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Fünf gute (wissenschaftliche) Gründe, warum jede Schule einen Schulgarten haben sollte

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BERLIN. Schulgärten können weit mehr sein als hübsche grüne Inseln auf dem Schulgelände. Forschungsergebnisse zeigen, dass Kinder dort nicht nur etwas über Pflanzen, Ernährung und ökologische Zusammenhänge lernen. Sie erleben sich als kompetent, arbeiten miteinander, können andere Fähigkeiten zeigen, entwickeln Interesse an der Natur – und lernen viel über Ernährung. Fünf gute Gründe also, warum der Schulgarten eigentlich zur Schule gehören sollte wie Klassenzimmer, Turnhalle und Pausenhof.

Lernort Schulgarten. (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

1. Weil Kinder erleben, dass ihr eigenes Handeln etwas bewirkt

Ein Samenkorn in die Erde stecken, regelmäßig gießen und Wochen später eine Pflanze ernten: Im Schulgarten wird ein Zusammenhang unmittelbar erfahrbar, der im Unterricht häufig abstrakt bleibt. Das eigene Handeln hat sichtbare Folgen. Kinder übernehmen Verantwortung – und erleben zugleich, dass Erfolg nicht auf Knopfdruck entsteht.

Wie sich diese Form des Lernens auswirken kann, zeigt eine 2026 veröffentlichte Studie mit 827 neun- bis zwölfjährigen Kindern. Die Forschenden verglichen normale Schultage mit Tagen, an denen die Schülerinnen und Schüler im Schulgarten arbeiteten. An Gartentagen von vier bis fünf Stunden berichteten die Kinder signifikant häufiger von Autonomie, Kompetenzerleben, sozialer Eingebundenheit und intrinsischer Motivation. Die Unterschiede waren zwar eher klein, aber durchgängig an längeren Gartentagen nachweisbar. An kürzeren Gartentagen zeigten sich noch Vorteile beim Kompetenzerleben und bei der intrinsischen Motivation.

Einen Effekt auf die allgemeine Schulmotivation konnten die Forschenden dagegen nicht feststellen. Der Schulgarten macht also nicht automatisch aus jedem Kind einen begeisterten Schüler. Er schafft aber eine Lernumgebung, in der Kinder stärker erleben können: Ich kann etwas, ich kann entscheiden – und mein Handeln hat Folgen.

Studie: Anna Stage et al. (2026): Association between school garden participation and pupils‘ school motivation.

2. Weil Schule dort plötzlich andere Talente belohnt

Wer gut liest, schreibt und rechnet, bekommt im Unterricht regelmäßig Gelegenheit zu zeigen, was er kann. Im Garten verschieben sich die Anforderungen. Dort zählen auch Geduld und Beobachtungsgabe, Geschicklichkeit, Organisation, praktisches Problemlösen, Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein.

Ein systematischer Forschungsreview zu den gesundheitlichen und psychosozialen Wirkungen von Schulgärten liefert dafür vor allem qualitative Hinweise. In zahlreichen ausgewerteten Untersuchungen berichteten Kinder von wachsendem Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Die Verantwortung für einen Garten gab ihnen Gelegenheit, Eigenständigkeit und Kompetenz zu zeigen. Besonders interessant erschien den Forschenden dies für Kinder, die im üblichen akademischen Lernumfeld weniger leicht Erfolg erleben.

Eine Lehrkraft beschrieb in einer der ausgewerteten Untersuchungen ein Kind mit Lernschwierigkeiten, das im Garten plötzlich andere überstrahlen konnte: „Sie wusste genau, was sie tat, sie hatte die Kontrolle.“ Das Mädchen habe andere Kinder organisiert und sich sichtbar in seinem Element befunden.

Der Schulgarten lässt schulische Schwierigkeiten nicht verschwinden. Aber er erweitert die Möglichkeiten, in Schule kompetent zu sein – und damit auch die Möglichkeiten für Kinder, Erfolg und Anerkennung zu erfahren.

Studie: Heather Ohly et al. (2016): A systematic review of the health and well-being impacts of school gardening: synthesis of quantitative and qualitative evidence.

Schulgarten in Unterricht und Ganztag einbinden

Mit der GemüseAckerdemie wird der Schulgarten zum Lernort.

