„Kinder können sich das nicht selbst beibringen“: VBE-Workshop zum Thema Handschrift und Rechtschreibung

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HANNOVER. „Handschrift und Rechtschreibung auf dem Rückzug? Worauf es jetzt ankommt“ – so lautet der Titel einer vierteiligen Veranstaltungsreihe der VBE-Länder Akademie in Zusammenarbeit mit dem Lernserver-Institut. Die erste Veranstaltung fand nun mit rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern online statt und bot zum Einstieg ins Thema eine ausführliche Analyse der Problematiken rund ums Hand- und Rechtschreiben durch die geladenen Expert:innen. Auch erste Lösungsansätze und Tipps für die Praxis wurden besprochen. Fazit: Reges Interesse, aktiver Austausch und eine Verdopplung der zugelassenen Teilnehmerzahl für die drei Folgeveranstaltungen.

Wenn die Handschrift nicht entwickelt ist und die Rechtschreibung nicht sitzt, ziehen sich die Probleme durch die gesamte Schulzeit. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

„Ganz vielen Dank für diese informative und spannende Veranstaltung sowie die interessanten Angebote.“ „Ich freue mich über ganz tolle Impulse heute, die man auch teilen kann.“ So und ähnlich lasen sich die Kommentare am Ende der Auftaktveranstaltung zur Reihe „Handschrift und Rechtschreibung auf dem Rückzug? Worauf es jetzt ankommt“. Der VBE Niedersachsen hatte gemeinsam mit dem vom Münsteraner Rechtschreibexperten Professor Friedrich Schönweiss gegründeten Lernserver-Institut öffentlich zur Online-Veranstaltung eingeladen. Als Gastreferentin war die Handschrift-Expertin und Pädagogin Maria-Anna Schulze Brüning angekündigt. Die Resonanz: Statt der erwarteten knapp 100 hatten sich fast doppelt so viele Interessent:innen angemeldet. Deshalb werden die Kapazitäten, so der VBE, für die nächsten kostenfreien Veranstaltungen, die das Thema weiter vertiefen und von verschiedenen Perspektiven – einschließlich Fallbeispielen – beleuchten sollen, verdoppelt.

Dass das Interesse so groß ist, dürfte nicht ganz unerwartet sein. Studien bestätigen seit Jahren das Absinken von Leistungen: „In einer Studie mit dem Schreibmotorik-Institut haben wir festgestellt, dass fast die Hälfte der Kinder nicht mehr richtig schreiben kann. Die Probleme liegen bei der Schreibstruktur, beim Tempo des Schreibens und der Leserlichkeit der Texte“, sagte der Landesvorsitzende des VBE Niedersachen Franz-Josef Meyer zum Auftakt (News4teachers berichtete). Und auch auf dem Gebiet der Rechtschreibung gebe es gravierende Probleme.

„Die Lehrer befinden sich in einem hoffnungslos überforderten Bildungssystem, das die Politik über Jahrzehnte hinweg heruntergewirtschaftet hat“

Die Ursachen? Darüber fand im Chat der Veranstaltung ein reger Austausch statt. „Die Lehrer befinden sich in einem hoffnungslos überforderten Bildungssystem, das die Politik über Jahrzehnte hinweg heruntergewirtschaftet hat“, schrieb beispielsweise eine:r der Teilnehmer:innen, die überwiegend als Lehrkräfte, Sozialpädagog:innen und Lerntherapeut:innen an unterschiedlichen Schulformen tätig sind – von der Grundschule bis hin zu beruflichem Gymnasium und zur Förderschule.

„Die Schulpflicht gibt es, aber gibt es auch eine Bildungspflicht? Bei uns in der Region […] haben wir an Schulen reihenweise Fächer, die im letzten Halbjahr so oft ausgefallen sind, dass keine Note auf dem Zeugnis notiert werden konnte (auch Hauptfächer)…“, hieß es in einem anderen Kommentar zum massiven Lehrkräftemangel. Auch die Quereinsteiger-Problematik wurde im Chat thematisiert: Vom Tierarzt bis zum ehemaligen Schulfotografen variierten die Ursprungsberufe der hinzugekommenen Kolleg:innen. Zudem seien gerade im Bereich des Hand- und Rechtschreibens fachfremde sowie noch nicht voll ausgebildete Kolleg:innen überfordert.

