Home Themenmonate Digital lehren und lernen Quellen berühren. Auch digital: Schüler:innen-Werkstatt mit historischen Dokumenten zur Zwangsarbeit im Nationalsozialismus

Quellen berühren. Auch digital: Schüler:innen-Werkstatt mit historischen Dokumenten zur Zwangsarbeit im Nationalsozialismus

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Eine Karte, ein Stempel, eine Unterschrift – und damit der Beweis: Dieser Mensch musste unter den Nazis Zwangsarbeit leisten. Wie lange? Was musste er tun? Wo kam er her? Und was geschah danach? Mehr als 13 Millionen Menschen wurden während des Nationalsozialismus zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Originalquellen erzählen von diesen Menschen und zeigen Schülerinnen und Schülern heute nachvollziehbare, konkrete Schicksale und emotionale Geschichten.

Hinter jedem Dokument steckt eine Geschichte: Quellen als Zeugnisse der NS-Zwangsarbeit.
© Stiftung EVZ

Mit der digitalen Quellenwerkstatt „Mit Stempel und Unterschrift“ der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) können Schüler:innen einer historischen Spur folgen und ihr eigenes kleines Forschungsprojekt beginnen. Sie arbeiten dabei mit 20 historischen Dokumenten zur Zwangsarbeit im Nationalsozialismus: Arbeitskarten, Meldeunterlagen, Bescheinigungen oder Briefe bilden den Ausgangspunkt. Sie enthalten Namen und Daten, Orte und Tätigkeiten, manchmal nahezu unscheinbare Einträge. Doch wer genauer hinsieht, kann daraus Stück für Stück die Geschichte eines Menschen rekonstruieren.

Digital in doppelter Hinsicht

Diese Dokumente sind in keinem Archiv vergraben, sondern sie liegen online bereit, um im Unterricht aufgerufen, vergrößert, verglichen und miteinander in Beziehung gesetzt zu werden. Aus der Distanz zwischen Klassenzimmer und historischem Archiv wird ein Klick.

Das bildet didaktisch die Grundlage für das quellenkritische Arbeiten im digitalen Zeitalter: Angebote werden häufig danach beurteilt, wie schnell sie Informationen bereitstellen oder wie komfortabel sie Wissen strukturieren. Künstliche Intelligenz verstärkt diese Entwicklung erheblich, eine Zusammenfassung zur NS-Zwangsarbeit ist in Sekunden erzeugt. Die Quellenwerkstatt geht einen anderen Weg. Die Schülerinnen und Schüler bekommen historische Zusammenhänge nicht erzählt, sondern erschließen sie sich selbst. Ein Dokument beantwortet eine Frage und wirft direkt die nächste auf.  Die Lernenden suchen Spuren, prüfen Vermutungen und setzen einzelne Informationen zu einem größeren Bild zusammen.

Sie lernen, Quellen kritisch zu lesen: Historisches Lernen braucht die Auseinandersetzung mit dem Material, aus dem unser Wissen entsteht. Wer hat ein Dokument erstellt, und zu welchem Zweck? Was hält es fest und was nicht? Welche Perspektive zeigt es? Welche fehlt? Ein amtliches Formular kann präzise Informationen liefern und gleichzeitig die Gewalt, unter der es entstand, fast vollständig ausblenden.

Die Quellenwerkstatt macht daraus keine abstrakte Lektion über Medienkompetenz, sondern die Fragen entstehen aus der Sache selbst: Wer eine Quelle verstehen möchte, muss wissen, unter welchen Bedingungen sie geschaffen wurde.

Hinter jedem Dokument steckt eine Geschichte: Quellen als Zeugnisse der NS-Zwangsarbeit.
© Stiftung EVZ

Kritische Lektüre ist eine Kernkompetenz der Gegenwart und Zukunft. Informationen entstehen in einem Kontext und müssen interpretiert werden, gerade in einer Zeit, in der Texte, Bilder und vermeintliche Fakten mit einem Prompt erzeugt werden.

Die Quellenwerkstatt „Mit Stempel und Unterschrift“ öffnet einen Zugang zu einem bedeutenden historischen Thema, das grundlegend für unser heutiges Verständnis von Demokratie ist. Zwangsarbeit gehört zu den zentralen Verbrechen des Nationalsozialismus und ist dennoch weniger präsent als andere, obwohl sie mitten in der Gesellschaft stattfand: in Fabriken, Städten, auf Bauernhöfen und in Haushalten. Plötzlich stehen hinter den mehr als 13 Millionen Menschen nicht mehr anonyme Opfer, sondern einzelne Menschen mit komplexen Lebenswegen: Quellen und Schicksale berühren.

Angebote für Lehrkräfte

Die EVZ Academy – online platform bietet rund um die Quellenwerkstatt ergänzende, kostenfreie Begleitangebote, sodass Lehrkräfte mit dieser Form des Lernens nicht allein bleiben: einen Onlinekurs mit weiterem Hintergrundwissen und Impulsen für die Bildungsarbeit, didaktische Handreichungen mit konkreten Unterrichtsabläufen und Materialien sowie Webinare, in denen jede und jeder Methoden ausprobieren, Erfahrungen austauschen und eigene Fragen einbringen kann.

Die Onlineplattform der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) bündelt Lernangebote zu Erinnerungskultur, NS-Unrecht, Antisemitismus und demokratischer Bildung.  Sie richtet sich an Pädagoginnen und Pädagogen, Schülerinnen und Schüler sowie weitere Menschen, die Geschichte verstehen, vermitteln und weiterdenken wollen, wie etwa mit dem E-Learning „Gedenkanstoß“ zu aktuellen Debatten der Erinnerungskultur oder der Themeneinheit „Kinder im Krieg“. Die Plattform bietet unterschiedliche Formate, die sich zur eigenen Vorbereitung, zur Vertiefung und für die konkrete Bildungsarbeit einsetzen lassen.

Alle Materialien und Informationen zur Quellenwerkstatt und den Begleitangeboten finden Lehrkräfte kostenfrei auf der EVZ Academy – online platform: https://evz-academy.online

Anstehende Webinartermine

  • 7. Dezember 2026 | „Davon haben wir nichts gewusst“: Familienbiographische Forschung in Lehre und Schule bearbeiten.
  • 4. Januar 2027 | Arbeitseinsatz und Ausbeutung. Die Rolle der Verwaltung bei der NS-Zwangsarbeit als Thema in der Ausbildung.
  • 17. Februar 2027 | Das Thema NS-Zwangsarbeit in mein Arbeitsfeld integrieren.
  • 4. März 2027 | Arbeit als Verbrechen – Diskriminierungssensible Bildung zum Themenfeld „NS-Zwangsarbeit“.

Die EVZ Academy – online platform ist ein Angebot der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ). Weitere Informationen unter www.stiftung-evz.de/

Dies ist ein Advertorial / eine Pressemitteilung der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)

 

Hier geht es zu allen Beiträgen des Themenmonats “Digital lehren und lernen”. 

 

 

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