Foto: Acker e. V., Kristian Barthen

Kinder säen, pflegen und ernten Gemüse im Schulgarten. Sie entdecken, was Pflanzen zum Wachsen brauchen, erleben Naturkreisläufe und übernehmen Verantwortung. So wird Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) praktisch erlebbar.

Die GemüseAckerdemie ist ein erprobtes und mehrfach ausgezeichnetes Bildungsprogramm. Mehr als 500.000 Kinder haben seit 2013 mitgeackert. Acker begleitet Schulen Schritt für Schritt dabei, den Garten in Unterricht und Ganztag einzubinden. Lehrkräfte erhalten Materialien für die Klassenstufen 1 bis 6, persönliche Begleitung und praxisnahe Fortbildungen. Gärtnerische Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Schulen und Schulträger können sich jetzt unverbindlich für eine mögliche Förderung vormerken lassen. Sobald neue Förderplätze verfügbar sind, informiert Acker über Voraussetzungen und nächste Schritte.

Jetzt unverbindlich vormerken unter: Hier wächst Wissen

3. Weil Zusammenarbeit dort keine pädagogische Übung ist, sondern notwendig wird

Gruppenarbeit lässt sich im Klassenzimmer anordnen. Im Garten ergibt sie sich aus der Sache selbst. Beete müssen vorbereitet, Aufgaben verteilt, Werkzeuge geteilt und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden.

Forscherinnen der Universität Rostock verglichen das Verhalten von 53 Schülerinnen und Schülern zweier sechster Klassen im Klassenzimmer und im Schulgarten. Mehr als 150 Beobachtungen wurden ausgewertet. Das Ergebnis: Im Garten zeigten die Kinder deutlich mehr sozial kompetentes Verhalten. Besonders bei der Kooperation fanden sich starke Unterschiede gegenüber dem Klassenzimmer.

Auch die Kinder selbst nahmen das wahr. In Emotionstagebüchern erklärten sie ihren Stolz etwa damit, „dass wir es geschafft haben“ oder verwiesen auf „unsere Ernte“. Ein Kind staunte darüber, „dass wir so gut im Team arbeiten“. Und natürlich gelang nicht alles: Frust entstand beispielsweise, „weil die Möhren leider nicht richtig gewachsen sind“.

Gerade darin liegt die pädagogische Qualität: Wer gemeinsam etwas wachsen lassen will, muss sich verständigen. Zusammenarbeit wird nicht geübt, weil sie auf dem Lehrplan steht. Sie wird gebraucht.

Studie: Susan Pollin/Carolin Retzlaff-Fürst (2021): The School Garden: A Social and Emotional Place.

4. Weil Natur dort vom Unterrichtsgegenstand zum Gegenüber wird

Man kann im Unterricht lernen, was eine Pflanze zum Wachsen benötigt, Nahrungsketten beschreiben und Nachhaltigkeit definieren. Ein Garten fügt diesem Wissen eine andere Dimension hinzu: Die Natur antwortet. Pflanzen wachsen oder gehen ein, Insekten tauchen auf, Trockenheit macht Gießen notwendig.

Wie daraus eigenes Forschungsinteresse entstehen kann, zeigt eine Untersuchung mit 24 Viertklässlern. Vier Monate lang nahmen sie regelmäßig an Aktivitäten in einem Schulgarten teil. Bei 17 Kindern stellten die Forschenden anschließend ein neu entstandenes oder verstärktes Naturinteresse fest. Eine wichtige Rolle spielten dabei Möglichkeiten zum selbstständigen Erkunden.

Besonders anschaulich zeigt das ein Junge, der gemeinsam mit einem Freund Wespen beobachtete. Die beiden bemerkten unterschiedliche Augenformen. Daraus entwickelte der Schüler selbst die Hypothese, es könne sich um einen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Tieren handeln. Später erzählte er den Forschenden, seit seinen Beobachtungen von Pflanzen und Insekten im Schulgarten interessiere er sich stärker für Natur und erkunde nun auch zu Hause Tiere und Pflanzen.

Nicht die Lehrkraft hatte ihm diese Frage gestellt. Die Begegnung mit der Natur hatte die Frage erzeugt.

