KÖLN. Rund 200 Millionen Euro soll das neue Gymnasium im Kölner Stadtteil Nippes kosten. Modern, energieeffizient und für die kommenden Jahrzehnte gebaut – allerdings ohne Klimaanlage. Die Entscheidung sorgt nach den Erfahrungen der jüngsten Hitzewellen für heftige Kritik von Eltern und Lehrkräften. Tatsächlich reicht die Debatte weit über Köln hinaus. Denn längst ist wissenschaftlich gut untersucht, welche Bedingungen Klassenräume erfüllen müssen, damit Schülerinnen und Schüler auch bei steigenden Temperaturen konzentriert lernen können.

Das neue Gymnasium in Köln-Nippes gilt als eines der größten Schulbauprojekte der Stadt. Doch obwohl in den vergangenen Wochen zahlreiche Kölner Schulen unter der Hitze litten, soll der Neubau ohne Klimatisierung auskommen. Wie der Kölner Express berichtet, sind weder für das Schulgebäude noch für die Dreifachturnhalle Klimaanlagen vorgesehen. Stattdessen setzt die Stadt auf eine mechanische Be- und Entlüftung, eine gut gedämmte Gebäudehülle sowie außenliegenden Sonnenschutz.
Nach Angaben der Stadt werden Klimaanlagen in Schulen grundsätzlich nicht eingebaut. Grundlage seien die städtischen Energieleitlinien. Sie verweisen auf zusätzliche CO₂-Emissionen, höhere Investitions- und Betriebskosten, eine stärkere Belastung der Stromnetze sowie die zusätzliche Wärmeabgabe an die Umgebung. Die Lüftungsanlage werde zwar die erforderlichen Luftwechsel gewährleisten, die Zuluft jedoch nicht kühlen. Gleichzeitig räumt die Verwaltung ein, dass bei Außentemperaturen von mehr als 30 Grad Celsius ohne nächtliche Abkühlung letztlich nur eine Klimaanlage Raumtemperaturen unter 26 Grad gewährleisten könne.
Der Verzicht auf eine Kühlung sorgt – nach den Erfahrungen der jüngsten Hitzewelle – für heftigen Protest. Elternvertretungen und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) berichten von Klassenräumen mit Temperaturen von deutlich über 30 Grad, in oberen Stockwerken teilweise sogar bis zu 40 Grad. „Das sind unzumutbare Arbeitsbedingungen, sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für das Lehrpersonal“, sagt Ulrich Redeker vom Arbeitskreis Gesundheit der Kölner GEW, der selbst an einer Hauptschule unterrichtet. „Es darf nicht sein, dass dauernd Unterricht ausfallen muss, weil es in den Klassenzimmern zu heiß ist. Und dass die Stadt Köln selbst bei Schulneubauten keine Klimaanlagen einbaut, ist schlicht unbegreiflich.“
An diesem Punkt beginnt die grundsätzliche Debatte. Handelt es sich beim sommerlichen Hitzeschutz lediglich um eine kostspielige Komfortausstattung – oder gehört er angesichts steigender Temperaturen künftig zu den Voraussetzungen für gesunde und leistungsfähige Lernbedingungen? Antworten darauf liefert der Stand der Forschung.
Dass Raumklima weit mehr ist als eine Komfortfrage, ist wissenschaftlich seit Jahren belegt. „Luft, Licht, Akustik und das Raumklima bestimmen, ob wir uns in einem Raum wohlfühlen“, heißt es in einer aktuellen Orientierungshilfe der Heinz Trox-Stiftung. Ziel müsse es sein, Bedingungen zu vermeiden, „die nach aktuellem Forschungsstand die Behaglichkeit, Zufriedenheit oder Leistungsfähigkeit einschränken können“.
Die jüngsten Hitzewellen haben gezeigt: Viele Schulen und Kitas sind auf extreme Temperaturen noch immer nicht ausreichend vorbereitet. Wie groß die Belastung tatsächlich ist, lässt sich bislang jedoch kaum nachvollziehen.
News4teachers und die Heinz Trox-Stiftung bauen deshalb ihre Dokumentation aus. Bei künftigen Hitzewellen werden wir erneut Fotos und Informationen aus Schulen und Kindertageseinrichtungen sammeln. Alle Einsendungen werden wir in einer digitalen Hitzekarte zusammenführen, die kontinuierlich ergänzt wird. Sie soll sichtbar machen, unter welchen Bedingungen Kinder, Jugendliche und Beschäftigte lernen und arbeiten – und zugleich dokumentieren, wo Handlungsbedarf besteht.
