Home Praxis Von KI bis Klassenraum: Was Grundschulen brauchen, damit Kinder besser lernen

Von KI bis Klassenraum: Was Grundschulen brauchen, damit Kinder besser lernen

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MÜNSTER. Wie kann Künstliche Intelligenz Lehrkräfte entlasten? Wie lernen schon Grundschulkinder, ihren eigenen Lernprozess zu planen und zu reflektieren? Und was nützt der beste Unterricht, wenn im Klassenraum die Luft schlecht, der Nachhall zu lang oder die Temperatur kaum auszuhalten ist? Bei den erstmals in Münster veranstalteten Grundschultagen führten Vorträge und Workshops tief hinein in den schulischen Alltag – und zugleich weit darüber hinaus. Die Spannweite reichte von unmittelbar einsetzbaren Unterrichtsideen bis zu einer Frage, die Schulen allein kaum lösen können: Sind ihre Klassenräume überhaupt baulich dafür gerüstet, dass Kinder dort gut lernen?

Wissenschaftler Tobias Burgholz am Stand der gemeinnützigen Heinz Trox-Stiftung. Foto: Jasmin Biesenroth

Es ist ein kleiner Igel, an dem Dr. Stephanie Kleta-Bohmann demonstriert, wie groß das Einsatzgebiet Künstlicher Intelligenz im Grundschulalltag inzwischen geworden ist. Angenommen, eine zweite Klasse will auf dem Schulhof einen Unterschlupf für das Tier bauen. Die Eltern müssen informiert werden. Kleta-Bohmann gibt der KI einige Eckdaten und eine klare Rollenbeschreibung: Klassenlehrerin einer zweiten Klasse, freundlicher Elternbrief, höchstens 120 Wörter, kein Amtsdeutsch. Sekunden später steht der Text.

Derselbe Brief lässt sich in einfache Sprache übertragen oder übersetzen. Für den Unterricht kann die KI eine Explosionszeichnung des Igelunterschlupfs erstellen, Lernkarten oder einen Comic. Aus vorhandenem Material lassen sich Aufgaben oder Texte für unterschiedliche Lernvoraussetzungen entwickeln. Kleta-Bohmann, Geschäftsführerin von adiuvantis – Partner für Digitale Bildung, richtete ihren Vortrag ausdrücklich auch an Lehrkräfte, die KI bislang wenig oder gar nicht nutzen. Entsprechend niedrigschwellig führte sie durch fünf Einsatzfelder: Unterricht vorbereiten, Materialien differenzieren, Sprachförderung unterstützen, Elternkommunikation erleichtern und kreative Unterrichtsimpulse entwickeln.

Das passte zu einer Veranstaltung, die bei ihrer Premiere am 5. und 6. Oktober im MCC Halle Münsterland eine große Bandbreite schulischer Themen zusammenbrachte. Sprachliche Basiskompetenzen und Leseförderung gehörten ebenso dazu wie MINT-Bildung, Gesundheitsförderung, Mathematik, Musik, Naturerfahrung, Mobbingprävention, Künstliche Intelligenz, selbstgesteuertes Lernen und moderne Lernräume. Vorträge standen neben Workshops und Praxisangeboten.

Das Programm spiegelte damit wider, was Grundschule heute leisten soll. Ein wissenschaftlich ausgerichtetes Panel beschäftigte sich mit der Frage, wie Sprechen, Lesen und Verstehen wirksam gefördert werden können. In anderen Veranstaltungen ging es um sprachsensiblen Mathematikunterricht, Gewalt- und Mobbingprävention oder darum, Kinder für Bücher zu begeistern. Anatol Tiessen vom NABU Münsterland nahm Lehrkräfte mit in den Wald, Bettina Küntzel zeigte Zugänge zum Musikunterricht. Und Lena Otte demonstrierte mit Roboterhund Lucy, dass sich mit Grundschulkindern über KI sprechen lässt, ohne sie dafür vor einen Bildschirm zu setzen.

Auch LehrZeit war in Münster vertreten: Die gemeinsam mit der GEW Hessen entwickelte App erfasst neben den Unterrichtsstunden unter anderem Vorbereitungszeiten, Korrekturen, Konferenzen und Elterngespräche. Damit soll sichtbar werden, wie viel Arbeitszeit tatsächlich in den Lehrerberuf fließt – und wo im Alltag Belastungsgrenzen erreicht werden.