Weitere Probleme, die die Teilnehmer:innen identifizierten: Gerade in der Zeit der Corona- Lockdowns sei die praktische Übung, die oft zu Hause „nebenbei“ von den Eltern durchgeführt werden sollte, massiv untergegangen. Außerdem forderten immer mehr sogenannte „Systemsprenger“ den vollen Einsatz von Zeit und Energie, so dass Kinder, die „nur“ Schwierigkeiten beim Schreiben hätten, nicht adäquat betreut werden könnten.

Unterschiedliche Herkunftssprachen der Kinder, mangelndes Interesse mancher Eltern am Thema sowie der übermäßige Konsum digitaler Medien wurden ebenfalls als Hindernisse aufgeführt. Was einigen Lehrkräften auch unter den Fingern brannte: Das Fehlen geeigneter Fördermaterialien für ältere Schüler und Schülerinnen. Die Probleme mit dem Schreiben hörten schließlich keineswegs nach der 6. Klasse auf, so eine Lehrkraft: „Ich habe Schüler, die Aufgaben in der Zeit der Klausur nicht schaffen, weil sie mit 17 Jahren [noch] wie in der Grundschule schreiben.“

„Wer kann uns helfen, damit wir aus diesem Dilemma rauskommen?“, habe sich der VBE gefragt und sei dann auf den Lernserver, ein Tool zur Diagnose und individuellen Förderung der Rechtschreibkompetenzen, gestoßen, so Meyer. Über die nun zustande gekommene Zusammenarbeit freue sich der Verband sehr.

Der Lernserver sei ein Bildungsprojekt, das ziemlich rasch flügge geworden und den universitären Rahmen gesprengt habe, erklärte der Bildungsforscher Friedrich Schönweiss. Der Professor leitete bis 2021 den Arbeitsbereich „Neue Technologien im Bildungs- und Sozialwesen/Medienpädagogik“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Gemeinsam mit einem interdisziplinären Team aus Sprachwissenschaft, Informatik, Pädagogischer Praxis und Lerntherapie erforschte Schönweiss, welche Schwierigkeiten beim Umgang mit Sprache und Schrift auftauchen können, wie Rechtschreibfehler entstehen, was es braucht, um aus ihnen lernen zu können – und welche Chancen dabei moderne Technologien bieten. Aus dieser Arbeit ist unter dem Namen „Lernserver“ ein System entstanden, das KI-gestützte Förderdiagnostik und die Bereitstellung individualisierter Förderpläne und Übungsaufgaben vereint. Die Testung mit angeschlossener Förderung ist mittlerweile mit der Teststufe 7+ auch in der Mittelstufe möglich.

„Auch in Zeiten von KI, mit der wir bei der Fehleranalyse ja auch arbeiten, braucht es nach wie vor Menschen wie Sie, die die Kinder mit viel Feingefühl begleiten.“

Computer und Internet seien allerdings nicht das „goldene Kalb“, so Schönweiss. Vielmehr müsse man überlegen, wie man die vielen Möglichkeiten, die in digitalen Medien schlummern, so nutzen kann, dass der Beruf des Lehrers und der Lehrerin ein befriedigender ist. Die von den Teilnehmer:innen dargestellten Probleme beträfen Kinder aus allen Bildungsschichten, betonte Schönweiss. Mit dem Lernserver versuche man den Lehrkräften, aber auch den Kindern, zur Seite zu stehen, damit die Schulzeit nicht als eine verlorene Zeit angesehen werde.

Im Bezug auf das Thema Lese-Rechtschreib-Schwäche machte Maria-Valentina Westermann, Projektleiterin des Lernservers, deutlich, dass dies womöglich nicht unbedingt ein individuelles, sondern ein strukturelles Problem sei: „Kinder können sich Rechtschreibung nicht selbst beibringen“, so Westermann. Die Lernserver-Diagnostik trage daher dafür Sorge, dass Lehrkräfte, inklusive fachfremder Lehrpersonen und Quereinsteiger:innen die passenden Fördermaterialien für den aktuellen Lernstand des einzelnen Kindes erhalten – inklusive didaktischer Hinweise.