Ein erster Aufruf im Juni stieß bereits auf große Resonanz (siehe Bilder-Karussell oben): Mehr als 200 Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte beteiligten sich und schickten Fotos aus ihren Klassen- und Gruppenräumen.
Sobald die nächste Hitzewelle ansteht, freuen wir uns wieder über Ihre Unterstützung. Dann können Sie uns ein Foto eines Thermometers aus Ihrem Klassen- oder Gruppenraum schicken (bitte ohne erkennbare Personen).
Bitte geben Sie außerdem an:
– Schulform beziehungsweise Kita
– Bundesland
Stadt- oder Einrichtungsname benötigen wir nicht.
E-Mail: redaktion@news4teachers.de
Betreff: Hitze
Alle Einsendungen werden anonym behandelt und ausschließlich für die Dokumentation von News4teachers und der Heinz Trox-Stiftung verwendet.
Die Heinz Trox-Stiftung setzt sich für gesunde, lernförderliche Schulräume ein. Weitere Informationen: www.zukunftsraum-schule.de
Dazu gehört auch eine gute Luftqualität. Die Stiftung verweist auf zahlreiche Untersuchungen, wonach ausreichender Luftaustausch Konzentration und Leistungsfähigkeit verbessert und zugleich die Ausbreitung von Krankheitserregern verringert. Moderne Schulgebäude müssen deshalb einen kontinuierlichen Luftwechsel gewährleisten –dafür sind beim Kölner Neubau ja auch mechanische Lüftungsanlagen vorgesehen.
Die eigentliche Herausforderung liegt allerdings an anderer Stelle: beim Umgang mit Hitze. Nach Darstellung der Stiftung entscheidet nicht allein die Raumtemperatur darüber, ob Schülerinnen und Schüler konzentriert lernen können. Ebenso wichtig seien Sonneneinstrahlung, Oberflächentemperaturen, Luftbewegung und Luftfeuchtigkeit. Gerade angesichts häufiger werdender Hitzewellen komme dem sommerlichen Wärmeschutz deshalb eine zentrale Bedeutung zu. Für Klassenräume empfehlen die Autoren Temperaturen zwischen etwa 20 und 26 Grad Celsius. Zugleich betonen sie ausdrücklich: „Daher ist für einen sommerlichen Wärmeschutz nach den anerkannten Regeln der Technik … zu sorgen. Beispielsweise sollte die direkte Sonneneinstrahlung auf Arbeitsplätze vermieden werden.“
Für Neubauten empfehlen die Autoren, die Qualität der Innenräume bereits ganz am Anfang der Planung festzulegen. In dieser sogenannten „Phase 0“ sollten konkrete Zielwerte für Luftqualität, Raumklima und thermischen Komfort definiert werden. Anders als bei Sanierungen böten Neubauten die Chance, geeignete Lüftungskonzepte von Beginn an in die Gebäudeplanung zu integrieren. Dabei sollten zentrale, dezentrale, hybride und natürliche Lüftungssysteme jeweils nach den örtlichen Gegebenheiten verglichen werden.
Nach Einschätzung der Autoren haben zentrale Lüftungsanlagen im Neubau häufig wirtschaftliche Vorteile, weil die erforderlichen Luftkanäle von Anfang an eingeplant werden können. Moderne raumlufttechnische Anlagen ermöglichen darüber hinaus nicht nur einen bedarfsgerechten Luftaustausch, sondern können – je nach Ausstattung – den Luftvolumenstrom und die Raumtemperatur regeln, Wärme zurückgewinnen sowie die Zuluft heizen, temperieren oder eben aktiv kühlen. Insgesamt böten Neubauten „deutlich mehr und kostengünstiger umzusetzende Möglichkeiten, gesundheitsförderliche Bedingungen für Lernende und Lehrende zu schaffen“, heißt es in der Orientierungshilfe.
Genau darüber wird inzwischen auch in Köln gestritten. Nach der jüngsten Hitzewelle berichtet die Kölner Stadtschulpflegschaft von Klassenräumen mit Temperaturen von bis zu 36 Grad, Unterrichtscontainern, die sich regelrecht aufheizten, und Schulhöfen ohne ausreichenden Schatten. Für viele Kinder und Lehrkräfte sei Hitze längst nicht mehr nur eine Belastung, sondern eine Gesundheitsfrage, sagt die Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft, Katharina Schmiedel. Die bestehenden Hitzeschutzpläne reichten aus ihrer Sicht nicht mehr aus. Neben außenliegenden Verschattungen, entsiegelten und begrünten Schulhöfen fordert sie deshalb auch Lüftungsanlagen mit Kühlfunktion – und Klimaanlagen. „Ohne Klimaanlagen wird es nicht gehen“, sagt Schmiedel.
