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„Teen Dating Violence“: Wenn die erste Liebe in Gewalt umschlägt

FULDA. Mit einer repräsentativen Studie unter hessischen Schülerinnen und Schülern will eine Arbeitsgruppe der Hochschule Fulda herausfinden, wie viele Jugendliche bereits in ihren ersten Liebesbeziehungen psychische, körperliche oder sexualisierte Gewalt erfahren. „Teen Dating Violence“ heißt dieses Phänomen im anglo-amerikanischen Sprachraum.

Wenn junge Liebe in Gewalt umschlägt, ist das für die Opfer häufig traumatisierend. Illustration: Jetti Kuhlemann / pixelio.de

Wenn junge Liebe in Gewalt umschlägt, ist das für die Opfer häufig traumatisierend. Illustration: Jetti Kuhlemann / pixelio.de

Für das Wohlbefinden und die Gesundheit vor allem von Mädchen haben diese Gewalterfahrungen den Forschern zufolge weitreichende Konsequenzen: Essstörungen und erhöhter Konsum von Nikotin, Alkohol und Drogen, riskantes Sexualverhalten, Schulabbruch aufgrund psychischer Probleme, Suizidalität, ungewollte Schwangerschaften und sexuell übertragbare Erkrankungen seien als mögliche Folgen in internationalen Studien gut belegt.

Studien aus Großbritannien zeigten, dass „Teen Dating Violence“ auch in Europa keineswegs selten sei. Für Deutschland lägen bislang zu wenige Daten vor, um zuverlässige Aussagen über die Häufigkeit und die Folgen dieser Form von Gewalt zu treffen. Hessische Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren sollen daher zu ihren Erfahrungen befragt werden. „Das Ausmaß der Gewalt zu kennen, ist ein erster wichtiger Schritt, um gut begründen zu können, weshalb Prävention notwendig ist und zum Beispiel von Krankenkassen bezahlt werden sollte“, erläutert Projektleiterin Prof. Beate Blättner den Sinn der Befragung.

Kinder und Jugendliche stärken

Inzwischen ist belegt, dass Mädchen und junge Frauen, die Gewalt erleiden, ein erhöhtes Risiko haben, im Erwachsenenalter Opfer von Partnergewalt zu werden. „Maßnahmen der Gewaltprävention müssen bei Jugendlichen ansetzen“, fordert daher Dr. Petra Brzank, die am Fachbereich Pflege und Gesundheit und der Berlin School of Public Health über Hilfesuchverhalten von Frauen bei Partnergewalt promoviert hat und ebenfalls Mitglied in der Arbeitsgruppe ist. Zu erreichen sei dies, indem man die individuellen Ressourcen von Kindern und Jugendlichen stärke sowie sozialen Netzen und respektvollen Beziehungen zwischen den Geschlechtern mehr Bedeutung verleihe.

Das Forschungsprojekt hat eine Laufzeit von eineinhalb Jahren und wird aus dem Etat des Forschungsschwerpunktes Frauen- und Geschlechterforschung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst finanziert. idw

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