Bei Stephanie Kleta-Bohmann stand die praktische Arbeit mit den digitalen Werkzeugen im Mittelpunkt. Ihre Beispiele zeigten, warum deren Nutzung mehr verlangt, als einen möglichst guten Prompt zu formulieren. Die KI verändert Inhalte, ergänzt Dinge, die niemand verlangt hat, und liefert Quellen, deren Qualität überprüft werden muss. „Man muss immer und immer aufpassen, was die KI macht“, mahnte Kleta-Bohmann. Entscheidend sei die Prüfung durch die Lehrkraft: „Man muss immer gucken: Will man das, was da steht?“

Besonders deutlich wurde sie beim Datenschutz. Schülerarbeiten sollten allenfalls anonymisiert verarbeitet werden; Namen, Fotos oder andere personenbezogene Daten von Kindern gehörten für sie nicht in solche Systeme. „Ich würde niemals Kinderdaten in irgendeiner Form, egal in welche KI, hochladen.“ Die Entlastung, die KI verspricht, setzt damit professionelle Kompetenz voraus. Lehrkräfte können Arbeit an Maschinen delegieren. Die Verantwortung für das Ergebnis können sie nicht mitdelegieren.

„Es geht nicht darum, die ganze Zeit in einem Tool zu arbeiten, um digital zu arbeiten. Es geht darum, es als Struktur und als Werkzeug zu begreifen“

Wie aber lässt sich nicht nur die Arbeit der Lehrkräfte, sondern das Lernen der Kinder selbst anders organisieren? Lisa Marie Butz und María Gutiérrez Vanegas von der gemeinnützigen lernlog GmbH näherten sich dieser Frage über die Selbstregulation. Kinder sollen sich Ziele setzen, ihr Lernen planen, ihren Fortschritt überprüfen und ihren Weg gegebenenfalls verändern. Dazu gehört Metakognition – also die Fähigkeit, über das eigene Lernen nachzudenken.

Das ist allerdings nicht mit der Aufforderung gleichzusetzen: Macht mal selbst. Selbstständiges Lernen braucht nach dem Konzept vielmehr eine klare Struktur, Rückmeldungen und Beziehung. Gerade individualisierte Lernwege stellen Lehrkräfte schließlich vor ein praktisches Problem: Je unterschiedlicher Kinder arbeiten, desto schwieriger wird es, gleichzeitig den Überblick darüber zu behalten, wo jedes einzelne steht.

Genau dort soll „lernlog kids“ ansetzen. Die gemeinsam mit Grundschulen entwickelte Web-Anwendung bildet unter anderem individuelle Lernpläne und Lernfortschritte ab. Kinder dokumentieren und reflektieren ihren Lernprozess; Lehrkräfte können nachvollziehen, woran sie arbeiten und wo Unterstützung nötig wird.

Der interessante Punkt daran ist nicht die Digitalisierung an sich. Butz wandte sich ausdrücklich gegen die Vorstellung, Kinder sollten nun möglichst viel Zeit in einem weiteren digitalen System verbringen. „Es geht nicht darum, die ganze Zeit in einem Tool zu arbeiten, um digital zu arbeiten. Es geht darum, es als Struktur und als Werkzeug zu begreifen.“ Der eigentliche Unterricht könne weiterhin analog stattfinden.

Im besten Fall soll die Digitalisierung sogar mehr Raum für etwas ausgesprochen Analoges schaffen: das Gespräch zwischen Lehrkraft und Kind. Wenn Organisation, Dokumentation und Überblick weniger Zeit beanspruchen, bleibe mehr davon für persönliche Rückmeldungen. „Wenn dir durch so ein Tool die ganze Organisation ein Stück weit abgenommen wird und du den Überblick behältst, hast du viel mehr Zeit, in Eins-zu-eins-Feedbackgespräche zu gehen“, erklärte Butz.

Die Lehrkraft wird damit stärker zur Lernbegleitung, die Schülerinnen und Schüler übernehmen schrittweise mehr Verantwortung für den eigenen Lernprozess. Das reicht über den Einsatz eines einzelnen digitalen Werkzeugs hinaus. Individualisierte Lernpläne, Feedbackstrukturen oder selbstgesteuerte Lernzeiten lassen sich zwar im einzelnen Klassenzimmer erproben. Dauerhaft tragen können sie aber nur, wenn Schulen dafür gemeinsame Strukturen entwickeln.

„Ganz häufig hören wir: Unser Klassenraum ist zu warm, zu kalt, zu laut, zu leise, zu dunkel oder zu hell“

Doch auch die stoßen mitunter an Grenzen. Lehrkräfte können ihren Unterricht verändern, Schulleitungen Lernzeiten anders organisieren, Kollegien Förderkonzepte entwickeln. Aber was geschieht, wenn der Klassenraum selbst gutes Lernen erschwert?