Auch Maria-Anna Schulze Brüning stellte in ihrer Analyse zur Problematik der Handschrift heraus, dass Kinder auf die Begleitung durch Erwachsene angewiesen sind. Aber: Warum überhaupt Handschrift? Warum nicht einfach Druckschrift? Und welche Rolle spielt die Stifthaltung? Diese Fragen stellte und beantwortete sie des Weiteren in ihrem Vortrag und räumte sogleich mit gängigen Vorannahmen auf, wie beispielsweise, dass die Druckschrift einfacher sei als die Schreibschrift. Damit stieß sie auf reges Interesse aus dem Publikum und weitergehende Fragen, wie zum Beispiel:

  • Gibt es ein spezielles Training für Linkshänder? Schulze Brüning dazu: Nein, denn Linkshänder schreiben prinzipiell nicht unleserlicher als Rechtshänder, wie man zum Beispiel am Schriftbild von Kindern aus dem arabischen Sprachraum festgestellt habe, die von rechts nach links schreiben. Sie führen den Stift einfach von unten statt von oben.
  • Welche Schrift sollten Kinder zuerst lernen? Sollten sie gar Schreib- und Druckschrift parallel erlernen? Schulze Brüning: Das Beispiel einiger neuer Bundesländer wie Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern zeige, dass das Lesen in Druckschrift und das Schreiben in Schreibschrift durchaus erfolgreich parallel erlernt werden könnten. Sie plädierte in jedem Fall dafür beim Schreiben direkt mit Schreibschrift zu beginnen. Später wieder umzustellen, koste viel Energie und Zeit, denn die erste Begegnung mit Schrift sei immer prägend.
  • Sollten Kinder das Schreiben mit dem iPad bzw. digitalem Stift lernen? Schulze Brüning: Die Arbeit mit digitalen Endgeräten und analogen Mitteln läuft nicht gegeneinander, aber Kinder sollten als erstes mit geeigneteren Werkzeugen, wie etwa der Schiefertafel, die viel Druck aushält, sowie weichen Bleistiften auf rauem Papier das Schreiben ausprobieren, um ein Gefühl für das Schreiben zu bekommen, bevor sie beginnen, mit digitalen Mitteln zu arbeiten.

„Wir haben gemeinsam Einfluss darauf, in welche Richtung sich das Bildungswesen bewegt“, sagte Professor Schönweiss zum Abschluss der Veranstaltung und gab den Teilnehmer:innen mit auf den Weg: „Man muss nicht alles alleine leisten können, deswegen stehen wir ihnen hier auch zur Seite.“ Und: „Auch in Zeiten von KI, mit der wir bei der Fehleranalyse ja auch arbeiten, braucht es nach wie vor Menschen wie Sie, die die Kinder mit viel Feingefühl begleiten.“ News4teachers

Weitere Veranstaltungen der Reihe: „Handschrift und Rechtschreibung auf dem Rückzug? Worauf es jetzt ankommt“

  1. Juni 2024: Rechtschreibkompetenzen effektiv und zeitsparend verbessern
  2. September 2024: Schreibanfänger in der Sekundarstufe?
  3. November 2024: Praxisbeispiele aus der Rechtschreibförderung

Anmeldung: vbe-laender-akademie.de

Tag der Handschrift: Warum bei Schülern das Handschreiben und die Rechtschreibung eng zusammenhängen – ein Interview

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Finagle
1 Monat zuvor

Kretschmann zum Thema Handschrift und Rechtschreibung: „Wozu auch? Gibt doch Taststuren, Wortvorschläge und Siri“

Wombatlover
1 Monat zuvor
Antwortet  Finagle

Kretschmann soll sich mal bei den Krankenhäusern in Geseke, Lippstadt und Erwitte erkundigen. Hackerangriff = komplette IT weg. Keine Ahnung, wann ich das letzte Mal einen Arztbefund in Handschrift gesehen habe, der Arzt jedenfalls war sehr außer Übung.

"Experte"
1 Monat zuvor
Antwortet  Wombatlover

Ärzte können doch bekanntlich nur unleserlich schreiben…

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  "Experte"

Mit welcher validen Studie mit mehr als 1000
Teilnehmern können sie ihre Behauptung belegen ?
Die mir bekannten ärztlichen Kollegen müssen leserlich
schreiben, und sie tun dies auch, da sonst die
Zusammenarbeit nicht funktioniert.

Finagle
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Quelle dürfte mit der identisch sein, aus der entnommen wurde, dass IKEA-Regale grundsätzlich mit unvollständigen Bausätzen und unverständlichen Anleitungen einhergehen und <insert.Lieblingsklischee.ici> .

"Experte"
1 Monat zuvor
Antwortet  Finagle

Genauñ

Erfahrung und Hörensagen

"Experte"
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Das war Ironie!

Ich dachte, das wäre mit den drei Punkten am Ende deutlich geworden.

Vielleicht so deutlicher –

Ärzte können doch bekanntlich nur unleserlich schreiben

"Experte"
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Bei meiner Antwort wurde beim Warten auf Prüfung der Zwinkersmiley am Ende rausgekickt –

Scheint dann auch nicht deutlich als Ironie kenntlich zu sein.

