noten kommen – von denen sie gar nicht sonderlich viel haben, da sich der Notenschnitt ja insgesamt massiv „verbessert“ hat.
Das ist zynisch gemeint!
Natürlich ist die Abi-Note kein Maß für die Intelligenz. Mir geht es darum, deutlich zu machen, daß die Bereitschaft, sich anzustrengen, von vielen jungen Leuten als Zumutung angesehen wird. Schon in jüngeren Jahrgangsstufen wird Anforderung schnell zur Überforderung und damit zur Gefahr bei der Entwicklung der „zarten Kinderseele“. Typisch sind die Herausforderungen des „wahren Lebens“ wie die rapide steigende Durchfallquote bei den Führerscheinprüfungen…..
„Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der Schlusssatz ihrer Rede:
„An die, die unserem Jahrgang die Durchfallquote gönnen: Ganz ehrlich, fickt euch einfach nur alle.“ „
Der von mir im Fettdruck markierte Teil der Äußerung sorgte bei mir für besondere Aufmerksamkeit:
Wer sind den „die“?
Haben „die“ sich selbst entsprechend geäußert? Wie war dann der Wortlaut?
Sind damit Lehrkräfte gemeint? (Bei vielen Lesern diverser Medien oder Zuschauern von Videos wäre das vermutich die reflexhaft erste Vermutung.)
Handelt es sich aber vielleicht (auch ?) um andere Personen? (Z.B. Mitschüler wären dann ebenfalls denkbar – aber im ersten Reflex würde man daran u.U. nicht denken.)
Falls ich da etwas überlesen haben sollte:
Ich bitte um entsprechende Hinweise.
Andernfalls wäre das ein – hoffentlich (!) nicht beabsichtigter – übler Cliffhanger (bei Bedarf bitte selber googeln) … allerdings mit u.U. üblen Folgen, wie so oft bei Suggestion (auch hierbei Bedarf bitte selber googeln).
Sollte sich das als Cliffhanger erweisen, könnte es spannend werden ….
Für mich klingt der Satz nach einer nicht unerheblichen Vorgeschichte zwischen der Stufe und der Schule (oder jeweils Teilen davon).
„In den Medien wird ja jetzt vor allem auf einen kleinen Auszug der Rede abgestellt, dabei war dieser Satz nur ein sehr kurzer, vermutlich zu emotionaler Nebensatz.“
Jup, so funktionieren Medien.
„Wer keine Zeitung liest, ist uninformiert.
Wer Zeitung liest, ist fehlinformiert.“ 😛
Habe mich nicht mehr so über eine Rede Abiturient*innen irgendwo in Deutschland aufgregt, seit einer Rede irgendwo in Deutschenland im letzten Jahr. Was da wohl noch kommen mag? (augenroll)
Gibt sogar Foristen hier, die lieber auf die Aussagen von Influencern und Podcastern vertrauen, als sich selber in Primärquellen über belegbare Daten und Fakten zu informieren.
Da zeigt sich wieder die ganze Tiefe der Uninformiertheit:
Kein Prüfer einer mündlichen Abiturprüfung DARF über die Benotung mit Prüflingen sprechen!
Weil jede Aussage dazu vor Gericht als Angriff auf die Note genutzt werden könnte!
Warum also darf man enttäuschten Prüflingen nicht erklären, warum es so war?
Weil frech geklagt wurde.
Geliefert wie bestellt.
Stimmt.
Aber nach Abschluss des ganzen Verwaltungsaktes, also wenn die Noten verkündet wurden, kann man Akteneinsicht verlangen. Ohne Begründung – einfach mal reingucken zu wollen genügt.
Und dabei sollten auch Erläuterungen der Korrektoren möglich sein.
Und nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist kann man sich die schriftlichen Arbeiten und Prüfungsunterlagen auch komplett aushändigen lassen, bevor sie der Aktenvernichtung zugeführt werden.
Das geht – Erläuterungen wurden uns/mir jedenfalls immer und für alle Zeit mit großem Nachdruck „verboten“, wortwörtlich. Immer an die Stufenleitung/Schulleitung verweisen.
Ob das wirklich so ist (echter, aktueller Rechtsstand im Sommer ’26) habe ich nie persönlich überprüft.
Mit etwas mehr Informationen erhebt sich doch der Eindruck, dass die Vornoten etwas „optimistisch“ waren.
Gerade Matheklausuren oder -Prüfungen sind doch ziemlich objektivierbar.
Zumindest zu meiner Zeit und in meinem Bundesland konnte man die Prüfungen nebst Bewertung auch einsehen.
Unterm Strich scheint es auch ein ziemliches Problem auf der Beziehungsebene zu geben.
Je nach Prüfungsordnung ist mit null Punkten oder einer sechs eben auch Schluss.
Normalerweise (wie es in diesem Fall lief werden wir logischerweise nie erfahren, da ist schon die jetzt eingeschaltete Schulaufsicht davor) gibt es das (in sich auch soweit logische) Bestreben, jeden durchkommen zu lassen. Das ist erstmal die gesetzte Systemlogik, da das ausnahmsweise Zahlen sind, die „oben“ sehr schnell und genau zur Kenntnis genommen werden.
Da gibt es eine ganze Reihe von „Stellschrauben“:
– „schülerorientierte“ Vorbenotung: Wegen des wichtigen Anteils selbiger lässt sich mit relativ kleinen Drehern (z.B. 4- auf 4) hier schonmal weit im Vorfeld „was machen“ –> Defizitanzahl runter, Minimalpunkte-Abdeckung hoch
– Zusammensetzung der „Nachprüfung“/“Existenzprüfungskommission“ –> bewährte Schülerversteher rein (min. 2, um den Fachlehrer zur Not überstimmen zu können), Hospitation durch die SL um gezielt Druck aufzubauen usw.