„Ganz häufig hören wir: Unser Raum ist zu warm, zu kalt, zu laut, zu leise, zu dunkel oder zu hell“, berichtete Tobias Burgholz von der gemeinnützigen Heinz-Trox-Stiftung. Für Schulen stelle sich dann eine zunächst erstaunlich schwer zu beantwortende Frage: Entsprechen die Bedingungen eigentlich noch den Anforderungen – und wo müsste eine Sanierung ansetzen?

Die Stiftung beschäftigt sich deshalb mit vier Faktoren, die im sogenannten TAIL-Modell zusammengeführt werden: Temperatur, Akustik, Innenraumluft und Licht. Kein einzelner guter Wert kann einen schlechten anderen kompensieren. Ein angenehm temperierter Klassenraum ist noch kein guter Lernraum, wenn Kinder darin kaum verstehen können, was ihre Lehrkraft sagt. Und eine gute Beleuchtung gleicht keine verbrauchte Luft aus.

Mit „QuickTAIL“ erprobt die Stiftung derzeit ein Verfahren, mit dem Schulen ihre Räume selbst untersuchen können. Ein Messkoffer dient unter anderem dazu, Beleuchtung, Hintergrundgeräusche und Nachhall zu erfassen. Zusätzlich kann ein Sensor über längere Zeit Werte wie CO₂-Konzentration, Temperatur und Luftfeuchtigkeit aufzeichnen. Schulen und Schulträger sollen so eine Grundlage bekommen, Probleme nicht nur subjektiv zu beschreiben, sondern Sanierungsbedarf zu erkennen und Maßnahmen zu priorisieren.

Was in der laufenden Feldstudie bislang sichtbar wird, ist bemerkenswert. Besonders schlecht schnitt nach Burgholz‘ Angaben die Raumakustik ab. Von 47 bis dahin ausgewerteten Klassenräumen lagen lediglich sieben bei der Nachhallzeit im hinreichenden Bereich, 40 nicht. „Das heißt: Wir haben ungefähr 86 Prozent Räume, die schlecht oder sehr schlecht sind“, sagte Burgholz.

Gerade in Grundschulen ist das relevant. Kinder müssen Sprache erst sicher erwerben; manche lernen Deutsch als weitere Sprache, andere haben Hörbeeinträchtigungen. Gehen Laute durch schlechte Akustik verloren, können sie fehlende Silben oder Wörter weniger leicht aus dem Kontext ergänzen. Burgholz beschrieb das Problem so: „Wenn man eine Sprache neu lernt und noch keinen Kontext hat, kann man Silben, die durch die Raumakustik verschluckt werden, nicht einfach ergänzen. Man kennt die Wörter noch gar nicht und weiß nicht, was der andere gesagt haben könnte.“

Hinzu kommt, dass sich Unterricht verändert hat. Gruppenarbeit bedeutet mehrere sprechende Kinder gleichzeitig. In halligen Räumen steigt dadurch der Geräuschpegel. „Wenn Räume sehr hallig sind, schaukelt sich das Geräusch hoch. Man muss immer lauter sprechen als das Gegenüber oder als der andere, der auch noch spricht“, erklärte Burgholz.

Auch bei der Luftqualität fand die Stiftung problematische Werte. Als hygienisch unbedenklich gelten nach dem von Burgholz herangezogenen Leitfaden CO₂-Konzentrationen unter 1.000 ppm, Werte oberhalb von 2.000 ppm als inakzeptabel. In einzelnen untersuchten Räumen stiegen die Messwerte nach seinen Angaben über 4.000 ppm, teilweise in Richtung 5.000. Bei den Temperaturen gingen einzelne Messwerte während warmer Monate sogar in Richtung 40 Grad.

Einfach das Fenster zu öffnen, löst das Problem nicht zwangsläufig. Liegt die Schule an einer lauten Straße oder neben einer Baustelle, verbessert sich zwar die Luft – gleichzeitig verschlechtert sich möglicherweise die Sprachverständlichkeit. Genau solche Zielkonflikte sind der Grund, weshalb die Stiftung Temperatur, Akustik, Luft und Licht gemeinsam betrachtet.

