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Nur jeder Zweite schafft das MINT-Studium

BERLIN (Mit Leserkommentar). Fast die Hälfte aller Studenten in den technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen hält nicht bis zum Abschluss durch. Eine am 7. Mai vom Bundesbildungsministerium veröffentlichte Studie der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) hat hohe Abbrecherquoten vor allem in den MINT-Studiengängen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) ergeben.

Beim Absolventenjahrgang 2010 im Bachelorstudium an Universitäten wurden besonders hohe Abbruchquoten in den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen festgestellt. Nur jeder zweite Studienanfänger von 2006/2007 schaffte es bis zum Hochschulabschluss. “Offensichtlich haben sich bei der Einführung des Bachelorstudiums in den Ingenieurwissenschaften bestimmte Studienprobleme kumuliert”, heißt es dazu in der HIS-Studie. Auch in den Naturwissenschaften mit einer Abbruchquote von 39 Prozent dürfte das der Fall sein. Auch in den alten Diplomstudiengängen an Universitäten wie an Fachhochschulen stellten die Forscher einen überdurchschnittlich häufigen Studienabbruch in den Ingenieurwissenschaften fest.

Nur an den Fachhochschulen ist die Lage im Bachelorstudium etwas besser: Dort brachen 30 Prozent der Studierenden sowohl in den ingenieur- als auch in den naturwissenschaftlichen Studiengängen ihre Hochschulausbildung ab. Zum Vergleich: In der Fächergruppe Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und Sozialwesen waren es lediglich sechs Prozent.

Kritik und Schulen und Universitäten

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) forderte die Schulen auf, kritisch zu prüfen, ob sie ihren Abgängern das richtige Rüstzeug für einen guten Start in ein Ingenieursstudium mitgeben. Von den Hochschulen forderte sie, darüber nachzudenken, wie sie mehr Studierende zu einem erfolgreichen Abschluss bringen könnten.

Die hohe Abbruchquote beunruhigt und verärgert auch die Metall-Arbeitgeber. Dadurch verpuffe das Engagement der Wirtschaft in der Nachwuchswerbung zu einem erheblichen Teil. “Alle unsere Mühen bei Schulabgängern und Studienanfängern sind umsonst, wenn die Hälfte der Studierenden dann nicht bis zum Abschluss durchhält”, kritisiert Peter Golinski, Leiter Bildungspolitik bei Nordmetall. “Volkswirtschaftlich betrachtet ist das Ressourcenverschwendung.“ Vor dem Hintergrund der Entwicklung habe Nordmetall mittlerweile drei Projekte zur Verbesserung der Hochschullehre aufgelegt. Der Arbeitgeberverband Nordmetall forderte zudem mehr Engagement von den Hochschulen. Dabei ginge es nicht nur um eine intensivere Beratung, bessere Vorauswahl und Betreuung der Studenten, sondern auch die Beschäftigung mit der Qualität der eigenen Lehre. dpa

(19.05.2012)

2 Kommentare

  1. klar wie Kloßbrühe – wenn Studierende aufgeben, hat die Schule versagt. Es ist so schön einfach.

    • Dr. Gunther Sievers

      Lieber Hr. Marx

      Zum Teil ist leider auch die Schule schuld. Wenn man nie von den Schülern Leistung verlangt und sie dennoch für teilweise mäßige Leistungen gute Noten bescheinigt bekommen, dann ist das leider so. Diese Schüler leben in einer Scheinwelt und meinen, sie können alle.

      Weiterhin geben viele Schüler schon bei den ersten Schwierigkeitn im Unterricht auf und bemühen sich dann erst gar nicht.
      Der Spruch “Ohne Fleiss kein Preis” gilt immer noch, muss aber erweitert werden zu “Ohne Fleiss und Ausdauer kein Preis!!”

      PS. Ich habe das Arbeiten auch erst auf der Uni gelernt, aber dann auch durchgehalten bis zum Ende.

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