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Computerspiel soll Kindern mit Zwangsstörungen helfen

ZÜRICH. Auch Kinder leiden unter Zwangsstörungen. Um ihre Behandlung zu unterstützen, hat das Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universität Zürich ein verhaltenstherapeutisches Computerspiel entwickelt.

Etwa zwei Prozent aller Kinder leiden an einer Zwangserkrankung, bestehend aus Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind sich aufdrängende Gedanken wie Angst vor Verschmutzung, Verletzung oder gewalttätige Vorstellungen, die als sinnlos oder quälend empfunden werden. Zwangshandlungen sind ritualisierte Handlungen, die häufig wiederholt werden müssen, wie Händewaschen, Fragen, Zählen, Berühren, Kontrollieren oder Sammeln. Ohne Behandlung nehmen Zwangsstörungen häufig einen ungünstigen Verlauf, zum Beispiel weil Kinder aufgrund ihrer Symptome nicht mehr zur Schule gehen können.

Als bewährteste Methode für die Behandlung kindlicher Zwangserkrankungen gilt heute kognitive Verhaltenstherapie, eventuell ergänzt mit Medikation. Um Psychotherapeuten bei der evidenzbasierten Behandlung von Zwangserkrankungen zu unterstützen, hat das Zentrum für Kinder und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universität Zürich das Computerspiel «Ricky und die Spinne» entwickelt. Das Spiel integriert die wichtigsten Behandlungselemente des verhaltenstherapeutischen Ansatzes und erleichtert es den Kindern, die Erkrankung, deren Folgen und die Behandlung zu verstehen.

Im Spiel werden Grashüpfer Ricky und Marienkäfer Lisa von einer Spinne gezwungen, Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht wollen. Dr. Eule soll helfen. Screenshot: Universität Zürich

Im Spiel werden Grashüpfer Ricky und Marienkäfer Lisa von einer Spinne gezwungen, Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht wollen. Dr. Eule soll helfen. Screenshot: Universität Zürich

Ricky darf beispielsweise nur in einem besonderen Muster über die Wiese hüpfen, und Lisa muss jeden Abend vor dem Einschlafen die Punkte auf ihren Flügeln zählen. Aus Angst vor der Spinne verstricken sie sich immer tiefer ins Netz der Zwangserkrankung. Schließlich bittet Ricky Dr. Eule um Hilfe.

Veronika Brezinka, die das Spiel entwickelt hat, hofft, damit zur Verbreitung evidenzbasierter Behandlungen über die Universität hinaus beizutragen. «Das Spiel soll betroffene Kinder ermutigen, sich dem Zwang zu widersetzen, und Psychotherapeuten bei der Behandlung von Zwangserkrankungen unterstützen», so Brezinka. Ähnlich wie das vor drei Jahren am Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie entwickelte Computerspiel «Schatzsuche», ist auch «Ricky und die Spinne» kein Selbsthilfespiel, sondern ein Fachinstrument. Es sollte nur im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung eingesetzt werden. Psychotherapeuten können es Ab dem 5. Dezember unter www.rickyandthespider.uzh.ch bestellen. «Ricky und die Spinne» ist nach «Schatzsuche» (www.treasurehunt.uzh.ch) das zweite Computerspiel vom Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universität Zürich. «Schatzsuche» richtet sich an ängstliche oder depressive Kinder und wurde seit Juni 2008 von über 1600 Psychotherapeuten aus 29 Ländern heruntergeladen.

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