Damit verschiebt sich die Perspektive auf die viel diskutierte Frage nach Unterrichtsqualität. Deutschland streitet über Basiskompetenzen, individuelle Förderung, Digitalisierung, KI und selbstständiges Lernen. Gleichzeitig sitzen Kinder und Lehrkräfte teilweise in Räumen, deren physische Bedingungen Konzentration und Verständigung erschweren. Spätestens hier ist die einzelne Schule auf andere angewiesen. Sie kann schlechte Luft messen, Nachhall dokumentieren und zu hohe Temperaturen belegen. Eine Fassade, Lüftungsanlage oder Raumakustik kann sie in der Regel nicht selbst sanieren. Dafür braucht es den Schulträger.

Heinz Trox-Stiftung

Bei der Sanierung von Schulen sind vor allem die Schulträger gefragt. Die Heinz Trox-Stiftung hat dafür den kostenlosen Leitfaden „Klassenräume SMART sanieren“ entwickelt. Er richtet sich an Verantwortliche, die Sanierungen planen und Entscheidungen über Maßnahmen und Investitionen treffen müssen. Der Leitfaden betrachtet dabei nicht einzelne bauliche Probleme isoliert, sondern zeigt, wie Luftqualität, Temperatur, Akustik und Beleuchtung bei der Sanierung gemeinsam berücksichtigt werden können. Ziel ist es, Schulleitungen und Schulträgern eine Orientierung für gesunde und lernförderliche Klassenräume zu geben.

Leitfaden kostenlos herunterladen · Mehr zum Zukunftsraum Schule

Gerade die Spannweite der Themen machte die Grundschultage in Münster aus. Manchmal beginnt Veränderung mit einem Prompt, der einer Lehrkraft Arbeit erspart. Manchmal mit einem Kind, das lernt, sich selbst ein Ziel zu setzen und darüber nachzudenken, ob sein Weg dorthin funktioniert hat. Manchmal braucht es ein Kollegium, das Lernen anders organisiert.

Und manchmal reicht all das nicht. Burgholz formulierte die Anforderung an Schulgebäude denkbar schlicht: „Die Schulen müssen eigentlich, egal wie alt, wie neu oder wie ausgestattet sie sind, eine gute Umgebung bereitstellen, die das Lernen und Lehren ermöglicht – oder zumindest nicht behindert.“ Wie das geht? Ließ sich auf den Grundschultagen erfahren. News4teachers 

News4teachers ist Partner der Grundschultage. 

„Unterstützung, um das viel besser zu strukturieren“: Wie eine Schule selbstständiges Lernen in den Mittelpunkt rückt – mithilfe digitaler Technik

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5 COMMENTS

  1. Als Klassenlehrer einer neuen fünften Klasse sehe ich v.a., dass unsere Kinder in der Grundschule nicht gelernt haben, aufeinander zu achten, sich in der Klassengemeinschaft vernünftig zu verhalten, sich auch mal zurückzunehmen und zuzuhören, ohne nebenbei tausend Sachen in den Händen haben zu müssen. Sinnentnehmendes Lesen von altersangemessenen Texten gelingt kaum noch einem Schüler.

    Also soll es die Lösung sein, mehr selbstreguliertes Lernen durchzuführen?

    Angenommen, eine zweite Klasse will auf dem Schulhof einen Unterschlupf für das Tier bauen. Die Eltern müssen informiert werden. Kleta-Bohmann gibt der KI einige Eckdaten und eine klare Rollenbeschreibung: Klassenlehrerin einer zweiten Klasse, freundlicher Elternbrief, höchstens 120 Wörter, kein Amtsdeutsch. Sekunden später steht der Text.

    Sind wir mal ehrlich, je nach Prompt bekommt man einen Text, den man mehrfach anpassen muss. Und für was, um die Eltern darüber zu informieren, dass man im Unterricht einen Unterschlupf für Igel baut? Ist das eine so entscheidende Information für Eltern?

    Für den Unterricht kann die KI eine Explosionszeichnung des Igelunterschlupfs erstellen, Lernkarten oder einen Comic.

    Für einen Igel-Unterschlupf, den die Kinder planen und bauen sollen, soll die Lehrkraft eine Explosionszeichnung, eine vergleichsweise komplexe Zeichnung, die man erstmal „lesen“ können muss, erstellen?
    Warum erstellen die Kinder nicht am Ende einer Einheit selbst eine Lernkarte/Mindmap und verknüpfen ihre Kenntnnisse? Und warum sollen die Kinder nicht einfach Papier und Stifte nehmen und einen tollen Igel-Comic erstellen?

    Derselbe Brief lässt sich in einfache Sprache übertragen oder übersetzen.
    […]
    Aus vorhandenem Material lassen sich Aufgaben oder Texte für unterschiedliche Lernvoraussetzungen entwickeln. […]
    Unterricht vorbereiten, Materialien differenzieren, Sprachförderung unterstützen, Elternkommunikation erleichtern und kreative Unterrichtsimpulse entwickeln.