Die Stadt hält dagegen. Sie verweist auf ökologische und wirtschaftliche Gründe. Klimaanlagen verursachten bereits bei ihrer Herstellung zusätzliche CO₂-Emissionen, erhöhten den Stromverbrauch und gäben Abwärme an die Umgebung ab. Hinzu kämen hohe Investitions-, Wartungs- und Betriebskosten. Gerade die Nachrüstung älterer Schulgebäude sei technisch oft schwierig und deutlich teurer als der Einbau in Neubauten. Außerdem gebe es in Köln bislang vergleichsweise wenige Tage, an denen auch nachts keine ausreichende Abkühlung mehr eintrete. Vor diesem Hintergrund stehe der Aufwand aus Sicht der Stadt derzeit nicht in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen.
„Aktuelle Hitzewellen führen zu Raumtemperaturen, die schulisches Lernen kaum möglich machen“
Diese Argumentation stellen die Elternvertreter infrage. Schmiedel verweist gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger darauf, dass sich moderne Klimaanlagen gerade dort besonders effizient betreiben ließen, wo Photovoltaikanlagen auf den Schuldächern installiert seien. Der Zusammenhang sei naheliegend: Ausgerechnet an heißen Sommertagen, wenn der Kühlbedarf am größten ist, liefern Solaranlagen ihre höchsten Erträge. Ein erheblicher Teil des benötigten Stroms könne deshalb unmittelbar auf dem Schulgelände erzeugt werden.
Dass dieser Gedanke technisch keineswegs abwegig ist, zeigen auch Energieversorger. Die Berliner Stadtwerke etwa weisen darauf hin, dass sich Photovoltaik und Klimatisierung sinnvoll ergänzen. Scheint im Sommer die Sonne, produziert die PV-Anlage viel Strom, der unmittelbar zum Kühlen der Innenräume genutzt werden kann. Mit Batteriespeichern lasse sich der Eigenverbrauch zusätzlich erhöhen und der Betrieb auch in den Abendstunden fortsetzen. Auch die Umweltbilanz habe sich verändert: Das Umweltbundesamt verweist inzwischen auf natürliche Kältemittel wie Propan, die gegenüber vielen älteren Kältemitteln deutlich klimafreundlicher sind.
Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) zeigt sich angesichts des Diskussionsverlaufs nachdenklich. Er könne „den Wunsch zum Einbau von Klimaanlagen und weiteren Maßnahmen zum Hitzeschutz an Schulen völlig nachvollziehen. Aktuelle Hitzewellen führen zu Raumtemperaturen, die schulisches Lernen kaum möglich machen“, sagte er dem Express. Zugleich machte Burmester deutlich, dass die bisherigen Vorgaben auf den Prüfstand gehören. „Unsere eigenen Leitlinien müssen der Stadtverwaltung ermöglichen, schnell und zielgerichtet auf akute Situationen zu reagieren. Schließungen von Schulen und Kitas müssen verhindert werden.“ News4teachers
Erst Thermometer in jedes Klassenzimmer, dann Hitzeschutz: Lehrerverbände machen Druck
Zunächst einmal würde ich hinterfragen, warum ein Schulgebäude überhaupt 200 Millionen kostet.
Bauen ist in den letzten Jahren sehr teuer geworden, u.a. durch extrem gestiegene Rohstoffpreise. Der Schulneubau in der Nachbarschaft war vor Corona mit 30 Millionen veranschlagt; der gleiche Bau, nur jetzt 7 Jahre später realisiert, kostet die Stadt 90 Millionen Euro.
Einige der Kosten haben wir uns selbst aufgebürdet. Aus der Energiegewinnung durch Kohle wurde auch Flugasche für Beton gewonnen. Neben gesteigerten energiekosten muss mehr der Asche importiert werden, was natürlich viel kostet. Zement selbst wir auch immer teurer und ist letzlich auch ein endlicher Rohstoff.
Die gesteigerten Arbeitskosten aufgrund dem Fachkräftemangel und zu guter letzt die Planungsschwierigkeiten durch den öffentlichen Dienst.
Wegen PPP. Danach (nach ca. 20 Jahren) kann die Stadt Köln das Gebäude kaufen.
Die Sanierung von Schloss Bellevue ist sogar mit einer Milliarde Euro veranschlagt. Mit dem Geld könnte man mehrere hundert Schulen klimagerecht ausstatten. Ob unser Bundespräsident in seinem Amtssitz auch die Hitze aushalten muss?