Studie: Chuwei Kong/Jin Chen (2024): School garden and instructional interventions foster children’s interest in nature.

5. Weil Essen eine Geschichte bekommt, bevor es auf dem Teller liegt

Eine Möhre im Supermarkt hat scheinbar keine Vergangenheit. Im Schulgarten beginnt ihre Geschichte Monate früher: mit Saatgut und Erde, Wasser, Licht und Pflege. Zwischen Aussaat und Essen liegt Arbeit.

Was das für den Umgang mit Lebensmitteln bedeuten kann, untersuchten Forschende in den Niederlanden. 150 Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren absolvierten über sieben Monate 17 Schulgartenstunden; ihre Ergebnisse wurden mit denen einer Kontrollgruppe von 65 Kindern verglichen. Nach dem Programm konnten die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler zehn untersuchte Gemüsesorten besser erkennen. Zugleich stieg ihre selbst angegebene Vorliebe für Gemüse gegenüber der Kontrollgruppe signifikant.

Bei einem Teil der Kinder zeigte sich die höhere Gemüsepräferenz sogar noch bei einer Befragung ein Jahr später. Eine allgemein positivere Einstellung zum Gärtnern, Kochen oder zu Aktivitäten im Freien stellten die Forschenden dagegen nicht fest.

Auch daraus muss man keinen Wundereffekt ableiten. Die Studie zeigt aber etwas Bemerkenswertes: Wer Lebensmittel selbst wachsen sieht und mit ihnen arbeitet, lernt sie anders kennen. Aus der anonymen Tomate auf dem Teller wird die Tomate, deren Pflanze man über Wochen begleitet hat.

Studie: Jasper R. F. W. Leuven et al. (2018): School gardening increases knowledge of primary school children on edible plants and preference for vegetables.

 

Hier geht es zu allen Beiträgen des Themenmonats “Schulbau & Schulausstattung”. 

 

 

Wie Schulen durch offene Lernräume ein neues „Gefühl der Leichtigkeit“ schaffen

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21 COMMENTS

  1. Wir hatten in der Schule einen Garten für einige Zeit . Im Sommer musste jeder einmal-zweimal kommen, um Unkraut zu jäten oder Pflanzen zu gießen. Dann einen kurzen Report schreiben. Keiner mochte diesen Teil der Aufgabe. Wie wird es in deuscthen Schulen gemacht? Wer pflegt den Garten während Sommerferien?

  2. Wow, klingt alles tollend ist auch wirklich so! Neben kleineren Problemen, wie den ausreichenden Stunden für das Projekt, denn einmal in der Woche ist viel für den Stundenplan, aber wenig für den Garten, gibt es ein riesengroßes Problem, dass wird hier aber übersehen: wer pflegt den Garten im Sommer während der Ferien? Und im Sommer kann und muss viel geerntet werden, wer macht das? Als unsere Schule noch einen festen Hausmeister hatte, der sogar in der Schule gewohnt hat, hat er das netterweise gemacht. Hausmeister gibt es nur noch stundenweise und ich bin nicht bereit das in den Ferien zu tun! Also, bitte nicht ständig irgendwas für die Schule fordern, was nicht realistisch ist. Meine Eltern hatten e8nen Schrebergarten, damit wir das erleben können, wäre mal ein revolutionäres Konzept, wenn Eltern wieder für irgendwas selbst verantwortlich wären …

    • Aus dem Bildungsserver Rheinland-Pfalz:

      „Eine der häufigsten Fragen, die bezüglich des Schulgarten-Managements gestellt werden, ist die Frage nach den Sommerferien. Manchen erscheint der Betriebe eines Schulgartens geradezu unmöglich, weil man sich nicht vorstellen kann, wie der Garten die Sommerferien überleben kann. Sie können beruhigt sein: Die Natur und die gärtnerischen Möglichkeiten bieten ausreichend Lösungsstrategien für dieses Problem – auch in Zeiten des Klimawandels.“ Diese werden dann ausführlich dargestellt – und zwar hier: https://bildung.rlp.de/nachhaltigkeit/netzwerke-bne/schulgarten/infoportal-schulgarten/schulgarten-management

