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„Unfall-Hotspot Schulweg“: Deutlich mehr Kinder sterben im Straßenverkehr

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BERLIN. Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Kinder ist deutlich gestiegen: 74 unter 15-Jährige kamen 2025 bei Unfällen ums Leben – ein Jahr zuvor waren es 53. Auch insgesamt verunglückten mehr Kinder, besonders häufig waren Schulkinder dabei mit dem Fahrrad unterwegs. Ausgerechnet der Schulweg gilt Unfallforscherin Kirstin Zeidler als „Unfall-Hotspot“. Eltern sollten daraus jedoch nicht den vermeintlich naheliegenden Schluss ziehen und ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen. 

Gefährlicher Schulweg (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Durchschnittlich alle 18 Minuten ist im letzten Jahr ein Kind im Straßenverkehr verletzt oder getötet worden. Sowohl die Zahl der Unfallopfer als auch die der Todesfälle ist 2025 angestiegen, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Was weiß die Unfallforschung über die Ursachen – und was muss zum Schutz der Kinder geschehen?

Laut Amt verunglückten im Jahr 2025 rund 29.270 Kinder unter 15 Jahren bei Verkehrsunfällen. Damit kamen sieben Prozent mehr Kinder zu Schaden als im Jahr 2024 mit 27.260 Verunglückten. Die Zahl der getöteten Kinder stieg 2025 gegenüber 2024 von 53 auf 74. Nach einem deutlichen Rückgang während der Corona-Pandemie waren diese Zahlen in den letzten Jahren wieder gestiegen.

Was wissen wir über die Verkehrsmittel, über das Alter der Kinder, über Orte und Zeiten?

Die meisten Kinder, die 2025 im Straßenverkehr verunglückten, saßen der Statistik zufolge auf einem Fahrrad (34 Prozent). Zum Zeitpunkt des Unfalls waren 31 Prozent mit dem Auto, 20 Prozent zu Fuß und acht Prozent mit einem E-Scooter unterwegs.

Blickt man nur auf die Todesopfer, stieg die Zahl der Kinder, die in Pkw mitgefahren waren, am stärksten an: von 21 auf 31. Größere Anstiege gab es auch bei getöteten Kindern, die mit Fahrrädern (von 8 auf 13) und mit E-Scootern (von 0 auf 4) unterwegs waren.

Unter Sechsjährige verunglückten besonders häufig mit Erwachsenen im Auto – 2025 waren das 55 Prozent aller Unfallopfer unter 15 Jahren. Schulkinder verunglückten am häufigsten auf ihrem Fahrrad. 2025 waren das 39 Prozent der Unfälle.

Die Zahl der Todesopfer ist in allen Altersgruppen gleichermaßen gestiegen. Bei den unter Sechsjährigen nahm die Zahl der Todesfälle von 18 auf 30 zu. Bei den Sechs- bis Neunjährigen stieg die Zahl der Getöteten von 15 auf 17, bei den Zehn- bis 14-Jährigen von 20 auf 27.

Wo die Unfälle passierten – ob in der Stadt oder auf der Autobahn – geht aus der Statistik nicht hervor. Es gibt allerdings Hinweise, dass viele Unfälle auf dem Schulweg passieren: Die Sechs- bis 14-Jährigen verunglücken im Straßenverkehr montags bis freitags besonders häufig in der Zeit von 7.00 bis 8.00 Uhr.

Kirstin Zeidler, Leiterin Unfallforschung der Versicherer, sieht den Schulweg eindeutig als «Unfall-Hotspot». Sie warnt Eltern aber davor, daraus die falschen Schlüsse zu ziehen: «Wer das Kind mit dem Elterntaxi zur Schule bringt, tut ihm keinen Gefallen.»

Unfallforscherin: Kinder müssen Verkehr üben – Mobilitätstraining in der Schule

«Die Anforderungen an Kinder im Straßenverkehr sind sehr, sehr hoch», sagt Zeidler: Der Verkehr ist dicht, die Sicht oft versperrt, Radwege fehlen. Dazu kommt, dass Kinder leichter ablenkbar und Jugendliche risikobereiter sind. Die Kompetenz, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen, müssten Kinder erst erlernen. «Eltern sollten ihren Kindern die Möglichkeit geben, Wege und Situationen zu trainieren.»

Zeidler sieht hier auch die Schulen in der Pflicht. «Nach dem Fahrradführerschein in der Grundschule passiert nichts mehr. Dabei lernt man aber nur das absolute Minimum.» Sie wünscht sich eine vertiefte «Mobilitätsbildung» zu Beginn der weiterführenden Schule – und ein E-Scooter-Training mit 14 Jahren. Denn hier liegt eine wachsende Gefahr, wie die Zahlen belegen.

Bei Elektrorollern, ob zum Mieten oder im eigenen Besitz, gibt es den größten Anstieg bei den Unfallzahlen. Vier Kinder unter 15 Jahren starben im vergangenen Jahr bei einem Unfall mit einem E-Scooter, wobei man diese eigentlich erst ab 14 Jahren fahren und ab 18 Jahren ausleihen darf.

Die Scooter würden als «Spaßgerät» wahrgenommen. «Jugendliche unterschätzen, wie anspruchsvoll die Handhabung und wie wichtig der Helm ist und viele kennen auch nicht, welche Regeln dafür gelten.»

In die Statistik fließen übrigens nur Unfälle ein, die der Polizei gemeldet werden. Wer mit dem aufgeschürften Knie zum Arzt geht oder mit dem gebrochenen Arm ins Krankenhaus, taucht hier nicht auf. Die Zahl der Unfälle dürfte daher noch größer sein. News4teachers / mit Material der dpa

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