Wieso, die Amtzeit von Stonie endet doch Anfang nächsten Jahres. Und die Bauzeit geht weit darüber hinaus.
Es handelt sich hierbei um Mietkosten über die gesamte Nutzungsdauer. Gebaut wird die Schule von einem Investor, der sie dann an die Stadt vermietet.
PPP public private partnership. Verschiebt lediglich die Kosten, ist unter Umständen günstiger als die Finanzierung über Kassenkredite.
Noch besser sind die neugebauten Schulen mit riesigen Fensterfronten nach Osten/Süden…..ohne Jalousien…..und sonstige Verschattungsmöglichkeiten. Im übernächsten Ort steht so eine, sehr hübsch anzuschauen, aber eher Aquariumstyle……denkste dir nicht aus
Ja, ich vermute ja, weil sich da oft einfach Planer dran zu schaffen machen, die einfach keine Ahnung von einer Schule und einem Schulbau haben.
Dummerweise muss man bei öffentlichen Ausschreibungen ja immer einen der günstigsten nehmen, während in der Privatwirtschaft, innerhalb von Wochen ganze Tempel hochgezogen werden, bekommen Schüler dann in 5-15 Jahren den Müll, den sie immer schon hatten.
Jahaaa, das ist das achitektonische Kontra-Pendent zur Transparenz in der Bildungspolitik … an den Schulen kann man von außen bis in die letzte Ecke schauen … bei der Bildungspolitik erkennt nan selbst aus nächster Nähe nicht mal einzelne Details der Fassade.
Aber der Architekt hat bestimmt einen Preis gewonnen.
Nicht unbedingt. Es wird zwar im Ideenwettbewerb ein Preis für den besten Architektenentwurf ausgelobt. D.h. abet nicht, dass der erstplazierte Entwurf auch zur Ausführung kommt.
Und selbst der zur Bauausführung bestimmte Entwurf wird im Laufe der Bauzeit noch mehrmals verändert. Heist nix anderes als abgespeckt entsprechend der Kassenlage des Bauherrn.
Jeder Aldi hat PV und eine Klimaanlage, das muss auch in Schulen, Kliniken und Altenheimen gehen.
Ja selbst Kodi hat bei uns eine
Ein Aldineubau kostet auch keine 200 Millionen.
Vielleicht verhält sich die Klimatisierung Antiproportional zu den Baukosten.
Liegt u.a. daran, dass der für eine Lebenszeit von 15 Jahren konzipiert wird. Nach dieser Zeit ist eine „Ertüchtigung“ eingeplant. Viele der Discounter bauen nicht selbst, sondern mieten/pachten ihre Filialen. Am Ende der Pachtzeit fällt das Gebäude des Discounters an den Eigentümer, wenn es nicht zu einer Pachtverlängerung oder Nachnutzung kommt.
In einem Aldi sitzen auch keine 1.000 Kinder und Jugendliche plus Lehrkräfte. In Düsseldorf und Köln liegen übrigens schon allein die Kosten für das Grundstück je nach Lage im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich. In Düsseldorf hat die Stadt in der Innenstadt zum Beispiel ein Grundstück für die neue Oper ( die jetzt doch nicht gebaut wird) für über 100 Millionen Euro gekauft.
Und jetzt hätte ich gerne mal eine Quelle von Ihnen, was ein neu gebautes Aldi- Gebäude so kostet. Sie scheinen ja Experte zu sein.
Mich hat es interessiert: Ein reiner Neubau einer klassischen Aldi- oder Lidl-Discounterfiliale (ohne Grundstückskosten) aber mit Klimaanlage und Heizung kostet in der Regel zwischen 4,3 und 6,9 Millionen Euro.
Und das ist in erster Linie Nutzfläche in einem eingeschossigen Gewerbebau.
An Schulen gibt es unendlich viele Bewegungsflächen aka Flure und Treppenhäuser und weitaus mehr Bauauflagen.
Dennoch muss man das 50 fache an Kosten erst einmal hinkriegen
Wieso ohne Grundstückosten? Die gehören zu den Baukosten dazu und sind in Großstädten erheblich..
Wie lautet übrigens die Quelle für Ihre Behauptung.
Am Ende besteht der Verkaufsraum einer Aldifiliale nur aus einer großen Halle und nicht aus 40 (oder mehr) verschiedenen Räumen über zwei (oder mehr) Etagen plus Unterkellerung. Eine Aldi-Filiale hat auch nur den Bruchteil der Fläche einer Schule und auch keine gestalteten Außenflächen. Eine weiterführende Schule braucht auch spezielle Fachräume mit besonderen Anforderungen. Eine Sporthalle gehört in der Regel auch dazu.