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

  3. Fünf wissenschaftliche Gründe für den Schulgarten. Und ein sechster gegen Bildungslyrik.
    Vorweg: Ich bin als Bio-Lehrer und DDR-Kind ausdrücklich für Schulgärten. Dort lernt man tatsächlich etwas. Pflanzen wachsen nicht durch PowerPoint-Folien, und Unkraut zeigt eine bemerkenswerte Immunität gegen pädagogische Konzepte.
    Die Begründungen klingen allerdings gelegentlich, als hätte man einen Komposthaufen durch eine Bildungswissenschaftlerin übersetzen lassen.
    1. Weil Kinder erleben, dass ihr eigenes Handeln etwas bewirkt.
    Früher hieß das schlicht: Wer nicht gießt, erntet nichts.
    2. Weil Schule dort plötzlich andere Talente belohnt.
    Korrekt. Manche Kinder können praktisch denken und mit Werkzeugen umgehen. Überraschend, dass man das erst im Garten entdeckt.
    3. Weil Zusammenarbeit dort keine pädagogische Übung ist, sondern notwendig wird.
    Spätestens wenn einer arbeitet, einer zuschaut und einer verschwindet, lernt die Gruppe alles Wesentliche über gesellschaftliche Realität.
    4. Weil Natur dort vom Unterrichtsgegenstand zum Gegenüber wird.
    Hier beginnt die Sprache leise in Richtung Waldorf-Kalender abzubiegen. Die Tomate wird also zum Gegenüber. Man wartet förmlich auf ihr Feedback zur Unterrichtsqualität.
    5. Weil Essen eine Geschichte bekommt, bevor es auf dem Teller liegt.
    Die Geschichte lautet meist: säen, jäten, Schnecken verfluchen und hoffen.
    Spätestens bei den Emotionstagebüchern bin ich dann raus.
    Emotionstagebücher. Häää?
    Da stehen dem nüchternen Naturwissenschaftler sämtliche Nackenhaare zu Berge.
    Früher wurde die Möhre aus der Erde gezogen. Heute wird zunächst die Beziehung zur Möhre reflexiv dokumentiert.
    Der eigentliche Höhepunkt steckt jedoch in den Studienergebnissen: Ein Jahr später mochten manche Kinder tatsächlich etwas lieber Gemüse. Eine positivere Einstellung zum Gärtnern, Kochen oder Aktivitäten im Freien ließ sich dagegen nicht feststellen.
    Mit anderen Worten: Die große pädagogische Transformation blieb aus. Die Revolution fällt aus, aber die Karotte gewinnt knapp nach Punkten.
    Und die berühmte „anonyme Tomate auf dem Teller“? Natürlich ist es sinnvoll, Kindern zu zeigen, wo Lebensmittel herkommen. Aber man muss nicht so tun, als hätten sie eine mehrmonatige Lebensgemeinschaft mit einer Nachtschattenpflanze geführt.
    Der Schulgarten braucht null Bildungslyrik. Seine Botschaft ist simpel genug: Nahrung wächst nicht im Supermarkt. Arbeit hat Folgen. Und Tomaten sind Pflanzen, nicht mehr und nicht weniger.

  4. Der Gag ist, dass Schulgarten in der DDR (heute 7.10. = 77. Jahrestag) ein eigenes Fach war.

    Musste natürlich nach der Westerweiterung als Zugeständnis an die westlichen Bundesländer abgeschafft werden.
    Lediglich Thüringen hat es noch als Fach erhalten.

    Sich da jetzt hinzustellen und „wissenschaftlich“ irgendeinen Nutzen erklären zu wollen, der zuvor völlig offensichtlich schon mal da und erkennbar war, halte ich für Heuchelei…

    • Wir erklären das – und sind nicht die, die das Fach mal abgeschafft haben. Sollte man schon trennen. Herzliche Grüße Die Redaktion