Seufz.

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor
Antwortet  Finagle

Und der Mann war ja mal kurz Lehrer, der muss es wissen — so, we früher in der Werbung die Zahnarztfrau.

Teacher Andi
1 Monat zuvor

„Die Lehrer befinden sich in einem hoffnungslos überforderten Bildungssystem, das die Politik über Jahrzehnte hinweg heruntergewirtschaftet hat“Der Satz gefällt mir am besten, leider muss man es so pauschal ausdrücken.
Und nein, die Lehrer haben eben keinen Einfluss darauf, wohin sich das Bildungswesen bewegt. Wir müssen jede Kröte schlucken, da alle Einwände seitens Lehrer, Schüler, Eltern ignoriert werden, um auf einer vermeintlich phänomenalen Idee, zwar unpädagogisch, was solls, zu bestehen und diese durchzudrücken, nur um sein eigenes Gesicht zu wahren. Nicht etwa um sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen (Bdp. R4, G8, indiuktives Lernen, etc. )
Erst wenn diese Arroganz und Selbstüberschätzung von „oben“ aufhört und Reformen nicht mehr budgetabhängig sind, wird eine vernünftige Bildungspolitik möglich sein.

Blau
1 Monat zuvor

Wo findet man den Lernserver? Kann das jeder kostenlos verwenden ?

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor

Also, uns (als Eltern) wurde noch vor ein paar Jahren von der Grundschule versichert, dass „sich-seine-eigene-Schrift-Zusammenbasteln“ die einzig wahre und schülerfreundliche Methode des Schrifterwerbes sei.
Das hatte damals nichts mit fachfremden oder schlecht ausgebildetem Lehrpersonal zu tun, auch nicht mit zu wenig Unterrichtszeit, das war so GEWOLLT. (Ich erinnere mich ausgesprochen gut an „Diskussionen“ (eher Belehrungen ) zu diesen Thema, und es treibt mir noch heute ob der Dumpfheit der Argumentation den Blutdruck hoch.)
Man sollte die ideologisch-didaktischen Verirrungen der letzten Jahrzehnte ruhig deutlich als solche bezeichnen.

AvL
1 Monat zuvor

Es hängt sehr von den Lehrpersonen ab,
ob überhaupt und in welchem Maße eine verbundene
Schreibschrift vermittelt wird.

Übrigens ist heute am 22.4.2024 der 300. Geburtstag vom humanistischen
Aufklärer des Absolutismus, Immanuel Kant.

Kohlrabi
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Genau. Wir haben eine Lehrerin, die beantragte, auf die Schreibschrift ganz zu verzichten, weil sich einige Kinder damit so schwertäten. Statt mehr üben also gar nicht üben. Na dann lassen wir alles weg, was schwerfällt?!?

Ulrike M.
1 Monat zuvor

Es ist richtig. Das können die Kinder nicht selbst. Dazu gehen sie in die Schule. Dazu sind die Lehrer da.

Deshalb finde ich es auch so „sträflichst“, wenn Lehrer darauf verzichten, die Handschrift beizubringen, weil es bei einigen Kindern so mühselig sei und wenn die Rechtschreibung so eine untergeordnete Rolle spielt, weil man lieber spaßige Themen macht. Das konnte man ja nun schon mehrfach hier lesen.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulrike M.

Welche spaßige Themen wären das denn?
Ich weiß aus sehr sicherer Quelle, dass es immer mehr Inhalte gibt, spaßig oder nicht, die vorgeschrieben sind und die zeitlich leider auch sehr aufwändig sind….alles zeitlich zu bewerkstelligen ist eben schwierig! Tja…
So ein Schreibschriftlehrgang braucht, wenn man es denn ernsthaft betreibt, ca. ein Jahr…..daneben gibt es in Deutsch aber auch noch Aufsatzerziehung, Rechtschreibung, Grammatik, etc…..und da viele Kinder auch da besondere Schwierigkeiten haben, muss man schon Hudini sein, um alles zu schaffen….

"Experte"
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulrike M.

Ich als Lehrkraft finde das ebenfalls unverantwortlich – doch Vorgaben sind Vorgaben.

Auch wenn sie noch so falsch, unsinnig, unpädagogisch, …. sind.

Meinen Sie nicht, dass – vor allem die älteren, erfahreren Lehrkräfte – diesen Murks für Murks halten?

Das kommt von Experten (eigentlich müssten hier die „. „. hin ), die mit Praxis nichts am Hut haben.