Eine Aldifiliale braucht auch nur Toiletten für das Personal. Eine Schule mit 1000 Schülern hat da andere Anfoderungen.
Vergleichen Sie doch lieber eine Schule für 1000 Schüler mit 250 Einfamilienhäusern für 4-köpfige Familen. Da sind Sie dann in der Größenordnung für den Neubau einer Schule.
Nicht bei Erbbaugrundstücken.
Aber jahreszeitenbedingt 1000 Nikoläuse, Weihnachtsmänner oder Osterhasen. Die Ware hat einen geringeren Schmelzpunkt als Schüler – also klar wo die Priorität für Klimaanlagen liegt
Der Kunde ist König. Das gilt leider weder für Schüler und Lehrkräfte, noch für Patienten oder Senioren und das entsprechende Personal.
Ja Gruß aus OWL,
na bloß nicht, oder direkt 3 Tage ins Homeoffice.
Ohne Klimaanlagen geht doch heute gar nichts mehr, sonst ist die Bluse sofort durchgeschwitzt. In den USA ist das allerhöchster Standard für Winter und Sommer!
Und digital müssen wir auch werden, dann ist der Digitaltag auch gesetzt schön im Homeschooling 🙂 Eure Peti 🙂
Und, wie geht es dem Hasen?
„sonst ist die Bluse sofort durchgeschwitzt“
Auch eine Form des Wet-T-Shirt-Contests. 😉
Sagen wir doch, wie es ist: Der Politik ist es komplett egal, wie heiß es in den Klassenzimmern wird. Wenn Etats gekürzt werden, dann sowieso zuerst im Bildungsbereich. Herr Burmester ist vielleicht nachdenklich, aber sein Satz dazu ist eine reine Worthülse. Absolut nichts wird sich in den Schulen in naher Zukunft in Sachen Klimatechnik ändern. Die Kommunen wollen die Kosten dafür nicht übernehmen – nicht für die Anschaffung und erst recht nicht für die Wartung. Man bringt für den Winter oft nicht einmal die teils uralten Heizungen auf Vordermann.
Weil Eltern und Wähler es erwarteten und Druck herrschte, hat man für einige Schulen (nicht für alle) während der Pandemie Luftfilter angeschafft. Da ging es plötzlich, Gelder wurden zur Verfügung gestellt. Die Geräte wurden dann so lange betrieben, bis die erste Wartung fällig war. Jetzt verstauben sie ausgeschaltet in den Klassenzimmern und keiner weiß, wohin mit den Dingern. Wartung und Weiterbetrieb? Zu teuer. Abholen und verschrotten? Zu teuer. Stehenlassen bis zum Sankt Nimmerleinstag? Bingo, machen wir!
Was die Luftfilter mit Klimageräten zu tun haben? Erst einmal gar nichts. Aber der Umgang damit zeigt, wie mit Schulen Tag für Tag verfahren wird. In meinem Büro habe ich übrigens auch keine Klimaanlage, aber für uns wurden wenigstens Ventilatoren angeschafft. Selbst davon können Lehrerinnen, Lehrer und die Kinder nur träumen.
Tja… 3. Welt Land Deutschland.
Wir arbeiten derzeit als ADLK/OLK in der zivilisierten Welt (Ägypten), wo das Schulgebäude selbstverständlich klimatisiert ist, Klos sauber sind, WLAN verfügbar ist, Projektionsflächen in jedem Klassenzimmer hängen, etc.
Und ja, es gibt Schulgeld – ca 2000€ im Jahr. Mit dem Betrag ist das offenbar möglich (die Fördergelder aus Deutschland sind ein Witz, also erfolgt die Finanzierung fast nur über das Schulgeld). Stellt sich also die Frage, ob eine gute Bildung dem deutschen Staat 2000€ pro Kind und Jahr wert sind…
Wir haben im letzten Jahr einen Steuereinkommens – Höchststand von 1 Billion gehabt..Also darf man auch träumen?
Träum weiter!
Ich finde die Idee gar nicht dumm, Schulgeld zu verlangen. Nur das, was kostet ist wertvoll. Vielleicht hätten Eltern und Schüler mehr Interesse daran, die Schule zu besuchen, und die Fehlzeiten würden sich wieder normalisieren.
Und: wenn es Stipendien gäbe für Leute mit geringerem Einkommen wäre vielleicht auch wieder Leistung interessant.
So hoch sind die Lehrergehälter nun auch wiederum nicht. Und für die Gebäude sind halt die Kommunen zuständig.