    • „Bei einer bundesweiten Tagung vom 26. bis 28. September in den Franckeschen Stiftungen werde über die Zukunft der Schulgärten diskutiert, sagt Jäger, die die Konferenz organisiert. Bis zu 90 Lehrer, Gartenexperten und Interessierte wollen in Vorträgen und Workshops praktische Ideen für die Arbeit mit den Kindern vermitteln und über die Perspektiven der Gärten sprechen.“
      „Ziel sei es dabei nicht, das Fach Schulgarten wieder einzuführen, sondern jeder Bildungseinrichtung einen Garten zu ermöglichen und die Arbeit im Freien wie selbstverständlich in die unterschiedlichen Fächer zu integrieren. „Der Schulgarten muss wieder als Lernort verstanden werden“, betont Kuschnerow. So könnten etwa in Deutsch Naturtagebücher geführt, in Mathe Saatmengen berechnet und in Kunst Blumen gezeichnet werden.
      Bereits vor rund 300 Jahren legte der Theologe und Gründer der Stiftungen, August Hermann Francke, auf dem Gelände in Halle die ersten Schulgärten an. Damals sei der Unterricht vor allem Medizinstudenten vorbehalten gewesen, erklärt Jäger. Heute jäten und graben Kinder aller Klassenstufen aus der Umgebung in den Beeten.“

      Diese Zitate sind aus folgender Quelle:
      Überbleibsel aus DDR: Unterrichtsfach „Schulgarten“ verschwindet – n-tv.de
      Der Witz dabei: Der Artikel ist von 2013! Und die Idee mit den Schulgärten und deren Nutzen für Kinder ist sogar schon 300 Jahre alt! Naja, manches dauert halt länger! 🙂
      Aber jetzt hat man endlich eine wissenschaftliche Studie dazu!

        • Ich finde die Auswahl aus der wachsenden Anzahl von Studien gelungen – und ich halte solche Studien und den Verweis darauf auch für wichtig: Viele positive Dinge im Bildungssystem sind immer wieder von Streichungen, Kürzungen etc. bedroht – auch wenn die meisten intuitiv oder aus langjähriger Erfahrung wissen, dass diese Dinge wichtig sind. Daher muss man leider immer wieder (auch mit empirischen Studien) den Wirkungsnachweis erbringen. Dabei gibt es einen positiven Nebeneffekt: In den Schulgartenstudien erfährt man oft so einiges über die Gelingensbedingungen von Schulgärten, z.B. über Lösungen für das leidige Sommerferienproblem.

      • Apropos „Franckesche Stiftungen“- der gute Mann war vor 300 Jahren ein Bildungsvisionär, der auch Kindern aus armen Verhältnissen Bildung ermöglichte:
        „Parallel zur Waisenanstalt entstand eine Schule zur Unterrichtung der Armenkinder. Kurz darauf richtete Francke das Pädagogium als Erziehungs- und Bildungsanstalt für Kinder aus dem Adel und dem wohlhabenden Bürgertum ein. 1697 folgte schließlich die Lateinische Schule, die Bürger- und begabte Armenkinder auf ein Universitätsstudium vorbereitete und 1698 für die Mädchenbildung eigens ein Gynäceum. Damit war der Grund für ein differenziertes System von pädagogischen Einrichtungen gelegt, das weit über den Bildungsstandard der Zeit hinausreichte und Kindern aller sozialen Schichten die Chance auf eine angemessene Bildung bot. Die Lehrpläne der Anstaltsschulen enthielten einen breiten Fächerkanon. Besonderer Wert wurde auf die Realien gelegt, praxisnahe Fächer, zu denen die Vermittlung von Handfertigkeiten ebenso gehörten wie etwa früher Technikunterricht. Das Realschulwesen in Deutschland und die Professionalisierung des Lehrerberufs haben ihren Ausgangspunkt in den Franckeschen Stiftungen. Bis in die heutige Zeit sind die Franckeschen Stiftungen ein renommierter Bildungsstandort.“
        August Hermann Francke | Franckesche Stiftungen
        „Vor mehr als 300 Jahren kommt der Pietist August Hermann Francke mit revolutionären Bildungsideen nach Halle: Er baut ein Waisenhaus und ermöglicht allen Kindern – egal ob arm oder reich – einen anschaulichen Schulunterricht.„
        August Hermann Francke | Franckesche Stiftungen

        Schade, dass viele seiner Ideen im Laufe der Zeit wohl in Vergessenheit gerieten und man nun das Rad wieder neu erfinden muss. 🙂

    • Dann könnte man ja auch mal in Thüringen nach Erfahrungswerten fragen, u. a auch danach, wie man das Ferienproblem löst.

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