– Zuweisungen entsprechender Zweitkorrektoren bei der schriftlichen Arbeit, Motto: Rauf mit der Note
– bei der U-Verteilung die Lehrkräfte insbesondere für LKs (wegen der herrausragenden Bedeutung der dort erreichten Notenpunktzahlen) entsprechend agieren und Durchwinker zuteilen, ’ne „pädagogische“ Begründung dafür findet sich immer: „Kennt die SuS gut“, „ist in der Stufe gut vernetzt“, „macht ja auch Stufenleitung“ usw. –> alles Faktoren, die dazu geeignet sind, von einer eigentlich neutral-gerechten zu einer positiv voreingenommenen Notenperspektive zu nudgen.
– flankiert von kleinen Sprachtricks und nudging-Techniken wie „nur mal so zur Info, zwinker-zwinker“ ausführlich in der FPA-Sitzung darstellen, was der gebeutelte junge Mensch noch „bräuchte“ im Ergebnis, damit „der Abschluss nicht verbaut wird“, welch „tolle Pläne (oft im sozialen Bereich, kein Abiturient will je reich oder Firmengründer werden)“ die Person hat usw. usf.
Das sind alles jetzt so, sage ich mal, ganz übliche Maßnahmen im Graubereich.
Es ist Faken, es verschiebt die Skala Richtung „zu gutes Abi für zu wenig Leistung vergeben“, ist aber nicht verboten oder beweisbar.
Nur ist das wie „Augen zudrücken“ beim TÜV:
Kommen jetzt noch WEITERE Faktoren hinzu, kann die ganze Karre halt vor lauter „Augen zudrücken“ und „fünf gerade sein lassen“ und „dem armen Autofahrer das Autofahren nicht verbauen“ eben auch vor die Wand klatschen:
– was ist, wenn schlicht durch reinen Zufall da eine klischeehafte Gen-Z-Stufe zusammengestellt und in deren Eigenschaften (maximal fordern, minimal leisten, groß austeilen, nix einstecken können) eine OS lang bestärkt wird? Crash incoming.
– was ist, wenn eine oder gar mehrere Abis dieses Jahr ungewöhnlich schwer sind, die häufig gewählt wurden? Crash incoming.
– persönliche Animositäten entstehen? Crash incoming.
Wenn die Lehrerversorgung so schlecht war, halte ich auch Folgendes für denkbar:
„Vertretungslehrer“, die eh bald wieder weg sind oder kurz vorm Absprung sind, vergeben auch gerne einmal realistische Noten und lassen sich auch nicht in die von Ihnen beschriebenen Mechanismen zwingen.
Absolut denkbar, ja.
Auch das wäre eine Möglichkeit.
Wieso wird die junge Frau als Abiturientin bezeichnet, wenn sie das Abitur nicht bestanden hat?
Wer durch die Abiturprüfungen fällt, hat mit der Zulassung zu den Prüfungen trotzdem den schulischen Teil der Fachhochschulreife (Fachabitur) erworben.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das ist kein Naturgesetz!
An anderer Stelle hatte ich angemerkt, dass zumindest im G8 NRW die Möglichkeit bestand, ohne bestandenen schulischen Teil der FHR die Zulassung zum Abitur zu erhalten. Wer in dieser Situation durchfiel, konnte sich über die mittlere Reife „freuen“.
Wie es derzeit ist, nach der Rückkehr zum G9, weiß ich nicht. Über eine Klarstellung würde ich mich sehr freuen!
In Bayern, Sachsen und Thüringen zumindest nicht, da ist das Fachabitur Voraussetzung, für das man sich als „Externer“ bewerben kann. Alles andere erscheint mir als ungerecht gegenüber denjenigen, die regulär das Fachabitur schreiben müssen.
„In Bayern, Sachsen und Thüringen zumindest nicht,“
Da habe ich zu Thüringen andere Informationen gelesen:
“ Verfahrensweg zum Erwerb der Fachhochschulreife aus der Thüringer gymnasialen Oberstufe (§ 82 ThürSchulO bzw. § 25 ThürSObG) „
Was will man von den Freistaaten auch anderes erwarten?
Das ist, liebe Redaktion, zumindest für Sachsen definitiv nicht der Fall. Wer durch die Abiturprüfung fällt, hat keine Hochschulreife, auch kein Fachabitur.
In Hessen hat man, wenn durchgefallen, einen Teil des Fachabiturs nach Klasse 12 erlangt. Vollständig wird es nach der Absolvierung eines Freiwilligen sozialen Jahres. Das muss nachgewiesen werden und DANN erst bekommt man das Zeugnis von seinem Gym ausgeghändigt.
Es ist überall anders, daher könnte man auf die Wortklauberei doch verzichten. Jeder von uns kennt es anders und formuliert entsprechend.
Weil die Abiturientin ein Prüfling ist. Abire = abgehen. Sie ist ja Abiturientin, da sie, wenn sie nicht wiederholt, abgehen wird. Abitur ist die Prüfungszeit, das Ergebnis ist die AHR oder eben keine AHR.
Mit Ende des Abiturs, der Ausgabe der Zeugnisse ist der Abiturient ein ehemaliger Schüler.
Was auch immer sie ist: mit derlei Formulierungen in einer öffentlichen Rede zumindest unreif und ohne Niveau und sicher nicht hochschulreif.
Nur war die Rede nicht öffentlich.