    Hier zeigt sich eigentlich die Absurdität der LLMs als Alltagshelfer:

    Warum soll eine Lehrkraft einen Elternbrief in einfache Sprache oder auf andere Sprachen übersetzen? Die Eltern beherrschen die deutsche Sprache (noch) nicht. Es wäre ein einfaches, wenn sie den Elternbrief abfotografieren und sich selbst erklären oder übersetzen ließen. Damit könnten die Eltern digitale Fähigkeiten entwicklen, die ihnen auch sonst im deutschen Alltag helfen. Man würde sie in die Verantwortung nehmen und sie könnten Selbstwirksamkeit erfahren.
    Aber stattdessen wird die Lehrkraft zur Service-Einheit: Wenn es für die Lehrkraft doch nur ein paar Sekunden dauert, dann kann sie bitte den Elternbrief auch auf Englisch, Türkisch, Arabisch, Paschtu und Dari übersetzen. Und warum mit diesem Elternbrief aufhören, es sind doch nur ein paar einfache Klicks, das kann man doch wohl von den faulen Sä**en erwarten…

    Das gleiche gilt beim Material für die Schüler:
    Statt die in die Verantwortung zu nehmen, ihren eigenen Lernprozess zu gestalten (stand nicht oben was von selbstorganisiertem Lernen?) soll die Lehrkraft doch bitte jedem Schüler eine individuell angepasste Lernhäppchen servieren. Denn das ist doch alles nur ein paar Klicks entfernt, oder?

    Es zeigt sich also schon jetzt, dass die Nutzung von LLMs keineswegs zur Alltagserleichterung der Lehrkräfte führen wird, sondern immer mehr Ansprüche an die Schulen stellen wird.

    • Völlig richtig. Je länger ich den Beruf ausübe, desto mehr lasse ich weg. Konzentration auf das Wesentliche. Warum sollte ich ohne Not meine Kinder vor ein Tablet setzen, an dem sie (angeblich) ihren Lernprozess planen können? Meine Kinder müssen keinen Lernprozess planen. Meine Kinder sind 6 bis 10 Jahre alt! Wir lesen, schreiben und rechnen und dann singen wir noch ein Lied. Ohne KI.

  2. Unser Klassenraum ist zu leise? Guter Witz. Und über ein Thema Unterschlupf für Igel werden wir höchstens informiert, wenn Geld fürs Material fehlt. Baue eine KI und suche dir hinterher die Use Cases? Sinnvoll wäre andersrum.

  3. „Es ist ein kleiner Igel, an dem Dr. Stephanie Kleta-Bohmann demonstriert, wie groß das Einsatzgebiet Künstlicher Intelligenz im Grundschulalltag inzwischen geworden ist.“

    In meinem Schulalltag an der Grundschule kommt KI exakt gar nicht vor.

    Das Beispiel mit dem Elternbrief ist schon auch ein bisschen läppisch. Natürlich (haha) kann KI einen einfachen Text schreiben, das ist wohl jedem klar. Dass KI einen individuell passenden (!) und komplett fertigen Elternbrief lediglich auf der Grundlage von „Eckdaten“ produzieren kann, wäre mir hingegen neu. Also entweder viel Prompt-Arbeit oder aufwendig verbessern und ergänzen.

    Und dann stellt sich die Frage: Hätte ich in weniger oder vergleichbarer Zeit nicht einen viel besseren Brief mit NI geschrieben? Ich denke schon, und das Bild von einem Igel, Leute… das ziehe ich mir in 3 Sekunden aus dem Worksheetcrafter. Nimm das, Maschine!

  4. Oje. Klar kann man versuchen, so lange zu prompten bis man eine sinnvolle Explosionszeichnung bekommt. Oder man lädt den Bauplan fix und fertig von der NaBu Seite. In Sekunden hat man einen erprobten Plan der funktioniert.

    Wenn das jetzt das Paradebeispiel ist…

    Den kurzen Text an die Eltern wird eine Lehrkraft wohl auch noch selber ohne Schwierigkeit hinbekommen. Am Schluss schreibt die KI einen unnötig langen Text aus drei Stichpunkten, einfach weil es kaum Aufwand macht. Die Eltern werfen dann die KI an um den Text zu drei Stichpunkten zusammenzufassen. Viel Glück, hoffentlich sind es die richtigen Stichpunkte.

    Das erscheint mir alles recht wenig durchdacht.

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