Nur ein kurzes Beispiel zur Schreib- und Leselerhinderung:

E sis t nic htso ganns einva c h teck ste zule n die einkin d inder un verb un denen Druggsc hrivt schrei pt

Gut, da fehlt nun auch die Unterscheidung der Wortarten, ebenso ist Lautschrift dabei und wegen der fehlenden Ausdauer sind Lücken zwischen den Buchstaben, wenn die Hand schmerzt.

Aber – diese Buchstaben sind immerhin lesbar und eindeutig.

Nirgends sind die Kids zu kreatief wie bei der Rechtschreibung

Nun, so musste es jahrelang unterrichtet werden.

Pauken, anstrengen, wiederholen – bäh!

Und nun hamma den Salat.

Kohlrabi
1 Monat zuvor
Antwortet  "Experte"

Ja, solche Ideen stammen oft von Leuten, die selbst nie Lehrer waren (oder als solche aufgaben).

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulrike M.

Sie könnten die verbundene Schrift natürlich auch selbst vermitteln oder das Ganze kostenpflichtig auslagern. Beides sollte natürlich kontrolliert und über mehrere Monate begleitet werden, damit es sich einschleift.

Alternativ: Schule in sehr bürgerlichem Umfeld oder Privatschule, an der Sie Eltern mit ähnlichem Bildungshintergrund finden. Dort wird auch noch Handschrift vermittelt.

"Experte"
1 Monat zuvor

Ist ja witzig – Schreibschrift soll parallel zum gedruckten Lesetext möglich sein!

Seit wann denn das?

Abgesehen mal davon, dass es mal Zeiten gab, in denen wir Kindern das so beibringen konnten und n i c h t erstaunt waren, dass es klappte.

Ist ja witzig – Schiefertafel und weicher Bleistift auf Papier!

Back to the roods?

Auf jeden Fall! Denn genau das hat funktioniert!

Es wird allmählich Zeit, dass sich die Didaktiker:innen, die seit Jaaahre was anderes propagieren, sich allesamt schämen.

Unfassbar – die zuerst gelernte Schrift ist prägend!

Wer hätte das gedacht?

Bis auf alle Praktiker:innen, die seit Jahren sehen, wie es mit dem Schreiben und Lesen den Bach runtergeht.

Es scheint Hoffnung zu geben!

Lisa
1 Monat zuvor

Warum nicht zurück zur alten Methode? Leselehrgang und Schreiblehrgang waren leicht zeitversetzt begonnen worden und liefen auch getrennt. Druckbuchstaben wurden nur geschrieben, um sie sich einzuprägen, nicht als Schreibschrift. Selbstverständlich war es, mit verschiedenen Materialien zu arbeiten, besonders beliebt waren Vogelsand und Schiefertafel. Schwungübungen und Fingerlockerung wurden immer gemacht. Jedes Kind bekam irgendwann im Laufe von 18 Monaten die individuelle Erlaubnis, mit dem Füller zu schreiben.
Nein, das war nicht Bullerbü, will auch keines beschwören. Nur unabhängig von Intelligenz und von Schicht der Eltern und Herkunftsland, hat jedes Kind auf diese sture und regelhafte Weise schreiben gelernt. Das war die Aufgabe des AU ( Anfangsunterrichts)

Einer
1 Monat zuvor

Mal aus der Sicht eines Berufsschullehrers, der sich seit Jahren mit Kompetenzorientierten Lehrplänen rumschlägt:
Wieso können Kinder sich das nicht selbst beibringen? Wir könnten doch ihre Kompetenz schulen mit einer schönen Kompetenzformulierung. „Der Schüler ist in der Lage sein Schreibgerät altersentsprechend zu benutzen.“ Dann machen wir daraus ein 4-Wochen-Handlungsfeld „Schreibgerät“ unterteilt in zwei Lernfelder „Bleistift“ und „Füller“. Dazu kommt dann noch ein 6 Wochen Handlungsfeld „Rechtschreibung“ mit Lernfeldern „Buchstaben“, „Wörter“, „Sätze“ und „Zeichensetzung“. Damit sind wir dann in 10 Wochen durch diesen Stoff durch. Wieso müssen wir uns damit 2 Jahre rumärgern, wenn es doch nach meinen Lehrplan viel schneller geht?

Marie
1 Monat zuvor
Antwortet  Einer

Wenn Sie jetzt noch das (zumindest in unseren Zeugnissen) nicht mehr erlaubte „ist in der Lage“ durch „kann“ ersetzen, dann passt‘s. 🙂

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Marie

Ironie off